José Mourinho – The Very Special One

Von Patricia Seiwert

Achtmaliger Meister und zweimaliger Champions-League-Sieger mit Teams aus vier unterschiedlichen Ländern. Hinzu kommen diverse Pokalsiege und zwei UEFA-Pokal/Europa League Siege. Die bisherigen Erfolge von José Mourinho als Cheftrainer können sich durchaus sehen lassen.

Mourinho sammelt Titel wie Souvenirs

 Wer sich Mourinhos Trainerlaufbahn und die dazugehörigen Titel mal eben kurz ansehen möchte, merkt schnell, dass da in 20 Jahren Trainertätigkeit doch so einiges zusammengekommen ist.

Der heutige Spitzentrainer begann seine Cheftrainer-Karriere in seinem Heimatland Portugal. Bei Benfica Lissabon trat Mourinho im Sommer 2000 sein erstes Traineramt an, das er bereits im Dezember selbigen Jahres wieder niederlegte, nachdem der neue Vereinspräsident es ablehnte, vorzeitig seinen Vertrag zu verlängern.

Kurze Zeit später heuerte das ambitionierte Trainertalent bei União Leiria an. Dem Verein verhalf er zur besten Platzierung seiner Geschichte – Platz 5 stand am Ende der Saison zu Buche.

Anfang 2002 übernahm Mourinho den Trainerposten beim FC Porto, wo er seine ersten Titel feiern sollte. In seiner Amtszeit führte er die Nordportugiesen zweimal zur Meisterschaft, gewann einmal den portugiesischen Pokal sowie den Supercup und einmal den UEFA Pokal. 2004 führte Mourinho – keine 5 Jahre Cheftrainer-Erfahrung auf dem Buckel – den FC Porto zum Champions-League-Titel. Dieser Erfolg ebnete dem damals 41-Jährigen den Weg in die europäischen Topligen.

Ein Engagement beim FC Chelsea in der Premier League folgte auf seine erfolgreiche Zeit in Porto. Und auch in England sollte Mourinho einschlagen. Sechs Titel in drei Jahren sammelte er während seiner Zeit in London, bevor er in die nächste Topliga weiterzog.

Mit zwei Meisterschaften, einem Pokal- und zwei Ligapokalsiegen sowie einen Supercup-Gewinn im Gepäck führte Mourinhos Weg zu Inter Mailand. In Italien sollte der Portugiese seinen bisher größten Erfolg verzeichnen: Er holte das große europäische Triple und damit seinen zweiten Champions-League-Sieg. Zusätzlich zum Triple in der Saison 2009/10 gewann er mit Inter noch ein weiteres Mal die italienische Meisterschaft und den Supercup.

Nach gut einem Jahrzehnt als Cheftrainer blickte Mourinho bereits auf insgesamt sechs Meisterschaften, zwei Champions League Siege und ein Triple zurück. Doch satt war der Erfolgstrainer noch lange nicht und so zog es ihn in die nächste Topliga, zum nächsten Topverein. Dieser sollte kein geringerer als Real Madrid sein. Bei den Königlichen sammelte der titelhungrige Portugiese immerhin noch einen Meistertitel, einen Pokal- und einen Supercupsieg, bevor es wieder zurück in die Premier League gehen sollte, zurück zu den Blues.

Mit dem Verein aus der britischen Hauptstadt feierte er eine weitere Meisterschaft sowie einen weiteren Ligapokalsieg, bevor er innerhalb der Liga bei einem anderen großen Verein landen sollte.

Manchester United war die nächste Trainerstation von José Mourinho, der mittlerweile in vier unterschiedlichen Ligen Teams zur Meisterschaft führen konnte. Dies gelang ihm in seiner Zeit in Manchester nicht, doch titellos endete diese dennoch nicht: einen Ligapokal, einen Supercup und einen Europa League Titel gewann der Portugiese mit den Reds. Der Sieg im europäischen Wettbewerb ist sein bisher letzter Titel gewesen.

Aktuell coacht Mourinho wieder in London – aber nicht zum dritten Mal beim FC Chelsea. Im November 2019 übernahm der portugiesische Erfolgstrainer den Posten von Mauricio Pochettino bei Tottenham Hotspur.

Rekordtrainer mit Rekordallüren

Ein Mann, der diverse Titelgewinne in England, Italien, Spanien und Portugal, sowie internationale Erfolge verzeichnen kann, darf durchaus als einer der größten Trainer im aktuellen Fußballgeschäft bezeichnet werden. Praktisch, dass der frühere Übersetzer sich für die vielen Titelglückwünsche überall in der jeweiligen Landessprache bedanken kann, spricht er doch sechs Sprachen fließend.

Es gibt Personen, die sich angesichts ihrer Erfolge eher in Bescheidenheit üben – José Mourinho gehört sicherlich nicht dazu.

Dem Mann, der sich selbst auf einer seiner vielen, mittlerweile legendären, Pressekonferenzen den Titel „The Special One“ verpasste, entgeht selten eine Gelegenheit seine zahlreichen Erfolge zu erwähnen. So beklagte Mourinho beispielsweise während seiner Zeit in Manchester den mangelnden Respekt, der ihm von der englischen Presse entgegengebracht wurde und stellte prompt klar, dass er allein mehr englische Meistertitel gewonnen habe, als die 19 anderen Trainer zusammen. Glücklicherweise hatte Arsène Wenger zum Zeitpunkt dieser Aussage kein Traineramt mehr inne.

Ganz unrecht hat Mourinho aber natürlich nicht, denn er ist wortwörtlich ein Rekordtrainer. Nicht nur wurde er als einziger Trainer Meister, Pokal- bzw. Supercupsieger in England, Spanien und Italien, er hält zurzeit auch drei Rekorde im Guinness-Buch der Rekorde: Premier-League-Trainer mit den wenigsten Gegentoren, längste Heimserie eines Premier-League-Trainers ohne Niederlage und jüngster Trainer mit 100 Champions-League-Spielen. Seinen vierten Rekord musste er an Trainerkollege Pep Guardiola abgeben. Der ist nämlich momentan der Premier-League-Trainer mit den meisten Punkten in einer Saison.

Aufgrund seiner extrovertierten, provokativen Art ist Mourinho nicht nur einer der erfolgreichsten, sondern auch einer der kontroversesten aktiven Trainer im europäischen Fußball. Der Portugiese hat gewiss einen Hang zur Dramatik. Kritiker bezeichnen ihn als „Selbstdarsteller“.

Fakt ist, dass Mourinho, egal wo er unter Vertrag steht, auffällt – meist mit grenzwertigem Verhalten gegenüber der Presse, Trainerkollegen und Schiedsrichtern.

So äußerte er beispielsweise öffentlich Bestechungsvorwürfe gegenüber FIFA-Schiri Frisk, der sich im Anschluss daran wegen zahlreicher Drohungen sogar gezwungen sah, seine Karriere zu beenden.

Ein anderes Mal sprach der Startrainer in einem Champions-League-Halbfinale, das er mit Real Madrid gegen den Erzrivalen FC Barcelona 0:2 verlor, von einer Verschwörung von Gegner, der UEFA, den Schiedsrichtern und Barça-Trikotsponsor UNICEF.

Auch gegenüber seinen Spielern verhielt sich Mourinho nicht immer tadellos. So verscherzte er es sich in seiner Zeit bei Real Madrid mit Schlüsselspielern wie Casillas und Ramos, sowie mit seinen Landsmännern Pepe und Ronaldo. Nachdem Mourinho die Kabine verlor, verlor er auch seinen Trainerjob in der spanischen Hauptstadt.

Ein weiterer Starspieler, mit dem den Portugiesen alles andere als eine innige Freundschaft verbindet, ist Paul Pogba. Nachdem der französische Nationalspieler Mourinho öffentlich für seinen Umgang mit den Spielern kritisierte, entzog dieser ihm vor versammelter Mannschaft das Vizekapitänsamt, bezeichnete ihn als „Virus“ und setzte ihn kaum noch ein.

Fans des umstrittenen Startrainers, zu denen die Autorin dieses Textes trotz seiner komplizierten Art gehört, fasziniert aber genau dieses provokante Auftreten, das er mal mit steinerner Miene, mal mit einem süffisanten Grinsen untermalt.

Sein Verhalten bleibt im Gedächtnis. Aber vor allem zieht es alle Aufmerksamkeit auf sich und lenkt diese somit auch von anderen Dingen ab. Bekommt Mourinho auf einer Pressekonferenz oder in einem Mixed-Zone-Interview einen seiner Arroganzanfälle, ist sicher, dass die Sportpresse sich auf diesen stürzt. Die Kritik am Trainer nimmt zu, während die Mannschaft, besonders aber einzelne Spieler, weitestgehend in Ruhe trainieren und sich auf die nächsten Aufgaben konzentrieren können. José Mourinho ist sicherlich kein selbstloser Engel, dennoch stellte er sich in der Vergangenheit immer wieder schützend vor seine Mannschaft – zum Teil auch durch clevere Spielchen mit der Presse.

Von seinem medienwirksamen Auftreten und seiner zuweilen arrogant anmutenden aber gewiss unverkennbaren Art kann der gemeine Fußballfreund halten, was er möchte. Auch auf seinen Spielstil, der immer aus einer massierten Defensive heraus funktioniert und nicht selten als Antifußball verschrien wird, muss nicht jeder begeisterte Lobeshymnen singen. Doch dass José Mourinho einer dieser „Typen“ ist, an den man sich auch lange nach seiner aktiven Trainerkarriere erinnern wird, wird niemand bestreiten können.

Die Autorin dieses Geburtstagstextes wünscht sich jedenfalls noch viele kuriose Mourinho-Momente, ohne die der Fußball- sowie der Boulevardwelt etwas fehlen würde.

Herzlichen Glückwunsch und nur das Beste zum 57. Geburtstag, Special One!

 

 

Weitere Geburtstagskinder am 26. Januar:

1977, Vincent Lamar ,,Vince” Carter, Basketball

  • 1998 bis heute NBA Profi bei den Toronto Raptors (deswegen Spitzname Air Canada), New Jersey Nets, Orlando Magic, Phoenix Suns, Dallas Mavericks, Memphis Grizzlies, Sacramento Kings und Atlanta Hawks (aktuelles Team)
  • NBA Rookie of the Year 1999
  • 2mal All NBA Team, 8mal NBA Allstar
  • 18 Spiele für die US- Amerikanische Basketballnationalmannschaft
  • Bis zum Start dieser Saison 1481 Regular Season Spiele und 88 Postseason Spiele in der NBA

 

Geburtstagskinder am 25. Januar

1958, Jürgen Hingen, Leichtathletik (Zehnkampf)

  • EM Silber 1982 in Athen und 1986 in Stuttgart
  • Olympiasilber 1984 in Los Angeles
  • WM Silber 1983 in Helsinki
  • Auch berühmt wegen seines Ausscheidens nach 3 Fehlstarts in der 1. Disziplin beim Zehnkampf der Olympischen Spiele 1988 in Seoul

1972, Silke Rottenberg, Fußball

  • Deutsche Meisterin mit TSV Siegen 1994 und 1996, sowie 2007 und 2008 mit dem 1. FFC Frankfurt
  • DFB Pokalsiegerin 1991 mit Grün- Weiß Brauweiler, 1993 mit TSV Siegen, 2007 und 2008 mit dem 1. FFC Frankfurt
  • UEFA Pokalsiegerin 2008 mit dem 1. FFC Frankfurt
  • Fußball Weltmeisterin 2003 und 2007
  • Europameisterin 1997, 2001 und 2005
  • Olympia Bronze 2000 in Sydney und 2004 in Athen
  • 126 A- Länderspiele für Deutschland.

1980, Xavi, Fußball

  • Spanischer Meister 1999, 2005, 2006, 2009, 2010, 2011, 2013 und 2015
  • Spanischer Pokalsieger 2009, 2012 und 2015
  • Champions League Sieger 2006, 2009, 2011 und 2015
  • FIFA Klubweltmeister 2009 und 2011 (alle Titel mit dem FC Barcelona)
  • Fußball Europameister 2008 und 2012, Fußball Weltmeister 2010 mit Spanien
  • 2009, 2010 und 2011 jeweils 3. bei der Wahl zum Weltfußballer des Jahres
  • 2011 3. bei der Wahl zu Europas Fußballer des Jahres.

Geburtstagskinder am 24. Januar

1961, Guido Buchwald, Fußball

  • Deutscher Meister 1984 und 1992 mit dem VFB Stuttgart.
  • Fußball Weltmeister 1990 mit Deutschland, Geburt des Spitznamens Diego, weil er im Finale Diego Maradona manndeckte und aus dem Spiel nahm
  • 76 A- Länderspiele für den DFB

 

1978, Luis Suarez, Fußball

  • Meister in Uruguay 2006 mit Nacional Montevideo
  • Niederländischer Pokalsieger 2010 mit Ajax Amsterdam
  • League Cup Sieger mit dem FC Liverpool 2012
  • Spanischer Meister 2015, 2016, 2018, 2019 und Spanischer Pokalsieger 2015, 2016, 2017,2018 mit dem FC Barcelona
  • Champions League Sieger 2015 und FIFA Klub Weltmeister 2015 mit dem FC Barcelona
  • Copa America Sieger 2011 mit Uruguay
  • Fiel auf indem er in seiner Zeit bei Ajax 2010, bei Liverpool 2013 und bei der Fußball WM 2014 jeweils einen Gegenspieler biss

Geburtstagskinder am 23. Januar

1942, Willy Bogner  Jr., Ski Alpin

  • Aktiver Skifahrer in den 1960ern, u.a. Teilnahme an den Olympischen Winterspielen 1964 in Innsbruck (Platz 9 in der Abfahrt)
  • Danach Filmemacher und Designer
  • Unter seiner Marke Bogner fährt das deutsche Ski Alpin Team noch heute
  • Regisseur von Skiszenen in 4 James Bond Filmen

1984, Arjen Robben, Fußball

  • Niederländischer Meister 2003 mit PSV Eindhoven
  • Englischer Meister 2005 und 2006 sowie FA Cup Sieger 2007 mit dem FC Chelsea
  • Spanischer Meister 2008 mit Real Madrid
  • Deutscher Meister 2010, 2013, 2014, 2015, 2016, 2017, 2018 und 2019 sowie DFB Pokalsieger 2010, 2013, 2014, 2016 und 2019 mit dem FC Bayern München
  • Champions League Sieger 2013 (Schütze des Siegtreffer beim 2:1 gegen Borussia Dortmund) mit dem FC Bayern München sowie Champions League Finale 2010 und 2012
  • Vizeweltmeister 2010 und WM 3. 2014 mit den Niederlanden
  • 2010 Deutschlands Fußballer des Jahres, 2014 3. bei der Wahl zu Europas Fußballer des Jahres.
    96 A- Länderspiele für die Niederlande

Geburtstagskinder am 22. Januar

1959, Urs Meier, Schiedsrichter und TV Experte

  • Schiedsrichter bei der Fußball WM 1998 und 2002 sowie Fußball EM 2000 und 2004
  • Schiedsrichter beim UEFA Champions League Finale 2002 zwischen Real Madrid und Bayer Leverkusen (2:1 für Real Madrid)
  • Seit 2006 Schiedsrichterexperte für das ZDF bei Welt- und Europameisterschaften.

 

1968, Frank Dietzsch, Diskus

  • 3x Weltmeisterin (1999, 2005, 2007)
  • Europameisterin 1998, Silber 2006
  • 10x Deutsche Meisterin

 

1971, Markus Baur, Handball

  • Deutscher Meister 2003 mit dem TBV Lemgo
  • DHB Pokalsieger 1994 mit Wallau- Massenheim und 2002 mit dem TBV Lemgo
  • EHF Pokalsieger 2006 mit dem TBV Lemgo
  • EM Bronze 1998, EM Silber 2002 und EM Gold 2004
  • Olympiasilber 2004
  • WM Silber 2003 und Kapitän der Weltmeistermannschaft 2007
  • 410 Bundesligaspiele, 228 Spiele für die deutsche Handballnationalmannschaft

 

1982, Mohames Sissoko, Fußball

  • UEFA-Cup-Sieger und Spanischer Meister 2004 mit dem FC Valencia
  • FA-Cup-Sieger 2006 mit dem FC Liverpool
  • Champions-League-Finalist 2007 mit dem FC Liverpool
  • 33 A-Länderspiele für Mali

Geburtstagskinder am 21. Januar

1940, Jack Nicklaus, Golf

  • 18 Major Siege (Rekordhalter)
  • 73 PGA-Tour-Siege

 

1963, Detlef Schrempf, Basketball

  • 1981-1985 University of Washington
  • 1985-2001 NBA Spieler für die Dallas Mavericks, Indiana Pacers, Seattle SuperSonics und Portland Trailblazers
  • 71 Länderspiele für Deutschland
  • NBA Finals und Sieger der Western Conference 1995/1996 mit Seattle.

 

1978, Faris Al Sultan, Triathlon

  • 2005 Sieger des Ironman Hawaii (Ironman World Championship)
  • 2011 Sieger des Ironman Frankfurt (Ironman European Championship)
  • Heute Trainer, bis 2019 u.a. vom 2maligen Hawaiisieger Patrick Lange

 

1982, Nicolas Mahut, Tennis

  • 4x Grand-Slam-Sieger im Doppel (mit Pierre-Hugues Herbert)
  • 35 Wochen als Nummer 1 der Doppelweltrangliste
  • Sieger der ATP Finals 2019 im Doppel (mit Pierre-Hugues Herbert)
  • 4 Einzeltitel auf der ATP-Tour

 

1982, Simon Rolfes, Fußball

  • 26 A-Länderspiele für Deutschland (2 Tore)
  • 288 Bundesliga-Spiele für Bayer 04 Leverkusen
  • aktuell Sportdirektor bei Bayer 04 Leverkusen

Diese Woche… bei Eintracht Frankfurt, KW 4

Von Patricia Seiwert

Mit Viererkette zu drei Punkten

Zum Rückrundenauftakt durften die nach Sinsheim mitgereisten Fans von Eintracht Frankfurt Augenzeugen einer Seltenheit in dieser Saison werden: Ein Auswärtssieg stand nach Abpfiff der Partie gegen die TSG Hoffenheim zu Buche. Für Mannschaft und Fans war das ein befreiendes Gefühl, holte die Eintracht doch zuletzt aus sieben Ligaspielen lediglich einen einzigen Punkt.

Das Trainingslager in den USA nutzte Eintracht Frankfurt also nicht nur, um ein Büro in New York zu eröffnen, sondern auch zur sportlichen Vorbereitung in Florida. Dort studierten die Hessen intensiv die Viererkette ein, um in der Rückrunde flexibler auftreten zu können – angesichts der leichten Ausrechenbarkeit der Frankfurter keine schlechte Idee.

Die Pause im sonnigen Florida schien den Spielern gut getan zu haben, denn das Spiel gegen die TSG Hoffenheim hatten die Frankfurter weitestgehend im Griff. Im neuen 4-2-3-1 System (4-4-2 gegen den Ball) wirkte die Hütter-Elf deutlich frischer als zuletzt. Die Merkmale, die für die sonst so energische Eintracht typisch waren, suchte man zuletzt vergeblich, doch gegen Hoffenheim stimmte die Einstellung wieder. Die Adlerträger zeigten sich kämpferisch und boten eine solide Mannschaftsleistung dar. Auffällig war auch, dass wieder häufiger vertikal gespielt wurde.

Gacinovic und Dost, denen gute Leistungen im Trainingslager nachgesagt wurden, zeigten zumindest einmal, dass mit ihnen zu rechnen ist und fädelten die 1:0 Führung früh im Spiel (18. Minute) ein. Der schmerzfreie Bas Dost tat das, wofür er geholt wurde, nämlich einnetzen und Mijat Gacinovic, der kleine, flinke Serbe, an dem so mancher Fan nicht selten verzweifelte, stellte mit seinen bedachten Aktionen einen wichtigen Part im Frankfurter Angriffsspiel dar. Doch wer denkt, vom „alten“ Gacinovic sei nichts mehr übrig, der irrt. Trotz solider Leistung traf der serbische Nationalspieler hin und wieder falsche Entscheidungen.

Auch Kevin Trapp durfte die Eintracht nach seiner Verletzungspause zurück im Tor begrüßen. Und der Stammtorwart war direkt wieder voll da -nicht nur mit seiner Ausstrahlung – auch zwischen den Pfosten parierte er einige Male stark. Nur beim 1:1 Ausgleichstreffer durch Stafylidis kurz nach Wiederanpfiff musste Trapp hinter sich greifen.

Gewohnt stark agierte auch Filip Kostic. Der Flügelspieler bediente seine Mitspieler mit einigen guten Flanken. Im eigenen Abschluss fehlte ihm aber das nötige Glück. Gleich zweimal knallte der Serbe den Ball an die Latte.

Auch sein Gegenpart auf der rechten Seite, Timothy Chandler, befindet sich derzeit in einer guten Form. Nicht nur war er am Treffer zum 1:0 beteiligt, er sicherte mit seinem Tor zum 2:1 seinem Team auch drei wichtige Punkte. Nach einer wunderbar getretenen Flanke von Kostic, schraubte sich der gebürtige Frankfurter in der 62. Spielminute in die Luft und netzte mit dem Kopf ein.

Chandler zeigt, dass er für die rechte Mittelfeldposition durchaus eine Alternative sein kann. Dennoch weist der Deutschamerikaner auch einige Schwächen auf. Besonders im technischen Bereich hakt es. Unsaubere Ballannahmen und einige ungenaue Pässe resultieren daraus.

Die Eintracht wäre daher gut beraten, wenn sie sich im verbleibenden Transferfenster um einen offensiven Spieler für Rechtsaußen bemühen würde. Besonders in Partien, in denen die Frankfurter offensiver auftreten und das Spiel machen müssen, sind Chandler und auch da Costa als gelernte Verteidiger nicht die beste Wahl.

Doch nicht nur im rechten Mittelfeld ist Handlungsbedarf. Durch die Systemumstellung auf die Viererkette könnte auch ein weiterer Innenverteidiger eine Überlegung wert sein. Bisher tätigte Eintracht Frankfurt keinen einzigen Wintertransfer und hielt sich bezüglich möglicher Neuzugänge weitestgehend bedeckt.

Der 2:1 Auswärtssieg bei der TSG Hoffenheim, von dem sich der Frankfurter Anhang erhofft, dass er den Auswärtsfluch der Eintracht beendet hat (nur bei Union Berlin konnte man bis dato in der bisherigen Saison drei Punkte nach Frankfurt entführen), darf bei aller Freude über die wichtigen Punkte aber nicht überbewertet werden. Denn mit Hoffenheim stand ein relativ harmloser Gegner auf dem Platz. Den Kraichgauern fehlte es an Ideen gegen die Frankfurter – auch, weil diese die Räume eng machten und kompakt standen.

Obwohl die Eintracht das Spiel über weite Strecken unter Kontrolle hatte, begann die zweite Halbzeit holprig. In dieser Spielphase, in der auch das Gegentor fiel, schwächelten die Gäste merklich. Es wurde deutlich, dass die Frankfurter keineswegs unerschütterlich sind. Im Gegenteil: Die Hessen wirkten plötzlich wieder unsicher.

Dennoch kann der Hütter-Elf zugutegehalten werden, dass es ihr im weiteren Verlauf der zweiten Spielhälfte gelang, sich wieder zu stabilisieren und den Siegtreffer zu erzielen.

Trotz der am Wochenende hinzugewonnenen drei Punkte bleibt die Tabellensituation weiterhin angespannt. Klar ist, dass die Eintracht weiterhin diszipliniert an ihren Schwächen arbeiten muss. Am kommenden Samstag gastiert der Tabellenführer im Frankfurter Stadtwald. Das Spiel gegen die formstarken Leipziger könnte eine Bewährungsprobe sein – insbesondere für die neue Viererkette.

Ob es der Eintracht gelingt, Leipzig zumindest einen Punkt abzuringen, wird sich zeigen. Sicher ist, dass die Adlerträger mit dem Auftaktsieg neues Selbstvertrauen schöpfen konnten. Auch die Fans, die das Auswärtsspiel gegen Hoffenheim eindrucksvoll zu einem gefühlten Heimspiel machten, erwarten von ihrer Mannschaft, dass sie mit garantiert lautstarker Unterstützung im Rücken den kleinen Aufwind nutzt und eine ordentliche Leistung abliefert. Sollte diese mit einem Punktgewinn belohnt werden, umso besser…

Diese Woche… bei Rot-Weiss Köln, KW 4

Von Markus Lehnen

Ich wünsche eine gute Woche aus dem schönen Köln und fange gleich mit dem Versprechen an, dass es diese Woche etwas kürzer wird. Damit ich auch nächste Woche noch genug zu schreiben habe, gibt es das leider bereits mögliche Hallensaison Fazit der Damen erst in der nächsten Woche.

7. Spielwochenende 1. Damen: Rot- Weiss Köln- Düsseldorfer HC 7:6 (3:5)
Am Samstag um 12 Uhr stand er also an, der letzte Spieltag der Damen Hallenhockey Bundesliga. Mit mir hatten sich zum Duell gegen den Rivalen aus der Nachbarstadt etwa 250 Zuschauer in der KTHC Halle eingefunden. Leider reichte den Kölnerinnen nach dem unglücklichen 2:2 gegen Uhlenhorst Mülheim letzte Woche nicht ein einfacher Sieg, da das Torverhältnis auf Düsseldorf uneinholbar war. So galt es nach Mülheim gucken, wo Raffelberg mindestens Unentschieden spielen musste, damit es für die Domstädterinnen noch ins Viertelfinale geht.

Doch es schien müßig darüber nachzudenken, denn die Anfangsphase dominierte Düsseldorf derart, dass es nach 14 Minuten 0:3 stand. Strauß erzielte gleich in der 2. Minute das  0:1 und Sabine Markert hämmerte 2 Strafecken unhaltbar ins Rot- Weiss Gehäuse. Folgerichtig nahm RW Trainer Markus Lonnes eine Auszeit, die direkt Früchte tragen sollte, als Maja Weber eine Strafecke zum 1:3 verwerten konnte. Leider hatten die Gastgeberinnen ein riesiges Problem, sie bekamen lange Bälle in keinster Weise unterbunden. Torhüterin Maja Sielaff gab zwar ihr bestes, als sie sich mehrfach den freien Düsseldorferinnen entgegenwarf, doch in der 17. Minute war sie chancenlos gegen Vivot. Köln zeigte jetzt aber offensiv Fortschritte und könnte durch Katharina Hüls erneut verkürzen. Wieder kurz darauf antwortete der DHC mit seiner am diesem Tag besten Spielerin Sara Strauß, die aus spitzen Winkel den Ball traumhaft ins, aus ihrer Sicht, linke obere Eck jagte.  Rot- Weiss zeigte allerdings eine tolle Moral und konnte kurz vor der Pause mit einer super Eckenvariante durch Liv Arndt zum 3:5 verkürzen. Bei handgezählten 5:15 Torchancen (und da zählen die Tore immer schon mit) ein durchaus schmeichelhaftes Halbzeitergebnis für Köln, wie auch Coach Lonnes nach dem Spiel zugab.

Leider stand es in Mülheim bereits zur Pause 5:1 für Uhlenhorst, weshalb die Chancen auf das Viertelfinale bereits zur Halbzeit gen Null gesunken waren.

Das hielt die Kölnerinnen aber nicht davon ab mit viel Elan in die 2. Halbzeit zu gehen. Vor allem die kreuzgefährlichen vertikalen Aufbaupässe des DHC konnten nun unterbunden werden. Nach vorne vergab Kapitänin Julia Busch in der 39. Minute die Riesenchance zum 4:5. Als fast im Gegenzug wieder Sara Strauß zum 3:6 traf, schien das Spiel entschieden. Doch wie so oft beschrieben geht es im Hallenhockey enorm schnell und ein 3 Tore Rückstand ist jederzeit aufzuholen. Und so erzielte Katharina Hüls in der 43. Minute auch direkt das 4:6, nachdem Lea Thomas 2 Düsseldorferinnen ausspielte und einen präzisen Pass auf Hüls spielte, den diese zum Tor nutze. Nur 2 Minuten später war es erneut eine Eckenvariante, die Hüls zum 5:6 und damit dem direkten Anschluss nutze. Der DHC bäumte sich jetzt noch einmal auf, aber 2mal Sielaff und 1mal der Pfosten hielten den Tabellenführer bei 6 Toren. Und so konnte Camille Nobis 8 Minuten vor Ende ausgleichen, als sie den Ball von der linken Schusskreisecke ins lange Eck einschoss.

Köln war jetzt das bessere Team und hätte bereits in der 59. Minute per Strafecke zum Siegtreffer kommen können. Da diese allerdings verstoppt wurde schien das 6:6 Unentschieden fest zu stehen. Doch einmal noch konnte Nobis im Schusskreis angespielt werden. Ihr Ball ging irgendwie aufs Tor, wurde abgefälscht und rollte der DHC Torhüterin durch die Beine. 4 Sekunden vor Ende hatte Köln gegen den Rivalen mit 7:6 gewonnen!
Natürlich herrschte großer Jubel auf der gut gefüllten Tribüne und auch die Spielerinnen auf dem Platz feierten den Sieg ekstatisch, doch einigen Spielerinnen war bereits bewusst, dass die Saison hier und jetzt vorbei war und man konnte ihnen die Enttäuschung ansehen. Es herrschte also ein wahres Wechselbad der Gefühle und nach dem Abklatschen und dem Dank an die Zuschauer brach sich bei vielen Spielerinnen die Enttäuschung Bahn.

Abschlusstabelle Staffel West:
1. Düsseldorfer HC   63:28 Tore  21 Punkte
2. Uhlen. Mülheim    53:27 Tore  21 Punkte
3. RW Köln               40:31 Tore  21 Punkte

17 Tore fehlten also am Ende, natürlich ein mehr als ärgerlicher Ausgang erst Recht, weil man in beiden Spielen gegen Mülheim zwischenzeitlich mit 2 Tore führte. Das letzte Spiel war noch mal in jeder Beziehung Klasse und man konnte eine starke Entwicklung beim jungen Team sehen. Samstag zeigte sich dies vor allem bei Kampf, Moral und nicht zuletzt auch bei den stark eingespielten Eckenvarianten. Aber mehr zum Fazit dann nächste Woche.
Da auch schon viele Fußballfans vorm Spiel des FC ins Vereinsheim von Rot- Weiss gekommen waren, trank ich in geselliger Runde noch 2 Kölsch und verließ zum wahrscheinlich letzten Mal diesen Winter die Anlage am Olympiaweg.

Hallenhockey EM in Berlin
3 Tage, 10.000 Zuschauer, 5 deutsche Siege zum Titel und der Rot- Weiss Spieler Thies- Ole Prinz als bester Spieler des Turniers ausgezeichnet. Die Hallen EM in der Hauptstadt kann aus deutscher, aber auch insgesamt, nur als Erfolg bezeichnet werden.

Spielten die Welt- und Europameister aus Österreich mit der 1. Garnitur, so trat für den DHB (und auch bei den anderen Olympiastartern Niederlande und Belgien) ein Perspektivteam an, welches durch den ein oder anderen Erfahrenen unterstützt würde. Beim DHB war dies Jan- Philipp Rabente vom Uhlenhorster HC aus Hamburg.

Mit ausschließlich Siegen kamen sowohl Deutschland wie Österreich ins große Finale am Sonntag in der ausverkauften Halle in Berlin. Wahrscheinlich hätte man selbst die größere Max Schmeling Halle voll bekommen, aber durch die Kurzfristigkeit (Krefeld gab die EM im Sommer ab) trug man die EM im 3500 Zuschauer fassenden Horst Korber Sportzentrum aus.

Finale: Deutschland- Österreich 6:3 (3:2)
Im Finale ging Österreich bereits nach Sekunden durch Michael Körper in Führung. Dösch, Schmid und eben Thies Prinz konnten das Spiel aber drehen, ehe unser südöstlicher Nachbar noch vor der Pause auf 2:3 verkürzen konnte.
Direkt nach der Pause konnten aber Hartkopf und erneut Dösch auf 5:2 erhöhen und sorgten damit in einem teils aberwitzig schnellen Spiel für die Vorentscheidung.

Jan Schiffer stellte bereits in der 35. Minute den 6:3 Endstand her, bevor 25 Minuten lang beide Torhüter zeigen konnten, was in ihnen steckt.

Am Ende ist Deutschland zum ersten Mal nach 2016 wieder Hallenhockey Europameister. Mit einem Perspektivteam ist diese Leistung nur umso höher zu bewerten. Bronze holten sich die Niederlande, die besten Torjäger waren Boris Burkhardt (Niederlande) und Michael Körper (Österreich) und bester Spieler, also MVP des Turnier, wurde erfreulicherweise Thies- Ole Prinz von Rot- Weiss.

Dies und Das
Am Freitag beginnt die Hallenhockey EM der Damen in Minsk, u.a. mit Lea Stöckel im deutschen Team. Die deutsche Mannschaft trifft hierbei auf Tschechien, Ukraine und Belgien. Los geht es Freitag ab 10 Uhr, das 1. deutsche Spiel findet um 11:15 Uhr statt. Zu sehen ist das Ganze auf jeden Fall hier https://www.eurohockeytv.org/en-int/page/indoor-nations-championships-eurohockeytv . Ein Abo ist nicht nötig, der Kommentar ist in englischer Sprache. Ob Sportddeutschland die deutschen Spiele überträgt kann ich an dieser Stelle noch nicht sagen, reiche es aber nach.

Die Feld Herrennationalmannschaft macht sich in diesen Tagen auf den Weg zum Lehrgang in Valencia, wo man dann auch die ersten beiden Pro League 2020 Spiele bestreitet. Die Spiele finden am Freitag um 11 und am Samstag um 13 statt und können beide bei DAZN verfolgt werden.

Die Damen brechen dagegen zu einem Lehrgang nach Südafrika auf. Da sich das Team durchaus bewusst ist, dass die vielen Flüge nicht gut für den ökologischen Fußabdruck sind, haben sie eine Aktion ins Leben gerufen. Und zwar pflanzt man in Südafrika einen Wald, den sogenannten Hockeywald. Wo man spenden kann und wie das Projekt genau abläuft eerfahrt ihr hier:
https://web.hockey.de/news/wp9duv.html

Wie es weiter geht
Mit der Bundesliga geht es erst in 2 Wochen weiter, nächste Woche gibt es dann einen Bericht über die Nationalmannschaften in Minsk und Valencia. Dazu versuche ich mich dann an einem Fazit über die Hallensaison der Rot- Weiss Mädels.

In diesem Sinne eine schöne Woche aus Köln

Mit wie immer sportlichen Grüßen
Markus Lehnen

Geburtstagskinder am 16.01.

1984, Stephan Lichtsteiner (Fußballer)

  • 108 A-Länderspiele für die Schweiz
  • Schweizer Meister 2003 mit dem GC Zürich
  • Doublesieger in Italien 2009 mit Lazio Rom
  • 7x italienischer Meister und 4x Pokalsieger mit Juventus Turin
  • derzeit aktiv beim FC Augsburg

1988, Nicklas Bendtner (Fußballer)

  • 77 A-Länderspiele und 29 Tore für Dänemark
  • 2015 DFB-Pokalsieger mit dem VfL Wolfsburg
  • 2017 norwegischer Meister und Torschützenkönig mit Rosenborg BK
  • leider mehr Skandale als Titel

Diese Woche… bei Rot-Weiss Köln, KW 3

1

Von Markus Lehnen

Action, Action, Action
Gerade mal Kalenderwoche 3 im neuen Jahrzehnt und schon war rund um die Hockeyteams von Rot- Weiss Köln einiges los. Über 5 Spiele gilt es zu berichten. Damit dieser Blog nicht zu lang wird, werde ich mich bei den meisten Spielen eher kurz halten. Längere Spielberichte könnt ihr, wie gewohnt, auf https://www.hockeyliga.de/index2.php?data[page]=home nachlesen. Bei den Spielen gehe ich diese Woche chronologisch vor, wir starten also am…

Dienstag, 7.1., 1. Herren: Rot- Weiss Köln- Düsseldorfer HC 13:3 (2:1)
Da die Herren von Rot- Weiss noch vor der Hallen EM in Berlin ihre reguläre Saison abschließen mussten, standen in der letzten Woche 3 Spiele für die Kölner auf dem Spielplan. Los ging es bereits am Dienstagabend mit dem Derby gegen Düsseldorf. Die Herren vom DHC nicht so stark einzuschätzen wie die Damen, zeigten aber in der 1. Halbzeit, dass sie durchaus nicht zu unterschätzen sind. Die Jungs von Trainer Andre Henning kamen schwer ins Spiel, das 1:0 von Scholten konnte noch ausgeglichen werden und vor der Halbzeit traf nur noch Johannes Große mit der einzigen Strafecke. Bei einem 13:3 wirkt es anders, aber mit der Spieler des Spiels war schon nach Halbzeit 1 Torhüter Victor Aly, der ein ums andere Mal überragend hielt. Kurz vor Ende erhielt er bei seiner Auswechslung den verdienten Applaus und Youngster Joshua Onyekwue konnte sein Bundesligadebüt für Rot- Weiss feiern.  Onyekwue ist im November gerade erst 17 geworden und steht stellvertretend für die erfolgreiche Jugendarbeit des Vereins.

Halbzeit 2 sollte völlig anders laufen als Halbzeit 1. Bis zum 3:2 blieb es vor 120 Zuschauern in der KHTC Halle noch eng, dann brachen alle Dämme. Köln war nun in allen Belangen besser und schaffe es in 16 Minuten 9 mal zu treffen. Mit der Schlusssirene erhöhte Gomoll sogar noch auf 13:3. Am Ende 1 von 5 Treffern des an diesem Abend ebenfalls überragenden Kölners. Auch Florian Pelzner und Florian Scholten konnten sich doppelt die Torschützenliste eintragen.
Insgesamt sah ich live vor Ort ein komisches Spiel mit 2 völlig unterschiedlichen Halbzeiten, in dem aber auch deutlich zu sehen war, wie schnell sich ein Hallenhockeyspiel verändern kann und wie wenig im Zweifel auch größere Vorsprünge wert sind.

Da auch Uhlenhorst Mülheim gewann, behielt Köln die Tabellenführung, bei allerdings auch ein Spiel mehr.

Freitag, 10.1, 1. Herren: Gladbacher HTC- Rot- Weiss Köln 3:5 (2:4)
Bereits am Freitagabend folgte der nächste Sieg für die Domstädter, die damit den Einzug in die Playoffs klar machen konnten. Vor stimmungsvoller Kulisse, die 400 Zuschauer am Freitagabend verbreiteten war es vor allem ein Arbeitssieg, der zum 5:3 führte. Andre Henning sprach von einer der nicht besseren Leistung seines Teams, aber am Ende konnte Köln ab der 35. Minute ein 1 Tore Vorsprung halten, der dann kurz vor Ende noch zum 2 Tore Sieg ausgebaut werden konnte. Jonas Gomoll (2 Tore), Florian Pelzner, Johannes Große und Benedikt Swiatek trafen für Rot- Weiss beim engen Sieg über die abstiegsbedrohten Gladbacher, die aber in 2 Wochen mit einem Punkt zu Hause gegen Krefeld noch den Abstieg vermeiden können. Auch Mülheim siegte, und so war es angerichtet für das vorgezogene Finale um Platz 1 am Sonntag in der KHTC Halle am Olympiaweg.

Samstag, 11.1, 1.Damen: Bonner THV- Rot- Weiss Köln 1:3 (0:1)
Vorher hatten aber die 1. Damen ihre Pflichtaufgabe in Bonn zu lösen, bevor es auch für sie gegen Uhlenhorst um die Vorentscheidung ging.

Gegen die defensiven Bonnerinnen taten sich die Domstädterinnen etwas schwer, führten aber durch eine verwandelte Ecke von Julia Busch bereits nach 2 Minuten und gaben diesen Vorteil nicht mehr her. Mit der Kapitänsbinde scheint Busch auch ihren Torriecher gefunden zu haben, steht sie doch aktuell zusammen mit Camille Nobis (beide 6 Tore) auf Platz 1 der internen Torschützenliste. Lea Stöckel sorgte direkt nach dem Anpfiff der 2. Halbzeit für das 2:0 und damit die Vorentscheidung. Antonia Lonnes erhöhte noch auf 3:0, Simca Schön konnte für Bonn nur noch verkürzen.

Parallel zum Kölner Spiel in Bonn konnte Mülheim zu Hause gegen Düsseldorf gewinnen, was die Ausgangssituation für den Sonntag, aus Kölner Sicht, nicht gerade verbesserte. Im Grunde war jetzt klar, dass ein Sieg her muss, um nicht selbst bei einem eigenen Sieg am letzten Spieltag gegen die starken Düsseldorferinnen auf Schützenhilfe angewiesen zu sein.

Sonntag, 12.1., 1.Damen: Rot- Weiss Köln- Uhlenhorst Mülheim 2:2 (2:0)
Am Sonntag war es dann also weit. Doppelspieltag gegen Uhlenhorst Mülheim, für Herren und Damen ging es bereits um einiges. Zur frühen Anstoßzeit um 12 Uhr hatten sich neben mir bereits einige Zuschauer in der KHTC Halle versammelt und ich würde behaupten, dass mehr als die angegeben 200 Zuschauer das Spiel verfolgten. Gegen Ende des Spiels waren es eher 300-400 Hockeyfans.
Die RWK Mädels begannen super, ließen defensiv nichts zu und konnten sich offensiv nach und nach immer besser in Szene setzen. Und so war es die Kapitänin Julia Busch höchst selbst, die die starke Mülheimer Torfrau Femke Jovy in der 10. Minuten überwinden konnte. Danach dominierte Köln noch mehr und erspielte sich einige Chancen. In der 21. Minuten stand es beinahe 2:0, doch Uhlenhorst klärte den Ball so eben noch auf der Linie. 4 Minuten vor der Pause schloss dann allerdings die 2. 6 Tore Frau bei Rot- Weiss, Camille Nobis, einen wunderbaren Konter unhaltbar zum 2:0 ab.

Als Köln dann auch noch die ersten 10 Minuten der 2. Halbzeit dominierte schien alles Richtung Playoffs zu laufen, auch wenn selbst bei einem Sieg die Entscheidung erst nächste Woche gefallen wäre. Nika Boenisch war es noch, die sich durchspielte und in der 40. Minute alleine vor Jovy scheiterte, bevor das Spiel kippte. Ziemlich aus dem Nichts konnte Katharina Kiefer in der 42. den Anschluss herstellen.

Anders als in manch anderem Spiel blieb Rot- Weiss diesmal aber defensiv stabil, auch als Mülheim 5 Minuten vor Ende die Torhüterin zu Gunsten einer weiteren Feldspielerin auswechselte. Allerdings hatte Köln jetzt etwas Pech mit den Schiedsrichtern. Während ein Foul an ihr nicht mit einer Karte geahndet wurde, sah Julia Busch nach einer ganz ähnlichen Szene die Grüne Karte und musste für 1 Minute das Spielfeld verlassen. Dazu erhielten die Domstädterinnen noch eine Strafecke, die die Mülheimerinnen laut Regel ohne Torhüterin verteidigen mussten. Das sichere Tor verhinderte nur die Maske einer Spielerin von Uhlenhorst, aber statt auf technisches Tor zu entscheiden, gab es nur Siebenmeter, bei dem die Torhüterin wieder ins Tor darf. Eine eher merkwürdige Regel meiner Meinung nach. Es kam wie es kommen musste, Katharina Hüls schoss den Siebenmeter an den Pfosten und fast im Gegenzug kam Mülheim zum von den Gästefans umjubelten Ausgleich.

Insgesamt unglücklich, denn die RWK Mädels boten 3/4 des Spiels eine super Leistung, die letztlich nicht belohnt wurde. Die Chancen auf das Playoff Viertelfinale sind nun sehr gering, muss man doch nicht nur Düsseldorf (Samstag 18.1, 12 Uhr) besiegen, sondern gleichzeitig auf einen Sieg von Raffelberg gegen Mülheim hoffen. Immerhin ist Düsseldorf schon sicher Tabellenerster, während Raffelberg noch gegen den Abstieg kämpf. Es lohnt sich also noch mal in die Halle zu kommen um hoffentlich Zeuge  eines kleinen Wunders von Köln zu werden.

Sonntag 12.1, 1. Herren: Rot- Weiss Köln- Uhlenhorst Mülheim 6:6 (4:3)
Das Spitzenspiel in der Weststaffel hielt mal wieder alles was es versprach und weswegen die KHTC Halle bis auf den letzten Platz gefüllt war. Beide Teams waren bereits vor dem Spiel für die Playoffs qualifiziert, aber es ging noch um Platz 1 und damit Heimrecht im Viertelfinale.

Im Spiel ging es von Anfang an rauf und runter. Beide Teams zeigten ihre technische und athletische Klasse, aber eben auch, dass die Torhüter zum Besten gehörten, was Hockeydeutschland zu bieten hat. Der Torreigen ließ damit wie üblich beim Spiel dieser beiden Schwergewichte etwas auf sich warten, setzte aber nach dem 0:1 durch Hellwig unweigerlich ein. Große konnte direkt wieder per Strafecke ausgleichen, aber als der Hallen Rekordmeister gerade im Spiel zu sein schien schlug Mülheim mit Schiffer und Godau doppelt zu und es stand plötzlich 1:3. Allerdings nicht lange, denn in fulminanten 3 Minuten konnte Rot- Weiss durch Tore von Gomoll, Prinz und Pelzner seinerseits noch vor der Halbzeitpause die erste Führung im Spiel herstellen. Dass das Spiel auch für den Mülheimer Coach Omar Schlingemann eines der besten der letzten Jahre war, lag auch am stetig wechselnden Momentum. Momentum, dieser schwer zu definierende Begriff aus dem Sport, der beschreibt welches Team gerade die Oberhand hat. Nach der Halbzeit schienen das die Kölner zu sein, die in der 34. Minuten auf 5:3 erhöhen konnten. Ach wären doch beide Spiele an diesem Tag, in dieser 34. Minute vorbei gewesen, es wäre ein sehr erfolgreicher Hockeytag für Rot- Weiss geworden. Doch wie so oft beschrieben, im Hallenhockey geht es manchmal ganz schnell. Denn in den nächsten 10 Minuten dominierte wieder der amtierende Feldmeister aus Mülheim und konnte seinerseits durch Tore von Godau und 2mal Hellwig wieder 6:5 in Führung gehen. In der Folge versuchte Köln alles, nahm Keeper Victor Aly aus dem Tor und drückte auf das 6:6. Ruppig wurde es jetzt auch, was sich in 3 Grünen (1 Minute Zeitstrafe, 1mal Köln: 2mal Mülheim ) und 1 Gelben Karte (2 Minuten, Weinke, Mülheim) ausdrückte. Delarber konnte schließlich in der 57. Minute den viel umjubelten Ausgleich herstellen, doch war das zu wenig, hat Mülheim doch das klar bessere Torverhältnis. Und so kam es zur ultimativen Entscheidung, als Rot- Weiss mit der Schlusssirene noch eine Strafecke zugesprochen bekam. Doch diesmal hielt Mülheims Eckenverteidigung und es blieb beim spektakulären und insgesamt verdienten 6:6.

Damit ist die reguläre Saison für Rot- Weiss Köln auch vorbei. 23 Punkte bei einem Torverhältnis von 63:45 bedeuten einstweilen die Tabellenführung, die aber Uhlenhorst Mülheim mit einem Sieg am 26.1. gegen Blau- Weiss Köln übernehmen kann. 7 Siege bei 2 Unentschieden und 1 Niederlage sollten den RWK Jungs aber Selbstvertrauen geben, da man sich gegen kein Team der Liga verstecken muss. Auch nicht auswärts in Mannheim, wo bei Platz 2 der Mannheimer HC warten würde. Sollte es doch für Platz 1 reichen geht es 1.2. zu Hause gegen den TSV Mannheim.

Hallenhockey Europameisterschaft in Berlin
Am Wochenende findet die Hallenhockey EM der Herren statt.  Gespielt wird von Freitag bis Sonntag im 3500 Zuschauer fassenden Horst Korber Sportzentrum in Berlin-Charlottenburg. Die deutsche Mannschaft tritt hierbei im Olympiajahr mit einem Perspektivteam an, bei dem unter anderen Thies- Ole Prinz von Rot- Weiss vertreten ist.

In Gruppe B geht es für die deutsche Mannschaft gegen Tschechien, Belgien und Niederlande. Auf dem Feld würde man dies eine wahre Todesgruppe nennen, in der Halle sollte die deutsche Mannschaft auch in dieser Gruppe gute Chancen haben.

In Gruppe A spielen Österreich, Polen, Ukraine und Russland. Das im Hallenhockey auch international alles etwas anders ist zeigt auch, dass Österreich amtierender Welt- und Europameister ist. Das Österreich also welches in der Olympiaqualifikation noch einigermaßen chancenlos gegen die deutsche Mannschaft war, ist im Hallenhockey mehr als ernst zu nehmen und kann bei dieser EM als Topfavorit bezeichnet werden. Auch, weil sie, anders als die Olympiateilnehmer, mit ihrer besten Mannschaft antreten.

Wo es das Ganze zu sehen gibt habe ich noch nicht herausgefunden, ich würde aber vermuten, dass Sport Deutschland das Turnier im Internet überträgt. Die Karten für die 3 Tage in Berlin sind bereits nahezu ausverkauft, lediglich Restkarten sind noch erhältlich. Eine schöne Sache, dass auch die dieses Jahr etwas schwächer besetzte Hallenhockey EM beim Publikum so gut ankommt. Ich werde mal schauen, wo ich was zu sehen bekomme und dann nächste Woche darüber berichten. Sollte ich herausfinden, wo das Turnier zu sehen ist, werde ich es in den Kommentaren posten.

Dies und Das
Eine Woche nach der Hallenhockey EM der Herren geht es für die Damen zu deren Hallenhockey EM nach Minsk. Auch hier ist der Rot- Weiss Köln, denn während Camille Nobis und Emma Boermans auf Abruf bereit stehen, hat es Lea Stöckel direkt in den 12er Kader geschafft. Auch hier wird ein Perspektivteam auflaufen, in dem Stöckel zu den erfahrenden Kräften gehört. Viel Erfolg an dieser Stelle!

Dazu gab es einen spektakulären Transfer für die Feldsaison 2020/21. Für diese hat Rot- Weiss den Welttorhüter von 2017 und 2018, Vincent Vanasch, vom Waterloo Ducks HC verpflichtet. Der Belgier ersetzt Victor Aly, der nach dieser Saison in seine Hamburger Heimat zurückkehrt.

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Vincent Vanasch wechselt zu Rot Weiss ❤️- Willkommen ⚪️🔴 Der Welttorhüter von 2017 und 2018, Vincent Vanasch, wechselt zur kommenden Saison zu Rot-Weiss Köln. Der belgische Nationaltorhüter kommt von den Waterloo Ducks nach Köln und bindet sich langfristig. Der 32-jährige Belgier möchte seine Karriere in Köln beenden. Unserer aktueller Schlussmann, ebenfalls auf Weltklasse Niveau unterwegs, kündigte bereits frühzeitig seine Rückkehr in die alte Heimat Hamburg an. ——————— Lest weitere Informationen und Stimmen in der offiziellen Pressemitteilung. Der Link ist in der Bio‼️ ——————— Bild: Rot-Weiss-Präsident Stefan Seitz, Vincent Vanasch, RWK-Coach André Henning (v.li.)

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Wie es weitergeht
Danke wer es bis hierhin geschafft hat! Jetzt halte ich mich dafür auch so kurz wie möglich. Die Damen haben noch ein Spiel und zwar gegen den Rivalen aus der ,,verbotenen” Stadt Düsseldorf. Das ganze steigt am Samstag um 12 Uhr in der KHTC Halle am Olympiaweg. Die Ausgangslage ist auch klar, Rot- Weiss muss gewinnen, Mülheim in Raffelberg verlieren, nur dann qualifizieren sich die RW Mädels noch für die Playoffs. Ich werde in jedem Fall vor Ort sein und wer weiß, Wunder gibt’s ja bekanntlich immer wieder!

In diesem Sinne mit wie immer sportlichen Grüßen aus Köln

Markus Lehnen