Der Tag, 29.05.: Kepler, Nadal, Chelsea

Frühmorgens

MLB – Max Kepler ist momentan nicht zu bremsen. Beim 5:3-Sieg seiner Twins gegen die Brewers erzielte Kepler mit einem Hit im siebten Inning 2 RBIs und konnte anschließend noch einen Run scoren. Die Twins sind mittelerweile der klare Favorit auf den Divisiontitel der AL Central.

 

Nachmittags

Giro – Nans Peters gewann die 17. Etappe, nachdem er sich aus einer Ausreißergruppe absetzten konnte. Gesamtführender Richard Carapaz konnte seinen Vorsprung auf Primoz Roglic und Vicenzo Nibali weiter ausbauen und ist damit dem Gesamtsieg ein Stück näher.

ATP-Tour – Yannick Maden bekam im Zweitrundenmatch gegen Rafel Nadal beim 1:6, 2:6, 4:6 eine Lehrstunde im Sandplatztennis verpasst. Auch Oscar Otte hatte gegen Roger Federer keine Chance, kam beim 4:6, 3:6, 4:6 zumindest etwas besser weg. Philipp Kohlschreiber verlor überraschend gegen den auf das Doppel spezialisierten Nicolas Mahut mit 3:6, 3:6, 3:6. Mehr zu sagen hatten sich Grigor Dimitrov und Marin Cilic. Dimitrov gewann nach fast 4:30 Stunden mit 6:7, 6:4, 4:6, 7:6, 6:3. Ebenso lange spielten Pierre-Hugues Herbert und Benoit Paire. Paire behielt nach einem tollen Match mit 6:2, 6:2, 5:7, 6:7, 11:9 ganz knapp die Oberhand.

WTA-Tour – Geheimfavoritin Kristina Mladenovic verlor überraschend deutlich 2:6, 1:6 gegen Petra Martic. Kiki Bertens musste nach nur vier Spielen gegen Viktoria Kuzmova aufgeben. Karolina Pliskova gewann dafür deutlich mit 6:2, 6:2 gegen Kristina Kucova. Garbine Muguruza machte es gegen Johanna Larsson ebenfalls deutlich und siegte 6:4, 6:1.

 

Abends

Handball-Bundesliga – Keine Vorentscheidung am vorletzten Spieltag im Meisterschaftskampf. Der THW Kiel siegte 34:26 in Lemgo, sodass der SG Flensburg-Handewitt (26:18 gegen die Füchse Berlin) am letzten Spieltag ein Remis zum Titel reicht.

Europa-League – Der FC Chelsea ist der Titelträger 2019. Im London Derby gegen Arsenal drehten die Blues in der zweiten Halbzeit mächtig in der Offensive auf und erzielten vier Treffer. Auch das zwischenzeitliche 1:3 der Gunners konnte keine Gefahr mehr bringen. Arsenal verspielt damit in Baku die Chance auf eine Champions-League-Teilnahme.

Diese Woche … bei Fortuna Köln, KW 22

Mehr als nur Fußball – das Mittelrheinpokalfinale zwischen Alemannia Aachen und der S.C. Fortuna Köln

von Josina Anraad

Letzten Samstag stand am Finaltag der Amateure das letzte Spiel der Saison für den S.C. Fortuna Köln im Bonner Sportpark an. Im Finale des Mittelrheinpokals ging es nicht nur um den Sieg, sondern gleichzeitig auch um die Qualifikation für die erste Hauptrunde des DFB-Pokals in der Saison 2019/20.

In Köln erinnert man sich beim Gedanken an den DFB-Pokal immer noch an das Pokalfinale (Vorschlag: Herzschlagfinale) der Saison 1982/83, als die Fortuna gegen den Stadtrivalen des 1. FC Kölns im neugebauten Müngersdorfer Stadion 1:0 unterlag. Einen Erfolg konnte die Fortuna indes im Pokalspiel der Saison 1971/72  im Stadion an der alten Radrennbahn in Müngersdorf feiern. Der damals 19-jährige Uli Hoeneß schoß das 0:1 für den FC Bayern München, doch die Fortuna konnte das Spiel drehen und mit einem 2:1 in die nächste Runde einziehen. Nach dem Spiel hatte Hans „Schäng“ Löring sich in den Kopf gesetzt, den jungen Hoeneß nach Köln zu holen. Wie die Geschichte zeigt, hat der Wurstfabrikant allerdings in München und nicht in Köln sein Fußballimperium aufgebaut.

Das letzte Mal konnte die Fortuna sich 2013 für die Teilnahme zum DFB-Pokal qualifizieren, als sie das Mittelrheinpokalfinale gegen Alemannia Aachen mit 2:1, ebenfalls im Bonner Sportpark ausgetragen, gewann.

Diese Geschichte wollte die Fortuna nun wiederholen. In der dritten Minute konnte der Kölner Club nach einem frühen Tor durch Kyereh Mensah in Führung gehen. Der etatmäßige Verteidiger wurde wegen großer Personalsorgen durch Trainer Oliver Zapel als Mittelstürmer aufgestellt. Der Treffer ließ die Fans der Fortuna nach einer schlechten Saison kurzfristig auf den Sieg hoffen. Doch Aachen erhöhte ab der zehnten Minute den Druck, kam aber bis kurz vor der Halbzeitpause zu keinem erfolgreichen Abschluss. Erst in der Nachspielzeit traf Imbongo Boele zum 1:1 Ausgleich. Kurz nach Anpfiff der zweiten Halbzeit erhöhte die Alemannia durch Batarilo-Cerdic zum 2:1. Der Fortuna fehlten in der zweiten Halbzeit die Mittel, um den Sieg der Aachener noch einmal zu gefährden. In der 85. Minute war dann das Finale vorzeitig durch ein Tor des Mittelfeldspielers Glowacz entschieden und die Alemannia das erste Mal seit sieben Jahren für den DFB-Pokal qualifiziert.

http://www.kicker.de/news/video/2039863/video_pokal-sieg-gegen-fortuna_alemannia-aachen-ist-zurueck-im-dfb-pokal.html

Nach dem Schlusspfiff zum 3:1 begannen euphorisierte Alemannia Fans den Platz zu stürmen und liefen auf den Fortuna Block zu, in dem sich auch die Sitzplätze der Aachener Fans befanden und später die Siegerehrung stattfinden sollte. Aus dem Fortuna Block schallten den Aachenern einige „Nazis raus“ Rufe entgegen, denn bei genauerer Betrachtung ließen sich auf der Kleidung einiger Fans auf dem Platz rechte Symboliken erkennen, unter anderem auch ein Hakenkreuz auf dem Rückenteil einer Kutte.

Dies ist nicht ungewöhnlich. Die Aachener-Ultra Gruppierung Karlsbande ist immer wieder wegen rechtsradikaler oder rechtsoffener Verbindungen in den Medien. Der Konflikt zwischen der Karlsbande und der Aachen Ultras (ACU) ist unteranderem ein Beispiel für Diskriminierung in der deutschen Fußball-Fanszene. Anhand dieses Beispiels zeigt sich, das zwar ein Rückgang von sicht- und hörbarem rechtsextremem Verhalten, aber kein Verschwinden zu beobachten ist. Die ACU ist eine seit 1999 aktive Fangruppierung des Fußballclubs Alemannia Aachen. Nachdem Mitte der Nullerjahre einige Mitglieder rechte Positionen vertraten, wurde jahrelang über die politische Ausrichtung innerhalb der Gruppe debattiert. Vor diesem Hintergrund hat sich 2010 die Ultra-Gruppierung Karlsbande von den Aachen-Ultras abgespalten. Seitdem steht die Karlsbande in Verbindung mit der verbotenen Neonazi-Kameradschaft „Aachener Land“ und der rechtsoffenen Hooligan-Gruppierung „Westwall“. Die Karlsbande vertritt unter anderem die Forderung, alte Werte mit dem Leitbild von traditioneller und gewalttätiger Männlichkeit wiederherzustellen. Diese alten Werte hauptsächlich Meinungsfreiheit sowie kein Auftreten antifaschistischer Gruppen im Stadion – da fehlt irgendetwas. Im Gegensatz zur Karlsbande blieben die ACU nach der Spaltung eine Gruppe junger engagierter Menschen, die sich auch im Stadion gegen Rassismus und Diskriminierung positionierte. Die politischen Differenzen beider Gruppen führte zwangsläufig zum Konflikt, welcher 2011 anfing zu eskalieren. David, ein Mitglied der ACU, beschreibt gegenüber der Bundeszentrale für politische Bildung den Beginn der Eskalation. Angefangen hat es mit Ansagen und Pöbeleien. Im Verlauf spitzte sich die Situation in Aachen immer weiter zu und mündete in dem härtesten Eskalationspunkt, dass ein ACU Mitglied zu Hause aufgesucht und während er schlief zusammengeschlagen wurde. Bei der Tat wurde aus der Wohnung des Opfers ein Fanschal entwendet. Dieser Akt lasse darauf schließen, dass die Täter aus der Fanszene stammen. Während der gesamten Zeit in denen die Karlsbande immer wieder gewaltsam gegen die ACU vorgegangen ist, wurde die ACU von der Stadt, dem Verein und auch der Zivilgesellschaft nicht unterstützt. Daraus resultierte in letzter Konsequenz, dass die ACU 2013 ihren Rückzug bekannt gab und nun nicht mehr im Stadion auftritt.

Die ACU stellt kein Einzelbeispiel dar. Bei mehr als 20 Profivereinen in Deutschland ist dieser Konflikt zwischen antidiskriminierenden Fans und einem Zusammenschluss aus Hooligans, Neonazis und rechtsoffenen Ultras zu beobachten. Dies lässt sich vor allem auf ein Gewaltmonopol der Hooligans zurückführen, die in der Hierarchie über den Ultra-Gruppen stehen. So kommen demokratische Prozesse in den Fankurven zum Erliegen und Fangruppen, die eine antidiskriminierende Position im Stadion vertreten, werden durch Einschüchterung und Androhung von Gewalt zum Schweigen gebracht.

Claus, Mitglied der Kompetenzgruppe Fankulturen & Sport bezogene
 Soziale Arbeit (KoFaS), stellt die Problematik heraus, dass vor allem auf lokaler Ebene die politische Brisanz und die politische Dimension des Konflikts oftmals unterschätzt werde. Sowohl Vereine als auch Politik müssten es ermöglichen, eine sensibilisierte Fußball-Fanszene zu stärken, damit diese aus sich heraus, gegen Diskriminierung in all ihren Facetten arbeiten könne.

Die Karlsbande ist ein Beispiel dafür, dass es bei einem Pokalfinale zwar um Sieg oder Niederlage geht, aber der Fußball nicht die Schattenseiten der deutschen Fußball-Fanszene überdecken kann.

 

Diese Woche … bei den Füchsen Berlin, KW 22

Von Heiko Eisser

Der Start in die letzten Spieltage der Saison ist den Füchsen geglückt. Gegen die Rhein Neckar Löwen bestanden und im Rennen um die internationalen Plätze wichtige Punkt eingefahren. Nun heisst es in den letzten beiden Saisonspielen die Konzentration hochhalten und so agieren wie in der ersten Halbzeit gegen die Löwen. Dann dürfte der EHF-Cup in der kommenden Saison wieder in der Max-Schmeling-Halle Station machen.

Den Löwen gezähmt

Gegen die Rhein Neckar Löwen hatten die Mannen von Trainer Velimir Petkovic im DHB-Pokal nach einer stark umkämpften Partie nach der Verlängerung gewonnen. Zu dieser Zeit waren beide Teams noch auf der Höhe ihrer Schaffenskraft und beide voll auf Kurs.
Jetzt zum Ende der Saison liessen beide Mannschaften Federn. Die Löwen mussten bereits im Februar den Kampf um die Meisterschaft als beendet ansehen. In der Champions League war ebenfalls früher Schluss als es sich das Team von Weltmeister-Coach Nikolaj Jacobsen ausgerechnet hatte.

Gegen die Füchse starteten die Löwen nun mit einigen Verletzungssorgen in die Partie; für die Position am Kreis war nur Nationalspieler Janine Kohlbacher angereist. Die Hausherren hingegen traten fast in Bestbesetzung an. Diese nutzten die Hausherren für sich und führten schnell mit 2:0. Die Löwen gingen danach konzentrierter ans Werk und hatten bis zur zehnten Minuten ein 5:5-Ausgleich geholt. Die Partie schien wieder offen.

Doch dann brachen die Löwen unerwartet ein. Unnötige Ballverluste und klare Chancen zum Abschluss wurden nicht verwertet. Die Füchse nutzten hingegen ihrerseits die Möglichkeit die Bälle im Tor von Appelgren zu versenken. Als Zuschauer rieb man sich verwundert die Augen, als die Berliner in der 26.Minuten mit acht Toren führte

In dieser Phase wussten die Füchse den Angriff- / Abwehrwechsel in der Formation der Mannheimer zu nutzen. Dadurch das zwei Spieler wechselten, konnten sich die Füchse schnell in der Abwehr aufbauen. Die Löwen mussten sich ihre Tore hart erarbeiten. An Tempogegenstöße war für Andy Schmid & Co nicht zu denken. Durch das konzentrierte Spiel der Hauptstädter gingen die Füchse mit einer 20:14 in die Pause. Trainer Jacobsen war schon in der Auszeit kurz vor der Unterbrechung alles andere als amüsiert über die Leistungen seines Teams.

Hatte Torhüter Silvio Heinevetter für die Füchse in der ersten Hälfte schon grossartige Paraden gezeigt, musste er in Halbzeit zwei noch mal eine Schippe drauf packen. Die komfortable Führung schien die Berliner Mitte der zweiten Hälfte allerdings eher zu lähmen anstatt diese zu beflügeln.

Die 28:21-Führung der Füchse in der 45.Minute nahm Andy Schmid als Startschuss um seinerseits das Team der Löwen wieder in die Partie zu bringen. Unterstützt von Mikael Appelgren im Tor gingen sie im Angriff nun auf den zusätzlichen Feldspieler und verkürzten Tor um Tor den Rückstand.

Beim 34:33 hatte Hans Lindberg die Möglichkeit, die Partie per Siebenmeter vor zu entscheiden. Doch im Gegensatz zur restlichen Partie wurde der Wurf durch Löwen Torhüter Appelgren gehalten. Der Ausgleich im Gegenstoß blieb den Löwen jedoch in Form von Heinevetter verwehrt. Somit bleiben die Füchse weiterhin eine Auswärtshürde, die die Löwen ungern nehmen dürften. In den letzten zehn Jahren gab es für die Mannheimer nur einen Sieg in der Hauptstadt.

Für die Füchse waren diese eher unerwarteten Punkte im Kampf um die internationalen Plätze wohl mehr wert als nur die entsprechenden zwei Zähler. Mit dem Sieg verteidigten die Füchse Rang fünf in der Tabelle und stehen zwei Spieltage vor Ende der Saison auf einem der internationalen Plätze. Melsungen punktgleich auf Platz sechs und Aufsteiger Bergischer HC zwei Punkte dahinter auf Rang sieben.


Endspurt nach Europa

Am Mittwoch gehts für die Hauptstädter nun zum (wahrscheinlichen) zukünftigen Meister Flensburg-Handewitt. Dort einen Sieg oder Punkte zu holen war für die Hauptstädter in den vergangenen Jahren eher schwierig. Lediglich im DHB-Pokal 2014 wurde ein Sieg eingefahren. In 27 Spielen gegen die SG konnten die Füchse bisher nur fünf Spiele für sich entscheiden.

Am Spiel gegen die Rhein Neckar Löwen konnte man jedoch sehen, dass gegen ambitionierte Teams der Liga Siege möglich sind. Die Leistung, besonders während der ersten 30 Minuten, zeigte, dass die Füchse in der Qualität eines Champions League Teilnehmers agieren kann. Besonders Fabian Wiede zeigte mit seiner Übersicht und großartigen Anspielen seine Klasse. Wiederholt konnte er seine Teamkollegen in aussichtsreiche Positionen bringen, die diese zum erfolgreichen Abschluss nutzten. Besonders Paul Drux demonstrierte in der Partie seine Stärken und erzielte acht Tore.

Die Flensburger sind in dieser Saison zu Hause in der HBL nur gegen den SC Magdeburg bezwungen worden. Doch die Magdeburger geniessen hier einen Sonderstatus, da sie das einzige Teams sind, welches den Flensburgern keinen Punkt überliesen und beide Partien für sich entscheiden konnten.
Gegen die Füchse dürfte allerdings die Flens-Arena im letzten Heimspiel ausverkauft sein und somit der achte Spieler von aussen sehr einflussreich sein. Die Hand an der Schale sollte Ansporn genug sein, diesen Sieg zu holen.

Am letzten Spieltag reisen die Flensburger zum Bergischen HC, der seinerseits noch um den Einzug in den EHF-Cup spielen wird. Gegen die Rheinländer gestaltete sich das Hinspiel in Flensburg sehr eng und das Team um Kapitän Tobias Karlsson konnten sich mit zwei Toren und einem 25:23 durchsetzen. Der HC hingegen ist in seiner Aufstiegssaison zu Hause eine schwer zu bezwingende Mannschaft. Getragen von den Zuschauern war auch für die Füchse im Auswärtsspiel nichts zu holen.

Die Berliner erwarten am 09.06.2019 zum letzten Heimspiel die HSG Wetzlar. Eine lösbare Aufgabe für die Füchse, doch vorher steht noch ein spielfreies Wochenende an um die Kräfte für diese Aufgabe zu sammeln. Im Endspurt nach Europa werden diese neu mobilisierten Kräfte sehr nötig sein.

Der Tag, 28.05.: Bruins, Zverev, Vechta

Frühmorgens

NHL – Das erste Spiel der Stanley Cup Finals startete spektakulär. Nach 23 Minuten führten die Blues mit 2:0, doch die Gastgeber aus Boston drehten anschließend die Partie komplett und gewannen mit 4:2. Durch dieses Comeback gehen die Bruins damit 1-0 in Führung.

MLB – Die Red Sox starteten in eine Serie von vier Spielen gegen die Indians. 12:5 gewannen die Red Sox, da vor allem im fünften Inning das Pitching der Indians sechs Runs zugelassen hat. Mit einem 29-25-Record liegen die Red Sox aus Platz Drei der AL West.

 

Nachmittags

WTA-Tour – Für Mona Barthel war bereits nach der ersten Runde Schluss bei den French Open. 2:6, 4:6 verlor die Neumünsteranerin gegen Caroline Garcia. Viktoria Azarenka siegte 6:4, 7:6 gegen Jelena Ostapenko. Simona Halep gönnte sich im zweiten Satz gegen Ajla Tomljanovic eine kleine Auszeit, siegte am Ende 6:2, 3:6, 6:1. Schwerer tat sich Naomi Osaka, die kurz vor dem Matchverlust stand, am Ende aber die komplette Partie drehen konnte und mit 0:6, 7:6, 6:1 gegen Anna Schmiedlova gewann.

ATP-Tour – Alexander Zverev lebte wieder seine Vorliebe für Fünf-Satz-Matches aus. 7-6(4) 6-3 2-6 6-7(5) 6-3 siegte Zverev gegen John Millman, dabei wirkte Zverev in den Sätzen Drei und Vier wieder unkonzentriert und brachte Millman so immer besser ins Spiel. Cedric-Marcel Stebe hatte weniger Lust auf fünf Sätze, verlor chancenlos 1:6, 1:6, 4:6 gegen Karen Khachanov. Juan Martin del Potro zog mit einem 3:6, 6:2, 6:1, 6:4 gegen Nicolas Jarry in Runde Zwei ein.

Giro – Giulio Ciccone gewann die diesjährige Königsetappe nach Ponte die Legno. Ciccone, der sich aus einer Ausreißergruppe heraus durchsetzten konnte, ist auch der Führende der Bergwertung. Richard Carapaz verteidigte seine Gesamtführung.

 

Abends

Relegation 2. Bundesliga – Der SV Wehen ist nach zehn Jahren zurück in der zweiten Bundesliga. Mit 3:2 siegten die Wiesbadener beim FC Ingolstadt 04 und setzten sich damit durch die Auswärtstorregel durch. Die Ingolstädter müssen damit nun also doch in die dritte Liga absteigen. Der Twitter-Account des Aufsteigers wirkte anschließend geradezu beschwingt.

BBL – Aufsteiger SC Rasta Vechta steht im Halbfinale der BBL-Playoffs! In einer sehr abwechslungsreichen Partie setzten sich die Gäste mit 90:86 durch und schickten Brose Bamberg damit in den Urlaub. Trotz einer deutlicheren Führung von zehn Punkten im dritten Viertel, kämpfte sich die Mannschaft aus Vechta mit seinem physischen Spiel zurück in die Partie und siegte am Ende mit einem Lauf von acht Punkten.

Diese Woche bei … Rot-Weiß Köln, KW 21

Von Markus Lehnen

Nachtrag Saisonfazit 1. Damen Rot-Weiss Köln
Mittlerweile wurden noch die Abgänge der 1. Damen zur Saison 2019/20 verkündet. 

 

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Eine durchwachsene Saison 18/19 geht zu Ende ✅ aber eins steht fest, wir kommen stärker zurück und wollen wieder ganz oben mitspielen! 💪🏽❤️ Fettes Danke an unsere Spielerinnen: Nici Pahl @nicipahl, unser Ruhepol im Mittelfeld,die nach 10 Jahren im rot-weissen Trikot,diversen DM-Titeln und vielen geilen Momenten nun ihre Karriere beendet. Ebenso wie Jule Krawatzky, unser Alles-oder-Nichts-Rockstar aus dem Osten, die, die letzten 5 Jahre hier bei uns spielte und 2014 mit Deutscher Meister wurde! Unser american girl Sarah Sprink @sarahsprink (leider die Rückrunde verletzungsbedingt ausgefallen) hat vor 3 Jahren erst den Weg zu uns gefunden,zieht nun aber Jobbedingt nach München. Wir wünschen euch dreien das Beste und bedanken uns für die geilen Jahre!!! ❤️⚪️ Danke natürlich auch an alle Fans, die uns in diesem Jahr begleitet haben, wir freuen uns auf die nächste Saison! ❤️⚪️ Eure 1. Damen

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Saisonfazit 1. Herren Rot-Weiss Köln

Der Traum das Final 4 in Krefeld als Meister zu beenden, war für die 1. Herren von Rot- Weiss bereits am Samstagabend beendet.

In einem, wie erwartet, spannenden Spiel unterlagen die Domstädter dem Mannheimer HC mit 2:3 (0:2). Dabei traf, wie von mir im Ausblick vermutet, Mannheims Strafeckenspezialist Gonzalo Peillat zum 1:0 des MHC, während Tom Grambusch bei den Kölnern ohne Erfolg blieb. Sicher war die Strafeckenverwertung nicht der Hauptgrund für den Mannheimer Sieg, aber sicher ein Teil des Kölner Problems an diesem Samstagabend. Diese Probleme wurden richtig groß, als Haase kurz vor der Pause auf 2:0 für Mannheim erhöhte.
Hoffnung kam auf, als die Rot- Weiss Jungs stark aus der Halbzeit kamen und eine Strafeckenvariante durch Johannes Große zum 1:2 Anschlusstreffer nutzen konnten. Keine 2 Minuten später erhöhte jedoch Mannheims Nationalspieler Tino Nguyen, per Stecher, wieder auf den alten 2 Tore Halbzeitabstand.
Köln versuchte nochmal alles, hatte einige Chancen und erzielte 5 Minuten vor Schluss durch Jonas Gomoll in Unterzahl noch das 2:3. Anschließend nahm Trainer Andre Hennig den Torhüter für einen 11. Feldspieler vom Platz und riskierte damit alles. Beinahe hätte sich das Risiko ausgezahlt,  doch 2 Challenges für Strafecken brachten beim Videoschiedsrichter ebenso  nicht das gewünschte Ergebnis, wie die letzten Angriffe aus dem Spiel. Mannheim spielte die Zeit gekonnt herunter und zog vor 3800 Zuschauern, nicht unverdient, in das Finale um die deutsche Meisterschaft am Sonntag ein.

Für Rot-Weiss Köln endete damit diese Saison, wie die letzte, leider titellos.

Mit nicht weniger als acht Abgängen und fünf Neuzugängen startete Rot-Weiss in eine ungewisse Saison 2018/19. Die Qualität sollte stimmen, wurden doch mit Johannes Große  und Thies Prinz 2 aktuelle Nationalspieler verpflichtet. Insgesamt stellte Rot-Weiss zuletzt sogar acht deutsche Nationalspieler. Mit den Brüdern Christopher und Philipp Zeller hatten allerdings auch zwei langjährige Säulen des Vereins, und Doppelolympiasieger (2008 und 2012), ihre Karriere im Sommer 2018 beendet.

Als Besonderheit kam diese Saison hinzu, dass fünf Kölner Spieler (Mats Grambusch, Tom Grambusch, Marco Miltkau, Christopher Rühr und Johannes Große) im November/Dezember an der Weltmeisterschaft in Indien teilnahmen. Physisch und psychisch eine weitere Herausforderung für den Kern des Herrenteams von Rot-Weiss.
Trotz des stark veränderten Kaders, begann die Saison mit 6 Siegen und 9 ungeschlagenen Spielen. Die 1:6 Klatsche am 10. Spieltag beim Harvestehuder HTC machte aber bereits eine gewisse Inkonstanz deutlich, die das Team noch häufiger zeigen sollte. Sowohl im Herbst, als auch  im Frühjahr punktete man so konstant, dass der Final 4 Platz nie auch nur annähernd in Gefahr geriet. Immer wieder aber setzte es auch überraschende Pleiten, wie eine 2:3 Heimniederlage gegen Berlin oder eine 2:4 Schlappe, vor eigenem Publikum, gegen den UHC Hamburg.

Tragisch war die Finalniederlage in der European Hockey League, die über das Osterwochenende in Eindhoven stattfand. Trotz teilweise begeisternder Spiele und 3 Siegen, konnte man den Pokal nicht mit in die Domstadt bringen, weil man das Finale gegen die Belgier aus Waterloo, trotz langer Überlegenheit, verlor. Vielleicht waren es am Ende auch die Nuancen an Kraft, die fehlten um in Krefeld, nach einer langen Hockeysaison, den deutschen Meistertitel zu erringen. In einer, vor allem unter den ersten 3 Teams, enorm ausgeglichenen Spitzengruppe der Liga waren es Kleinigkeiten, die über Sieg und Niederlage entschieden.

Man darf gespannt sein, wie sich die Mannschaft von Trainer Andre Hennig zur neuen Saison verändert. Auf jeden Fall werden die Herren von Rot-Weiss auch im Kampf um die deutsche Meisterschaft 2019/20 wieder ein kräftiges Wort mitreden. Ich wünsche viel Glück und bedanke mich bei den Jungs für viele schöne Hockeymomente in der Saison 2018/19.

Final 4 in Krefeld

Am Sonntag fuhr ich mit einem meiner besten Freunde zum Final 4 nach Krefeld. Ich darf sagen, es war ein wirklich schönes, top veranstaltetes Event in idyllischer Umgebung. Nach 10 Minuten Shuttlebusfahrt vom Parkplatz eines nahe gelegenen Naherholungsgebietes (neben der örtlichen Müllverbrennungsanlage) gelangte man nämlich, gefühlt, tief in den Wald, wo der Crefelder HTC auf seiner Hockeyanlag eine beeindruckende Stahlrohrtribüne für 4680 Zuschauer errichtet hatte. Auch drum herum war einiges geboten. Einen Bereich mit Getränke- und Essensbuden, einer großen Bühne und mehreren Informations-, Werbe- und Verkaufszelten  konnte man ohne Ticket besuchen. Den Ticketinhabern wurden hinter der Tribüne noch einmal mehrere Buden, u.a. mit Verkaufsständen für Hockeyequipment, geboten.
Insgesamt ein Gelände was mir doch um einiges besser gefiel, als das was im Hockeypark Mönchengladbach aufgebaut worden war. Ein großes Lob muss hierbei an die unzähligen Volontärs ausgesprochen werden, die dieses Event erst ermöglichten und die einem jederzeit mit großer Freundlichkeit begegneten. Der Wurst kann ich allerdings leider nur eine 3+ Bewertung geben. Sie war von Geschmack und Konsistenz in Ordnung, hatte mit 3 Euro einen angemessenen Preis, kam an die Bratwurst bei Rot- Weiss (Note 2) allerdings nicht heran. Immerhin also ein Sieg für Rot-Weiss an diesem Wochenende.

Damen Finale Deutsche Meisterschaft:

Club an der Alster- Düsseldorfer HC 4:2 n.P. (1:1, 1:1)

Der Club an der Alster aus Hamburg hatte sich bereits am Samstagmittag, mit einem 5:0 gegen den UHC Hamburg, für das große Finale qualifiziert. Mehr Mühe hatten die deutschen Hallenmeisterinnen aus Düsseldorf, die einen 1:2 Halbzeitrückstand gegen den Mannheimer HC noch zu einem 3:2 Sieg drehen konnten.
Dennoch gingen die Mädels von CadA als Favoritinnen in das Spiel. Bei strahlendem Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen hatten sich bereits um 12 Uhr ca. 3200 Zuschauer auf der beeindruckenden Tribüne eingefunden. Von der Stimmung her war dieses Finale schon das Beste, was ich bisher im Hockey erlebt hatte.
Das Spiel konnte mit der Atmosphäre aber leider nicht ganz mithalten, dafür fehlte von Anfang an das Tempo im Spiel.
Die Hamburgerinnen hatten von Beginn an mehr Ballbesitz, fanden jedoch keine Lücken in der Düsseldorfer Abwehr. Der erste Gegenzug der DHC Mädels führte dann sofort zu einer Strafecke, auf die direkt eine zweite folgte. Und diese zweite Strafecke konnte Sabine Markert, mit einem Direktschuss halbhoch ins linke Eck, verwandeln.
Anschließend wurden die Norddeutschen zwar stärker, doch es brauchte einen Fehler im Spielaufbau Düsseldorfs, damit  Felicia Wiedermann, mit einem gekonnten Lupfer, zum 1:1 ausgleichen konnte.

Der Rest des Spiels ist dann schnell erzählt: Alster hatte die besseren Chancen, und den wesentlich längeren Ballbesitz, Düsseldorf bekam gute Konterchancen nie richtig zu Ende gespielt. Folgerichtig erlebte ich mein erstes Liveshootout, da beim Final 4 keine Verlängerung gespielt wurde.
Das Shootout trat in seine entscheidende Phase, als Sabine Markert als 4. Schützin ihres Teams, beim Stand von 2:3, Alster Torfrau Gibson aus gut 8m überlupfen wollte, diesen Lupfer  aber zu hoch ansetzte und den Ball deutlich über das Tor spielte. Ich fühlte mich sofort an den aus dem Fußball berühmten Panenkaelfmeter von 1976 erinnert, nur in Hockeyform, und, dass es diesmal nicht mit dem Tor klappte.

Anschließend verwandelte Victoria Huse sicher zur uneinholbaren 4:2 Führung und machte damit den insgesamt 2. Meistertitel für den Club an der Alster perfekt. Die Hamburgerinnen konnten in Krefeld das Potential ausschöpfen, dass sich bereits in ihrer überragenden Tordifferenz der regulären Saison zeigte. Da sie, anders als oftmals in der Saison, nicht im knappen Spiel, dem Finale, scheiterten,  kann man meiner Meinung nach von einen verdienten Damenhockey Meister 2019 sprechen.
Bild Frauen Finale 1 einfügen

Herren Finale Deutsche Meisterschaft

Uhlenhorst Mülheim- Mannheimer HC 5:4 (4:2)

Mit Fug und Recht kann ich sagen: WHAT A MATCH! Solch ein Hockeyspiel hatte ich live noch nicht gesehen. Das Publikum erlebte ein großartiges Spiel zweier Topmannschaften in einer tollen Atmosphäre vor 3800 Zuschauern. Die Mülheimer alleine besetzten mit geschätzten 700 mitgereisten Fans einen ganzen Block und machten eine Stimmung, die des Fußballs würdig war. Die Mannheimer waren zwar mit deutlich weniger Fans vor Ort, konnten sich aber akustisch ebenfalls durchaus bemerkbar machen.
Mülheim hatte sich durch ein klares 5:2 gegen den UHC Hamburg für das Finale qualifiziert, Mannheim schlug Köln, wie im RWK Fazit beschrieben, mit 3:2.
Den Spielbericht kann ich kurz halten, denn endlich einmal hat sich die ARD an ihren Breitensportauftrag erinnert und das Spiel im Rahmen der Sportschau gezeigt. Das bringt mich in die komfortable Situation, an dieser Stelle auf die bewegten Bilder verlinken zu können.

Erwähnen möchte ich aber, dass in einem irren 2. Viertel zunächst die Mannheimer ihre im 1. Viertel durchaus vorhandenen Vorteile zweimal in zählbares umwandeln konnte. Mit der direkten Antwort auf das 0:2 (1:2 noch in derselben Minute), explodierte der deutsche Rekordmeister aus Mülheim an der Ruhr allerdings und erzielte insgesamt 4 Tore in 12 Minuten zur 4:2 Halbzeitführung.
Nach der Halbzeit zeigte Mannheim eine tolle Moral und blieb jederzeit am möglichen Ausgleich dran. Leider, denn das Spiel hätte einen Shootout wirklich verdient gehabt, konnte man zum Ende des Spiels 3 Strafecken nicht nutzen und schaffte das 5:5 nicht mehr. Allerdings haben auch die Uhlenhorst Jungs alles getan, um von einem absolut verdienten deutschen Meistertitel sprechen zu können. An diesem, zum Zeitpunkt des Abpfiffs nur noch bedingt sonnigen, Sonntagnachmittag hätten beide Teams den Sieg verdient gehabt. Da Uhlenhorst aber die bessere reguläre Saison gespielt hatte,  sind sie meiner Meinung nach völlig verdient zum 18. Mal deutscher Feldhockeymeister der Herren geworden.

Bevor der große Regen kam, schafften wir es auch wieder zurück zum Auto und nahmen ein tolles Sporterlebnis mit zurück in die Domstadt. Einen Titel für Rot-Weiss gab es leider nicht, dafür aber ein wirklich tolles Final 4, dessen Besuch ich jedem Sportfan nur wärmstens empfehlen kann. Krefeld hat sich wieder um die Ausrichtung 2020 beworben und nach dem Erlebnis vom Sonntag hoffe ich , dass es auch wieder dort stattfinden wird.
Bild Finale Herren 1 einfügen

Die große Tipperei- Auflösung

Julia Busch sagte das 3:2 der DHC Mädels über Mannheim genau richtig voraus (4 Punkte+1 Punkt für die DHC Finalteilnahme). Bei den Herren tippte sie Uhlenhorst richtig ins Finale(1+1) und sagte mit den Mülheimern auch den richtigen Sieger voraus (2 Punkte). Das macht 9 Gesamtpunkte.
Jens Huiber tippte den Club an der Alster richtig ins Damenfinale (1+1) und sagte mit den Hamburgerinnen den richtigen Sieger voraus. Das war es allerdings auch schon, ergibt 4 Gesamtpunkte.
Ich tippte Alster, wenn auch mit viel zu wenig Differenz, ins Finale und dort zum Sieg (1+1 und 2 Punkte). Dazu hatte ich Düsseldorferinnen, leider erst nach Shootout, im Finale (1 Punkt). Bei den Herren traf ich beim 5:2 Mülheims gegen den UHC die Differenz plus Uhlenhorst als Finalist (2+1 Punkt). Mehr Punkte wurden es aber nicht mehr, ergibt 8 Gesamtpunkte.

Damit meinen herzlichen Glückwunsch an die Spielerin in der Runde, Julia Busch von den 1.Damen Rot-Weiss Köln.
1. Julia Busch (9 Punkte)
2. Markus Lehnen (8 Punkte)
3. Jens Huiber (4 Punkte)

Wie es weiter geht

Mit der Sommerpause! Das war es von mir für diese Saison mit diesem Segment. Ich hoffe, ich habe es geschafft, dem oder der einen oder anderen den Hockeysport näher zu bringen und vielleicht sogar schmackhaft zu machen. Ich selber hatte großen Spaß am Zuschauen und Schreiben. Ich würde mich sehr freuen, wenn es Ende August, an dieser Stelle, mit Berichten zur neuen Hockeysaison weitergeht.
Herzlich bedanken möchte ich mich vor allem bei meinen beiden Kolleginnen, Julia Busch und Rebecca Grote von den 1. Hockeydamen Rot-Weiss Köln. Beide haben mir im persönlichen Gespräch immer wieder Feinheiten des Sports und so manche Regel erklärt. Dazu bekam ich Informationen, wie z.B. eine Auswärtsfahrt abläuft aus erster Hand und am kleinen Spaß Final 4 Tipprunde hat Julia bekanntlich ebenfalls mitgewirkt.
So eine Tipprunde ist auch immer Glück, und Jens hatte sicher vor allem Pech ;-), aber ich denke mein Tippergebnis zeigt, dass die Arbeit an diesen Texten, die Besuche vor Ort sowie die Gespräche mit professionellen Hockeyspielerinnen, mich im Feldhockey zumindest nicht haben dümmer werden lassen.
Danke natürlich auch an den Producer, der mir auf dieser Seite eine Plattform für diese Berichte gegeben hat.

In diesem Sinne,
ich wünsche euch einen wunderschönen Sommer, und hoffentlich bis Ende August

Markus Lehnen

 

Diese Woche … bei den Füchsen Berlin, KW 21

Von Heiko Eisser

Eine Überraschung gelang den Füchsen im EHF-Cup nicht. Doch hatte man sich nach dem Final Four Turnier in Kiel achtbar aus der Affäre gezogen und im Finale dem THW die Stirn geboten. Jetzt gilt es die Chance aufs internationale Geschäft über die Liga zu wahren.

Das EHF-Final Four

Am Freitag Abend traten die Füchse im Halbfinale gegen die Handballabteilung des FC Porto an. Nach dem ersten Halbfinale – welches Kiel gegen den dänischen Vertreter Tvis Halstebro souverän für sich entscheiden konnte – waren sich die Zuschauer einig, dass die Füchse den schwereren Brocken im Halbfinale erwischt hatte.

Die Portugiesen wählten wie erwartet im Angriff immer die Option des zusätzlichen Feldspielers. Diese Mehrbelastung konnten die Mannen von Trainer Velimir Petkovic im Laufe der ersten Halbzeit bewältigen und gingen mit einer 12:8-Führung in die Pause.

Portos Trainer Magnus Andersson wählte in der Kabine wohl die richtigen Worte, da sein Team zu Beginn der zweiten Hälfte konzentrierter wirkte und den Rückstand auf die Füchse auf 10:12 verkürzte. Auf beiden Seiten wurde im Angriff besser getroffen, doch sollten die Portugiesen den vergebenen drei Siebenmetern in der ersten Hälfte noch nach trauern. Bis zum Ende der Spielzeit hielten die Füchse sie auf Abstand und zogen mit einem verdienten 24:20 ins Finale gegen den THW ein.

 

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Nach dem verlorenen Finale im DHB-Pokal stand den Füchse nun de zweiten Finalvergleich gegen das Teams von Alfred Gislason in dieser Saison bevor. Der scheidenden Trainer des THW hatte nach dem Halbfinale gegen Halstebro mit einer schwereren Partie gerechnet und sollte nicht enttäuscht werden.

Zu Beginn der Partie waren die Abwehrreihen beider Mannschaften gefragt. Immer wieder konnte sich hierbei Kiels Patrick Wiencek besonderes Lob von den Kieler Zuschauern abholen. Jedoch nahmen sich die Füchse kurz vor Ende der ersten Halbzeit eine mentale Auszeit und verhalfen den Kielern innerhalb von wenigen Minuten zu einer soliden Führungen. Die Füchse blieben fünf Minuten ohne Treffer. Kiel ging daher verdient mit einer 16:10-Führung in die Pause.

Im zweiten Durchgang entwickelte sich für die mit 10.000 Zuschauern ausverkauften Sparkassen-Arena eine zähanzusehende Partie. Beide Mannschaften fielen hierbei mehr durch die konzentrierte Abwehrarbeit als durch Kreativität im Angriff auf. Die Füchse konnten hierbei eher auf Ihre Akteure auf dem Parkett zählen und kam auf 12:16 an die Kieler ran.

Ebenfalls half die Umstellung Petkovic´s, der für Duvnijak und Zarabec extra Bewacher in der Abwehr abstellte. Doch Gislason hatte hierbei die bessere Antwort parat. Der nun in der Kieler-Abwehr vorgezogene Duvnijak griff sich wichtige Bälle ab und konnte diese in Zählbares verwandeln.

Verdient hatten sich die Kieler den Sieg spätestens mit den Paraden von Torhüter Andi Wolf in der Endphase der Begegnung. Während Kiels Reinkind, Wiencek und Pekeler fast zeitgleich eine 2-Minuten-Strafe absitzen mussten, hielt Wolf gegen Lindberg und Mandalinic. Hätten die Füchse diese Phase ihre Chancen genutzt, wäre es wohl nochmal spannend geworden. Doch der THW gewann letztendlich verdient mit 26:22 und konnte so das zweiten Finale und die vierte Partie in dieser Saison gegen die Füchse für sich entscheiden.

Über die Liga in den europäischen Wettbewerb

Nun gilt die volle Konzentration der Füchse Berlin auf die Endphase in der Saison. Dank des Titelgewinns des THW Kiel erhält die HBL einen zusätzlichen Startplatz im EHF-Cup. Somit berechtigt schon der sechste Tabellenplatz zur Teilnahme im europäischen Wettbewerb.

Durch die Niederlage der MT Melsungen am letzten Spieltag rangieren die Füchse momentan auf Tabellenrang fünf. Doch haben es sich die letzten drei Partien der Hauptstädter ins sich. Bereits am kommenden Sonntag gastieren die Rhein-Neckar Löwen in der Max-Schmeling-Halle.

Die Löwen haben eine durchwachsene Saison hinter sich. Nach dem Ausscheiden im DHB-Pokal gegen die Füchse, mussten sie sich aus in der Champions League früher verabschieden als gedacht. Auch Titelkampf sind sie in dieser Saison nicht mehr involviert und könnten daher die Saison fast locker ausklingen lassen.

Doch haben Sie weiterhin den internationalen Wettbewerb im Auge und dürfte gegen die Füchse nicht zurück stecken. Trainer Nikolaj Jacobsen hofft dabei auf Niederlagen der noch vor den Löwen platzierten Flensburg und Kiel um eventuell doch noch in die Champions League einziehen zu können.

Endspurt

Nach der Begegnung gegen die Löwen gehts für die Füchse Berlin zur SG Flensburg-Handewitt, die im Meisterschaftsrennen jeden Sieg holen müssen. Im abschließenden Saisonspiel kommt gibt dann die HSG Wetzlar ihre Visitenkarte in die Max-Schmeling-Halle ab.

Am Rennen um die Tabellenplätze fünf und sechs sind momentan neben den Füchsen noch die MT Melsungen und der Bergische HC beteiligt. Wie die Füchsen hat der Aufsteiger ebenfalls schwere Aufgaben im Endspurt der Saison vor der Brust.

Für das Team von Trainer Sebastian Hinze stehen noch die Partien auswärts in Ludwigshafen und in Minden an. Am letzten Spieltag kommt dann die SG Flensburg Handewitt ins Bergische Land.

Die MT Melsungen hat mit ihrer Personalplanung deutlich gemacht, wohin die Reise in den nächsten Jahren gehen soll. So dürften die Nordhessen es begrüssen, wenn bereits in der nächsten Saison Spiele im europäischen Wettbewerb auf dem Programm stünden. Mit den restlichen Partien gegen Hannover, Lemgo und in Erlangen liegt ein einfacheres Programm vor Nationalspieler Reichmann und Co um den EHF-Cup zu erreichen.

Schwere Wochen stehen vor den Füchsen Berlin. Doch zeigt die Formkurve um die Mannschaft von Kapitän Hans Lindberg in den letzten Wochen nach oben. Die erneute Teilnahme am EHF-Cup wäre da die Belohnung für diese Leistungssteigerung.

Diese Woche … bei ratiopharm Ulm, KW 21

Von Tobias Fenster

Der Überblick

Noch mehr als in der regulären Saison gilt in den Playoffs, dass nur Ergebnisse zählen. Gut oder schlecht gespielt, volle Kapelle oder Rumpftruppe, Einsatz bis zum Umfallen oder eher lustlos über den Platz geschlendert, all das tritt in den Hintergrund, wenn es darum geht drei Siege aus fünf Spielen zu holen. Und da steht es in der Viertelfinal-Serie von ratiopharm Ulm (Hauptrunden-Sechster) gegen ALBA Berlin (Dritter) nach zwei deutlichen bis sehr deutlichen Siegen von Berlin (107:78 und 98:83) 2:0 für die Hauptstädter.

Die harten Fakten

Ganz egal ob 2er-Quote, 3er-Quote, Freiwurf-Quote, Rebounds, Assists, Steals, Turnover oder Blocks: Bis auf ganz wenige Ausnahmen, in denen Ulm leichte Vorteile hat, haben die Berliner überall mehr oder weniger deutlich die Nase vorn. Selbst der kurzfristige Ausfall von Peyton Siva schwächte Berlin nicht wesentlich, da Derrick Walton und Martin Hermannsson herausragende Leistungen zeigten: Walton brachte seine ganz sicher auf oberem Starter-Niveau in der BBL anzusiedelnden Qualitäten mit elf Punkten (80% aus dem Feld) und zwölf Assists bei nur einem Turnover in Spiel eins sowie neun Punkten und neun Assists bei drei Turnovern in Spiel zwei ein. Hermannsson ließ es mit 14 Punkten (63% aus dem Feld) und vier Assists in Spiel eins noch relativ ruhig angehen, um dann Spiel zwei mit 23 Punkten (64%) und sieben Assists bei nur zwei Turnovern zu dominieren. Da konnten Spieler wie Giedraits und Sikma für ihre Verhältnisse sogar eher ruhigere Auftritte einstreuen.
Bei Ulm hielten am ehesten noch Akpinar (in beiden Spielen je 13 Punkte bei 50% Feldwurfquote und vier Assists) und Green (zwölf Punkte bei 67% aus dem Feld, drei Rebounds, zwei Steals in Spiel eins sowie 18 Punkte bei 64%, vier Rebounds und zwei Assists in Spiel zwei) dagegen, ohne das Spiel ganz maßgeblich beeinflussen oder gar dominieren zu können. Auch die in dieser Saison noch so große Stärke, an die Freiwurflinie zu kommen, konnten die Ulmer nur in Spiel eins mit 22 Versuchen einigermaßen in die Playoffs übertragen. In Spiel zwei waren es dann nur noch 13 Versuche und damit zwölf weniger als im Saisonschnitt, was Thorsten Leibenath in der Pressekonferenz zu ungewöhnlich deutlichen Worten gegenüber den Schiedsrichtern veranlasste. Ebenso klar formulierte Leibenath aber auch, dass es ein völlig verdienter Sieg von Berlin war.

Darüber war zu reden

In Spiel eins hatten die Berliner noch die Ulmer – wie so viele andere Teams – mit ihren überfallartigen Fastbreaks und Early Offense Plays vor große Probleme gestellt. Hier behalfen sich die Ulmer in Spiel zwei recht erfolgreich mit einer etwas weniger aggressiven Verteidigung, die entsprechend auch weniger anfällig für schnelles Überbspielen war, wie auch Konrad Wysocki im Postgame-Interview bei Sportradio360 erläuterte. Das konnten die Berliner allerdings durch viele gut herausgespielte, manchmal auch von Ulm schlecht verteidigte Würfe kompensieren, wo insbesondere Giedraitis sogar noch den ein oder anderen Schuss liegen ließ, den er sonst schon häufig getroffen hat.

Unsere persönlichen Favoriten

Vielleicht beschert ihm seine Mannschaft nochmal eines oder gar mehrere, aber wahrscheinlicher ist es, dass Thorsten Leibenath sein letztes Heimspiel als Headcoach von ratiopharm Ulm bestritten hat. Zeit also, um einen zu loben, der in Ulm immer wieder in der Fan- und Presse-Kritik stand  und doch im Rest von Basketball-Deutschland und insbesondere von den Experten dieser Sportart genauso regelmäßig sehr gelobt wird. Ausdruck dessen sind auch die beiden Auszeichnungen zum Trainer des Jahres in 2012 und 2017. In sieben von acht Saisons coachte er seine Ulmer Teams in die Playoffs mit den beiden Vizemeisterschaften 2012 und 2016 als absolute Highlights, auch wenn ihm ein Titel verwehrt blieb. Ebenfalls mit ihm an der Seitenlinie gelang 2016/17 die längste Siegesserie in der Bundesligageschichte mit 27 Erfolgen in Serie. Spektakulärer, schneller Team-Basketball mit Fokus auf der Offense bei manchmal unterschätzter Defense ist seine Handschrift, genauso wie die beeindruckende Entwicklung junger Spieler wie Per Günther, Robin Benzing, Daniel Theis oder des gerade zum Euroleague-Final4-MVP gekürten Will Clyburn. So werden es große Fußstapfen sein, die sein Nachfolger zur Saison 2019/20 ausfüllen muss. Und auch für Leibenath selbst wird es vermutlich nicht einfach sein, einen Schritt zurück zu treten, gerade wenn das Spiel läuft. Aber wenn es jemandem zuzutrauen ist, dass er den Übergang vom Headcoach zum Sportdirektor gut hinbekommt, dann ihm.

Das steht an

Das möglicherweise entscheidende Spiel drei findet am kommenden Sonntag um 15h wieder in Berlin statt. Sofern notwendig kommt es dann am folgenden Dienstag (in Ulm) und Donnerstag (in Berlin) zu den Spielen vier und fünf. 2013/14 reisten die Ulmer schon mal bei 0:2 in einem Playoff-Viertelfinale nach Berlin, um dann dort nicht zuletzt durch 20 Punkte und zwölf Rebounds des heutigen NBA-Spielers Daniel Theis einen Auswärtssieg zu holen, aber auf eine Wiederholung in 2019 würde ich nicht allzu viel Geld setzen.

Diese Woche … bei Eintracht Frankfurt, KW 21

Von Patricia Seiwert

Ende gut, fast alles gut

Am vergangenen Samstag trug sich der letzte Spieltag der Bundesligasaison 2018/2019 zu. Für die Eintracht ging es nach einem enttäuschenden Ergebnis gegen Mainz 05 zum Meisterkandidaten nach München, wo sie, um aus eigener Kraft die direkte Europa League Qualifikation zu erreichen, mindestens einen Punkt ergattern musste. 

Eine denkbar schwere Aufgabe, zumal der FC Bayern zum Saisonabschluss mit Franck Ribéry, Arjen Robben und Rafinha gleich drei langjährige Spieler gebührend verabschieden und ganz nebenbei auch noch die Meisterschaft klar machen wollte.

Endgegner München

Dies sollte ihnen auch gelingen. Zwar reichte den Münchnern theoretisch ein Unentschieden gegen die Eintracht, jedoch schien dort jeder einzelne topmotiviert zu sein, sodass gegen eine Eintracht, die auf der letzten Felge fuhr, letztendlich ein 5:1 zu Buche stand. 


Früh gingen die in allen Bereichen überlegenen Bayern durch Kingsley Coman mit 1:0 in Führung, was auch das einzige Tor in der ersten Spielhälfte bleiben sollte. 

Nach der Pause reagierte Hütter auf den Rückstand, indem er Sébastian Haller einwechselte. Dieser konnte in der 50. Spielminute tatsächlich auch den Ausgleich markieren. Die überschwängliche Freude über diesen Treffer sollte aber ganze drei Minuten später schon wieder ein Ende finden, als David Alaba die Bayern erneut in Führung brachte. 

Ab diesem Moment war der Rekordmeister nicht mehr zu stoppen, legte jeweils in der 58., 72., und 78. Minute noch einen Treffer nach. 

So höflich wie die Eintracht den Hausherren gegenübertrat, gewährte sie Ribéry und Robben in ihrem Abschiedsspiel sogar jeweils ein Törchen. Einzig der trotz fünf Gegentoren starke Kevin Trapp verhinderte eine Niederlage noch höheren Ausmaßes. 

That’s what neighbours are for

An diesem Nachmittag war für die Adlerträger in München rein gar nichts zu holen. Während man dieses Spiel also über sich ergehen ließ, stellte man als Eintracht-Fan auch noch ernüchtert fest, dass die Konkurrenz nicht unbedingt vorhatte, aus Anerkennung für die rauschende Saison der Frankfurter, diesen auch den Europa League Platz zu gewähren.

Alle direkten Konkurrenten gingen früher oder später in Führung und holten sich ihre Siege. Allen voran der VfL Wolfsburg, der mit dem FC Augsburg einen Gegner zu Gast hatte, der offensichtlich nicht übermäßige Motivation an den Tag legte und dementsprechend ein 8:1 für die Wölfe zustande kam. 

Auch die TSG Hoffenheim führte zwischenzeitlich mit 2:0. Zur großen Enttäuschung aller Frankfurter, rutschte die SGE dadurch doch auf den so gefürchteten 8. Tabellenplatz, der bis auf Schulterklopfen für diese „trotzdem so großartige Saison“ letztendlich nichts mit sich bringt. Doch während die Eintracht in der 66. Minute bereits mit 3:1 zurück lag, pirschte sich Mainz 05 mit einem Elfmetertor wieder an die Hoffenheimer heran. 

Pure Extase dann in der 75. Minute, als die Adlerfans die Nachricht erreichte, dass Boëtius für die Mainzer ausgeglichen hatte – und nicht nur für die Mainzer. Sollten die 05er einen Hoffenheimer Sieg verhindern können, würde die Eintracht zwar dennoch fallen, aber immerhin einigermaßen weich auf Platz 7 landen, der zumindest eine Teilnahme an der Qualifikation zur Europa League bedeuten würde. 

Doch auch dieser Freudentaumel hielt ähnlich kurz wie der beim zwischenzeitlichen 1:1 der Eintracht in München, denn nach einer Überprüfung des Videoschiedsrichters wurde der Mainzer Ausgleichstreffer letztendlich doch nicht gegeben. 

Nun also immer noch Platz 8 für die Eintracht und hängende Köpfe bei den Fans. Zumindest hingen die Köpfe bis zur 83. Minute, denn dann sollte Boëtius doch noch sein Tor schießen. Plötzlich stand es 2:2 in Mainz und der Funke Hoffnung glühte wieder in den Frankfurter Fanherzen. 

Ein Feuer entfachte dann, als die Mainzer in Person von Boëtius und Mateta noch zwei weitere Male trafen und der Endstand von 4:2 besiegelt war. 

Mainz drehte einen 2:0 Rückstand gegen Hoffenheim und sicherte der Frankfurter Eintracht den 7. Platz. Ausgerechnet der nicht allzu geliebte Nachbar vom Rhein für den es selbst um überhaupt gar nichts mehr ging, rettete den Adlern ihren Saisonabschluss. 

Auch wenn die meisten Frankfurter für den anstrengenden Nachbarn, der viel zu oft merkwürdig verkleidet Konfetti durch die Luft wirft und einen Clown bei sich wohnen lässt, nicht viel übrig haben, werden sie ihm an diesem Nachmittag sehr dankbar für seinen couragierten Auftritt gegen die TSG Hoffenheim sein, scheint es doch nicht selbstverständlich zu sein noch einmal alles zu geben, obwohl die eigene Saison bereits gelaufen ist (leicht vorwurfsvolle Blicke gleiten über die Puppenkiste im Keller). 

Ob Rom, Mailand oder London, Klaksvík, Gdańsk oder Plowdiw…

…ob mit Bus oder Bahn oder Flugzeug scheißegal, Eintracht Frankfurt international! 

Nun steht also die endgültige Platzierung der Saison 2018/2019 fest. Die Adler landen nach zwischenzeitlichen Höhenflügen in königliche Sphären auf einem wackligen Ast. 

So wie der letzte Spieltag lief, überwog am späten Samstagnachmittag die Freude über den 7. Platz. Ausgelassen, wie man sie in dieser Saison kennt, feierten die Eintracht-Fans ihre Mannschaft und den Tabellenplatz. In der Allianz Arena hätte man meinen können, dass statt den Münchnern die Frankfurter etwas Großes erreicht haben. 

Und das haben sie tatsächlich auch. Bedenkt man, wo dieser Club herkommt, wo ihn viele vor der Saison gesehen haben und welche Möglichkeiten ihm offenstehen, ist Platz 7 in der Bundesliga und nicht zu vergessen das Erreichen des Europa League Halbfinales, in dem man erst im Elfmeterschießen knapp am FC Chelsea (immer noch ein unfassbarer Gegner in einem Pflichtspiel für die Eintracht!) scheiterte, ein sehr gutes Ergebnis, das honoriert werden sollte. 

Die Teilnahme an internationalen Wettbewerben ist alles andere als selbstverständlich für Eintracht Frankfurt und dass die Möglichkeit besteht, zweimal in Folge in der Europa League zu spielen, ist ein riesiger Fortschritt für diesen Verein, der vor drei Jahren noch in die Relegation musste. 

Dennoch ist der 7. Platz in Anbetracht dessen, dass die Frankfurter lange Zeit auf einem Champions League Platz standen, auch ein kleiner Wermutstropfen. Natürlich hätte man sich zumindest die direkte Europa League Qualifikation nicht mehr nehmen lassen dürfen, sich belohnen sollen für diese außerordentlich gute Saison. Aber so kam es nun mal nicht, denn die Saison war nicht nur wunderschön, sondern auch lang. Sehr lang. So lang, dass der Kader nicht breit genug war, um die herausragenden Leistungen bis zum bitteren Ende zu erbringen. Somit muss man, auch wenn größeres zum Greifen nah war, auch anerkennen, dass es eben nicht für die ganz großen Ziele gereicht hat und umso dankbarer sein, dass einem mit den nun anstehenden Qualifikationsspielen eine große Chance bleibt. 

Dass diese Chance, die für die begeisterungsfähigen Fans immerhin noch mehr europäische Reisen bedeutet, natürlich auch mehr oder weniger große Schwierigkeiten mit sich bringt, sollte jedem bewusst sein. Der Verein muss sich nun auf eine zusätzliche Belastung einstellen. Eine normale Vorbereitung wird nicht möglich sein. Die gewöhnlichen Testspiele weichen Qualifikationsspielen, welche bereits im Juli beginnen. Die Sommerpause wird also kurz ausfallen, muss man doch ausreichend früh mit der Vorbereitung auf die neue Saison beginnen ohne die Qualifikationsrunden außer Acht zu lassen. 

Und auch die Kaderplanung gestaltet sich alles andere als einfach. Plant man nun mit einer Dreifachbelastung, sprich Liga, nationaler und internationaler Pokal? Jedenfalls muss man, wenn man schon die Qualifikation antritt, damit rechnen, diese auch zu bestehen. Das ist selbstverständlich auch das Ziel. Sollte man dieses erreichen, ist ein breiterer Kader, qualitativ sowie quantitativ, unabdingbar, besonders wenn man die möglichen Abgänge diesjähriger Leistungsträger bedenkt, die, in welchem Ausmaß auch immer, vermutlich nicht ganz zu verhindern sein werden. 

Von prallen Kassen…

Und das, obwohl die Eintracht de facto nicht zwingend auf Erlöse aus Spielerverkäufen angewiesen ist, so Vorstand Axel Hellmann. Die Eintracht habe einen Rekordumsatz zu verzeichnen. Infos des hessischen Rundfunks zufolge liegt der Umsatz bei mindestens 170 Millionen Euro (75 Mio. mehr als in der vorherigen Saison), der sich aus 30-40 Millionen durch den Europapokal und ca. 140 Millionen aus der Bundesliga zusammensetzt. 

Trotzdem wird die Eintracht an ihrem Kader basteln und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch den ein oder anderen Leistungsträger ziehen lassen müssen. 

Als Fan legt man sein Vertrauen nun also in die Hände der Kaderplaner. In diesem Zusammenhang gibt es eine erfreuliche Nachricht: Medienberichten zufolge bleibt Chefscout Ben Manga den Frankfurtern erhalten. 

Dies ist immens wichtig, hat Manga doch wiederholt ein gutes Händchen für Talente bewiesen, die bei der Eintracht eingeschlagen haben. 

…und guten Herzen

Für die Jungs der Frankfurter Eintracht geht es nun also statt Baku nach China, um mit einer PR-Reise diese Saison, die uns so viele unvergessliche Momente beschert hat, zum Ausklang zu bringen. 

Und auch die Fans verabschieden sich in die kurze Sommerpause, die sie sich nach dem unfassbaren Support auch redlich verdient haben. Doch eine tolle Aktion haben sie noch in petto: Es wurde dazu aufgerufen die bereits vorsorglich gekauften Tickets für das Europa League Finale in Baku an aserbaidschanische Kinder zu spenden, um ihnen ein unvergessliches Erlebnis ermöglichen zu können. Ob die UEFA diese unterstützenswerte Idee als ebendiese anerkennt oder dem ganzen einen Riegel vorschieben möchte, ist allerdings noch nicht geklärt. 

Diese Woche … auf der PGA-Tour, KW 21

Stille Wasser sind Sieg

Von Daniel Hofmann

Das zweite Major des Jahres stand am Wochenende auf dem Black Course in Farmigdale, New York, auf dem Programm. Am Samstagabend hatten schon viele die Gewissheit, dass sie den diesjährigen Sieger kennen. Doch Titelverteidiger Brooks Koepka zeigte am Sonntag einen kleinen Leistungsabfall und musste bis zum Ende um den Sieg zittern.

Die harten Fakten

Ausschlaggebend war dafür auch eine gute Leistung von Dustin Johnson, der auf dem Par70-Kurs eine 69 spielte und durch die 74 von Brooks Koepka am Ende auf zwei Schläge herankam. Geteilte Dritte wurden Jordan Spieth, Patrick Cantlay und Matt Wallace, die mit einem Gesamtergebnis von -2 wiederum vier Schläge Rückstand auf Johnson hatten.

 

Darüber war zu reden

Brooks Koepka spielte von Beginn des Turnieres an herausragendes Golf und führte bereits an Tag 1 nach einer Runde mit 63 Schlägen das Leaderboard an. Nach Tag Drei hatte Koepka sieben Schläge Vorsprung und sah bereits wie der sichere Sieger aus. Doch das Wetter hatte seinen Anteil daran, dass es am Sonntag nochmal spannend werden konnte. Die Spieler hatten auf der Schlussrunde mit extremen Windböen zu kämpfen, sodass viele Spieler mit einem hohen Ergebnis das Turnier beenden mussten. Koepka spielte auf den ersten Neun solide, doch vier Bogeys in Folge ab der 11 räumten Dustin Johnson dann plötzlich noch Siegchancen ein. Koepka konnte sich jedoch, trotz weiterem Bogey auf der 17, ins Ziel retten und seinen vierten Major-Titel feiern.

Man hat häufig den Eindruck, dass die Golffans Brooks Koepka nicht so sehr auf dem Zettel haben, wenn es um die Favoriten für die großen Turniere geht. Dabei ist Koepka in den letzten Jahren der herausragende Spieler, wenn man die Majors seperat betrachtet. Bei den letzten neun Majors hat Koepka, mit seinen beiden Siegen bei den USA Open und der PGA Championship, vier Titel gewinnen können. Es gibt nur drei Spieler, die vor dem 30. Geburtstag mehr Major-Titel vorweisen können. Es ist sicherlich übertrieben von einer “Koepka-Ära” zu sprechen bzw. davon auszugehen, dass weiterhin zwei Major-Titel pro Jahr hinzu kommen, doch ist kein anderer Spieler momentan so dominant in der Art und Weise seines Spiels.

Koepka ist ein sehr ruhiger Vertreter im Golfzirkus. Die Zeiten, in denen er sich öffentlich nicht äußert, sind defintiv vorbei. Koepka teilt sich mittlerweile mit, er hat eine Wandlung vorgenommen. Auch durch die Titel und das steigende Medieninteresse um seine Person bedingt. Doch Koepka wird nie der Rockstar seiner Sportart werden. Er wird der zurückhaltende Mensch bleiben, der still und leise an sich arbeitet. Und so wird es vielleicht auch nach diesem Titel wieder passieren, dass ihn einzelne Personen schlicht und einfach vergessen, wenn es um die Favoriten der nächsten Monate geht.

 

Unsere perönlichen Favoriten

Rory McIlroy (+1) belegte am Ende den geteilten achten Platz. Francesco Molinari und Tommy Fleetwood teilten an diesem Wochenende mal wieder etwas, nämlich die +8 und den Platz 48. Phil Mickelson wurde geteilter 71. Tiger Woods, Martin Kaymer und Bubba Watson verpassten den Cut.

 

Das steht an

Der Tourbetrieb normalisiert sich in dieser Woche wieder. Die Spieler der PGA-Tour treffen sich zur Charles Schwab Challenge im Colonial Country Club in Fort Worth, Texas. Justin Rose, Francesco Molinari, Martin Kaymer und Jon Rahm gehören zu den bekannteren Namen im Starterfeld.

Die European Tour spielt im Himmerland Golf & Spa Resort im dänischen Farso. Bei der “Made in Denmark” werden aus deutschsprachiger Sicht Bernd Wiesberger, Maximilian Kieffer, Bernd Ritthammer Max Schmitt und Joel Girbach um Punkte für das Race to Dubai mitspielen.

 

Die Charles Schwab Challenge live bei Sky

Donnerstag, 23.05., 22:00 Uhr – 01:00 Uhr, Sky Sport 2 HD

Freitag, 24.05., 22:00 Uhr – 01:00 Uhr, Sky Sport 1 HD

Samstag, 25.05., 21:00 Uhr – 00:00 Uhr, Sky Sport 2 HD

Sonntag, 26.05., 21:00 Uhr – 00:00 Uhr, Sky Sport 1 HD

 

Die Made in Denmark live bei Sky

Donnerstag, 23.05., 15:30 Uhr – 18:30 Uhr, Sky Sport 2 HD

Freitag, 24.05., 15:30 Uhr – 18:30 Uhr, Sky Sport 1 HD

Samstag, 25.05., 14:00 Uhr – 17:00 Uhr, Sky Sport 3 HD

Sonntag, 26.05., 14:00 Uhr – 17:00 Uhr, Sky Sport 5 HD

Dies Woche … bei ALBA Berlin, KW 20

Von Heiko Eisser

Als Fan vermittelt die Mannschaft in den letzten Wochen, dass es bei Alba Berlin meistens reicht, wenn sie eine Schalter umlegen um ein Spiel dann in einem kleinen Schlusssprint noch an Land zu ziehen. Diesen Schalter betätigte das Team um Kapitän Nils Giffey in der vergangenen Woche zweimal. Und doch geht man als Fan mit gemischten Gefühlen in die Postseason – nicht das der Schalter in einem wichtigen Moment klemmt.

Endspurt der regulären Saison

Mit dem Nachholspiel gegen die Telekom Baskets Bonn startete Alba in die letzte Woche der regulären Saison 2018/19. Die Bonner – in aussichtsreicher Position zu einem der Playoffplätze – starteten abgeklärt in die Partie. Center Charles Jackson und Shooting Guard Olivier Hanlan sorgten im ersten Viertel für die sicheren Punkte auf Bonner Seite. Alba leistete sich viele Ballverluste, die zunächst den Spielfluss der Hauptstädter ins stocke brachte. Doch besann sich Alba zum Ende des Viertels auf ihre Fähigkeiten und einer besseren Defensive. Der Ausgleich zum 24:24 fiel kurz vor Viertelende.

Die hohe Bereitschaft zum Abschluss brachte den Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof ein Punktefestival, was bei der Betrachtung des eigentlich Spielgeschehens eher verwunderlich war. Die Konzentration lies bei beiden Mannschaften nach, so dass es trotz der Punktausbeute beider Teams, kein ansehnliches Spiel war.

Im dritten Viertel nahmen sich die Baskets eine gedankliche Auszeit und liessen Alba mit einem 7:0-Lauf ein kleines Polster aufbauen. Nicht hilfreich dürfte ebenfalls der kleine Disput zwischen Bonns Coach Chris OShea und dem Schiedsrichtergespann gewesen sein. Über die gesamt Länge der zweiten Hälfte kritisierte Bonns Coach die Entscheidungen der Referees und unterbrach damit auch den Spielfluss seines Teams.
Im letzten Viertel konnten sich die Spieler noch ihre Statistiken aufbessern. So waren nach dem 110-98 Sieg von Alba zehn Spieler der Albatrosse und fünf Bonner mit mehr als zehn Punkten in der Statistik vertreten.

Bereits zwei Tage später gaben die im Abstiegskampf befindlichen Eisbären aus Bremerhaven ihre Visitenkarte in Berlin ab. Waren die Eisbären zu Beginn der Partie noch sehr nervös und lagen nach 3:21 Minuten bereits mit 15:6 hinten, agierten die Mannen von Trainer Michael Mai nach der folgenden Auszeit konzentrierter. Besonders jenseits der Dreier-Linie warfen Sie in dieser Phase traumwandlerisch sicher und beendeten das Viertel mit 71% in dieser Kategorie.
Alba verlor nach der Auszeit Bremerhavens ihren Spielfluss und ging unkonzentrierter an die letzte Aufgabe der regulären Saison in heimischer Halle. Ebenfalls nehmen die Albatrosse mehr und mehr schwierige Würfe, die nicht ihr Ziel fanden. Bremerhaven schien in dieser Phase den Sieg mehr zu wollen. Zur Halbzeit stand es 59:57 für die Gäste aus Niedersachsen.

In der zweiten Hälfte sahen die 8444 Zuschauer eine weiterhin enge und willensgeprägte Partie beider Teams. Albas Center Landry Nnoko hält immer wieder Rebounds fest und Alba im Spiel. Auch merkte man der Partie an, dass die ordnende Hand Luke Sikmas fehlte der nach 60 (!) Spiele für Alba in dieser Saison für die kommenden Aufgaben geschont wurde.
Im letzten Viertel ging Bremerhaven weiterhin sehr konzentriert an diese schwere Auswärtsaufgabe. Für Alba wurde ein Sieg ungleich schwerer, da im Laufe des Viertels Rokas Gidraitis und Landry Nnoko mit jeweils fünf Fouls nicht mehr wirken dürften.

Coach Aito ist ein Trainer, der nur selten eine Auszeit nimmt. Als die Eisbären allerdings in dieser Phase mit 87:80 führten, holte er sein Team zu sich und gab die entscheidenen Impulse für die Schlussphase. Alba agierte danach konzentrierter in der Abwehr und kann 1:40 Minuten vor Ende zum 92:92 durch Nils Giffey ausgleichen. Bremerhaven hielt weiterhin dagegen. Nicht wie ein Abstiegskandidat, eher wie ein gleichberechtigter Gegner.

18 Sekunden vor Ende regulären Spielzeit machte Albas erfolgreichster Werfer an diesem Tag, Martin Hermansson, drei seiner insgesamt 23 Punkte und schickte beide Teams in die Overtime. In den zusätzlichen fünf Minuten ist Albas Point Guard Derrick Walton Jr der bestimmende Akteur im Angriffsspiel der Albatrosse. Mit guter Übersicht und hervorragenden Entscheidungen fährt er mit seinen Teamkameraden einen schwer erarbeiten 107:104-Sieg von Alba ein.

Während die Anhänger Albas wohl dank dieser Partie und dem Herzschlagfinale nun die richtige Ausgangsposition für die anstehenden Playoffs haben, hat Bremerhaven hier einen Sieg aus der Hand gegeben der im Nachhinein noch mehr schmerzen dürfte.

Zum Abschluss der Hauptrunde ging es für Alba dann nach Ludwigsburg. Nach der Niederlage Ludwigsburgs bei der BG Göttingen am voran gegangenen Spieltag, waren die Playoffs für die Schwaben nicht mehr zu erreichen. Doch wollten sie im letzten Spiel der Saison ihren Fans noch einen Sieg schenken und führten schnell mit 10:4 gegen Alba.

Der zurückgekehrte Luke Sikma schien die Auszeit gegen Bremerhaven gut getan zu haben. In diesem Abschnitt der Begegnung nahm dieser wieder die Angriffe Albas in seine Hand und schnell übernahm Alba die Führung. Besonders das schnelle Umschaltspiel von Abwehr auf Angriff bescherten den Hauptstädtern schnelle Punkte und dürften MHP-Coach John Patrick nicht gefallen haben. Alba führte zum Ende des Viertels 23:31.

Ludwigsburg stellte nun die Verteidigung um und attackierte früh Alba im Angriff. Diese Umstellung hinderte nun Alba das gewohnte schnelle offensive Spiel weiter fortzuführen. Die Riesen sammelten in dieser Phase entscheidende Punkte und verkürzte den Rückstand zur Pause auf 38:41.

Beim Spiel um die goldenen Ananas, wie Albas CEO Marco Baldi im Halbzeitinterview diese Partie bezeichnete, ging Ludwigsburg weiterhin den eingeschlagenen Weg: Konzentriert im Abwehrverhalten und im Angriff aufmerksam nach passenden Gelegenheiten.

Alba versuchte in der zweiten Hälfte erneut ihr Glück aus der Distanz, doch fielen die Würfe nicht. Ludwigsburg kann in dieser Phase die Führung sehr zur Freude Ihrer Anhänger erstmals in dieser Partie übernehmen und baut die Führung auf insgesamt zwölf Punkte aus.

Doch dann findet Alba den notwendigen Schalter, legt diesen in Offen- und Defensive um und kann 4.9 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit den Ausgleich holen.
Eine besondere Endphase dürfte diese Partie für Landry Nnoko darstellen. Der Center Albas erhält nach dem Ausgleich zwei Freiwürfe, doch verfehlt beide. Beim darauf folgenden Angriff Ludwigsburg foult der Shouting Guard der MHP-Riesen Karim Jallow den Center Albas und schickt ihn mit Ablauf der regulären Spielzeit erneut an die Freiwurflinie. Den ersten Wurf setzt Nnoko daneben um mit seinem letzten Wurf den Sieg Albas einzutüten, eine zweite Overtime-Partie zu vermeiden und Ludwigsburg in die spielfreie Zeit zu schicken.

#PlayoffsBaby

Nun ist endlich diese Zeit im Jahr, die jeder Basketball-Fan entgegen sehnt. Alba hat zwar in dieser Saison aufgrund des Eurocups entsprechende Do-or-die-Spiele erlebt, doch im Ligaalltag ist dies die Essenz einer jeden Saison. Wer nicht weiss warum Playoffs so großartig sind, sollte sich den entscheidenen Wurf in Spiel 7 der Bucks gegen die Nuggets in der ersten NBA-Playoffrunde in diesem Jahr ansehen.

Nun kommt es zum Duell mit ratiohpharm Ulm das Team in der Arena am Ostbahnhof, welches in der Rückrunde wohl die interessantes Wende aller BBL-Clubs hingelegt hat. Das Team von Coach Thorsten Leibenath startete sehr ungünstige mit vier Niederlagen in die Saison. Das gewohnt gute Auftreten in der Defensive wurde jedoch immer wieder durch schlechte Defensivarbeit zunichte gemacht und man verlor wichtige Partien gegen schlechter platzierte Teams. Mitte Februar steht Ulm mit einer Bilanz von 10 Siegen und neun Niederlagen im Niemandsland der Tabelle und droht die Saison ohne Playoff Teilnahme zu beenden.

Für das Team um Ulm-Urgestein Per Günther, der während der laufenden Saison sein 400. Spiel für die Orangenen macht, ein nicht tragbarer Zustand. Nach Niederlagen gegen Gießen und Jena wird bei einer Teamsitzung gemeinsam das Ziel formuliert, die Playoffs zu erreichen. Mit Vladimir Bogojevic kommt für die Centerposition ein Mann, der schon in Berlin seine phasenweise gute Arbeit unterm Korb beweisen und sogar seine Leistungen in Ulm noch ausbauen kann. Die Verteidigung wird Spiel um Spiel verbessert und in der Offensive können RaShad James und Max Ugrai die Dreier-Quote hoch halten. Der aus Berlin gekommene Ismet Akpinar und Patrick Miller verstehen das Spiel aus dem Halbfeld zu koordinieren. Der Einzug in die Playoffs wird am 32.Spieltag gegen Bayreuth fest gemacht.

„Bei jeder Mannschaft kommt eine schwächere Phase in der Saison“, gab Alba-Manager Marco beim Radio Eins-Interview zu bedenken. „Für Ulm kam diese in der Anfangsphase der Saison“. Das Ulm während der Saison viele Verletzte zu beklagen hatte, half dem jungen Team ebenfalls wenig. Zumal sich zum Playoff Start nun RaShad James und Max Ugrai verletzt haben und für beide die Saison beendet ist. Doch wird Thorsten Leibenath mit seinen Jungs dafür sorgen wollen, dass es zur ersten Überraschung der Post-Season kommen soll.

Das Alba Berlin diese Überraschung verhindern möchte, versteht sich von selbst. Nach insgesamt 62 Pflichtspielen in dieser Saison, warten nun die entscheidenden Begegnungen im Ligaalltag.
Besonders freuen dürfte die Verantwortlichen, dass bis auf den Langzeitverletzten Stefan Peno der komplette Kader zu Verfügung steht. Eine Seltenheit in dieser langen und intensiven Saison.

Aufgrund der ansteigenden Leistungskurve der Ulmer Spatzen sollten die Albatrosse gewarnt sein, von Beginn an ihre alten Tugenden in der Defensive wieder zu beherzigen.

Unterm Korb dürfte Landry Nnoko aufgrund der letzten Begegnungen wieder gestärkt in die Partie am Samstag um 18 Uhr gehen. Für Coach Aito besteht allerdings die Qual der Wahl, wen er als Piont Guard in die Starting Five steckt. Payton Siva, Derrick Williams Jr. und Martin Hermannsson agierten in der letzten Wochen so stark, dass hier jeder zurecht von Berginn an auf dem Parkett stehen würde.

Das mit Luke Sikma wieder zu rechnen ist, kann nach der Partie in Ludwigsburg ebenfalls niemand bestreiten. Bei Rokas Gidraitis ist hingegen zu hoffen, dass ihm die längere Pause zwischen dem Spiel in Ludwigsburg und dem Auftakt der Playoffs gegen Ulm gut getan hat. Seine Formkurve zeigte etwas nach unten und seine sonst so sicheren Dreier fanden nur selten den Weg in die Reuse des Gegners.

Trotz der vielen Spiele geht Alba vollfokussiert in den Playoff-Auftakt gegen Ulm. Die Halle am Ostbahnhof und deren Fans sind spätestens nach dem Overtime-Sieg gegen die Eisbären Bremerhaven auf besondere Momente eingestellt. Der Höhepunkt der Saison kann nun kommen. Die Vorfreude ist da. Es sind #PlayoffsBaby!