Diese Woche … bei den Füchsen Berlin, KW 19

Von Heiko Eisser

Eine Woche spielfrei kann im Endspurt einer Saison sehr hilfreich sein. Nicht nur können die Spieler regenerieren, ebenso habe die Trainer wieder die Möglichkeit Spielabläufe und Routinen zu trainieren. Und diese Phase dürfte den Füchsen auf dem Weg zum EHF-Cup Final Four durchaus helfen, denn an diesem Turnier hängt wohl das internationale Geschäft in der kommenden Saison. Die Notwendigkeit einer solchen spielfreien Phase und den damit verbundenen Möglichkeiten, zeigten die Partien gegen den Bergischen HC und GWD Minden auf.

Die vergangenen Partien

Der Aufsteiger Bergischer HC ist zu Hause in dieser Saison schwer zu schlagen. Diese mussten die Füchse bei ihrer Partie im Bergischen Land schmerzlich erfahren.

Die Füchse begannen konzentriert und legten mit einer gut organisierten Abwehrarbeit zunächst einen zufriedenstellenden Start in die Begegnung hin. Beim 4:2 aus Berliner Sicht konnte man sich in der Fremde nicht beklagen, da der BHC bei seinen Heimspielen schon Tabellennachbarn wie die MT Melsungen bezwangen und auf Platz vier der Heimtabelle rangieren.

Diese Sicherheit in den eigenen vier Wänden verunsicherte im Laufe der Partie die Füchse um Kapitän Lindberg. Dem sonst so sicheren Siebenmeterschützen gelang es zweimal nicht, den Ball am BHC Torhüter Rudeck vorbei zu legen. Zur Pause gingen die Füchse mit einem 12:14-Rückstand in die Kabine.

Nach dem Seitenwechsel musste Füchse Torwart Heinevetter ein ums andere Mal seine nun nicht mehr so standsichere Abwehr helfen. Besonders in der Schlussviertelstunde, als die Füchse zwischenzeitlich einem sieben Tore Rückstand hinterher liefen, hatten er und Matthias Zaccrisson großen Anteil an einer kleinen Aufholjagd. Doch diese kam zu spät, so dass der BHC nicht nur sein Heimspiel gewinnen konnte, sondern in der Tabelle sich an den Füchsen vorbei schob.

Viel Zeit zum Verarbeiten dieser Niederlage hatten die Füchse nicht, da bereits drei Tage später der GWD Minden die Berliner in eigener Halle empfing.

Wie beim Spiel gegen den BHC starteten die Füchse mit solider Leistung im Angriff und lagen nach acht Minuten mit 4:2 in Front. Doch die Mindener steckten in dieser Phase nicht auf, haben sie doch an den vergangenen Spielen gesehen, dass die Füchse schlagbar sind. Besonders Mindens Schlussmann Leon Grabenstein stellte mit seinen Paraden in seinem Bundesligadebüt die Hauptstädter ein ums andere Mal vor schwierige Aufgaben.

In der zweiten Hälfte gelang es keinem Team sich mit mehr als zwei Toren abzusetzen. Die Führung wechselte hin und her. Die GWD hätte sich sogar einen Punkt verdienen können, wenn Silvio Heinevetter mit glänzenden Paraden den Sieg nicht fest in Berliner Händen hielt. Heinevetter sprach nach der Begegnung von einem „dreckigen Sieg“. Doch dürfte dies den Fans und allen die es gut mit den Füchsen meinen, relativ egal sein.

Eine ruhige Woche

Hatten die vergangenen Woche doch durch viele Spiele und Geschehnissen abseits der Platte für viel Unruhe bei den Füchse gesorgt, dürfte das Ziel am kommenden Sonntag um 18:30 Uhr in der Max-Schmeling-Halle klar sein: ein Sieg gegen den wahrscheinlichen Absteiger aus Ludwigshafen.
Die Eulen stehen mit lediglich sieben Punkten am Ende der Tabelle. Die bisherigen acht Partien gegen die Füchse gingen alle samt verloren und bei der momentanen Verfassung des Teams von Trainer Benjamin Matschke dürfte ein Sieg in der Berlin ungleich schwerer werden. Lediglich bei den Partien gegen den VFL Gummersbach und den TBV Lemgo holten die Eulen Punkte in der Fremde. Ein Sieg gelang bisher nicht. Der letzte Sieg feierte Ludwigshafen am 10.November gegen Leipzig. Voll Selbstvertrauen dürfte das Team aus Rheinland-Pfalz nicht anreisen.

Doch das dieses Spiel ein Selbstläufer wird, sollten Fabian Wiede und Co nicht annehmen. Besonders nicht in der momentanen Verfassung der Füchse, in der sogar böse Überraschungen möglich sind.
Bleibt zu hoffen, dass die Trainingsphase in der vergangenen Woche zielführend war und im Angriff und Abwehr die Abstimmungen in den Reihen wieder stimmen. Nicht nur für die Partie gegen Ludwigshafen, sondern auch im Hinblick auf das anstehende Final Four im EHF-Cup.

Die letzte Chance?

Momentan läuft es darauf hinaus, dass die Füchse über den Ligabetrieb den Einzug in den EHF-Cup wohl nicht schaffen. Bei den ausstehenden vier Partien in der HBL kommt es noch zu den Vergleichen mit Flensburg und den Rhein Neckar Löwen.

Gegen die Löwen konnten die Berliner zwar den Einzug in den DHB Pokal in eigener Halle erringen. Doch dürfte das Team um Andy Schmid diese Niederlage noch im Hinterkopf haben, wenn sie am 26.Mai nach Berlin reisen.

Ebenso schwierig – fast unmöglich – dürfte ein Triumph der Füchse in Flensburg werden. An der dänischen Grenze konnte dieses Jahr noch kein HBL-Team etwas zählbares mitnehmen.

Im Rennen um die internationalen Plätze in der Liga scheinen die Füchse nun gegen die direkten Konkurrenten Bergischer HC, MT Melsungen und Magdeburg eine schlechte Ausgangsposition zu haben. Bleibt wohl nur noch, als besser zu beeinflussende Variante, der Sieg im Final Four des EHF-Cups am 17./18.Mai.

Hier treffen die Berliner am Abend des 17.Mai um 20:45 Uhr gegen die Handballabteilung des FC Porto. Die Portugiesen stehen momentan an erster Position der abschließenden Meisterschaftsgruppe und hat im EHF-Cup Viertelfinale sich knapp gegen Saint-Raphael durch gesetzt. Wie schwer dies ist, konnten die Berliner während der Gruppenphase selbst sehen als man gegen Saint-Raphael in der Max-Schmeling-Halle gewann und auswärts mit 31:34 verlor.

Somit keine unlösbare Aufgabe, doch ein schwerer Gegner. Jedoch war dieses Los für die Verantwortlichen der Füchse das bessere. So wurde ein rein deutsches Halbfinale vermieden und der THW Kiel wartet frühestens im Finale.

Diese Woche … bei Rot-Weiß Köln, KW 19

Von Markus Lehnen

Die Tücken der Hockeyübertragungen

Eigentlich war mein Plan mir das Spiel der RWK Mädels in Mülheim, nach einer eigenen Partie Tennis, am frühen Samstagnachmittag über YouTube beim dortigen Kanal von Uhlenhorst Mülheim, Uhlen TV, anzuschauen. Ob die gesamte Übertragung nicht zu Stande zu kam, oder nur die Relivefunktion ausfiel kann ich nicht sagen, zu sehen bekam ich jedenfalls nichts.

Das ist schade, aber da Mülheim eines der Vorbilder für  Streaming von Hockey ist, kann ich gut darüber hinwegsehen. Fakt ist, dass der nicht geringe Aufwand hinter so einer Übertragung im Hockeysport meist von Ehrenämtern betrieben wird. Es kann also immer sein, dass jemand ausfällt oder die Technik nicht rechtzeig in Stand gebracht werden kann.
Rot- Weiss hat leider keinen Streamingkanal, was ich an dieser Stelle als Verbesserung für die neue Saison anregen möchte. In der Hinrunde wurden mehrere Spiele über Sporttotal.tv übertragen. Dieser Anbieter stellt eine automatische Kamera, mit derer dann die Spiele auf der genannten Plattform übertragen werden. Das Problem hierbei ist, dass die Übertragungen mit einer einzigen Kamera, oft unkontrolliertem Zoom, ohne Zeitlupen und ohne Kommentar es enorm schwierig machen dem Geschehen auf dem Platz zu folgen. Besonders ärgerlich sind hierbei merkwürdige Kameraschwenks, bei dem sich die Kamera bei Strafecken gerne zu den Spielern und Spielerinnen ausrichtet, die an der Mittellinie auf einen möglichen Konter warten, und man die eigentliche Strafecke oft nicht zu sehen bekommt.
Da der Aufwand für einen Stream nicht unerheblich sein dürfte, wäre zum Beispiel auch ein Radiokonzept  denkbar. Bis dahin, und das tat ich dann auch wieder am Sonntag, heißt es zur Anlage gehen um Rot- Weiss Heimspiele zu schauen. Aus meiner Sicht ist live vor Ort schauen immer noch die beste Art Sport zu konsumieren, aber will man Auswärtsspiele schauen, ist man nun mal meist auf Streams angewiesen.

Sieg und Niederlage am Samstag


In Ermangelung von Bildern konnte ich mich am Samstag nur anhand des Tortickers und des anschließenden Spielberichts über https://www.hockeyliga.de/index2.php?data[page]=spielberichte&data[gameid]=unji4o informieren. Wie immer findet ihr dort auch alle Tabellen, Ergebnisse und alle Spielberichte.
Für Rot- Weiss gab es am Samstag Licht und Schatten, und anders als oft in dieser Saison, waren diesmal die Damen von RWK für die positive Nachricht zuständig. Köln gewann bei Uhlenhorst Mülheim mit 2:1 und brachte sich in eine gute Position, um die Saison zumindest auf Platz 5 abzuschließen. Kapitänin Rebecca Grote verwandelte beim knappen Sieg zwei Strafecken gegen ihren Jugendverein.

Die Herren verloren dagegen zu Hause gegen die Mülheimer und vergaben mit der knappen 2:3 Niederlage die Chance auf Platz 1 in der Hockey Bundesliga. Einen zweimaligen Rückstand konnten die Kölner noch ausgleichen, ehe in der 57. Minute Malte Hellwig für die Entscheidung pro Mülheim sorgte.

Doppelsieg bei Aprilwetter

Bei knapp 10°C und immer wieder Regenschauern präsentierte sich das Kölner Wetter am Sonntag nicht gerade von seiner besten Seite. So musste ich auf einen erneuten Qualitätstest der örtlichen Bratwurst verzichten, da das Wetter Grillen ziemlich unmöglich machte.

Ausgeglichen wurde diese kleine Enttäuschung dadurch, dass ich als alter Freund des Tennissports nach den Spielen im Vereinsheim noch den deutschen Tennisprofi und ehemaligen Nadalbezwinger, Dustin Brown, kennenlernen durfte. Im Juli, in der Hockeysommerpause, so ist mein Plan, würde ich dann gerne an dieser Stelle über die Tennisabteilung von Rot- Weiss schreiben. Diese spielt Bundesliga, u.a. mit Dustin Brown.

Damen Bundesliga, 21.Spieltag: Rot- Weiss Köln- TSV Mannheim 5:2 (1:0)

Sicher auch aufgrund des gerade zu Beginn äußerst unwirtlichen Wetters, fanden sich zunächst nur handgezählte 48 Zuschauer im Hockeystadion von Köln- Müngersdorf ein. Ging es für die RWK Mädels vor allem um einen versöhnlichen Heimspielabschluss, kämpften die Kurpfälzerinnen  noch um den Klassenerhalt in der ersten Liga.
Rot- Weiss agierte von Beginn an überlegen, brauchte aber einen 7m um in der 23. Minute durch Grote in Führung zu gehen. Zu Beginn der zweiten Halbzeit konnte Mannheim dann sogar ausgleichen, nur um wenige Minuten später wieder durch ein Tor von Katharina Hüls in Rückstand zu geraten. Jetzt sah ich wieder mal etwas Neues beim Hockey: Die Mannheimerinnen nahmen nämlich schon in der 37. Minuten, bei 1:2, die Torhüterin zugunsten einer 11. Feldspielerin aus dem Tor. Dieser Mut, Kritiker würde sagen taktisches Harakiri, wurde aber nicht belohnt, weil Katharina Reuten in der 48. Minute zum 3:1 ins leere Tor traf. Zwar kam Mannheim durch ein Tor 10 Minuten vor Ende noch einmal heran, wieder Grote musste aber in der 56. Minute eine Strafecke nur noch ins leere Tor schießen, um mit dem 4:2 für die Vorentscheidung zu Sorgen. Mit jetzt sechs erzielten Toren in den letzten vier Spielen zeigt sich die Nationalspielerin aktuell sehr treffsicher.

Schließlich erzielte die erst 17 Jährige Amelie Fricke noch ihr erstes Tor für die 1. Mannschaft von Rot- Weiss, als sie äußerst sehenswert mehrere Spielerinnen, und die wieder an ihre Wirkungsstätte zurückgekehrte TSV Torhüterin, austeigen ließ und eine Rückhand im langen Eck zum 5:2 Endstand versenkte.

Damit haben die Domstädterinnen ihre letzten drei Spiele gewonnen und können mit einem Sieg nächste Woche beim Tabellenschlusslicht in Bremen immerhin noch den 5. Platz klarmachen. Der TSV Mannheim braucht dagegen nun einen eigenen Heimsieg gegen den Mannheimer HC, bei einer gleich gleichzeitigen Niederlage der Zehlendorfer Wespen, um den Abstieg in die 2.Bundesliga noch zu verhindern.


Herren Bundesliga, 21. Spieltag: Rot- Weiss Köln- Crefelder HTC 3:0 (1:0)

Vor immerhin gut 200 Zuschauern, und wieder bei zwischenzeitlichen Regen, konnten die RWK Jungs standesgemäß Platz 2, und damit die sichere Teilnahme an der EHL in der nächsten Saison, perfekt machen. Das Final 4 war bereits, durch andere Ergebnisse, vorher sicher.

In einem flüssigen, unterhaltsamen Spiel netzte Marco Miltkau in der 13. Minute einen Rückhandschuss von Lukas Trompertz zum 1:0 ein. Anschließend parierte Nationaltorwart Victor Aly mehrfach gute Chancen der Krefelder, ehe in der 2.Halbzeit Eckenspezialist Tom Grambusch eine ebensolche zum 2:0 verwandelte. Wieder Miltkau stellte kurz vor Schluss das 3:0 Endergebnis her.

Ein souveräner Sieg, der die Hoffnung nährt, dass nach dem unglücklich verlorenen EHL Finale diese Saison doch noch ein Pokal in die Vitrine von Rot- Weiss Köln wandert. In der Hoffnung darauf, werde ich mir das Final 4 in Krefeld am 19.Mai (Halbfinals 18.Mai) vor Ort anschauen.

Wie es weiter geht

Die Heimsaison bei Rot- Weiss  Köln ist mit diesem sportlich erfolgreichen, wettertechnisch aber leider bescheideneren Sonntag abgeschlossen. Weiter geht’s in Köln- Müngersdorf Ende August. Ich hatte bei meinen Besuchen sehr viel Spaß und würde mich freuen, wenn die Zuschauerzahlen zur neuen Saison steigen. Für kleines Geld ist in jedem Fall super Sport geboten, und die Regeln, wie ich diese Saison selbst erlebt habe, kann man innerhalb einer Saison gut lernen. Es ist ein anderes Sporterlebnis als der vielen bekannte Fußballbesuch, aber in jedem Fall immer eine Tour in den Kölner Westen wert.

Damen und Herren bestreiten jeweils am Sonntag noch ihr letztes Saisonspiel. Die Damen können in Bremen noch Platz 5 absichern, für die Herren geht es in Düsseldorf noch darum, sich für das Final 4 einzuspielen. Hinzu kommt, dass Duelle mit Düsseldorf immer eine gewisse Wichtigkeit für Kölner Teams haben.
Ich werde versuchen Streams zu finden, um nächste Woche noch etwas über die Spiele berichten zu können. Vor allem aber werde ich versuchen ein Fazit über die Saison der RWK Mädels zu ziehen, auf das Final 4 Turnier in Krefeld vorausschauen und dieses anschließend tippen.

Hiermit könnt ihr darauf die Woche, im letzten Beitrag dieser Saison, Anhand meiner Tipps auch überprüfen, ob und wie sehr ich im Laufe der Saison Wissen über die Hockey Bundesliga gesammelt habe.
In diesem Sinne, bis nächste Woche.

Mit sportlichen Grüßen
Markus Lehnen

Diese Woche … auf der PGA-Tour, KW19

Die Premiere des Max Homa

Von Daniel Hofmann

Der Überblick

Die PGA Tour besuchte am Wochenende Charlotte in North Carolina, wo jährlich die Wells Fargo Open ausgetragen werden. Die Spieler der European Tour trafen sich in Shenzhen zu den Volvo China Open, um dortigen Sieger des Jahres 2019 zu ermitteln.

Die harten Fakten

Max Homa siegte bei den Wells Fargo Open mit drei Schlägen Vorsprung auf Joel Dahmen (-12) und Justin Rose (-11) und feierte so als Überraschungssieger seinen ersten Titel auf der PGA Tour.

Mirrko Korhonen siegte bei den Volvo China Open im Playoff gegen Benjamin Herbert. Nur einen Schlag dahinter schloss Jorge Campillo das Turnier auf Platz 3 ab und hatte lange die Chance sein zweites Turnier innerhalb einer Woche zu gewinnen.

Darüber war zu reden

Max Homa sicherte sich mit seinem Premierensieg eine sichere Spielberechtigung auf der Tour bis zum Jahr 2021, sowie die Teilnahme an der US Open und dem MASTERS 2020. Sicherlich kein Spieler, auf den viele Experten an diesem Wochenende ihr Geld gesetzt hätten. Spielte Homa doch bisher viele Turniere auf der unterklassigen WebDart.com-Tour, da ihm für die meisten Wettbewerbe auf der PGA Tour die Spielberechtigung fehlte. Das hat sich mit diesem Sieg nun geändert, was ihm definitiv eine bessere Planungssicherheit geben wird und natürlich die Chance für den 28-jährigen eröffnet, sich auf der Tour als dauerhaftes Mitglied zu etablieren.

Unsere persönlichen Favoriten

Rory McIlroy wurde geteilter 8. und vergab mit einer 73 am Schlusstag die Chance um den Sieg mitzuspielen. Patrick Reed hingegen spielte sogar eine 74 an tag 4 und rutsche auf T28. Phil Mickelson, Sepp Straka und Stephan Jäger verpassten den Cut. Beim European Tour Event auf dem Genzon Golf Club schafften Matthias Schwab und Bernd Ritthammer ebenfalls den entscheidenen Cut nicht. Marcel Siem erspielte einen guten geteilten 19. Platz. Bernd Wiesberger wurde geteilter 14.

Das steht an

In dieser Woche zieht die PGA-Tour weiter nach Dallas zum Trinity Forest Golf Club. Beim AT&T Byron Nelson werden u.a. Brooks Koepka und Patrick Reed an den Abschlag gehen.

Die European Tour kehrt endlich nach Europa zurück und spielt beim British Masters den ersten Sieger diesen Jahres auf europäischem Boden aus. Tommy Fleetwood ist eindeutig das Zugpferd des Turniers. Aus deutschsprachiger Sicht werden Matthias Schwab, Bernd Wiesberger, Marcel Siem, Max Schmitt, Bernd Ritthammer uns Martin Kaymer dabei sein.

Das AT&T Byron Nelson live bei Sky

Donnerstag, 09.05., 21:30 Uhr – 00:30 Uhr, Sky Sport 2 HD

Freitag, 10.05., 21:30 Uhr – 00:30 Uhr, Sky Sport 1 HD

Samstag, 11.05., 21:00 Uhr – 00:00 Uhr, Sky Sport 3 HD

Sonntag, 12.05., 21:00 Uhr – 00:00 Uhr, Sky Sport 2 HD

 

The British Masters live bei Sky

Tag 1, Donnerstag, 09.05., 16:30 Uhr – 19:30 Uhr, Sky Sport 7 HD

Tag 2, Freitag, 10.05., 16:30 Uhr – 19:30 Uhr, Sky Sport 3 HD

Tag 3, Sonntag, 11.05., 00:00 Uhr – 03:00 Uhr, Sky Sport 2 HD

Tag 4, Montag, 12.05., 00:00 Uhr – 03:00 Uhr, Sky Sport 2 HD

Diese Woche … bei Hertha BSC, KW 19

Von Chris Butzke

Ein ungewohntes Gefühl

Die alte Dame ist nun endgültig aus dem Winterschlaf erwacht. Reichlich spät, aber eine echte Diva kommt immer etwas später, um dann einen großen Auftritt zu haben. Nur kommt die Renaissance viel zu spät. Nach sieben Pflichtspielen ohne Sieg konnte die Hertha endlich wieder drei Punkte einfahren. Der letzte Sieg datiert vom 02.03.2019, zwei Monate mussten die Fans also auf dieses warme Gefühl des Erfolgs warten. 

Dementsprechend erleichtert war ganz Berlin. Ganz Berlin? Nein, ein von unbeugsamen Schwaben besetzter Stadtteil hörte nach der Partie nicht auf, Widerstand gegen die blau-weiße Freude zu leisten.

Der Prenzlauer Berg weint

Das Cannstatter Exil im Prenzlauer Berg konnte sich vermutlich nicht wirklich über den Sieg freuen. Denn die damit gleichbedeutende Stuttgarter Niederlage war wohl die Vorentscheidung im Abstiegskampf. Der VfB wird wohl in die Relegation müssen. Auf wen sie dort treffen, ist nicht abzusehen, aber es ist nicht unwahrscheinlich, dass die Reise wieder nach Berlin geht. 

Dabei waren die Vorzeichen für Hertha recht ungünstig. Zum einen ist da die bereits erwähnte eigene Erfolgslosigkeit in den letzten Monaten, zum anderen ist Stuttgart durch den zwölften Trainerwechsel in den letzten fünf Jahren mit einem Sieg gegen Gladbach in die Willig-Ära gestartet. Immerhin konnte Hertha BSC in den letzten beiden Spielen wieder punkten, jedoch wäre das Highlight-Video sogar noch kürzer als die Amtszeit des nächsten VfB-Trainers. Gegen Hannover und Frankfurt gab es kein einziges Tor für eine der Mannschaften zu bestaunen, die Erwartungshaltung war dementsprechend gering. So war auch das erste richtige Highlight im Spiel keine Torchance, sondern Karim Rekiks Beweis, dass Hertha auf der Position der Torhüter wirklich tief besetzt ist. Nach einer Ecke faustete er souverän den Ball aus dem Sechzehner. Zur Überraschung aller hielt sich der VAR bei der Bewertung dieses eindeutigen Handspiels zurück und so gab es zum Ärgernis vieler Stuttgarter Fans keinen Elfmeter, obwohl es hierbei keine zwei Meinungen geben kann. Glück gehabt. Und da Rune Jarstein sich diese Woche einer Knie-OP unterziehen wird, entfacht ein Dreikampf um die Position des Torhüters für die Partie gegen Augsburg. Dardai hat die Wahl zwischen Kraft, Smarsch und Rekik, wird sich aber wohl für Thomas Kraft entscheiden. Der nichtgegebene Elfmeter war aber die einzige aufregende Szene im Berliner Strafraum. 

Die älteste Startelf der Saison (29 Jahre im Schnitt) spielte mit all ihrer Erfahrung unaufgeregt das Spiel herunter. Das 1:0 war nur folgerichtig. Nach einer mustergültigen Flanke von Plattenhardt konnte Zieler den Kopfball von Leckie noch parieren, beim Nachschuss vom Vedator war er jedoch machtlos. Eben dieser Vedator war auch beim 2:0 der entscheidende Spieler. Einen schönen Steckpass von Duda konnte Ibisevic mit der Fußspitze noch gegen den armen Zieler spitzeln, doch der Ball prallte zurück zu Duda, der dann leichtes Spiel hatte. Bei beiden Toren hatte die gesamte Stuttgarter Hintermannschaft eine Handlungsschnelligkeit, bei der man sich fragte, welche Mannschaft hier gegen den Abstieg spielte und dringend punkten musste. 


In der zweiten Halbzeit kamen dann mit Grujic, Selke und Dilrosun die jungen Wilden. Hertha war weiter spielbestimmend, ohne aber wirkliche Gefahr auszustrahlen. Doch dann nahm sich Dilrosun ein Herz, halbierte mit einem Sprint den Marktwert von Stuttgarts Top-Wintertransfer Kabak, der wahrscheinlich jetzt mit einer Angina im Bett liegt, weil er zu lange im Zugwind von Dilrosun stand. Dieses Dribbling entschädigt für so viel Leerlauf in den letzten Wochen. Dilrosun zeigt bei jeder seiner Einwechslungen sein Talent und versprüht Spielfreude, man möchte Dardai schon fast anflehen, den Jungen von Anfang an zu bringen. Die Kirsche auf der Dribblingtorte war dann die Hereingabe, die Kalou zum vorentscheidenen 3:0 verwertete. 

Stuttgart kam durch Mario Gomez nochmal auf 3:1 heran, aber man hatte eigentlich keine Angst, dass man das Spiel noch aus der Hand gibt. So stand am Ende ein überraschend ungefährdeter Sieg. Anhand des Stuttgarter Auftritts könnte man zu dem Entschluss kommen, dass Stuttgart selbst mit einem Handelfmetertor nicht als Sieger vom Platz gegangen wäre.

So ist man seit drei Spielen ungeschlagen und schafft vielleicht noch ein würdiges Ende Dardais als Chefcoach.

Alter vor Schönheit?

Nachdem man gegen den VfB Stuttgart die älteste Elf auflaufen ließ, bleibt die Frage, ob man in den kommenden Spielen nicht den Spielern mit Entwicklungspotential mehr Einsatzzeit geben sollte. Obwohl sowohl Ibisevic (dessen Vertrag eventuell um ein Jahr mit Option verlängert wird) und Kalou ihre Tore gegen Stuttgart machten, bleibt die Frage, ob nicht lieber ein Selke einen Platz in der Startelf haben sollte. Da sich Leckie verletzt hat (bei einem Torschuss #justLeckieThings), könnte auf dem Flügel der Platz für Dilrosun frei werden. Vielleicht rutscht auch Lazaro auf den offensiven Flügel und Klünter kommt nach seiner Sperre wieder zurück. Ebenfalls fit genug für die Startelf könnten Grujic und Torunarigha sein. Dardai kann also wieder flexibler planen. Seinen Platz in der Zentrale könnte Maxi Mittelstädt sicher haben, der auf seiner neuen Position besonders im Zusammenspiel mit Skjelbred starke Leistungen zeigt (sehr zur Freude von Plattenhardt, der so wieder eine Rolle als LV spielt).

Ich bau dir ein Schloss, das in den Wolken liegt

Während es sportlich also wieder bergauf geht, gibt es einige Unruheherde neben dem Sportplatz. Wobei wenn man es genau nimmt, ist der Sportplatz sogar ein Grund für die Unruhe. Es geht mal wieder um das Thema des Stadionbaus. Nachdem man es verpasst hatte, sich mit den Bewohnern auf dem Gelände des Olympiaparks zu einigen (besser gesagt hat man sich nie mit ihnen in Kontakt gesetzt und war dann überrascht, dass sie nicht freiwillig das Feld für die tolle Hertha räumen) und auch noch anderes Bauland innerhalb Berlins gefunden hat, sorgte Sportgeschäftsführer Michael Preetz mit einigen Aussagen erneut für Aufsehen.

Demnach zieht man 2025 definitiv aus dem Olympiastadion aus. Man hat zwar weder ein Gelände, auf dem man bauen könnte, noch scheint es in naher Zukunft eine Einigung mit den Bewohnern im Olympiapark zu geben, weshalb nicht damit zu rechnen ist, dass es bald den ersten Spatenstich für den Stadionbau gibt. Doch laut Preetz ist das kein Problem, schließlich kann man ganz schnell ein temporäres Stadion bauen. Doch auch hier stellt sich eine elementare Frage. Wo baut man das Stadion? Denn egal ob temporär oder nicht, es bedarf an Platz und genau das ist das Problem. Aber man hat sich ja bisher auch sehr kompetent in der Stadionthematik gezeigt, deshalb wird auch der mögliche Bau eines temporären Stadions kein Problem darstellen.

Während also beim Stadionbau viele Fragezeichen stehen, gibt es bei Herthas Social Media Kanälen jetzt nicht nur „?“, sondern auch „¿“. Es gibt jetzt endlich einen spanischsprachigen Twitter Account. Damit dürfte der nächste Neuzugang wohl aus Lateinamerika kommen und man bekommt endlich die Millionen neuen Follower, nach denen man sich schon so lange sehnt.

Bei der Trainerfrage gibt es fast schon täglich neue fixe Verträge. Allein diese Woche haben sowohl Bern Storck als auch Ante Covic bereits unterschrieben. Es bleibt also spannend, wenn die Medienberichte so weitergehen, stehen nächste Saison dreizehn Trainer am Spielfeldrand. Der VfB Stuttgart wäre neidisch.

Diese Woche … bei ALBA Berlin, KW19

Von Heiko Eisser

Im Hallenheft zum letzten Alba Berlin Spiel gegen Würzburg verdeutlichte in einem Interview Landry Nnoko, wie wichtig eine länger Pause sein kann. Diese längere „Pause“ betrugt vier Tage. Vier Tage an denen wieder trainiert werden konnte und so eventuell eingeschlichene Fehler und Abstimmungsprobleme Coach Aito und sein Trainerteam korrigierten. Wie wichtig solch eine längere Trainingsphase sein kann, wurde beim Heimspiel gegen Würzburg direkt gezeigt.

Das letzte Spiel

Alba starte gewohnt fokussiert in die Partie und machte deutlich, dass sie gegen den Tabellen Achten der BBL einen Sieg wollten. Die Würzburger traten die Reise in die Hauptstadt nur mit zehn Spielern an, da auch bei ihnen die Strapazen des internationalen Geschäfts nicht spurlos vorüber gegangen sind. Berlin agierte sehr konzentriert, verteidigten aggressiv und zwangen Würzburgs Coach Dennis Wucherer bereits nach 3:30 Minuten Spielzeit und einem 3:10 aus Würzburger Sicht zur ersten Auszeit.

Selbst durch diese Unterbrechung liess sich das Team um Kapitän Nils Giffey nicht aus ihrem Rhythmus bringen. Schnelle Punkte durch die Offensive und eine konstant hohe Abwehrleistung hielten die Franken auf Distanz. Zum Ende des ersten Viertels führte Alba 32-15.

Nach der Viertelpause leisteten sich beide Teams jedoch einige Fehler und Ballverluste. Würzburg agierte in dieser Phase in der Offensive besser und kam über eine hohe Passquote zu freien Würfen, die ab und an ihr Ziel fanden. Jedoch überzeugte keine der beiden Teams und ein punktearmes Viertel wurde mit 49:28 aus Sicht der Albatrosse beendet.

Coach Aito findet meist in der Halbzeitpause die richtigen Worte, da das dritte Viertel bei Spielen Albas immer zu eine der besten zählt. Würzburg hingegen schien bereits in dieser Phase nicht mehr an einen Sieg zu glauben. Zumal Alba den in den vorherigen Spielen als Topscorer auftretende Skyler Bowlin fast vollständig aus der Partie der Franken nahm. Er kam lediglich auf zwei Punkte. Und ohne diese konnten Würzburgs Cameron Wells (12 Punkte) und Brad Loesing (15 Punkte) nicht bestehen.

Auf Albas Seite scheint der Transfer von Derrick Walton Jr. nun endlich die erhoffte Topverstärkung. Der Point Guard, nach der Verletzung von Stefan Peno im Februar verpflichtet, machte ein gutes Spiel und trug mit seinem 15 Punkten, 5 Assits und seiner guten Übersicht sehr zum niemals gefährdeten 108:69 Sieg der Albatrosse bei.

Ende der regulären Saison

Heute startet Alba mit dem Nachholspiel gegen die Telekom Baskets aus Bonn in den Endspurt zu den Playoffs. Die Bonner dürften nur ungern in dieser Phase der Saison nach Berlin reisen, da der letzte Triumph in der Haupstadt 2011 eingefahren wurde. Doch benötigen die Baskets jeden Sieg um in der Tabelle ihren siebten Platz und die Teilnahme an den Playoffs zu festigen. Mit 16 Siegen stehen die Bonner vor Ludwigsburg und Würzburg mit jeweils 15 Siegen. Ein enges Rennen um die letzten beiden noch offenen Playoffplätze, an denen Alba das Zünglein an der Waage spielen kann.

Die beiden letzten Spieltage der regulären BBL-Saison werden Freitag und Sonntag ausgespielt. Die Berliner erwarten am Freitag die in arger Abstiegsangst schwebenden Eisbären aus Bremerhaven. Zwar haben es die Niedersachsen in eigener Hand den Klassenverbleib fest zumachen, allerdings sind Crailsheim und Jena noch in Schlagdistanz. Wobei es an diesem Spieltag in Jena zum Duell gegen Crailsheim kommt. Dennoch sollten die Bremerhavener ihre Partie gegen Alba gewinnen um dem Abstieg eventuell schon an diesem Freitag zu entgehen.

Das sich Bremerhaven momentan im Kampfmodus um den Klassenverbleib befindet, mussten schon die MHP Reisen Ludwigsburg und die Frankfurt Skyliners feststellen. Gegen beide Teams haben die Eisbären ihre Aufgabe erfüllt und verdient gewonnen. Alba muss daher aufpassen, dass dieser Sieg in der Hauptstadt eingefahren wird und der dritte Tabellenplatz gesichert bleibt.

Zum Abschluss der Hauptrunde reisen Peyton Siva und Co am Sonntag dann nach Ludwigsburg. Im Ländle erwartet die Albatrosse nicht nur eine euphorische Fangemeinde, sondern ebenfalls ein Team, dass den Playoffplatz noch einfahren und somit dieser Saison eine Verlängerung bescheren möchte.

Diese Woche … bei Eintracht Frankfurt, KW 19

Von Patricia Seiwert

Wechselbad der Gefühle statt Entspannungsbad im Erfolg

Bei der Einschätzung der letzten Woche läuft man Gefahr, sich zu wiederholen, denn auch diese englische Woche verlangte einem einen emotionalen Spagat ab. 

Auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Bayer 04 Leverkusen, welches ich hier zwecks eines positiveren Stimmungsverlaufs des Beitrags lieber gleich am Anfang behandeln möchte, stellte Trainer Adi Hütter fest, dass das Europa League Spiel gegen Chelsea zwar einige Blessuren hinterlassen hat, aber eine Mannschaft, die „gegen Chelsea so mithalten kann, kann auch gegen Bayer etwas holen“. 

Außer Aspirin nichts zu holen in Leverkusen 

Leider lag Hütter mit seiner Einschätzung zum ersten Mal in dieser Saison so richtig daneben, genau wie mit der Aufstellung. Es war die defensivste Aufstellung, an die ich mich in dieser Saison erinnern kann. Es standen letztendlich acht gelernte Defensivkräfte plus Torwart Kevin Trapp auf dem Platz. Rebic und Kostic waren hierbei die einzigen Spieler, die von Grund auf offensiv eingestellt sind. Im Vergleich zum Spiel gegen Chelsea kehrte der am Donnerstag noch gesperrte Ante Rebic zurück in die Startelf, wohingegen Luka Jovic eine Pause bekommen sollte. Auch Simon Falette nahm auf der Bank Platz, für ihn durfte Evan N’Dicka starten. Zudem sollten Mijat Gacinovic und Sebastian Rode pausieren, während Jetro Willems und Almamy Touré von Beginn an spielten. 

Gegen offensivstarke Leverkusener ist ein defensiver Ansatz zunächst keine abwegige Überlegung, zumal nach dem Spiel gegen Chelsea der ein oder andere sicher noch nicht ganz fit war und man mit dem Personal arbeiten musste, welches sich voll und ganz dienstbereit meldete. 

Leider wusste aber niemand, zu keinem Zeitpunkt, wo er zu stehen hatte, sodass keine Ordnung in der Abwehr herrschte und an gute Offensivaktionen sowieso nicht zu denken war, rannte man doch überwiegend hilflos der Werkself hinterher, die zu allem Übel auch noch einen absoluten Sahnetag erwischte. Beim sehr frühen 1:0 für die Gastgeber ließ die Raumaufteilung zu wünschen übrig und Jetro Willems, der ohnehin eine dürftige Leistung ablieferte, stand viel zu weit weg vom Torschützen Havertz. Nach 13 Minuten führte Bayer Leverkusen folgerichtig bereits mit 2:0. Kostic hämmerte nach Wiederanpfiff zwar mit gewohnter Wucht den Ball erst gegen Tah, dem keine andere Wahl blieb als den Ball zum 2:1 ins Tor abzufälschen, doch das sollte auch das letzte Lebenszeichen der Frankfurter sein. Bereits in der 36. Minute besiegelte Martin Hinteregger bezeichnenderweise mit einem Eigentor den späteren 6:1 Endstand bevor Hütter im direkten Anschluss zwei Wechsel vornahm: Gacinovic kam für Willems und Jovic für N’Dicka. 


Man hätte sich gewünscht, Hütter hätte früher reagiert. Nicht, dass es spielerisch nach den Wechseln plötzlich super lief, aber immerhin spielte man ab diesem Zeitpunkt ein solides 0:0, was vor dem Spiel sicherlich mit Blick auf die Tabelle und die kommenden Spiele jeder gerne genommen hätte. Eventuell hätte man sich mit früheren Auswechslungen ein paar Gegentore ersparen können, die das zuvor gute Torverhältnis deutlich ankratzten. 

Endergebnis 6:1, Torschüsse 17 zu 6, Ballbesitz 82% zu 18% und eine Zweikampfquote von 41% bei der Eintracht sind die ernüchternden Spieldaten dieser Begegnung. Mehr muss hierzu auch nicht mehr gesagt werden. 

Positiv war an dieser Begegnung nur, dass Kevin Trapp trotz sechs Gegentreffern Schlimmeres (soweit das möglich ist) verhinderte und die Eintracht mit Timothy Chandler in der 74. Minute einen langersehnten Rückkehrer begrüßen durfte. 

Der zuvor langzeitverletzte Rechtsverteidiger ersetzte Danny da Costa, für den an Pausen bisher in dieser Saison kaum zu denken war. 

Der Blick geht nach vorne

Nun kommt also dem letzten Heimspiel der Saison gegen Mainz 05 eine noch höhere Wichtigkeit zu, zumal es am letzten Spieltag gegen den Meisteranwärter aus München wohl kaum angenehmer wird. Der Heimsieg ist ein Muss, da gibt es nichts zu beschönigen. Mit Leverkusen, Mönchengladbach, Wolfsburg und Hoffenheim drücken, vielleicht mit Ausnahme der Borussia, allesamt Mannschaften von hinten, die ein vermeintlich leichteres Restprogramm vor sich haben und sich in einer besseren Form befinden. 

Das von vielen letzte Woche errechnete Ziel von 4 aus 9 Punkten ist immer noch möglich, auch wenn es eine schwere Aufgabe darstellt. Ein weiteres Spiel, das den Ausschlag geben kann, darf aber nicht aus der Hand gegeben werden. Vor heimischer Kulisse gibt es gegen Mainz 05 also keine Ausflüchte. Auch nicht die Müdigkeit durch die Europa League Partien…

Apropos Europa League: Die Fehler aus dem Spiel gegen Leverkusen müssen schnellstmöglich behoben und verarbeitet werden, denn Zeit um den Kopf hängen zu lassen, gibt es nicht. Schon am Donnerstag steht das nächste Spiel auf internationaler Bühne gegen die Blues aus London an. 

Das Mutterland des Fußballs zu Gast im Herzen von Europa 

Im Frankfurter Stadtwald erkämpften sich die Adlerträger mit einem 1:1 eine zufriedenstellende Ausgangslage für das Rückspiel in London. 

An diesem Abend gab es für alle Seiten einiges zu bestaunen. Die Frankfurter Anhänger konnten sich nicht satt sehen an der Geschmeidigkeit und Einfachheit mit welcher die Londoner Jungs den Ball durch die eigenen Reihen laufen ließen. Manch eine Fanstimme ließ nach dem Spiel sogar verlauten, dass diese Mannschaft die fußballerisch beste war, die sie je im heimischen Stadion begutachten durfte. 

Aber auch die Anhänger von Chelsea staunten nicht schlecht über den durchgehend ohrenbetäubenden Support der ganzen Arena. Applaus gab es sogar für die Choreo, die mal wieder alles bisherige toppte, obwohl man glaubte, dass dies nicht möglich sei. 

 

Über weite Strecken des Spiels zeigte sich Chelsea wie erwartet dominant. Trotz dessen, dass Topstar Eden Hazard zunächst auf der Bank Platz nahm und später in der Partie keine tragende Rolle spielte, stand eine Weltauswahl auf dem Platz. Aber die Eintracht präsentierte sich besonders in der Anfangsphase des Spiels mindestens auf Augenhöhe. Dies gipfelte in der 23. Minute dann im Treffer von Luka Jovic. Die Eintracht ging gegen Chelsea vor heimischer Kulisse in Führung. Was das für die Lautstärke im Stadion bedeutete, muss ich sicherlich nicht erklären. 

Doch nun begann Chelsea Druck zu machen – und was für einen. Die Frankfurter kamen kaum noch aus der eigenen Hälfte heraus, stemmten sich mit allem was sie hatten gegen die anlaufenden Blues. Es folgte eine Ecke nach der anderen und letztendlich fiel kurz vor dem Pausenpfiff durch unglückliche Abwehraktionen, zugegebenermaßen aber verdient, der Ausgleich durch Pedro. 


Die zweite Halbzeit war dann fest in Londoner Hand und trotzdem gelang es den Gästen nicht, die Führung zu erzielen. Als man dachte, die Eintracht sei nun endgültig müde gespielt und erschöpft durch das viele Verteidigen gegen drückende Engländer, mobilisierten die Adler doch noch die letzten Kräfte und wagten sich in der Schlussphase des Spiels noch einmal in die Offensive. Zwei große Chancen konnte man sich dabei herausspielen. Einmal fehlten dem eingewechselten Gonçalo Paciência ein paar Fußlängen um die Flanke vom an diesem Abend sehr starken Danny da Costa zu erreichen und beim anderen Mal köpfte David Abraham die Ecke von Sebastian Rode über das Tor. 

So blieb es beim 1:1 mit dem man durchaus zufrieden sein kann und muss. Hätte jemand vor dem Spiel dieses Ergebnis angeboten, hätte man dies ohne zu zögern so unterschrieben. Natürlich ist das Auswärtstor etwas ärgerlich, besonders da es hätte geklärt werden können und die Londoner es trotz Chancen im Überfluss nicht vermochten, noch einmal im Frankfurter Tor einzunetzen, jedoch muss man fairerweise auch festhalten, dass Chelsea spielerisch (wie erwartet bei solch einem Team) überlegen war, was sich auch in den Spieldaten niederschlägt. 

Zusammen bis zum hoffentlich nicht so bitteren Ende

In der Europa League läuft es also trotz Formschwäche in der Bundesliga weiterhin gut. Es bleibt zu hoffen, dass auch das zum vermutlich schlechtesten Zeitpunkt der Saison herrschende Tief im nationalen Wettbewerb rechtzeitig sein Ende findet, damit diese bisher so wunderbare Saison mit einem angemessenen Abschluss gekrönt werden kann – sei dies eine erneute Europa League Teilnahme oder sogar als Kirsche auf der Torte ein vierter Platz, der die Champions League sichern würde. 

Champions-League-reif ist ohne Zweifel das Frankfurter Publikum, denn trotz des Formtiefs in der Bundesliga, das zu herben Punktverlusten führte und in einer Klatsche in Leverkusen gipfelte, stärkten die Anhänger der Eintracht ihrer Mannschaft mit anhaltend starkem Support in Leverkusen unabhängig von Spielstand und Endergebnis den Rücken. 

Und dies ist auch der einzig richtige Weg, denn es bringt nichts, das Stadion frühzeitig zu verlassen, bei jedem Ballverlust und Gegentor mit unnötigen Pfiffen die dadurch ohnehin schon verunsicherten und erschöpften Spieler weiter runterzuziehen. Es ist wichtig, dass die Mannschaft merkt, dass ihre bisherigen Leistungen in der Saison honoriert werden und auch an schlechten Tagen hinter ihnen gestanden wird. Dieser Zusammenhalt ist, was Eintracht Frankfurt ausmacht und solange noch nichts verloren ist, gibt hier auch niemand auf. Es könnte knapper kaum sein, aber im Moment hält sich die Eintracht noch mit einer Adlerkralle am vierten Platz fest und hat damit alles noch in eigener Hand. Zusätzlich kann man mit einem Sieg an der Stamford Bridge (alternativ auch mit einem Unentschieden ab 2:2 aufwärts) das Finalticket nach Baku lösen. Und wenn das nicht genug Motivation für Spieler und Fans ist, dann weiß ich auch nicht weiter. 

Diese Woche … bei ratiopharm Ulm, KW 18

Von Tobias Fenster

Der Überblick

19 Siege sollten es sein für die sichere Playoff-Qualifikation, so war schon vor längerer Zeit die Kalkulation von Thorsten Leibenath. Wenn man bei dem Thema jemandem Knowhow zusprechen darf, dann sicher ihm, der als Trainer der Artland Dragons Quakenbrück unglaubliche zwei Saisons hintereinander in 2008/09 und 2009/10 als punktgleicher Neunter wegen des direkten Vergleichs gegen den Achtplatzierten die Playoffs verpasst hat (einmal mit 18 und einmal mit 19 Siegen), also allerbestens die Arithmetik des Playoff-Einzugs kennt. Und zehn Jahre später tat seine Mannschaft ihm den Gefallen, sicherte diese Woche mit zwei Siegen in Göttingen (76:82) und gegen Bayreuth (92:69) die Saisonerfolge 18 und 19 und damit auch rechnerisch die Playoff-Qualifikation.

Die harten Fakten

Der Blick auf die Zahlen der beiden Spiele zeigt deutlich, dass sich die Ulmer Mannschaft bei gleichem Ergebnis doch sehr unterschiedlich präsentierte. Und dass dabei die Zahlen bei den noch im Abstiegskampf befindlichen Göttingern deutlich schlechter aussehen als die gegen den Playoff-Kandidaten Bayreuth macht klar, dass diese Ulmer Mannschaft nach wie vor schwankt – wenn auch nicht mehr mit ganz so großen Ausschlägen nach unten wie noch bis vor einigen Wochen. Umgekehrt macht das vierte Viertel gegen Bayreuth aber durchaus auch Hoffnung für die Playoffs, wie auch Markus Krawinkel im Postgame-Interview bei Sportradio360 bestätigt. Aber konkret, jeweils grün die bessere und rot die schlechtere Zahl:

Spiel 2er-Quote 3er-Quote Freiwurf-Quote Rebounds Def/Off Assists Steals Turnover
in Göttingen 54,3% 29,4% 82,9% 29/6 13 9 16
gegen Bayreuth 58,3% 46,2% 87,5% 23/10 22 6 9

In allen Kategorien außer bei den Steals und bei den Defensiv-Rebounds also bessere Werte gegen den wohl besseren Gegner, teils sogar sehr deutlich. Allein das Assist-zu-Turnover-Verhältnis von 13:16 in Göttingen vs. 22:9 gegen Bayreuth spricht Bände. Nur mit der Situation als Heim- oder Auswärtsspiel lässt sich das nicht erklären, viel mehr muss man wohl die Einstellung, den Fokus und das Intensitätslevel der Ulmer Spieler heranziehen, um solche Diskrepanzen verstehen zu können.

Besonders positiv zu erwähnen ist sicherlich, dass die Bayreuther mit 69 Punkten gesamt um 16 Punkte unter ihrem Saisonschnitt blieben und die Ulmer Defensivleistung so konstant war, dass dabei Viertel mit 16 bis 20 Bayreuther Punkten entstanden

Nachbericht und Boxscore Göttingen 

Nachbericht und Boxscore Bayreuth 

Unsere persönlichen Favoriten

Zwei sehr unterschiedliche Spiele mit sehr unterschiedlichem Charakter, aber in beiden konnte einmal mehr Javonte Green mit seinen Highlights, aber in diesen Spielen auch mit seinen Zahlen, maßgeblich an beiden Enden des Feldes zum Erfolg seines Teams beitragen:

Block, Reverse-Alley-Oop und artistischer coast-to-coast Layup gegen Göttingen.

Block und Dunk gegen Bayreuth, eine weitere Sequenz aus Dreier in der Offense und dann Block in der Defense gegen den 13 cm größeren Andreas Seyferth findet sich bei ca. 1:20:10 in der MagentaSport-Übertragung.

Nicht minder beeindruckend dazu die Zahlen, darunter 100% (6/6) bzw. 69,2% (9/13) kombinierte 2er-/3er-Quote, zusammen u.a. 12 Rebounds und 4 Steals, was dann am Ende zu 25 bzw. 21 Effizienzpunkten führt. Und vielleicht am deutlichsten: Im relativ knapp gewonnenen Spiel in Göttingen erreichte er beim +/- überzeugende +18, gegen Bayreuth gar +25.

Honorable Mention: Ismet Akpinar, der einem guten Spiel in Göttingen ein sehr gutes gegen Bayreuth folgen ließ.

Darüber war zu reden

Das größere Thema als die beiden einzelnen Spiele war sicher die Playoff-Qualifikation. Ulm muss als Verein, der sich mutmaßlich einen der vier oder fünf größten Etats der Liga erarbeitet hat (München, Berlin und Bamberg dürften über deutlich mehr Geld verfügen, Oldenburg wohl einen ähnlichen Etat haben), damit umgehen, dass die Playoff-Qualifikation nicht mehr als großer Erfolg, sondern eher als sehr realistisches Ziel angesehen wird. Das Verpassen der Playoffs wie im letzten Jahr muss dann auch nicht gleich heißen, dass irgendjemand katastrophal gearbeitet hat, aber im Normalfall sollte das Erreichen möglich sein. Und so muss denke ich auch diese Hauptrunde mit dem jetzt sehr wahrscheinlichen 6. Platz (Bonn müsste in Berlin und gegen München gewinnen, um Ulm noch zu verdrängen) als gut, wenn auch nicht überragend bewertet werden. Mit mittlerweile zwei saisonbeendenden Verletzungen und diversen längeren Ausfällen teils sehr wichtiger Spieler blieb Ulm alles andere als von Verletzungen verschont. So chaotisch und schwankend manche Spiele und Leistungskurven über die gesamte Saison waren, so klar muss man auch sagen, dass sich die Mannschaft insgesamt und viele Einzelspieler wie u.a. Evans, Akpinar, Miller, Krämer und Schilling individuell deutlich verbessert und stabilisiert haben. Und auch das Abschneiden im EuroCup war durchaus aller Ehren wert.

Gesamt-Tabelle der BBL

Das steht an

In den noch ausstehenden Partien gegen Vechta und in München sowie dann in den Playoffs kann aus einer guten schließlich noch eine sehr gute Saison werden, auch wenn es sehr wahrscheinlich gegen den EuroCup-Finalisten aus Berlin nur eine Außenseiterchance auf das Weiterkommen gibt. Aber auch 2015/16 war Ulm als 7. gegen den 2. der Hauptrunde aus Oldenburg Außenseiter und setzte sich mit 3:1 durch, um dann nach einem weiteren 3:1 gegen den 3. aus Frankfurt das Finale zu erreichen. Nach meinem Eindruck hat sich die Mannschaft für einen solchen Run ca. vier bis sechs Wochen zu spät gefunden und es fehlt neben am ehesten noch Dwayne Evans die absolute Spitzenqualität mit Konstanz im Kader, die damals Raymar Morgan, Chris Babb, Augustine Rubit und Per Günther noch deutlich näher am Zenit seiner Leistungsfähigkeit hatten. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Spielplan von ratiopharm Ulm

Diese Woche … bei ALBA Berlin, KW 18

Von Heiko Eisser

Eine Beschreibung der momentanen Phase von Alba Berlin ist nicht ohne das Wort „Energie“ möglich. Vor allem der Mangel an Energie.

Durch die Teilnahme am Eurocup und der damit verbundenen zusätzlichen Partien, hat Alba momentan einen überaus eng getakteten Ausklang der regulären Saison. Allein im April bestritten die Albatrosse 13 Spiele wettbewerbsübergreifend. Die Pause zwischen der Saison am 12. Mai und den anschließenden Start der Playoffs am 18.05. dürfte für das Team um Kapitän Nils Giffey wie ein Karibikurlaub anmuten.
Doch dürften die restlichen vier Saisonparteien alles andere als schonend werden. Alle Partien sind gegen Mannschaften, die um ihre Playoffplatzierung kämpfen. Beginnend mit der heutigen Partie gegen Würzburg.

Rückblick auf die vergangenen Spiele

Nach dem verlorenen Eurocupfinale gegen Valencia, hatten die Mannen von Coach Aito wenig Zeit diese Niederlage zu verarbeiten. Bereits drei Tage später stand das Auswärtsspiel bei Medi Bayreuth an.
Bei den Franken kam es zu dem erwarteten schweren Vergleich, da in den letzten drei Auswärtsspielen Alba keinen Sieg einfahren konnte.
Basti Doreth & Co konnten sich über die gesamte Spielzeit immer in Schlagdistanz zum Tabellendritten halten, auch wenn Alba die ganze Partie in Front lag. Bis Bayreuths Kan Anderson vier Sekunden vor Ende der Begegnung einen fast unmöglichen Wurf nahm und sein Team die Führung und damit den Sieg mit 80.79 holte.

Am darauffolgenden Sonntag kam es dann zum langerwarteten Vergleich zwischen Alba und dem amtierenden Meister und Tabellenführer FC Bayern München.

Dass sich die Hauptstädter in dieser Partie etwas vorgenommen hatten, machten sie unmittelbar zum Tipoff klar. Bereits nach 3:30 Minuten führte Alba mit 9:2 und veranlasste Bayerns Coach Radonjic die ersten Auszeit zu nehmen. Doch wer glaubte die Münchner würden diese Partie einfach abschenken, hat diese Mannschaft nicht in der Euroleauge verfolgt.

Noch vor Ende des ersten Viertels waren die Bayern auf drei Punkte heran gekommen. Bereits hier konnte man als Zuschauer die fehlenden Energiereserven von Alba ausmachen. Rokas Giedraitis, in den vorangegangenen Spielen immer mit mehr als 20 Punkten in der persönlichen Statistik, fand nie in die Partie. Ohne diesen wichtigen Punktelieferanten konnte man den Bayern nicht gefährlich werden. Ein 10:0-Lauf des FCB zu Beginn des letzten Viertels ließ bei den 13.500 Zuschauern in der Halle am Ostbahnhof keinen Zweifel aufkommen, dass sich die Bayern diesen Sieg nicht mehr nehmen lassen sollten. Am Ende stand ein 75:85 aus Albasicht auf dem Würfel unter der Hallendecke.

Bereits 49 Stunden später stand das Auswärtsspiel der Albatrosse bei Science City Jena an. Die Thüringer waren am ersten Spieltag mit 55:112 bei Alba unter die Räder gekommen. Solch eine Blöße wollte sich das Team offensichtlich nicht erneut geben, zumal als Tabellenletzter jeder Punkt wichtig ist.

Entsprechend motiviert startete das Team von Neu-Coach Marius Linartas in die Partie. Ende des ersten Viertels konnte die Mannen um Dru Joyce mit sich und dem 25:23 überaus zufrieden sein. Jedes Viertel war an diesem Dienstag Abend schwer umkämpft, doch hatte keine der beiden Mannschaften die Lösung um deutlich in Führung zu gehen. Am Ende konnte Alba mit dem 81:77-Sieg zufrieden sein. Eine Blamage wurde verhindert.

Der Endspurt bis zu den Playoffs

Am heutigen Sonntag kommt nun das Team um Coach Dennis Wucherer an die Spree. Am vergangenen Mittwoch bestritt die Mannschaft von S.Oliver Würzbug das Finalspiel im FIBA Europe Cup gegen den italienische Vertreter aus Sassari und unterlag knapp mit 79:81.

Die Würzburger kämpfen in der BBL weiterhin um ihre Teilnahme an den Playoffs und sind momentan Tabellen Achter. Nach drei Niederlagen in Folge und dem verlorenen Finalspiel ist die Frage, wie das Team um Skyler Bowlin in Berlin bestehen kann um den letzten Platz für die Playoffs zu halten.

Alba hingegen muss wieder Energie tanken. Zwar ist in der Tabelle Platz zwei wohl nicht mehr zu erreichen – Oldenburg hat mit dem gewonnen Direktvergleich und drei Siegen mehr die bessere Ausgangslage – aber die Jungs um Peyton Siva müssen alles geben um den dritten Platz zu verteidigen. Hier sitzt ihnen Aufsteiger Vechta im Nacken. Der direkte Konkurrent um Rang drei hat ebenfalls 23 Siege wie Alba, aber den Direktvergleich verloren.

Diese Woche … bei Rot-Weiß Köln, KW 18

Von Markus Lehnen


“Spielfrei”


Die Bundesliga der Damen und Herren pausierte auch dieses Wochenende. Spielfrei heißt das aber auch für die nicht international aktiven Spieler und Spielerinnen mitnichten. So spielten die Damen von Rot- Weiss Köln am Samstag ein Testspiel gegen den Düsseldorfer HC. Wer am Samstag im Rheinland war weiß, dass dies bei ca. 8° C und Dauerregen sicher nicht gerade vergnügungssteuerpflichtig gewesen sein dürfte. Auch am 1.Mai ist für die Spielerinnen buchstäblich der Tag der Arbeit, denn auch an diesem Tag steht ein Testspiel an. Pausen und spielfreie Wochenende sind also während der Saison im Hockeysport relativ zu sehen.


Pro League in Mönchengladbach

Wie letzte Woche angekündigt,  machte ich mich am Freitag auf den Weg ins 50 Kilometer entfernte Mönchengladbach, um mir dort die Pro League Spiele der deutschen Damen- und Herrennationalmannschaft gegen die Niederlande anzuschauen.
Der dortige Hockey Park wurde 2006 für die Hockey Weltmeisterschaft der Herren gebaut und bietet aktuell knapp 9000 Zuschauern Platz. Viele werden das Stadion zumindest schon einmal gesehen haben, liegt es doch in Sichtweite des Borussia Parks im Mönchengladbacher Nordpark. Wieso es Nordpark heißt,  ist mir übrigens ein Rätsel, da das Areal viel mehr im Westen der Stadt liegt.

Dort hin gelangte ich mit Bus und Bahn, wo ich bereits die Bekanntschaft mit einigen niederländischen Fans machte. Überhaupt fiel mir eines den ganzen Tag auf: Die Niederländer zeigten sich als das sportverrückte, reiselustige Publikum, als das sie weithin bekannt sind. Vom Wohnmobil welches das erste Fahrzeug auf dem Parkplatz war das ich sah, über äußerst kreative Kopfbedeckungen mit Käse, Windmühlen oder Kühen bis zu orangenen Trikots, T- Shirts oder Jacken war alles vorhanden, was man gemeinhin auch mit den Fußballfans unseres Nachbarlandes in Verbindung bringt.

Ansonsten war alles geboten, was man auch vom Fußball kennt. Bier- und Grillbuden, das ein oder andere Mitmachspiel (z.B. 7m Schießen Hockey), sowie Werbepavillons von Ausrüstern. Das bringt mich zur ultimativen Bratwurstbewertung: Heiß, mit 3,50 Euro leider etwas teuer und in ihrer Konsistenz meiner Meinung nach zu weich, eine 3-. Schwach im Vergleich zur guten (2) Bratwurst am RWK Vereinsheim. Ich bin gespannt, was ich beim Final 4 in Krefeld serviert bekomme.

Kurz vor Spielbeginn machte ich mich auf dem Weg zur gut gefüllten Tribüne auf der Gegengeraden, die im Hockeypark die mit Abstand größte Tribüne darstellt. Zum Damenspiel waren dann in etwa 3000 Zuschauer vor Ort, ein sehr guter Wert für Hockey, ein leider geringer, wenn man an die Kapazität von 9000 Zuschauer denkt. Leider erschien das wirklich schöne, reine Hockeystadion (plus Konzerte), wie erwartet ziemlich überdimensioniert. Prall gefüllt war es bisher nur bei der WM 2006 und der EM 2011. Da es keinen festen Hockeyverein gibt, der dort spielt und dazu das Final 4 um die deutsche Meisterschaft in Krefeld gespielt wird, muss eine Debatte um die sogenannten weißen Elefanten, erlaubt sein. Große Sportarenen, die einzig für ein einziges Event gebaut wurden und denen danach keine direkte Sportnutzung mehr folgt. So ist der Hockeypark heute eher eine Konzert- und Eventlocation als ein Sportstadion.

FIH Pro League Damen: Deutschland- Niederlande 0:1 (0:1)

Mit Rebecca Grote und Julia Sommer (diesmal als Ersatztorhüterin) begannen zwei RWK Spielerinnen für die als DANAS abgekürzte deutsche Damennationalmannschaft gegen den Weltmeister aus den Niederlanden. Die Geschichte dieses Spiels ist schnell erzählt. Zur Freude der mindestens 1000, eher 1500, niederländischen Fans im Stadion gingen die Oranjes bereits in der dritten Minute, durch Frederique Matla, in Führung. Danach war die Mannschaft von Bundestrainer Xaver Reckinger zwar feldüberlegen, hatte neben sechs Strafecken auch weitere gute Torchancen, doch scheiterten die DANAS immer wieder am letzten Pass oder Josine Koning im niederländischen Tor. Und so blieb es am Ende beim schmeichelhaften 1:0 Sieg der Niederländerinnen.

FIH Pro League Herren: Deutschland- Niederlande 2:4 (2:2)

Auch das Team von Bundestrainer Stefan Kermas konnte an diesem Abend die starken Niederländer nicht besiegen. Von Rot- Weiss Köln mit dabei waren Victor Aly (Ersatztorhüter), Johannes Große und Thies Prinz.
In einer sehr unterhaltsamen ersten Halbzeit gingen die Niederländer zunächst durch den Eckenspezialisten Mink van der Werden, eben mit einer Strafecke, in Führung. Hellwig und Windfeder konnten anschließend mit Toren nach sehenswert ausgespielten Angriffen das Spiel drehen, ehe die Oranjes noch vor der Pause wieder ausgleichen konnten. Die erste Halbzeit war das Beste was ich je live vor Ort an Hockey gesehen habe. Das Tempo war teilweise spektakulär hoch, die Technik der Spieler beeindruckend und die Tore schön herausgespielt.
Das änderte sich in der zweiten Halbzeit , als die Niederländer mehr zuzusetzen hatten und das Spiel schließlich mit einer weiteren erfolgreich verwandelten Strafecke von Mink van der Werden und einem Empty Net Tor (Deutschland hatte den Torwart zugunsten eines 11. Feldspielers herausgenommen) von Kellerman entschieden. Die HONAMAS, so wird die deutschen Herrennationalmannschaft abgekürzt, hatten zwar noch Chancen zum zwischenzeitlichen Ausgleich, scheiterten aber jeweils knapp und verloren am Ende verdient gegen Vizeweltmeister.


Fazit

Ich erlebte für 20 Euro (ermäßigt, normal 25 Euro) einen schönen Sport Tag in Mönchengladbach. Die schiere Größe des Stadions ermöglichte mir neue Perspektiven auf das Spiel. Hinzu kam eine super Stimmung, die hauptsächlich von den niederländischen Sportsfreunden ausging. Schlecht finde ich die Umsetzung des Videobeweises für den Zuschauer vor Ort. Zwar sah man Anzeigen auf der in diesem Fall aber leider etwas klein geratenen Videowand, von der Kommunikation und der letztendlichen Schiedsrichterentscheidung hörte man allerdings nichts. Selbst Spielerinnen von RWK, die ebenfalls vor Ort waren, meinten deswegen, dass sie auch nicht wussten was genau gerade vom Videoschiedsrichter angeschaut wurde.
Schade war natürlich auch, dass meine kleine Hockeyexkursion an den Niederrhein zwei knappe Niederlagen der deutschen Team beinhaltete.

Weitere Spiele in Mönchengladbach
Pro League Damen
Mittwoch, 24.4.: Deutschland- Großbritannien 2:0 (0:0)
Sonntag, 28.4.  :  Deutschland- China 4:1 (2:1)
Dienstag, 30.4. : Deutschland- USA  2:1 (1:0)
In der Tabelle ist das aktuell der 5. Platz. Allerdings nur nach der prozentualen Siegquote. Wer diese kurios anmutende Tabelle studieren möchte, kann das hier tun: https://www.fihproleague.com/women/standings
Kurz gesagt, die DANAS haben noch alle Chancen auf das Final 4 Turnier Ende Juni in Amsterdam. Weiter geht’s in vier Wochen mit Heimspielen in Krefeld.

Pro League Herren
Sonntag, 28.4. : Deutschland- Großbritannien 0:1 (0:0)
Die Herren haben leider erst zwei Spiele gewonnen und bei drei Niederlagen schlechte Chancen auf das Finalturnier.

Wie es weiter geht
Die Bundesliga biegt bei Damen und  Herren auf die Zielgerade der Saison ein. Am Wochenende steht der letzte Doppelspieltag an, das heißt auch je zwei Spiele für die RWK Mädels und Jungs. Die Damen spielen am Samstag in Mülheim an der Ruhr bei Uhlenhorst Mülheim und am Sonntag zu Hause gegen den TSV Mannheim. Bei optimalen Verlauf ist noch Tabellenplatz 5 für die Kölnerinnen möglich.
Die Herren können bereits am Samstag in Köln- Müngersdorf gegen Uhlenhorst Mülheim die Final 4 Teilnahme endgültig klar machen. Am Sonntag spielt man, ebenfalls zu Hause, gegen den Crefelder HTC.
Ich werde am Sonntag wieder vor Ort sein, um mir zum letzten Mal diese Saison die Damen und Herrenspiele live im Kölner Westen anzuschauen.
Über die Spiele und natürlich auch, ob die Bratwurst ihr Niveau hält, berichte ich dann nächste Woche wieder an dieser Stelle.

Sportliche Grüße und bis dahin
Markus Lehnen

 

Diese Woche … beim VfB Eichstätt, KW 18

Von Karsten Kunert

Eine Woche im Zeichen der „Schnüdel“

Die vergangene Woche des VfB Eichstätt stand ganz im Zeichen des 1. FC Schweinfurt 05. Eichstätt selbst war am Wochenende zur Passivität verdammt. Das Auswärtsspiel beim SV Heimstetten musste verlegt werden und der Tabellenzweite verfolgte die Liga deshalb vom Sofa aus. Dennoch bescherte der 30. Spieltag der Regionalliga Bayern den Domstädtern den größten Erfolg der 97-jährigen Vereinsgeschichte. Der 1. FC Schweinfurt war nämlich das letzte Team, das #denJungs noch den Titel des bayerischen Amateurmeisters – und somit den direkten Einzug in den DFB Pokal – hätte streitig machen können. Schweinfurt allerdings unterlag zuhause Viktoria Aschaffenburg 2:3 und krönte so die Saisonleistung des VfB aus der Ferne.

Wenige Tage später reisten eben jene Schnüdel aus Unterfranken (wer sich über den interessanten Spitznamen der Schweinfurter wundert, kann dessen Entstehung hier nachlesen) dann persönlich zu dem in der Tabelle mittlerweile uneinholbarem VfB Eichstätt und holten sich die drei Punkte in der Domstadt zurück. Sportlich für das Heimteam natürlich unschön – für die Tabellenplatzierung allerdings irrelevant. Geschichten, die so nur der Fußball schreibt.

Der grün-weiße Virus greift um sich

Man merkt, dass fußballerisch etwas geschieht in Eichstätt. Das Spiel gegen Schweinfurt wurde aus Gründen, die mir niemand erklären konnte, als Sicherheitsspiel eingestuft. Besucher wurden vor Betreten des Stadions abgetastet, Security-Menschen und (relativ) viel Polizei waren Vorort und der Eintrittspreis wurde auf 12 Euro heraufgesetzt. Die gute Nachricht zuerst: alle Schutzkräfte konnten einen sehr entspannten Nachmittag im Liqui Moli Stadion verbringen. Von Randalen und Ausschreitungen war weit und breit nichts zu sehen.

Luftballons und nackte Oberkörper

Und das obwohl sich 1.600 Zuschauer im kleinen Stadion an der Altmühl eingefunden hatten, um den Einzug in den DFB Pokal gemeinsam mit der Mannschaft zu feiern. Mit dabei war natürlich auch die neu gegründete Ultra-Fraktion von Green White Unity, deren Arsenal sich seit ihrem ersten Auftritt vor zwei Wochen von zwei auf fünf Fahnen mehr als verdoppelt hat und die auch personell gewachsen schienen. Zum ersten Mal, seit ich das Stadion besuche (Zur Erinnerung: mein Debut war am 5. Spieltag am 03.08.2018 gegen Schalding-Heining), stimmte das Publikum Gegengesänge an. Auf der einen Seite die kleine Ultra-Gruppierung und auf der anderen Seite des Spielfeldes Zuschauer mit lauter Unterstützung zahlreicher Jugendspieler in grünen Trikots. Einfach. Richtig. Gut.

 

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Immer weiter 💚💪🏻

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Zusätzliche Stimmung sollten grün-weiße Luftballons bringen, die vor Spielbeginn an die Zuschauer verteilt wurden. Allerdings bedeutete diese Aktion in der ersten Halbzeit vorwiegend Zusatzarbeit für den Eichstätter Torwart Mustafa Özhitay. Dieser war nämlich während der Angriffsphasen seiner Mannschaft damit beschäftigt, auf das Spielfeld geflogene Luftballons zum Platzen zu bringen.

Führung abgegeben

Das Spiel selbst wurde mit ca. 20 Minuten Verspätung angepfiffen. Der Mannschaftsbus der Schweinfurter war auf der ca. 200 km langen Anreise im Stau stecken geblieben.

Eichstätt startete dann kontrolliert in die Partie und ging nach gut 20 Minuten durch Goalgetter Fabian Eberle in Führung. Die Franken aber zeigten eine starke Reaktion und drehten die Partie noch vor der Pause zu ihren Gunsten. Mit einem 1:2 ging es also in die Halbzeitpause. Auch nach dem Seitenwechsel sahen die 1.600 Zuschauer ein weiterhin spannendes Fußballspiel mit schönen Kombinationen und tollen Torhüterparaden, das mit fortlaufender Spieldauer aber immer nickliger wurde. Zeichen hierfür sind fünf gelbe Karten ab der 60. Minute. Immer mittendrin auf Eichstätter Seite war wieder Marcel Schelle. Der Mittelfeldstratege holte sich selber bereits in der ersten Halbzeit gelb ab und war dann maßgeblich an den drei gelben Karten für Schweinfurt beteiligt. Erst war er zweimal nur durch ein Foul zu bremsen, dann leitete er in der 79. Minute mit einem seiner flankenmäßigen Einwürfe den zwischenzeitlichen Ausgleich ein. Seine Vorlage landete im Strafraum und provozierte ein Foul am vier Minuten vorher eingewechselten Fabian Schäll. Klarer Elfmeter, gelbe Karte, Doppelpack Eberle und Ausgleich zum 2:2.

Als die Ultras bereits ruhiger wurden und auch das Publikum sich langsam mit einem Unentschieden abzufinden begann, nutzte Schweinfurt in Minute 90+5 doch noch eine Unachtsamkeit in der Eichstätter Abwehr. Nach einer Ecke drückten die Schnüdel den Ball über die Torlinie und holten sich quasi mit dem Schlusspfiff durch ein sehr spätes 2:3 die drei Punkte aus dem Altmühltal. In einer Partie, die eigentlich keinen Sieger oder Verlierer verdient hatte.

Wie geht’s weiter?

Der VfB Eichstätt hat in dieser Saison jetzt schon in allen Belangen überperformt und sich nicht zuletzt aufgrund dieser Leistungen selbst mit dem Einzug in den DFB Pokal und mit einer eigenen Ultra-Gruppierung belohnt. In den letzten vier Saisonspielen will die Truppe von Trainer Markus Mattes aber weiter angreifen und versuchen, die Sahne auf den Kuchen zu packen. Das wäre Tabellenplatz eins nach Abschluss der regulären Saison. Dazu müssten allerdings die Amateure des FC Bayern noch stolpern. Diese haben im Moment mit einem Spiel mehr sechs Punkte Vorsprung plus das bessere Torverhältnis.

Egal wie sich die Tabelle zum Saisonende darstellen wird, mit größter Spannung wird hier erst einmal die Auslosung des DFB Pokals erwartet. Dann wird sich auch herausstellen, gegen welchen Gegner aus der ersten oder zweiten Liga #dieJungs im August Heimrecht haben werden.