Diese Woche … bei ratiopharm Ulm, KW 15

Von Tobias Fenster

Der Überblick

Nichts für schwache Nerven: Einen Matchwinner vom Allerfeinsten gab es beim 95:94-Sieg von ratiopharm Ulm gegen s.Oliver Würzburg zu bestaunen. 2,7 Sekunden vor Schluss der regulären Spielzeit war Würzburg mit drei Punkten vorne und hatte Einwurf, 1,3 Sekunden vor Schluss lag Würzburg mit einem Punkt in Führung. Jeweils war es Nationalspieler Ismet Akpinar, der das Spiel für seine Farben drehte, zunächst mit einem Dreier das Spiel in die Verlängerung schickte und dann mit zwei Freiwürfen schließlich die Entscheidung zu Gunsten von Ulm herbeiführte.

Die harten Fakten

57% Zweierquote bei beiden Mannschaften, 38% Dreierquote bei beiden Mannschaften, 12 Steals bei beiden Mannschaften, 16 Turnover bei beiden Mannschaften. 23:21 Assists, 24:22 Fouls, 36:38 Punkte in der Zone aus Ulmer Sicht. Viel ausgeglichener kann ein Statistikbogen kaum aussehen. Mit 31:42 ging das Reboundduell allerdings klar nach Würzburg, und bei daraus resultierenden 18:10 Punkten aus zweiten Chancen sowie sechs offensiven Rebounds allein im letzten Viertel für Würzburg hätte das durchaus den Ausschlag geben können. 82:69% Freiwurf-Quote sprach wiederum deutlich für Ulm, und da es in der Tat zwei erfolgreiche Ulmer Freiwürfe waren, die das Spiel entschieden, war das dann wohl das Zünglein an einer sehr ausgeglichenen Waage. Sehr treffend sagte auch Thorsten Leibenath in der Pressekonferenz nach dem Spiel: “Es hätte sich heute keiner beschwert, wenn Würzburg als Sieger vom Feld gegangen wäre. Wir sind heute ein glücklicher Sieger, völlig unberechtigt ist der Sieg in meinen Augen trotzdem nicht”.

Den Spielbericht von Magentasport gibt es hier.

Darüber war zu reden

Einwürfe und Ismet Akpinar. Drei Turnover direkt beim Einwurf unterlaufen den Würzburgern in ganz spielentscheidenden Situationen: Bei 2,7 noch zu spielenden Sekunden in der regulären Spielzeit und 3-Punkt-Führung für Würzburg misslingt – auch dank starker Verteidigung von Patrick Miller – Devin Oliver der Versuch eines Einwurfs auf Jordan Hulls (in der Wiederholung bei MagentaSport bei 2:00:20 zu sehen). Ismet Akpinar, der zuvor schon bei 80:85 aus Ulmer Sicht mit einem Korbleger verkürzt hatte, bekommt den Ball in der eigenen Hälfte und nimmt aus vollem Lauf den Dreier gegen den nicht schlecht verteidigenden Cameron Wells – Treffer, Overtime!

Auch dort dann tendenziell eher Vorteile für Würzburg, auch dort verkürzt Akpinar per Korbleger einen Ulmer Rückstand, ehe diesmal Xavier Cooks daran scheitert, den Ball beim Einwurf zu Jordan Hulls zu bringen (bei 2:13:07 in der Wiederholung). Akpinar zieht zum Korb, wird zunächst sauber von Olaseni geblockt, dann aber beim Kampf um den Rebound gefoult (bei 2:13:45 in der Wiederholung) und trifft die entscheidenden Freiwürfe. Vorsichtig formuliert ein umstrittenes Foul; Denis Wucherer fand in der Pressekonferenz eine sehr eloquente Art, nicht von einer Fehlentscheidung zu sprechen und es doch klar zu sagen. Am Rande bemerkt eine Einschätzung, die ich teile.

Einwürfe, die Dritte: Bei noch 1,3 Sekunden hat Würzburg die letzte Chance, das Spiel nochmal zu drehen, doch erneut funktioniert Devin Olivers Versuch eines Passes auf Jordan Hulls nicht (bei 2:16:26 in der Wiederholung), das Spiel ist aus und Ismet Akpinar der Held des Tages.

Unsere persönlichen Favoriten

Eine überragende Leistung von Dwayne Evans, wie so oft in den letzten Wochen: 21 Punkte bei einer Quote von 70% aus dem Feld und 83% an der Freiwurflinie, 9 Rebounds, 4 Assists und 3 Steals ergeben eine Monster-Effektivität von 30. Auch Patrick Miller wusste mit 15 Punkten, 8 Assists und 4 Steals wieder zu gefallen, zusammen mit einem Team-Bestwert von 12 in der +/- Wertung (bei allerdings erneut sibirisch kalten 1/5 Dreiern, warum auch immer er so viele Versuche meint nehmen zu müssen). Xavier Cooks mit 24 Punkten und 9 Rebounds sowie Jordan Hulls mit 15 Punkten und einigen ganz wichtigen Treffern wären auf Würzburger Seite ebenfalls Kandidaten gewesen.

Doch wenn einer allein aus 80:85 ein 85:85 macht und seine Mannschaft in die Verlängerung rettet, nur um dort dann wiederum allein von 91:94 auf 95:94 zu stellen, dann kann es nur einen Favoriten geben: Ismet Akpinar. Nicht zu vergessen ist dabei, dass es sich um einen 23 Jahre jungen, sehr sympathischen und in Interviews bemerkenswert klaren Spieler handelt. Die Moral- und Politikkeule im Sport zu schwingen, finde ich sehr schwierig, ganz abgesehen davon, dass ich mich ganz persönlich mit dem Grundgedanken von Nationalstolz schwer tue. Aber einen wie Ismet Akpinar zu sehen, der in keiner Weise seine türkische Abstammung leugnet und gleichzeitig einen extrem erfolgreichen Werdegang in Deutschland, als Deutscher hinlegt, macht mir sehr großen Spaß.

Das steht an

Zunächst eine Partie in Crailsheim. Wer das nach dem Ulmer Sieg vor vier Wochen gegen Crailsheim für eine gut machbare Aufgabe hält, dem sei gesagt, dass Crailsheim in der Zwischenzeit gegen Bremerhaven und in Gießen gewonnen hat. Und danach wird es in Frankfurt und gegen Berlin ganz sicher auch nicht einfacher. Dank einer überraschenden Niederlage der Bonner sind die Ulmer zwar gleich um zwei Plätze auf Position 6 geklettert, doch bis Platz 9 ist es gerade mal eine Niederlage Abstand, das Playoff-Rennen bleibt also unverändert knapp und spannend.

Diese Woche … beim VfB Eichstätt, KW 15

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Von Karsten Kunert

Vom Dorfplatz in den DFB Pokal

Ernsthaft? „Ihr habt hier wirklich eine Fußballmannschaft, die dieses Jahr gegen 1860 und Bayern II gespielt hat ?!“. So oder so ähnlich war meine Reaktion, als ich letzten Sommer zum ersten Mal vom VfB Eichstätt gehört habe. Das Team aus der oberbayerischen 14.000 Seelen-Stadt hatte zur Saison 2017/2018 gerade den Aufstieg in die Regionalliga Bayern geschafft und die Spielzeit mit einem respektablen siebten Platz abgeschlossen. Ich, der Champions League gewohnte Münchener, hielt mich zu dieser Zeit immer wieder in der kleinen Domstadt auf und betrachtete das ganze Vorkommen mit der den Großstädtern eigenen weltmännischen Überheblichkeit. „4te Liga – freut mich wirklich für Euch!

Aber ich schaue Fußball in der Allianz Arena, wenn ich ein Spiel live sehen will.“  Gewonnen haben diese Spielzeit übrigens die Münchener Löwen vom TSV 1860, die mittlerweile in der dritten Liga eine mehr oder weniger gute Saison spielen. In der Liga geblieben ist – vorerst – die zweite Mannschaft des FC Bayern München, die #dieJungs, wie sie in Eichstätt genannt werden, im ersten Spiel der aktuellen Saison gleich mal mit 5:1 aus dem heimischen Liqui Moli-Stadion gefegt hat.

Es folgten zwei Unentschieden auswärts und ein respektabler 4:0 Heimsieg. So lagen die Grünhosen vom VfB auf einem langweiligen 11. Tabellenplatz, als mir Freikarten für das kommende Heimspiel angeboten wurden. „Mei … 4tliga-Fußball. 11. Platz. Wie heißt der Gegner? Schalding-Heining?! Echt jetzt? Ach – weißt Du was? Schauen wir uns das halt mal an.“ Reaktionen eines liberal-mondänen Großstädters.

Auftritt des Erfolgsfans

Über das Spiel selber muss nicht viel erzählt werden. Die Partie endete 0:0 trotz gelb-roter Karte für den Gegner und knapp 15 Minuten numerischer Überlegenheit für das Heimteam. Eichstätt rutschte auf Platz 12 in der Liga ab und ich kehrte in mein Leben zurück. Aber irgendetwas war jetzt schon anders. Für die 4te Liga spielten die Typen hier einen echt guten Ball! Und direkt am Spielfeld zu stehen und nicht hunderte von Metern entfernt auf einem Oberrang zu sitzen war eigentlich richtig gut. Zu sehen und zu hören, wie die Spieler untereinander reden, wie Schiri und Trainer mit den Beteiligten kommunizieren, war eine richtig spannende Erfahrung gewesen. Und erst dieses Geräusch, wenn im Tackling an der Seitenlinie Schienbeinschoner auf Schienbeinschoner knallen. Echt besser als im Fernsehen! Und eigentlich hat das viel mehr Spaß gemacht, als ein Spiel in der Allianz Arena anzusehen.

Willkommen im Amateurfußball!!

Ihr ahnt es bereits. Ich schreibe diesen Text nach dem 28. Spieltag und ich habe seit der Partie gegen Schalding-Heining nur noch ein einziges Heimspiel des VfB verpasst. Krankheitsbedingt. „Ready for Takeoff“ Ich bin nicht so vermessen, anzunehmen, dass es irgendetwas mit mir zu tun hat. Aber das Spiel gegen Schalding-Heining war nicht nur für mich eine Art Initialzündung. Von den 23 folgenden Partien gewann das Team von Trainer Markus Mattes eindrucksvolle 17 Begegnungen, verlor dreimal und trennte sich ebenso oft unentschieden. Vor dem 29. Spieltag liegen #dieJungs jetzt gerade einmal zwei Punkte hinter der zweiten Garnitur des FC Bayern München auf Platz zwei der Liga. Höhepunkt dieser Serie war sicherlich der Sieg gegen eben jenen Tabellenführer. Mit 3:0 haben die Domstädter Anfang November eine FC Bayern U21-Mannschaft in Bestbesetzung aus dem eigenen Stadion geschossen und eindrucksvoll Revanche für den bitteren Saisonauftakt genommen.

Bei sechs noch ausstehenden Spielen hat der VfB Eichstätt jetzt 15 Punkte Vorsprung auf den Viertplatzierten aus Schweinfurt. Warum ist das wichtig? Weil der beste Amateurverein der jeweiligen Regionalliga sich automatisch direkt für den DFB Pokal qualifiziert. Auf Platz eins und drei stehen mit den Nachwuchsteams aus München und Nürnberg Mannschaften, für die eine derartige Direktqualifikation nicht vorgesehen ist. Neben den beträchtlichen finanziellen Einnahmen aus der DFB Hauptrunde steht dem selbsternannten ‚Dorfverein‘ also auch noch mindestens ein richtig großes Event ins Haus. Und wenn nicht extrem viel schiefgeht, ist ein Pokalspiel gegen den ‚richtigen‘ FC Bayern, gegen Dortmund oder ein anderes Schwergewicht in der ersten Runde des DFB Pokals also durchaus vorstellbar. Eichstätt in der Sportschau und auf Sky? Verrückter Gedanke.

VfB Eichstätt – wer sind die eigentlich?

Dabei ist der VfB-Eichstätt ein bekennender Amateurverein, der selbst für die Verhältnisse in der Regionalliga Bayern über ein eher geringes Budget verfügt. Umso beachtlicher ist der aktuelle Trend und die Konstanz, mit der die Grünhosen bereits die gesamte Saison über auftreten. Gespielt wird im Liqui Moli-Stadion. Naja – Stadion. Einem Fußballplatz mit Tribüne auf der Gegengerade und Stehplätzen in drei Meter Entfernung von der Seitenlinie. Zur Verköstigung steht ein Grill- und ein Getränkestand bereit. Kaffee und Kuchen gibt es in der angrenzenden Vereinsgaststätte. Trotz des finanziellen Tiefstapelns besteht der Kader der ersten Mannschaft überwiegend aus verpflichteten Spielern.

Kapitän und Urgestein Benjamin Schmidramsl ist derzeit der einzige ‚eingeborene‘ Eichstätter im Kader. Der Rest der Truppe kommt überwiegend aus der nahen und mittelnahen Umgebung aus Oberbayern und Franken. Fußballkennern bekannt sein dürfte der mittlerweile 33-jährige Markus Steinhöfer, der seine Profikarriere bei Bayern, 1860, Kaiserslautern, Basel und Sevilla und weiteren Vereinen nun noch ein Jahr lang in der vierten Liga ausklingen lässt. Ihm zur Seite steht im Mittelfeld der 21 Jahre alte Marcel Schelle, der eine sehr auffällige Saison spielt und mit einer Karriere im Profibereich liebäugelt. Im Sturm ist immer wieder auf Fabian Eberle zu achten, der derzeit mit 14 Treffern auf dem zweiten Platz der Torjägertabelle rangiert.

Funfact: „Der Faber“ macht seinen Job dermaßen gut, dass eine Meldung, der zufolge der Stürmer für die Nationalmannschaft Liechtensteins als Verteidiger eingeladen worden sei, nur die wenigsten Leute wunderte. Leider stellte sich die Nachricht als Verwechslung einer Fußballplattform heraus.  Apropos Stürmer – in der Winterpause wechselte mit Yomi Skintu erstmals ein Spieler aus der Regionalliga Bayern in die Major League Soccer zu Philadelphia. Diese Schwächung kompensierte der Verein unter anderem durch die Verpflichtung von Klinsman. Allerdings schloss sich nicht der ehemalige deutsche Nationalspieler den Domstättern an, sondern der kolumbianische (zukünftige Nationalspieler ??) Klinsman Alejandro Calderon Buitrago. Ja -der heißt wirklich so!

Wie geht’s weiter?

Trotz der Topplatzierung und dem in greifbare Nähe gerücktem sportlichem Aufstieg in die dritte Liga hat der Vereinsvorstand allen Träumern bereits deutlich einen Riegel vorgeschoben. „Die Lizenz wurde nicht beantragt. Die Anforderungen für die 3. Liga können wir als reiner Amateurverein leider nicht erfüllen.“ Klarer kann ein Statement und Selbsteinschätzung kaum sein. Eichstätt wird also sicher im kommenden Jahr wieder in der Regionalliga Bayern den Grill anwerfen. Ob die Folgesaison dann ähnlich erfolgreich gestaltet werden kann, steht noch in den Sternen. Es wird stark davon abhängen, welchen Kader Trainer Mattes ins Rennen schicken kann. Ob Steinhöfer noch ein Jahr die Fußballschuhe schnüren wird, ist noch nicht entschieden. Gleiches gilt für Kapitän Schmidramsl. Mit Marcel Schelle und Michael Zant schielen zwei junge Spieler auf höhere Weihen im Profifußball. Umso wichtiger in diesem Zusammenhang ist die Zusage von Erfolgstrainer Markus Mattes für die kommende Spielzeit. Auch ihm ist bewusst, dass der aktuelle Höhenflug schwer zu wiederholen sein wird. “Die Leistungen unserer Mannschaft haben natürlich anderorts Begehrlichkeiten geweckt. Das Gesicht der Mannschaft wird sich verändern. Das wird nächstes Jahr eine ganz schwierige Saison für uns. … Aber darin sehe ich auch eine Herausforderung.”

Aber egal wie – der Ex-Großstädter Erfolgsfan wird auch in der kommenden Spielzeit wieder altmühltaler Steaksemmeln vom Metzger Schneider an der Seitenlinie futtern.

Die Woche … beim SK Rapid Wien, KW 15

Von Lukas Zahrer

Der SK Rapid Wien hat sportlich gesehen eine erfolgreiche Woche hinter sich. Im zweiten Spiel der Qualifikationsgruppe schlugen die Hütteldorfer den FC Wacker Innsbruck auswärts mit 2:0. Es war der dritte Sieg binnen sieben Tagen für den SCR.

Der chronisch verletzte Christopher Dibon feierte sein Comeback in der Innenverteidigung und köpfte nach sieben Minuten zum 1:0 ein. In der Schlussphase sorgte ausgerechnet Deni Alar für den zweiten Treffer.

Alar sorgte im vergangenen Sommer für Aufsehen, als er nur wenige Tage vor dem Champions-League-Qualifikationsspiel des SK Sturm gegen Ajax als amtierender Kapitän zu einem Liga-Konkurrenten wechselte. In Graz nimmt man dem 29-Jährigen den Transfer nach wie vor übel. Teile der Fan-Gruppierungen der Grazer empfinden Schadenfreude, dass Alar bei den Grün-Weißen allerdings in den letzten Monaten nur kaum zum Zug kam. So war die Partie in Tirol Alars erster Liga-Einsatz im aktuellen Kalenderjahr überhaupt. In drei Partien war für ihn nicht einmal Platz im Kader.

Darüber war zu reden

Was die österreichische Fußball-Szene allerdings viel mehr bewegte, ist der kuriose Streit um den Austragungsort des ÖFB-Cup-Finals. Das Pokal-Endspiel sollte für die kommenden vier Jahre im neuen Stadion der Wiener Austria stattfinden – so sagt es zumindest der Vertrag zwischen dem ÖFB und dem FAK.

Doch da es nun der Stadtrivale Rapid ins Finale schaffte, regte sich heftiger Widerstand gegen eine Partie im „Viola Park“. Dabei gab es gleich mehrere Parteien, die sich für eine Verlegung aussprachen: (1) Rapid plädierte für eine Austragung im Ernst-Happel-Stadion, da dort anstatt 17.000 rund 50.000 Fans Platz fänden – man möchte ja so vielen Rapid-Fans die Möglichkeit geben, die Partie live zu erleben. (2) Die Austria-Fans wehrten sich dagegen, dass der Erzfeind möglicherweise einen Cupsieg im eigenen Stadion feiern könnte (So wie das die Austria im Übrigen 2007 im damaligen Hanappi-Stadion schaffte). (3) Die Polizei äußerte große Bedenken, dass sich Szenen wie beim letzten Wiener Derby, als Rapid-Fans in der Winterkälte stundenlang eingekesselt wurden, wiederholen würden. (4) Der Hauptsponsor des ÖFB-Cups, der Versicherer UNIQA, begrüßt eine Austragung im Wörthersee Stadion sicherlich mehr, als eine Partie in der Generali-Arena, einem Stadion, dass den Namen eines direkten Mitbewerbers trägt.

Fakt ist: Der ÖFB verlegte das Finale nach Klagenfurt, die Austria dürfte dennoch eine nette Entschädigungssumme bekommen. Rapid spielt übrigens gegen Salzburg, die im Vorjahr im Finale gegen SK Sturm unterlegen waren.

Außerdem gab Sportdirektor Fredy Bickel seinen Abschied mit Sommer 2019 bekannt. Bei den Fans hatte der Schweizer nicht mehr einen allzu guten Stand, zu wenig erfolgreich waren in Summe seine getätigten Transfers. Wirtschaftlich gesehen arbeitete Bickel allerdings erfolgreich, zudem gilt er als einer der menschlich angenehmsten Funktionäre der österreichischen Bundesliga.

Rapid ist also auf der Suche nach einem neuen Sportdirektor, zusätzlich aber auch nach einem neuen Präsidenten. Michael Krammer hört mit Saisonende ebenfalls auf.

Das steht an

Spitzenspiel! Am Samstag, Ankick 17 Uhr, empfängt Rapid den SV Mattersburg. Es ist so etwas wie der Kracher vom „Rest der Liga“: Die Burgenländer liegen in der Qualifikatonsgruppe auf Platz zwei, mit einem Sieg würden sie sich an Rapid vorbeischieben.

Der Sieger der Bottom-6 darf sich im Playoff zu Saisonende um einen Platz in der Europa-League-Qualifikation streiten. Sollte Salzburg übrigens das Cup-Finale gewinnen, wäre auch der Quali-Gruppen-Zweite in diesem Playoff spielberechtigt. Sollte Rapid die Partie gewinnen, wäre es die erste Siegesserie von vier Erfolgen seit April 2018.

Diese Woche bei … ALBA Berlin, KW 15

Von Heiko Eisser

Die Ausgangslage

Erfolg kann überaus anstrengend sein. Dies spürt momentan das Team von Alba Berlin, die nun vor einem Programm stehen, dass ihnen in den nächsten 31 Tagen satte 14 Pflichtspiele bringen könnte.

Schon beim heutigen Spiel gegen Valencia sind die Albatrosse um Kapitän Nils Giffey gefordert, soll der bisher geleistete Aufwand belohnt und die anstehenden Spiele erträglich gemacht werden. Nach der Niederlage in Spanien muss das Heimspiel in der Arena am Ostbahnhof gewonnen werden. Nach drei verlorenen Finalspielen in Folge (Pokal und Playoffs) soll endlich der ersehnte Titel geholt werden. Dazu müssen die Albatrosse die 75:89-Niederlage vom Dienstag wett machen.

Rückblick auf Spiel 1

Nach einer auf beiden Seiten nervösen Anfangsphase entwickelte sich eine muntere Partie. Hierbei kam es besonders auf die Rebounds an, die aus Alba Sicht leider viel zu oft beim Gegner landeten. Nach den ersten zehn Minuten führte Valencia diese Statistik bereits mit 14:5 an und sollte am Ende der Partie diesen Wert mit 41:23 deutlich für sich entscheiden.

Hier sprangen nun Peyton Siva und Martin Hermansson in die Breche und punkteten konstant. So blieb Alba im ersten Abschnitt den Hausherren auf der Versen und konnte einen zwischenzeitlichen zehn Punkte Rückstand bis zur Pause auf drei Punkte verkürzen. Auf der Anzeigetafel wurde ein 38:41 verzeichnet.

Dem dritten Viertel drückten nun die Hausherren dem Spiel ihren Stempel auf. Angeführt von Will Thomas nutzte Valencia die nun einsetzende Schwächeperiode von Alba aus und gewann das Viertel souverän mit 30:15.

Begünstigt wurde diese schwache Phase der Berliner dadurch, dass Albas Nnoko in diesem Abschnitt mit seinem dritten Foul längere Zeit auf der Bank verharren musste. Valencia baute nicht nur durch das konstant gute Reboundverhalten den Vorsprung aus, sondern hatte mit Will Thomas einen guten Werfer von aussen. Diese Leistung von Thomas wurde mit dem MVP-Tiel für dieses Spiel honoriert.

Alba hatte dieser Hypothek und dem Rückstand nichts entgegensetzen. Im letzten Viertel tat sich zwar Johannes Thiemann mit einer erneut guten Leistung hervor, verhindern konnte dieser die Niederlage gegen Valencia Basket jedoch nicht.

Ausblick auf Spiel 2

Die Heimbilanz von Alba erträumen sich viele Mannschaften national wie international. Lediglich die Heimpartie gegen Oldenburg in der BBL ging verloren. Ansonsten ist die Arena am Ostbahnhof in Berlin für Auswärtsteams eine unangenehme Spielstätte, da bis zu 13500 Zuschauer Alba unterstützen können. Bei Spiel 2 rechnen die Verantwortlichen mit einer ausverkauften Arena und somit einer Endspiel würdigen Kulisse.

Ebenso lernt das jüngste Team der Eurocup-Saison 2018/19 aus ihren Fehlern. Coach Aito schickt Luke Sikma und seine Teamkollegen immer mit einer Idee aufs Parket, die der Gegner im Regelfall nicht voraussehen kann. Die Erfahrung aus unzähligen Spielen in seiner langen Karriere machen den 72-jährigen an der Seitenlinie nicht nur zu einem Fels in der Brandung, sondern bringen immer wieder neue taktische Kniffe die Mannschaft wie Gegner überraschen.

Auch wird das Team nicht nochmal solch ein Viertel wie in Valencia hinlegen wollen. Nach der Partie konnte man den Ärger an der eigenen Leistung in den Interviews sehen. Und wenn es den Albatrossen gelingt ihre Leistung konstant abzurufen, steht einem alles entscheidenen Finale 3 am kommenden Montag dann wieder in spanischen Gefilden nichts im Wege.

Verfolgen kann man die Partie ab 19:45 Uhr bei Magenta Sport mit Moderator Arne Malsch. Tipp off ist um 20 Uhr mit Alex Frisch am Mikro.

Diese Woche … bei Hertha BSC, KW 14

Von Chris Butzke

Die Suche nach dem Strohhalm

Es war eine schwierige Woche für Hertha Fans. Auf und neben dem Platz zeigte die alte Dame aus Berlin ein trauriges Bild. Ein müdes 1:2 gegen den Aufsteiger aus Düsseldorf lässt den Unmut weiter anwachsen, da die Mannschaft in ihrer Lethargie gefangen scheint. Doch ist das nächste negative Kapitel in der Geschichte des angestrebten Stadionneubaus das Thema, das vielen Fans zurzeit sauer aufstößt. Was bleibt den Herthanern in dieser Phase der Saison? An welchen Strohhalm soll man sich klammern, um doch noch etwas Positives aus der aktuellen Situation zu ziehen?

Berlin und die Bauprojekte

Der geplante Wunschort, der Berliner Olympiapark, wurde von der Berliner Regierung abgelehnt. Grund hierfür sind rund 100 Anwohner, für deren Umsiedlung kein umsetzbares Konzept der Hertha vorgelegt wurde. Man hat sich scheinbar naiv auf die Zusage des Berliner Senats verlassen, was sich nun aber als Fehlkalkulation herausstellte. Über 50 verschiedene Standorte hat Hertha für einen zukünftigen Stadionbau näher betrachtet, einige sogar im Brandenburger Lande.

Die Ostkurve zeigt deutlich, wo sie ihren Verein in Zukunft sehen wollen. Hertha gehört zu Berlin und will die Hertha mit Berlin verbunden sein, sollte das Stadion auch hier gebaut werden. Als neuer möglicher Bauort wird Tegel gehandelt, aber auch das steht noch in den Sternen. Bleibt zu hoffen, dass sich der geplante Stadionneubau nicht so hinzieht wie eine andere berühmt-berüchtigte Großbaustelle in Deutschlands Hauptstadt, die seit knapp 10 Jahren Eröffnung um Eröffnung verschiebt und wo das Abheben des ersten Lufthansa-Vogels noch nicht abzusehen ist. Hier einen Strohhalm zu finden, der auf die Schnelle neue Klarheit im Stadion-Wirrwarr gibt, dürfte schwierig werden.

Es bleibt alles so wie es ist!

Und da passt auch die derzeitige sportliche Verfassung der Mannschaft. Alle sprachen von einer Reaktion, die man nach der desaströsen Vernichtung gegen Leipzig (0:5, gefühlt 0:8) zeigen wollte. Doch wo genau war jetzt die Reaktion? Die Mannschaft spielte mutlos nach vorne und wirkte vom gegnerischen Matchplan überrascht. Mehr Alibi als das Gekicke in der ersten Hälfte hat sonst nur der Abou-Chaker-Clan. Bereits in der ersten Minute ließ sich die Hertha durch einen schnell ausgeführten Einwurf der Fortuna in der eigenen Hälfte und einen langen Pass dermaßen übertölpeln, dass Jarstein sich zu einem missglückten Ausflug jenseits des Strafraums berufen fühlte und man nur mit viel Glück einem frühen Rückstand entging. Düsseldorf überließ der Hertha den Ball und die wusste damit so viel anzufangen wie Jogi Löw mit Thomas Müller und Mats Hummels. Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Düsseldorfer die Schlafmützigkeit nutzen und einen ihrer gefährlichen Konter erfolgreich durch Raman abschlossen.

Zu diesem Zeitpunkt war das Ergebnis sogar noch schmeichelhaft für die Hertha. Kurz vor der Pause kam dann wie aus dem Nichts der Ausgleich durch Marko Grujic, der sein Tor mit einem starken Ballgewinn am eigenen Sechszehner einleitete und den einzigen gefährlichen Angriff gleich mustergültig abschloss. Nach der Pause hatte man als Zuschauer sogar kurz das Gefühl, die Hertha bricht aus der eigenen Lethargie aus und drängte auf die Führung. Duda hatte das 2:1 auf dem Fuß, doch Rensing hielt überragend. Doch dieses Gefühl hielt nur kurz an. Hertha verteidigte wieder passiver, Düsseldorf bestrafte das umgehend mit dem 1:2, wieder durch Raman. Danach wurde nur noch Düsseldorf gefährlich, einzig die Einwechslung von Dilrosun brachte gelegentliche offensive Akzente. Insgesamt war das jedoch eine enttäuschende Partie der gesamten Mannschaft. Für die Fanseele sind aufgrund einiger Ereignisse in der jüngeren Vergangenheit die Spiele gegen Düsseldorf etwas Besonderes. Somit sind solche Nichtleistungen gleich doppelt bitter.

Die Anzeichen

Die Pressekonferenz im Anschluss ließ Hertha-Fans nachdenklich zurück. Denn wie zu oft hatte Dardai die gleichen Erklärungen für die Niederlage. Man hat nicht gekämpft, die Tagesform hat nicht gestimmt, der Gegner war besser.

Worte, die mittlerweile jeder Herthaner kennt. Klar, die Mannschaft ist jung und ihr fehlt es an Erfahrung, doch kann man nicht alles nur darauf schieben. Es ist auch Aufgabe des Trainers, die Mannschaft zu entwickeln. Dardai hat das Team weit vorangebracht und aus Hertha einen Club gemacht, der mit viel Talent versehen ist. Doch die derzeitige Talfahrt ist auch der Tiefpunkt der Dardai-Ära. 4 Niederlagen aus 5 Spielen sprechen eine deutliche Sprache, aber auch die Art und Weise ist besorgniserregend. Für Dardai könnte es zum Ende der Saison eng werden, wird nicht bald eine Kehrtwende geschafft. Er selbst wirkt angeschlagen und weiß um die Situation.

Dardai hat viele Talente in die Profimannschaft integriert, nur darf das nicht der einzige Gradmesser für die Position eines Trainers sein. Es gibt im Sommer sowieso schon Veränderungen im Trainerstab, bleibt die Frage, ob neben dem Co nicht auch der Cheftrainer ausgetauscht wird. Dardai selbst will nur das Beste für seinen Herzensclub. Und ich wünsche mir, dass man in den letzten Spielen endlich ein anderes Gesicht zeigt, denn Dardai hat mit seiner ehrlichen Art deutschlandweit viel Sympathie für die Hertha erreicht.

Nach welchem Strohhalm soll man greifen, um aus der jetzigen Situation etwas Positives ziehen zu können?

Spielerisch gab es gegen Düsseldorf nur einen Lichtblick. Javairo Dilrosun brachte nach seiner Einwechslung den Spielwitz zurück, mit dem Hertha zu Saisonbeginn für Furore sorgte. Wenn Dilrosun hoffentlich bald wieder bei 100% ist, könnte es offensiv wieder schneller und kreativer werden. Wenn man dazu noch endlich einen echten Rechtsverteidiger bei einer Viererkette aufstellen kann und Lazaro wieder auf den rechten Flügel vorrückt, dann könnte der Spaß zurückkehren. Die Strohhalme sind durchaus vorhanden, doch sind sie sehr kurz. Zumal mit Hoffenheim ein Gegner kommt, gegen den man in der aktuellen Form fast auf Schadensbegrenzung aus ist.

Die neue Hertha

Was bleibt der Hertha also noch? Naja, wir haben jetzt ein neues tierisches Vereinsmitglied. Und falls man in der Berliner Melancholie gefangen ist, lohnt sich ein Blick auf den Instagram Account der kleinen Hertha.

Es ist nicht viel, was einem zurzeit bleibt. Aber es kommen auch wieder bessere Tage und man muss als Fan auch die Tiefs einer Mannschaft erleben, um die Erfolge umso mehr zu feiern. Auch wenn die Saison sich gerade zieht und man auch in der Stadionfrage keine glückliche Figur abgibt, die Hertha findet wieder in die Spur, es ist nur eine Frage der Zeit. Zumindest ist das meine Hoffnung, die dann vermutlich nach der Partie gegen Hoffenheim erneut zerstört sein wird.

Diese Woche … auf der PGA Tour, KW 14

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Von Daniel Hofmann

Der Überblick

Während die European Tour eine kleine Pause einlegt, trafen sich die Spieler der PGA Tour in San Antonio, um eine Woche vor dem Masters in Augusta die Form zu testen oder sogar noch die Qualifikation für das Turnier zu schaffen. Am Ende gab es mit Corey Conners einen Überraschungssieger, dem mit seinem ersten Sieg auf der PGA Tour eine Seltenheit gelang.

Die harten Fakten

Conners feierte seinen Sieg nach einer sehr abwechslungsreichen Finalrunde. Mit zehn Birdies, vier Bogeys (alle hintereinander auf den Bahnen Sechs bis Neun) und nur vier Pars sicherte sich der 27-jährige Kanadier den Titel mit einer sehr bunten Scorecard.

Platz 2 belegte Charley Hoffmann, der am Ende zwei Schläge Rückstand hatte und mit einer -5 am Sonntag eine sehr gute Runde spielte, jedoch dem Birdie-Festival von Conners am Ende unterlag. Dritter wurde Ryan Moore, der sich mit acht Schlägen unter Par am Sonntag nach vorne spielte und zusammen mit Kevin Streelman das beste Tagesergebnis ins Clubhaus brachte.

Der Schlag des Turniers gelang Si Woo Kim mit einem Ass, der aus guter Position am Sonntag im leaderboard noch etwas abrutschte. Mit koreanischem Kommentar auch noch hörenswert:

Darüber war zu reden

Corey Conners gelang mit seinem Sieg eine Besonderheit: Er ist der fünfte Spieler, der sich erst über den Monday Qualifier in das Turnierfeld spielte und dann am Ende der Woche den Turniersieg feiern konnte. Das Qualifikationsturnier am Montag dient Spielern, die nicht über die übliche Entry List eine Starberechtigung erhalten, und so eine weitere Chance auf eine Turnier-Teilnahme bekommen. Durch die hohe Leistungsdichte auf der Tour ist es für diese Spieler besonders schwer Turniersiege einzufahren. Ab und an gelingt es aber doch:

Unsere persönlichen Favoriten

Martin Kaymer belegte in San Antonio einen geteilten 42. Platz. Sicherlich ein Lichtblick, jedoch besteht sein Spiel weiterhin aus keinerlei Highlights. Stephan Jäger verpasste den Cut. Viele Stars der Szene nutzten das Wochenende zur individuellen Vorbereitung auf das Masters in dieser Woche. Die Herren Woods, McIllroy, Fleetwood, Molinari, Mickelson und co. Werden natürlich dann alle am Start sein.

Das steht an

THE MASTERS steht im Golf als ganz eigenständiger Begriff. Es ist das besondere Turnier unter den vier Majors, da es als einziges stets auf demselben Platz ausgetragen wird und dem Gewinner ein grünes Jacket nach seinem Triumph übergestreift wird, bei dem sich bis heute die Geschmäcker uneinig sind. Aber auch weil die Turnierveranstalter, der ansässige Club, eine eher unrühmliche Geschichte aufweist, weswegen das Turnier bis heute stets scharf kritisiert wird. So war es lange in den Statuten verankert, dass nur weiße Männer Mitglied des Clubs sein dürfen. Und auch erst vor einigen Jahren wurde die erste Frau in den Club aufgenommen. Erst an diesem Wochenende fand ein erstes Turnier für Golferinnen statt. Ein Ruf und eine Geschichte, die bei diesem Turnier stets präsent ist.


Zum Sportlichen lässt sich sagen, dass sich alle Golffans auf eine spannende Woche einstellen können. Ist es doch wie immer schwer auszumachen, wer am Ende das berühmte Jacket tragen darf. Sicherlich ist The-Players-Champ Rory McIllroy ein heißer Kandidat. Jedoch sehen auch viele Buchmacher Tiger Woods mit guten Chancen, der sicherlich in akzeptabler Form ist, jedoch auch ein wenig Wunschdenken bei diesem Tipp mitschwingen wird. Am Ende steht sicherlich jemand auf dem Major-Thron, den niemand auf der Rechnung hat. Schon gar nicht der Autor. Daher ENJOY IT!

THE MASTERS live bei SKY:
Donnerstag, 11.04.2019, 21:00 Uhr – 01:30 Uhr, Sky Sport 1 HD
Freitag, 12.04.2019, 21:00 Uhr – 01:30 Uhr, Sky Sport 1 HD
Samstag, 13.04.2019, 21:00 Uhr – 01:00 Uhr, Sky Sport 1 HD
Sonntag, 14.04.2019, 20:00 Uhr – 01:00 Uhr, Sky Sport 1 HD

Diese Woche … im Handball, KW 14

Von Sascha Staat

Hamburg, Alfreds Perle

Was sieben Tage im Handball alles so bringen können ist doch schon ziemlich erstaunlich. Ein Final Four im DHB-Pokal, eines in der SEHA League (bitte was?), eines im ungarischen Pokal und ein Topspiel in der Frauenbundesliga, bei der es um die Meisterschaft geht. Wohin also fahren? Natürlich, Hamburg muss es sein. Nur Hamburg darf es in diesem Fall sein. Im Handball wohl die Mutter aller Final Four. Kiel, Magdeburg, Berlin, Hannover. Herrlich.

Das Schöne an so einem Turnier ist natürlich, dass in der Regel mindestens ein Club dabei ist, der sich auf eine große Anzahl an Fans berufen kann. Der THW Kiel und der SC Magdeburg sind dahingehend die beiden Schwergewichte der Liga. Ebenfalls herrlich. Aber die Fans der TSV Hannover-Burgdorf und der Füchse Berlin ließen sich nicht lumpen. Umso besser, es war mal wieder angericht. Noch dazu mit Frühlingswetter vom Allerfeinsten. Jacke rein, T-Shirt raus.

Wie fast schon traditionell boten schon die Halbfinals Spannung pur. Magdeburg schlug Hannover mit dem Schlusspfiff und dank 15 Treffern von Michael Damgaard, der damit einen neuen Rekord für das Final Four aufstellte. Kiel überzeugte zwar gegen Berlin, gewann aber auch nur mit zwei Toren Unterschied.  Was würde also das Finale bringen? Immerhin hatte der SCM die Zebras in dieser Saison in der Liga beide Male geschlagen, in überzeugender Art und Weise.

Gut, dass der THW auf Alfred Gislason Vertrauen konnte. Es war sein letztes Final Four als Trainer, im Sommer ist Schluss. Er setzte auf einen komplett anderen Rückraum als am Vortag, das zahlte sich aus. Kiel blieb auch in kritischen Phasen cool und gewann verdient den Pokal, den Kapitän Domagoj Duvnjak nach der Übergabe sofort an seinen Coach überreichte. Es war ein passender Abschied für Gislason aus Hamburg.

Und die SEHA League, eine von Gazprom finanzierte kleine Champions League, die Prinzenklasse sozusagen? Dort räumte Christian Dissinger mit Vardar Skopje den Titel ab, wurde im Endspiel aber Opfer der überharten Spielweise des Gegners aus Zagreb und landete mit einer ausgekugelten Schulter im Krankenhaust der weißrussischen Metropole Brest. Seine Mitspieler widmeten ihm den Pokal. In Mazedonien haben sie ihn bereits in sein Herz gechlossen.


Im ungarischen Pokal schlug Pick Szeged dem großen Telekom Veszprem mal wieder ein Schnippchen, wie schon im Vorjahr. Da stand wohl jemand beim Favoriten auf der Leitung. Spannung scheint derweil in der Frauenbundesliga bis zum letzten Spieltag garantiert zu sein. Der Thüringer HC schlug Spitzenreiter SG BBM Bietigheim mit 24:23. Die Tordifferenz wird also dem Anschein nach am Saisonende entscheiden, wer den Titel holt, denn beide Teams sind aktuell punktgleich.

Was kommt jetzt? Bei den Männern steht erstmal die EM-Qualifikation an. Deutschland trifft zwei Mal auf die Polen, deren große Generation sich schwer mit der Suche nach adäquaten Nachfolgern tut. Zwei Siege für das DHB-Team sind Pflicht. Damit wäre das Ziel, im nächsten Jahr im Januar über Trondheim (Vorrunde) und Wien (Hauptrunde) das Finalwochenende in Stockholm zu erreichen. Ein wilder Trip und mit ein Grund, warum Europas Topspieler die Kampagne #dontplaytheplayers starteten.

Wie gesagt, es war gut was los im Handball. Business as usual.

Diese Woche …. bei Eintracht Frankfurt, KW 14

Von langem Zetern und späten Elfmetern

Nachdem die Frankfurter Eintracht sich am letzten Spieltag mit einem Sieg gegen den VfB Stuttgart vor Borussia Mönchengladbach auf einen Champions League Platz geschoben hat, stand diese Woche nun das nächste Duell gegen eine Mannschaft aus dem Tabellenkeller an. Die Adler gastierten bei Schalke 04, wo mit Omar Mascarell, Bastian Oczipka und Ersatztorhüter Ralf Fährmann mehr oder weniger alte Bekannte alles dranlegen wollten, um ihre schwierige Tabellensituation zu verbessern. 

Bäumchen wechsle dich

Nicht ganz sorgenfrei ging die Eintracht in diese Partie hinein. Die Hessen mussten erneut auf Mittelfeldmann Mijat Gacinovic verzichten. Zudem hatten sie noch die Ausfälle von Sebastian Rode und Sturmspitze Sébastien Haller zu beklagen, die sich im Laufe des Spiels auch bemerkbar machen sollten. 

Hütter musste demnach im Vergleich zum Spiel in Stuttgart einige Änderungen in der Startaufstellung vornehmen. Der Österreicher verzichtete darauf, Haller eins zu eins durch Paciência zu ersetzen. Dieser nahm vorerst auf der Bank Platz, während Rebic und Jovic die Sturmspitze bildeten. Neu in die Mannschaft rückten dafür Jonathan de Guzman und Jetro Willems, die an der Seite vom erfahrenen Mentalitätsspieler Gelson Fernandes im zentralen Mittelfeld agieren sollten. In der Abwehr durften sich die Frankfurter über Rückkehrer und Kapitän David Abraham freuen, der für Evan N’Dicka in die Startelf rückte. Der junge Franzose sollte zunächst also eine Pause bekommen. 

Geduldspiel mit Happy End

Schon aus dem Hinspiel sollte man wissen, dass gegen die Schalker einiges an Geduld nötig sein wird. Bevor es der Eintracht im vergangenen November im heimischen Stadion gelingen sollte das erste Tor gegen die Königsblauen zu erzielen, musste erst eine ganze zähe Stunde Spielzeit vergehen. 

Auch der Blick auf den neuen alten Trainer der Schalker lässt ein Geduldspiel erwarten, ist Huub Stevens doch bekannt dafür, seine Mannschaften defensiv gut einzustellen. 

Doch die Nerven, die sich so mancher Eintracht-Fan für diese Partie aufgespart hat, sollten stark auf die Probe gestellt werden. Aber von vorne…

Die mutigen Frankfurter überrumpelten Schalke zu Beginn der Partie nahezu. Einseitig war das Spiel ca. die ersten 20 Minuten. Die Gelsenkirchener waren überhaupt nicht im Spiel, verloren leichtfertig den Ball und kamen gegen das Anrennen der Eintracht nicht an. Bereits nach sieben Minuten hatten die Frankfurter zwei Großchancen zu verzeichnen: einmal vereitelte Nübel gegen Jovic, der nach einer flachen Hereingabe von da Costa zum Zug kam und das andere Mal verpasste da Costa knapp den Ball, den Jovic elegant per Hacke auf ihn ablegen wollte. Mit Tempo und Spielfreude überrannte die Mannschaft von Adi Hütter die nahezu hilflosen Schalker und in der 13. Minute passierte das, was sich von Minute eins an angekündigt hatte: Ante Rebic verwandelt zum 1:0. Von der Entstehung bis hin zum Abschluss war dieser Treffer perfekt. Einen langen Ball der Schalker köpft der gewohnt starke Hinteregger auf Kostic, der passgenau auf Rebic durchsteckt und der Kroate spielt den Schalker Torwart Nübel vor dem Treffer eiskalt aus. 

 

Eine besonders gute Partie spielte bis hierhin Publikumsliebling Martin Hinteregger. Schon die erste Großchance entstand nach einem seiner wichtigen Ballgewinne. Sein großes Selbstvertrauen stellt er aber nicht nur in Abwehraktionen unter Beweis. Als er sieht, dass Nübel etwas weit aus seinem Tor herausspaziert ist, feuert Hinteregger, der in seiner Jugend auch im Sturm spielte, prompt einen Ball aus 50 Metern Distanz aufs Schalker Tor und scheitert hierbei nur knapp am Torwart, der den Weg zurück schnell genug fand. 

Zu diesem Zeitpunkt war es aus Sicht der Frankfurter eine nette Partie – frühe Führung, Schalker ohne Torgefahr. Doch unverhofft kommt oft. So auch der Gegentreffer zum 1:1, der sich bis hierhin absolut nicht abgezeichnet hat. Nach einem Foul von Hinteregger macht sich Caligiuri zwischen rechter Strafraumgrenze und Außenlinie zum Freistoß bereit. Die Frankfurter Abwehr steht alles andere als kompakt, sodass mitten im Strafraum ein freier Raum entsteht in dem Embolo ungestört zum Kopfball kommt. Trapp rettet, lässt den Ball jedoch nach vorne abprallen und muss sich dann Serdar geschlagen geben, der den Abpraller in der 21. Minute ungestört ins Tor befördern kann. Jovic stand bei dieser Aktion viel zu weit vom Gegenspieler entfernt. 

Der Gegentreffer ist insofern absolut unnötig, als dass sich Schalke bis hierhin mehr als harmlos präsentierte. Zudem dürfte bekannt sein, dass die Königsblauen gerade bei Standards ihre Chance wittern. Schaut man sich die Expected Goals an, muss man mit Entsetzen feststellen, dass der Wert der zu erwartenden Tore aus dem laufenden Spiel heraus bei den Schalkern bei 0,03 liegt. Schaut man jedoch den Wert bei ruhenden Bällen an liegt dieser bei 0.75. 

Mit dem Ausgleich kehrte der Kampfgeist und auch ein wenig die Ordnung bei den Schalkern zurück, sodass es ab hier ein schweres Spiel für die Adlerträger werden sollte. Von nun an bekamen die Zuschauer genau das Kampfspiel, auf das sie sich eingestellt hatten. Soweit also noch nichts, dass einem gut vorbereiteten Eintracht-Fan an die Substanz gehen müsste, oder? Falsch. Denn die Rechnung haben die meisten ohne Schiedsrichter Sascha Stegemann gemacht, der spätestens nach einer knappen halben Stunde den Zorn der Adlerträger auf sich zog. Rebic, der mit Ball im gegnerischen Strafraum unterwegs ist, wird von Bruma mit Armeinsatz bearbeitet und kommt nach einem zusätzlichen Kontakt am Unterschenkel zu Fall. Stegemanns Pfeife bleibt stumm. Hat er bestimmt nicht gesehen, oder? Doch. Denn der Schiedsrichter wird nach Kontakt mit dem Videoschiri zum Bildschirm gebeten, schaut sich die Situation noch einmal genau an und verweigert den Frankfurtern abermals den klaren Elfer. 

Als wären die Gemüter nicht schon erhitzt genug, muss Hinteregger, der eine gute Partie ablieferte, einige Minuten später verletzt ausgewechselt werden. Der Österreicher bekam das ganze Spiel über schon die Körperlichkeit der Schalker zu spüren, zog sich im Spiel sowohl eine Kehl- und Brustkorbprellung sowie einen Mittelhandbruch zu. Ihn ersetzte in der 37. Minute Evan N’Dicka. 

Es ist und bleibt bis zum Schlusspfiff ein Spiel, das mehr von Härte als von spielerischer Qualität geprägt ist – unter Leitung eines Schiedsrichters ohne klare Linie. Durch einige Unkonzentriertheiten der Frankfurter Eintracht kam Schalke auch aus dem Spiel heraus zu einigen wenigen, aber nicht ungefährlichen Chancen. Beispielsweise entstand aus einer Schalker Unterzahlsituation in der 67. Minute eine Doppelchance, die zu verhindern war, aber erst durch Kapitän Abraham und Führungsspieler Kevin Trapp im Tor geklärt werden konnte. 

In der Nachspielzeit hatte sich der durch multiple Wutausbrüche und exzessives Kopfschütteln merklich gezeichnete Eintracht-Fan schon fast mit einem Remis abgefunden. Immerhin war es die schwächste Rückrundenleistung bisher und zumindest wäre man in diesem Jahr trotzdem weiterhin ungeschlagen. Kann man gegen solch einen unangenehmen Kontrahenten auch mal akzeptieren, oder? Falsch. Denn diese unfassbare Saison der Eintracht ist auch immer wieder von außergewöhnlichen Momenten geprägt – so auch dieser. In der Nachspielzeit sieht zunächst Serdar nach einem Foul an Filip Kostic gelb-rot. Der daraus resultierende Freistoß für Eintracht Frankfurt sollte in der 94. Minute die letzte Aktion des Spiels sein, doch plötzlich gibt es nach der Hereingabe von Willems Proteste im Schalker Strafraum. Die Frankfurter, allen voran Abraham, wollen ein Handspiel von Caligiuri gesehen haben. Stegemann macht sich erneut auf den Weg zum Bildschirm und gibt, zum Erstaunen einiger Frankfurter Fans, die längst mit dem Schiedsrichter gebrochen hatten, Elfmeter für die Eintracht! Ausführen sollte diesen nun Luka Jovic, der seine Aufgabe mehr als erfüllt. Eiskalt und unbeeindruckt vom aufgeregten Treiben um ihn herum, knallt der junge Serbe in der 99. Minute (!!!) den Ball unter die Latte. Die Eintracht knackt damit noch ganz nebenbei einen weiteren Rekord: der späteste Elfmetertreffer in der Bundesliga seit detaillierter Datenauffassung. 

Ende gut, alles gut? 

Der späte Treffer sorgt verständlicherweise für jede Menge Euphorie. Dies soll trotzdem nicht darüber hinwegtäuschen, dass diesmal auch einige Dinge nicht optimal liefen. Das Fehlen von Haller und Rode hat sich im Spiel der Eintracht deutlich bemerkbar gemacht. Dass Haller Bälle hervorragend festzumachen weiß und diese auch klug weiterverteilt fällt umso mehr auf, wenn er nicht auf dem Platz steht. Es fehlte zudem an Stabilität im Mittelfeld. Besonders Willems ist kein adäquater Ersatz für Rode. Seine Spielweise ist zu hektisch, was verbunden mit vielen Fehlpässen und fragwürdigen Spielentscheidungen ist. 

Trotzdem sollte man die Saisonleistung der Eintracht nicht zu kritisch sehen, denn ein abstiegsgefährdeter, defensiv eingestellter Gegner, der auf seine Körperlichkeit setzt, ist selten angenehm zu bespielen. Unter solchen Partien leidet häufig auch die eigene Spielqualität, aber auch diese Aufgaben müssen gemeistert werden und das hat die Eintracht am Ende mit etwas Glück auch geschafft. 

Nach dieser Partie lässt sich feststellen, dass normal in dieser Saison kaum möglich zu sein scheint und auch wenn das ein oder andere Fan-Herz starken Belastungen standhalten muss, trifft man momentan wohl kaum einen Eintracht-Fan ohne breites Grinsen im Gesicht an. 

Zurecht, denn am Donnerstag ruft erneut eine Champions League Mannschaft. Im vollen Estádio da Luz wartet mit der Euro League Partie gegen Benfica Lissabon schon wieder ein ganz anderes Spiel auf die Frankfurter Eintracht.

Diese Woche … bei Rot-Weiß Köln, KW 14

Samstag, 6.4.

Köln bietet einige Möglichkeiten um seine Freizeit zu verbringen, erst Recht an einem sonnigen Aprilwochenende. Doch statt mich in einen Biergarten oder ein Cafe am Rhein zu setzen, verschlug es mich Samstag und Sonntag auf die Anlage von Rot- Weiss nach Köln Müngersdorf um dort je zwei Bundesligaspiele der Damen und Herren zu besuchen.
Die Spielstätte ist leicht zu finden, da sie sich buchstäblich nur einen Steinwurf entfernt vom Rhein Energie Stadion befindet.

Bei der Außendarstellung des Eingangsbereichs gibt es noch einiges ungenutztes Potential: Nichts macht auf anstehende Begegnungen von Rot- Weiss aufmerksam, auch von dem Schild ,,Nur für Mitglieder” sollte man sich nicht abschrecken lassen, da dies nur die Parkplätze hinter dem Schild gilt.

Passiert man Schranke und Parkplatz gelangt man dann aber schnell zu den zwei Hockeyplätzen, von denen einer als Spielstätte, der andere als Trainingsplatz genutzt wird. Stärken kann man sich entweder in der angeschlossenen Gastronomie oder bei gutem Wetter wie an diesem Wochenende mit einer  Bratwurst vom Grill. Wer also Bier und Bratwurst für sein Stadionerlebnis braucht, der wird bei Rot- Weiss nicht enttäuscht. Ich kaufte am Samstag aber zunächst meine Eintrittskarte für beide Spiele (8 Euro ermäßigt) und betrat die Tribüne, die zwar nur aus drei Steinstufen besteht, dafür aber top gepflegt ist. Bei Regen empfiehlt sich allerdings ein Regenschirm an, denn ein Dach ist nicht vorhanden.

Etwas enttäuschend war, dass sich bei bestem Frühlingswetter nur 120 Zuschauer zum ersten Spiel um 14 Uhr einfanden. Anscheinend hatten sich doch einige für das Cafe oder den Biergarten am Rhein entschieden.

Ausführliche Spielberichte bei  https://www.hockeyliga.de/index2.php?data[page]=home

Damen: Rot- Weiss Köln- Uhlenhorster HC Hamburg 0:3 (0:1)
Die Damen von Rot- Weiss lieferten leider keine gute Vorstellung ab und verloren am Ende  klar gegen den Tabellendritten aus Hamburg. Defensiv noch in Ordnung, liegen die Probleme aktuell in der harmlosen Offensive. Symptomatisch war es dann  auch, dass RWK im kompletten Spiel keine einzige Strafecke herausholen konnte. Das ist umso enttäuschender, als das Strafecken nicht nur mit die beste Möglichkeit darstellen Tore im Hockey zu erzielen, mit Rebecca Grote hat man noch dazu eine Spezialistin für diese kurzen Ecken im Team. Trainer Markus Lonnes ging dementsprechend hart mit seiner Mannschaft ins Gericht und bezeichnete die Leistung seiner Rot- Weiss Damen im Nachgang als ,,emotionslose Arbeitsverweigerung”.

Herren : Rot- Weiss Köln- Uhlenhorster HC Hamburg 2:4 (0:1)
Den sportlich schwarzen RWK Samstag machten die Herren anschließend mit einer 2:4 Niederlage gegen die Hamburger perfekt. Der UHC spielte effektiver, Rot- Weiss machte dagegen aus acht Strafecken nicht ein Tor. Dazu zeigte sich, dass das Herrenhockey dann doch deutlich mehr Leute anzieht, da dieses Spiel immerhin ca. 250 Zuschauer sahen, und das obwohl sich die Sonne inzwischen hinter den Wolken versteckt hatte.
 Allgemein kann ich empfehlen sich Spieltage für den Besuch auszusuchen, an denen Damen und Herren nacheinander spielen. Ein Hockeyspiel dauert 4 mal 15 Minuten, und ist relativ selten unterbrochen, weswegen der ganze, durchaus kurzweilige, Spaß nach ca. 80 Minuten vorbei ist. Für zwei Spiele lohnt sich der Weg heraus nach Müngersdorf aus meiner Sicht eher, als nur für ein einzelnes Spiel in den Kölner Westen zu fahren.

Eine schöne Nebenerscheinung beim Hockeysport zeigte sich mir nach den Spielen. Jetzt konnte ich mich noch auf der Terrasse und im Barbereich beim Kölsch mit anderen Zuschauern,  auch mit den Spielern und Spielerinnen, unterhalten und fachsimpeln.

Diesmal kam hinzu, dass ich noch mit ein paar Spielern der Herren das Fußball Bundesliga Topspiel zwischen Bayern München und Borussia Dortmund schauen konnte. Ein Angebot was ich gerne annahm, und dabei noch etwas die Gastronomie des Vereins ankurbelte.

Die Anlage verließ ich später mit gemischten Gefühlen. Einerseits ein schöner Sport Tag im Grünen, andererseits mit für Rot- Weiss enttäuschenden sportlichen Ergebnissen.

Sonntag, 7.4.

Damen: Rot- Weiss Köln- Harvestehuder THC 0:1 (0:0) 

Sonntags beginnen die Spiele in der Regel etwas früher, weswegen ich mich bereits um 12 Uhr wieder auf der Anlage einfand. Die Zuschauerzahl wurde diesmal von hockeyliga.de mit 100 angegeben, was ich allerdings für eine optimistische Schätzung halte. Harvestehude, der dritte Hamburger Gegner der Kölnerinnen in einer Woche, hatte am Vortag bereits Tabellenführer Düsseldorf geschlagen und konnte auch diesmal gewinnen. Das Spiel lebte stark von der Defensive, im ganzen Spiel gab es nur 3 Strafecken (alle für Köln). Die Entscheidung brachte am Ende eine schöne Direktabnahme von Seiten der Hamburgerinnen in der 42. Minute. Das große Problem von Rot- Weiss war wie am Vortag die ungefährliche Offensive. Die Rot- Weiss Damen stehen damit 2019 weiterhin ohne Tor und Punkt da.

Herren: Rot- Weiss Köln- Harvestehuder THC 7:2 (4:1)

Ja endlich! Gänzlich erfolglos ging mein Wochenende bei Rot- Weiss dann doch nicht zu Ende. Hier zeigte sich der Hockeysport von seiner besten Seite, zumindest für den interessierten Laien wie mich, der dann auch eher auf tolle Offensivaktionen hofft. Diese gab es beim RWK Sieg zu genüge, womit die Herren auch ihre Spitzenposition in der Hockey Bundesliga halten konnten. Mann des Spiels war ohne Frage Marco Miltkau, der alleine vier Treffer zum klaren Sieg beisteuerte.

Nach erneutem anschließenden Fachsimpeln mit Rot- Weiss Spielerinnen und Vereinsverantwortlichen, machte ich mich wieder auf dem Heimweg. Vier Spiele, ein Sieg, sportlich leider kein gutes Wochenende, dennoch mit jeder Menge Spaß und Unterhaltung. Dazu habe ich noch einiges über die Vereinsstrukturen und den Hockeysport im Generellen gelernt, was ich hier in den nächsten Wochen weiter einbringen kann.

So geht’s weiter

Die Damen haben nächste Woche wieder einen Doppelspieltag, spielen Samstag beim Mannheimer HC und Sonntag zu Hause gegen den Münchner SC. Große Auswirkungen auf die Tabelle werden die abschließenden Spiele nicht mehr haben: Sowohl  im Kampf um die Final 4 Teilnahme, als auch Richtung Abstieg geht so gut wie nichts mehr.
Allerdings zeigt sich hier der Aufwand den die Sportler und Sportlerinnen für ihren Sport auf sich nehmen. Die Reise nach Mannheim ist dabei noch eine der kürzeren. In der Hinrunde spielten die RWK Damen einmal Samstags um 14 Uhr zu Hause nur um tags darauf um 12 Uhr in München antreten zu müssen. In der Regel wird zwar versucht die Auswärtsfahrten zu bündeln, so spielte der UHC dieses Wochenende in Köln und Düsseldorf, aber diese Reisebündelung ist nicht immer zu halten.
Die Rot- Weiss Herren  haben nächste Woche nur ein Spiel, womit Uhlenhorst Mülheim bei einem Sieg am Samstag in der Tabelle an Köln vorbeiziehen könnten. Es sieht aber immer noch sehr gut aus, dass zumindest ein Kölner Team am Final 4 im Mai in Krefeld teilnehmen.

Diese Woche … in der DEL, KW 14

Von Sabrina Tesch

Halbfinale der Playoffs 2019 in der DEL

Das Halbfinale ist in vollem Gange. Drei Spiele sind gespielt. Vier Mannschaften treten gegeneinander an. Auf der einen Seite gibt es das Klassikerduell zweier Traditionsclubs: die Kölner Haie gegen die Adler aus Mannheim, und auf der anderen Seite gibt es das Bayerische Derby: der amtierende Meister Red Bull München gegen die Augsburger Panther.

Wer wird schlussendlich im Finale gegeneinander antreten, denn nur zwei Mannschaften können es schaffen? Und am Ende wird es natürlich nur einen einzigen Sieger, einen einzigen Deutschen Meister geben.

Die Prognosen und Spekulationen sind hier aber recht eindeutig: Mannheim wird Meister. Nach der souverän gespielten Hauptrunde und dem Weiterkommen in den Playoffs scheint dies sehr wahrscheinlich. Der amtierende Meister München strauchelt im Halbfinale gegen den Gegner Augsburg und Köln konnte bisher nicht wirklich einen großen Widerstand gegen die Dampfwalze Mannheim leisten.

Wie verliefen die ersten drei Spiele der Serien?

Nach dem ersten Spiel der Kölner gegen Mannheim waren die Rheinländer noch optimistisch. Schließloch verloren sie dieses nur 1:0 und boten den Mannheimern eine gute Gegenwehr, hielten ihnen stand und waren streckenweise sogar besser. Dieser Optimismus verflog jedoch im zweiten und dritten Spiel gegeneinander. Der KEC verlor beide Partien, erst 1:4 und dann sogar 4:0. So, und nun steht die Serie 3:0 für die Adler. Diese scheinen mit einem Fuß schon im Finale zu stehen. Für Köln ist dies etwas bitter, jedoch kommt das nicht unerwartet. Die Mannschaft der Haie ist schon weit gekommen, die Saison lief nicht immer rund für Köln, dennoch kamen sie bis ins Halbfinale. Nicht alle glaubten daran. Im ersten Spiel gegen die Adler zeigten die Kölner eine starke Leistung, hatten nach dem Einzug ins Halbfinale Schwung und Elan mitnehmen können. Verletzungspech, verlorene Energie und starke Kräfte der Adler zollten ihren Tribut.

Auf Seiten der Bayern läuft die Serie differenzierter. Die Serie steht 2:1 für die Panther aus Augsburg. München strauchelt, damit rechnete im Vorfeld einer so richtig. Augsburg spielte eine starke Saison und überzeugt nun auch im Halbfinale. Das erste Spiel gewann noch München, die beiden weiteren Partien jedoch gingen auf das Konto der Panther. Die letzten beiden Spiele waren knapp, jeweils nur ein Tor machte den Unterschied zugunsten Augsburgs. Die Knappheit jedoch hinterfragt am Ende niemand mehr, was zählt ist der Sieg.

Wie geht es nun weiter?

Am Dienstag wird es das vierte Spiel für beide Serien geben. Für die Kölner Haie könnte es das letzte Spiel sein, Mannheim braucht nur noch einen Sieg um ins Finale einzuziehen. Das heißt für Köln wird wieder das Motto „Do or Die“ gelten. Wird der KEC diese Serie noch aufholen können und drei Siege hintereinander einfahren können? Gute Frage, doch wie heißt es so schön: die Hoffnung stirbt zuletzt. Und in den Playoffs kann alles passieren, wenn auch die Chancen für Köln eher schlecht stehen.

Auch München und Augsburg spielen ihr viertes Spiel, hier wird es nur definitiv nicht das Letzte Spiel sein. Es wird noch ein Spiel fünf geben. Wenn Augsburg gewinnt, stehen sie mit einem Fuss im Finale und München ist in Zugzwang. Gewinnt München, ist die Serie mit 2:2 wieder ausgeglichen. Es bleibt also spannend.

Und im Finale wird es noch einmal schärfer zugehen.