Diese Woche … bei den Kölner Haien, KW 38

Ein Wochenende, zwei Spiele, drei Punkte.

Die Eishockey Saison der DEL hat begonnen und die Kölner Haie haben nach zwei Spielen eine Niederlage und einen Sieg, beides in der Verlängerung, auf dem Konto stehen. Das erste Spiel verloren die Haie gegen Iserlohn und nach dem zweiten Spiel gegen Mannheim fuhren sie als Sieger vom Eis. Es war zwar kein perfektes Wochenende für den KEC, aber schon ganz ok.

Erstes Heimspiel

Am Freitag war der Saisonauftakt, die Iserlohn Roosters kamen nach Köln zum Duell vor 17.456 Zuschauern. Doch das erste Spiel erwies sich leider eher mau für die Haie. Freitag der 13. war für Köln ein Pechtag. Das erste Drittel war noch gut, der KEC spielte kreativ und offensiv. Das zweite Drittel jedoch war desolat und im letzten Drittel gab sich der KEC wieder kämpferischer, doch die offensive Kaltschnäuzigkeit war nicht zu 100% zu spüren. Es ging sodann in die Verlängerung, beide Mannschaften erreichten in der regulären Spielzeit ein Unentschieden mit 2:2. In der 62. Minute machte Iserlohn jedoch den Traum von einem Auftaktsieg in Figur von Alex Petan zunichte. Sudden Death, plötzlicher Tod, hieß es für die Domstädter. In der Verlängerung ist nämlich das erste Tor auch das Letzte und die Mannschaft, die es geschossen hat, gewinnt. Dennoch bleibt ein Punkt in Köln.

Cheftrainer Mike Stewart erklärte nach dem Spiel folgendes: „Wir haben ein Spiel verloren, das wir nach Chancen auch hätten gewinnen können. Aber so ist Eishockey.“ (Quelle:www.haie.de)

Erstes Auswärtsspiel

Am Sonntag ging es für Köln dann nach Mannheim, zum amtierenden Meister. Mannheim war in der vergangenen Saison unfassbar gut, Trainer Pavel Gross hatte aus den Adlern ein schwer überwindbares Hindernis für alle anderen 13 Mannschaften in der DEL geformt. Sie wurden zu Recht Playoff Sieger und Deutscher Meister. Dementsprechend waren die Erwartungen auf Seiten der Kölner Haie Fans auch etwas heruntergeschraubt. Kölner Optimisten hofften natürlich auf den Sieg und ihr positiver Glaube in die neue Mannschaft unter Mike Stewart sollte tatasächlich Wahrheit werden.
Das erste Tor ging zugunsten der Mannheimer, Köln glich jedoch durch Jason Akeson aus. Das Ergebnis von 1:1 zog sich bis zur 60. Minute, es ging also wieder in die Verlängerung. In der 63. Minute war das Spiel beendet, Sudden Death für Mannheim, das siegreiche Tor wurde durch Jon Matsumoto, Neuzugang in Köln, geschossen. Das bedeutete zwei Punkte für den KEC.

Mike Stewart fasste das Ganze so zusammen: „Wir sind sehr stark in das erste Drittel gestartet und haben uns so das Momentum erspielt. Im Mittelabschnitt hat Mannheim dann besser ins Spiel gefunden. Aber wir waren heute in der Defensive gut organisiert. Im Schluss-Drittel ging’s dann bis zum Schluss hin und her. In der Overtime haben wir dann auch das nötige Glück auf unserer Seite. Aber das haben wir uns heute auch verdient. “ (Quelle:www.haie.de)

Ergebnis

Summa summarum stehen also drei Punkte nach zwei ersten Spielen in der Bilanz Kölns. Und der Erzfeind, der ewige Kölner Konkurrent, die DEG geht ohne Punkte aus dem ersten Eishockey Wochenende. Köln freut sich somit doppelt, den amtierenden Deutschen Meister besiegt zu haben und den Ligakonkurrenten Düsseldorf erstmal zurückzulassen.

Die Saison ist jedoch noch lang, noch 50 Spiele sind zu spielen. Es wird noch viel passieren, Siege und Niederlage wird es geben. Mal sehen wie es so weiter geht.

Diese Woche … bei den Kölner Haien, KW 37

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Die neue Eishockey-Saison steht schon vor der Tür und der KEC ist bereit zum Angriff

Die neue Saison der DEL steht vor der Tür und jedes der 14 Teams der Liga steckt mitten in der Vorbereitungsphase. Am 13. September ist es schließlich soweit.

So trainieren auch die Kölner Haie gerade und stimmen sich ein. Zum Training bestritt der KEC den Köln Cup und verschiedene Trainingsspiele, auch gegen die DEL Teams Wolfsburg und Krefeld.

Der Köln Cup verlief für die Haie nicht ganz nach Plan, sie wurden nur Zweitplatzierter von vier teilnehmenden Mannschaften. Das erste Spiel gegen die SCL Tigers (Langnau) gewann die Kölner Mannschaft mit 3:2. Das zweite Spiel des Turniers konnte der KEC gegen Moser Medical Graz 99ers mit 4:5 nach Verlängerung nicht für sich entscheiden. Und im letzten alles entscheidenden Duell gegen Rögle BK mussten sich die Haie knapp mit 1:2 geschlagen geben. Somit war der alte Köln Cup Sieger auch der Neue: Rögle BK. Dabei war der neue Spieler Kevin Gagné der sogenannte „Most valuable Player“ (MVP), also der hervorstechendste Spieler. Aber alles in allem sah der neue Trainer Mike Stewart dieses Turnier mit einer positiven Bewertung. Das Team habe sich gut geschlagen und schon viel von dem Gewünschten umgesetzt. Der KEC arbeitet bereits hart und so kann man mit gutem Gefühl aus der Trainingsphase in die Saison starten.

Nach dem Köln Cup gab es aber keine lange Pause für die Spieler des KEC, denn es musste hart trainiert werden. Es ging sehr zügig weiter nach Südtirol zum Vinschgau Cup in Latsch. Ziele waren Teambuilding und weiteres Training. Denn auch Mannschaftsgeist ist eine Kernkompetenz, die ein neu aufgebautes Team leisten muss. Demnach war dies ein weiterer wichtiger Schritt hin zur neuen Saison. Bereits letztes Jahr war das Trainingslager in Latsch ein Erfolg, und Erfolge sollen ja weitergeführt werden. Natürlich wollten die Haie den Cup auch holen und nach dem ersten Spiel gegen den HC Lugano sah es auch fast so aus, der KEC gewann mit 4:0 und einer souveränen Leistung, die Kölner waren klarer Sieger. Im Finale gegen den Hockey Club Bozen 2000 jedoch verlor die Mannschaft von Mike Stewart mit 2:5. Wie gewonnen, so zerronnen. Doch es ging im Grunde nicht um das Ergebnis, es ging darum, eine Mannschaft zu formen und an den Feinheiten zu arbeiten, das wird gelungen sein.

In Braunlage stand dann gegen Liga-Konkurrenten Wolfsburg ein weiterer Test an. Es war schon einmal das Abchecken beider Mannschaften zur neuen Saison. Wie weit sind die anderen denn schon mit dem Training und sind wir schon bereit es mit der Konkurrenz aufzunehmen? Dies könnten die entscheiden Fragen zum Kurzvorher-Test gewesen sein.

Kurz entspannen, je nachdem wie die Spieler das Event sehen, konnten die Haie beim Sommerfest. Traditionell wird hier die neue Mannschaft vorgestellt und gefeiert, dass die neue Saison nicht mehr weit weg ist. Es ist quasi ein kleines Einläuten auf das, was kommt.

In den letzten beiden Testspielen in der finalen Phase der Trainingsvorbereitung spielten die Haie gegen Bad Nauheim, neuer DEL2-Kooperationspartner, und gewannen 4:2. Und die spielten noch gegen einen Ligakonkurrenten, die Krefeld Pinguine. Gegen den KEV war es die sogenannte Generalprobe, die die Haie mit einem Erfolg beenden konnten. Am Ende stand gegen die Krefelder ein 2:1 auf dem Zettel.

Auch wenn nicht alle Spiele im Training gewonnen wurden und es im Ergebnis noch recht durchwachsen scheint, war es doch eine gute Vorbereitung. In der Saison gilt dann, alle Kräfte bündeln, die positiven Dinge für sich verinnerlichen und kämpfen, geschlossen als Mannschaft. Hier zählen dann Ergebnisse, nach den Trainingsergebnissen fragt nachher keiner mehr. Und dann kann doch eigentlich nichts mehr schief gehen.

Diese Woche bei … Hertha BSC, KW 33

Von Chris Butzke

Kein Geld schießt auch keine Tore

Es war ein turbulenter Sommer in Berlin. Der Einstieg von Lars Windhorst und seiner Beteiligungsfirma „Tennor“ sorgte bundesweit für ein Aufhorchen. Für 125 Millionen Euro sicherte man sich 37,5% der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA und hat zusätzlich die Möglichkeit, im nächsten Jahr sogar auf insgesamt 49,9% aufzustocken, was nochmals 125 Millionen Euro auf das chronisch klamme Hertha-Konto spülen könnte. In Berlin wählt man also ein Modell, welches sich schon bei Borussia Dortmund bewährt hat. Die Borussen haben sogar über 94% ihrer KGaA-Anteile veräußert. Wächst in Berlin also ein neues Schwergewicht im deutschen Fußball heran? Dies muss man klar verneinen. Die neuen finanziellen Mittel können die Lücke zur Top 6 verkleinern, doch wird man nicht schlagartig Vereine mit regelmäßigen Einnahmen aus europäischen Wettbewerben oder mit einem erhöhten Sponsoring (Bayer und VW pumpen jährlich deutlich mehr in ihre Vereine, als es marktgerecht wäre) mithalten können, weder sportlich noch finanziell. Somit ist in Berlin nicht plötzlich ein „Big City Club“, auch wenn es der Wunschtraum von Lars Windhorst ist. Doch wie sagte schon Onkel Ben zu Peter Parker, aus großer Macht folgt große Verantwortung. Es liegt nun an Manager Michael Preetz, verantwortungsvoll mit den neuen finanziellen Möglichkeiten umzugehen. Bei dem überhitzen Transfermarkt ist frisches Geld schnell verbrannt, die Transfers müssen sitzen.

Der Bayernschreck holt Bayernschreck

Und somit kommen wir zum nächsten Teil des turbulenten Sommers. Aufgrund der neuen finanziellen Möglichkeiten war es für Hertha-Fans ein neues Gefühl, denn plötzlich gab es viele Gerüchte um junge, talentierte und somit auch teure Spieler. Reiss Nelson, Dodi Lukebakio und Francois Kamano sind eine Kategorie, aus der sich der Hertha Fan in den letzten Jahren maximal bei der eigenen FIFA-Karriere bedienen konnte, nachdem man am Budget-Regler gedreht hat. Letztendlich durfte sich Dodi Lukebakio, der maßgeblich an der Überraschungssaison von Fortuna Düsseldorf beteiligt war, die Krone als Königstransfer aufsetzen. 20 Millionen Euro flossen dafür nach England zum FC Watford. Außerdem schloss sich Eduard Löwen der alten Dame an und sorgt noch mehr Flexibilität in der Mittelfeldzentrale. Dort wird er sich mit Marko Grujic um Einsatzzeit streiten. Der serbische Shootingstar aus der letzten Saison wird auch dieses Jahr das Hertha-Trikot überstreifen und weiter Erfahrungen sammeln, um bald bei seinem Hauptarbeitgeber in Liverpool Spiele bestreiten zu können. Für den erweiterten Kader verstärken Dedryck Boyata (ablösefrei von Celtic Glasgow) und Sturmtalent Daishawn Redan (2,7 Millionen Euro von FC Chelsea). Während Boyata mit seinen 28 Jahren Erfahrung in die sonst junge Innenverteidgung bringt, ist Redan eine Investition in die Zukunft (mit etwas Hoffnung, dass er sich ähnlich schnell integriert wie Dilrosun letztes Jahr). Auf der Abgangsseite werden Lazaro und Lustenberger zu spüren sein. Lazaro fehlt mit seiner sportlichen Klasse, Lusti wird als Mensch eine Lücke hinterlassen, die niemand so schnell schließen kann.

Aua in Aue

Die Vorbereitung lief recht ruhig. Selbst ein grottenschlechter und lustloser Auftritt in Aue sorgte nicht für tiefe Sorgenfalten. Zu groß ist das Vertrauen in Covic und in seine Spielidee. In den anderen Testspielen waren die Auftritte zumindest bemüht, verschiedene Systeme wurden ausprobiert und einige wertvolle Erkenntnisse konnten gewonnen werden, zum Beispiel, dass die Position des Rechtsverteidigers am besten eine Mischung aus Leckie Klünter wäre. Vielleicht sollte man sich mit der Universität Tokio kurzschließen, schließlich sind dort die Experten, wenn es um das Kreuzen von Menschen, Wesen und menschlichen Wesen geht. Außerdem ist Esswein ein wirklich schneller Mann, es muss doch ein Team geben, dass Geschwindigkeit auf den Außen braucht (looking at you, Bayern Munich). Glücklicherweise blieb man auch von schweren Verletzungen verschont. So bleibt unter dem Strich eine recht erfolgreiche Vorbereitung stehen, zumindest soweit man aus Testspielen und Trainingslagerberichten eine aussagekräftige Meinung ableiten kann.

Pflichtsieg im Pflichtspiel

Der erste Härtetest war die Erstrundenpartie gegen den VfB Eichstätt. Gegen den Regionalligisten kam es zu einem letztendlich ungefährdeten 5:1-Sieg. Ein solch souveräner Auftritt in der ersten Runde ist man als Herthaner schon fast gar nicht mehr gewöhnt. Auffällig war die offensive Ausrichtung mit einer Viererkette, wobei Torunarigha und Leckie die Positionen der Außenverteidiger bekleideten. Durch Leckie als RV ging man kalkuliertes Risiko, da man defensiv so anfällig war. Sein Partner in crime auf der linken Seite war hingegen als defensive Absicherung eingeplant, spielte aber etwas forsch und musste zur Halbzeit wegen akuter Gelb-Rot-Gefahr runter. Für ihn kam mit Alex Esswein ein Spieler, der die Bühne nochmal nutzen konnte ( 1 Tor, 1 Vorlage), um sich auf den Zetteln von Robert Kovac und Co auf der Tribüne zu verewigen. Denn sind wir mal ehrlich, auch mit Perisic fehlt es dem Bayern-Kader etwas an Breite und Erfahrung.

 

Zum restlichen Spiel kann man sagen, dass sich Vladimir Darida mit einer starken Leistung als Dreh- und Angelpunkt in der Zentrale Hoffnungen auf mehr machen darf. Er gilt sowieso schon als der Gewinner der Vorbereitung und konnte den guten Eindruck bestätigen. Seinen Konkurrenten Maier, Grujic und Löwen hat er vor allem Erfahrung voraus. Insgesamt ist Hertha in diesem Mannschaftsteil hervorragend aufgestellt und kann somit die Ideen von Ante Cociv besser umsetzen, der einen höheren Fokus auf ein spielstarkes Mittelfeld legt als Vorgänger Pal Dardai.

 

Die Welt sieht die Hertha

Bereits am Freitag geht es nach München zum Bundesligaauftakt und somit bekommt Hertha internationale Aufmerksamkeits. Naturgemäß ist man gegen die Bayern Außenseiter, doch sind die Top-Clubs am Anfang der Saison auch noch auf der Suche nach der eigenen Identität. Gepaart mit der Unruhe, die man durch die eigenen Aussagen bezüglich eventueller Transfers selbst heraufbeschworen hat, könnte Hertha wieder ein unangenehmer Gegner für den Rekordmeister werden. Außerdem ist der 20-Milliionen-Mann Lukebakio besonders durch seinen Hattrick gegen die Münchner ins weltweite Rampenlicht gerückt. Man hat auf alle Fälle das Potential, um ein Stolperstein zu sein, aber genauso gut können die Bayern abgeklärt 5:1 über defensiv überforderte Berliner hinwegfegen. Ein Coman kann die Schwächen auf der rechten Seite wohl eher ausnutzen als ein Athedon Lushi vom VfB Eichstätt. Denn auch wenn Klünter defensiv deutlich stärker ist als Leckie, würde eine rechte Seite mit Klünter und Lukebakio (falls er schon fit genug für die erste Elf ist) oder Kalou anfällig sein, da sowohl Kalou als auch Lukebakio defensiv in etwa so sorgfältig arbeiten wie die Sportbild bei der Recherche über die Identitäten von Zweitliga-Spielern. Doch auch wenn man ein schweres Auftaktprogramm hat, kann Hertha über 34 Spieltage vielleicht den einstelligen Tabellenplatz erreichen. Wenn es nach Marko Grujic geht, ist sogar eventuell noch etwas mehr drin.

Uwe Krupp – Erster deutscher Meistermacher

Mitarbeiter des Tages, 24. Juni 2019: Uwe Krupp

Von Sascha Staat

“Ja ist es denn zu fassen? Ausgerechnet Uwe Krupp!” Genau diese Worte sprach damals der sehr geschätzte Günter-Peter Ploog, leider vor ein paar Jahren plötzlich und unerwartet verstorben, an diesem Juni-Morgen 1996. Es muss irgendwann gegen 6:30 Uhr gewesen sein. Ein Treffer von Uwe Krupp, ein harmloser Schlagschuss von der blauen Linie, entscheidet das bis dahin torlose vierte Spiel des Stanley-Cup-Finals zwischen den Colorado Avalanche und den Florida Panthers in der dritten Verlängerung.

Es ist nicht nur das “game-wining goal”, sondern es macht sowohl Krupp als auch sein Team, das erst ein Jahr zuvor von Quebec nach Denver umgezogen war, zum ersten Mal zum NHL-Champion. Der Kölner ist der erste Deutsche, dem das gelingen sollte. Moderator Christian Sprenger und Experte Lance Nethery lesen Faxe vor, die von den Zuschauern ins Premiere-Studio geschickt werden. Wolfgang Büttner spricht mit Krupp später noch auf dem Eis. Es waren andere TV-Zeiten damals.


Die Nachberichterstattung kann für einen 16 Jahre alten und völlig verrückten  US-Sport-Fan nicht lange genug dauern. Zum Glück ist sie aber zu Ende, als die Schule ruft, wobei das an diesem Tag natürlich eine völlig untergeordnete Rolle. Kaum dort angekommen fragen andere interessierte Mitschüler, ob ich das Ergebnis kennen würde. Ja, sage ich, Krupp hat das entscheidende Tor geschossen. Geglaubt wird mir erst einen Tag später, als der Videotext mich bestätigt hat.

Uwe Krupp jedenfalls hat das große Ziel seiner Laufbahn erreicht. Er ist eine Art Türöffner für andere Deutsche auf dem Weg in die stärkste Liga der Welt. Es folgen Marco Sturm und Jochen Hecht, später Marcel Goc, Christian Ehrhoff und Dennis Seidenberg, die sich dauerhaft etablieren können. Krupp gerät als Spieler irgendwie in Vergessenheit, spätestens seitdem Leon Draisatil in der NHL zu einem absoluten Topspieler geworden ist.

Wahrscheinlich aber ist er der beste deutsche Verteidiger aller Zeiten, sorry an die Kollegen Ehrhoff und Seidenberg. Krupp gewinnt den Cup nochmal mit Detroit, wenn auch ohne großes Zutun. Als er zu den Red Wings wechselt und dort einen hochdotierten Vertrag unterschreibt landet die Meldung auf der ersten Seite der USA Today. Damals war Krupp eine große Nummer. Später wird er ein im Rahmen der Möglichkeiten erfolgreicher Nationaltrainer, inklusive Rang vier bei der Heim-WM 2010.

Es muss so um 2014 sein, als ich im Krupp-Trikot der Quebec Nordiques, hierzulande wohl eine absolute Rarität, auf der Tribüne bei einem Spiel der Kölner Haie sitze, wo mein Eishockey-Held der 90er als Trainer hinter der Bande steht. Eine ältere Frau spricht mich an und fragt mich, wie das denn sein könne. “Ist es denn zu fassen? Ausgerechnet Uwe Krupp!”, mag ihr da wohl durch den Kopf gegangen sein, der Mutter von Krupp, wie ich später erfuhr.

Im gleichen Jahr, in der Saison zuvor und auch 2018 (mit den EIsbären Berlin) wird er Vizemeister in der DEL. Der Gewinn des Stanley Cups 1996 bleibt daher bis heute der größte Triumph für Krupp. Es ist ein Sommermärchen, das in Deutschland kaum wahrgenommen wird. Damals dachte ich: “Ist es denn zu fassen? Ausgerechnet Uwe Krupp!” Seine Mutter dachte damals wahrscheinlich genau das gleiche. Leider habe ich sie nicht gefragt. Heute gratuliere ich jedenfalls. Alles Gute, Uwe Krupp!

Zinedine Zidane – MJ überholt

Mitarbeiter des Tages, 23. Juni 2019: Zinedine Zidane

Quervergleiche zwischen Epochen verbieten sich im Sport angeblich ja ganz generell, was soll dann erst für interdisziplinäre Analysen gelten? Aber gut, wir dürfen hier alles: Zinedine Zidane und Michael Jordan verbindet noch mehr, als dass die beiden für eine Zeitlang die Besten ihrer Zunft waren – Jordan ein bisserl länger als Zizou, aber das ist jetzt unerheblich.

Denn, liebe Kinder, was ihr Euch jetzt gar nicht so richtig vorstellen könnt: Bevor Michael Jordan und Zinedine Zidane die beiden großartigsten Glatzen im Weltsport geworden sind, hatten die Buben tatsächlich Haare auf dem Kopf. Und beiden ist das im Nachhinein betrachtet nicht gerade überragend gestanden.

Kleine Beobachtung am Rande: als beim letztjährigen Endspiel der French Open zwischen Rafael Nadal und Dominic Thiem für einen kurzen Moment Zinedine Zidane gezeigt wurde, der sich eigentlich auf den unscheinbaren Rängen versteckt hatte, da brach beinahe ungehemmter Applaus aus. Offenbar haben die Franzosen Zidane dessen Abgang im WM Finale 2006 verziehen, selbst 13 Jahre später noch ein Jammer. 1998 hat Zidane die L´Équipe Tricolore zum Finalsieg gegen Brasilien geköpft, acht Jahre später waren die Franzosen auf einem guten Weg, dann hält Buffon diesen herrlichen Kopfball, dann macht Materazzi das einzige, was so ein Volldolm eben macht. Es schmerzt noch immer.

Auch wenn davon auszugehen ist, dass sich der französische Großmeister, der heute seinen 47. Geburtstag feiert, dieser Tage mit anderen Dingen beschäftigt, etwa dem Wiederaufbau von Real Madrid. Nach der aktiven Karriere übrigens hat Zinedine Zidane den Spieß umgedreht: Michael Jordans Karriere als Funktionär schmiert gegen jene des Franzosen als Coach gnadenlos ab.

TV und Stream, 23.06.2019: Halle, IndyCar, BBL

Sky – Zwei Finali von ATP-Tour-500-Turnieren stahen an: Ab 1430 jenes im Londoner Queen´s Club, der gute alte Gilles Simon spielt gegen den noch älteren Feliciano Lopez. In Halle und auf Sky Austria versucht Roger Federer ab 1300 seinen zehnten Titel vor Ort zu holen.

DAZN – Ab 1430 kümmert sich Herbert Gogel um das Damen-Finale in Birmingham, Julia Görges spielt gegen Ashleigh Barty. Um 1530 geht es auf Mallorca um den Titel, Belinda Bencic und Sofia Kenin werden von Oliver Faßnacht begeleitet. Ab 1850 hat Guido Hüsgen die IndyCar-Serie im Blick. Und wer unbedingt schon mal Katar bei der Copa sehen wollte: Ab 2100 kommentiert Freddy Schulz das Match gegen Argentinien.

Das Erste – Ab 2100 gibt Thomas Broich den fantastischen Experten bei der U21-EM zwischen Deutschland und Österreich.

Magentasport – Ab 1745 beginnen die Meisterfeierlichkeiten des FC Bayern Basketball gegen ALBA Berlin. Michael Körner wird die weisen Worte sprechen, nebst den Experten Konrad Wysocki und Alex Vogel.

TV und Stream, 22.06.2019: Federer, Copa, Kerber

Sky – Ab 1300 gibt es die Halbfinali aus Halle, zunächst Mateo Berrettini gegen David Goffin, nicht vor 1530 dann Roger Federer gegen Pierre-Hugues Herbert. Dies kommt auf Sky Austria. Das Turnier im Queen´s Club beginnt auf Sky ab 1400.

DAZN – Tennis auch hier, ab 1230 kommentiert Herbert Gogel die Halbfinali in Birmingham, Julia Görges bestreitet das zweite Match gegen Petra Martic aus Kroatien. Oliver Faßnacht hat dann die beiden Semifinal-Matches auf Mallorca, Angelique Kerber gegen Belinda Bencic nicht vor 1700. Wer die Brasilianer bei der Copa America sehen möchte, der darf um 2100 Marcel Seufert beim Spiel gegen Peru lauschen.

Dirk Nowitzki – Der Dunking Deutschman

Mitarbeiter des Tages, 19. Juni 2019: Dirk Nowotzki

Von Sascha Staat

Was schreiben über jemanden, über den jedes Wort schon verloren wurde? Sicher kein leichtes Unterfangen. Zweifelsohne ist Dirk Nowitzki einer der größten Sportler, den Deutschland je gesehen hat. Gleichzeitig ist er einer der größten Spieler in der Geschichte seiner Sportart. Heute feiert der “Dunking Deutschman” seinen 41. Geburtstag. Vor einigen Wochen ist seine beeindruckende Laufbahn zu Ende gegangen. Glückwunsch, zu beidem.


Um die Eingangsfrage zu beantworten: Vielleicht ein paar Worte aus der eigenen Erinnerung in Verbindung mit dem todsicheren “rookie of the year”? Das war jedenfalls damals meine Hoffnung, als Don Nelson (ein damaliger Trainer) einst Ende der 90er Jahre großspurig ankündigte, dass der “Germinator” bestimmt zum besten Liganeuling gewählt werden würde. Ganz knapp reichte es nicht. Nelson hatte mich angelogen. Was für eine Enttäuschung.

Zurück zu den Wahrheiten: Die Vorfreude auf sein NBA-Debüt war jedenfalls riesig und nach dem Streik meinte es der Spielplan besonders gut, denn der gute Dirk dürfte gegen den damals noch besseren Detlef Schrempf ran. Das Duell der Generation war keines. Nowitzki machte zwei Punkte, per Freiwurf. Dafür war ich extra aufgeblieben, um Himmels Willen, würde es im Desaster enden? Was dann passierte ist bekannt, es lief recht solide.

Alle, die sich im Ansatz für Basketball interessieren wissen, was alles folgte. Etliche Nominierungen für das NBA All-Star Game, Medaillen mit der Nationalmannschaft, MVP-Auszeichnungen bei der EURO Basket, der WM und für die Regular Season der NBA, aber keine Titel. Dazu eine bittere Pleite im Finale 2006 mit den Dallas Mavericks gegen die Miami Heat. Nowitzki hatte zu diesem Zeitpunkt fast alle Höhen und Tiefen erlebt, nur der ganz große Triumph fehlte noch.

Als Fan kann das schon ziemlich hart sein. Während sich überall woanders in der Liga mindestens zwei Superstars fanden, um eine bärenstarke Truppe zum Titel zu führen, war das eigene Idol immer auf sich alleine gestellt. Als es dann soweit war hing ich in Italien fest, bei guten Freunden zu Besuch. Aber wie jetzt das sechste Spiel der Finalserie 2011 schauen? Wie der Zufall so wollte waren schlaue Mobiltelefone damals ein Trend, vor dem auch ich mich nicht verschließen konnte.

Back Camera

Der NBA Daily Pass für wahrscheinlich viel zu teures Geld machte es dann möglich. Dann das wirklich spektakuläre Comeback der Mavs, Dirk rennt in die Kabine, ist Champion, MVP der Finals, hat es allen gezeigt. Bodenständig, fleißig, volksnah. Und jetzt der Beste, mit einem Team aus Veteranen wie Shawn Marion oder Jason Kidd. Grund genug um völlig durchzudrehen und darauf zu hoffen, dass die Legend im Herbst auch wieder das DBB-Trikot trägt.

Die Basketball-EM fand 2011 in Litauen statt. Da könnte man hin, denken ich ein sehr guter Freund und ich. Gesagt, getan. Flug nach Riga, von dort per völlig wildem Shuttle-Bus nach Šiauliai, in der Gruppe sind Topspieler wie Tony Parker oder Milos Teodosic dabei. Und Dirk. Dass der am Ende seiner Kräfte ist spielt da keine Rolle mehr. Hauptsache ich war mal dabei, wie der vielleicht beste deutsche Einzelsportler aller Zeiten auf dem Court stand.

Es war der Höhepunkt, dieser Sommer 2011, für alle Fans von Dirk Nowitzki. Alles, was danach kam, war Zubrot. Die Meilensteine, die Anerkennung und der Respekt. Die Talente, die alle so sein wollten wie er, groß, beweglich, treffsicher. Er hat den Basketballsport mit seiner Spielweise verändert, überall auf der Welt. Der Junge aus Würzburg, Germany. 21 Jahre in der NBA, bei einer Franchise. Einzigartig. Und einzigartig bemerkenswert. Alles Gute, Dirk, zum ersten Geburtstag als Rentner!

TV und Stream, 19.06.2019: BBL, Queen´s Club, Halle

Sky – Regen gestern in London, ab 1300 soll es heute im Londoner Queen´s Club mit dem ATP-Tour-500-Turnier weitergehen. In Halle/Westfalen gibt es ein Dach. Spielstart dort ist 1200. Sky Sport Austria und Eurosport übertragen.

Magentasport – Zweites Finalspiel in der BBL, der FC Bayern Basketball muss zu ALBA. Alexander Frisch kommentiert ab 2015, als Experten sind Pascal Roller und Robin Benzing am Start.

Sport1 – U21-EM in Italen. Ab 1825 gäbe es Spanien gegen Belgien, ab 2055 dann Italien gegen Polen.

Anna Veith – Die Frau, die nicht kaputt geht

Mitarbeiterin des Tages, 18.Juni 2019: Anna Veith

Von Lukas Zahrer

Ihr letzter Weltcup-Sieg liegt bereits knapp zwei Jahre zurück. Als bestes Saisonergebnis aus dem vergangenen Jahr steht ein sechster Platz zu Buche. Dennoch ist Anna Veith in Österreich seit Jahren für Medien die beliebteste Skirennläuferin.

Ihre Erfolge sprechen für sich: Back-to-Back Gesamtweltcupsiegerin in den Saisonen 2013/14 und 2014/15, in denselben Jahren holte sie sich auch die kleine Kristallkugel im Riesenslalom. Bei Großereignissen holte die Siegerin von 15 Weltcup-Rennen neun Medaillen, vier davon erstrahlen in Gold.

Dass in Pyeongchang keine fünfte hinzukam, hat einen Grund: Ester Ledecka. In TV-Interviews sprach sie bereits vom größten Sieg ihrer Karriere, ehe die tschechische Snowboarderin Veith um eine Hundertselsekunde schlug.


Am bisherigen Höhepunkt ihrer Karriere, nach ihrem zweiten Gesamtweltcupsieg, schrieb Veith auch im Sommer 2015 Schlagzeilen. Weil ihr Management mit Mercedes-Benz über ein Individual-Sponsoring verhandelte, der ÖSV allerdings seit Jahren von Audi unterstützt wird, entwickelte sich ein Streit mit dem ÖSV. Präsident Peter Schröcksnadel forderte eine Trennung von ihrem Manager, Veith verlangte ein erweitertes Betreuerteam während der Saison.

Veith drohte an einem Zeitpunkt der Verhandlungen gar mit einem Rücktritt, auch ein Nationenwechsel stand im Raum. Doch nach mehreren Wochen intensiver Diskussionen, die teils auch medial geführt wurden, einigte man sich auf eine weitere Zusammenarbeit.

Seither konnte die heute 30-Jährige nicht mehr an ihre Glanzzeiten anschließen. Drei Tage vor Beginn der Saison 2015/16 zog sie sich in Sölden eine schwere Knieverletzung zu. Kreuz- und Innenband im rechten Knie waren ebenso wie die Patellasehne gerissen – Totalschaden.

14 Monate später kehrte sie in den Weltcup zurück und schaffte Ende Jänner im Super-G von Cortina gar den Sprung aufs Podest. Bei der WM in St. Moritz musste sie allerdings die Saison vorzeitig beenden, eine OP am linken Knie wurde notwendig. Der volle Fokus lag ab diesem Zeitpunkt auf den Olympischen Winterspielen 2018. Mit einem Sieg im Super-G von Val d’Isere machte sie ihre Aspirationen für die Titelkämpfe klar und wurde von der österreichischen Delegation zur Fahnenträgerin ernannt.

Aus heiterem Himmel zog sich Veith im Jänner 2019, wie der erste Monat des Jahres in Österreich heißt, einen weiteren Kreuzbandriss zu. Bei einem Trainingslauf in Pozza di Fassa erwischte Veith einen Schlag und verletzte sich schwer, ohne zu Sturz zu kommen. Nur einen Tag zuvor erlitt ÖSV-Technikerin Stephanie Brunner an selbiger Stelle die gleiche Verletzung.

Abseits der Skipisten setzt sich Veith für die Erhaltung der Geparden-Population ein. Deshalb ziert ihr Helm nicht nur das Logo ihres Kopfsponsors, sondern auch ein Gepardfell, um Aufmerksamkeit für die Bedrohung des Aussterbens von Geparden zu schaffen.

Die seit 2016 mit dem ehemaligen Snowboarder Manuel verheiratete Veith ist zudem als Unternehmerin tätig. In Schladming betreiben die beiden ein Weinbistro, das auf regionale Produkte setzt. Mit dem selbsternannten Boutique-Hotel ARX und dem integrierten Ski-Fachgeschäft Veith Sport hat die gebürtige Halleinerin zwei weitere Standbeine für die Karriere danach geschaffen.

 

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was du denkst bist du, was du bist strahlst du aus, was du ausstrahlst ziehst du an. ich denke an mein drittes comback. #imherzenzart

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Doch noch will Veith davon nichts wissen. “Ich war anfangs schon einige Zeit ziemlich hin- und hergerissen, wollte zunächst Abstand vom Skisport gewinnen“, sagte sie vor wenigen Tagen bei einem Medientermin in Wien zu ihrer dritten Knie-Operation.

Das Feuer sei allerdings wieder entbrannt. “Ich habe gemerkt, dass mir der Sport sehr wichtig ist und ich als Person durch und durch Sportlerin bin. Deshalb möchte ich noch ein Comeback starten.” Mit dem Ziel der Rückkehr an die Spitze, wie sie selbst betont. Im Idealfall beginnend mit dem Saison-Auftakt in Sölden.