Diese Woche… bei Eintracht Frankfurt, KW 38

Freudige und nicht so freudige Wiedersehen

von Patricia Seiwert

 

Gute Taten in freundschaftlicher Atmosphäre

Die Länderspielpause verbrachte Eintracht Frankfurt damit, gerngesehene Gäste willkommen zu heißen. Am spielfreien Wochenende empfingen die Adler die BSG Chemie Leipzig zu einem Benefizspiel in der PSD Bank Arena. Die Partie stand unter dem Motto „Flutlicht für Leutzsch“, denn alle Einnahmen gingen zu diesem Zweck an die befreundeten Gäste. Schon 2016 fand eine solche Begegnung statt, damals jedoch in der Heimat der Leipziger.

Die Stimmung beim „Rückspiel“ hätte nicht besser sein können: Friedlich und dennoch explosiv, stiegen doch einige grüne und rote Feuerwerksraketen in den Frankfurter Abendhimmel auf.

Und auch mit dem Endergebnis dürften am Ende alle zufrieden gewesen sein. Ein 5:1 Sieg für die Eintracht stand letztendlich zu Buche, bei dem auch Neuzugang André Silva direkt zwei Mal einnetzte. Und für die Chemiker aus Leipzig sprang ein Scheck über 100.000 Euro heraus.

Ein rundum gelungener Abend, der der sonst eher zähen Länderspielpause ein wenig Charme verleihen konnte.

 

Ernüchternde Reise nach Augsburg – nicht nur für Hinteregger

Am vergangenen Samstagnachmittag sollte dann auch endlich die Bundesliga für die Frankfurter Adler weitergehen. Ein Auswärtsspiel beim FC Augsburg stand auf dem Plan. Der Ex-Klub von Martin Hinteregger hatte bis dato lediglich einen einzigen Punkt aus drei Spielen zu verzeichnen.

Und laut den Statistiken nach der Begegnung, hätte es auch bei diesem einen Punkt bleiben sollen. Die Hessen waren den Fuggerstädtern zumindest auf dem Papier deutlich überlegen. In der zweiten Halbzeit gab es sogar 12:0 Torschüsse für die Eintracht.

Dennoch zeigte der Spielstand bei Abpfiff ein 2:1 für den FC Augsburg an. Wie kam dieses Ergebnis zustande?

Ganz einfach: Die Eintracht ließ all das vermissen, was sie ausmacht: Kampf, Leidenschaft und der unbedingte Wille zu gewinnen. Die Hessen fanden kaum ins Spiel rein, leisteten sich in allen Mannschaftsteilen überflüssige Fehler. Am Ende bleibt eine unkonzentrierte Leistung, die auch gegen die bisher schwach agierenden Augsburger nicht ausreichte.

Somit stellten sich die Adlerträger selbst ein Bein und die Gastgeber mussten nicht einmal eine Glanzleistung abliefern, um drei Punkte im heimischen Stadion einfahren zu können. Lange Bälle über das ganze Spielfeld reichten aus, um die Frankfurter Abwehr auszuhebeln.

Dies ist ohnehin das Mittel der Wahl gegen die Eintracht, deren Außenverteidiger prinzipiell sehr weit vorne stehen, um die Offensive tatkräftig zu unterstützen. Das Problem dabei: Die Dreierkette steht hinten somit relativ breit und offenbart einige Lücken. Wenn da die Abstimmung nicht hundertprozentig passt, wird es gefährlich bei Kontern und eben bei langen Bällen.

Ob das die Augsburger so geplant hatten oder aber die Schwachstelle der Frankfurter dem Spielstil der Augsburger lediglich perfekt entgegenkommt, bleibt offen.

Ohne Heldentaten von Trapp ganz zu Beginn der Partie und Hinteregger, der einmal auf der Linie rettete, hätte es den bayrischen Schwaben durchaus gelingen können, noch mehr als zwei Tore (Richter, 36. Min; Niederlechner, 43. Min) zu erzielen.

https://www.youtube.com/watch?v=asHITJYjM5c

 

Zwar brachte Gonçalo Paciência in der 73. Minute noch den Anschlusstreffer im Augsburger Kasten unter, mehr sollte den Frankfurtern vor dem Tor aber nicht gelingen.

Neuzugang André Silva feierte sein Startelf-Debüt an der Seite von Landsmann Paciência, jedoch konnte er dieses nicht mit einem Treffer krönen. Positiv lässt sich neben seinem allgemeinen Engagement auch Silvas Können am Ball hervorheben. Seine technischen Stärken blitzten über das Spiel hinweg immer wieder auf. Negativ fallen dabei die wenigen Torabschlüsse und die fehlende Torausbeute auf.

Der ineffiziente Sturm sollte aber nicht das einzige Problem sein, das die Frankfurter hatten. Auch im Mittelfeld lief an diesem Nachmittag wenig zusammen. Djibril Sow, der ebenfalls sein Startelf-Debüt feiern durfte, fand keinen Zugriff auf das Spiel und fiel eher durch Fehlpässe auf, als durch clevere Ideen, um seine Mitspieler in Szene zu setzen.

Für ihn kam zur Halbzeit dann auch Dominik Kohr, der einer der wenigen war, die eine gute Partie ablieferten. Sonst eher als Stabilisator bekannt, dribbelte der 25-Jährige gleich zwei Augsburger gekonnt aus und legte den Ball auf Paciência ab, der anschließend das einzige Frankfurter Tor an diesem Nachmittag erzielte.

Ebenfalls vergleichsweise gut agierte Martin Hinteregger. Dass den Rückkehrer an seiner alten Wirkungsstätte kein besonders netter Empfang erwartete, war abzusehen, verlief sein Abschied von dort doch nicht ganz reibungslos. Trotzdem gewann der Österreicher eine Vielzahl an Zweikämpfen, sah beim 1:0 dafür leider gar nicht gut aus.

Dass die Frankfurter Abwehr merklich instabil war, lag vor allem auch an Kapitän David Abraham, der eine unzureichende Leistung ablieferte. Für die Zukunft wäre es zumindest eine Überlegung wert, dem jungen Evan N’Dicka den Vorzug zu geben.

Außerdem fiel das Fehlen vom vor der Partie erkrankten Filip Kostic deutlich ins Gewicht. So klasse, wie Chandler als Typ sein mag, ein adäquater Ersatz für den pfeilschnellen Serben ist er leider bei Weitem nicht. Kostics Impulse nach vorne wurden schmerzlich vermisst, beschäftigt er doch sonst die gegnerischen Außenverteidiger unermüdlich.

Anstehendes Topspiel vor Topkulisse

Es bleibt zu hoffen, dass der Außenbahnspieler rechtzeitig zum Europa-League-Heimspiel gegen den FC Arsenal genesen ist. Denn eines ist klar: Um dort zu bestehen, ist eine ganz andere Leistung nötig.

Hoffnung macht, dass es gegen die Gäste aus London ein komplett anderes Spiel werden wird. Zumal auch Arsenal ein mäßig erfolgreiches Wochenende verbrachte. Nur dank Torhüter Leno konnte ein 2:2 Unentschieden gegen Watford gerettet werden, nachdem die Gunners einen 2:0 Vorsprung verspielten.

Außerdem liegen der Eintracht Gegner, die mitspielen, deutlich besser als Mannschaften wie Augsburg. Und die besondere Atmosphäre, die bei magischen Europapokalnächten im Waldstadion ohnehin immer herrscht, ist nicht zu Unterschätzen. In den meisten Fällen löst diese nämlich eine Eigendynamik aus, die sowohl die Fans auf den Rängen als auch die Spieler auf dem Platz mitreißt.

So oder so ist, trotz Dämpfer in Augsburg, ganz Frankfurt heiß auf den Donnerstagabend, wenn einmal mehr hochkarätiger Besuch im heimischen Stadtwald empfangen werden darf…

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