Diese Woche… bei Rot-Weiss Köln, KW 37

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von Markus Lehnen

In eigener Sache
Zunächst einmal hoffe ich, dass ihr, liebe Leser, alle gesund und auch wirtschaftlich wie moralisch gut durch die Coronapause gekommen seid.

Als ich am 19. Januar, nach dem jeweils letzten Hallenspieltag der 1. Hockeydamen und Herren, die Rot- Weiss Anlage in Müngersdorf verließ konnte ich nicht ahnen, wie lange es dauern würde, bis ich wieder für ein Spiel zurückkehren werde. Immerhin stand die Rückrunde ab Ende März vor der Tür, und auch die 1.Tennisherren wollte ich von Ende Juni an bei allen Heimspielen besuchen. Es kam bekanntlich alles anders, nachdem  Covid 19 zuschlug und damit auch Tennis- und Hockeybundesliga erst einmal unmöglich machte.

So wurden die Instagramkanäle der Rot- Weiss Supporter, der KTCH Gastronomie sowie Telefonate mit dem Trainer der 1. Damen, Markus Lonnes, und dem Geschäftsführer, Robert Haake, zu meinen Informationsquellen über Rot- Weiss während der Coronazeit. Herzlichen Dank an dieser Stelle vor allem an Robert Haake und Markus Lonnes.

Nun habe ich in dieser Zeit einen Blog veröffentlicht. Das es am Ende nicht mehr wurden hang auch bei mir mit Zeitproblemen, aber auch dem ein oder anderem Motivationsproblem, das gebe ich gerne zu, zusammen. Ich fand es dazu unangebracht, wie üblich Blogs zu schreiben, während Spieler und Spielerinnen nicht mal ihrem Training nachgehen konnten. Die Sportwelt stand still und ich wollte nicht mit Business as usual so tun als wäre alles normal.
Covid 19 dominiert leider immer noch das Alltagsleben und auch den Sport in Deutschland und auf der ganzen Welt, aber die Sportwelt hat wieder Fahrt aufgenommen.

Und so konnten die Spieler- und Spielerinnen von Rot- Weiss am Sonntag, nach 231 Tagen, wieder vor heimischer Kulisse spielen und ich das Ganze mit fast der größten zugelassen Zuschauerzahl von 300 beobachten.

Was seitdem geschah
Kurz um einiges und insgesamt zu viel, um hier auf alles einzugehen. Das wichtigste ist wohl der neue Modus der Liga, denn durch die Covid- 19 Unterbrechung startete letzte Woche keine neue Saison, sondern die 2. von am Ende 3 Runden in der Saison 2019-2021. Das heißt, man macht jetzt da punkte technisch weiter, wo man im letzten Herbst aufgehört hatte. Nach der jetzigen Runde, die bis Ende Oktober geht, spielen alle Teams ab Ende März 2021 in ihren jeweiligen Sechsergruppen noch eine Runde ohne Rückspiel aus, wodurch dann am Ende nach 26 Spielen für alle Teams die Top 8 Teams für das Playoff Viertelfinale feststehen. Zu kompliziert? Ich werde immer mal wieder auf den Modus zurück kommen 😉

Kadertechnisch hat sich bei den 1. Damen so gut wie nichts getan. Das verwundert nicht, hatte man doch bereits vor der letzten Saison mit Pia Maertens, Nike Lorenz und Cecile Pieper u.a. 3 aktuelle deutsche Nationalspielerinnen verpflichtet und damit den Kader deutlich verstärkt. Positiv könnte sich auswirken, dass die traditionell große Gruppe eigener Nachwuchsspielerinnen wie Emma Boermans, Antonia Lonnes oder Maja Weber 1 Jahr älter geworden ist und trotz Covid- 19 mehr Erfahrung aufzuweisen hat, als letztes Jahr.

Einiges mehr ist bei den 1. Herren von Cheftrainer Andre Henning passiert. Leider verließen die beiden deutschen Nationalspieler Jonas Gomoll und Victor Aly den Verein in Richtung Berliner HC und Polo Club Hamburg. Routinier Jan Fleckhaus beendete seine Karriere endgültig.

Die Verstärkungen für das aktuelle Team kamen vor allem aus den Beneluxländern. Der ehemalige niederländische U19 Coach Pasha Gademan verstärkt das Trainerteam. Mit Mink van der Weerden konnte ein Eckenspezialist und holländischer Nationalspieler verpflichtet werden. Aus Belgien stößt Vincent Vanasch zum Team. Der Welttorhüter von 2018 und Europameister von 2019 sollte diese Lücke, die der Abschied von Aly hinterlassen hat, schnell schließen können. Beide Spieler sind neben ihren sonstigen Erfolgen mit Olympiasilber (2012 Niederlande und 2016 Belgien) dekoriert. Glanz, den in der Zukunft möglicherweise der nächste Neuzugang, Elian Mazkour, an den Olympiaweg bringt. Der 19 Jährige kam vom ewigen Konkurrenten Uhlenhorst Mülheim und gilt als eines der größten deutschen Hockeytalente.

Viel verändert hat sich auch auf der Vereinsanlage. Diese heißt nun Rewe Sportpark und folgerichtig ist der Kölner Lebensmittelkonzern nun auch Hauptsponsor der 1. Herren. Zugegeben hatte ich am Sonntag oft das Gefühl es stünde der 1.FC Köln auf dem Platz, aber man wird sich sicher schnell an die neuen Trikots gewöhnen. Ebenso wie an das der Damen, die jetzt mit dem Versicherungskonzern Gothaer auf der Brust auflaufen.

Die beiden Wirte der Vereinsgastronomie Vaca Roja, Jose und Sven Rodriguez, blieben auch nicht untätig und brachten die Räumlichkeiten, wie die Speisekarte auf Vordermann. So wurde eine Wand geopfert, eine Hockeyschlägergarderobe gebaut, sowie die Terrasse Richtung Hockeyplätze mit einem schicken neuen Pavillon ergänzt, auch der frisch geschliffene Boden erscheint im neuen Glanz. Die Grillbratwurst ist dagegen, zurecht, ganz die alte.

Die Spiele
Herren, 8. Spielwochenende, Crefelder HTC- Rot- Weiss Köln  1:3 (0:2)
Ich richte mich diese Runde was die Spielwochenenden angeht ganz nach der hockeyliga.de Seite. Durch den Modus ist auch das alles etwas komplizierter geworden, so ist bei den Spielen jetzt fast  jedes Spiel ein eigenes Spielwochenende.

Der Auftakt, nach fast 10 Monaten Feldhockeybundesligapause, am Mittwochabend in Krefeld war noch ein Nachholspiel aus dem vergangenen Herbst. Rot- Weiss startete noch ohne Vincent Vanasch, dafür mit dem Youngster aus den eigenen Nachwuchs Joshua Onyekwue. Das Spiel ist recht schnell erzählt, zeigte Rot- Weiss doch eine gute Frühform gegen den Verfolger aus Krefeld. Die Tore markierten beim 3:1 Sieg die Topspieler Christopher Rühr (16. Minute) und 2 mal Neuzugang Mink van der Weerden mit seinen gefürchteten Strafecken (27. und 38.). Krefeld konnte in der 50. Minute nur noch verkürzen.

Herren, 8.Spielwochenende, Uhlenhorst Mülheim- Rot- Weiss Köln 3:1 (2:1)
Am Samstag ging es dann direkt weiter mit dem Topspiel beim Erzrivalen und amtierenden Meister Uhlenhorst Mülheim. Sozusagen der Clasico, zumindest des Herrenhockeys, in NRW. Wie überall in Nordrhein- Westfalen durften auch hier 300 Zuschauer zuschauen. In diesem Fall waren die Tickets bereits letzten Dienstag direkt nach Vorverkaufsstart vergriffen. Ausverkauft kling immer schön, aber vielleicht sind bald auch wieder mehr Zuschauer zugelassen.

Der Tabellenführer aus Köln begann ein gewohnt temporeiches und rassiges Spiel wie die Feuerwehr und konnte durch Thies Ole Prinz bereits in der 3.Minute in Führung gehen. Diese währte aber nur knapp 3 Minuten bis Malte Hellwig ausglich. Till Brock brachte den Tabellen 2. in der 18. Minuten in Führung, die Lukas Windfeder in der 37. Minute per Strafecke noch auf 3:1 ausbaute. Rot- Weiss konnte in einem jetzt teils ruppigen Spiel mit insgesamt 3 Grünen (2-1 Uhlenhorst) und 6 Gelben Karten (3-3)  aber nicht mehr entscheidend vor das Tor der Mülheimer kommen und verlor Spiel und Tabellenspitze an den Rivalen aus dem Ruhrgebiet.

Dementsprechend unzufrieden zeigte sich Trainer Andre Henning nach dem Spiel, der vor allem die fehlende Passqualität und die Zweikampfführung seines Team kritisierte.

Damen, 8.Spielwochenende, Rüsselsheimer RK- Rot- Weiss Köln 1:6 (0:4)
Am Samstag starteten auch die Mädels von Rot- Weiss in die aktuelle Runde. Vor immerhin 250 Zuschauern ging es in Rüsselsheim gegen den Aufsteiger und aktuellen Tabellen 9. Die Kölnerinnen, die vor der langen Pause auf Platz 5 insgesamt und Platz 3 in ihrer Staffel lagen, waren also als deutliche Favoritinnen in die Opelstadt gefahren.

Diese Rolle konnte die Domstädterinnen von Anfang an mit druckvollem Spiel gerecht werden und bereits in der 1. Halbzeit durch Rebecca Grote (6.Minute), Camille Nobis (10.), Julia Busch (19.-kurioserweise analog zu ihrer Rückennummer) und Emma Boermans (27.) eine 4:0 Führung auf das Scoreboard bringen. In der 2. Halbzeit ließ man zum Unmut von Trainer Markus Lonnes die Zügel etwas schleifen, traf aber durch Katharina Hüls (33.) und Toptorschützin Pia Maertens noch 2 mal, ehe Pauline Heinz in der Schlusssekunde den 1:6 Ehrentreffer markierte. Da der Club an der Alster in Düsseldorf verlor gingen die RWK Mädels in der Tabelle an den Hamburgerinnen vorbei auf Platz 2.

Herren, 9. Spielwochenende, Rot- Weiss Köln- Nürnberger HTC 3:0 (0:0)
Am Sonntag ging es für mich also nach langer Zeit wieder auf die Rot- Weiss Anlage am Olympiaweg. Alles ein wenig anders mit Registrierungen in schriftlicher oder elektronischer Form (e Guest) und Mund- Nasen Schutz Pflicht im Bar- und Toilettenbereich, aber ansonsten war das Gefühl vor Ort eigentlich wie immer. Eintritt war dieses Mal nicht zu zahlen, da Rot Weiss die Organisation Right to Play unterstützt und statt dem Eintritt um eine Spende für besagte Organisation, deren Ziel es ist, weltweit mit Hilfe von Spiel- und Sportprogrammen von Krieg, Armut und Krankheit betroffene Kinder zu fördern und ihre Lebensqualität zu verbessern, bat.

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Wir sind extrem stolz, unsere Kooperation mit @righttoplaydeutschland bekannt geben zu dürfen. Die internationale Kinderhilfsorganisation hat sich zum Ziel gemacht, weltweit mit Hilfe von Spiel- und Sportprogrammen von Krieg, Armut und Krankheit betroffene Kinder zu fördern und ihnen lebenswichtiges Wissen und Fähigkeiten zu vermitteln. Unsere Damen- und Herren-Bundesligateams werden das Logo von Right To Play in der neuen Saison auf den Trikots und Hosen tragen. Zudem sind verschiedene Spenden-Aktionen geplant. Zum Start wird Rot-Weiss am ersten Heimspieltag am kommenden Sonntag auf alle Eintrittsgelder verzichten und bittet die Zuschauer stattdessen um Spenden. Link zur ausführlichen Mitteilung ➡️ Bio

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Im Spiel selbst dominierten zunächst etwas überraschend die Jungs in den roten Trikots. Das waren aber diesmal nicht die Gastgeber, sondern die Gäste aus Nürnberg, die in der Anfangsphase 3mal am starken Kölner Keeper Joshua Onyekwue scheiterten. Nach und nach erarbeitete sich Köln danach leichte Vorteile, konnte aber vor der Pause nicht mehr treffen.

In der 2. Halbzeit wurde der Druck des Teams von Trainer Andre Henning aber immer größer und so konnte Thies Ole Prinz in der 43. Minute das verdiente wie sehenswerte 1:0 erzielen.
Leichte Kritik an dieser Stelle, und vielleicht ja auch eine (weitere) Daseinsberechtigung dieses Blogs 😉 , an www.hockeyliga.de , die das 2:0 durch Elian Mazkour Nürnberg zuschreiben und das Spiel 2:1 enden lassen. Natürlich spielt Mazkour für Rot- Weiss und sein Treffer in der 54. Minute markierte das 2:0. Die Domstädter  hatten jetzt noch viele weitere Chancen, ich zählte ganze 10 in Halbzeit 2, konnten aber nur noch eine weitere Gelegenheit durch Christopher Rühr zum letztlich souveränen 3:0 Endstand verwerten. Damit bleibt man Tabellen 2. in der Liga und mit 4 Punkten Vorsprung 1. in der Staffel B vorm Mannheimer HC.

Damen, 9.Spielwochenende, Rot- Weiss Köln- Harvestehuder THC 0:3 (0:1)
Zum Abschluss des langen Hockeywochenendes setzte es leider eine herbe Enttäuschung für die ambitionierten 1.Damen von Rot- Weiss. Gegen das Mittelfeldteam aus, natürlich, Hamburg setzte es eine herbe und vor allem in der Höhe unerwartete 0:3 Niederlage. Dabei begannen die Kölnerinnen das erste von drei Spielen in Serie gegen Hamburger Teams (dieses Wochenende bei Großflottbek und Club an der Alster) durchaus kontrolliert. Hinten stand man sehr dicht, das Aufbauspiel war durchaus flüssig. Erst im letzten Drittel bekam man Probleme mit der guten Hamburger Defensive und auch eine Strafecke konnte nicht genutzt werden. Harvestehude wurde nun gefährlicher, aber das 0:1 durch die Ex RWK Spielerin Franziska Hauke kam in der 20. Minuten durch eine Ecke durchaus überraschend.
Der unzufriedene Markus Lonnes schwörte in der Halbzeitpause sein Team nochmal ein, doch der 1.Angriff der 2. Halbzeit wurde nach einem Stockfehler und einem verpassten hohen Ball sofort ein Konter der Hamburgerinnen, der zum 0:2 durch Emma Nolting führte. Diese erkannten die Kölner Probleme und konnten nur 4 Minuten später durch eine Strafecke von Laura Saenger mit dem 3:0 die Vorentscheidung erzielen. Allerdings ging eine Kölner Spielerin (Julia Busch? Zumindest führte sie den Protest über das Tor an) bei dieser Ecke zu Boden was durchaus wie ein Foul aussah, allerdings von meiner Position 30 Meter entfernt nicht abschließend zu beurteilen ist. In der Folge erschienen mir viele Schiedsrichterentscheidungen durchaus zweifelhaft, allerdings bin ich mir sehr sicher, dass die Rot- Weiss Niederlage an diesem Tag nicht den Unparteiischen anzukreiden ist. Im Schlussviertel versuchten die Kölnerinnen nochmal alles, mehr als ein satter Lattenschuss von Pia Maertens sollte aber an diesem gebrauchten Sonntagnachmittag nicht mehr gelingen.

Da der Club an der Alster allerdings auch sein 2. Spiel an diesem Wochenende, durchaus überraschend, in Mülheim verlor bleiben die RWK Mädels auf Platz 2 in Staffel A und Platz 4 in der Liga. Das ärgerliche an der Niederlage ist, dass der Puffer auf Alster nun weiter nur bei 2 Punkten liegt, bevor es am Sonntag zum richtungsweisenden Spiel in Hamburg gegen eben den Club an der Alster kommt. Wichtig ist Platz 2, da dieser im Viertelfinale das Heimrecht im Rückspiel sichert.

Wie es weitergeht
Die Liga nimmt wieder volle Fahrt auf und hat auch nächstes Wochenende einen Doppelspieltag zu bieten. Dabei geht es für Damen wie Herren in die Hansestadt Hamburg. Die Herren spielen am Samstag bei Harvestehude und am Sonntag in Großflottbek, die Damen spielen am Samstag in Großflottbek und am Sonntag zum Topspiel beim Club an der Alster. Zumindest dieses Spiel ist am Sonntag ab 12 Uhr über diesen Link (Kanal vom CadA) per Livestream zu verfolgen:

Sollte ich weitere Streams finden, werde ich diese im Laufe der Woche unter dem Blog posten. Sollte jemand von euch einen haben: Ebenfalls bitte Posten!
Das gleiche gilt natürlich für Anregungen, Lob und Kritik! Ich habe mich sehr gefreut, dass ich am Sonntag endlich wieder Livesport sehen konnte und natürlich auch, dass hier wie einst gewohnt darüber berichten kann. Hoffen wir das alles wie geplant stattfinden kann, und vor allem bleibt alle gesund! Man sieht sich bei den nächsten Heimspielen.

Bis nächste Woche, Markus Lehnen

 

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