Diese Woche … auf der PGA-Tour, KW 21

Stille Wasser sind Sieg

Von Daniel Hofmann

Das zweite Major des Jahres stand am Wochenende auf dem Black Course in Farmigdale, New York, auf dem Programm. Am Samstagabend hatten schon viele die Gewissheit, dass sie den diesjährigen Sieger kennen. Doch Titelverteidiger Brooks Koepka zeigte am Sonntag einen kleinen Leistungsabfall und musste bis zum Ende um den Sieg zittern.

Die harten Fakten

Ausschlaggebend war dafür auch eine gute Leistung von Dustin Johnson, der auf dem Par70-Kurs eine 69 spielte und durch die 74 von Brooks Koepka am Ende auf zwei Schläge herankam. Geteilte Dritte wurden Jordan Spieth, Patrick Cantlay und Matt Wallace, die mit einem Gesamtergebnis von -2 wiederum vier Schläge Rückstand auf Johnson hatten.

 

Darüber war zu reden

Brooks Koepka spielte von Beginn des Turnieres an herausragendes Golf und führte bereits an Tag 1 nach einer Runde mit 63 Schlägen das Leaderboard an. Nach Tag Drei hatte Koepka sieben Schläge Vorsprung und sah bereits wie der sichere Sieger aus. Doch das Wetter hatte seinen Anteil daran, dass es am Sonntag nochmal spannend werden konnte. Die Spieler hatten auf der Schlussrunde mit extremen Windböen zu kämpfen, sodass viele Spieler mit einem hohen Ergebnis das Turnier beenden mussten. Koepka spielte auf den ersten Neun solide, doch vier Bogeys in Folge ab der 11 räumten Dustin Johnson dann plötzlich noch Siegchancen ein. Koepka konnte sich jedoch, trotz weiterem Bogey auf der 17, ins Ziel retten und seinen vierten Major-Titel feiern.

Man hat häufig den Eindruck, dass die Golffans Brooks Koepka nicht so sehr auf dem Zettel haben, wenn es um die Favoriten für die großen Turniere geht. Dabei ist Koepka in den letzten Jahren der herausragende Spieler, wenn man die Majors seperat betrachtet. Bei den letzten neun Majors hat Koepka, mit seinen beiden Siegen bei den USA Open und der PGA Championship, vier Titel gewinnen können. Es gibt nur drei Spieler, die vor dem 30. Geburtstag mehr Major-Titel vorweisen können. Es ist sicherlich übertrieben von einer “Koepka-Ära” zu sprechen bzw. davon auszugehen, dass weiterhin zwei Major-Titel pro Jahr hinzu kommen, doch ist kein anderer Spieler momentan so dominant in der Art und Weise seines Spiels.

Koepka ist ein sehr ruhiger Vertreter im Golfzirkus. Die Zeiten, in denen er sich öffentlich nicht äußert, sind defintiv vorbei. Koepka teilt sich mittlerweile mit, er hat eine Wandlung vorgenommen. Auch durch die Titel und das steigende Medieninteresse um seine Person bedingt. Doch Koepka wird nie der Rockstar seiner Sportart werden. Er wird der zurückhaltende Mensch bleiben, der still und leise an sich arbeitet. Und so wird es vielleicht auch nach diesem Titel wieder passieren, dass ihn einzelne Personen schlicht und einfach vergessen, wenn es um die Favoriten der nächsten Monate geht.

 

Unsere perönlichen Favoriten

Rory McIlroy (+1) belegte am Ende den geteilten achten Platz. Francesco Molinari und Tommy Fleetwood teilten an diesem Wochenende mal wieder etwas, nämlich die +8 und den Platz 48. Phil Mickelson wurde geteilter 71. Tiger Woods, Martin Kaymer und Bubba Watson verpassten den Cut.

 

Das steht an

Der Tourbetrieb normalisiert sich in dieser Woche wieder. Die Spieler der PGA-Tour treffen sich zur Charles Schwab Challenge im Colonial Country Club in Fort Worth, Texas. Justin Rose, Francesco Molinari, Martin Kaymer und Jon Rahm gehören zu den bekannteren Namen im Starterfeld.

Die European Tour spielt im Himmerland Golf & Spa Resort im dänischen Farso. Bei der “Made in Denmark” werden aus deutschsprachiger Sicht Bernd Wiesberger, Maximilian Kieffer, Bernd Ritthammer Max Schmitt und Joel Girbach um Punkte für das Race to Dubai mitspielen.

 

Die Charles Schwab Challenge live bei Sky

Donnerstag, 23.05., 22:00 Uhr – 01:00 Uhr, Sky Sport 2 HD

Freitag, 24.05., 22:00 Uhr – 01:00 Uhr, Sky Sport 1 HD

Samstag, 25.05., 21:00 Uhr – 00:00 Uhr, Sky Sport 2 HD

Sonntag, 26.05., 21:00 Uhr – 00:00 Uhr, Sky Sport 1 HD

 

Die Made in Denmark live bei Sky

Donnerstag, 23.05., 15:30 Uhr – 18:30 Uhr, Sky Sport 2 HD

Freitag, 24.05., 15:30 Uhr – 18:30 Uhr, Sky Sport 1 HD

Samstag, 25.05., 14:00 Uhr – 17:00 Uhr, Sky Sport 3 HD

Sonntag, 26.05., 14:00 Uhr – 17:00 Uhr, Sky Sport 5 HD

Dies Woche … bei ALBA Berlin, KW 20

Von Heiko Eisser

Als Fan vermittelt die Mannschaft in den letzten Wochen, dass es bei Alba Berlin meistens reicht, wenn sie eine Schalter umlegen um ein Spiel dann in einem kleinen Schlusssprint noch an Land zu ziehen. Diesen Schalter betätigte das Team um Kapitän Nils Giffey in der vergangenen Woche zweimal. Und doch geht man als Fan mit gemischten Gefühlen in die Postseason – nicht das der Schalter in einem wichtigen Moment klemmt.

Endspurt der regulären Saison

Mit dem Nachholspiel gegen die Telekom Baskets Bonn startete Alba in die letzte Woche der regulären Saison 2018/19. Die Bonner – in aussichtsreicher Position zu einem der Playoffplätze – starteten abgeklärt in die Partie. Center Charles Jackson und Shooting Guard Olivier Hanlan sorgten im ersten Viertel für die sicheren Punkte auf Bonner Seite. Alba leistete sich viele Ballverluste, die zunächst den Spielfluss der Hauptstädter ins stocke brachte. Doch besann sich Alba zum Ende des Viertels auf ihre Fähigkeiten und einer besseren Defensive. Der Ausgleich zum 24:24 fiel kurz vor Viertelende.

Die hohe Bereitschaft zum Abschluss brachte den Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof ein Punktefestival, was bei der Betrachtung des eigentlich Spielgeschehens eher verwunderlich war. Die Konzentration lies bei beiden Mannschaften nach, so dass es trotz der Punktausbeute beider Teams, kein ansehnliches Spiel war.

Im dritten Viertel nahmen sich die Baskets eine gedankliche Auszeit und liessen Alba mit einem 7:0-Lauf ein kleines Polster aufbauen. Nicht hilfreich dürfte ebenfalls der kleine Disput zwischen Bonns Coach Chris OShea und dem Schiedsrichtergespann gewesen sein. Über die gesamt Länge der zweiten Hälfte kritisierte Bonns Coach die Entscheidungen der Referees und unterbrach damit auch den Spielfluss seines Teams.
Im letzten Viertel konnten sich die Spieler noch ihre Statistiken aufbessern. So waren nach dem 110-98 Sieg von Alba zehn Spieler der Albatrosse und fünf Bonner mit mehr als zehn Punkten in der Statistik vertreten.

Bereits zwei Tage später gaben die im Abstiegskampf befindlichen Eisbären aus Bremerhaven ihre Visitenkarte in Berlin ab. Waren die Eisbären zu Beginn der Partie noch sehr nervös und lagen nach 3:21 Minuten bereits mit 15:6 hinten, agierten die Mannen von Trainer Michael Mai nach der folgenden Auszeit konzentrierter. Besonders jenseits der Dreier-Linie warfen Sie in dieser Phase traumwandlerisch sicher und beendeten das Viertel mit 71% in dieser Kategorie.
Alba verlor nach der Auszeit Bremerhavens ihren Spielfluss und ging unkonzentrierter an die letzte Aufgabe der regulären Saison in heimischer Halle. Ebenfalls nehmen die Albatrosse mehr und mehr schwierige Würfe, die nicht ihr Ziel fanden. Bremerhaven schien in dieser Phase den Sieg mehr zu wollen. Zur Halbzeit stand es 59:57 für die Gäste aus Niedersachsen.

In der zweiten Hälfte sahen die 8444 Zuschauer eine weiterhin enge und willensgeprägte Partie beider Teams. Albas Center Landry Nnoko hält immer wieder Rebounds fest und Alba im Spiel. Auch merkte man der Partie an, dass die ordnende Hand Luke Sikmas fehlte der nach 60 (!) Spiele für Alba in dieser Saison für die kommenden Aufgaben geschont wurde.
Im letzten Viertel ging Bremerhaven weiterhin sehr konzentriert an diese schwere Auswärtsaufgabe. Für Alba wurde ein Sieg ungleich schwerer, da im Laufe des Viertels Rokas Gidraitis und Landry Nnoko mit jeweils fünf Fouls nicht mehr wirken dürften.

Coach Aito ist ein Trainer, der nur selten eine Auszeit nimmt. Als die Eisbären allerdings in dieser Phase mit 87:80 führten, holte er sein Team zu sich und gab die entscheidenen Impulse für die Schlussphase. Alba agierte danach konzentrierter in der Abwehr und kann 1:40 Minuten vor Ende zum 92:92 durch Nils Giffey ausgleichen. Bremerhaven hielt weiterhin dagegen. Nicht wie ein Abstiegskandidat, eher wie ein gleichberechtigter Gegner.

18 Sekunden vor Ende regulären Spielzeit machte Albas erfolgreichster Werfer an diesem Tag, Martin Hermansson, drei seiner insgesamt 23 Punkte und schickte beide Teams in die Overtime. In den zusätzlichen fünf Minuten ist Albas Point Guard Derrick Walton Jr der bestimmende Akteur im Angriffsspiel der Albatrosse. Mit guter Übersicht und hervorragenden Entscheidungen fährt er mit seinen Teamkameraden einen schwer erarbeiten 107:104-Sieg von Alba ein.

Während die Anhänger Albas wohl dank dieser Partie und dem Herzschlagfinale nun die richtige Ausgangsposition für die anstehenden Playoffs haben, hat Bremerhaven hier einen Sieg aus der Hand gegeben der im Nachhinein noch mehr schmerzen dürfte.

Zum Abschluss der Hauptrunde ging es für Alba dann nach Ludwigsburg. Nach der Niederlage Ludwigsburgs bei der BG Göttingen am voran gegangenen Spieltag, waren die Playoffs für die Schwaben nicht mehr zu erreichen. Doch wollten sie im letzten Spiel der Saison ihren Fans noch einen Sieg schenken und führten schnell mit 10:4 gegen Alba.

Der zurückgekehrte Luke Sikma schien die Auszeit gegen Bremerhaven gut getan zu haben. In diesem Abschnitt der Begegnung nahm dieser wieder die Angriffe Albas in seine Hand und schnell übernahm Alba die Führung. Besonders das schnelle Umschaltspiel von Abwehr auf Angriff bescherten den Hauptstädtern schnelle Punkte und dürften MHP-Coach John Patrick nicht gefallen haben. Alba führte zum Ende des Viertels 23:31.

Ludwigsburg stellte nun die Verteidigung um und attackierte früh Alba im Angriff. Diese Umstellung hinderte nun Alba das gewohnte schnelle offensive Spiel weiter fortzuführen. Die Riesen sammelten in dieser Phase entscheidende Punkte und verkürzte den Rückstand zur Pause auf 38:41.

Beim Spiel um die goldenen Ananas, wie Albas CEO Marco Baldi im Halbzeitinterview diese Partie bezeichnete, ging Ludwigsburg weiterhin den eingeschlagenen Weg: Konzentriert im Abwehrverhalten und im Angriff aufmerksam nach passenden Gelegenheiten.

Alba versuchte in der zweiten Hälfte erneut ihr Glück aus der Distanz, doch fielen die Würfe nicht. Ludwigsburg kann in dieser Phase die Führung sehr zur Freude Ihrer Anhänger erstmals in dieser Partie übernehmen und baut die Führung auf insgesamt zwölf Punkte aus.

Doch dann findet Alba den notwendigen Schalter, legt diesen in Offen- und Defensive um und kann 4.9 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit den Ausgleich holen.
Eine besondere Endphase dürfte diese Partie für Landry Nnoko darstellen. Der Center Albas erhält nach dem Ausgleich zwei Freiwürfe, doch verfehlt beide. Beim darauf folgenden Angriff Ludwigsburg foult der Shouting Guard der MHP-Riesen Karim Jallow den Center Albas und schickt ihn mit Ablauf der regulären Spielzeit erneut an die Freiwurflinie. Den ersten Wurf setzt Nnoko daneben um mit seinem letzten Wurf den Sieg Albas einzutüten, eine zweite Overtime-Partie zu vermeiden und Ludwigsburg in die spielfreie Zeit zu schicken.

#PlayoffsBaby

Nun ist endlich diese Zeit im Jahr, die jeder Basketball-Fan entgegen sehnt. Alba hat zwar in dieser Saison aufgrund des Eurocups entsprechende Do-or-die-Spiele erlebt, doch im Ligaalltag ist dies die Essenz einer jeden Saison. Wer nicht weiss warum Playoffs so großartig sind, sollte sich den entscheidenen Wurf in Spiel 7 der Bucks gegen die Nuggets in der ersten NBA-Playoffrunde in diesem Jahr ansehen.

Nun kommt es zum Duell mit ratiohpharm Ulm das Team in der Arena am Ostbahnhof, welches in der Rückrunde wohl die interessantes Wende aller BBL-Clubs hingelegt hat. Das Team von Coach Thorsten Leibenath startete sehr ungünstige mit vier Niederlagen in die Saison. Das gewohnt gute Auftreten in der Defensive wurde jedoch immer wieder durch schlechte Defensivarbeit zunichte gemacht und man verlor wichtige Partien gegen schlechter platzierte Teams. Mitte Februar steht Ulm mit einer Bilanz von 10 Siegen und neun Niederlagen im Niemandsland der Tabelle und droht die Saison ohne Playoff Teilnahme zu beenden.

Für das Team um Ulm-Urgestein Per Günther, der während der laufenden Saison sein 400. Spiel für die Orangenen macht, ein nicht tragbarer Zustand. Nach Niederlagen gegen Gießen und Jena wird bei einer Teamsitzung gemeinsam das Ziel formuliert, die Playoffs zu erreichen. Mit Vladimir Bogojevic kommt für die Centerposition ein Mann, der schon in Berlin seine phasenweise gute Arbeit unterm Korb beweisen und sogar seine Leistungen in Ulm noch ausbauen kann. Die Verteidigung wird Spiel um Spiel verbessert und in der Offensive können RaShad James und Max Ugrai die Dreier-Quote hoch halten. Der aus Berlin gekommene Ismet Akpinar und Patrick Miller verstehen das Spiel aus dem Halbfeld zu koordinieren. Der Einzug in die Playoffs wird am 32.Spieltag gegen Bayreuth fest gemacht.

„Bei jeder Mannschaft kommt eine schwächere Phase in der Saison“, gab Alba-Manager Marco beim Radio Eins-Interview zu bedenken. „Für Ulm kam diese in der Anfangsphase der Saison“. Das Ulm während der Saison viele Verletzte zu beklagen hatte, half dem jungen Team ebenfalls wenig. Zumal sich zum Playoff Start nun RaShad James und Max Ugrai verletzt haben und für beide die Saison beendet ist. Doch wird Thorsten Leibenath mit seinen Jungs dafür sorgen wollen, dass es zur ersten Überraschung der Post-Season kommen soll.

Das Alba Berlin diese Überraschung verhindern möchte, versteht sich von selbst. Nach insgesamt 62 Pflichtspielen in dieser Saison, warten nun die entscheidenden Begegnungen im Ligaalltag.
Besonders freuen dürfte die Verantwortlichen, dass bis auf den Langzeitverletzten Stefan Peno der komplette Kader zu Verfügung steht. Eine Seltenheit in dieser langen und intensiven Saison.

Aufgrund der ansteigenden Leistungskurve der Ulmer Spatzen sollten die Albatrosse gewarnt sein, von Beginn an ihre alten Tugenden in der Defensive wieder zu beherzigen.

Unterm Korb dürfte Landry Nnoko aufgrund der letzten Begegnungen wieder gestärkt in die Partie am Samstag um 18 Uhr gehen. Für Coach Aito besteht allerdings die Qual der Wahl, wen er als Piont Guard in die Starting Five steckt. Payton Siva, Derrick Williams Jr. und Martin Hermannsson agierten in der letzten Wochen so stark, dass hier jeder zurecht von Berginn an auf dem Parkett stehen würde.

Das mit Luke Sikma wieder zu rechnen ist, kann nach der Partie in Ludwigsburg ebenfalls niemand bestreiten. Bei Rokas Gidraitis ist hingegen zu hoffen, dass ihm die längere Pause zwischen dem Spiel in Ludwigsburg und dem Auftakt der Playoffs gegen Ulm gut getan hat. Seine Formkurve zeigte etwas nach unten und seine sonst so sicheren Dreier fanden nur selten den Weg in die Reuse des Gegners.

Trotz der vielen Spiele geht Alba vollfokussiert in den Playoff-Auftakt gegen Ulm. Die Halle am Ostbahnhof und deren Fans sind spätestens nach dem Overtime-Sieg gegen die Eisbären Bremerhaven auf besondere Momente eingestellt. Der Höhepunkt der Saison kann nun kommen. Die Vorfreude ist da. Es sind #PlayoffsBaby!

Diese Woche … bei Rot-Weiß Köln, KW 20

Von Markus Lehnen

Saisonfazit 1.Damen Rot-Weiss Köln

Mit einem 1:1 (1:0) bei den als Absteigerinnen feststehenden Damen vom Bremer HC, ging die Saison 2018/19 für die RWK Mädels am Sonntag zu Ende. In einer, laut Beteiligten, nicht mal hart geführten Partie hagelte es 12 Grüne Karten, sowohl 2,4 wie 10 Minuten Strafzeiten. Laut meinen Quellen lag der Grund hierfür aber vor allem daran, dass die Schiedsrichter das Spiel zu keinem Zeitpunkt unter Kontrolle hatten. Kurz vor Ende konnte Rot-Weiss einen frühen Rückstand immerhin noch, trotz 4 Spielerinnen Unterzahl, ausgleichen.

Zufrieden stellt dieser Saisonsaisonabschluss aber sicher niemanden bei den Kölnerinnen. Erst Recht nicht, weil man mit 2 Unentschieden für 2 von 5 Punkten des abgeschlagenen Absteigers aus Bremen beitrug.
Immerhin bleibt Rot-Weiss in der Endabrechnung mit dem 5. Platz auf dem ersten Platz hinter den Final 4 Plätzen. Mehr Besorgnis als die Platzierung macht allerdings der Rückstand von satten 18 Punkten auf den letzten Playoffplatz.
Die Mannschaft war mit namhaften Abgängen, wie Hannah Gablac (zum Club an der Alster), und vielen sehr jungen Spielerinnen in eine ungewisse Saison gestartet. Alleine 8 von 24 Spielerinnen waren zu Saisonbeginn 21 Jahre oder jünger. Während der Saison kamen weitere Youngster dazu. Die Torschützin beim 5:2 gegen den TSV Mannheim, Amelie Fricke, ist z.B. gerade mal 17 Jahre alt.

Dennoch starteten die RWK Mädels mit 4 Siegen aus den ersten 4 Spielen sehr gut. Die ersten Punkte verlor Rot-Weiss erst am 5. Spieltag bei einem 1:3 in Düsseldorf. Danach folgte allerdings eine Serie von 9 Spielen ohne Sieg und die Saison begann sich ins Negative zu verkehren.  Dabei sah man gegen die Topteams vom Club an der Alster und dem Mannheimer HC noch durchaus gut aus, schaffte aber auch hier, bei zwei 1:1 Heimspielen, keinen Sieg. Noch bitterer waren allerdings die enttäuschenden 1:1 Unentschieden gegen die klaren Außenseiterinnen vom Münchner SC und vor allem dem Bremer HC.

Zwar gewann man das letzte Feldspiel in 2018 immerhin noch mit 2:1 bei den Zehlendorfer Wespen in Berlin, doch das Final 4 konnte bereits mit Ende der Hinrunde, bei einem Rückstand von 9 Punkten auf Platz 4, mehr oder weniger abgeschrieben werden.

Nachdem man in der Halle die Playoffs verpasst hatte, wollte man in der Liga nochmal zeigen was man konnte. Doch nach einer Auftaktpleite beim Club an der Alster in Hamburg folgte ein verheerendes Wochenende mit zwei enttäuschenden Heimpleiten gegen den UHC Hamburg und den Harvesterhuder THC. Erst auf der Zielgeraden der Saison, nach einem bereits unglücklichen 1:2 in Mannheim, fing sich das  junge Team und gewann von den letzten 4 Spielen immerhin noch 3.

Aus Kölner Sicht steht zu hoffen, dass die jungen Spielerinnen die Spielpraxis dieser Saison genutzt haben und im nächsten Jahr einen Schritt nach vorne machen. Vielleicht kann dazu der ein oder andere Neuzugang das Team mit einem Block erfahrener Spielerinnen, wie Julia Busch, Rebecca Grote und Julia Sommer , wieder unter die besten 4 deutschen Teams bringen.

Nötig wird hierzu ein besseres Abschneiden gegen die Topteams sein, denn mit 2 von möglichen 24 Punkten blieb man gerade gegen die Final 4 Teams zu oft im Hintertreffen. Mut macht allerdings, dass keines dieser Spiele deutlicher als 0:3 endete und die Kölnerinnen oft Chancen auf Unentschieden oder sogar Siege gegen die Topteams hatten, diese Möglichkeiten aber leider ungenutzt ließen.
Als interessierter Zuschauer hat es mir, trotz einer für die  Rot-Weiss Mädels enttäuschenden Spielzeit, sehr viel Spaß gemacht die Saison der Domstädterinnen  zu verfolgen. Hoffen wir alle auf eine erfolgreichere Saison 2019/20!

Rot-Weiß Köln

 

Final 4 in Krefeld


Am Wochenende ist es dann so weit, in Krefeld steigt mit dem Final 4 um die deutsche Meisterschaft das Highlight des deutschen Hockeyjahres.
Erfreulicherweise haben sich die Herren von Rot-Weiss als 2. souverän für das Saisonendturnier qualifiziert. Am Sonntag gelang, quasi zum einspielen, nochmal ein 6:1 beim Absteiger aus Düsseldorf.

Für das Turnier wurde auf der Gerd Wellen Hockeyanlage im Krefelder Norden eigens eine 4680 Zuschauer fassende Stahlrohrtribüne errichtet. Leinwand, Hospitality (ein sogenanntes Hockeydorf), Gastronomiestände sowie jede Menge Technik für die Übertragung wurden ebenfalls installiert. Wer sich weitergehend informieren möchte, z.B. über die Ticketverfügbarkeit, Anreise, Zeitplan oder Ticketpreise, kann dies unter https://feldhockey-dm.de/ tun. 

Der Ablauf sieht vor, dass am Samstag zunächst ab 11 Uhr die beiden Halbfinalspiele der Damen gespielt werden. Der Tabellenerste vom UHC trifft zum Auftakt im rein Hamburger Duell auf den Club an der Alster. Obwohl der UHC in der regulären Saison am Ende den Spitzenplatz für sich beanspruchen konnte, sind die Damen vom Club an der Alster auf keinen Fall zu unterschätzen. Mit einem Torverhältnis von 94:17 haben die CadA Mädels eine um satte 33 Tore positivere Bilanz als der Lokalrivale. Sie stellen sowohl die beste Abwehr, als auch den besten Angriff der Liga. Allerding muss man sagen, dass dies vor allem an häufigen Kantersiegen gegen schwächere Team liegt. Gegen den UHC ist die Bilanz diese Saison, mit je einem Sieg, ausgeglichen.

Um 13 Uhr trifft der 2. der Tabelle vom Mannheimer HC auf die aktuellen deutschen Hallenmeisterinnen vom Düsseldorfer HC, die die Saison als 3. abschließen konnten.  Hier hat der MHC mit einem um 26 Toren und 5 Punkten besseren Bilanz vermeintlich die Nase vorn. Die Ergebnisse gegeneinander, von 1:0 für Düsseldorf und 1:1 in Mannheim, sprechen aber für ein 50:50 Spiel im 2. Halbfinale.

Bei den Herren trifft um 15:30 Uhr zunächst der Sieger der Hauptrunde von Uhlenhorst Mülheim auf die, am letzten Spieltag noch auf Platz 4 abgerutschten Herren, vom UHC Hamburg. Hier muss Mülheim als klarer Favorit gelten, da der amtierende deutsche Meister während der Saison nicht nur die beste Offensive und die zweitbeste Defensive stellte, sondern zudem beide Spiele gegen UHC, mit 5:1 daheim und 2:1 in Hamburg, gewann. Besonders beeindruckend ist die Serie von zuletzt 10 Siegen und 18 ungeschlagenen Ligaspielen. Nur zu Saisonbeginn stotterte der Motor der Grün- Weißen, als man von den ersten 4 Spielen 3 verlor.

Im letzten Halbfinale des Tages treffen ab 18 Uhr, also auch sehr gut nach dem Fußball Bundesligafinale zu verfolgen, die Rot-Weissen Kölner auf den Mannheimer HC. Der Vize EHL Champion aus meiner Wahlheimat kann hierbei, auch subjektiv, als ganz leichter Favorit gelten. Vorsicht ist aber, trotz 7 mehr errungenen Punkten in der regulären Saison, geboten. Beide direkten Aufeinandertreffen waren nämlich, mit 1:1 und einem knappen 4:3 Sieg Kölns in Mannheim, sehr ausgeglichen. Hinzu kommt, dass sich Mannheim die um 5 Tore bessere Tordifferenz erspielte, was vor allem an der starken, nämlich mit 31 Gegentoren ligaweit deutlich besten, Defensive lag. Es ist deswegen gut möglich, dass es auf die Strafecken ankommt. Bei dieser Disziplin haben sowohl die Kölner mit Tom Grambusch, als auch die Mannheimer mit dem argentinischen Olympiasieger von 2016, Gonzalo Peillat, echte Spezialisten im Team.

Als Kölner bin ich natürlich etwas parteiisch und hoffe, dass die RWK Jungs von Trainer Andre Hennig die Oberhand behalten und ins Finale am Sonntag einziehen, wo ich dann meinen heimischen Hockeyclub live Ort verfolgen könnte.

 

 

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Noch 0️⃣4️⃣ Tage bis zur @feldhockey_dm_2019_krefeld mit unseren @1._herren_rwkoeln Ticket-Link in Bio 📸 @sports_gallery_net

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Die Finalspiele finden am Sonntag um 12 Uhr bei den Damen, sowie um 15 Uhr bei den Herren statt. Spiele um die goldene Ananas, auch bekannt als Spiel um Platz 3, gibt es zum Glück nicht.
Wer es nicht auf die Anlage schafft, kann alle Spiele live und relive im Internet unter http://television-sport.de/event/final-four-feldhockey-2019/ verfolgen. Leider gibt selbst Sport 1 dem Hockey in diesem Jahr  keine TV Platform. Es  steht zu hoffen, dass zumindest Sportschau (ARD), Sportreportage (ZDF) oder immerhin die Regionalsportsendungen der Dritten ARD Sender (z.B. NDR Sportclub) Ausschnitte vom Final 4 zeigen. Leider zeigt sich hier wieder einmal deutlich, wie stiefmütterlich die deutschen Medien den Hockeysport, außerhalb von olympischen Spielen, behandeln.

Die große Tipperei

Glücklicherweise konnte ich die RWK Mittelfeldspielerin und deutsche Hockeymeisterin von 2014, Julia Busch, ebenso für ein kleines Tippspiel gewinnen wie den Producer.
Die Regeln hierbei: Richtiges  Ergebnis bringt 4 Punkte, Tendenz und Unentschieden (außer dem getippten) 2 Punkte, richtiger Sieger 1 Punkt. Für jeden richtig ins Finale getippten Verein gibt es zudem 1 Punkt, für den richtigen deutschen Meister je 2 Punkte. Hat man beide Teams richtig ins Finale getippt, gibt es die gleiche Punktevergabe, wie im Halbfinale.
Getippt werden die Ergebnisse nach 60 Minuten Spielzeit, also ohne den möglichen Shootout.

Julia Busch, Hockeyspielerin
Damen:
UHC Hamburg- Club an der Alster 2:1
Mannheimer HC- Düsseldorfer HC 2:3
Finale:
UHC Hamburg- Düsseldorfer HC 2:0

Herren:
Uhlenhorst Mülheim- UHC Hamburg 4:2
Rot- Weiss Köln- Mannheimer HC 3:3 (Sieg Köln Shootout)
Finale:
Uhlenhorst Mülheim- Rot- Weiss Köln 3:2

Jens Huiber, Hockeydad
Damen:
UHC Hamburg- Club an der Alster 1:2
Mannheimer HC- Düsseldorfer HC 3:0
Finale:
Club an der Alster- Mannheimer HC 2:1
Herren:
Uhlenhorst Mülheim- UHC Hamburg 2:4
Rot-Weiss Köln- Mannheimer HC 1:0
Finale:
UHC Hamburg – Rot-Weiss Köln  2:0

Markus Lehnen, selbsternannter Hockeyconnaiseur
Damen:
UHC Hamburg- Club an der Alster 2:3
Mannheimer HC- Düsseldorfer HC 2:2 (Sieg DHC Shootout)
Finale:
Club an der Alster – Düsseldorfer HC 4:1
Herren:
Uhlenhorst Mülheim- UHC Hamburg 4:1
Rot- Weiss Köln- Mannheimer HC 3:2
Finale:
Uhlenhorst Mülheim – Rot- Weiss Köln  2:2 (Sieg Köln Shootout)


Wie es weiter geht


In der kommenden Woche schreibe ich vor allem über meine Erlebnisse beim Final 4 in Krefeld. Natürlich konzentriere ich mich vor allem auf die Finals, die ich live vor Ort sehe, werde aber auch kurz auf die Halbfinals und etwas ausgiebiger auf das Drumherum eingehen. Natürlich wird auch in Krefeld die örtliche Bratwurst getestet.
Nach einem kurzen RWK Saisonfazit werde ich noch auflösen, wer besser getippt hat,  die Spielerin, der Producer oder doch ich. 

In diesem Sinne, kommt am Wochenende nach Krefeld oder schaut den Stream!
Mit sportlichen Grüßen
Markus Lehnen

 

Die Woche … bei den Füchsen Berlin KW 20

Von Heiko Eisser

Vorbereitung auf das EHF-Cup Final Four

Die Partie gegen den Tabellenvorletzten die Eulen aus Ludwigshafen konnten die Zuschauer am Sonntag Abend in der Max-Schmeling-Halle getrost als Training unter Wettkampfbedingungen ansehen. In der ersten Hälfte dominierten die Füchse nach belieben und lagen zur Pause mit 17:11 klar in Front.

Nach dem Seitenwechsel schonte Trainer Velimir Petkovic einige seiner Jungs und so konnte der Nachwuchs Erfahrungen im Bundesligaalltag sammeln. Der Sieg nie gefährdete 32:20-Erfolg brachte die Füchse in der Tabelle wieder den sechsten Rang ein, der in dieser Saison eventuell zum Einzug ins internationale Geschäft berechtigen könnte. Der einfachste Weg hierzu wäre natürlich ein Sieg beim anstehenden Final Four im EHF-Cup am kommenden Wochenende in Kiel.

Über den EHF-Cup ins internationale Geschäft

Das die Füchse „international“ können, haben sie in den letzten Jahren immer wieder unter Beweis gestellt. Das Trainer Petkovic mit einer der erfahrensten in diesem Wettbewerb ist, zeigt auch seine Bilanz mit den Füchsen. In seiner knapp zweieinhalbjährigen Amtszeit verloren die Füchse lediglich sechs ihrer internationalen Spiele.

Die Füchse fahren zwar nicht als Favorit nach Kiel – dies dürften ohne Übertreibung die Hausherren vom THW Kiel sein – doch chancenlos sind sie keinesfalls. Auch im letzten Jahr reisten die Berliner nach Magdeburg, ohne das ihnen wer einen Sieg zugetraut hätte. Doch nach hartem Kampf im Halbfinale gegen Frisch auf Göppingen und einem nicht weniger anstrengenden Finale gegen Saint Raphael holten die Füchse den EHF-Cup an die Spree.

Rechtzeitig zu diesem Wochenende scheint sich die schwächere Phase der Hauptstädter endlich einem Ende entgegen zuneigen. Im Final Four kann Petkovic im Halbfinale gegen den FC Porto wieder auf sein zentrales Abwehrduo Stipe Mandalinic und Jakov Gojun verlassen. Beide werden bereits im Halbfinale stark gefordert sein, da Porto im Angriff gern auf den siebten Feldspieler verzichtet um offensiv eine weitere Option zu haben.

Diese Option und die robuste Arbeit des Teams von der iberischen Halbinsel hat diese Saison schon der SC Magdeburg zu spüren bekommen. Der SC scheiterte in der dritten Qualifikationsrunde deutlich gegen das Team von Trainer Magnus Andersson.

Im Angriff sind die Füchse wieder mit allen Kräften bereit, den EHF-Cup anzugehen. Jacob Holm, Fabian Wieder und Paul Drux sind voll einsatzfähig. Neben Allzweck-Waffe Mattias Zachrisson freut sich Kapitän Hans Lindberg auf das nächste Highlight der Saison der Berliner. Lindberg konnte im Spiel gegen Ludwigshafen seinen insgesamt 947 Siebenmetertreffer in der Bundesliga einsacken. Dies ist gleichbedeutend mit dem zweiten Platz im ewigen Bundesligaranking.

Die Berliner reisen daher mit Bestbesetzung an die Kieler Förde um dort den EHF-Cup zu verteidigen. Gegen den FC Porto gab es bisher vier Begegnungen, die die Berliner alle samt für sich entscheiden konnten. Das dies weiterhin so bleibt, dafür wird auch Torhüter Silvio Heinevetter sorgen wollen.

Für Heinevetter womöglich der letzte Titel, über den er sich mit den Berliner freuen kann. Dass er allerdings komplett sportbegeistert ist, bewies er schon im Interview nach der Partie gegen die Eulen Ludwigsburg.

 

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Das zweite Halbfinale

Nach dem Sieg gegen die SG Flensburg-Handewitt steht der THW Kiel mit stolz geschwellter Brust vor dem Final Four im eigenen Wohnzimmer. Das die Fans des THW die Heimspiele immer wieder zu einem Ereignis an der Förde machen, kann jeder bei den Vergleichen in der Sparkassen Arena sehen. Doch haben die Männer um den scheidenden Trainer Alfred Gislason allen Grund positiv auf die kommenden Aufgaben zu blicken.

Nach dem Sieg im DHB-Pokal gegen die Füchse haben sie auch in der Liga gezeigt, dass im Rennen um die Meisterschaft noch mit ihnen zu rechnen ist. Am vergangenen Wochenende besiegten sie in eigener Halle den Tabellenführer und zogen mit diesem punktgleich, wobei die SG noch ein Nachholspiel zu absolvieren hat.

Der EHF-Cup könnte damit der nächste Pokal sein, den die Kieler ihrem Trainer Gislason offerieren möchten. Nach den Titeln im EHF-Cup in den Jahren 1998, 2001 und 2003 wäre es für die Kieler nun wieder an der Zeit, den Cup an der Förde zu halten. Der THW kann aus den letzten zehn Spielen zehn Siege aufweisen und geht im Halbfinale gegen den Tvis Holstebro somit als klarer Favorit ins Rennen.

Der Tvis Holstebro mit Trainer Patrick Westerholm reist mit Top Torjäger im EHF-Cup Magnus Grubb Bramming zum Final Four. Die Dänen konnten sich im Viertelfinale knapp gegen Tatabanya durchsetzen und geht mit dieser Niederlage ins Final Four. In der Meisterschafts-Hauptrunde belegen die Dänen den dritten Platz und gehen mit einem knappen 28:27-Sieg gegen den (wohl zukünftigen) Meister Aalborg in die Partie gegen den THW.

Was noch wichtig ist

Alle vier Spiele des Final Four werden von DAZN übertragen. Das Halbfinale der Füchse gegen Porto am Freitag um 20:45 Uhr, die Partie von Kiel um 18:00 Uhr gegen Halstebro. Am Samstag folgt dann das Spiel um Platz 3 ebenfalls um 18 Uhr, das Finale wird ab 20:45 Uhr ausgetragen.

Eine Besonderheit wartet im Halbfinale des THW auf die Beteiligten, da auf internationale Ebene zum ersten Mal eine Partie von einem Schiedsrichterinnengespamnn gepfiffen wird. Die Französinnen Julie und Charlotte Bonaventura sind regelmäßig in der LNH im Einsatz und waren auch für die WM 2017 nominiert.

Diese Woche … bei Eintracht Frankfurt, KW 20

Von Patricia Seiwert

Frankfurt kann alles, aber nicht normal 

Die Saison neigt sich dem Ende zu und mit ihr sich auch die Kräfte – nicht nur bei den Spielern, sondern auch bei den Fans. In der letzten Woche stand für die Eintracht das alles entscheidende Rückspiel im Halbfinale der Europa League an, sowie das vorletzte Bundesligaspiel gegen Mainz 05, in dem ein Unentschieden reichen würde, um Platz 6 und somit die direkte Europa League Qualifikation zu erreichen. 

Mit ein paar Tagen Abstand möchte ich noch einmal auf die eindrucksreiche vergangene Woche zurückblicken. 

Ein Drama in drei Akten im englischen Theater

In der bisherigen Europa League Saison jagte ein Highlight das nächste: große Namen als Gegner, noch größere Choreos im heimischen Stadtwald und Pilgerfahrten quer durch Europa, mitunter in namhafte Stadien. 

Doch der absolute Höhepunkt sollte am vergangenen Donnerstag folgen. Die Chance auf das Finale in Baku war zum Greifen nah. Der große Traum lebte und sollte in London an der Stamford Bridge gegen eine Mannschaft auf Champions League Niveau endlich Realität werden. 

Trotz des klischeehaften regnerischen Wetters machten sich tausende Adler auf den Weg auf die Insel. Bereits Stunden vor dem Anpfiff schallten Frankfurter Fangesänge durch die britische Hauptstadt und ließen nur erahnen, was im Stadion auf die Mannschaft wartete. 

Schon die Anfahrt des Teams zur Spielstätte war alles andere als normal. Die Fans stimmten die Jungs im Bus schon einmal auf den großen Abend ein. 

Die äußeren Umstände waren also bereits groß und ließen auf einen gefühlsträchtigen Abend hoffen. Was jedoch folgte, sprengte jeden emotionalen Rahmen. Die Partie war ein Drama in drei Akten, das mit stehenden Ovationen enden sollte. 

Der erste Akt erstreckte sich über 90 Minuten plus ein paar Minuten Nachspielzeit. Alles war angerichtet für einen Abend, der seinen dramaturgischen Bogen deutlich überspannte. 

Trotz Auswärtsspiel klangen die Frankfurter Fangesänge durch das Londoner Stadion, das abgesehen vom Gästeblock gespickt war von Sponsorenfähnchen und großen Teilen eines Operettenpublikums. Darunter gemischt einige Hessen, die sich erst nach Abpfiff im sich leerenden Stadion zu erkennen geben konnten, denn Gästefans waren im neutralen Bereich offiziell nicht erlaubt. 

Die Partie lief und die Eintracht lief auch heiß. Dass das 1:0 für Chelsea in der 28. Minute durch den schon im Hinspiel überragenden Loftus-Cheek fiel, war kaum ein Dämpfer, denn die Ausgangssituation änderte sich dadurch nicht wirklich. Die Frankfurter mussten hier treffen, mindestens einmal, um sich in die Verlängerung zu retten. Und genau das taten sie auch. Nach einer ersten Halbzeit, in der die Blues das Spiel wie erwartet dominierten, kam die Eintracht angestachelt aus der Kabine zurück aufs Feld. Keine fünf Minuten dauerte es, ehe Luka Jovic in der 49. Spielminute den Ausgleich markierte. Dies war die logische Konsequenz, dachte sich auch Ante Rebic, der noch zu jubeln begann, bevor sein Teamkollege den Ball überhaupt im Tor untergebracht hatte. 

Spätestens jetzt war richtig Feuer in der Partie. Die Adlerträger kämpften und kämpften und kämpften. Besonders die Defensive leistete ganze Arbeit, sodass ein Giroud quasi gänzlich verschwand und auch Topstar Hazard kaum zum Zuge kam. 

Man kann sogar behaupten, dass die Eintracht in der zweiten Hälfte das bessere Team war, denn vom dominierenden FC Chelsea war nicht mehr viel übrig. Die Adler hielten die Konzentration hoch. So hoch, dass der Spielstand nach 90 Minuten tatsächlich immer noch 1:1 lautete. 

Dieses Ergebnis läutete den zweiten Akt ein: die Verlängerung. Mittlerweile war die Anspannung ins Unermessliche gestiegen. Die Frankfurter Eintracht steht im Halbfinale der Europa League gegen den FC Chelsea auf dem Platz, begegnet diesem Topteam auf Augenhöhe und hat in der nächsten halben Stunde die Möglichkeit, das Finalticket nach Baku zu lösen. 

Es war bis hierhin ein Spiel, dem es an nichts mangelte, erst recht nicht an Spannung. 

Und beinahe, ja beinahe wäre es in der Verlängerung passiert: Haller, der nach seiner Verletzungspause endlich zurückkehrte und in dieses Halbfinale eingewechselt wurde, hatte das 2:1 auf dem Fuß. Leider aber nicht genau genug, denn er traf den Ball nicht richtig sodass ihn David Luiz in letzter Sekunde von der Linie kratzen konnte. 

Zweimal hätte Haller es fast geschafft, die Eintracht ins Finale zu schießen. Es war zum Haare raufen, zumal ich mich so weit aus dem Fenster lehne und behaupte, dass ein Tor zu diesem Zeitpunkt den Sieg bedeutet hätte. Aber so sollte es nicht kommen. 

Tatsächliche folgte der dritte Akt. Der Abend fand seinen kaum auszuhaltenden dramaturgischen Höhepunkt im so undankbaren Elfmeterschießen. Nach 120 Minuten Kampf und völliger Hingabe sollte der Einzug ins Finale nun auf diese Weise entschieden werden. Der emotionale Ausnahmezustand, der sich über das ganze Spiel hinweg stetig aufbaute, gipfelte nun in diesem Moment. 

Kaum ein Fußballfan konnte in dieser Phase der Partie ruhig zuschauen und diejenigen, die es mit der Eintracht halten sowieso nicht. Ob im Stadion auf den Rängen mit der Hand vor den Augen oder dem Rücken zum Spielfeld, im Pub mit einem Bier halb unter dem Tresen zusammengekauert oder zuhause auf der Couch, die Hände fest in das nächstbeste Kissen gekrallt – keiner wusste, wie er in dieser Situation seinen an Grenzen stoßenden Gemütszustand auch nur halbwegs in den Griff kriegen sollte. 

So langsam sich diese unerträgliche Anspannung über die ganze Woche vor dem Spiel und während den letzten 120 Minuten aufbaute, so abrupt löste sie sich, als letztendlich Hazard nach verschossenen Elfmetern von Hinteregger und Paciência traf und somit alles klar machte. 

Ganz plötzlich war die diesjährige Europa League Teilnahme zu Ende und mit ihr all die Anspannung. In diesem Moment als Hazard traf, fiel all der Ballast ab – bei dem einen in Form von Tränen, bei dem anderen in einem kurzen Moment des Schmerzes oder der Leere, aber bei allen, bei der Mannschaft, beim Trainerteam, beim Team hinter dem Team, bei den Fans, überwog am Ende vor allem der Stolz und das Glück. Stolz auf diese so außergewöhnliche Saison, auf diese verrückte Reise durch Europa, auf all diese magischen Nächte im heimischen Stadion und auf diesen unvergleichbaren Zusammenhalt im ganzen Verein. Pures Glück, das alles erleben zu dürfen. 

Und wie wunderbar die Fans die enttäuschte Mannschaft, die nach Spielende kollektiv auf den Boden sank, im Stadion, dass die Frankfurter wenige Minuten nach Spielende für sich alleine hatten, wiederaufbaute, ließ einen sprachlos zurück. Das Bild des Abends steht für das, was Eintracht Frankfurt für uns alle ist. Der tragische Held des Abends, Martin Hinteregger, der nach 120 perfekten Minuten im entscheidenden Elfmeterschießen nicht das nötige Glück hatte, im Arm eines Ultras. Dieses Bild spricht mehr als tausend Worte. 

Die launische Diva und ihr Problem mit Matchbällen

Der Traum vom Europa League Titel bleibt also vorerst ein Traum, immerhin aber einer aus dem man mit einem wohligen Gefühl und einem Lächeln im Gesicht aufwacht. 

Um jedoch schnellstmöglich die Chance zu bekommen, diesen Traum in Zukunft doch noch zu erfüllen, musste bereits drei Tage nach dem emotionsgeladenen Abend in London zumindest ein Unentschieden im letzten Heimspiel der Saison gegen die Nachbarn aus Mainz her. 

Doch nicht umsonst ist die Eintracht auch unter dem Namen „launische Diva“ bekannt. Die letzten Wochen haben die Adler diesem Namen alle Ehre gemacht: lethargische Partien in der Bundesliga, glanzvolle Auftritte in Europa und zuletzt eine schmerzhafte 6:1 Niederlage gegen Leverkusen auf die eine Partie folgte, in der man mit Chelsea auf Augenhöhe agierte. 

Gegen Mainz 05, für die es in diesem Spiel um nichts mehr ging, die aber große Lust auf einen Sieg mitgebracht hatten, blitzte immer wieder der Wille durch, zuhause Europa einzutüten bevor es zum Saisonabschluss zum FC Bayern geht. Dennoch reichte der Wille alleine nicht aus, um die körperliche Erschöpfung nach 120+ Minuten in London wettzumachen. Erst recht, weil der einzige Personalwechsel Fernandes für den seit London verletzten Rode (Knorpelschaden) darstellte. 

Einige gute Aktionen präsentierten die Adlerträger, wie beispielweise Filip Kostic der nach einem Ballgewinn am Boden nach einem klasse Sprint mit unmenschlichen Reflexen aufsprang, dem Ball hinterherhechtete um dann noch seinen Körper gegen seinen Gegenspieler zu stemmen und letztendlich Ante Rebic mit dem perfekten Pass zu bedienen, der diesen schlussendlich leider deutlich über das Tor beförderte.

Doch dies reichte am Ende nicht gegen frische, befreit aufspielende Mainzer. In der zweiten Halbzeit machten die Gäste in Person von Anthony Ujah mit zwei Treffern den Sack zu. 

Alle Adleraugen auf das Saisonfinale richten

Erneute Leere machte sich breit, hatte man doch zum wiederholten Male die große Chance verspielt, die erneute Europa League Teilnahme klarzumachen. Doch was nun? Aufgeben ist sicherlich keine Option. Die Fans leisteten nach dem Spiel abermals Aufbauarbeit. 

Richtig so, denn obwohl der nächste Gegner FC Bayern München heißt, ist noch lange nichts verloren. Realistisch gesehen ist der Rekordmeister der Eintracht zwar nominell sowie formtechnisch überlegen. Denkt man aber ans Vorjahr zurück, weiß man auch, dass dies zunächst nichts zu heißen hat. Jedem Eintracht-Fan schweben die Bilder vom Pokalfinale noch im Kopf herum als sei es gestern gewesen. Wieso eigentlich sollte sich ähnliches nicht wiederholen? Zumal die Eintracht in dieser Saison eindrucksvoll bewiesen hat, dass sie es mit den ganz Großen aufnehmen kann – sogar nach Rückschlägen und mit einer langen Saison in den Beinen. 

Nach wie vor reicht den Hessen für den 6. Platz, der dieser glorreichen Saison ein würdiges Ende verpassen würde, ein Unentschieden gegen die Münchner, die mit ebendiesem Ergebnis auch den Meistertitel verteidigen könnten. 

Sogar die Champions League ist theoretisch noch drin, jedoch hat die Eintracht dies nicht in eigener Hand. Um Platz 4 zu erreichen, müssten bei einem Frankfurter Sieg, der die Grundvoraussetzung ist, gleichzeitig Gladbach und Leverkusen Punkte liegen lassen. 

Das Worst-Case-Szenario träte ein, wenn die Frankfurter keinen Punkt aus München mitnehmen könnten und zeitgleich die Konkurrenz in Form von Wolfsburg und Hoffenheim siegen würde. Dies würde Platz 8 für die Adler bedeuten. Siegt nur eine der beiden Mannschaften bei Niederlage der Eintracht, bliebe der undankbare 7. Platz, bei dem in der Vorbereitung auf die neue Saison Qualifikationsspiele für Europa anstehen würden. 

Aber genug von den möglichen Szenarien, der Blick muss nach vorne gerichtet werden. Das Saisonfinale naht und ein letztes Mal wird gefordert, alles zu geben für das gemeinsame Ziel, bevor sowohl für die Mannschaft als auch für die Fans ein Sommer der körperlichen und mentalen Regeneration in Aussicht steht. Richtig gelesen, auch die Anhängerschaft muss körperlich regenerieren, denn besonders das Fan-Herz wurde in den vergangenen turbulenten Monaten übermäßig belastet und auch die Leber des ein oder anderen braucht sicherlich mal eine Verschnaufpause, gab es doch genug Gründe zum Anstoßen. 

Doch wenn man sich noch einmal die vielen Eindrücke dieser großartigen Saison vor Augen führt und Spieler in den Armen von Fans sieht, sowohl im Sieg als auch in der Niederlage, dann weiß man, wofür man sich all das immer wieder aufs Neue antut. Es sind nicht nur Siege für die wir den Fußball und unseren Verein so sehr lieben, es sind diese besonderen Momente. 

Und vielleicht, ganz vielleicht, dürfen wir am letzten Spieltag noch einmal einen solchen erleben. 

Diese Woche … auf der PGA-Tour, KW 20

Die Woche der Premierensieger

Von Daniel Hofmann

 

Der Überblick

Die European Tour kehrte endlich nach Europa zurück und begann die diesjährige Reise über den Kontinent mit dem traditionsreichen British Masters. Die PGA Tour traf sich zum AT&T Byron Nelson in Dallas. Beide Turniere hatten am Ende eine Gemeinsamkeit, denn an beiden Orten feierten Spieler ihren jeweils ersten Sieg auf der Tour.

Die harten Fakten

Marcus Kinhult gewann mit dem British Masters seinen ersten Titel auf der European Tour. Mit zwei Birdies am Ende des vierten Tages, hatte der Schwede einen Schlag Vorsprung auf die drei geteilten Zweitplatzierten Eddie Pepperell, Matt Wallace und Robert Macintyre.

Auch Sunghoon Kang feierte in Texas seinen ersten Titelgewinn, wenn auch auf der PGA Tour. Mit einem Endergebnis von -23 hatte er zwei Schläge Vorsprung auf die geteilten Zweiten Matt Every und Scott Piercy. Brooks Koepka wurde Vierter.

Darüber war zureden

Die PGA Tour hat in dieser Saison häufig Probleme mit dem Wetter. Auch in Texas kam es wieder zu Verzögerungen. Dazu war es, für texanische Verhältnisse, sehr kalt. Das führte dazu, dass einzelne Spieler durch Familienmitglieder wärmere Klamotten gebracht bekamen. Die menschliche Ebene haben wir damit in dieser Woche abgearbeitet. Schauen wir uns lieber noch ein paar Top-Shots an.

Auf der European Tour durfte man sich über einen tollen achten Platz von Martin Kaymer freuen, den er sich u.a. mit Tommy Fleetwood teilen durfte. Im Gegensatz zu den letzten Monaten, konnte Kaymer über das Wochenende noch zulegen und spielte am Sonntag eine 66, wodurch er sich um 29 Plätze verbessern konnte. Vorsicht ist geboten, um Vorhersagen zu treffen, gerade im Golfsport. Doch bleibt zu wünschen, dass Kaymer dieses lang ersehnte positive Erlebnis nutzen kann, um wieder langfristig ansteigende Form zeigen zu können.

Unsere persönlichen Favoriten

Stephan Jäger konnte an diesem Wochenende endlich ein gutes Ergebnis auf der PGA-Tour einfahren. Mit einer konstanten Leistung konnte Jäger an allen vier Tagen unter 70 Schlägen bleiben und am Ende den geteilten 17. Platz belegen. Patrick Reed landete auf dem 63. Platz, den er sich mit weiteren Spielern teilen musste.

Matthias Schwab beendete das British Masters auf T42. Maximilian Kieffer stürzte am Sonntag um 21 Plätze im Leaderboard ab und wurde T68. Bernd Wiesberger teilte sich mit anderen Spielern Platz 70. Marcel Siem, Bernd Ritthammer und Max Schmitt verpassten den Cut.

Das steht an

Am Wochenende steht mit der PGA Championship endlich das zweite Major des Jahres an. Sicherlich sind schon alle Golffans gespannt, ob Tiger Woods wieder um den Titel mitspielen kann und sein “Märchen” noch etwas märchenhafter gestaltet. Bekanntere Namen aufzuzählen, die in Farmingdale, New Yersey, an den Start gehen, wirkt hier etwas überflüssig. Machen wir es kurz: alle! Auch ein Siegertipp erscheint daher schwierig und überlassen wir lieber den wahren Experten. Doch sei der Tipp gewagt: Tiger Woods wird nicht der Sieger sein!

 

Das PGA Championship live bei Sky

Donnerstag, 16.05., 19:00 Uhr – 01:00 Uhr, Sky Sport 2 HD

Freitag, 17.05., 19:00 Uhr – 01:30 Uhr, Sky Sport 2 HD

Samstag, 18.05., 20:00 Uhr – 01:00 Uhr, Sky Sport 2 HD

Sonntag, 19.05, 20:00 Uhr – 01:00 Uhr, Sky Sport 2 HD

Diese Woche … bei Hertha BSC, KW 20

Von Chris Butzke

Der neue alte Weg

Nun ist es also offiziell. Ante Čović wird zur neuen Saison das Erbe von Pál Dárdai antreten. Mit dieser Entscheidung geht Manager Michael Preetz den wohl einfachsten Weg. Mit Čović, dem aktuellen U23 Trainer, wählt man eine interne Lösung, bei der die Verantwortlichen genau wissen, was sie bekommen und welche Vision der Trainer auf den Platz bringen will. 

 

Wie schon damals bei Dárdai, den man aus der U15 hochgezogen hatte, nimmt man ein Herthaner Urgestein, der die Vereinsphilosophie verinnerlicht hat und auch in Zukunft ein Hauptaugenmerk auf die Talentförderung der eigenen Jugendspieler setzen wird. Ante Čović steht für einen offensiv ausgerichteten Fußball. Rückpässe sind nicht gern gesehen, der erste Ballkontakt sollte stets nach vorne ausgerichtet sein. Diese Denkweise war auch schon diese Saison unter Dárdai zu erkennen. Gerade am Anfang der Spielzeit überraschte Hertha mit erfrischendem Offensivfußball. Wenn Čović seine Spielweise aus der Regionalliga übertragen möchte, scheint sein Vorgänger die richtige Grundlage bereitgestellt zu haben. Besonders Spieler wie Arne Maier und Ondrej Duda könnten in der Zentrale davon profitieren und ihre Stärken noch besser ausspielen. 

Ein Trainer mit Hertha-DNS

Man hat sich also einen Trainer geholt, der die Hertha DNS verkörpert, Dárdais Grundlage weiter nutzen kann und weiterhin die Integration eigener Talente fördert. Mit diesen Eigenschaften sollte doch das blau-weiße Fanherz höherschlagen. Mitnichten! Auf allen Social Media Plattformen schießen Fans gegen diese Entscheidung und setzen mit ihr den Abstieg in der nächsten Saison gleich. Hertha spart sich tot, riskiert nichts und wird so nie etwas erreichen. Nach Bekanntgabe der Trainerentscheidung haben sich einige Fans sogar schon komplett vom Verein abgewendet.

Viele fordern einen frischen Wind, werfen Preetz Vetternwirtschaft vor und Angst vor neuen Reizen. Doch frage ich mich, wen man realistisch erwartet hat. Wer wäre denn für die ganzen Čović-Kritiker ein besserer Name gewesen, der nach Berlin gepasst hätte? Dieter Hecking und Bruno Labbadia sind zurzeit noch mit ihren aktuellen Teams im Kampf um Europa, für eine Ausarbeitung eines Konzepts und etwaige Vertragsverhandlungen haben beide wohl eher wenig Zeit. Domenico Tedesco hat sich auf Schalke das Image eines ausschließlich defensiv geprägten Taktikers „erarbeitet“. Mit Schalke und Wolfsburg haben zwei finanzstarke Vereine die potentiellen Kandidaten David Wagner und Oliver Glasner bereits unter Vertrag genommen. Ten Hag und Seoane haben Hertha einen Korb gegeben. Wer bleibt dann noch für Hertha übrig? Wer hätte bei den Fans Jubelstürme ausgelöst? Mir fällt schlichtweg niemand ein, der unbedingt zu einem durchschnittlichen Bundesliga-Verein möchte, gleichzeitig ein offensichtliches Upgrade zu Čović wäre und Hertha BSC finanziell nicht zu sehr belastet.

Natürlich ist aber auch Skepsis erlaubt und man sollte die Entscheidungen der Hertha Verantwortlichen kritisch hinterfragen. Denn wie schon bei der Stadion-Thematik gibt es auch bei der Trennung von Dárdai einige Anhaltspunkte, die für Unruhe sorgen. War der Rücktritt wirklich einvernehmlich, obwohl erst kurz vorher der Vertrag verlängert wurde? Gab es Risse im Verhältnis zwischen Preetz und Dárdai? Fühlte sich der Vorstand von Dárdais bescheidenen und sehr unbekümmerten Art nicht ausreichend repräsentiert? Es bleibt zumindest das Gefühl, dass neben der sportlichen Talfahrt auch zwischenmenschliche Probleme auschlaggebend für das Ende waren.

Das zweite Jahr wurde Luhukay zum Verhängnis

Doch kommen wir zurück zu Čović. Ein Grund für eine interne Lösung könnte auch die bisherige Trainerwahl von Preetz sein. Nach der Entlassung von Lucien Favre kam mit Friedhelm Funkel ein Fehlgriff. Dem folgte mit Markus Babbel ein Trainer, der sportlich gute Ergebnisse lieferte, es aber zu zwischenmenschlichen Problemen mit Preetz kam. Mit Skibbe und Rehhagel entwickelte man sich zum Gespött der deutschen Fußballlandschaft. Anschließend konnte man mit Luhukay die zweite Liga dominieren und schaffte auch das Übersatteln in Liga 1, nur wurde das verflixte zweite Bundesliga-Jahr Luhukay zum Verhängnis. Im Abstiegskampf übernahm U15-Trainer Dárdai und sorgte endlich für langfristige Ruhe auf der Trainerposition. So scheint es auf den ersten Blick nur logisch, dass sich Preetz wieder für einen Coach aus den eigenen Reihen entscheidet. Andererseits plädierte Preetz noch während der Dárdai-Amtszeit für einen externen Co-Trainer als Nachfolger für Rainer Widmayer. Man hat also erkannt, dass es frische Impulse braucht, um die Mannschaft aus der eigenen Zufriedenheit und Lethargie zu locken und neue Gier zu wecken. Čović gilt auch als Persönlichkeit, die bei ihren Spielern den Willen nach mehr auslösen kann. Taktisch ist er wie bereits erwähnt offensiver eingestellt als Dárdai. Nur bleibt die Frage, ob ein Trainer ohne Profi-Erfahrung bei gestandenen Bundesliga-Profis ähnliche Reizpunkte setzen kann. 

Ich persönlich kann mit Čović als neuem Trainer sehr gut leben. Wenn man die angesprochenen Punkte berücksichtigt, ist er vielleicht nicht die spektakulärste Lösung, aber er kann dennoch das Werk von Dárdai fortführen. Ich habe mir eigentlich einen externen Impuls gewünscht, doch bleibt die Frage, wer genau dieser Impuls sein soll. Ich bin froh, dass kein Stöger, Gisdol oder Klinsmann auf der Trainerbank sitzen wird. Mit Čović hat man einen jungen, modernen Trainer, der Charakter hat und der hoffentlich seinen Stil auf die Mannschaft übertragen kann. Ich bin gespannt auf die neue Saison und hoffe, dass die Berliner Fans sich schnell geschlossen hinter Čović stellen, um ihm so die Arbeit so einfach wie möglich zu gestalten.

Diese Woche … bei ratiopharm Ulm, KW 20

Von Tobias Fenster

Der Überblick

Die Playoff-Qualifikation war für ratiopharm Ulm bereits gesichert, lediglich die Position war rechnerisch noch offen. Mit einer 95:72-Niederlage in München sowie einem 98:94-Sieg gegen Rasta Vechta folgte dann ein Abbild der ganzen Ulmer Saison: In München sah über drei Viertel vieles richtig und auf Augenhöhe aus, ehe im letzten Viertel der Einbruch und damit die deutliche Niederlage folgte. Gegen Vechta dann wieder mal ein Spiel, das nicht mit der allerhöchsten Intensität geführt wurde, allerdings im Unterschied zu so manchem Spiel bis in den März hinein ohne die ganz großen Aussetzer und am Ende dann auch mit dem besseren Ende für Ulm.

Die harten Fakten

19:16, 21:23, 24:22 – so endeten die ersten drei Viertel der Partie München – Ulm, entsprechend ging es mit 64:61 komplett offen ins letzte Viertel. Die Ulmer hatten bis dahin konzentriert und konsequent gespielt, was bei den in der BBL zuhause ungeschlagenen Münchner aller Ehren wert ist. Dann allerdings folgt ein 21:2-Lauf der Bayern von 66:63 auf 87:65, während dem Ulm mit Ballverlusten, Offensiv-Fouls und schlechten Würfen jegliche Chancen auf eine Überraschung zunichte machten und auch durch eine Auszeit von Thorsten Leibenath nicht wieder auf die Bahn zu bringen war. Natürlich kann eine Mannschaft wie Ulm in München verlieren und selbst die letzten Endes 23 Punkte Differenz sind kein Beinbruch, aber zum wiederholten Mal gegen eine der Spitzenmannschaften der Liga eigentlich auf Augenhöhe zu sein, um das Spiel dann mit einem schlechten Viertel aus der Hand zu geben, das spricht einfach für mangelnde Konstanz und ein bisschen vielleicht auch die fehlende absolute Spitzenqualität im Kader, da es keinen Spieler gibt, der dann zuverlässig durch individuelle Qualität Läufe des Gegners unterbrechen kann. Und so kommt es dann zu teils deutlichen Niederlagen in München (mit einem 11:31-Schlussviertel aus Ulmer Sicht), gegen Oldenburg (11:31 im dritten Viertel), in Berlin (9:19 im Schlussviertel) oder gegen Bamberg (11:32 im dritten Viertel).
Dass es durchaus auch stabiler geht, zeigten die Ulmer gegen Vechta: Alle Viertel waren knapp, keines wurde mit mehr als vier Punkten gewonnen oder ging verloren und letztlich reichte dann ein kleiner Zwischenspurt Mitte des vierten Viertels zum Sieg. Bemerkenswert dabei sicher das mit 43:32 gewonnene Rebound-Duell, die nur 13 Turnover gegen ein gewohnt aggressiv verteidigendes Vechta sowie eine einmal mehr monströse Statline von Dwayne Evans: 22 Punkte (6/10 aus dem Feld, 10/10 Freiwürfe), 10 Rebounds, 4 Assists und 0 Turnover bei 7 gezogenen Fouls führen zu einem Effizienzwert von 33 und +17 in der +/- Wertung.
Anekdote am Rande: Wie Vechtas Headcoach und Trainer der Saison 18/19 in der BBL Pedro Calles ausführlich in der Pressekonferenz (https://youtu.be/n3I3swx2GJk?t=125) erklärt, steht es im direkten Coaching-Duell zwischen Thorsten Leibenath und ihm 15:0!

Darüber war zu reden

Per Günther und David Krämer bereits in München verletzt, Patrick Miller dann zusätzlich auch noch gegen Vechta verletzt. Als wäre das nicht genug (neben den ohnehin langzeitverletzen Rashad James und Maximilian Ugrai), musste dann auch noch Bogdan Radosavljevic mit Pferdekuss in der zweiten Halbzeit passen (seine Sicht dazu gibt es hier im Postgame bei Sportradio360). Doch Ulm wäre nicht Ulm, wenn da nicht Nachwuchsspieler in die Bresche springen könnten: Till Pape und Marius Stoll (Sohn des Ulmer Geschäftsführers Dr. Thomas Stoll) zeigten starke Leistungen und durften folgerichtig das vierte Viertel maßgeblich mitgestalten, unter anderem in der vorentscheidenden Phase, in der Ulm von 69:72 auf 84:79 stellte. So lässt sich ahnen, dass es nicht nur die üblichen Phrasen sind, wenn Thorsten Leibenath davon spricht, dass es nur ein Kriterium für den neuen Ulmer Coach zur Saison 2019/20 gibt: Er muss bereit sein, mit jungen Spielern zu arbeiten und ihnen Verantwortung zu übertragen.
Das allgegenwärtige Gesprächsthema der letzten Wochen in Ulm, wer denn nun den Trainerposten übernehmen wird, beantwortete Leibenath so, dass es vielversprechende Gespräche mit mehreren Kandidaten, aber keine Entscheidung gebe. Ob die vielfach kolportierten Raoul Korner und Björn Harmsen für das Traineramt oder der zum wiederholten Mal angeblich bereits fest verpflichtete Ex-Ulmer John Bryant als Spieler, offiziell verlautbart wurde noch nichts.

Unsere persönlichen Favoriten

Per Günthers Social Media Aktivitäten waren in den letzten Monaten, wenn nicht Jahren eher eingeschlafen, nachdem er einige Zeit lang gleichermaßen witzig wie clever für Unterhaltung gesorgt hatte. Doch nachdem er beim MagentaSport Podcast “Abteilung Basketball” bereits für aufhorchen ließ, indem er aktiv über sein Recruiting für nächste Saison sprach, sorgten er und Chris Babb per Twitter gleich nochmal für etwas mehr Interesse:

Ich persönlich glaube eher daran, dass die Chancen für eine Rückkehr von Chris Babb ziemlich stark gegen 0 gehen, Spaß macht es trotzdem.
Honorable mention: Till Pape und Marius Stoll (s. “darüber war zu reden”) sowie Pedro Calles bzw. das ganze Vechta-Team um TJ Bray und Austin Hollins. Äußerst beeindruckend, was Rasta diese Saison auf die Beine gestellt hat.

Das steht an

Nach einer Saison Pause ist es endlich wieder so weit: Am Samstag, 18.5. (in Berlin), am Dienstag, 21.5. (in Ulm) und am Sonntag, 26.5. (in Berlin) findet Playoff-Basketball mit Ulmer Beteiligung statt. Je nach Verlauf kann es dann am Dienstag, 28.5. (in Ulm) sowie am Donnerstag, 30.5. (in Berlin) noch zu weiteren Partien kommen.

Diese Woche … bei Fortuna Köln, KW 19

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Von Josina Anraad

Abstieg der S.C. Fortuna aus der 3. Liga

Es beginnt in München und es endet in München. Der S.C. Fortuna Köln befand sich nach dem Abstieg aus der 2. Liga in der Saison 1999/2000 im freien Fall. Die Fortuna stürzte bis in die damals viertklassige Oberliga ab. Erst am 35. Spieltag der Saison 2013/2014 konnte sich die Fortuna die Meisterschaft der Regionalliga West sichern. In der Relegation traf die Fortuna damals auf den FC Bayern München II. Die Fortuna gewann das Hinspiel 1:0 im Südstadion und unterlag im Rückspiel 2:1 im Stadion an der Grünwalder Straße. Trotz der Niederlage befanden sich die leidensfähigen Fans der Fortuna im Siegestaumel. Denn durch die Auswärtstorregel gelang der Fortuna nach 14 Jahren der Aufstieg in die dritte Liga und somit die Rückkehr zum Profifußball.

Die Fans der Fortuna konnten in der ersten Drittligasaison eine stabile Leistung ihrer Mannschaft beobachten. Der Klassenerhalt gelang rechnerisch zwar erst am 36. Spieltag, doch das erste Jahr in der dritten Liga konnte schlussendlich auf Platz 14 beendet werden. Auch in den folgenden zwei Spielrunden einer ausgeglichenen dritten Liga gelang es der Fortuna die Klasse zu halten. Die Saison 2017/18 ließ die als besonders treu geltenden Fans der Fortuna nach einer erfolgreichen Hinrunde, das erste Mal seit fast zwanzig Jahren von der zweiten Liga träumen. Nach acht sieglosen Spielen in Folge in der Rückrunde wurde der Aufstieg der Fortuna allerdings klar verpasst. Trotzdem hinterließ die erfolgreiche Hinrunde ein positives Gefühl bei den Fans der Südstädter und ließ auf weitere Erfolge der Fortuna in der Saison 2018/19 hoffen.

Diese Träume und Hoffnungen ließ 1860 München heute am 35. Spieltag der dritten Liga vor 500 mitgereisten Fortuna Fans platzen.

Nach einem durchwachsenen Start in die neue Saison belegte die Fortuna im Oktober am 11. Spieltag den 11. Platz, als die Ära des langjährigen Trainers Uwe Koschinat endete. Koschinat führte die Fortuna 2014 in die dritte Liga und wechselte nun zum Zweitligisten SV Sandhausen, um dort den Klassenerhalt zu sichern. Nach zwei Spielen unter Interimstrainer Andre Filipovic wurde Tomasz Kaczmarek als neuer Trainer der Südstädter vorgestellt. Doch der Fortuna gelang es unter Kaczmarek nicht, an die Leistungen aus der Vorjahressaison anzuknüpfen. Nachdem die Fortuna vier Spieltage vor Saisonende auf einem Abstiegsplatz rangierte, wurde Kaczmarek durch den Investor und Geschäftsführer Michael W. Schwetje beurlaubt. Der neue Trainer, der den Klassenerhalt mit der Fortuna sichern sollte, hieß Oliver Zapel. Das erste Ligaspiel unter dem neuen Trainer verlor die Fortuna mit 2:0 gegen die Würzburger Kickers. Nach der Niederlage gegen die Würzburger Kickers schien ein Ruck durch die Mannschaft von Zapel zu gehen. Trotz kämpferischen Einsatzes gelang der Fortuna am 36. Spieltag gegen den SV Meppen allerdings nur ein Unentschieden. Am vorletzten Spieltag stand die Fortuna auf dem vorletzten Tabellenplatz.

Mit einem Sieg im Stadion an der Grünwalder Straße gegen 1860 München hätte die Fortuna den Klassenerhalt in der eigenen Hand haben können. Nach einem frühen Tor der Münchener, glich die Fortuna durch Bröker schnell aus und drehte durch den Elfmeterschützen Fritz in der 27. Minute das Spiel. Doch schon in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit gelang den Münchenern der Ausgleich zum 2:2. Im Halbzeitinterview mit MagentaSport zeigte sich der ehemalige Interimstrainer Filipovic indes zuversichtlich und sagte, dass die Fortuna das Spiel gewinnen werde. Allerdings musste die Fortuna nach einer roten Karte gegen Mensah in der 46. Minute fast die gesamte zweite Halbzeit in Unterzahl bestreiten und spielte nun nur noch selten aktiv nach vorne. Kurz vor Schluss traf dann Owusu in der 85. Minute für die Münchener zum 3:2 Endstand. Mit dem Ergebnis gelang der Fortuna, das durch Verein und Fans angekündigte Wunder in München nicht. Somit ist der Drittligatraum der Südstädter vorerst ausgeträumt und gleichzeitig sieht es für den Stadtrivalen Viktoria Köln gut aus von der Regionalliga West in die 3. Liga aufzusteigen.

Mit einem Abstieg in die Regionalliga West steht der Fortuna ein schwieriger Weg zum Wiederaufstieg bevor. Die Liga gilt als besonders stark und durch die Aufstiegsregelungen gehört der Meister der Regionalliga West nicht automatisch zu den Aufsteigern in die Dritte Liga. Auch der Investor Schwetje hat bereits vorher bei einem Abstieg angekündigt, seine Zusammenarbeit mit dem Verein zu beenden. So geht die Fortuna dank Schwetje zwar schuldenfrei in die nächste Saison, da aber fast alle Sponsoring und Spielerverträge nur für die dritte Liga gelten, steht der Fortuna nun viel Arbeit bevor, um nächstes Jahr in der viertklassigen Regionalliga West um den Aufstieg mitzuspielen.

Diese Woche … bei den Füchsen Berlin, KW 19

Von Heiko Eisser

Eine Woche spielfrei kann im Endspurt einer Saison sehr hilfreich sein. Nicht nur können die Spieler regenerieren, ebenso habe die Trainer wieder die Möglichkeit Spielabläufe und Routinen zu trainieren. Und diese Phase dürfte den Füchsen auf dem Weg zum EHF-Cup Final Four durchaus helfen, denn an diesem Turnier hängt wohl das internationale Geschäft in der kommenden Saison. Die Notwendigkeit einer solchen spielfreien Phase und den damit verbundenen Möglichkeiten, zeigten die Partien gegen den Bergischen HC und GWD Minden auf.

Die vergangenen Partien

Der Aufsteiger Bergischer HC ist zu Hause in dieser Saison schwer zu schlagen. Diese mussten die Füchse bei ihrer Partie im Bergischen Land schmerzlich erfahren.

Die Füchse begannen konzentriert und legten mit einer gut organisierten Abwehrarbeit zunächst einen zufriedenstellenden Start in die Begegnung hin. Beim 4:2 aus Berliner Sicht konnte man sich in der Fremde nicht beklagen, da der BHC bei seinen Heimspielen schon Tabellennachbarn wie die MT Melsungen bezwangen und auf Platz vier der Heimtabelle rangieren.

Diese Sicherheit in den eigenen vier Wänden verunsicherte im Laufe der Partie die Füchse um Kapitän Lindberg. Dem sonst so sicheren Siebenmeterschützen gelang es zweimal nicht, den Ball am BHC Torhüter Rudeck vorbei zu legen. Zur Pause gingen die Füchse mit einem 12:14-Rückstand in die Kabine.

Nach dem Seitenwechsel musste Füchse Torwart Heinevetter ein ums andere Mal seine nun nicht mehr so standsichere Abwehr helfen. Besonders in der Schlussviertelstunde, als die Füchse zwischenzeitlich einem sieben Tore Rückstand hinterher liefen, hatten er und Matthias Zaccrisson großen Anteil an einer kleinen Aufholjagd. Doch diese kam zu spät, so dass der BHC nicht nur sein Heimspiel gewinnen konnte, sondern in der Tabelle sich an den Füchsen vorbei schob.

Viel Zeit zum Verarbeiten dieser Niederlage hatten die Füchse nicht, da bereits drei Tage später der GWD Minden die Berliner in eigener Halle empfing.

Wie beim Spiel gegen den BHC starteten die Füchse mit solider Leistung im Angriff und lagen nach acht Minuten mit 4:2 in Front. Doch die Mindener steckten in dieser Phase nicht auf, haben sie doch an den vergangenen Spielen gesehen, dass die Füchse schlagbar sind. Besonders Mindens Schlussmann Leon Grabenstein stellte mit seinen Paraden in seinem Bundesligadebüt die Hauptstädter ein ums andere Mal vor schwierige Aufgaben.

In der zweiten Hälfte gelang es keinem Team sich mit mehr als zwei Toren abzusetzen. Die Führung wechselte hin und her. Die GWD hätte sich sogar einen Punkt verdienen können, wenn Silvio Heinevetter mit glänzenden Paraden den Sieg nicht fest in Berliner Händen hielt. Heinevetter sprach nach der Begegnung von einem „dreckigen Sieg“. Doch dürfte dies den Fans und allen die es gut mit den Füchsen meinen, relativ egal sein.

Eine ruhige Woche

Hatten die vergangenen Woche doch durch viele Spiele und Geschehnissen abseits der Platte für viel Unruhe bei den Füchse gesorgt, dürfte das Ziel am kommenden Sonntag um 18:30 Uhr in der Max-Schmeling-Halle klar sein: ein Sieg gegen den wahrscheinlichen Absteiger aus Ludwigshafen.
Die Eulen stehen mit lediglich sieben Punkten am Ende der Tabelle. Die bisherigen acht Partien gegen die Füchse gingen alle samt verloren und bei der momentanen Verfassung des Teams von Trainer Benjamin Matschke dürfte ein Sieg in der Berlin ungleich schwerer werden. Lediglich bei den Partien gegen den VFL Gummersbach und den TBV Lemgo holten die Eulen Punkte in der Fremde. Ein Sieg gelang bisher nicht. Der letzte Sieg feierte Ludwigshafen am 10.November gegen Leipzig. Voll Selbstvertrauen dürfte das Team aus Rheinland-Pfalz nicht anreisen.

Doch das dieses Spiel ein Selbstläufer wird, sollten Fabian Wiede und Co nicht annehmen. Besonders nicht in der momentanen Verfassung der Füchse, in der sogar böse Überraschungen möglich sind.
Bleibt zu hoffen, dass die Trainingsphase in der vergangenen Woche zielführend war und im Angriff und Abwehr die Abstimmungen in den Reihen wieder stimmen. Nicht nur für die Partie gegen Ludwigshafen, sondern auch im Hinblick auf das anstehende Final Four im EHF-Cup.

Die letzte Chance?

Momentan läuft es darauf hinaus, dass die Füchse über den Ligabetrieb den Einzug in den EHF-Cup wohl nicht schaffen. Bei den ausstehenden vier Partien in der HBL kommt es noch zu den Vergleichen mit Flensburg und den Rhein Neckar Löwen.

Gegen die Löwen konnten die Berliner zwar den Einzug in den DHB Pokal in eigener Halle erringen. Doch dürfte das Team um Andy Schmid diese Niederlage noch im Hinterkopf haben, wenn sie am 26.Mai nach Berlin reisen.

Ebenso schwierig – fast unmöglich – dürfte ein Triumph der Füchse in Flensburg werden. An der dänischen Grenze konnte dieses Jahr noch kein HBL-Team etwas zählbares mitnehmen.

Im Rennen um die internationalen Plätze in der Liga scheinen die Füchse nun gegen die direkten Konkurrenten Bergischer HC, MT Melsungen und Magdeburg eine schlechte Ausgangsposition zu haben. Bleibt wohl nur noch, als besser zu beeinflussende Variante, der Sieg im Final Four des EHF-Cups am 17./18.Mai.

Hier treffen die Berliner am Abend des 17.Mai um 20:45 Uhr gegen die Handballabteilung des FC Porto. Die Portugiesen stehen momentan an erster Position der abschließenden Meisterschaftsgruppe und hat im EHF-Cup Viertelfinale sich knapp gegen Saint-Raphael durch gesetzt. Wie schwer dies ist, konnten die Berliner während der Gruppenphase selbst sehen als man gegen Saint-Raphael in der Max-Schmeling-Halle gewann und auswärts mit 31:34 verlor.

Somit keine unlösbare Aufgabe, doch ein schwerer Gegner. Jedoch war dieses Los für die Verantwortlichen der Füchse das bessere. So wurde ein rein deutsches Halbfinale vermieden und der THW Kiel wartet frühestens im Finale.