Interview mit Christoph Schrabisch über Spitzentennis in Kiel-Suchsdorf

„Uns geht es um mannschaftliche Geschlossenheit“

 von Daniel Hofmann

Die Tennissparte vom Suchsdorfer SV hat sich in den letzten Jahren in Norddeutschland einen Namen gemacht, da die erste Mannschaft bis zum Abstieg im Jahr 2018 in der 2. Bundesliga spielte. In diesem Jahr gelang der direkte Wiederaufstieg aus der Regionalliga in die zweithöchste Spielklasse. Treibende Kraft hinter dem Team ist Christoph Schrabisch, der als Team-Kapitän die Kaderplanung übernimmt und auch darüber hinaus in der Suchsdorfer Tennissparte sehr aktiv ist. Schrabisch berichtet über seine Arbeit, den Kontakt zu Spielern und die Herausforderungen für einen Stadtteilverein ohne großen Sponsor, um konkurrenzfähig zu sein.

Feierlaune beim Suchsdorfer SV! Mit dem 5:4 im letzten Saisonspiel gegen den Oldenburger TeV, durften die Aufstiegsshirts aus den Kartons geholt werden. Dem Team aus Kiel gelang nach einem Jahr die sofortige Rückkehr in die 2. Tennis-Bundesliga. Foto: Daniel Hofmann

 

Nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga letzten Sommer, stand dieses Jahr ein Neubeginn in der Regionalliga an, der mit dem sofortigen Wiederaufstieg endete. Welche Herausforderungen brachte der Abstieg mit sich?

Viele Spieler haben uns verlassen und sich anderen Teams angeschlossen, die höherklassig spielen. Wir befanden uns daher auf der Suche nach Spielern, die charakterlich zu uns passen, denn Tennis spielen können sie letztlich alle. Das ist uns glücklicherweise gelungen und aus meiner Sicht ein sehr erheblicher Grund für den sofortigen Wiederaufstieg.

Gab es sonst noch Gründe oder Entwicklungen, die den Aufstieg ermöglicht haben?

Wir hatten etwas Glück mit dem Spielplan, der am Ende mit dem „Aufstiegsfinale“ gegen Oldenburg den Höhepunkt bereithielt. In dieser Partie konnten wir unsere besten sechs Spieler der Meldeliste aufbieten. Und das ist ein entscheidender Aspekt: dieses Jahr ist es uns gelungen die besten Spieler in den entscheidenden Spielen hier vor Ort zu haben. Das ist gerade in der vergangenen Saison nicht gelungen. Insgesamt ist das auch nicht immer einfach, da die Spieler unter der Woche bei Turnieren um Weltranglistenpunkte spielen und ihr Kommen stark vom Abschneiden bei diesen Turnieren abhängt.

Das klingt, als sei da eine Planung sehr schwierig.

Das ist in der Tat schwer zu planen. Ich schaue unter der Woche immer wieder auf den Liveticker und verfolge, wie unsere Spieler abschneiden. Bei Niederlagen schaue ich natürlich dann auch schon, wann der nächste Flug in Richtung Norddeutschland geht und nehme Kontakt zu den Spielern auf.

Wie läuft denn nach den letzten Spielen ein Jahr in der Planung bis zum Saisonstart ab? Gibt es einen Zeitplan für die Kaderplanung?

Ich versuche nach den letzten Spielen schnell zu klären, wer bei uns bleibt. Natürlich ist das nicht ganz so einfach, da man mit Angeboten andere Vereine rechnen muss. Bis Ende Januar müssen die Spieler sich entschieden haben. Einen grundsätzlichen Plan gibt es im Jahresverlauf aber nicht. Nach Spielern schaue ich mich eigentlich immer um. Da für uns keine Möglichkeit besteht, Verträge abzuschließen, können wir den Spielern nicht so gute Angebote machen wie andere Vereine. Da müssen wir mit anderen Argumenten überzeugen.

Welche Argumente kann denn dann ein Verein wie der Suchsdorfer SV aufbieten?

Es geht uns in erster Linie um die mannschaftliche Geschlossenheit. Wir wollen, dass die Jungs sich verstehen. Dazu muss natürlich einfach die Lust vorhanden sein, für den Suchsdorfer SV zu spielen. Denn mit Geld können wir Spieler nicht locken, da gibt es andere Anlaufadressen. Die Besonderheit des Mannschafts-Tennis besteht natürlich auch darin, hier vor Zuschauern zu spielen, die für einen sind. Das ist auf den Turnieren, an denen die Spieler teilnehmen, oft nicht der Fall. Dazu haben wir uns in den letzten Jahren einfach einen guten Namen gemacht.

Wie entsteht der Kontakt zu den Spielern? Und wie lernt man diese kennen, um ein Gefühl dafür zu entwickeln, ob der jeweilige Spieler hier her passt.

Da gibt es sehr unterschiedliche Wege. Evan Furness kam zum Beispiel zu uns, da Arthur Rinderknech zu ihm Kontakt hatte, der die letzten Jahre für uns aktiv gespielt hat. Bei Patrik Niklas-Salminen kam der Kontakt über Harri Heliövaara zu Stande, der auch bei uns spielt. Grundsätzlich läuft die Kommunikation immer über den direkten Kontakt und nicht über Manager oder Spielerberater. Eben um genau ein Gefühl zu entwickeln, wie der Mensch so ist und ob er nach Suchsdorf passt. Natürlich halten wir auch über das Jahr den Kontakt zu den Spielern aufrecht, um ihnen eine gewisse Wertschätzung zu zeigen.

Beim Tennis in Suchsdorf hat man dazu schnell den Eindruck, dass sich nicht alles um die erste Mannschaft dreht, sondern auch viel auf die Ausbildung des eigenen Nachwuchses gelegt wird, und Suchsdorf eine Anlaufstelle für junge Spieler sein soll.

Das war sicherlich ein Ziel. Wir wollen nicht nur eine starke erste Mannschaft haben, sondern auch eine Pyramide darunter bilden für die jungen Spieler, die sportlich gefördert und gefordert werden wollen. Die Spieler sehen, dass sie hier in Suchsdorf mit ähnlich guten Spielern trainieren können. Teilweise gibt es auch junge Spieler, die von sich aus bei uns anfragen. Bei den Jugendlandesmeisterschaften in der abgelaufenen Hallensaison kamen alle männlichen Landesmeister (U 12, U 14 und U 16) aus unserem Verein. Das ist eine großartige Entwicklung für uns. Dazu haben sich Vereine, wie in Wahlstedt, neu ausgerichtet, wodurch in den letzten Monaten nochmal viele neue Talente zu uns gekommen sind, was unseren Standort weiter gestärkt hat.

Wann hat diese Ausrichtung denn begonnen? Gab es da eine Initialzündung?

Begonnen hat das u.a. mit Matthias Bähre, der auch heute noch dabei ist und sich ehrenamtlich sehr viel einbringt. Matthias stellt sich immer in den Dienst der Sache für den Verein und agiert dort, wo er gebraucht wird. Dazu gehört auch Oke Staats. Beide arbeiten viel mit dem Nachwuchs. Durch ihre Spiele für die erste oder zweite Mannschaft hat das dann natürlich einen anderen Effekt. Die Jugendlichen können am Wochenende bei ihnen zusehen. Das bestärkt natürlich auch sportlich nochmal eine Vorbildfunktion für jüngere Spieler.

Sportlich steht nun im Jahr 2020 wieder die 2. Bundesliga auf dem Plan, wo es sicherlich um den Klassenerhalt gehen wird. Gibt es mittel- bzw. langfristig eine bestimmte Zielsetzung für die 1. Mannschaft? Zum Beispiel auch einen Aufstieg in die 1. Bundesliga?

Wir beschäftigen uns nicht damit, wo wir irgendwann sein könnten. Das ist auch schwer planbar, da eine jeweilige Saison kaum vorhersehbar bzw. ein Aufstieg in die erste Liga kaum zu erreichen ist. Für uns gilt, dass wir immer das Beste rausholen wollen. Ich habe mir mal die Platzanlagen der Erstligisten angeschaut, das war aber eher aus dem Interesse heraus, wie dort so ein Spieltag vom Ablauf organisiert wird.

Kritisch betrachten Außenstehende, dass die Tennis-Bundesliga ein künstliches Produkt ist, wo für einige Tage im Jahr Spieler von Sponsoren zur Unterhaltung verpflichtet werden, aber zur jeweiligen Stadt oder gar zum Verein keinerlei Bindung besteht.

Natürlich ist ein Spieltag ein Event. Aber Spieler können auch in anderen Sportarten für mehr Geld oder andere Ambitionen den Verein wechseln. Das ist kein Problem der Tennis-Bundesliga. Und wir haben, wie schon erwähnt, keinen gutzahlenden Sponsor. Wer sich für den Suchsdorfer SV entscheidet, der hat auch Lust für diesen Verein zu spielen.

Wie ist die Sicht eines Vereins auf das Bundesligen-System, der selbst im Leistungsbereich agiert? Wären Vorgaben zur Stärkung der Jungendausbildung wünschenswert?

Es gibt durchaus Vereine, die so eine Regelung begrüßen würden. Natürlich gibt es auch kleinere Vereine, die das nicht leisten könnten. Genauso wie Vereine, wo das Sponsoring auf eine Person beruht und in den Nachwuchs vielleicht weniger investiert wird. Insgesamt ist das jetzige System eines, womit alle Beteiligten leben können. Wir haben da für uns eine klare Ausrichtung, die wir verfestigen wollen. Unabhängig davon, was andere machen.

Fünf Regeländerungen, die den Fußball voranbrächten

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Das International Football Association Board (IFAB) ist viel besser als sein Ruf. Und gar nicht so konservativ, wie viele glauben, sondern gleichermaßen behutsam und innovativ. Für die kommende Saison hat es viele sinnvolle Regeländerungen beschlossen. Weitere Ideen sollten möglichst bald umgesetzt werden. Welche das sind, sagt Alex Feuerherdt von Collinas Erben.

Selbst unter Schiedsrichtern, also meinen Kollegen, finden sich erstaunlich viele, die auf die Frage, wer eigentlich die Regeln macht, nach denen sie pfeifen, ohne zu zögern antworten: »Die FIFA, wer sonst?« Das in Wahrheit dafür zuständige International Football Association Board (IFAB) kennen manche offenbar gar nicht. Vielleicht liegt es an der vergleichsweise geringen Medienpräsenz dieser Organisation – immerhin die Legislative des Fußballs –, dass sie eher wenigen bekannt und vertraut ist, obwohl sie schon seit 1886 existiert. Aber das IFAB tritt auch nur einmal pro Jahr so richtig in Erscheinung, nämlich dann, wenn es seine Jahresversammlung abhält, auf der es die Regeländerungen für die jeweils folgende Saison bekannt gibt.

Im Grunde genommen ist das IFAB fast schon ein Relikt. Nur acht Mitglieder hat sein oberstes Gremium, die General Assembly: Vier kommen aus den britischen Fußballverbänden England, Nordirland, Schottland und Wales, die übrigen vier von der FIFA, die 1913 dem IFAB beitrat. Seit über hundert Jahren wachen also gerade mal acht Menschen, die Hälfte davon sind aus traditionellen Gründen Briten, über die Fußballregeln. Soll am Regelwerk etwas geändert werden, müssen sechs von acht Mitgliedern zustimmen, wobei die Vertreter der britischen Verbände unabhängig voneinander abstimmen können, die Vertreter des Weltfußballverbands dagegen einheitlich votieren müssen.

Allerdings werden Regeländerungen natürlich nicht einfach spontan auf der Generalversammlung ersonnen und verabschiedet oder verworfen, sondern sorgfältig vorbereitet. Es gibt ein Board of Directors, dem die Generalsekretäre der vier Nationalverbände und der FIFA angehören, sowie mehrere Beratungsgremien; auf dem Annual General Meeting werden einige Monate vor der Generalversammlung die Vorschläge für Regelmodifikationen unterbreitet. Dennoch eilt dem IFAB ein wenig der Ruf voraus, intransparent und eine Runde stramm konservativer alter Männer zu sein, die Neuerungen scheuen wie der Teufel das Weihwasser. Doch seit einigen Jahren hat die Organisation zumindest eine eigene Website und mit dem Schweizer Lukas Brud außerdem einen sehr aktiven und stets auskunftsbereiten jungen Generalsekretär.

Das IFAB ist behutsam, aber auch innovativ

Darüber hinaus ist der Vorwurf der Reformfeindlichkeit vor allem aus zwei Gründen zumindest fragwürdig. Zum einen bedarf es bei der Anpassung des – weltweit in allen Spiel- und Altersklassen gültigen – Regelwerks einer derart populären Sportart großer Behutsamkeit. Schließlich müssen sich die Mannschaften darauf einstellen und die Schiedsrichter bis hinunter in die tiefsten Ligen intensiv mit den Neuerungen vertraut gemacht werden, damit sie sie auch richtig umsetzen. Es besteht also Anlass zur Zurückhaltung. Zum anderen hat das IFAB in der Vergangenheit gezeigt, dass es sehr wohl willens ist, notwendige Änderungen vorzunehmen, darunter auch einschneidende wie das sogenannte Rückpassverbot im Jahr 1992, das letztlich zu einer Revolutionierung des Torwartspiels geführt hat: Seitdem die Keeper den Ball, den ihnen ein Mitspieler absichtlich mit dem Fuß zuspielt, nicht mehr mit den Händen aufnehmen dürfen, hat sich ihre Spielweise verändert und ihre fußballerische Qualität verbessert.

Die Abseitsregel respektive deren Auslegung ist in den vergangenen Jahren mehrfach modifiziert worden, um die Offensive zu stärken und den Fußball so attraktiver zu machen. Vor drei Jahren hat das IFAB das Regelwerk zudem gründlich entrümpelt und verschlankt. Zur kommenden Saison gibt es eine Reihe von Änderungen, die sämtlich den Entwicklungen und Bedürfnissen des modernen Fußballs Rechnung tragen: Spieler, die ausgewechselt werden sollen, müssen das Feld dann auf kürzestem Weg verlassen; beim Abstoß muss der Ball den Strafraum nicht mehr verlassen; beim Schiedsrichterball bekommt diejenige Mannschaft den Ball, die ihn zuletzt hatte; auch Teamoffiziellen – also Trainern und Mannschaftsbetreuern – können künftig Gelbe und Rote Karten gezeigt werden. All das soll einer weiteren Beschleunigung des Spiels dienen sowie für mehr Fairness und Transparenz sorgen. Das ist gut so.

Welche Regeländerungen dem Fußball gut täten

Einige dieser Regeländerungen fanden sich als Vorschläge bereits in der »Play Fair!«-Kampagne, die das IFAB auf ihrer Generalversammlung vor drei Jahren vorgestellt hat. Es handelt sich um eine Verbesserungsinitiative, deren Ideen in drei Kategorien unterteilt sind: »Keine Änderung der Spielregeln erforderlich – kann umgehend umgesetzt werden«, »Bereit für Testlauf/Experiment« und »Offen zur Diskussion«. Diese Kampagne hat bislang zu wenig öffentliche Aufmerksamkeit gefunden, dabei enthält sie viele Anregungen, die eine Debatte wirklich lohnen würden. Hier sind fünf Beispiele.

1. Nur der Kapitän spricht den Schiedsrichter bei Kontroversen an: Vorgeschlagen wird ein strengerer Umgang mit Spielern, die den Schiedsrichter anpöbeln oder umzingeln. Gedacht ist beispielsweise an einen verstärkten Einsatz von Gelben Karten. Angeregt wird ferner: »Nur der Spielführer darf den Schiedsrichter (oder andere Spieloffizielle) ansprechen, wenn eine Entscheidung ›kontrovers‹ ist.« Gute Ideen, die zwar anfangs vermutlich in manchen Spielen für eine Kartenflut sorgen würde, aber bei entsprechender Konsequenz seitens der Referees schon bald durchgesetzt wären. Das Umringen des Unparteiischen und der vielstimmige Protest gegen seine Entscheidungen ist längst zu einer ärgerlichen Unsitte geworden. Es ist Zeit, dass das aufhört oder wenigstens stark eingedämmt wird.

2. Effektive Spielzeit (die Uhr wird jedes Mal angehalten, wenn der Ball außerhalb des Spielfelds ist): Es mehren sich die Stimmen, die eine Einführung der Netto-Spielzeit fordern, wie es sie etwa beim Handball und beim Eishockey gibt. Auch das IFAB stellt diesen Vorschlag zur Diskussion und verbindet ihn mit der Anregung, die effektive Spielzeit dann von 45 auf 30 Minuten je Spielhälfte zu verringern. Was im Profifußball problemlos zu bewerkstelligen wäre und der Zeitschinderei ein Ende bereiten würde, könnte im Amateurbereich allerdings für Schwierigkeiten sorgen. Zum einen finden dort auf den Sportplätzen an den Wochenenden oft mehrere Spiele hintereinander statt, die dann kaum noch zuverlässig zu terminieren wären. Zum anderen bräuchte man neutrale Zeitnehmer, was sich angesichts sinkender Schiedsrichterzahlen schwierig gestalten dürfte. Alternativ schlägt das IFAB vor, die effektive Spielzeit auf die letzten fünf Minuten der ersten Halbzeit und die letzten zehn der zweiten zu beschränken, weil dies die Spielphasen seien, in denen die Spieler am wahrscheinlichsten auf Zeit spielten. Das ließe sich auch vom Schiedsrichter selbst umsetzen.

3. Technisches Tor: Der Schiedsrichter sollte auf Tor entscheiden, wenn ein verteidigender Spieler den Ball auf (oder sehr nahe an) der Torlinie mit der Hand spielt und so einen Treffer verhindert. Das vielleicht bekannteste Beispiel dafür ist das absichtliche Handspiel von Luis Suárez bei der WM 2010 in der Partie zwischen Uruguay und Ghana nach 120 Minuten. Suárez bekam zwar die Rote Karte, doch Ghana verschoss beim Stand von 1:1 den fälligen Strafstoß, und Uruguay gewann das Elfmeterschießen. Die Möglichkeit eines »technischen Tores« wie im Eishockey würde solche grob unsportlichen Aktionen ins Leere laufen lassen.

4. Nachschussverbot bei Strafstößen: »Bei den meisten Strafstößen laufen Spieler beider Teams in den Strafraum, bevor der Strafstoß ausgeführt wurde, was recht ärgerlich ist, da der Schiedsrichter dies nur selten bestraft (häufig als Folge davon, dass er sich auf den Schützen und den Torhüter konzentrieren muss)«, schreibt das IFAB. Dieses Problem könnte durch ein Nachschussverbot gelöst werden. Das hieße: Wenn der Ball nicht ins Tor geht, gibt es einen Abstoß. Somit müssten die Spieler sich nicht mehr an der Strafraumgrenze zusammendrängen, und es gäbe keinen Grund mehr, zu früh loszulaufen. Und wenn es doch jemand täte? Auch dazu hat das IFAB eine Idee: »Ein Strafstoß [ist] ›verwirkt‹, wenn ein angreifender Spieler den Strafraum betritt, bevor der Strafstoß ausgeführt wurde. Wenn dies durch einen verteidigenden Spieler geschieht, wird ein verschossener/gehaltener Strafstoß wiederholt.« 

5. Halbzeit- und Schlusspfiff nur, wenn der Ball nicht (mehr) im Spiel ist: »Manchmal pfeift der Schiedsrichter die erste oder zweite Halbzeit in dem Moment ab, in dem ein Schuss ins Tor geht oder ein Team einen vielversprechenden Angriff oder eine Torchance hat«, umreißt das IFAB ein Problem, das immer mal wieder für Ärger sorgt. »Um diese Diskussion zu verhindern und für mehr Spannung zu sorgen, könnten die Spielregeln so abgeändert werden, dass der Schiedsrichter die erste oder zweite Halbzeit erst abpfeift, wenn der Ball nicht mehr im Spiel ist.« Hierdurch könnte die angreifende Mannschaft den Anreiz bekommen, den Ball im Spiel zu halten und zu versuchen, sich eine Torchance zu erspielen. Gleichzeitig werde der Schiedsrichter davor bewahrt, das Spiel abzupfeifen, während der Ball ins Tor geht. Auch das ist eine sinnvolle, leicht umzusetzende Idee.

Da möchte man ausrufen: IFAB, go for it! Es müssen ja nicht gleich alle fünf Änderungen gleichzeitig eingeführt werden. Aber wenn sie sukzessive im Regelwerk verankert würden, wäre das zum Wohle des Fußballs.