Geburtstagskinder am 23. Januar

1942, Willy Bogner  Jr., Ski Alpin

  • Aktiver Skifahrer in den 1960ern, u.a. Teilnahme an den Olympischen Winterspielen 1964 in Innsbruck (Platz 9 in der Abfahrt)
  • Danach Filmemacher und Designer
  • Unter seiner Marke Bogner fährt das deutsche Ski Alpin Team noch heute
  • Regisseur von Skiszenen in 4 James Bond Filmen

1984, Arjen Robben, Fußball

  • Niederländischer Meister 2003 mit PSV Eindhoven
  • Englischer Meister 2005 und 2006 sowie FA Cup Sieger 2007 mit dem FC Chelsea
  • Spanischer Meister 2008 mit Real Madrid
  • Deutscher Meister 2010, 2013, 2014, 2015, 2016, 2017, 2018 und 2019 sowie DFB Pokalsieger 2010, 2013, 2014, 2016 und 2019 mit dem FC Bayern München
  • Champions League Sieger 2013 (Schütze des Siegtreffer beim 2:1 gegen Borussia Dortmund) mit dem FC Bayern München sowie Champions League Finale 2010 und 2012
  • Vizeweltmeister 2010 und WM 3. 2014 mit den Niederlanden
  • 2010 Deutschlands Fußballer des Jahres, 2014 3. bei der Wahl zu Europas Fußballer des Jahres.
    96 A- Länderspiele für die Niederlande

Diese Woche… bei Rot-Weiss Köln, KW 3

1

Von Markus Lehnen

Action, Action, Action
Gerade mal Kalenderwoche 3 im neuen Jahrzehnt und schon war rund um die Hockeyteams von Rot- Weiss Köln einiges los. Über 5 Spiele gilt es zu berichten. Damit dieser Blog nicht zu lang wird, werde ich mich bei den meisten Spielen eher kurz halten. Längere Spielberichte könnt ihr, wie gewohnt, auf https://www.hockeyliga.de/index2.php?data[page]=home nachlesen. Bei den Spielen gehe ich diese Woche chronologisch vor, wir starten also am…

Dienstag, 7.1., 1. Herren: Rot- Weiss Köln- Düsseldorfer HC 13:3 (2:1)
Da die Herren von Rot- Weiss noch vor der Hallen EM in Berlin ihre reguläre Saison abschließen mussten, standen in der letzten Woche 3 Spiele für die Kölner auf dem Spielplan. Los ging es bereits am Dienstagabend mit dem Derby gegen Düsseldorf. Die Herren vom DHC nicht so stark einzuschätzen wie die Damen, zeigten aber in der 1. Halbzeit, dass sie durchaus nicht zu unterschätzen sind. Die Jungs von Trainer Andre Henning kamen schwer ins Spiel, das 1:0 von Scholten konnte noch ausgeglichen werden und vor der Halbzeit traf nur noch Johannes Große mit der einzigen Strafecke. Bei einem 13:3 wirkt es anders, aber mit der Spieler des Spiels war schon nach Halbzeit 1 Torhüter Victor Aly, der ein ums andere Mal überragend hielt. Kurz vor Ende erhielt er bei seiner Auswechslung den verdienten Applaus und Youngster Joshua Onyekwue konnte sein Bundesligadebüt für Rot- Weiss feiern.  Onyekwue ist im November gerade erst 17 geworden und steht stellvertretend für die erfolgreiche Jugendarbeit des Vereins.

Halbzeit 2 sollte völlig anders laufen als Halbzeit 1. Bis zum 3:2 blieb es vor 120 Zuschauern in der KHTC Halle noch eng, dann brachen alle Dämme. Köln war nun in allen Belangen besser und schaffe es in 16 Minuten 9 mal zu treffen. Mit der Schlusssirene erhöhte Gomoll sogar noch auf 13:3. Am Ende 1 von 5 Treffern des an diesem Abend ebenfalls überragenden Kölners. Auch Florian Pelzner und Florian Scholten konnten sich doppelt die Torschützenliste eintragen.
Insgesamt sah ich live vor Ort ein komisches Spiel mit 2 völlig unterschiedlichen Halbzeiten, in dem aber auch deutlich zu sehen war, wie schnell sich ein Hallenhockeyspiel verändern kann und wie wenig im Zweifel auch größere Vorsprünge wert sind.

Da auch Uhlenhorst Mülheim gewann, behielt Köln die Tabellenführung, bei allerdings auch ein Spiel mehr.

Freitag, 10.1, 1. Herren: Gladbacher HTC- Rot- Weiss Köln 3:5 (2:4)
Bereits am Freitagabend folgte der nächste Sieg für die Domstädter, die damit den Einzug in die Playoffs klar machen konnten. Vor stimmungsvoller Kulisse, die 400 Zuschauer am Freitagabend verbreiteten war es vor allem ein Arbeitssieg, der zum 5:3 führte. Andre Henning sprach von einer der nicht besseren Leistung seines Teams, aber am Ende konnte Köln ab der 35. Minute ein 1 Tore Vorsprung halten, der dann kurz vor Ende noch zum 2 Tore Sieg ausgebaut werden konnte. Jonas Gomoll (2 Tore), Florian Pelzner, Johannes Große und Benedikt Swiatek trafen für Rot- Weiss beim engen Sieg über die abstiegsbedrohten Gladbacher, die aber in 2 Wochen mit einem Punkt zu Hause gegen Krefeld noch den Abstieg vermeiden können. Auch Mülheim siegte, und so war es angerichtet für das vorgezogene Finale um Platz 1 am Sonntag in der KHTC Halle am Olympiaweg.

Samstag, 11.1, 1.Damen: Bonner THV- Rot- Weiss Köln 1:3 (0:1)
Vorher hatten aber die 1. Damen ihre Pflichtaufgabe in Bonn zu lösen, bevor es auch für sie gegen Uhlenhorst um die Vorentscheidung ging.

Gegen die defensiven Bonnerinnen taten sich die Domstädterinnen etwas schwer, führten aber durch eine verwandelte Ecke von Julia Busch bereits nach 2 Minuten und gaben diesen Vorteil nicht mehr her. Mit der Kapitänsbinde scheint Busch auch ihren Torriecher gefunden zu haben, steht sie doch aktuell zusammen mit Camille Nobis (beide 6 Tore) auf Platz 1 der internen Torschützenliste. Lea Stöckel sorgte direkt nach dem Anpfiff der 2. Halbzeit für das 2:0 und damit die Vorentscheidung. Antonia Lonnes erhöhte noch auf 3:0, Simca Schön konnte für Bonn nur noch verkürzen.

Parallel zum Kölner Spiel in Bonn konnte Mülheim zu Hause gegen Düsseldorf gewinnen, was die Ausgangssituation für den Sonntag, aus Kölner Sicht, nicht gerade verbesserte. Im Grunde war jetzt klar, dass ein Sieg her muss, um nicht selbst bei einem eigenen Sieg am letzten Spieltag gegen die starken Düsseldorferinnen auf Schützenhilfe angewiesen zu sein.

Sonntag, 12.1., 1.Damen: Rot- Weiss Köln- Uhlenhorst Mülheim 2:2 (2:0)
Am Sonntag war es dann also weit. Doppelspieltag gegen Uhlenhorst Mülheim, für Herren und Damen ging es bereits um einiges. Zur frühen Anstoßzeit um 12 Uhr hatten sich neben mir bereits einige Zuschauer in der KHTC Halle versammelt und ich würde behaupten, dass mehr als die angegeben 200 Zuschauer das Spiel verfolgten. Gegen Ende des Spiels waren es eher 300-400 Hockeyfans.
Die RWK Mädels begannen super, ließen defensiv nichts zu und konnten sich offensiv nach und nach immer besser in Szene setzen. Und so war es die Kapitänin Julia Busch höchst selbst, die die starke Mülheimer Torfrau Femke Jovy in der 10. Minuten überwinden konnte. Danach dominierte Köln noch mehr und erspielte sich einige Chancen. In der 21. Minuten stand es beinahe 2:0, doch Uhlenhorst klärte den Ball so eben noch auf der Linie. 4 Minuten vor der Pause schloss dann allerdings die 2. 6 Tore Frau bei Rot- Weiss, Camille Nobis, einen wunderbaren Konter unhaltbar zum 2:0 ab.

Als Köln dann auch noch die ersten 10 Minuten der 2. Halbzeit dominierte schien alles Richtung Playoffs zu laufen, auch wenn selbst bei einem Sieg die Entscheidung erst nächste Woche gefallen wäre. Nika Boenisch war es noch, die sich durchspielte und in der 40. Minute alleine vor Jovy scheiterte, bevor das Spiel kippte. Ziemlich aus dem Nichts konnte Katharina Kiefer in der 42. den Anschluss herstellen.

Anders als in manch anderem Spiel blieb Rot- Weiss diesmal aber defensiv stabil, auch als Mülheim 5 Minuten vor Ende die Torhüterin zu Gunsten einer weiteren Feldspielerin auswechselte. Allerdings hatte Köln jetzt etwas Pech mit den Schiedsrichtern. Während ein Foul an ihr nicht mit einer Karte geahndet wurde, sah Julia Busch nach einer ganz ähnlichen Szene die Grüne Karte und musste für 1 Minute das Spielfeld verlassen. Dazu erhielten die Domstädterinnen noch eine Strafecke, die die Mülheimerinnen laut Regel ohne Torhüterin verteidigen mussten. Das sichere Tor verhinderte nur die Maske einer Spielerin von Uhlenhorst, aber statt auf technisches Tor zu entscheiden, gab es nur Siebenmeter, bei dem die Torhüterin wieder ins Tor darf. Eine eher merkwürdige Regel meiner Meinung nach. Es kam wie es kommen musste, Katharina Hüls schoss den Siebenmeter an den Pfosten und fast im Gegenzug kam Mülheim zum von den Gästefans umjubelten Ausgleich.

Insgesamt unglücklich, denn die RWK Mädels boten 3/4 des Spiels eine super Leistung, die letztlich nicht belohnt wurde. Die Chancen auf das Playoff Viertelfinale sind nun sehr gering, muss man doch nicht nur Düsseldorf (Samstag 18.1, 12 Uhr) besiegen, sondern gleichzeitig auf einen Sieg von Raffelberg gegen Mülheim hoffen. Immerhin ist Düsseldorf schon sicher Tabellenerster, während Raffelberg noch gegen den Abstieg kämpf. Es lohnt sich also noch mal in die Halle zu kommen um hoffentlich Zeuge  eines kleinen Wunders von Köln zu werden.

Sonntag 12.1, 1. Herren: Rot- Weiss Köln- Uhlenhorst Mülheim 6:6 (4:3)
Das Spitzenspiel in der Weststaffel hielt mal wieder alles was es versprach und weswegen die KHTC Halle bis auf den letzten Platz gefüllt war. Beide Teams waren bereits vor dem Spiel für die Playoffs qualifiziert, aber es ging noch um Platz 1 und damit Heimrecht im Viertelfinale.

Im Spiel ging es von Anfang an rauf und runter. Beide Teams zeigten ihre technische und athletische Klasse, aber eben auch, dass die Torhüter zum Besten gehörten, was Hockeydeutschland zu bieten hat. Der Torreigen ließ damit wie üblich beim Spiel dieser beiden Schwergewichte etwas auf sich warten, setzte aber nach dem 0:1 durch Hellwig unweigerlich ein. Große konnte direkt wieder per Strafecke ausgleichen, aber als der Hallen Rekordmeister gerade im Spiel zu sein schien schlug Mülheim mit Schiffer und Godau doppelt zu und es stand plötzlich 1:3. Allerdings nicht lange, denn in fulminanten 3 Minuten konnte Rot- Weiss durch Tore von Gomoll, Prinz und Pelzner seinerseits noch vor der Halbzeitpause die erste Führung im Spiel herstellen. Dass das Spiel auch für den Mülheimer Coach Omar Schlingemann eines der besten der letzten Jahre war, lag auch am stetig wechselnden Momentum. Momentum, dieser schwer zu definierende Begriff aus dem Sport, der beschreibt welches Team gerade die Oberhand hat. Nach der Halbzeit schienen das die Kölner zu sein, die in der 34. Minuten auf 5:3 erhöhen konnten. Ach wären doch beide Spiele an diesem Tag, in dieser 34. Minute vorbei gewesen, es wäre ein sehr erfolgreicher Hockeytag für Rot- Weiss geworden. Doch wie so oft beschrieben, im Hallenhockey geht es manchmal ganz schnell. Denn in den nächsten 10 Minuten dominierte wieder der amtierende Feldmeister aus Mülheim und konnte seinerseits durch Tore von Godau und 2mal Hellwig wieder 6:5 in Führung gehen. In der Folge versuchte Köln alles, nahm Keeper Victor Aly aus dem Tor und drückte auf das 6:6. Ruppig wurde es jetzt auch, was sich in 3 Grünen (1 Minute Zeitstrafe, 1mal Köln: 2mal Mülheim ) und 1 Gelben Karte (2 Minuten, Weinke, Mülheim) ausdrückte. Delarber konnte schließlich in der 57. Minute den viel umjubelten Ausgleich herstellen, doch war das zu wenig, hat Mülheim doch das klar bessere Torverhältnis. Und so kam es zur ultimativen Entscheidung, als Rot- Weiss mit der Schlusssirene noch eine Strafecke zugesprochen bekam. Doch diesmal hielt Mülheims Eckenverteidigung und es blieb beim spektakulären und insgesamt verdienten 6:6.

Damit ist die reguläre Saison für Rot- Weiss Köln auch vorbei. 23 Punkte bei einem Torverhältnis von 63:45 bedeuten einstweilen die Tabellenführung, die aber Uhlenhorst Mülheim mit einem Sieg am 26.1. gegen Blau- Weiss Köln übernehmen kann. 7 Siege bei 2 Unentschieden und 1 Niederlage sollten den RWK Jungs aber Selbstvertrauen geben, da man sich gegen kein Team der Liga verstecken muss. Auch nicht auswärts in Mannheim, wo bei Platz 2 der Mannheimer HC warten würde. Sollte es doch für Platz 1 reichen geht es 1.2. zu Hause gegen den TSV Mannheim.

Hallenhockey Europameisterschaft in Berlin
Am Wochenende findet die Hallenhockey EM der Herren statt.  Gespielt wird von Freitag bis Sonntag im 3500 Zuschauer fassenden Horst Korber Sportzentrum in Berlin-Charlottenburg. Die deutsche Mannschaft tritt hierbei im Olympiajahr mit einem Perspektivteam an, bei dem unter anderen Thies- Ole Prinz von Rot- Weiss vertreten ist.

In Gruppe B geht es für die deutsche Mannschaft gegen Tschechien, Belgien und Niederlande. Auf dem Feld würde man dies eine wahre Todesgruppe nennen, in der Halle sollte die deutsche Mannschaft auch in dieser Gruppe gute Chancen haben.

In Gruppe A spielen Österreich, Polen, Ukraine und Russland. Das im Hallenhockey auch international alles etwas anders ist zeigt auch, dass Österreich amtierender Welt- und Europameister ist. Das Österreich also welches in der Olympiaqualifikation noch einigermaßen chancenlos gegen die deutsche Mannschaft war, ist im Hallenhockey mehr als ernst zu nehmen und kann bei dieser EM als Topfavorit bezeichnet werden. Auch, weil sie, anders als die Olympiateilnehmer, mit ihrer besten Mannschaft antreten.

Wo es das Ganze zu sehen gibt habe ich noch nicht herausgefunden, ich würde aber vermuten, dass Sport Deutschland das Turnier im Internet überträgt. Die Karten für die 3 Tage in Berlin sind bereits nahezu ausverkauft, lediglich Restkarten sind noch erhältlich. Eine schöne Sache, dass auch die dieses Jahr etwas schwächer besetzte Hallenhockey EM beim Publikum so gut ankommt. Ich werde mal schauen, wo ich was zu sehen bekomme und dann nächste Woche darüber berichten. Sollte ich herausfinden, wo das Turnier zu sehen ist, werde ich es in den Kommentaren posten.

Dies und Das
Eine Woche nach der Hallenhockey EM der Herren geht es für die Damen zu deren Hallenhockey EM nach Minsk. Auch hier ist der Rot- Weiss Köln, denn während Camille Nobis und Emma Boermans auf Abruf bereit stehen, hat es Lea Stöckel direkt in den 12er Kader geschafft. Auch hier wird ein Perspektivteam auflaufen, in dem Stöckel zu den erfahrenden Kräften gehört. Viel Erfolg an dieser Stelle!

Dazu gab es einen spektakulären Transfer für die Feldsaison 2020/21. Für diese hat Rot- Weiss den Welttorhüter von 2017 und 2018, Vincent Vanasch, vom Waterloo Ducks HC verpflichtet. Der Belgier ersetzt Victor Aly, der nach dieser Saison in seine Hamburger Heimat zurückkehrt.

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Vincent Vanasch wechselt zu Rot Weiss ❤️- Willkommen ⚪️🔴 Der Welttorhüter von 2017 und 2018, Vincent Vanasch, wechselt zur kommenden Saison zu Rot-Weiss Köln. Der belgische Nationaltorhüter kommt von den Waterloo Ducks nach Köln und bindet sich langfristig. Der 32-jährige Belgier möchte seine Karriere in Köln beenden. Unserer aktueller Schlussmann, ebenfalls auf Weltklasse Niveau unterwegs, kündigte bereits frühzeitig seine Rückkehr in die alte Heimat Hamburg an. ——————— Lest weitere Informationen und Stimmen in der offiziellen Pressemitteilung. Der Link ist in der Bio‼️ ——————— Bild: Rot-Weiss-Präsident Stefan Seitz, Vincent Vanasch, RWK-Coach André Henning (v.li.)

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Wie es weitergeht
Danke wer es bis hierhin geschafft hat! Jetzt halte ich mich dafür auch so kurz wie möglich. Die Damen haben noch ein Spiel und zwar gegen den Rivalen aus der ,,verbotenen” Stadt Düsseldorf. Das ganze steigt am Samstag um 12 Uhr in der KHTC Halle am Olympiaweg. Die Ausgangslage ist auch klar, Rot- Weiss muss gewinnen, Mülheim in Raffelberg verlieren, nur dann qualifizieren sich die RW Mädels noch für die Playoffs. Ich werde in jedem Fall vor Ort sein und wer weiß, Wunder gibt’s ja bekanntlich immer wieder!

In diesem Sinne mit wie immer sportlichen Grüßen aus Köln

Markus Lehnen

Diese Woche… bei Rot-Weiss Köln, KW 2

3

Von Markus Lehnen

Frohes neues Jahr
Ein frohes neues Jahr wünsche ich an dieser Stelle allen Lesern! Nach einer Woche Pause geht es also zum ersten Mal in 2020 um die Hockeydamen und Herren von Rot- Weiss Köln. Ich schreibe bereits am Montag, das Spiel der Herren am Dienstag gegen Düsseldorf behandel ich dann nächste Woche. Also nicht wundern, wenn ihr diesen Blog am Mittwoch oder danach lest, dass dieses Spiel hier nur unter Ausblick auftaucht.

5. Spielwochenende 1.Damen
Samstag 4.1.: Crefelder HTC- Rot- Weiss Köln 4:5 (0:3)
Zum ersten Spiel im Olympiajahr 2020 reiste ich am Samstag nach Krefeld. Freundlicherweise wurde mir auch für das wichtige Auswärtsspiel der 1. Damen in der Glockenspitzhalle eine Freikarte zur Verfügung gestellt. Vielen Dank an dieser Stelle an die Verantwortlichen des Crefelder HTC!

Handelt es sich bei der Rot- Weiss Halle um eine reine Hockeyhalle wird in Krefeld u.a. auch Handball gespielt. Die Halle ist recht groß, vielleicht sogar etwas zu groß für die Hallenhockey Bundesliga. Etwas gewöhnungsbedürftig sind die vielen Markierungen auf dem Feld, sowie die Ausmaße des Spielfelds in der großen Halle. Warum ich diesbezüglich die Hallenhockeyregeln etwas schwierig finde erwähne ich später.

Die Kölnerinnen, bei denen diesmal Maja Sielaff im Tor stand, begannen wie die Feuerwehr und konnten schon in der 2. Minuten zur 1:0 Führung treffen. Anschließend bot Krefeld immer wieder große Räume an, die Rot- Weiss aber zunächst nicht nutzen konnte. Nach der Weihnachtspause war das Spiel nach vorne noch ungenau, hinten ließ man allerdings so gut wie nichts zu. 1 Chance hatte Krefeld in der 5. Minute, weitere sollten bis zur Pause aber nicht dazu kommen. Mit Torhütern Sonja Thüner hatte der CHTC allerdings die überragende Spielerin der 1. Halbzeit in den eigenen Reihen. Immer wieder klärte die Torfrau, teils spektakulär, sämtliche Torschüsse der RWK Mädels. Ob hoch, tief, rechts oder links ins Eck, Thüner fand immer wieder eine Antwort. In der 22. Minuten musste sie sich nach zuvor 2 Paraden allerdings den immer stärker werdenden Domstädterinnen geschlagen geben, als Katharina Hüls zum 2:0 traf. Kapitänin Julia Busch erhöhte mit der Halbzeitsirene durch eine verwandelte Strafecke auf 3:0.

Als die ehemalige österreichische Nationalspielerin dann direkt nach der Pause sogar auf 4:0 erhöhte, schien das Spiel entschieden zu sein. Was jetzt passierte ist für den Zuschauer schwer zu verstehen, denn Krefeld drehte plötzlich auf während Köln völlig die Körpersprache verlor. Das Rot- Weiss Spiel wurde erst fahrig, spätestens nach dem 2:4 sehr nervös geführt. Bei einem der jetzt wenigen guten Angriffe verpasste man in der 42. Minute das leere Tor, auch weil die Abstimmung untereinander in dieser Phase nicht mehr passte. In der 49. Minuten fiel dann sogar der 3:4 Anschlusstreffer und das Spiel mündete in einer dramatischen Schlussphase.  Jetzt spielte nur noch Krefeld, doch Sielaff konnte den Ausgleich mehrfach verhindern.
3 Minuten vor Schluss nahm Krefeld die Torhüterin zugunsten einer 6. Feldspielerin vom Platz. Das Powerplay rächte sich allerdings, weil Lea Stöckel sich gegen 3 CHTC Spielerinnen stark durchsetzte und Hüls ihren präzisen Pass nur noch ins Tor schieben musste. So schön die Vorbereitung auch war, das Tor erzielte Lea Stöckel, anders als auf hockeyliga.de angegeben, nicht.

Wer dachte, dass das 5:3 die Entscheidung war irrte sich wieder, denn im Gegenzug traf Krefeld zum 4:5 mit noch gut 60 Sekunden auf der Uhr.

Was ich an dieser Stelle nicht so wirklich verstehe ist, wieso im Hallenhockey die Uhr nicht angehalten wird, wenn der Ball das Spielfeld verlassen hat. Wie auf den Bildern zu sehen ist, hat die Halle in Krefeld enorme Ausmaße. Da es auch keine Ballkinder gab, musste Julia Busch in einer Szene den Ball vom Hallenrand holen, was trotz Beeilen locker 20 Sekunden von der Uhr nahm. Da sie den Ball zur Ausführung warf, war sie dann sogar für gute 3 Sekunden nicht im Spiel. Solche Situation passierten so ähnlich immer wieder und ich fände es deutlich sinnvoller, wenn die Uhr angehalten wird. Auch weil Teams diesen Umstand, der halt durch die Örtlichkeit anders ist als in anderen Hallen, ausnutzen könnten.

Aber zurück zum spannenden Spiel: Da die Mädels von Rot- Weiss den Ball nicht lange genug halten konnten, kam es zur ultimativen Entscheidung, als den Gastgeberinnen mit Ablauf der Uhr eine letzte Strafecke zugesprochen wurde.
Strafecken werden auch nach Ablauf der Spielzeit noch ausgeführt, und so hang es an dieser Situation, ob Köln 3 oder nur 1 Punkt aus Krefeld mitnehmen konnte.

Ausführung, 1. Schützin legt ab in die Mitte, Schuss- geblockt! Sieg Rot- Weiss Köln. Durchaus laut konnte der unter den 150 Zuschauern zahlreich erschienene Kölner Anhang (inklusive vieler Spielerinnen der Feldsaison) jubeln.

Insgesamt war es ein verdienter Sieg für die Domstädterinnen. Allerdings nur aufgrund der 1. Halbzeit, in der  ich stolze 12:1 Chancen zählte. In der 2. drehte sich hier das Bild und ich kam auf 10:5 Chancen pro Krefeld. Eine Strafecke konnte Köln in der 2. Halbzeit gar nicht mehr erzwingen. Und so wurde es ein Zittersieg mit einem unerklärlichen Einbruch, aber eben auch ein wichtiger Sieg, da Konkurrent Mülheim in Krefeld nur 1 Punkte holte.
In jedem Fall war es für mich ein gelungener Auswärtstrip an den Niederrhein.

Sonntag, 5.1.: Club Raffelberg- Rot- Weiss Köln 2:2 (0:2)
Den so wichtigen Vorsprung auf Mülheim verspielten die 1. Damen von Rot- Weiss dann aber am Sonntag beim Spiel in Duisburg gegen den Club Raffelberg. Ohne Stream und nicht vor Ort verweise ich hier wieder gerne auf hockeyliga.de:  https://www.hockeyliga.de/index2.php?data[page]=spielberichte&data[gameid]=jvgjte .
Auch diesmal konnten die Kölnerinnen in Führung gehen und sogar nachlegen, beide Tore erzielte Katharina Hüls.  Für Trainer Markus Lonnes war es vor allem der schlechten Chancenverwertung in der 1.Halbzeit  zuzuschreiben, dass am Ende nur 1 Punkt aus dem Gastspiel im Ruhrgebiet heraussprang. Denn anders als am Vortag konnte der Vorsprung diesmal nicht gehalten werden. 2mal Suzan Steinhoff sorgte in der 40. und 44. Minuten für den 2:2 Ausgleich und auch wenn sich das junge Team von Markus Lonnes noch einmal fing, den Siegtreffer konnten sie nicht mehr erzielen.
Da Uhlenhorst Mülheim gleichzeitig gegen Krefeld gewann ist der 2 Punkte Vorsprung auf den Playoffkonkurrenten nun weg und man liegt aufgrund des schlechteres Torverhältnisses nur noch auf Platz 3 in der Weststaffel. Beide Teams haben mit 14 Punkten 7 Punkte Vorsprung auf Krefeld und 7 Rückstand auf Düsseldorf.
Damit folgt am Samstag das Auswärtsspiel in Bonn, in dem ein Sieg Pflicht ist, bevor es am Sonntag im vorletzten Saisonspiel zum vorgezogenen Finale um Platz 2 gegen Uhlenhorst Mülheim kommt. Statt eines Unentschieden, braucht es nun am Sonntag ab 12 Uhr in der RWK Halle am Olympiaweg aber zwingend einen Sieg.

5. Spielwochenende
Sonntag, 5.1.: Blau- Weiss Köln- Rot- Weiss Köln 1:2 (0:1)
https://www.hockeyliga.de/index2.php?data[page]=spielberichte&data[gameid]=88eunt
Auch beim Kölschen Derby konnte ich am Sonntag leider nicht vor Ort sein. Schade, denn 500 Zuschauer haben sicherlich eine super Stimmung verbreitet. Das Spiel selbst lebte vor allem von den beiden Torhütern. Und so lobte RWK Trainer Andere Henning auch explizit Nationaltorhüter Victor Aly, der nur einmal hinter sich greifen musste.
Die RWK Tore erzielten Johannes Große in der 30. Minute und Florian Pelzner in der 53. Minuten jeweils durch Strafecken. Lukas Krüger konnte in der 49. Minuten zwischenzeitlich ausgleichen.
Mit dem Sieg hat man Blau- Weiss nun vorentscheidend auf 6 Punkte distanziert. Uhlenhorst Mülheim schlug Krefeld mit 6:3 und liegt bei einem Spiel weniger nun 3 Punkte (13 Punkte) hinter Rot- Weiss (16) auf Platz 2. Krefeld hat mit 12 Punkten nun schon 4 Punkte Rückstand.  Es sieht also sehr gut aus mit den Playoffs für die RWK Jungs, wenn die beiden Pflichtsiege gegen Düsseldorf am Dienstag in eigener Halle und am Freitag in Mönchengladbach eingefahren werden. Das Finale um Platz 1 dürfte dann diesen Sonntag ab 14 Uhr in der RWK Halle steigen, wenn der Dauerrivale aus Mülheim in Köln gastiert.

Rot- Weiss in der Kölnischen Rundschau
Einen ausführlichen Bericht über die Jugendarbeit bei Rot- Weiss Köln gab es in der Kölnischen Rundschau. Auf deren Homepage habe ich den Artikel leider nicht gefunden, deswegen an dieser Stelle der Instagramlink vom Verein: https://www.instagram.com/p/B6qNa5OouBU/?utm_source=ig_web_button_share_sheet

Wird der Hockey von den Kölner Medien (bzw. der Medie, denn Medien in Köln, das ist im Grunde ausschließlich DuMont) sehr stiefmütterlich behandelt, so ist dies doch mal eine nette Ausnahme.

Wie es weitergeht
Bereits am Dienstag, dem 7.1. kommt bei den 1. Herren zum Rückspiel gegen den Düsseldorfer HC. Das Spiel, bei dem ich auch vor Ort sein werde, beginnt um 20 Uhr in der Rot- Weiss Halle am Olympiaweg.
Ebenfalls eher ungewöhnlich ist die Anstoßzeit am Freitag um 20 Uhr in Gladbach beim Gladbacher HTC. Die Damen spielen am Samstag um 16:15 Uhr in Bonn beim Bonner THV.
Am Sonntag steigt dann das Highlight der diesjährigen Rot- Weiss Hallensaison, wenn erst die Damen ihr vorletztes aber wohl entscheidendes Ligaspiel (12 Uhr) und dann die Herren das wohl große Finale um Platz 1 in der Weststaffel (14 Uhr), jeweils gegen Uhlenhorst Mülheim, bestreiten. Am Sonntag werde ich natürlich auch vor Ort sein und ich hoffe diesmal wird die 300 Zuschauer Marke bereits beim Damenspiel geknackt. Wichtig ist es ohne Frage, und die Mädels haben die Unterstützung der Kölner und Kölnerinnen verdient.
Nächste Woche gibt es dann einen XXL Blog, wenn ich über 5 Spiele und die kommende Hallen EM berichten werden.
Bis dahin eine schöne Woche, einen weiterhin guten Start in 2020 und am Sonntag brav zu den Spielen an den Olympiaweg kommen!

Mit wie immer sportlichen Grüßen
Markus Lehnen


Diese Woche… bei Fortuna Köln, KW 42

Überraschender Auswärtssieg der Südstädter

von Josina Anraad

Die S.C. Fortuna Köln traf im Freitagabendspiel auf den Tabellendritten Rot Weiss Essen.

Vor dem Spiel an der Hafenstraße kündigte Trainer Thomas Stratos an, „mutig Fußball zu spielen“, auch wenn der Gegner „in einem guten Stadion eine der stärksten Mannschaften der Liga“ ist.

https://www.fortuna-koeln.de/aktuelles/news/meldung/der-plan-ist-mutig-zu-sein-trainer-thomas-stratos-vor-dem-spiel-gegen-rot-weiss-essen/

Stratos veränderte die Startaufstellung im Vergleich zum vorherigen Spiel gegen den SV Bergisch Gladbach 09 auf zwei Positionen. Lars Bender musste vorerst auf der Bank Platz nehmen und der verletzte Nico Ochojski reiste nicht mit an. Die beiden Spieler wurden zu Beginn der Partie durch Kai Försterling und Dennis Brock ersetzt. Der Trainer verstärkte mit der Entscheidung das zentrale Mittelfeld. Christian Titz, der Trainer der Gastgeber, verzichtete neben dem langjährigen Fortuna-Kapitän Hamdi Dahmani in dieser Saison erstmals auch auf Dennis Grote. Titz gründete seine Entscheidung auf den „Hänger“ den Grote die letzten Spiele zeigte und gab ihm eine Pause. In die Startelf kehrten Oguzhan Kefkir und Daniel Heber zurück.

Die 10.095 Zuschauer sahen eine ausgeglichene Anfangsphase. Beide Mannschaften versuchten sich nach vorne heraus Chancen zu kreieren, kamen allerdings zu keinem nennenswerten Torabschluss. Die beste Möglichkeit bot sich RWE in der achten Minute, Jan-Lucas Drobow stand bei einem erfolgreichen Abschluss nach Vorlage von Kefkir allerdings deutlich im Abseits. Sowohl die Gastgeber aus Essen als auch die Fortuna bemühten sich im Folgenden um einen strukturierten Spielaufbau doch der entscheidende Pass gelang keiner Mannschaft. In der 20. Minute bekam der Underdog einen Freistoß, obwohl die Gastgeber ein vorausgegangenes Foulspiel reklamierten. Der Innenverteidiger Franko Uzelac versuchte es direkt und verwandelte vorbei an der Zwei-Mann Mauer direkt zum – zu diesem Zeitpunkt überraschenden – 0:1 für die Fortuna.

Die Stimmung bei den Heimfans begann zu kippen. Sie sahen einen verunsicherten Auftritt ihrer Mannschaft, deren Spiel geprägt von Fehlpässen war. Nach einem Abspielfehler im Mittelfeld erkannte Roman Prokoph, dass Marcel Lenz weit vor dem eigenen Tor stand, versuchte es mit einem Heber aus knapp 35 Meter und verfehlte nur knapp. Dadurch, dass RWE den Keeper bei den Angriffen zwischen die Innenverteidiger zog, bot sich der Fortuna auch im weiteren Spielverlauf immer wieder die Gelegenheit aus der Distanz aufs Tor zu zielen.

Zur Halbzeit führten die Gäste aus Köln nicht unverdient. Die mitgereisten knapp 300 Fans honorierten den Einsatz ihrer Mannschaft mit lautstarker Unterstützung. Christian Titz reagierte in der Halbzeitpause und brachte zum Wiederanpfiff zunächst Ayo Adetula für Hedon Selishta. Auch die Gäste wechselten kurz darauf. Nach einem Zweikampf im Mittelfeld musste Kai Försterling verletzt vom Platz, für ihn kam der defensivere Spieler Jannes Hoffmann.

Die Wechsel bei RWE zeigten Wirkung. Die Essener baute zunehmend Druck auf und die Fortunen konnten sich kaum noch befreien. Trotz eines Freistoßes von Alexander Hahn (59.) und eines Schusses von Kefkir (65.) gelang den Gastgebern der Ausgleich aber nicht. Nach 69 Minuten kam Ex-Kölner Hamdi Dahmani für Dorow in die Partie. Er musste vier Minuten später mit ansehen, wie Adetula in den Strafraum zog und nur knapp am Pfosten scheiterte. Die gesamte zweite Halbzeit blieben die Gastegeber die überlegene Mannschaft, doch es gelang ihnen kein zählbarer Torabschluss. In der 81. hätten die Gäste das Spiel fast entschieden. Erneut trat Uzelac aus einer vergleichbaren Position wie in der ersten Halbzeit zum Freistoß an. Wie bereits beim 0:1 zog er direkt aufs Tor, doch diesmal konnte Lenz parieren. In den darauffolgenden Minuten bis zum Abpfiff spielte die Fortuna die Zeit geschickt herunter. Die Gästefans feierten die gesamte letzte Viertelstunde und trieben ihre Mannschaft mit gellenden Rufen: „S.C. Fortuna du Südstadtperle und wir steigen wieder auf“ an.

Schlussendlich konnte die Gäste die drei Punkte aus der Hafenstraße mitnehmen. Die Südstädter haben nun im vierten Spiel in Folge gepunktet. Mit den zehn Punkten konnte sich die Fortuna von einem Abstiegs- auf den aktuell elften Platz verbessern und die Mannschaft feierte das nach Abpfiff mit den mitgereisten Fans.

Für RWE ist es die dritte Niederlage in Folge und der Abstand zum Tabellenersten SV Rödinghausen hat sich dadurch vergrößert. Der Trainer der Gastgeber zeigte sich nach dem Spiel verärgert: „Nach der dritten Niederlage hintereinander können Sie sich vorstellen, dass wir alle nicht gut gelaunt sind.“ Im Gegensatz zum Trainerkollegen Stratos, der „überglücklich und zufrieden“ war. „Es war ein anstrengendes, spannendes Spiel für uns vor allem nach dem 0:1 haben wir gezittert und gehofft, dass wir es über die Runden schaffe.“ Mit den zwei Siegen im Rücken empfängt die S.C. Fortuna Köln nächste Woche Samstag im heimischen Südstadion den VfL Sportfreunde Lotte.

Diese Woche… bei Rot- Weiss Köln, KW 39

Von Markus Lehnen

3.Spielwochenende 1.Herren

Rot Weiss Köln- Uhlenhorst Mülheim 3:2 (0:0)
Es hat geklappt mit der erhofften Kulisse! Offiziell 300 Zuschauer, vielleicht sogar der ein oder andere mehr, fanden sich am Samstagmittag am Olympiaweg in Köln Müngersdorf ein, um das Bundesligaspitzenspiel zwischen Rot- Weiss und dem amtierenden Meister aus Mülheim zu verfolgen. Dies lag sicher mehr am besten Spätsommerwetter und der neuerdings besseren Werbung auf der Vereinshomepage, als an meiner Schreiberei, dennoch war es eine erfreuliche Kulisse, die ich live vor Ort erleben konnte.
Die Kölner konnten wieder auf die Nationalspieler Timur Oruz und Tom Grambusch zurückgreifen, dafür fiel diesmal Goalgetter Christopher Rühr aus.
Unter den Augen der 1. Damen, die vor ihrem Spiel am Sonntag das Herrenspiel auf den Zuschauerrängen verfolgten, entwickelte sich zunächst ein äußerst zähes Spiel. Chancen gab es in der 1. Halbzeit kaum, ebenso reichte es nur für eine Strafecke, die Rot- Weiss aber mit einer missglückten Variante verspielte.
Mit Anpfiff der 2. Halbzeit änderte sich der Charakter des Spiels schlagartig. Köln spielte sich mit Anpfiff durch Grambusch, Gomoll und Prinz in den Schusskreis und konnte nur per Stockfoul am Tor gehindert werden. Den fälligen 7m verwandelte Mats Grambusch zum 1:0.
https://www.hockeyliga.de/index2.php?data[page]=spielberichte&data[gameid]=yiajg9

So oft ich die Seite selbst nutze, um mich zu informieren, hier ist den Leuten von hockeyliga.de ein Fehler unterlaufen. Das Tor fiel direkt nach Wiederanpfiff der 2.Halbzeit, und nicht wie im Artikel erwähnt in der 16. Minute. Es traf auch Mats Grambusch, nicht Tom Grambusch. Interessant ist, dass sämtliche Newsseiten, die über das Spiel berichteten, diesen Fehler übernommen haben (z.B. hier https://www.waz.de/sport/lokalsport/muelheim/uhlenhorster-unterliegen-rot-weiss-koeln-im-westklassiker-id227164757.html).


Ich hoffe und bin mir auch sicher, dass es bei diesem einen Fehler bleibt, denn wenn ich nicht vor Ort sein kann, bin ich auf die Berichte bei hockeyliga.de als Quelle angewiesen. Insgesamt gibt es nur wenig Berichterstattung auf die man zurückgreifen kann. So spielt Hockey im Kölner Express und dem Stadtanzeiger maximal eine kleine Rolle, wenn Titel gewonnen wurden. So bleiben einem zur Information nur das benannte Fachportal und die Hockeyzeitung.


Das Spiel wurde nach dem Tor, in der 31. Minute, deutlich attraktiver. Youngster Ole Boeke schlenzte in der 37. Minuten einen Ball scharf vors Tor, so dass der Mülheimer Abwehrspieler nur noch ins eigene Tor klären konnte. Wie beim Eishockey gibt es beim Feldhockey keine Eigentore, weshalb das Tor dem 17 jährigen Boeke zugesprochen wurde.


Der amtierende deutsche Meister reagierte jetzt wütend und traf sogar einmal den Pfosten, bis Lukas Windfeder in der 42. Minute per Strafecke zum 1:2 verkürzen konnte. In einem offenen Schlagabtausch hatte auch Rot- Weiss Chancen das Spiel vorzeitig zu entscheiden, doch in der 53. konnte Nationalspieler Malte Hellwig einen Konter für Mülheim zum 2:2 verwerten.
Die Domstädter konnten allerdings noch einmal den Schalter umlegen und erspielten sich zunächst eine Großchance, die der Mülheimer Keeper noch vereiteln konnte, bevor 2 Minuten vor Ende Jonas Gomoll aus halblinker Position den Ball mit einer argentinischen Rückhand ins Tor der Gäste schoss. Diesmal konnte Uhlenhorst nicht mehr antworten und es blieb beim nicht unverdienten 3:2 Sieg für Köln, bei denen Trainer Andre Henning vor allem die Moral nach dem Ausgleich lobte.
Da es dieses Wochenende nur ein Spiel gab, konnten die Kölner schon am Samstagmittag von der Tabellenspitze grüßen, sowohl in ihrer Staffel B, als auch in der gesamten Liga.


Ich erlebte eine tolle 2.Halbzeit und einen insgesamt gelungenen Samstagmittag. Die Stimmung war super und bei bestem Wetter schmeckten Bratwurst und Kölsch noch besser als sonst. Es steht zu hoffen, dass die Zuschauerzahl auch bei den Damenspielen erreicht wird, es lohnt sich in jedem Fall.


Für die Rot- Weiss Herren geht es nächstes Wochenende wieder mit 2 Spielen, beide in Mannheim, weiter. Am Samstag spielt man beim TSV, bevor es am Sonntag zur Neuauflage des letztjährigen Halbfinals gegen den MHC kommt. Dieses Spiel ist ab 14:30 live auf dem youtube Kanal vom Mannheimer HC zu verfolgen.
https://www.youtube.com/watch?v=U62KjuVQOQM

3. Spielwochenende 1. Damen
Harvestehuder THC- Rot Weiss Köln 3:5 (1:2)
Wie die Damen sonst zu den Auswärtsspielen kommen habe ich in KW 15 berichtet:
https://12producer.de/diese-woche-bei-rot-weiss-koeln-kw-15 . Dieses Mal kamen die Mädels aber in den Genuss zum Auswärtsspiel in Hamburg mit dem Flugzeug anreisen zu können. Es scheint sich ausbezahlt zu haben, denn mit einem 5:3 gelang der 3. Sieg der Saison, mit dem man sich vom direkten Kontrahenten aus dem Hamburger Stadtteil Harvestehude absetzten konnte. Für eine Playoffteilnahme sieht es jetzt sehr gut aus, allerdings erscheint Platz 2 oder gar 1 schwierig, da sowohl Mannheim, wie auch der Club an der Alster noch ohne Punktverlust an der Spitze der Staffel A thronen.
Das Spiel war leider nicht per Stream zu verfolgen, weswegen ich in diesem Fall auf den Spielbericht bei hockeyliga.de verweisen muss. Bemerkenswert war, dass die Kölnerinnen einen frühen Rückstand in eine 3:1 Führung drehen konnte, und das Neuzugang Pia Maertens ihr erstes Tor für Rot- Weiss erzielte. Die 20 Jährige Grundschullehramtsstudentin kommt aus Duisburg und spielte dort für den Club Raffelberg in der 2. Bundesliga. Bei der EM im Sommer in Antwerpen wurde sie als beste U21 Spielerin des Turniers ausgezeichnet. Trotz einer größeren räumlichen Nähe schloss sie sich Rot- Weiss und nicht Uhlenhorst Mülheim oder dem Düsseldorfer HC an, was sicherlich ein gutes Zeichen für den Verein aus der Domstadt ist.
Die weiteren Kölner Tore erzielten Rebecca Grote, Liv Arndt, Emma Boermans und Katharina Reuten. Laut Trainer Markus Lonnes war es ein verdienter Sieg in der Hansestadt, bei dem man aber defensiv zu kämpfen hatte.
So gut man mit den Neuzugängen offensiv besetzt ist, so unerfahren ist die Abwehr, die zum Großteil aus Spielerinnen besteht, die noch für A Jugend auflaufen könnten. Ob die Rot- Weiss Mädels den positiven Trend fortsetzen können, kann man nächstes Wochenende wieder live in Köln Müngersdorf verfolgen, wenn Köln am Samstag auf den Rüsselsheimer RK (14 Uhr) und am Sonntag auf den UHC Hamburg (12 Uhr) trifft. Zahlreiches Erscheinen wäre klasse!

Wie es weitergeht
Da ich nächsten Samstag nicht in Köln bin, kann ich leider nur das Spiel am Sonntag gegen den UHC Hamburg live verfolgen. Dort werde ich aber auf jeden Fall vorbeischauen, und später den Auftritt der Herren beim Mannheimer HC im Relive bei Youtube verfolgen, um wie gewohnt darüber zu berichten.
Wie ihr merken konntet, manchmal habe ich sogar bessere Informationen als das Hauptinformationsmedium in Sachen Hockey, auch wenn ich natürlich weiß, dass dieser Fehler eine absolute Ausnahme ist, der sicher mal passieren kann.
In diesem Sinne bis nächste Woche.

Markus Lehnen

Diese Woche… bei Eintracht Franktfurt, KW 35

von Patricia Seiwert

Drama, wir brauchen Drama

Eine turbulente Woche liegt hinter Eintracht Frankfurt. Nachdem der Bundesligastart gegen Hoffenheim noch gelang, brachten die letzten beiden Spiele gegen Racing Straßburg und RB Leipzig nicht die gewünschten Ergebnisse ein. Zu allem Überfluss dominierten dann noch unerfreuliche Schlagzeilen rund um den letzten verbleibenden Büffel, Ante Rebić, und die Posse um den Transfer von Bas Dost die Frankfurter Medienwelt.

Einige Probleme in Straßburg

Um die vielen Ereignisse der letzten Tage einigermaßen zu ordnen, richtet sich der Blick zunächst auf den vergangenen Donnerstagabend. Eine Reise nach Straßburg, in das nicht allzu weit entfernte Elsass, stand für die Adlerträger an.

Dort sollte sie ein gut gefülltes Stadion mit nicht zu verachtender Stimmung erwarten, denn die Franzosen sind selbst nicht minder heiß auf die Gruppenphase der Europa League. Dies sollten die Frankfurter auch auf dem Platz zu spüren bekommen. Besonders in der ersten Halbzeit gelang aus Sicht der Hessen wenig. Und Straßburg? Straßburg traf. In der 33. Minute brachte Zohi die Elsässer in Führung. Dieses Ergebnis begleitete die Mannschaften letztendlich auch in die Halbzeitpause.

Obwohl die Eintracht im zweiten Durchgang dann deutlich stärker agierte als in den ersten 45. Minuten, sollte es ihr nicht gelingen, das Spiel zu drehen und ein potenziell wichtiges Auswärtstor blieb ihr ebenso verwehrt. Aber auch Straßburg konnte die Führung in der zweiten Halbzeit nicht weiter ausbauen.

So blieb es letztlich bei einer unschönen Hinspielniederlage, die aber keinesfalls unmöglich zu drehen ist. Erst recht nicht, wenn die Frankfurter so auftreten, wie sie es in der zweiten Halbzeit getan haben – mit Willenskraft sowohl nach vorne als auch nach hinten. Der nötige Kampfgeist dürfte im ausverkauften Waldstadion mit den eigenen Fans im Rücken jedenfalls geweckt werden.

Es stellt sich jedoch die Frage, an was es an diesem unglücklichen Augustabend gescheitert ist. Zuallererst lässt sich da die Aufstellung anführen. In der Abwehr trat man wie gewohnt mit einer Dreierreihe auf, jedoch agierten hierbei Abraham und Hinteregger fast schon als Außenverteidiger. Nicht wenige Frankfurt Anhänger dürften sich die Augen gerieben haben, als sie plötzlich Martin Hinteregger anstelle von Filip Kostić Richtung Eckfahne marschieren sahen. Und obwohl der Österreicher immer mal wieder gut für ein Tor ist, erklärt es sich von selbst, dass dies weder für das Spiel nach vorne noch für die Verteidigung besonders zielführend ist, zumal Kostić, einem Spieler, der viel über Tempo kommt und demnach einiges an Platz benötigt, somit häufig die Räume genommen wurden. Die Löcher, die dadurch hinten in der Frankfurter Abwehr entstanden, nutzten die Straßburger glücklicherweise nicht optimal aus.

Im Angriff sollte es Rebić, wie schon gegen Hoffenheim, als einziger Mittelstürmer richten und mittlerweile können sich sicherlich alle darauf einigen, dass dies einfach nicht die ideale Position für den Kroaten ist. Besonders nicht, wenn der Spielaufbau so schwach ist, dass er sich fast ausschließlich auf lange Bälle beschränkt, die hinter die Abwehrreihe der Straßburger gelegt werden sollten. Zwischenzeitlich kam das Gefühl auf, als würden die Frankfurter vorne immer noch mit Haller rechnen, der genau diese Art von Pässen so wunderbar verwerten konnte (und dies mittlerweile bei West Ham macht. Nein es tut überhaupt nicht weh).

Natürlich stellte dieser Umstand den in letzter Zeit ohnehin schon sehr launisch auftretenden Ante Rebić nicht zufrieden, sodass er sich kurzerhand zur Halbzeit auswechseln ließ. Hütter hätte diese Entscheidung laut eigener Aussage aber ohnehin getroffen und setzte dem Angreifer zudem noch seinen Kumpel Gaćinović, der in der ersten Halbzeit ebenfalls nicht zu überzeugen wusste, an die Seite.

Für diesen kam Sebastian Rode ins Spiel und mit ihm auch neuer Schwung ins Mittelfeld. Neben der verbesserten Einstellung der Mannschaft verhalf ebendieser neue Antrieb in der Zentrale den Frankfurtern zu einer deutlich ansehnlicheren zweiten Hälfte. Ebenfalls positiv hervorzuheben war außerdem Daichi Kamada. Der junge Japaner bewies einmal mehr, dass er zumindest eine Alternative im offensiven Mittelfeld sein kann.

Diva vom Main meets Diva vom Balkan

Nach dem Spiel bemängelte Kevin Trapp die Einstellung einiger Spieler, die seiner Ansicht nach nicht alles gegeben hätten. Ohne Namen zu nennen, wusste natürlich trotzdem jeder, um wen es sich hierbei am wahrscheinlichsten handelt. Trainer Adi Hütter wurde diesbezüglich sogar noch genauer, zähle Ante Rebić öffentlich an. Man sei mit seiner Leistung nicht zufrieden gewesen. Hütter beflügelte auch die Wechselgerüchte noch einmal, indem er betonte, dass wenn der Kroate wechseln wolle, man eine Lösung finden müsse. Bobic bestätigte einige Tage später, dass mehrere Vereine Interesse bekundet hätten, fügte aber hinzu, dass alle Parameter für einen Wechsel stimmen müssten, was scheinbar bisher aber noch nicht der Fall war.

Intern scheint es also was die Personalie Rebic angeht zu kriseln und auch unter den Fans gehen die Meinungen stark auseinander, sowohl was den Spieler und sein Verhalten selbst angeht als auch die Äußerungen von Trapp und Hütter.

Meiner Meinung nach wäre es zumindest wünschenswert, dass, sollte es wie erwartet zu einem Wechsel kommen, es ein versöhnliches Ende gibt. Denn Ante Rebić ist nicht nur gleich unserem geliebten Verein eine Diva, sondern auch ein Pokalheld, der der Eintracht viele schöne und einen unvergesslichen Moment beschert hat. Dies sollten wir uns alle in Erinnerung rufen, wenn wir, völlig zurecht, sein Verhalten kritisieren. Ihn zum alleinigen Sündenbock zu erklären, wird ihm nicht gerecht und sich zu Hasstiraden auf einen Spieler, der uns jahrelang Freude bereitet hat, hinreißen zu lassen, tut weder dem Verein, noch dem Spieler noch uns als leidenschaftlichen Anhängern und erst recht nicht unseren Fanseelen gut – zumal wir bisher nicht wissen und vermutlich auch nie wissen werden, was genau über einen unbestimmten Zeitraum hinweg vorgefallen ist und wer in welcher Form involviert war.

Einiges an Lob aber keine Punkte

Nachdem alle Welt in Aufruhr versetzt wurde und mehr Drama herrschte als bei Shakespeare, stand am Sonntagnachmittag ein Auswärtsspiel in Leipzig an. Wie es der Zufall wollte, fehlten Rebic und Gacinovic mit Blessuren – zumindest offiziell.

Nach einem aufreibenden Spiel in Straßburg, das alles andere als einen mentalen Push mit sich brachte, schätzte man die Zeichen auf ein erfolgreiches Spiel eher gering ein. Zudem fanden sich einige Änderungen in der Startaufstellung. Danny da Costa, zuletzt nicht immer gänzlich überzeugend, bekam eine Pause. Erik Durm rückte für ihn in die Startaufstellung. Auch Hinteregger durfte sich eine Auszeit genehmigen, während N’Dicka neben Hasebe und Abraham in die Abwehr rückte. Paciência übernahm die Stürmerposition für den daheimgebliebenen Rebić und wurde von Bundesligadebütant Dejan Joveljic unterstützt, sodass der zuletzt wenig erfolgreiche Ein-Mann-Sturm vorerst ausgedient hatte. Rode spielte diesmal ebenfalls von Beginn an.

Zugegebenermaßen erwartete man als Fan nicht allzu viel gegen einen Gegner wie Leipzig, der Fehler im Spiel meist gnadenlos ausnutzt und mit schnellen Spielern freie Räume optimal zu nutzen weiß. Sogar die Angst vor einer deutlichen Niederlange schwang mit.

Doch die Frankfurter schlugen sich erstaunlich gut, dominierten die Anfangsphase bis… ja bis die Leipziger eine Ecke zugesprochen bekamen. Diese brachte Sabitzer hinein, Poulsen verlängerte und Werner musste nur noch einschieben. Unpraktischerweise hatte der sonst so fehlerfreie Makoto Hasebe einen schwachen Moment, stand zu weit weg von seinem Gegenspieler und zu allem Übel ließ Kevin Trapp auch noch die kurze Ecke offen. Ehe man sich versah, stand es 1:0 für Leipzig. Dieses Ergebnis entsprach absolut nicht dem Spielverlauf.

https://www.youtube.com/watch?v=SMvdIhfcm5w

Im Anschluss an das Gegentor wirkten die Frankfurter zunächst unsicherer, Leipzig drückte. Dies sollte jedoch nicht lange anhalten. Die Eintracht fand wieder zurück zu ihrem Spiel, das im Vergleich zur Partie gegen Straßburg deutlich verbesserte spielerische Elemente aufwies. Im Anschluss an das Bundesligaduell attestierte der gegnerische Trainer Julian Nagelsmann der Eintracht, die dominantere Mannschaft gewesen zu sein. Die Leipziger fanden kaum Zugriff auf das Spiel.

Dies ging ihm sicherlich trotzdem recht leicht über die Lippen, denn entgegen des Spielverlaufs, erzielte Poulsen (nach einer Wunderheilung, 5 Sekunden vorher lag er noch vor Schmerzen am Boden) das 2:0. N’Dicka erlaubte sich einen Schnitzer und Trapp bekam die Beine nicht mehr rechtzeitig zusammen. Wieder führten individuelle Fehler zum Gegentor. Besonders bitter für die Eintracht ist der Umstand, dass die Leipziger kaum gefährlich wurden, aber ihnen ihre gnadenlose Effizienz zu Gute kam.

Kurz vor Schluss erzielte Paciência, das portugiesische Kopfballmonster, nach Hereingabe vom eingewechselten Chandler mit dem Fuß (!) ein Tor, das zwar nett anzusehen war, aber letztendlich auch nur noch in der Tordifferenz eine Rolle spielt. Zu selten zeigte der Stürmer seine Qualitäten.

Die Eintracht täte also gut daran, sich im Sturm weiter zu verstärken, denn auch Debütant Joveljic wies zwar einen Torriecher auf und machte deutlich, dass er alsbald einnetzen möchte. Seine mangelnde Erfahrung und sein junges Alter ließen ihn aber oftmals noch zu aufgeregt agieren.

Verstärkung im Sturm

 Am darauffolgenden Montag hatte Eintracht Frankfurt seinen Fans im Hinblick auf die Problematik im Sturm dann jedoch etwas Erfreuliches mitzuteilen. Nach Verhandlungen, die sich länger hinzogen als das Vorgeplänkel bei DFB Pokal Auslosungen, konnte mit Sporting Lissabon endlich eine Einigung erzielt werden: Bas Dost wechselt für 7 Mio. Euro (mit möglichen Boni 7,5 Mio. Euro) an den Main und wird mit einem Dreijahresvertrag ausgestattet. Der 30-jährige hochgewachsene Niederländer soll nun für die Eintracht auf Torejagd gehen und scheint heiß auf seine Rückkehr in die Bundesliga zu sein.

Bei der kommenden Aufgabe zuhause gegen Racing Straßburg kann Dost unglücklicherweise noch nicht helfen. Die bisher wichtigste Aufgabe der Saison müssen die Adlerträger mit dem bereits gemeldeten Kader bestreiten. Für das Bundesligaheimspiel gegen Düsseldorf dürfte der neue Mittelstürmer aber durchaus eine Option sein, nachdem er in Lissabon bereits die komplette Vorbereitung absolviert hat.

Angesichts der Entwicklungen um Ante Rebić und mit Blick auf den Sturm dürften die nächsten Tage nicht nur wichtige Aufgaben im internationalen Wettkampf sowie in der heimischen Liga mit sich bringen, sondern auch eine spannende letzte Woche auf dem Transfermarkt anstehen. Es gibt für diejenigen, die es mit der Diva vom Main halten, also allen Grund „hibbelisch“ zu sein…

Diese Woche… bei Hertha BSC, KW, 35

von Chris Butzke

Problemtier Wolf

Während in der vergangenen Woche nach Bruno mit Herthinho erneut ein Problem-Bär für Unruhe in Bayern gesorgt hat, scheint der Wolf sein niedersächsisches Jagdrevier bis nach Berlin ausgeweitet zu haben. Nicht nur die @drei90 ‏-Hosts wachen nachts schweißgebadet auf, wenn sie wieder vom Problemtier Wolf träumen, auch eine nicht näher bekannte alte Dame wird wohl immer häufiger von Wolf-Albträumen heimgesucht.

https://www.youtube.com/watch?v=tB5dzSXp7vU

Ah shit, here we go again!

Der VfL Wolfsburg war also zu Gast bei der Berliner Hertha und wie schon in der letzten Saison fuhr man mit drei Punkten wieder nach Hause. In Berlin hadert man mit dem Ergebnis, denn eigentlich begann das Spiel fulminant. Mit dem allerersten Angriff konnte man Duda im Strafraum gefährlich in Szene setzen, dieser ging ins Dribbling gegen Guilavogui und kam zu Fall. Schiedsrichter Winkmann zeigte sofort auf den Punkt! Elfmeter für Hertha, Vedad Ibisevic schnappte sich den Ball und war bereit, sein Team aus 11 Metern in Führung zu bringen. Doch dann meldete sich der Kölner Keller und wies Winkmann an, sich die Szene nochmal anzusehen und zu bewerten. Es kam, wie es kommen musste und der Strafstoß wurde zum Entsetzen der Berliner Fans zurückgenommen. Aus meiner persönlichen Sicht war es auch kein Foul. Zum einen spielt Guilavogui zuerst den Ball, Duda bleibt jedoch weiter am Ball, es kommt erneut zu einem Kontakt, der aber nicht ausreicht, um wirklich als Foul gewertet zu werden. Somit konnte man sich zwar in den Geschichtsbüchern verewigen, da es bisher der frühste VAR-Einsatz war und diese „Bestmarke“ auch noch eine Weile Bestand haben sollte, jedoch sorgte die letztendliche Entscheidung für Unmut in der Ostkurve.

Dieser Unmut wurde quasi im Gegenzug noch größer. Ein langer Ball sorgte für ein hartes Luftduell zwischen Stark und Schlager, welches der Wolfsburger für sich entscheiden konnte. Dadurch gelangte der Ball auf den komplett blanken Klaus, der sich plötzlich allein vor Rune Jarstein wiederfand. Kurz bevor er zum Abschluss kam, rauschte Karim Rekik, der vorher Klaus einfach laufen ließ und damit diese Chance erst ermöglichte, in wilder Kung-Fu-Manier heran und foulte den Wolfsburger klar. Folgerichtig entschied Schiedsrichter Winkmann erneut auf Elfmeter. Auf den ersten Blick war es eine eindeutige Geschichte, doch gab es energische Proteste der Herthaner. War bei dem Kopfballduell alles regelkonform oder wurde Abwehrchef Niklas Stark in der Luft unfair angegangen? Im Gegensatz zur ersten Elfmeterentscheidung blieb es dabei und somit hatte Winkmann das ganze Stadion gegen sich. Wenn man es aus neutraler Sicht sieht, kann man aber wohl sagen, dass beide Situationen richtig bewertet wurden. Für Hertha war es der zweite verursachte Elfmeter im zweiten Bundesliga-Spiel. Für die Fans ist dies ein wohlbekanntes Gefühl. Bereits letzte Saison verursachte man sogar in den ersten fünf Saisonspielen jeweils einen Elfmeter. Es riecht also wieder nach einer nervenaufreibenden Zeit. Wie schon letzte Woche verwandelte der Gegner sicher und somit brachte man sich erneut durch eigene grobe Schnitzer unnötig in eine schlechte Situation.

Mit der frühen Führung im Rücken überließ Wolfsburg in der Folge Hertha das Spiel. Die Mannschaft von Ante Covic, der seine Heimspiel-Premiere als Chef-Coach feierte, versuchte es spielerisch, besonders Dodi Lukebakio und Ondrej Duda hatten Lust und zeigten mit vielen guten und vor allem effizienten Hackenpässen, dass man in Zukunft einen Gegner mit Kombinationsspiel vor Probleme stellen kann. Lukebakio verursachte bei der Wolfsburger Abwehr Kopfschmerzen mit seinen Dribblings. Den Offensivbemühungen fehlte es aber an der letzten Konsequenz. Kapitän Ibisevic wurde so gut wie gar nicht ins Spiel eingebunden, auch Salomon Kalou konnte bis auf einen gefährlichen Kopfball kaum Akzente setzen. Die größte Chance auf den Ausgleich hatte Mittelfeld-Allrounder Grujic, dessen Ball in letzter Sekunde von Guilavoguis Fußspitze abgelenkt wurde. Danach verflachte die Partie wie ein Wortwitz von @jungerherr1892.

Planlose Offensive

In der zweiten Hälfte ließ Hertha all das vermissen, was in der ersten Halbzeit noch gut funktionierte. Statt Kurzpass-Kombinationen versuchte man es mit hohen Bällen in die Spitze, denen es aber an Präzision fehlte und somit Wolfsburg komplett in die Karten spielte.

Das System wurde mehrmals geändert und sollte für mehr offensiven Druck sorgen. Jedoch wirkte es eher wie bei einem alten iPhone, dass nach einem erneuten Systemupdate kaum noch funktioniert, das Betriebssystem sich öfter aufhängt und selbst die Grundbedienung immer mehr Ausfälle aufweist. Es gab offensive Wechsel, aber auch mit Selke und Redan fehlte jegliche Durchschlagskraft. Auf der anderen Seite wurde die Defensive immer weiter vernachlässigt. Dies nutzte Wolfsburg im Stile einer Spitzenmannschaft zu zwei weiteren Toren, so dass am Ende ein 0:3 in den Büchern stand. Ein Ergebnis, das die Kräfteverhältnisse kaum wirklich widerspiegelt. Wolfsburg agierte nach der Führung clever und nutzte in der zweiten Hälfte die gebotenen Räume eiskalt. Hertha nahm sich in der zweiten Hälfte selbst aus dem Spiel und so kam es zur ersten Saisonniederlage.

Aus Fehlern lernen

Besonders Trainer Ante Covic wird aus der Partie viele Erkenntnisse ziehen können und für die Zukunft besser auf ähnliche Spielsituationen reagieren.

Covic zeigt, dass er sich der eigenen Fehler bewusst ist. Die Fähigkeit zur Selbstkritik sollte den Fans Hoffnung geben. Covic scheint auch die Gründe für das planlose Auftreten gut analysiert zu haben. Es bringt halt nichts, drei oder vier nominelle Stürmer auf den Platz zu stellen, wenn es keinen Plan gibt, wie man diese in gefährliche Situationen bringt. Schon in den Vorbereitungsspielen hat man phasenweise mit langen Bällen agiert, auch dort eher mit mäßigem Erfolg. Lediglich Torunarigha konnte damals mit präzisen Bällen über 45-50 Meter auf sich aufmerksam machen. In der Bundesliga herrscht aber nochmal ein anderer Wind als in Testspielen gegen Eintracht Braunschweig oder Crystal Palace. Außerdem dürfte man zu dem Schluss kommen, dass Lukebakio für das Team durch Dribblings in den Sechszehner wichtiger ist als durch Flanken. Wenn für den anderen Flügel in naher Zukunft hoffentlich Javairo Dilrosun wieder fit ist, hat man die perfekten Voraussetzungen für schnelle flache Kombinationen und gefährliche Dribblings auf den Außen. Offensiv besitzt Hertha eine Menge Potential, welches durch Covic auch gefördert wird. Es ist eigentlich auch das optimale Pflaster für einen Stürmer wie Davie Selke. Wenn er den Schritt vom Talent zu einem wirklich guten Bundesliga-Spieler schaffen will, muss er diese Saison Ibisevic als erste Option im Sturm ablösen. Ansonsten könnte es eng für ihn werden.

Neben Selke ist auch Daishawn Redan eine Alterntive im Sturm. Der 18-jährige konnte Covic durch gute Leistungen in der zweiten Mannschaft schon früh in der Saison davon überzeugen und sich einen Kaderplatz sichern (für Köpke wird es wohl schwierig, diese Saison auf Einsatzzeiten zu kommen).

Redan ist nach Dilrosun bereits das zweite niederländische Top-Talent, das den Weg von einem großen Premier-League-Club in die deutsche Hauptstadt gefunden hat. Dies könnte ein Modell mit Zukunft sein. Dilrosun hat letzte Saison bereits gezeigt, dass Berlin auf junge Spieler setzt und man den nächsten Schritt in der Entwicklung nehmen kann. Redan wird ebenfalls einige Einsätze bekommen. Hertha erarbeitet sich einen guten Ruf und so könnte sich auch das ein oder andere Talent eine blau-weiße Zukunft vorstellen.

Gelsenkirchen vor der Brust

Der nächste Gegner verspricht wieder eine schwierige Aufgabe zu werden. Gegen das Team aus Gelsenkirchen tut sich Hertha traditionell schwer. Seit der Tedesco-Ära steht Schalke vor allem für defensiv orientierten Fußball und auch die ersten beiden Spiele unter dem neuen Trainer Wagner waren keine offensiven Highlights. Gegen Gladbach und Bayern hielt man aber gut mit. Hertha ist also gewarnt und weiß, dass einem die Punkte dort nicht geschenkt werden. Gegen die Bayern hatte Gelsenkirchen aber Probleme, sobald das Spiel schnell auf den Flügeln gemacht wurde. Besonders Coman konnte auf seiner Seite für Gefahr sorgen. Vielleicht wäre es daher eine Überlegung wert, Lukebakio nach links zu ziehen, damit man dort auch durch Dribblings Torchancen erspielt oder durch Doppelpässe mit Duda Lukebakio selbst in Abschlusssituationen kommt. Das Spiel könnte auch schon richtungsweisend für die kommenden Partien sein. Bisher ist es schwierig, das tatsächliche Leistungsvermögen einzuschätzen. Gegen Wolfsburg und Bayern hat man gute Ansätze gesehen. Aber schon Bibis Beauty Palace zeigt, dass nur Ansätze nicht immer für Qualität stehen. Covic möchte offensiv spielen lassen. Aus der Niederlage gegen Wolfsburg kann man schon Rückschlüsse ziehen, die bereits jetzt wichtig sein können. Ich bin optimistisch, dass in den nächsten Wochen aus den Ansätzen auch wunderbar herausgespielte Tore werden.

Robert Downey jr. – Lässiger wird es nicht

Mitarbeiter des Tages, 04. April: Robert Downey jr.

Von Jens Huiber

Kann sich irgend jemand an den Film „Game 6“ erinnern? Anybody? Angeblich 2005 in die Kinos gekommen, wohl mit Michael Keaton in der Hauptrolle, dem Vernehmen nach einer Thematik gewidmet, die alle Fans der Boston Red Sox erschaudern lässt: dem sechsten Spiel der World Series 1986, dem Bill-Buckner-Game also. Robert Downey jr. hat darin einen Theater-Kritiker gegeben, wahrscheinlich in brillanter Manier.

Dies nämlich zieht sich durch das Spätwerk von Herrn Downey, der heute seinen 54. Geburtstag feiert: die spielerische Brillanz. Man muss ihn nicht mit Thomas Müller vergleichen. Aber man darf. Müller ist irgendwann einfach da gewesen, hat zumeist brillant gespielt, manchmal auch unsichtbar. So wie Downey, Achtung: Spoiler Alert, gegen Ende der zweiten Sherlock-Holmes-Verfilmung. Die ja auch die Frage aufwirft: Ist Bob diese Lässigkeit vor der Kamera natur- oder sogar gottgegeben, oder hat Guy Ritchie als Regisseur ein Scherflein dazu beigetragen? Der gute Mann hat immerhin eine Ehe mit Madonna hinter sich, zum Glück hat dies seine Kreativität nicht weiter erschüttert, die großen Cineasten werden sich an „Snatch“ erinnern, ein zu Unrecht vergessenes Meisterwerk.

Dritter Sherlock Holmes geplant

Robert Downey und Guy Ritchie werden sich einen dritten Teil von Sherly gönnen, Jude Law sollte auch wieder mit von der Partie sein. Drei Ausgaben Iron Man haben wir schon hinter uns, schön langsam kommt der Verdacht auf, dass der Downey Bertl oft ach ein bisserl sich selbst spielt. Was aber großartig ist im Vergleich zu Hugh Grant, der früher einmal ganz sicher immer sich selbst gespielt hat.

Einen großen Sportfilm mit Robert Downey jr. würden wir uns noch wünschen, ein Porträt eines alternden, auf die schiefe Bahn gekommenen Football-Coaches vielleicht, gespielt mit der Wucht eines Al Pacinos, der eigentlich auch nicht unlässig war. Pacino aber hat sich vieles über Recherche erarbeiten müssen, Bob dagegen kann aus eigenen Erfahrungen schöpfen. Wie hat Ricky Gervais es bei einer seiner Golden-Globe-Moderationen so schön gesagt: „Many of you in this room know him best from such facilities as the Betty Ford Clinic and Los Angeles County Jail- please welcome Robert Downey jr.“.