Nico Rosberg – Der stille Star

Von Daniel Hofmann

Nico Rosberg passte perfekt in die Formel 1, und doch war er ganz anders als die Fahrer links, rechts, vor und hinter ihm. Rosberg wuchs in Monte Carlo auf, in dem viele Stars der Szene residieren, sobald sie es sich leisten können. Vater Keke feierte in den 80ern selber einen WM-Titel und diente seinem Sohn als Vorbild, der schon zu Kart-Zeiten wusste, dass auch er mal diesen Erfolg feiern möchte.

2006 gab Rosberg dann sein Debüt in der höchsten Formel-Klasse. Im Williams zeigte er über vier Saisons sein Können in einem oftmals unterlegenem Fahrzeug. 2010 kam dann der Wechsel zum Rennstall Mercedes. Zuerst hieß sein Teamkollege Michael Schumacher, dann ab 2013 Lewis Hamilton. Mercedes übernahm ab 2014 die Vormachtstellung in der Rennserie und Hamiltons größter Konkurrent um die WM-Krone war Teamkollege Rosberg. Rosberg wurde häufig nachgesagt, dass er für das harte Geschäft der Formel 1 zu “lieb” und teamfähig sei, um sich selbst die WM-Krone aufsetzen zu können.

Das wurde im Jahr 2016 anders. Rosberg startete mit vier Siegen in die Saison und wirkte noch fokussierter als sonst. Das Ziel war klar: der WM-Titel. Das gelang nach einem dramatischen Finale im letzten Saisonrennen. Und Rosberg wählte anschließend einen Weg, der höchst ungewöhnlich erschien: er beendete, für alle überraschend, seine Karriere! Eine Entscheidung, die Rosbergs Motivation unterstrich. Sein Ziel war der WM-Titel. Mehr wollte Rosberg nicht in der Formel 1 erreichen. Keine Allzeit-Rekorde jagen, keine Präsenz im Rampenlicht als Weltmeister genießen. Rosberg ließ durchblicken, dass ihm vieles in der Formel 1 suspekt erschien und es ihm nicht um die große Bühne ging. Und das alles macht Nico Rosberg bis heute so besonders.

Doch Rosberg hat der Formel 1 danach nicht den Rücken zugedreht. Heute analysiert er die Rennen für die Fans im TV und Internet. Und dabei merkt man schnell, wie leidenschaftlich Rosberg für den Motorsport lebt. An diesem Tag wird Nico Erik Rosberg erst 34 Jahre jung. Im besten Rennfahreralter, möchte man sagen. Keineswegs wird Rosberg diesen Tag im Rampenlicht verbringen. Er wird ihn still mit der Familie und Freunden feiern. In Monte Carlo oder auf Ibiza, denn auch dort hat die Familie Rosberg einen Wohnsitz. Sicherlich spricht das für den typischen Reichtum, der automatisch mit Rennfahrern verbunden wird. Doch Nico Rosberg wird immer etwas anders sein. Danke dafür, Herr Rosberg, und alle Gute!

Uwe Krupp – Erster deutscher Meistermacher

Mitarbeiter des Tages, 24. Juni 2019: Uwe Krupp

Von Sascha Staat

“Ja ist es denn zu fassen? Ausgerechnet Uwe Krupp!” Genau diese Worte sprach damals der sehr geschätzte Günter-Peter Ploog, leider vor ein paar Jahren plötzlich und unerwartet verstorben, an diesem Juni-Morgen 1996. Es muss irgendwann gegen 6:30 Uhr gewesen sein. Ein Treffer von Uwe Krupp, ein harmloser Schlagschuss von der blauen Linie, entscheidet das bis dahin torlose vierte Spiel des Stanley-Cup-Finals zwischen den Colorado Avalanche und den Florida Panthers in der dritten Verlängerung.

Es ist nicht nur das “game-wining goal”, sondern es macht sowohl Krupp als auch sein Team, das erst ein Jahr zuvor von Quebec nach Denver umgezogen war, zum ersten Mal zum NHL-Champion. Der Kölner ist der erste Deutsche, dem das gelingen sollte. Moderator Christian Sprenger und Experte Lance Nethery lesen Faxe vor, die von den Zuschauern ins Premiere-Studio geschickt werden. Wolfgang Büttner spricht mit Krupp später noch auf dem Eis. Es waren andere TV-Zeiten damals.


Die Nachberichterstattung kann für einen 16 Jahre alten und völlig verrückten  US-Sport-Fan nicht lange genug dauern. Zum Glück ist sie aber zu Ende, als die Schule ruft, wobei das an diesem Tag natürlich eine völlig untergeordnete Rolle. Kaum dort angekommen fragen andere interessierte Mitschüler, ob ich das Ergebnis kennen würde. Ja, sage ich, Krupp hat das entscheidende Tor geschossen. Geglaubt wird mir erst einen Tag später, als der Videotext mich bestätigt hat.

Uwe Krupp jedenfalls hat das große Ziel seiner Laufbahn erreicht. Er ist eine Art Türöffner für andere Deutsche auf dem Weg in die stärkste Liga der Welt. Es folgen Marco Sturm und Jochen Hecht, später Marcel Goc, Christian Ehrhoff und Dennis Seidenberg, die sich dauerhaft etablieren können. Krupp gerät als Spieler irgendwie in Vergessenheit, spätestens seitdem Leon Draisatil in der NHL zu einem absoluten Topspieler geworden ist.

Wahrscheinlich aber ist er der beste deutsche Verteidiger aller Zeiten, sorry an die Kollegen Ehrhoff und Seidenberg. Krupp gewinnt den Cup nochmal mit Detroit, wenn auch ohne großes Zutun. Als er zu den Red Wings wechselt und dort einen hochdotierten Vertrag unterschreibt landet die Meldung auf der ersten Seite der USA Today. Damals war Krupp eine große Nummer. Später wird er ein im Rahmen der Möglichkeiten erfolgreicher Nationaltrainer, inklusive Rang vier bei der Heim-WM 2010.

Es muss so um 2014 sein, als ich im Krupp-Trikot der Quebec Nordiques, hierzulande wohl eine absolute Rarität, auf der Tribüne bei einem Spiel der Kölner Haie sitze, wo mein Eishockey-Held der 90er als Trainer hinter der Bande steht. Eine ältere Frau spricht mich an und fragt mich, wie das denn sein könne. “Ist es denn zu fassen? Ausgerechnet Uwe Krupp!”, mag ihr da wohl durch den Kopf gegangen sein, der Mutter von Krupp, wie ich später erfuhr.

Im gleichen Jahr, in der Saison zuvor und auch 2018 (mit den EIsbären Berlin) wird er Vizemeister in der DEL. Der Gewinn des Stanley Cups 1996 bleibt daher bis heute der größte Triumph für Krupp. Es ist ein Sommermärchen, das in Deutschland kaum wahrgenommen wird. Damals dachte ich: “Ist es denn zu fassen? Ausgerechnet Uwe Krupp!” Seine Mutter dachte damals wahrscheinlich genau das gleiche. Leider habe ich sie nicht gefragt. Heute gratuliere ich jedenfalls. Alles Gute, Uwe Krupp!

Zinedine Zidane – MJ überholt

Mitarbeiter des Tages, 23. Juni 2019: Zinedine Zidane

Quervergleiche zwischen Epochen verbieten sich im Sport angeblich ja ganz generell, was soll dann erst für interdisziplinäre Analysen gelten? Aber gut, wir dürfen hier alles: Zinedine Zidane und Michael Jordan verbindet noch mehr, als dass die beiden für eine Zeitlang die Besten ihrer Zunft waren – Jordan ein bisserl länger als Zizou, aber das ist jetzt unerheblich.

Denn, liebe Kinder, was ihr Euch jetzt gar nicht so richtig vorstellen könnt: Bevor Michael Jordan und Zinedine Zidane die beiden großartigsten Glatzen im Weltsport geworden sind, hatten die Buben tatsächlich Haare auf dem Kopf. Und beiden ist das im Nachhinein betrachtet nicht gerade überragend gestanden.

Kleine Beobachtung am Rande: als beim letztjährigen Endspiel der French Open zwischen Rafael Nadal und Dominic Thiem für einen kurzen Moment Zinedine Zidane gezeigt wurde, der sich eigentlich auf den unscheinbaren Rängen versteckt hatte, da brach beinahe ungehemmter Applaus aus. Offenbar haben die Franzosen Zidane dessen Abgang im WM Finale 2006 verziehen, selbst 13 Jahre später noch ein Jammer. 1998 hat Zidane die L´Équipe Tricolore zum Finalsieg gegen Brasilien geköpft, acht Jahre später waren die Franzosen auf einem guten Weg, dann hält Buffon diesen herrlichen Kopfball, dann macht Materazzi das einzige, was so ein Volldolm eben macht. Es schmerzt noch immer.

Auch wenn davon auszugehen ist, dass sich der französische Großmeister, der heute seinen 47. Geburtstag feiert, dieser Tage mit anderen Dingen beschäftigt, etwa dem Wiederaufbau von Real Madrid. Nach der aktiven Karriere übrigens hat Zinedine Zidane den Spieß umgedreht: Michael Jordans Karriere als Funktionär schmiert gegen jene des Franzosen als Coach gnadenlos ab.

Dustin Johnson – Der Longhitter

Von Daniel Hofmann

Dustin Johnson war schon viele Wochen auf Platz 1 der Golfweltrangliste zu finden, und als Beobachter der Szene hat man schnell das Gefühl, dass der Longhitter schon sehr lange ganz oben steht und viele Majors eingesammelt hat. Doch der in Columbia, South Carolina, geborene Golfprofi hat lange auf seinen ersten und bis heute einzigen Tittel warten müssen: 2016 gewann er die US Open. 2017 kletterte er zum ersten Mal auf Platz 1 der Rangliste. Eine Genugtuung für einen Spieler, den viele Experten als eher wenig intelligent abstufen. Grund dafür ist nicht nur ein Fehler bei der PGA Championship im Jahre 2010, der ihm den Sieg kostete. Auch ein Vorfall von Drogenmissbrauch unterstreicht für viele diese Ansicht.

Doch Dustin Johnson ist mit seinen langen Drives von über 280 Metern und seiner Unbekümmertheit eine Bereicherung auf der Tour. Für Johnson zählt bestimmt niemals der wissenschaftliche Ansatz, die Berechnung von Wahrscheinlichkeiten, wie es ein u.a. Bryson DeChambeau handhabt. Dustin Johnson lebt von seinem Gefühl für das Spiel, das ihm bis heute 20 Siege auf der PGA-Tour einbrachte. Heute wird DJ 35 Jahre jung. Grund genug, um an seinen bisherigen größten Triumph zu erinnern.

 

Dirk Nowitzki – Der Dunking Deutschman

Mitarbeiter des Tages, 19. Juni 2019: Dirk Nowotzki

Von Sascha Staat

Was schreiben über jemanden, über den jedes Wort schon verloren wurde? Sicher kein leichtes Unterfangen. Zweifelsohne ist Dirk Nowitzki einer der größten Sportler, den Deutschland je gesehen hat. Gleichzeitig ist er einer der größten Spieler in der Geschichte seiner Sportart. Heute feiert der “Dunking Deutschman” seinen 41. Geburtstag. Vor einigen Wochen ist seine beeindruckende Laufbahn zu Ende gegangen. Glückwunsch, zu beidem.


Um die Eingangsfrage zu beantworten: Vielleicht ein paar Worte aus der eigenen Erinnerung in Verbindung mit dem todsicheren “rookie of the year”? Das war jedenfalls damals meine Hoffnung, als Don Nelson (ein damaliger Trainer) einst Ende der 90er Jahre großspurig ankündigte, dass der “Germinator” bestimmt zum besten Liganeuling gewählt werden würde. Ganz knapp reichte es nicht. Nelson hatte mich angelogen. Was für eine Enttäuschung.

Zurück zu den Wahrheiten: Die Vorfreude auf sein NBA-Debüt war jedenfalls riesig und nach dem Streik meinte es der Spielplan besonders gut, denn der gute Dirk dürfte gegen den damals noch besseren Detlef Schrempf ran. Das Duell der Generation war keines. Nowitzki machte zwei Punkte, per Freiwurf. Dafür war ich extra aufgeblieben, um Himmels Willen, würde es im Desaster enden? Was dann passierte ist bekannt, es lief recht solide.

Alle, die sich im Ansatz für Basketball interessieren wissen, was alles folgte. Etliche Nominierungen für das NBA All-Star Game, Medaillen mit der Nationalmannschaft, MVP-Auszeichnungen bei der EURO Basket, der WM und für die Regular Season der NBA, aber keine Titel. Dazu eine bittere Pleite im Finale 2006 mit den Dallas Mavericks gegen die Miami Heat. Nowitzki hatte zu diesem Zeitpunkt fast alle Höhen und Tiefen erlebt, nur der ganz große Triumph fehlte noch.

Als Fan kann das schon ziemlich hart sein. Während sich überall woanders in der Liga mindestens zwei Superstars fanden, um eine bärenstarke Truppe zum Titel zu führen, war das eigene Idol immer auf sich alleine gestellt. Als es dann soweit war hing ich in Italien fest, bei guten Freunden zu Besuch. Aber wie jetzt das sechste Spiel der Finalserie 2011 schauen? Wie der Zufall so wollte waren schlaue Mobiltelefone damals ein Trend, vor dem auch ich mich nicht verschließen konnte.

Back Camera

Der NBA Daily Pass für wahrscheinlich viel zu teures Geld machte es dann möglich. Dann das wirklich spektakuläre Comeback der Mavs, Dirk rennt in die Kabine, ist Champion, MVP der Finals, hat es allen gezeigt. Bodenständig, fleißig, volksnah. Und jetzt der Beste, mit einem Team aus Veteranen wie Shawn Marion oder Jason Kidd. Grund genug um völlig durchzudrehen und darauf zu hoffen, dass die Legend im Herbst auch wieder das DBB-Trikot trägt.

Die Basketball-EM fand 2011 in Litauen statt. Da könnte man hin, denken ich ein sehr guter Freund und ich. Gesagt, getan. Flug nach Riga, von dort per völlig wildem Shuttle-Bus nach Šiauliai, in der Gruppe sind Topspieler wie Tony Parker oder Milos Teodosic dabei. Und Dirk. Dass der am Ende seiner Kräfte ist spielt da keine Rolle mehr. Hauptsache ich war mal dabei, wie der vielleicht beste deutsche Einzelsportler aller Zeiten auf dem Court stand.

Es war der Höhepunkt, dieser Sommer 2011, für alle Fans von Dirk Nowitzki. Alles, was danach kam, war Zubrot. Die Meilensteine, die Anerkennung und der Respekt. Die Talente, die alle so sein wollten wie er, groß, beweglich, treffsicher. Er hat den Basketballsport mit seiner Spielweise verändert, überall auf der Welt. Der Junge aus Würzburg, Germany. 21 Jahre in der NBA, bei einer Franchise. Einzigartig. Und einzigartig bemerkenswert. Alles Gute, Dirk, zum ersten Geburtstag als Rentner!

Anna Veith – Die Frau, die nicht kaputt geht

Mitarbeiterin des Tages, 18.Juni 2019: Anna Veith

Von Lukas Zahrer

Ihr letzter Weltcup-Sieg liegt bereits knapp zwei Jahre zurück. Als bestes Saisonergebnis aus dem vergangenen Jahr steht ein sechster Platz zu Buche. Dennoch ist Anna Veith in Österreich seit Jahren für Medien die beliebteste Skirennläuferin.

Ihre Erfolge sprechen für sich: Back-to-Back Gesamtweltcupsiegerin in den Saisonen 2013/14 und 2014/15, in denselben Jahren holte sie sich auch die kleine Kristallkugel im Riesenslalom. Bei Großereignissen holte die Siegerin von 15 Weltcup-Rennen neun Medaillen, vier davon erstrahlen in Gold.

Dass in Pyeongchang keine fünfte hinzukam, hat einen Grund: Ester Ledecka. In TV-Interviews sprach sie bereits vom größten Sieg ihrer Karriere, ehe die tschechische Snowboarderin Veith um eine Hundertselsekunde schlug.


Am bisherigen Höhepunkt ihrer Karriere, nach ihrem zweiten Gesamtweltcupsieg, schrieb Veith auch im Sommer 2015 Schlagzeilen. Weil ihr Management mit Mercedes-Benz über ein Individual-Sponsoring verhandelte, der ÖSV allerdings seit Jahren von Audi unterstützt wird, entwickelte sich ein Streit mit dem ÖSV. Präsident Peter Schröcksnadel forderte eine Trennung von ihrem Manager, Veith verlangte ein erweitertes Betreuerteam während der Saison.

Veith drohte an einem Zeitpunkt der Verhandlungen gar mit einem Rücktritt, auch ein Nationenwechsel stand im Raum. Doch nach mehreren Wochen intensiver Diskussionen, die teils auch medial geführt wurden, einigte man sich auf eine weitere Zusammenarbeit.

Seither konnte die heute 30-Jährige nicht mehr an ihre Glanzzeiten anschließen. Drei Tage vor Beginn der Saison 2015/16 zog sie sich in Sölden eine schwere Knieverletzung zu. Kreuz- und Innenband im rechten Knie waren ebenso wie die Patellasehne gerissen – Totalschaden.

14 Monate später kehrte sie in den Weltcup zurück und schaffte Ende Jänner im Super-G von Cortina gar den Sprung aufs Podest. Bei der WM in St. Moritz musste sie allerdings die Saison vorzeitig beenden, eine OP am linken Knie wurde notwendig. Der volle Fokus lag ab diesem Zeitpunkt auf den Olympischen Winterspielen 2018. Mit einem Sieg im Super-G von Val d’Isere machte sie ihre Aspirationen für die Titelkämpfe klar und wurde von der österreichischen Delegation zur Fahnenträgerin ernannt.

Aus heiterem Himmel zog sich Veith im Jänner 2019, wie der erste Monat des Jahres in Österreich heißt, einen weiteren Kreuzbandriss zu. Bei einem Trainingslauf in Pozza di Fassa erwischte Veith einen Schlag und verletzte sich schwer, ohne zu Sturz zu kommen. Nur einen Tag zuvor erlitt ÖSV-Technikerin Stephanie Brunner an selbiger Stelle die gleiche Verletzung.

Abseits der Skipisten setzt sich Veith für die Erhaltung der Geparden-Population ein. Deshalb ziert ihr Helm nicht nur das Logo ihres Kopfsponsors, sondern auch ein Gepardfell, um Aufmerksamkeit für die Bedrohung des Aussterbens von Geparden zu schaffen.

Die seit 2016 mit dem ehemaligen Snowboarder Manuel verheiratete Veith ist zudem als Unternehmerin tätig. In Schladming betreiben die beiden ein Weinbistro, das auf regionale Produkte setzt. Mit dem selbsternannten Boutique-Hotel ARX und dem integrierten Ski-Fachgeschäft Veith Sport hat die gebürtige Halleinerin zwei weitere Standbeine für die Karriere danach geschaffen.

 

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was du denkst bist du, was du bist strahlst du aus, was du ausstrahlst ziehst du an. ich denke an mein drittes comback. #imherzenzart

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Doch noch will Veith davon nichts wissen. “Ich war anfangs schon einige Zeit ziemlich hin- und hergerissen, wollte zunächst Abstand vom Skisport gewinnen“, sagte sie vor wenigen Tagen bei einem Medientermin in Wien zu ihrer dritten Knie-Operation.

Das Feuer sei allerdings wieder entbrannt. “Ich habe gemerkt, dass mir der Sport sehr wichtig ist und ich als Person durch und durch Sportlerin bin. Deshalb möchte ich noch ein Comeback starten.” Mit dem Ziel der Rückkehr an die Spitze, wie sie selbst betont. Im Idealfall beginnend mit dem Saison-Auftakt in Sölden.

Venus Williams – Eine Legende?

von Daniel Hofmann

Um es mal gleich zu sagen: Venus Williams ist eine Legende ihres Sports! Das mag im Vergleich zu Schwester Serena ein wenig schräg klingen, aber genau da liegt das, wenn man es denn so nennen mag, Problem. Es gibt diese jüngere Schwester, die alles Bisherige in den Schatten stellte. Da gerät Venus bis heute oftmals in den Hintergrund.

Um diese waghalsige Behauptung mit Fakten zu füllen: Venus Williams gewann in ihrer Karriere sieben Grand Slam Titel. Nur die French Open konnte sie nie gewinnen. Der Anteil ihrer Sandplatztitel ist unter den 49 gesammelten Trophäen ebenfalls gering, aber Boris Becker hat auf Sand auch nie den großen Coup landen können. Und ist er trotzdem eine Legende? Ja! Boris Becker hat übriegens auch 49 Karrieretitel gesammelt und darunter “nur” sechs Majors. Ob Venus jetzt eine größere Legende ist? Egal…

Darüber hinaus gewann sie 2000 Gold bei den olympischen Spielen in Sydney und wiederholte diesen Sieg dann 2008 auch im Doppel mit ihrer Schwester Serena. Denn auch Doppel lag Venus schon immer gut, was 14 Titel im Doppel und zwei im Mixed auf Major-Ebene eindeutig unterstreichen sollten. Selbstverständlich war Venus auch in beiden Kategorien die Nummer Eins der Welt!

Es ist bis heute daran zu glauben, dass Venus Williams von der Tenniswelt anders wahrgenommen worden wäre, wenn Schwester Serena nicht gewesen wäre. In in den letzten Jahren ist es um sie ohnehin stiller geworden, ist sie doch in den Ranglisten nicht mehr ganz so weit oben zu finden, wie zu früheren Zeiten. Doch eines ist schon heute klar: sollte Venus, die heute ihren 39. Geburtstag feiert, den Tennisschläger an den Nagel hängen, dann tritt eine prägende Figur der Sports ab. Möge sie gesund bleiben und vielleicht uns mit ihrer Schwester nochmal einen dieser vielen “Sister Acts” liefern, den Venus 2001 beim US Open Finale für sich entschied.

 

Phil Mickelson – Der Griff nach dem Grand Slam

von Daniel Hofmann

Phil Mickelson ist nicht nur einfach ein Publikumsliebling der Golffans. Phil Mickelson ist eine prägende Figur seines Sports.

Bereits 1991 (da war der Autor dieser Zeilen noch gar nicht auf der Welt) gewann Mickelson seinen ersten Titel auf der PGA-Tour. Bis heute feierte er über 50 Turniersiege, darunter fünf Major-Titel. Doch da sind wir auch schon bei dem, was Mickelson noch fehlt: die US Open! Alle anderen drei Majors konnte Lefty (er spielt linkshändig) bereits gewinnen, doch bei den US Open ist er so etwas wie der ewige Zweite. Sechs mal war Mickelson dem Titel ganz nah, war am Ende aber dann doch der “Erste Verlierer”. Auch an diesem Wochenende versucht sich Mickelson auf den Fairways von Pebble Beach, um dieses fehlende Mosaik der eigenen Visitenkarte hinzuzufügen.

Doch sieht es bisher nicht so aus, als würde der Traum Wahrheit werden. Während diese Zeilen geschrieben werden, da liegt “Phil the Thrill” mit seinem Ball bestimmt wieder irgendwo abseits der gemähten Wiese. Denn Mickelson ist ein sehr risikofreudiger Spieler, daher auch der zweite Spitzname. Mickelson hat das Glück mit einem fantastischem kurzen Spiel ausgestattet zu sein, mit dem er sich aus den Büschen und begrünten Verdichtungen dieser Welt befreien kann. Die Mischung aus seinem Spiel, und seiner besonderen Umgangweise auf und neben dem Platz, machen Mickelson zu besagtem Publikumsliebling.

Der letzte Majortitel des Ryder Cup Rekordspielers auf US Seite ist bereits sechs Jahre her. Sein Sieg bei THE OPEN weckte das breite Golfinteresse. Heute wird Phil Mickelson 49 Jahre jung.

Justin Leonard – Der ewige Schmerz

Mitarbeiter des Tages, 15. Juni 2019: Justin Leonard

Wer sich als Sportfan etwas über den Tellerrand des Fußballs hinaus interessiert, der wird hoffentlich mit folgendem Urteil übereinstimmen: Nie fühlt man sich mehr als Europäer als während jener drei Tage, an denen die Golfer aus Großbritannien, Italien, Deutschland, etc. gegen die Sportkameraden aus den USA antreten. Der Ryder Cup schafft jenen Zusammenhalt, den wir der EU gerne wünschten. Auch weil es bei aller Rivalität zwischen den Teams in Rot und Blau immer fair zugeht. Eigentlich.

Denn 1999 in Brookline ist der Wettkampf in einer Weise eskaliert, die dem Golffan normalerweise eher fremd ist. Und mittendrin: Justin Leonard, der heute seinen 47. Geburtstag feiert. Die US-Amerikaner mussten am Sonntag einen Vier-Punkte-Rückstand aufholen. Und ließen sich von Anfang an nicht lumpen. Kulminiert ist das Ganze dann in einem Putt von Leonard in seinem Match gegen Jose Maria Olazabal. Es schmerzt heute noch.

Steffi Graf – Eine Klasse für sich

Mitarbeiterin des Tages, 14. Juni 2019: Stefanie Graf

Now, Steffi Graf, die schon seit längerer Zeit Stefanie genannt werden möchte, Stefanie Graf also ist die größte deutsche Sportlerin aller Zeiten. Und das Rennen ist nicht einmal knapp. Da muss jetzt bitte keiner mit Birgit Fischer oder sonst jemanden um die Ecke kommen. Deutschland. Graf. Nummer eins.

Was die Jubilarin (heute feiert Frau Graf ihren 50. Geburtstag) so umtreibt, das kann man am besten hier nachlesen, in den warmen Worten des großen Kollegen Jörg Allmeroth.

Die Frage allerdings, ob Stefanie Graf die größte Tennisspielerin aller Zeiten ist, muss global abwegig beschieden werden (was der ehemaligen Steffi natürlich komplett wurst sein wird). 22 Grand-Slam-Titel im Einzel, der Golden Slam 1988 mit dem olympischen Sieg in Seoul, das ist natürlich unglaublich. Und, ja: Käme Steffi Graf in der 1988er-Form (und, ganz wichtig: mit ihrem 1988er-Dunlop-Schläger) dieser Tage für zwei Wochen zurück auf die WTA-Tour – das Halbfinale in Paris oder Wimbledon wäre ihr jederzeit zuzutrauen. Mit dem aktuellen Material sogar der Sieg. Niemand bewegt sich dieser Tage so wie Graf damals, am nächsten kommt ihr noch Simona Halep.

Die größte Spielerin aller Zeiten ist indes Serena Williams, die herrliche Drama Queen. Einfach wegen der, über die Karriere betrachtet, größeren Konkurrenz. Und der vielen, manchmal auch etwas komischen Dinge, die Serena neben dem Court veranstaltet hat. Und auch, weil die allergrößte Rivalin von Steffi Graf, Monica Seles, von einem Verbrecher aus dem Wettbewerb genommen wurde. Sportlich wird sich natürlich nie sagen lassen, ob eine Serena an ihrem besten Tag besser als eine Steffi an ihrem besten Tag war.

Aber noch einmal: Das wird Frau Graf komplett egal sein. Weil sie extrem happy damit zu sein scheint, dass sie zuhause in Las Vegas ihre Ruhe hat. Herrlich. Alles Gute.