Uwe Krupp – Erster deutscher Meistermacher

Mitarbeiter des Tages, 24. Juni 2019: Uwe Krupp

Von Sascha Staat

“Ja ist es denn zu fassen? Ausgerechnet Uwe Krupp!” Genau diese Worte sprach damals der sehr geschätzte Günter-Peter Ploog, leider vor ein paar Jahren plötzlich und unerwartet verstorben, an diesem Juni-Morgen 1996. Es muss irgendwann gegen 6:30 Uhr gewesen sein. Ein Treffer von Uwe Krupp, ein harmloser Schlagschuss von der blauen Linie, entscheidet das bis dahin torlose vierte Spiel des Stanley-Cup-Finals zwischen den Colorado Avalanche und den Florida Panthers in der dritten Verlängerung.

Es ist nicht nur das “game-wining goal”, sondern es macht sowohl Krupp als auch sein Team, das erst ein Jahr zuvor von Quebec nach Denver umgezogen war, zum ersten Mal zum NHL-Champion. Der Kölner ist der erste Deutsche, dem das gelingen sollte. Moderator Christian Sprenger und Experte Lance Nethery lesen Faxe vor, die von den Zuschauern ins Premiere-Studio geschickt werden. Wolfgang Büttner spricht mit Krupp später noch auf dem Eis. Es waren andere TV-Zeiten damals.


Die Nachberichterstattung kann für einen 16 Jahre alten und völlig verrückten  US-Sport-Fan nicht lange genug dauern. Zum Glück ist sie aber zu Ende, als die Schule ruft, wobei das an diesem Tag natürlich eine völlig untergeordnete Rolle. Kaum dort angekommen fragen andere interessierte Mitschüler, ob ich das Ergebnis kennen würde. Ja, sage ich, Krupp hat das entscheidende Tor geschossen. Geglaubt wird mir erst einen Tag später, als der Videotext mich bestätigt hat.

Uwe Krupp jedenfalls hat das große Ziel seiner Laufbahn erreicht. Er ist eine Art Türöffner für andere Deutsche auf dem Weg in die stärkste Liga der Welt. Es folgen Marco Sturm und Jochen Hecht, später Marcel Goc, Christian Ehrhoff und Dennis Seidenberg, die sich dauerhaft etablieren können. Krupp gerät als Spieler irgendwie in Vergessenheit, spätestens seitdem Leon Draisatil in der NHL zu einem absoluten Topspieler geworden ist.

Wahrscheinlich aber ist er der beste deutsche Verteidiger aller Zeiten, sorry an die Kollegen Ehrhoff und Seidenberg. Krupp gewinnt den Cup nochmal mit Detroit, wenn auch ohne großes Zutun. Als er zu den Red Wings wechselt und dort einen hochdotierten Vertrag unterschreibt landet die Meldung auf der ersten Seite der USA Today. Damals war Krupp eine große Nummer. Später wird er ein im Rahmen der Möglichkeiten erfolgreicher Nationaltrainer, inklusive Rang vier bei der Heim-WM 2010.

Es muss so um 2014 sein, als ich im Krupp-Trikot der Quebec Nordiques, hierzulande wohl eine absolute Rarität, auf der Tribüne bei einem Spiel der Kölner Haie sitze, wo mein Eishockey-Held der 90er als Trainer hinter der Bande steht. Eine ältere Frau spricht mich an und fragt mich, wie das denn sein könne. “Ist es denn zu fassen? Ausgerechnet Uwe Krupp!”, mag ihr da wohl durch den Kopf gegangen sein, der Mutter von Krupp, wie ich später erfuhr.

Im gleichen Jahr, in der Saison zuvor und auch 2018 (mit den EIsbären Berlin) wird er Vizemeister in der DEL. Der Gewinn des Stanley Cups 1996 bleibt daher bis heute der größte Triumph für Krupp. Es ist ein Sommermärchen, das in Deutschland kaum wahrgenommen wird. Damals dachte ich: “Ist es denn zu fassen? Ausgerechnet Uwe Krupp!” Seine Mutter dachte damals wahrscheinlich genau das gleiche. Leider habe ich sie nicht gefragt. Heute gratuliere ich jedenfalls. Alles Gute, Uwe Krupp!

Zinedine Zidane – MJ überholt

Mitarbeiter des Tages, 23. Juni 2019: Zinedine Zidane

Quervergleiche zwischen Epochen verbieten sich im Sport angeblich ja ganz generell, was soll dann erst für interdisziplinäre Analysen gelten? Aber gut, wir dürfen hier alles: Zinedine Zidane und Michael Jordan verbindet noch mehr, als dass die beiden für eine Zeitlang die Besten ihrer Zunft waren – Jordan ein bisserl länger als Zizou, aber das ist jetzt unerheblich.

Denn, liebe Kinder, was ihr Euch jetzt gar nicht so richtig vorstellen könnt: Bevor Michael Jordan und Zinedine Zidane die beiden großartigsten Glatzen im Weltsport geworden sind, hatten die Buben tatsächlich Haare auf dem Kopf. Und beiden ist das im Nachhinein betrachtet nicht gerade überragend gestanden.

Kleine Beobachtung am Rande: als beim letztjährigen Endspiel der French Open zwischen Rafael Nadal und Dominic Thiem für einen kurzen Moment Zinedine Zidane gezeigt wurde, der sich eigentlich auf den unscheinbaren Rängen versteckt hatte, da brach beinahe ungehemmter Applaus aus. Offenbar haben die Franzosen Zidane dessen Abgang im WM Finale 2006 verziehen, selbst 13 Jahre später noch ein Jammer. 1998 hat Zidane die L´Équipe Tricolore zum Finalsieg gegen Brasilien geköpft, acht Jahre später waren die Franzosen auf einem guten Weg, dann hält Buffon diesen herrlichen Kopfball, dann macht Materazzi das einzige, was so ein Volldolm eben macht. Es schmerzt noch immer.

Auch wenn davon auszugehen ist, dass sich der französische Großmeister, der heute seinen 47. Geburtstag feiert, dieser Tage mit anderen Dingen beschäftigt, etwa dem Wiederaufbau von Real Madrid. Nach der aktiven Karriere übrigens hat Zinedine Zidane den Spieß umgedreht: Michael Jordans Karriere als Funktionär schmiert gegen jene des Franzosen als Coach gnadenlos ab.

TV und Stream, 23.06.2019: Halle, IndyCar, BBL

Sky – Zwei Finali von ATP-Tour-500-Turnieren stahen an: Ab 1430 jenes im Londoner Queen´s Club, der gute alte Gilles Simon spielt gegen den noch älteren Feliciano Lopez. In Halle und auf Sky Austria versucht Roger Federer ab 1300 seinen zehnten Titel vor Ort zu holen.

DAZN – Ab 1430 kümmert sich Herbert Gogel um das Damen-Finale in Birmingham, Julia Görges spielt gegen Ashleigh Barty. Um 1530 geht es auf Mallorca um den Titel, Belinda Bencic und Sofia Kenin werden von Oliver Faßnacht begeleitet. Ab 1850 hat Guido Hüsgen die IndyCar-Serie im Blick. Und wer unbedingt schon mal Katar bei der Copa sehen wollte: Ab 2100 kommentiert Freddy Schulz das Match gegen Argentinien.

Das Erste – Ab 2100 gibt Thomas Broich den fantastischen Experten bei der U21-EM zwischen Deutschland und Österreich.

Magentasport – Ab 1745 beginnen die Meisterfeierlichkeiten des FC Bayern Basketball gegen ALBA Berlin. Michael Körner wird die weisen Worte sprechen, nebst den Experten Konrad Wysocki und Alex Vogel.

TV und Stream, 22.06.2019: Federer, Copa, Kerber

Sky – Ab 1300 gibt es die Halbfinali aus Halle, zunächst Mateo Berrettini gegen David Goffin, nicht vor 1530 dann Roger Federer gegen Pierre-Hugues Herbert. Dies kommt auf Sky Austria. Das Turnier im Queen´s Club beginnt auf Sky ab 1400.

DAZN – Tennis auch hier, ab 1230 kommentiert Herbert Gogel die Halbfinali in Birmingham, Julia Görges bestreitet das zweite Match gegen Petra Martic aus Kroatien. Oliver Faßnacht hat dann die beiden Semifinal-Matches auf Mallorca, Angelique Kerber gegen Belinda Bencic nicht vor 1700. Wer die Brasilianer bei der Copa America sehen möchte, der darf um 2100 Marcel Seufert beim Spiel gegen Peru lauschen.

Dirk Nowitzki – Der Dunking Deutschman

Mitarbeiter des Tages, 19. Juni 2019: Dirk Nowotzki

Von Sascha Staat

Was schreiben über jemanden, über den jedes Wort schon verloren wurde? Sicher kein leichtes Unterfangen. Zweifelsohne ist Dirk Nowitzki einer der größten Sportler, den Deutschland je gesehen hat. Gleichzeitig ist er einer der größten Spieler in der Geschichte seiner Sportart. Heute feiert der “Dunking Deutschman” seinen 41. Geburtstag. Vor einigen Wochen ist seine beeindruckende Laufbahn zu Ende gegangen. Glückwunsch, zu beidem.


Um die Eingangsfrage zu beantworten: Vielleicht ein paar Worte aus der eigenen Erinnerung in Verbindung mit dem todsicheren “rookie of the year”? Das war jedenfalls damals meine Hoffnung, als Don Nelson (ein damaliger Trainer) einst Ende der 90er Jahre großspurig ankündigte, dass der “Germinator” bestimmt zum besten Liganeuling gewählt werden würde. Ganz knapp reichte es nicht. Nelson hatte mich angelogen. Was für eine Enttäuschung.

Zurück zu den Wahrheiten: Die Vorfreude auf sein NBA-Debüt war jedenfalls riesig und nach dem Streik meinte es der Spielplan besonders gut, denn der gute Dirk dürfte gegen den damals noch besseren Detlef Schrempf ran. Das Duell der Generation war keines. Nowitzki machte zwei Punkte, per Freiwurf. Dafür war ich extra aufgeblieben, um Himmels Willen, würde es im Desaster enden? Was dann passierte ist bekannt, es lief recht solide.

Alle, die sich im Ansatz für Basketball interessieren wissen, was alles folgte. Etliche Nominierungen für das NBA All-Star Game, Medaillen mit der Nationalmannschaft, MVP-Auszeichnungen bei der EURO Basket, der WM und für die Regular Season der NBA, aber keine Titel. Dazu eine bittere Pleite im Finale 2006 mit den Dallas Mavericks gegen die Miami Heat. Nowitzki hatte zu diesem Zeitpunkt fast alle Höhen und Tiefen erlebt, nur der ganz große Triumph fehlte noch.

Als Fan kann das schon ziemlich hart sein. Während sich überall woanders in der Liga mindestens zwei Superstars fanden, um eine bärenstarke Truppe zum Titel zu führen, war das eigene Idol immer auf sich alleine gestellt. Als es dann soweit war hing ich in Italien fest, bei guten Freunden zu Besuch. Aber wie jetzt das sechste Spiel der Finalserie 2011 schauen? Wie der Zufall so wollte waren schlaue Mobiltelefone damals ein Trend, vor dem auch ich mich nicht verschließen konnte.

Back Camera

Der NBA Daily Pass für wahrscheinlich viel zu teures Geld machte es dann möglich. Dann das wirklich spektakuläre Comeback der Mavs, Dirk rennt in die Kabine, ist Champion, MVP der Finals, hat es allen gezeigt. Bodenständig, fleißig, volksnah. Und jetzt der Beste, mit einem Team aus Veteranen wie Shawn Marion oder Jason Kidd. Grund genug um völlig durchzudrehen und darauf zu hoffen, dass die Legend im Herbst auch wieder das DBB-Trikot trägt.

Die Basketball-EM fand 2011 in Litauen statt. Da könnte man hin, denken ich ein sehr guter Freund und ich. Gesagt, getan. Flug nach Riga, von dort per völlig wildem Shuttle-Bus nach Šiauliai, in der Gruppe sind Topspieler wie Tony Parker oder Milos Teodosic dabei. Und Dirk. Dass der am Ende seiner Kräfte ist spielt da keine Rolle mehr. Hauptsache ich war mal dabei, wie der vielleicht beste deutsche Einzelsportler aller Zeiten auf dem Court stand.

Es war der Höhepunkt, dieser Sommer 2011, für alle Fans von Dirk Nowitzki. Alles, was danach kam, war Zubrot. Die Meilensteine, die Anerkennung und der Respekt. Die Talente, die alle so sein wollten wie er, groß, beweglich, treffsicher. Er hat den Basketballsport mit seiner Spielweise verändert, überall auf der Welt. Der Junge aus Würzburg, Germany. 21 Jahre in der NBA, bei einer Franchise. Einzigartig. Und einzigartig bemerkenswert. Alles Gute, Dirk, zum ersten Geburtstag als Rentner!

TV und Stream, 19.06.2019: BBL, Queen´s Club, Halle

Sky – Regen gestern in London, ab 1300 soll es heute im Londoner Queen´s Club mit dem ATP-Tour-500-Turnier weitergehen. In Halle/Westfalen gibt es ein Dach. Spielstart dort ist 1200. Sky Sport Austria und Eurosport übertragen.

Magentasport – Zweites Finalspiel in der BBL, der FC Bayern Basketball muss zu ALBA. Alexander Frisch kommentiert ab 2015, als Experten sind Pascal Roller und Robin Benzing am Start.

Sport1 – U21-EM in Italen. Ab 1825 gäbe es Spanien gegen Belgien, ab 2055 dann Italien gegen Polen.

Anna Veith – Die Frau, die nicht kaputt geht

Mitarbeiterin des Tages, 18.Juni 2019: Anna Veith

Von Lukas Zahrer

Ihr letzter Weltcup-Sieg liegt bereits knapp zwei Jahre zurück. Als bestes Saisonergebnis aus dem vergangenen Jahr steht ein sechster Platz zu Buche. Dennoch ist Anna Veith in Österreich seit Jahren für Medien die beliebteste Skirennläuferin.

Ihre Erfolge sprechen für sich: Back-to-Back Gesamtweltcupsiegerin in den Saisonen 2013/14 und 2014/15, in denselben Jahren holte sie sich auch die kleine Kristallkugel im Riesenslalom. Bei Großereignissen holte die Siegerin von 15 Weltcup-Rennen neun Medaillen, vier davon erstrahlen in Gold.

Dass in Pyeongchang keine fünfte hinzukam, hat einen Grund: Ester Ledecka. In TV-Interviews sprach sie bereits vom größten Sieg ihrer Karriere, ehe die tschechische Snowboarderin Veith um eine Hundertselsekunde schlug.


Am bisherigen Höhepunkt ihrer Karriere, nach ihrem zweiten Gesamtweltcupsieg, schrieb Veith auch im Sommer 2015 Schlagzeilen. Weil ihr Management mit Mercedes-Benz über ein Individual-Sponsoring verhandelte, der ÖSV allerdings seit Jahren von Audi unterstützt wird, entwickelte sich ein Streit mit dem ÖSV. Präsident Peter Schröcksnadel forderte eine Trennung von ihrem Manager, Veith verlangte ein erweitertes Betreuerteam während der Saison.

Veith drohte an einem Zeitpunkt der Verhandlungen gar mit einem Rücktritt, auch ein Nationenwechsel stand im Raum. Doch nach mehreren Wochen intensiver Diskussionen, die teils auch medial geführt wurden, einigte man sich auf eine weitere Zusammenarbeit.

Seither konnte die heute 30-Jährige nicht mehr an ihre Glanzzeiten anschließen. Drei Tage vor Beginn der Saison 2015/16 zog sie sich in Sölden eine schwere Knieverletzung zu. Kreuz- und Innenband im rechten Knie waren ebenso wie die Patellasehne gerissen – Totalschaden.

14 Monate später kehrte sie in den Weltcup zurück und schaffte Ende Jänner im Super-G von Cortina gar den Sprung aufs Podest. Bei der WM in St. Moritz musste sie allerdings die Saison vorzeitig beenden, eine OP am linken Knie wurde notwendig. Der volle Fokus lag ab diesem Zeitpunkt auf den Olympischen Winterspielen 2018. Mit einem Sieg im Super-G von Val d’Isere machte sie ihre Aspirationen für die Titelkämpfe klar und wurde von der österreichischen Delegation zur Fahnenträgerin ernannt.

Aus heiterem Himmel zog sich Veith im Jänner 2019, wie der erste Monat des Jahres in Österreich heißt, einen weiteren Kreuzbandriss zu. Bei einem Trainingslauf in Pozza di Fassa erwischte Veith einen Schlag und verletzte sich schwer, ohne zu Sturz zu kommen. Nur einen Tag zuvor erlitt ÖSV-Technikerin Stephanie Brunner an selbiger Stelle die gleiche Verletzung.

Abseits der Skipisten setzt sich Veith für die Erhaltung der Geparden-Population ein. Deshalb ziert ihr Helm nicht nur das Logo ihres Kopfsponsors, sondern auch ein Gepardfell, um Aufmerksamkeit für die Bedrohung des Aussterbens von Geparden zu schaffen.

Die seit 2016 mit dem ehemaligen Snowboarder Manuel verheiratete Veith ist zudem als Unternehmerin tätig. In Schladming betreiben die beiden ein Weinbistro, das auf regionale Produkte setzt. Mit dem selbsternannten Boutique-Hotel ARX und dem integrierten Ski-Fachgeschäft Veith Sport hat die gebürtige Halleinerin zwei weitere Standbeine für die Karriere danach geschaffen.

 

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was du denkst bist du, was du bist strahlst du aus, was du ausstrahlst ziehst du an. ich denke an mein drittes comback. #imherzenzart

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Doch noch will Veith davon nichts wissen. “Ich war anfangs schon einige Zeit ziemlich hin- und hergerissen, wollte zunächst Abstand vom Skisport gewinnen“, sagte sie vor wenigen Tagen bei einem Medientermin in Wien zu ihrer dritten Knie-Operation.

Das Feuer sei allerdings wieder entbrannt. “Ich habe gemerkt, dass mir der Sport sehr wichtig ist und ich als Person durch und durch Sportlerin bin. Deshalb möchte ich noch ein Comeback starten.” Mit dem Ziel der Rückkehr an die Spitze, wie sie selbst betont. Im Idealfall beginnend mit dem Saison-Auftakt in Sölden.

TV und Stream, 18.06.2019: Federer, England, Frankreich

Sky – Ab 1200 geht es auf Sky Austria mit dem Turnier in Halle weiter, Sky bringt ab 1300 die Ballwechsel aus dem Londoner Queen´s Club.

Eurosport – Auch hier könnte man das ATP-Turnier in Halle mitverfolgen.

Sport 1 – Zweimal U21-EM: ab 1825 Kroatien gegen Rumänien, ab 2055 England gegen Frankreich.

DAZN – Damen WM hätten wir auch noch: Ab 2100 Brasilien gegen Italien mit Nico Seepe.

TV und Stream, 17.06.2019: Halle, Damen WM

Sky – Ab 1200 berichtet Sky Austria aus Halle/Westfalen, Philipp Kohschreiber gibt es zur Mittagszeit, Alexander Zverev spielt nicht vor 1730. Auf Sky Sport gibt es ab 1300 das Turnier im Londoner Queen´s Club.

DAZN – Damen-Fußball ab 1800: Flo Hauser kommentiert des letzte Gruppenspiel der Deutschen gegen Südafrikaner.

Sport1 – Die U21-EM beginnt nun auch für Österreich. Ab 1830 geht es gegen Serbien.

Diese Woche … bei Alba Berlin, KW 24

Von Heiko Eisser

Endlich ist es soweit: Die Finals der BB-Saison 18/19 stehen an. Die Wiederholung der letztjährigen Finalserie war von vielen vorausgesagt worden und für viele keine große Überraschung. Doch mussten beide Teams vorher noch ihre Halbfinalspiele gewinnen. Hatten die Bayern bereits am Vorabend mit einem 95:80 gegen Vechta den Einzug in die letzte Runde fest gemacht, musste Alba Berlin seinerseits noch zum Auswärtsspiel in Oldenburg antreten.

Unerwartet klar und doch hoch verdient

Die Ausgangsposition vor Spiel 3 der Halbfinalserie konnte für das Team von Alba Berlin nicht besser sein. Sie führten bereits vor der Reise nach Oldenburg mit 2:0 in der Serie und konnten sich entspannter auf die Begegnung vorbereiten als die Hausherren. Doch liessen die Mannen von Alba Coach Aito eine entspannte Einstellung gar nicht zu. Bereits nach Spiel 2 in eigener Halle machten die Albatrosse in Interviews deutlich, dass noch gar nichts gewonnen war. Der Einzug ins Final alles andere als sicher.

Diese Einstellung legten sie zu Beginn der Partie in Oldenburg an den Tag und agierten hoch konzentriert vom Tip off an. Eine schnelle 12:4-Führung nach 2:50 Minuten als Zeichen an die Baskets, dass man auch den dritten Vergleich in der Saison 18/19 in Oldenburger Halle für sich entscheiden will.

Die zunächst nervös spielenden Mannen von EWE Coach Mladen Drijencic gingen im Laufe des ersten Viertels konzentrierter ans Werk. Die in Spiel zwei von außen vermissten Treffer fielen in der Anfangsphase nun besser. In seinem 484. BBL-Spiel konnten sich die Oldenburger zu Beginn auf ihr Urgestein Ricky Palding verlassen. Zum Ende des ersten Viertels war die EWE wieder in Reichweite und auf der Anzeigetafel prangte ein 25:28 aus Sicht der Baskets.

Doch diese Konstanz sollte sich auf Seiten der Oldenburger, wie in der vergangenen Partien gegen Alba, nicht stabilisieren. Im Laufe des zweiten Viertels verfehlten sie die Körbe und Alba nutzte hier die Chancen die sich ihnen boten. Besonders wurden wieder unter dem Korb durch Nnoko und Sikma die Reboundquote hoch gehalten. Ein Garant für die bisherigen Siege in den Partien der Halbfinalserie. Oldenbur konnte hier in keiner Partie Alba etwas entgegen setzen.

Das Team von Alba spielt im Laufe der Partie weiterhin sehr souverän und kann die Baskets in eigener Halle immer etwas entgegen setzen. Selbst als Center Nnoko – wieder im sehenswerten Duell mit Oldenburgs Mahalbasic – im Laufe des Viertels bereits mit drei persönlichen Fouls auf die Bank muss, kann Johannes Thiemann unterm Korb die Leistung der Alba Center hoch halten. Verdient geht Alba mit einer 47:43 Führung in die Halbzeit.

Nach dem Seitenwechsel hatten die Oldenburger wieder ihren Offensivdrang gefunden und starteten mit einem 8:0-Lauf in den zweiten Durchgang. Doch recht unbeeindruckt konterte Alba ebenfalls mit einem 8:0-Lauf. Dies schien in dieser Partie wieder der Faktor zu sein: Wenn Oldenburg einen Lauf hatte oder eine besondere Aktion, konnte Alba mit einem entsprechenden Wurf kontern. 70:67 ging es aus Alba Sicht in das letzte Viertel.

Die Oldenburger starteten durch Phillip Schwedthelm mit einem Dreier in den letzten Spielabschnitt und glichen zum 70:70 aus. Doch Alba hatte in Form eines wieder überragend agierenden Payton Siva die passende Antwort. Mit diesen Aktionen schienen die Oldenburger schier zu verzweifeln und verloren mit dem fünften Foul von Mahalbasic nicht nur einen entscheidenen Faktor auf dem Parkett. Alba hielt die Schlagzahl zum Ende der Partie hoch und fuhr ist dem 100:89 den insgesamt 21. Sieg mit mehr als 100 Punkten in dieser Saison ein.

Wiedersehen macht Freude

Am Sonntag startet nun die Finalserie gegen den FC Bayern München und somit eine Wiederholung des letztjährigen Finales. Diese hatte damals den besseren Ausgang für die Münchner, die diese Serie mit 3:2 für sich entscheiden konnten.

Eine Wiederholung der Finalserie fand zuletzt in der Saison 2003/2004 und 2004/2005 statt. Hier standen sich die Frankfurt Skyliners und die Bamberger gegenüber. Beide Mannschaften konnte jeweils eine Meisterschaft erringen: Frankfurt 2004 und Bamberg 2005.

Solche ein Happy-End der Niederlagen-Serie in Finalspielen dürften sich Alba Berlin und deren Fans mehr als wünschen. Nach Niederlagen im BBL-Pokal gegen Bamberg und im Eurocup gegen Valencia will das Team um Kapitän Nils Giffey die Chance nutzen und die Meisterschaft nach 2008 endlich wieder an die Spree holen.

Die Serie startet in München, die als Hauptrunden Erster das Heimrecht erspielt haben. Das Alba in München bestehen kann haben sie nicht nur in der Finalserie im letzten Jahr bewiesen. Sie gewann in Spiel eins in. München 106:95.
In dieser Saison gewann Alba das Halbfinale im BBL-Pokal in München. Doch hatten die Bayern vor dieser Partie eine schwere Euroleague Woche mit Partien u.a. gegen Real Madrid.

In den Partien in der BBL-Saison konnten die Münchner beide Spiele für sich entscheiden. Nach dem knappen 83:81 in eigener Halle, besiegten die Bayern Alba am 30. Spieltag mit 85:75 in Berlin. Hier war Alba jedoch nach vier Spielen n zehn Tagen nicht frisch und erholt in die Partie gegangen.

Nach einer spielfreien Woche für beide Mannschaften, dürften die Karten neu gemischt sein. Bei Alba Berlin sind bis auf den langzeitverletzten Stefan Peno alle Leistungsträger an Bord.

Beide Teams sind auf den Positionen 1-5 und mit Spielern von der Bank kommend hervorragend besetzt. Lediglich auf der Point Guard Position haben die Bayern mit Stefan Jovic einen größentechnischen Vorteil gegenüber den etwas kleineren Berliner Guards Payton Siva oder Derrick Williems Jr. Um diesen Größennachteil auszugleichen könnte hierbei wieder Nachwuchsspieler Jonas Mattisseck zum Zuge kommen. Dieser hatte beim Sieg im Halbfinale des BBL-Pokals eine entscheidende Rolle gespielt und zum Sieg gegen die Bayern selbst 15 Punkte beigesteuert.

Unterm Korb dürfte es zwischen Bayerns Danilo Barthel und Albas Landry Nnoko zu einem ebenso interessanten Vergleich kommen. Hatte Nnoko im Halbfinale mit Oldenburgs Mahalbasic einen mehr als würdigen Gegner, wird im Finale der Albatros noch eine Schippe drauf legen müssen. Der deutsche Nationalspieler in Diensten der Bayern hat eine überragende Saison gespielt und dürfte mit dieser Leistung für NBA- und Euroleauge Teams mehr als interessant geworden sein.

Eine entscheidende Rolle dürfe auch den Bankspieler beider Mannschaften zukommen. Durch die Aufstellung als Euroleauge Team haben die Bayern hier vor der Saison tief in die Tasche gegriffen um den Einzug ins Top16 zu schaffen. Das dies nur knapp verpasst wurde, lässt den Kader der Bayern nicht weniger imposant erscheinen.

Mit Derrick Williams kommt ein Spieler als „Ergänzung“ aufs Parkett, der im NBA-Draft 2011 an zweiter Position gepickt wurde. Im Laufe seiner bisherigen Karriere machte er bis 2017 Stationen u.a bei den Dalles Mavericks, New York Nicks und Cleveland Cavaliers. Ein Spieler also, der Alba schweres Kopfzerbrechen bereiten kann.

Doch konnte Alba in dieser Saison immer wieder bei großen Spielen überzeugen und ihre Chancen nutzen. Obwohl fast alle Playoffspiele in dieser Saison mit einem Sweep beendet wurden – Ausnahme der Sieg von Rasta Vechta gegen Bamberg mit 3:1 – besteht die Hoffnung, dass diese Serie ähnlich spannend wird wie die Finals im letzten Jahr.

Das Team bleibt bestehen – fast

Mit dem Einzug ins Finale scheint die Teilnahme von Alba Berlin in der Euroleauge in der kommenden Saison sicher zu sein. Dies konnten die Albatrosse und deren Verantwortlichen umgehend nutzen und verlängerten den auslaufenden Vertrag mit Eurocup-MVP Luke Sikma um (im Basketball unüblich) vier (!) Jahre.

Luke Sikma ist vom Team und dem Umfeld überzeugt, so dass der 29-jährige der Alba-Familie die Treue hält. Viele Beobachter des Basketballs in Deutschland nehmen dies ebenfalls als Zeichen, dass sich Coach Aito auch weiterhin der Alba Mannschaft verschreiben hat.

Doch nicht alle werden bleiben. Mit Assistent Thomas Päch verlieren die Albatrosse einen hervorragenden Mann aus dem Trainerteam von Coach Aito. Päch wird in der kommenden Saison als Headcoach die Telekom Baskets Bonn anführen. Seine Führungsqualitäten hat Päch bereits zum Ende der Saison 2016/2017 bewiesen, als der damalige Coach Ahmet Çakı entlassen wurde. Viele Teams hatten sich um den allseits beliebten Thomas Päche bemüht und wird in Bonn Chris O’Shea ersetzen, der als Interimstrainer die zweite Saisonhälfte der Bonner absolvierte.