Diese Woche… bei Rot-Weiss Köln, KW 2

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Von Markus Lehnen

Frohes neues Jahr
Ein frohes neues Jahr wünsche ich an dieser Stelle allen Lesern! Nach einer Woche Pause geht es also zum ersten Mal in 2020 um die Hockeydamen und Herren von Rot- Weiss Köln. Ich schreibe bereits am Montag, das Spiel der Herren am Dienstag gegen Düsseldorf behandel ich dann nächste Woche. Also nicht wundern, wenn ihr diesen Blog am Mittwoch oder danach lest, dass dieses Spiel hier nur unter Ausblick auftaucht.

5. Spielwochenende 1.Damen
Samstag 4.1.: Crefelder HTC- Rot- Weiss Köln 4:5 (0:3)
Zum ersten Spiel im Olympiajahr 2020 reiste ich am Samstag nach Krefeld. Freundlicherweise wurde mir auch für das wichtige Auswärtsspiel der 1. Damen in der Glockenspitzhalle eine Freikarte zur Verfügung gestellt. Vielen Dank an dieser Stelle an die Verantwortlichen des Crefelder HTC!

Handelt es sich bei der Rot- Weiss Halle um eine reine Hockeyhalle wird in Krefeld u.a. auch Handball gespielt. Die Halle ist recht groß, vielleicht sogar etwas zu groß für die Hallenhockey Bundesliga. Etwas gewöhnungsbedürftig sind die vielen Markierungen auf dem Feld, sowie die Ausmaße des Spielfelds in der großen Halle. Warum ich diesbezüglich die Hallenhockeyregeln etwas schwierig finde erwähne ich später.

Die Kölnerinnen, bei denen diesmal Maja Sielaff im Tor stand, begannen wie die Feuerwehr und konnten schon in der 2. Minuten zur 1:0 Führung treffen. Anschließend bot Krefeld immer wieder große Räume an, die Rot- Weiss aber zunächst nicht nutzen konnte. Nach der Weihnachtspause war das Spiel nach vorne noch ungenau, hinten ließ man allerdings so gut wie nichts zu. 1 Chance hatte Krefeld in der 5. Minute, weitere sollten bis zur Pause aber nicht dazu kommen. Mit Torhütern Sonja Thüner hatte der CHTC allerdings die überragende Spielerin der 1. Halbzeit in den eigenen Reihen. Immer wieder klärte die Torfrau, teils spektakulär, sämtliche Torschüsse der RWK Mädels. Ob hoch, tief, rechts oder links ins Eck, Thüner fand immer wieder eine Antwort. In der 22. Minuten musste sie sich nach zuvor 2 Paraden allerdings den immer stärker werdenden Domstädterinnen geschlagen geben, als Katharina Hüls zum 2:0 traf. Kapitänin Julia Busch erhöhte mit der Halbzeitsirene durch eine verwandelte Strafecke auf 3:0.

Als die ehemalige österreichische Nationalspielerin dann direkt nach der Pause sogar auf 4:0 erhöhte, schien das Spiel entschieden zu sein. Was jetzt passierte ist für den Zuschauer schwer zu verstehen, denn Krefeld drehte plötzlich auf während Köln völlig die Körpersprache verlor. Das Rot- Weiss Spiel wurde erst fahrig, spätestens nach dem 2:4 sehr nervös geführt. Bei einem der jetzt wenigen guten Angriffe verpasste man in der 42. Minute das leere Tor, auch weil die Abstimmung untereinander in dieser Phase nicht mehr passte. In der 49. Minuten fiel dann sogar der 3:4 Anschlusstreffer und das Spiel mündete in einer dramatischen Schlussphase.  Jetzt spielte nur noch Krefeld, doch Sielaff konnte den Ausgleich mehrfach verhindern.
3 Minuten vor Schluss nahm Krefeld die Torhüterin zugunsten einer 6. Feldspielerin vom Platz. Das Powerplay rächte sich allerdings, weil Lea Stöckel sich gegen 3 CHTC Spielerinnen stark durchsetzte und Hüls ihren präzisen Pass nur noch ins Tor schieben musste. So schön die Vorbereitung auch war, das Tor erzielte Lea Stöckel, anders als auf hockeyliga.de angegeben, nicht.

Wer dachte, dass das 5:3 die Entscheidung war irrte sich wieder, denn im Gegenzug traf Krefeld zum 4:5 mit noch gut 60 Sekunden auf der Uhr.

Was ich an dieser Stelle nicht so wirklich verstehe ist, wieso im Hallenhockey die Uhr nicht angehalten wird, wenn der Ball das Spielfeld verlassen hat. Wie auf den Bildern zu sehen ist, hat die Halle in Krefeld enorme Ausmaße. Da es auch keine Ballkinder gab, musste Julia Busch in einer Szene den Ball vom Hallenrand holen, was trotz Beeilen locker 20 Sekunden von der Uhr nahm. Da sie den Ball zur Ausführung warf, war sie dann sogar für gute 3 Sekunden nicht im Spiel. Solche Situation passierten so ähnlich immer wieder und ich fände es deutlich sinnvoller, wenn die Uhr angehalten wird. Auch weil Teams diesen Umstand, der halt durch die Örtlichkeit anders ist als in anderen Hallen, ausnutzen könnten.

Aber zurück zum spannenden Spiel: Da die Mädels von Rot- Weiss den Ball nicht lange genug halten konnten, kam es zur ultimativen Entscheidung, als den Gastgeberinnen mit Ablauf der Uhr eine letzte Strafecke zugesprochen wurde.
Strafecken werden auch nach Ablauf der Spielzeit noch ausgeführt, und so hang es an dieser Situation, ob Köln 3 oder nur 1 Punkt aus Krefeld mitnehmen konnte.

Ausführung, 1. Schützin legt ab in die Mitte, Schuss- geblockt! Sieg Rot- Weiss Köln. Durchaus laut konnte der unter den 150 Zuschauern zahlreich erschienene Kölner Anhang (inklusive vieler Spielerinnen der Feldsaison) jubeln.

Insgesamt war es ein verdienter Sieg für die Domstädterinnen. Allerdings nur aufgrund der 1. Halbzeit, in der  ich stolze 12:1 Chancen zählte. In der 2. drehte sich hier das Bild und ich kam auf 10:5 Chancen pro Krefeld. Eine Strafecke konnte Köln in der 2. Halbzeit gar nicht mehr erzwingen. Und so wurde es ein Zittersieg mit einem unerklärlichen Einbruch, aber eben auch ein wichtiger Sieg, da Konkurrent Mülheim in Krefeld nur 1 Punkte holte.
In jedem Fall war es für mich ein gelungener Auswärtstrip an den Niederrhein.

Sonntag, 5.1.: Club Raffelberg- Rot- Weiss Köln 2:2 (0:2)
Den so wichtigen Vorsprung auf Mülheim verspielten die 1. Damen von Rot- Weiss dann aber am Sonntag beim Spiel in Duisburg gegen den Club Raffelberg. Ohne Stream und nicht vor Ort verweise ich hier wieder gerne auf hockeyliga.de:  https://www.hockeyliga.de/index2.php?data[page]=spielberichte&data[gameid]=jvgjte .
Auch diesmal konnten die Kölnerinnen in Führung gehen und sogar nachlegen, beide Tore erzielte Katharina Hüls.  Für Trainer Markus Lonnes war es vor allem der schlechten Chancenverwertung in der 1.Halbzeit  zuzuschreiben, dass am Ende nur 1 Punkt aus dem Gastspiel im Ruhrgebiet heraussprang. Denn anders als am Vortag konnte der Vorsprung diesmal nicht gehalten werden. 2mal Suzan Steinhoff sorgte in der 40. und 44. Minuten für den 2:2 Ausgleich und auch wenn sich das junge Team von Markus Lonnes noch einmal fing, den Siegtreffer konnten sie nicht mehr erzielen.
Da Uhlenhorst Mülheim gleichzeitig gegen Krefeld gewann ist der 2 Punkte Vorsprung auf den Playoffkonkurrenten nun weg und man liegt aufgrund des schlechteres Torverhältnisses nur noch auf Platz 3 in der Weststaffel. Beide Teams haben mit 14 Punkten 7 Punkte Vorsprung auf Krefeld und 7 Rückstand auf Düsseldorf.
Damit folgt am Samstag das Auswärtsspiel in Bonn, in dem ein Sieg Pflicht ist, bevor es am Sonntag im vorletzten Saisonspiel zum vorgezogenen Finale um Platz 2 gegen Uhlenhorst Mülheim kommt. Statt eines Unentschieden, braucht es nun am Sonntag ab 12 Uhr in der RWK Halle am Olympiaweg aber zwingend einen Sieg.

5. Spielwochenende
Sonntag, 5.1.: Blau- Weiss Köln- Rot- Weiss Köln 1:2 (0:1)
https://www.hockeyliga.de/index2.php?data[page]=spielberichte&data[gameid]=88eunt
Auch beim Kölschen Derby konnte ich am Sonntag leider nicht vor Ort sein. Schade, denn 500 Zuschauer haben sicherlich eine super Stimmung verbreitet. Das Spiel selbst lebte vor allem von den beiden Torhütern. Und so lobte RWK Trainer Andere Henning auch explizit Nationaltorhüter Victor Aly, der nur einmal hinter sich greifen musste.
Die RWK Tore erzielten Johannes Große in der 30. Minute und Florian Pelzner in der 53. Minuten jeweils durch Strafecken. Lukas Krüger konnte in der 49. Minuten zwischenzeitlich ausgleichen.
Mit dem Sieg hat man Blau- Weiss nun vorentscheidend auf 6 Punkte distanziert. Uhlenhorst Mülheim schlug Krefeld mit 6:3 und liegt bei einem Spiel weniger nun 3 Punkte (13 Punkte) hinter Rot- Weiss (16) auf Platz 2. Krefeld hat mit 12 Punkten nun schon 4 Punkte Rückstand.  Es sieht also sehr gut aus mit den Playoffs für die RWK Jungs, wenn die beiden Pflichtsiege gegen Düsseldorf am Dienstag in eigener Halle und am Freitag in Mönchengladbach eingefahren werden. Das Finale um Platz 1 dürfte dann diesen Sonntag ab 14 Uhr in der RWK Halle steigen, wenn der Dauerrivale aus Mülheim in Köln gastiert.

Rot- Weiss in der Kölnischen Rundschau
Einen ausführlichen Bericht über die Jugendarbeit bei Rot- Weiss Köln gab es in der Kölnischen Rundschau. Auf deren Homepage habe ich den Artikel leider nicht gefunden, deswegen an dieser Stelle der Instagramlink vom Verein: https://www.instagram.com/p/B6qNa5OouBU/?utm_source=ig_web_button_share_sheet

Wird der Hockey von den Kölner Medien (bzw. der Medie, denn Medien in Köln, das ist im Grunde ausschließlich DuMont) sehr stiefmütterlich behandelt, so ist dies doch mal eine nette Ausnahme.

Wie es weitergeht
Bereits am Dienstag, dem 7.1. kommt bei den 1. Herren zum Rückspiel gegen den Düsseldorfer HC. Das Spiel, bei dem ich auch vor Ort sein werde, beginnt um 20 Uhr in der Rot- Weiss Halle am Olympiaweg.
Ebenfalls eher ungewöhnlich ist die Anstoßzeit am Freitag um 20 Uhr in Gladbach beim Gladbacher HTC. Die Damen spielen am Samstag um 16:15 Uhr in Bonn beim Bonner THV.
Am Sonntag steigt dann das Highlight der diesjährigen Rot- Weiss Hallensaison, wenn erst die Damen ihr vorletztes aber wohl entscheidendes Ligaspiel (12 Uhr) und dann die Herren das wohl große Finale um Platz 1 in der Weststaffel (14 Uhr), jeweils gegen Uhlenhorst Mülheim, bestreiten. Am Sonntag werde ich natürlich auch vor Ort sein und ich hoffe diesmal wird die 300 Zuschauer Marke bereits beim Damenspiel geknackt. Wichtig ist es ohne Frage, und die Mädels haben die Unterstützung der Kölner und Kölnerinnen verdient.
Nächste Woche gibt es dann einen XXL Blog, wenn ich über 5 Spiele und die kommende Hallen EM berichten werden.
Bis dahin eine schöne Woche, einen weiterhin guten Start in 2020 und am Sonntag brav zu den Spielen an den Olympiaweg kommen!

Mit wie immer sportlichen Grüßen
Markus Lehnen


3 thoughts on “Diese Woche… bei Rot-Weiss Köln, KW 2

    • Das ist in der Tat eher die Regel als die Ausnahme, auch auf dem Feld. In diesem Fall sind die Wege noch recht kurz, aber es kann auch vorkommen, dass die Teams Samstags in Köln und Sonntags um 12 in München spielen müssen.
      In der Regel wird geschaut, dass z.b bei Spielen in Hamburg oder Mannheim gegen 2 Teams von dort an einem WE gespielt wird, das geht aber nicht immer.
      Der Berliner HC hatte bei den Damen diese Saison z.b schon eine Reise von Berlin nach Rüsselsheim, dann nach Düsseldorf und direkt wieder nach Berlin zurück mit Samtagmorgen los Sonntagabend wieder in Berlin. In dem Fall per Bus, oft wird auch in Kleinbussen von Spielern/Spielerinnen auch noch selbst gefahren. Alles etwas anders als im Fußball, oder auch im Handball, Basketball, wo in der Regel weniger Gepäck als beim Hockey mitzuführen ist.

  1. Die 1.Herren von Rot-Weiss haben gestern übrigens Düsseldorf mit 13:3 (2:1) geschlagen. Spektakuläre 2.Halbzeit, Bericht dann nächste Woche im Blog.

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