Diese Woche… bei Eintracht Frankfurt, KW 5

Von Patricia Seiwert

Leidenschaft schlägt das, was dem Fußball Leiden schafft

Nachdem Eintracht Frankfurt zum Rückrundenstart drei Punkte aus Hoffenheim entführen konnte, war am Wochenende Tabellenführer RB Leipzig zu Gast. Selbstredend wurde ein gänzlich anderes Spiel erwartet, als noch gegen die TSG.

Ein bekanntes Muster aus der Hinrunde zeigte sich in dieser Partie. Die Eintracht brachte zwei ziemlich unterschiedliche Halbzeiten aufs Feld. Die erste Spielhälfte war geprägt von Leipziger Überlegenheit, Glück und Kevin Trapp.

Bis auf einen einzigen Abschluss von Innenverteidiger Abraham ging der Eintracht die Torgefahr in Halbzeit eins gänzlich ab.

Vielmehr waren die Hessen damit beschäftigt, das eigene Tor sauber zu halten. Besonders mit Nkunku hatte Touré zuweilen seine Schwierigkeiten.

Glücklicherweise war Kevin Trapp auch an diesem Spieltag in bestechend guter Form, parierte einige Male stark. Neben Kevin Trapp, konnte die Hütter-Elf auch den schwachen Abschlüssen der Leipziger danken. Denn trotz aller Dominanz, die die Gäste ausstrahlten, war die Gefahr vor dem Frankfurter Tor überschaubar.

Aus der Kabine kamen die Gastgeber dann aber mit neuem Schwung, bemühten sich zunehmend auch um Offensivaktionen. Dass die Hessen bereits drei Minuten nach Wiederanpfiff in Führung gehen sollten, ließ der bisherige Spielverlauf mitnichten vermuten. Und der Führungstreffer konnte sich sehen lassen. Almamy Touré bretterte den Ball per Direktannahme und mit voller Wucht ins Leipziger Tor. Dass ihm solch ein ansehnlicher Treffer gelingen würde, damit hatte der Verteidiger wohl selbst nicht gerechnet.

Die Chance aufs 2:0 ließ Kostic zwar wenig später liegen, dennoch war klar: Mit der Eintracht ist zu rechnen.

Von Leipziger Offensivpower war im restlichen Spiel wenig zu spüren. Das lag vor allem an der erneut kompaktstehenden Frankfurter Abwehrreihe, die wenig zuließ. Die Eintracht verteidigte leidenschaftlich und geschlossen gegen den immer wieder vergeblich anrennenden Tabellenführer.

Ganz Frankfurt – mit hoher Wahrscheinlichkeit sogar große Teile Fußballdeutschlands – fieberte beim Stand von 1:0 dem Abpfiff entgegen, erfreut sich RB Leipzig doch bekanntlich eher weniger großer Beliebtheit. Immerhin war die Eintracht bis zu diesem Zeitpunkt gegen Leipzig zuhause ungeschlagen, wieso sollte diese Serie ausgerechnet an diesem Samstagnachmittag reißen?

Scheinbar fand auch das Schicksal auf diese Frage keine Antwort und so sollte Filip Kostic, der besonders in der zweiten Halbzeit auffällig aktiv war, die Partie kurz vor dem Abpfiff mit seinem Treffer zum 2:0 abrunden. Die Vorlage lieferte der eingewechselte Paciência, dessen Lauf- und Zweikampfbereitschaft die Schlussphase der Frankfurter bereicherte.

Mit dem recht unerwarteten, aber durch den cleveren Auftritt in Halbzeit zwei nicht ganz unverdienten Sieg, sichert sich Eintracht Frankfurt vorläufig mit Platz 9 einen einstelligen Tabellenplatz – für die Augen der Fans ein zufriedenstellender Anblick.

Transfermarktflaute und Personalentscheidungen

Tabellenführer schlagen kann die Eintracht also. Aber kann sie auch Wintertransfers? Bisher muss die Antwort darauf zum Unmut weiter Teile der Fans „nein“ lauten. Zwar äußerte sich Fredi Bobic zuletzt zu seinem Vorhaben auf dem Transfermarkt zumindest aktiv zu suchen, dennoch verzeichnet die Eintracht bisher keinen Winterneuzugang.

Außerdem sind einige Fans darüber verwundert, auf welcher Position Bobic laut eigener Aussage tätig werden möchte. So soll Verstärkung für das zentrale Mittelfeld gesucht sein, wo die Eintracht doch eigentlich – trotz des Ausfalls von Gelson Fernandes – recht breit besetzt ist.

Als viel dringlicher werden immer noch Verstärkungen auf dem rechten Flügel sowie in der Innenverteidigung angesehen. In der Innenverteidigung eben wegen der Systemumstellung auf die Viererkette und auf dem rechten Flügel, da dort momentan Timothy Chandler spielt, der seine Sache in den letzten beiden Spielen zwar solide machte, jedoch als gelernter Außenverteidiger eigentlich nicht als Dauerlösung geeignet ist. Ein klassischer Gegenpart zu Filip Kostic, der die linke, offensive Seite bespielt, findet sich im Kader der Eintracht bisher nicht.

Dennoch verkündete Eintracht Frankfurt vor dem Spiel gegen RB Leipzig zwei Personalentscheidungen. Zum einen verlängerte Stürmer Gonçalo Paciência seinen Vertrag vorzeitig um ein Jahr bis 2023.

Zum anderen gab Eintracht Frankfurt – zu einem relativ unerwarteten Zeitpunkt – bekannt, dass die Zusammenarbeit mit Torwarttrainer Manfred „Moppes“ Petz im Einvernehmen beendet wird – nicht zum Sommer, sondern sofort. Jan Zimmermann, bis dahin noch 4. Torwart der Frankfurter, übernimmt den Posten von nun an.

Dass die Eintracht sich neu orientieren möchte, sickerte bereits durch. Dennoch war eher zu erwarten, dass die Saison noch gemeinsam beendet wird, bevor sich die Wege trennen. Nun soll oder will sich Moppes Petz wohl doch schon früher beruflich neu ausrichten.

Die „Hals über Kopf“-Verkündung ließ viele Fans mit Fragezeichen über dem Kopf zurück. Was führte zu einer solch übereilten Trennung mitten in der Saison? Die genauen Gründe sind unbekannt.

Petz stand seit 2011 bei Eintracht Frankfurt unter Vertrag. Der Sympathieträger erfreute sich großer Beliebtheit bei Spielern und Fans. Unvergessen ist seine Performance auf dem Römerbalkon nach dem DFB-Pokalsieg 2018, als er  spontan ein Liedchen trällerte.

Schwarz, weiß, rot – Das sind unsere Farben

Frohe Kunde gab es auf der Mitgliederversammlung am vergangenen Sonntag.

Besonders das Thema Stadionausbau traf auf interessierte Ohren. Ab 01. Juli 2020 übernimmt die Eintracht das Stadion als Dauermieter und somit auch als Betreiber. Es wird eine Miete von 8 Millionen Euro jährlich fällig, jedoch erhält die Eintracht auch alle Einnahmen.

Die Stadt hat dem Ausbau des Stadions zugestimmt. Vor allem mehr Stehplätze soll es geben. Auch die Digitalisierung soll vorangetrieben werden, beispielsweise mit einem neuen Videowürfel – längst überfällig, sah man doch auf Teilen des alten Würfels kaum noch was. Auch einen neuen Caterer wird es geben.

Eine Herzensangelegenheit für Eintracht-Anhänger sind auch die Pläne, das Stadion endlich in Vereinsfarben zu schmücken. Statt blau und gelb, sollen nun endlich die Farben schwarz, weiß und rot erstrahlen.

Und es wird noch besser: Der leidliche Name „Commerzbank-Arena“ könnte bald Geschichte sein, denn Eintracht Frankfurt darf auch die Namensrechte für das Stadion neu verhandeln. Sicher ist bezüglich der Namensfindung aber noch nichts. Wer weiß, vielleicht dürfen sich die Frankfurt-Fans ja bald auch offiziell wieder zahlreich im „Waldstadion“ versammeln.

Bloß nicht stolpern

Während das Wintertransferfenster aus Fan-Sicht bisher unbefriedigend ausfällt, stellt der gelungene Rückrundenstart die Anhänger sehr zufrieden.

Am kommenden Samstag sind die Frankfurter bei Fortuna Düsseldorf zu Gast. Der Tabellenletzte entließ am Mittwoch Cheftrainer Friedhelm Funkel.

Trotz „Trainereffekt“ sollten die Düsseldorfer die Eintracht vor keine Mammut-Aufgabe stellen, vor allem, da die letzten 4 Spiele zugunsten der Frankfurter ausgingen. Dennoch darf das Spiel nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Denn die Adlerträger tun sich traditionell schwer, gegen die vermeintlich kleineren Gegner. Wichtig ist, dass die beiden erfreulichen Siege gegen Hoffenheim und Leipzig nun durch Punktgewinne gegen Düsseldorf und Augsburg, quasi ein gefühlter Angstgegner der Hessen, vergoldet werden. Besonders, wenn die Eintracht sich in der oberen Tabellenhälfte behaupten möchte.

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