Diese Woche … bei ALBA Berlin, KW 23

Von Heiko Eisser

Basketballherz, was willst du mehr. Bereits vor der ersten Begegnung konnten sich die Fans von Alba Berlin und den Baskets Oldenburg auf diese Spiele freuen. Ebenfalls hatten die neutralen Experten auf eine hochklassige Serie gehofft – keine Seite sollte enttäuscht werden. Also fast. Die Oldenburger dürften mit dem Stand in der Serie eher unzufrieden sein.

Am Sonntag kommt es nun zum dritten Vergleich im BBL-Halbfinale. Alba könnte mit einem erneuten Auswärtserfolg einen Sweep holen. Die Oldenburger müssen ihr Heimspiel gewinnen, wollen sie eine Rekordsaison nicht im Halbfinale beenden.

Oldenburg – immer ein Reise wert

Zum Start der Serie trat Alba Berlin bei den Baskets in Oldenburg an. Die Marschrichtung der Hausherren war klar umrissen, damit Alba nicht direkt zum Start der Serie den Heimvorteil „klaut“.
Zunächst ging der Plan der Oldenburger auf, mit einem aggressiven Abwehrverhalten und schnellem Rückzug nach eigenen Versuchen den Fluss der Berliner zu stoppen. Die Belohnung war ein 2:9 aus Berliner Sicht.

Doch zollte die Spielweise der Baskets schnell ihren Tribut, da bereits zu Ende der ersten Viertels der Season-MVP Will Cummings mit zwei Fouls auf die Bank musste. Was zunächst als Schwächung gesehen werden konnte, nahm Cummings „Ersatzmann“ Frantz Massenat als Anlass seine Fähigkeiten zu zeigen.

Das die Berliner nie aufstecken demonstrierten sie, als zum Ende des ersten Viertels noch wenige Sekunden zu spielen war. Peyton Siva nahm sich den Ball und netzte zum 21:21 ein. Dies war recht ungewöhnlich, da die Berliner im ersten Viertel zehn ihrer 21 Punkte von der Freiwurflinie holten. Bis zum Ende der Partie wurden den Berliner 22 Mal an die Linie geschickt. Das Oldenburger Abwehrverhalten zog sich durch die ganze Partie und sollte ausschlaggebend für den Ausgang des Spiels sein.

Die Hausherren agierten weiterhin sehr physisch und gerieten schnell in Foulprobleme. Cummings und Center Mahalbasic waren bereits zur Halbzeit der Partie mit je vier Fouls belastet und mussten von Coach Drijencic aus der Partie genommen werden.
Die Albatrosse setzten hingegen weiterhin auf den Zug zum Korb, da die Würfe von aussen nicht fallen wollten. Zwar holten sie unterm Korb die zahlreiche Rebounds und kamen oft zu zweiten Chancen, ließen sie diese jedoch liegen. Nach einem 11:2-Lauf zu Beginn des zweiten Viertels, gaben sie den Baskets in einer sechsminütigen Phase ohne eigenen Korb die Möglichkeit wieder heran zu kommen. Zum Ende der ersten Hälfte stand es 73:72 für die Oldenburger.

Ein schönes Duell unter den Körben konnte man zwischen Albas Nnoko und Oldenburgs Mahalbasic beobachten. Beide sind nicht bekannt für ihr filigrane Art des Verteidigens, doch wusste der jeweils andere immer, wie man seinen gegenüber ausspielen konnte. Das Landry Nnoko hier der clevere Teil des Duells war, wurde mit Mahalbasic´s viertem persönlichen Foul kur vor Ende der ersten Halbzeit deutlich.

Will Cummings, ebenfalls mit vier Fouls im zweiten Durchgang, versuchte nun die Partie zu entscheiden. Dass er dies mit einem ungestümen offensiv Foul sogar tat, war den Zuschauern in der ausverkauften EWE-Arena schnell bewusst. Als im Laufe der zweiten Hälfte auch Mahalbasic ihm auf die Bank folgte hatten die Oldenburger den Glauben an einen Sieg verloren. Bereits zwei Minuten vor Ende führten die Hauptstädter mit 92:83 und machten nicht den Anschein den Sieg verspielen zu wollen. Mit dem 100:93 durch Luke Sikma war die Partie zu Ende.

Den Berlinern gelang damit der zweite Auswärtserfolg in Oldenburg in der Saison und bleiben das einzige Team der BBL, die bei den Baskets gewinnen konnten. Eine gute Ausgangslage für den zweiten Vergleich in Berlin war gelegt.

Heimstärke bewiesen

Die Oldenburger hatten in der regulären Saison Alba die erste Heimniederlage beschert. Um den Heimvorteil wieder in den eigenen Hände zu halten, musste in Berlin ein erneuter Sieg geholt werden.

Diesen Willen bewiesen die Baskets unmittelbar zum Start der Partie, als sie konzentriert zu Werke ging und durch Ricky Paulding mit zwei erfolgreichen Dreiern aus identischer Position ein 7:2 heraus gespielt wurde. Alba im Gegensatz mit einer im Abschluss unkonzentrierten Anfangsphase. Durch die wieder starke Reboundleistung – in der kompletten Partie griffen sich die Albatrosse 43 Rebounds – kamen die Jungs von Coach Aito immer wieder zu zweiten bzw. dritten Chancen, die jedoch zunächst nicht durch die Reuse gehen wollten.

Bei Oldenburg erwischte MVP Will Cummings einen eher durchwachsenen Start. Hinzu kamen seiner Meinung nach schlechte Pfiffe des Schiedsrichtergespanns um Robert Lottermoser. Eine hitzige Partie, die hin und wieder auch bei den Zuschauern fragende Gesichter zurück lies. Aber diese engen und ruppig geführten Partien sind das Salz in einer jeden Playoffrunde.

Nach dem 17:13 aus Alba Sicht nach dem ersten Viertel, ging Oldenburg konzentrierter ans Werk und legte zu Beginn des zweiten Durchgangs einen 5:0-Lauf hin. Alba konterte seinerseits mit einem 7:0-Lauf und unterbanden den Offensivdrang der Niedersachsen. Um Will Cummings runter zu kühlen, entschloss sich Basket Coach Maden Drijencic ihn auf die Bank zu beordern. Sein Backup Frantz Massenat vertrat ihn erfragend und die EWE ging zwei Minuten vor der Halbzeit mit 29:28 in Führung. Mit starkem Willen verteidigte Alba in dieser Phase und ging mit einer 32:29-Führung in die Halbzeit.

Die weiterhin sehenswerte Partie wurde in der zweiten Hälfte vor 9200 Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof noch intensiver. Besonders ist hierbei das Duell unterm Korb zwischen Landry Nnoko und Rashid Mahalbasic zu erwähnen. Wie auch in Partie eins lieferten sich beide Spieler einen spektakulär anzusehenden Infight, der meist nur mit einem Foul gestoppt werden konnte. Beide am Ende der Partie mit jeweils vier persönlichen Fouls.

Zum Ende des dritten Viertels leistet sich Oldenburg dann eine schwache Phase, die durch Luke Sikma und Co effektiv ausgenutzt wurde. Eine acht Punkte Führung veranlasste EWE-Coach Drijencic umgehend zur Auszeit. Doch hielt Alba nach dieser weiterhin dagegen und Oldenburg auf Abstand. 60:52 endete das Viertel.

Im letzten Durchgang konnte Oldenburg nicht zulegen. Alba hingegen besserte seine schlechte Freiwurfquote aus der ersten Hälfte (1 von 7 fanden ihr Ziel) aus und vergrösserte so den Abstand zu Oldenburg. Bereits 1:11 Minuten vor Ende der Partie führt Alba mit 13 Punkten und für am Ende einen 79:68 und das 2:0 in der Serie ein.

Sweep oder Pause bis zum Finale?

Besonders stolz dürfte das Team um Alba Berlin auf die Leistung in der ersten Hälfte des Heimspiels gegen Oldenburg nicht sein. Die Würfe von aussen wollten nicht fallen. Doch konnte dieses Manko mit einem wieder starken Rebounding ausgeglichen werden. Erst in der zweiten Hälfte fielen die Dreier, die vom Publikum in der Arena am Ostbahnhof gefeiert werden.

Zuvor mussten die intensiven Duelle in der Abwehr gegen die Oldenburger gewonnen werden. Hier sah man im Laufe der Partie wieder das gewohnt starke Verhalten der Albatrosse in der Verteidigung. Eine Mannschaftsleistung, die für das dritte Spiel in Oldenburg erneut gezeigt werden muss.

Bei den Baskets machte sich in der zweiten Hälfte bemerkbar, dass die drei Topspiele Cummings, Mahalbasic und Paulding in jeder Partie 35 und mehr Minuten spielen müssen. In der entscheidenden Phase konnten sie nicht zulegen und die Bankspieler schafften an der Spree nicht den entscheiden Punch zum Sieg.

Es wird sehr spannend zu sehen sein, wie Oldenburg das dritte Halbfinale für sich entscheiden will. Für Oldenburg dürfte es ungleich schwerer werden, da diese auch die fehlende internationalen Spiele während der Saison nun sehr kurze Wochen sind.

Alba hingegen wird durch die Siege und die gute Abwehrleistung beim 79:68 gestärkt nach Niedersachsen fahren. Egal wie die Partie nun ausgehen wird, es wird wieder ein Basketballfest für alle Zuseher.

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