Diese Woche … in der DEL, KW 13

Von Sabrina Tesch

Die Faszination Eishockey gipfelt in den Playoffs

Playoffs. Dieses Wort löst bei eingeschworenen Eishockeyfans schon mal einen euphorischen Freudentanz aus. Playoffs im Eishockey werden auch als „Geilste Zeit“ bezeichnet. Warum ist das denn so? Dazu muss erst der Eishockeysport an sich beschrieben werden, denn dann wird die fantastischste Zeit auch verständlich.
Eishockey ist zunächst einmal ein großartiger Sport, da es hier so viele Aspekte und Facetten gibt, die er vereint, Dynamik, Schnelligkeit, Körperkontakt, Spannung, hohe Spielfrequenz, Atmosphäre. Zwar zählt Eishockey in Deutschland im Bereich der Teamsportarten zu einer sogenannten „Randsportart“, aber das sollte dem Sport an sich keinen Abbruch tun, er macht dennoch in all seinen Facetten enorm Spaß. Nun aber zu einigen Hard Facts:
Gespielt wird in der Saison eine Hauptrunde. Es gibt 14 Mannschaften in der DEL, der Deutschen Eishockey Liga, also der ersten Liga des Sports. Jede Mannschaft spielt 4-mal gegeneinander, zweimal zu Hause und zweimal auswärts. Wie im Fußball auch, setzt sich die Tabellenplatzierung der Hauptrunde dann nach Siegen bzw. Niederlagen zusammen. Diese Platzierung wird dann im weiteren Verlauf für die Playoffs noch einmal entscheidend. Denn es spielt immer der besser Platzierte gegen den Schlechteren.

 

Was sind die Playoffs?
Ist die Hauptrunde endlich nach Monaten geschafft und das bange Zittern überstanden, geht es für die ersten zehn der Tabelle in die sagenumwobenen Playoffs. Die Mannschaften, die es unter die ersten sechs geschafft haben, können sich erstmal ein kleines Päuschen gönnen. Die Plätze sieben bis zehn kämpfen erst einmal in maximal drei Spielen um das Weiterziehen in das Viertelfinale, das können aber nur zwei Teams. Im Viertelfinale stehen dann gesamt acht Vereine, die um den Einzug ins Halbfinale in der „Best of seven“ Serie antreten, das bedeutet das Team, das als erstes vier Spiele, egal wie, gewonnen hat, ist weiter. Gegeneinander antreten werden hier immer der bestplatzierte gegen den Schlechtplatzierten der Hauptrunde. Aber es heißt, am Ende muss jeder geschlagen werden können. Also, es bleibt halbwegs fair.

Playoffs sind immer noch ein bisschen härter, noch ein bisschen schneller, noch ein bisschen spannender. Daher ist es einfach die „Geilste Zeit“. Wer kommt weiter und wer wird am Ende Deutscher Meister sein. Es gibt immer Favoriten und Prognosen, doch diese wurden in der Vergangenheit auch echt oft umgeschmissen, beispielsweise gewann 2014 der Underdog Ingolstadt die Playoffs, kämpfte sich von den Pre-Playoffs so weit nach vorne, dass sie am Ende sogar den KEC, den Favoriten unter Uwe Krupp und gefühlt ewigen Zweiten, besiegten.
Es kann nicht oft genug betont werden, dass Playoffs eine extrem spannende Zeit bedeuten. Besonders bei engen und langen Serien, die bis hin zu sieben Spielen andauern können, können die ein oder anderen Nerven schon bis zum Äußersten gedehnt werden. Es macht unheimlich viel Spaß, den Kampf auf dem Eis zu beobachten. Natürlich müssen die Mannschaften es auch wollen, verhält sich eine Mannschaft eher passiv und kämpft nicht, können Spiele natürlich auch zäher werden. Doch in der Regel bleibt es die beste Zeit für einen Eishockeyfan.

Wie steht es um das Viertelfinale der aktuellen Saison 2018/2019?
Das waren mal die Hard Facts. Jetzt zu den derzeitigen Viertelfinalserien. In dieser Saison traten oder treten folgende Mannschaften gegeneinander an: Mannheim, Platz 1, gegen Nürnberg, Platz 10. Mannheim ist hier schon weiter im Halbfinale, sie gewannen die Serie 4:1. Nürnberg hatte den starken Mannheimern kaum etwas entgegenzusetzen. München gewann im sechsten Spiel gegen die Eisbären Berlin und zog somit auch in Halbfinale weiter, doch diese Serie zeigte die Schwächen Münchens, die in den letzten drei Jahren den Meistertitel gewannen. Die Red Bulls sind also zu schlagen und keine Allmacht mehr. Am spannendsten machten es jedoch Düsseldorf gegen Augsburg und Köln gegen Ingolstadt. Sowohl die DEG als auch der KEC erzwangen ein letztes und alles entscheidendes siebtes Spiel gegen die Gegner aus Bayern. Sonntag, der 31. März, wurde für alle vier Mannschaften somit zum „Decisionday“ und es hieß „do or die“. Ins Halbfinale kamen an diesem Tag sowohl Köln als auch Augsburg in zwei sehr knappen und nervenzerreissenden Partien. Köln gewann 3:2 und Augsburg 2:1.

Und wie geht es nun weiter?
Das Viertelfinale ist mit dem gestrigen Sonntag und zwei letzten Spielen der DEG gegen den AEV und des KEC gegen den ERCI zu Ende gegangen. Gewonnen haben Köln und Augsburg und ziehen somit ins Halbfinale ein. Die Paarungen hier stehen nun fest: Mannheim spielt gegen Köln und München spielt gegen Augsburg. Die Paarung hängt von der Platzierung der Hauptrunde ab. Mannheim stand auf Platz eins und München auf Platz zwei, da Augsburg besser palettiert war als Köln auf Platz 3, darf der AEV gegen München antreten und Mannheim muss gegen den Schlechtplatzierten Köln ran.

Im Halbfinale geht es dann im „Best-of-seven“ – Modus weiter und zu erhoffen bleiben weitere lange, spannende und enge Serien auch gegen die zwei Großen München und Mannheim.

Diese Woche … bei ratiopharm Ulm KW 13

Von Tobias Fenster

Der Überblick

Heimspiel gegen Braunschweig, das war in den letzten 11 Jahren immer ein Sieg für die Ulmer. Aber Braunschweig ist diese Saison wieder richtig stark, stand vor der Partie auf Platz 7 und damit vor Ulm. Und auch das Hinspiel ging mit 5 Punkten Vorsprung an Braunschweig. Entsprechend groß dürfte die Erleichterung im Ulmer Lager gewesen sein, dass mit 93:84 nicht nur der Sieg gegen den Playoff-Konkurrenten gelang, sondern auch der direkte Vergleich gesichert wurde, so dass Ulm für den Moment wieder an Braunschweig vorbei auf einen Playoff-Platz rückt. Allerdings waren wieder die bekannten Schwächen wie schon die ganze Saison zu sehen: Defensiv immer wieder Phasen mit unerklärlichen Aussetzern – diesmal v.a. am Anfang der Partei – und schwer nachvollziehbare Turnover ohne den ganz großen gegnerischen Druck. Unterm Strich steht dennoch ein verdienter Sieg und auch eine der besseren Saisonleistungen.

Hier der Link zur Zusammenfassung bei MagentaSport

Die harten Fakten

Mit 36:34 das Reboundduell gegen eine der stärksten Reboundmannschaften der Liga gewonnen, mit 17:23 auch weniger Ballverluste produziert als der Gegner, das liest sich nicht falsch aus Ulmer Sicht. Allerdings muss man gerade bei den Ballverlusten wohl eher die Ursache in Braunschweig suchen, denn 23 sind ein verheerender Wert (Saisonschnitt 12,5) und mit den eigenen 17 wird auch Thorsten Leibenath in Ulm nicht glücklich sein. Ebenfalls auffällig: Die Serie an Spielen mit unterirdischer 3er-Quote der Ulmer hält an, in den letzten vier Spielen wurden gerade mal 15 von 72 Versuchen (knapp 21%) getroffen. Dass Ulm trotzdem zum dritten Mal in Folge mehr als 90 Punkt erzielt, ist bemerkenswert. Umso schmerzlicher fehlt weiterhin mit Per Günther der frisch gebackene Sieger des 3-Punkt-Wettbewerbs der BBL, aber Katin Reinhardt hat mit engagierter Defensive und sich stabilisierender Offensive auch Hoffnung auf Besserung gemacht. Und der härteste aller Fakten ist sowieso 1 Sieg Ulm, 0 Siege Braunschweig.

Hier Link zum Nachbericht und Box-Score bei der BBL

Darüber war zu reden

Für mehr und sicher vor allem nachhaltigere Aufmerksamkeit als ein ganz normales Bundesligaspiel hat Ulm Ende letzter Woche gesorgt. Da wurde in einer Pressekonferenz bekannt gegeben, was laut Geschäftsführer Dr. Thomas Stoll schon 2,5 Jahre in Arbeit ist, aber wohl die meisten doch überrascht hat: Thorsten Leibenath wird nach acht Jahren im Sommer 2019 sein Traineramt aufgeben, dafür allerdings die neu geschaffene Position als Sportdirektor übernehmen. Dabei wird er neben der Verantwortung für den Profibereich auch die Leitung des spitzensportorientierten Nachwuchses übernehmen, gemeinsam mit Chris Ensminger. Im sogenannten “Team Orange Player Development” sollen in Deutschland Maßstäbe für die Nachwuchsförderung gesetzt     und gezielt noch mehr Spieler an den Profibereich herangeführt werden als das ohnehin schon passiert. Nicht nur, aber auch mit Thorsten Leibenath, Chris Ensminger und Igor Perovic sowie nicht zuletzt Dr. Thomas Stoll arbeitet da jetzt sehr beeindruckende Kompetenz an der Ulmer Zukunft, vom Großprojekt “Orange Campus” (https://orangecampus.one/) ganz zu schweigen. Wer neuer Trainer der Profis wird, entscheidet sich erst im Sommer.

Unsere persönlichen Favoriten

Ich bin kein großer Fan der Spielweise von Patrick Miller, aber 23 Punkte bei 75% aus dem Feld und 9/10 Freiwürfen kombiniert mit 12 Assists, 5 gezogenen Fouls, 3 Steals, 3 Rebounds und 0 (!) Turnovern, das ist einfach eine extrem beeindruckende Statline. Zu Wünschen wäre dem zweifelsohne sehr sympathischen Amerikaner und seinem Team, dass es zukünftig konstanter zumindest in etwa so ähnlich läuft. Aber auch Javonte Green stellt mit 6 Steals einmal mehr seinen Ruf als Gambler in der Defense unter Beweis, der das aber durchaus erfolgreich macht.

Das steht an

Zuerst beim EuroCup-Finalisten ALBA Berlin (Tabellen-5.), dann beim Lokalrivalen Ludwgsburg (9.) und schließlich gegn Würzburg (8.). Ein einfaches Programm sieht anders aus und wenn die Ulmer in zwei Wochen nicht mehr auf einem Playoff-Platz stehen sollten, dürfte das niemanden komplett verwundern. Umgekehrt könnte es schlechtere Momente geben, um gegen ALBA zu spielen und was gibt es besseres für die Playoff-Chancen als die direkten Kontrahenten zu besiegen?

Diese Woche … in der österreichischen Bundesliga, KW 13: Die Lex Salzburg

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Die österreichische Bundesliga nahm am vergangenen Wochenende den Spielbetrieb wieder auf. Alle Teams haben über die Bundesliga-Pause mindestens die Hälfte ihrer Punkte verloren. Erstmals tritt eine Liga-Reform in Kraft, die für mehr Zuseher in den Stadien, Spannung, und einer Wertsteigerung der Marke Österreichische Bundesliga sorgen soll. Warum der Schuss nach hinten losgehen kann.

Zwölf Mannschaften spielen seit der aktuellen Saison in Österreichs höchster Spielklasse. Nach einer Hin- und Rückrunde, also nach 22 Spieltagen, wurde die Tabelle entzweit. Die Top-6 machen sich ab sofort in einer gesonderten Wertung untereinander den Meister aus, die Bottom-6 kämpfen primär gegen den Abstieg. 

Zudem wurden alle Punkte, die in den ersten 22 Runden gesammelt wurden, halbiert. Es gibt keine halben Sachen: Bei einer ungeraden  Punktezahl wurde abgerundet.

Als zusätzliches Zuckerl für die Teilnehmer in der sogenannten Qualifikationsrunde winkt die ziemlich utopische Chance, einen Startplatz in der Europa-League-Qualifikation zu erkämpfen. Der Beste der Quali-Runde muss sich gegen einen Teilnehmer der Meistergruppe durchsetzen, um sich ein Hin-, und Rückspiel gegen einen weiteren zu erspielen. Alle drei Matches sollen allerdings innerhalb von einer Woche stattfinden, die Belastung für den Quali-Gruppen-Sieger wäre enorm.

Was für das neue Liga-Format spricht

Spannung: Mit Red Bull Salzburg gibt es ein Team, das aufgrund der finanziellen Möglichkeiten, aber auch aufgrund der Infrastruktur und der effizienten Kaderschmiede über allen anderen Vereinen steht. Das macht sich Jahr für Jahr im Ligabetrieb bemerkbar: In den letzten fünf Jahren ging die Schale nach Salzburg, nur drei Mal in den vergangenen zwölf Saisons hieß der österreichische Meister nicht Red Bull Salzburg.
Obwohl auch in dieser Saison drückend überlegen, ist das Meisterrennen Anfang April noch nicht entschieden. Nach der Punkteteilung liegt Salzburg plötzlich nur noch vier Punkte vor dem zweitplatzierten LASK. In diesem Punkt ist also deutlich länger für Spannung im Rennen um den Meistertitel gesorgt.

Spannung! Zudem muss festgehalten werden, dass vor allem die vier Runden nach der Winterpause die attraktivsten der bisherigen Saison waren. SK Rapid verfehlte die Top-6 sensationell, während etwa kleine Vereine wie der WAC und St. Pölten in der Meistergruppe spielen.

Zuschauer: In den ersten vier Frühjahrsrunden im Vergleich zu den 18 Runden im Herbst kamen durchschnittlich 525 Zuschauer pro Spiel mehr ins Stadion. Die Bundesliga lobt sich selbst dafür: „Die erste Entscheidungsphase des neuen Spielmodus hatte somit bereits einen spürbaren positiven Effekt auf die Zuschauerzahlen der Klubs.“ 9/12 Klubs verzeichneten zudem ein zum Teil deutliches Plus gegenüber dem Vorjahr.

TV-Quoten? Ob sich dieser Trend auch bei den Einschaltquoten im TV niederschlägt, ist schwierig zu sagen. Seit der aktuellen Saison ist Sky alleiniger Rechteinhaber, dem ORF fiel das wöchentliche Sonntagsspiel weg. Der Pay-TV-Sender gibt nur unregelmäßig Auskunft über seine Quoten. Klar ist, dass der Wegfall von Live-Übertragungen im Free-TV den Sponsoren nicht gefallen.

Was gegen das neue Liga-Format spricht

Trainer-Umwälzungen: Sage und schreibe acht von zwölf Bundesliga-Vereinen haben vor der Liga- und Punkteteilung ihren Trainer ausgewechselt. Heiko Vogel, bis November Trainer beim SK Sturm, gab vor Kurzem in der Big Show Einblicke in seine Arbeit in Graz und deutete an, kein großer Fan des Liga-Formats zu sein. Nur Salzburg, LASK, Hartberg und der WAC bauen weiterhin auf den Trainer zu Saisonbeginn. Entwicklungsarbeit mit Weitblick oder Förderung von (österreichischen) Talenten wird so zunehmend schwieriger.

Zuckerl für Qualifikationsrunde? Mattersburg-Coach Klaus Schmidt gilt als einer der wenigen Trainer, die sich Kritik an der Liga-Reform zumuten. Ich habe ihn vor wenigen Wochen interviewt, er nannte die Anreize in der Qualifikationsrunde eine „Augenauswischerei“ und fürchtet den Absturz der Bottom-6 in die Belanglosigkeit.

Klimax früher: Keine ernstzunehmende Liga wird im Playoff- oder Teilungs-Modus gespielt. Indem man in Österreich zu diesem Mittel greift, disqualifiziert man sich zum Teil selbst und gesteht sich ein, dass das Produkt nicht attraktiv genug ist. Außenstehende wie etwa Heiko Vogel halten immer wieder fest, dass sich die österreichische Liga für schlechter verkauft, als sie eigentlich ist.

Diese Woche … auf der WTA-Tour, KW 13

Siegerin der Woche

Ashleigh Barty. Größter Karriere-Erfolg in Miami beim Premier-Mandatory-Turnier und der erstmalige Einzug unter die Top Ten. Im Finale profitiert sie ein bisserl davon, dass Karolina Pliskova nicht mehr ganz frisch wirkt, aber geschenkt. Das Tennis von Ash ist zauberhaft schön, angefangen beim sehr geschmeidigen Aufschlag über die wunderbar geslicete Rückhand hin zur Vorhand mit Topspin.

Anmerkung der Woche

Die Veranstalter haben den Umzug von Key Biscayne in das Stadion der Miami Dolphins naturgemäß gefeiert. Viele Plätze sind dennoch leer geblieben, auch die, für die tatsächlich Tickets verkauft worden sind. Dass die Kamera-Winkel auch nicht vom allerfeinsten war, hat der Atmosphäre im Hard Rock Stadium nicht geholfen. Weder bei den Damen noch bei den Herren.

Der Aufreger der Woche

Ein kleiner Aufreger, zugegeben. Aber Angie Kerber war um halb zwei Uhr Früh am vergangenen Sonntag in Miami alles andere als amused über Bianca Andreescu, die sich, wie schon in Indian Wells, im dritten Satz eine Rund-Um-Sorglos-Behandlung bei der Physiotherapeutin geholt hat. Kerber verlor den Satz, also auch das Match. Und ein bisserl auch die Contenance. Den TV-Mikros sei Dank wissen wir jetzt, wer die größte Drama Queen aller Zeiten ist: Andreescu nämlich. Die eher humorlose WTA allerdings hat dafür gesorgt, dass in ein paar Jahren nur noch das blanke Ergebnis zu lesen sein wird, nicht aber der spannende Nachklapp.

Was ein kleiner Pep-Talk, von wem auch immer, aber ausmachen kann, hat Angie ein paar Stunden nach dem Match dann höchstselbst gezeigt.