Diese Woche… bei Rot-Weiss Köln, KW 3

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Von Markus Lehnen

Action, Action, Action
Gerade mal Kalenderwoche 3 im neuen Jahrzehnt und schon war rund um die Hockeyteams von Rot- Weiss Köln einiges los. Über 5 Spiele gilt es zu berichten. Damit dieser Blog nicht zu lang wird, werde ich mich bei den meisten Spielen eher kurz halten. Längere Spielberichte könnt ihr, wie gewohnt, auf https://www.hockeyliga.de/index2.php?data[page]=home nachlesen. Bei den Spielen gehe ich diese Woche chronologisch vor, wir starten also am…

Dienstag, 7.1., 1. Herren: Rot- Weiss Köln- Düsseldorfer HC 13:3 (2:1)
Da die Herren von Rot- Weiss noch vor der Hallen EM in Berlin ihre reguläre Saison abschließen mussten, standen in der letzten Woche 3 Spiele für die Kölner auf dem Spielplan. Los ging es bereits am Dienstagabend mit dem Derby gegen Düsseldorf. Die Herren vom DHC nicht so stark einzuschätzen wie die Damen, zeigten aber in der 1. Halbzeit, dass sie durchaus nicht zu unterschätzen sind. Die Jungs von Trainer Andre Henning kamen schwer ins Spiel, das 1:0 von Scholten konnte noch ausgeglichen werden und vor der Halbzeit traf nur noch Johannes Große mit der einzigen Strafecke. Bei einem 13:3 wirkt es anders, aber mit der Spieler des Spiels war schon nach Halbzeit 1 Torhüter Victor Aly, der ein ums andere Mal überragend hielt. Kurz vor Ende erhielt er bei seiner Auswechslung den verdienten Applaus und Youngster Joshua Onyekwue konnte sein Bundesligadebüt für Rot- Weiss feiern.  Onyekwue ist im November gerade erst 17 geworden und steht stellvertretend für die erfolgreiche Jugendarbeit des Vereins.

Halbzeit 2 sollte völlig anders laufen als Halbzeit 1. Bis zum 3:2 blieb es vor 120 Zuschauern in der KHTC Halle noch eng, dann brachen alle Dämme. Köln war nun in allen Belangen besser und schaffe es in 16 Minuten 9 mal zu treffen. Mit der Schlusssirene erhöhte Gomoll sogar noch auf 13:3. Am Ende 1 von 5 Treffern des an diesem Abend ebenfalls überragenden Kölners. Auch Florian Pelzner und Florian Scholten konnten sich doppelt die Torschützenliste eintragen.
Insgesamt sah ich live vor Ort ein komisches Spiel mit 2 völlig unterschiedlichen Halbzeiten, in dem aber auch deutlich zu sehen war, wie schnell sich ein Hallenhockeyspiel verändern kann und wie wenig im Zweifel auch größere Vorsprünge wert sind.

Da auch Uhlenhorst Mülheim gewann, behielt Köln die Tabellenführung, bei allerdings auch ein Spiel mehr.

Freitag, 10.1, 1. Herren: Gladbacher HTC- Rot- Weiss Köln 3:5 (2:4)
Bereits am Freitagabend folgte der nächste Sieg für die Domstädter, die damit den Einzug in die Playoffs klar machen konnten. Vor stimmungsvoller Kulisse, die 400 Zuschauer am Freitagabend verbreiteten war es vor allem ein Arbeitssieg, der zum 5:3 führte. Andre Henning sprach von einer der nicht besseren Leistung seines Teams, aber am Ende konnte Köln ab der 35. Minute ein 1 Tore Vorsprung halten, der dann kurz vor Ende noch zum 2 Tore Sieg ausgebaut werden konnte. Jonas Gomoll (2 Tore), Florian Pelzner, Johannes Große und Benedikt Swiatek trafen für Rot- Weiss beim engen Sieg über die abstiegsbedrohten Gladbacher, die aber in 2 Wochen mit einem Punkt zu Hause gegen Krefeld noch den Abstieg vermeiden können. Auch Mülheim siegte, und so war es angerichtet für das vorgezogene Finale um Platz 1 am Sonntag in der KHTC Halle am Olympiaweg.

Samstag, 11.1, 1.Damen: Bonner THV- Rot- Weiss Köln 1:3 (0:1)
Vorher hatten aber die 1. Damen ihre Pflichtaufgabe in Bonn zu lösen, bevor es auch für sie gegen Uhlenhorst um die Vorentscheidung ging.

Gegen die defensiven Bonnerinnen taten sich die Domstädterinnen etwas schwer, führten aber durch eine verwandelte Ecke von Julia Busch bereits nach 2 Minuten und gaben diesen Vorteil nicht mehr her. Mit der Kapitänsbinde scheint Busch auch ihren Torriecher gefunden zu haben, steht sie doch aktuell zusammen mit Camille Nobis (beide 6 Tore) auf Platz 1 der internen Torschützenliste. Lea Stöckel sorgte direkt nach dem Anpfiff der 2. Halbzeit für das 2:0 und damit die Vorentscheidung. Antonia Lonnes erhöhte noch auf 3:0, Simca Schön konnte für Bonn nur noch verkürzen.

Parallel zum Kölner Spiel in Bonn konnte Mülheim zu Hause gegen Düsseldorf gewinnen, was die Ausgangssituation für den Sonntag, aus Kölner Sicht, nicht gerade verbesserte. Im Grunde war jetzt klar, dass ein Sieg her muss, um nicht selbst bei einem eigenen Sieg am letzten Spieltag gegen die starken Düsseldorferinnen auf Schützenhilfe angewiesen zu sein.

Sonntag, 12.1., 1.Damen: Rot- Weiss Köln- Uhlenhorst Mülheim 2:2 (2:0)
Am Sonntag war es dann also weit. Doppelspieltag gegen Uhlenhorst Mülheim, für Herren und Damen ging es bereits um einiges. Zur frühen Anstoßzeit um 12 Uhr hatten sich neben mir bereits einige Zuschauer in der KHTC Halle versammelt und ich würde behaupten, dass mehr als die angegeben 200 Zuschauer das Spiel verfolgten. Gegen Ende des Spiels waren es eher 300-400 Hockeyfans.
Die RWK Mädels begannen super, ließen defensiv nichts zu und konnten sich offensiv nach und nach immer besser in Szene setzen. Und so war es die Kapitänin Julia Busch höchst selbst, die die starke Mülheimer Torfrau Femke Jovy in der 10. Minuten überwinden konnte. Danach dominierte Köln noch mehr und erspielte sich einige Chancen. In der 21. Minuten stand es beinahe 2:0, doch Uhlenhorst klärte den Ball so eben noch auf der Linie. 4 Minuten vor der Pause schloss dann allerdings die 2. 6 Tore Frau bei Rot- Weiss, Camille Nobis, einen wunderbaren Konter unhaltbar zum 2:0 ab.

Als Köln dann auch noch die ersten 10 Minuten der 2. Halbzeit dominierte schien alles Richtung Playoffs zu laufen, auch wenn selbst bei einem Sieg die Entscheidung erst nächste Woche gefallen wäre. Nika Boenisch war es noch, die sich durchspielte und in der 40. Minute alleine vor Jovy scheiterte, bevor das Spiel kippte. Ziemlich aus dem Nichts konnte Katharina Kiefer in der 42. den Anschluss herstellen.

Anders als in manch anderem Spiel blieb Rot- Weiss diesmal aber defensiv stabil, auch als Mülheim 5 Minuten vor Ende die Torhüterin zu Gunsten einer weiteren Feldspielerin auswechselte. Allerdings hatte Köln jetzt etwas Pech mit den Schiedsrichtern. Während ein Foul an ihr nicht mit einer Karte geahndet wurde, sah Julia Busch nach einer ganz ähnlichen Szene die Grüne Karte und musste für 1 Minute das Spielfeld verlassen. Dazu erhielten die Domstädterinnen noch eine Strafecke, die die Mülheimerinnen laut Regel ohne Torhüterin verteidigen mussten. Das sichere Tor verhinderte nur die Maske einer Spielerin von Uhlenhorst, aber statt auf technisches Tor zu entscheiden, gab es nur Siebenmeter, bei dem die Torhüterin wieder ins Tor darf. Eine eher merkwürdige Regel meiner Meinung nach. Es kam wie es kommen musste, Katharina Hüls schoss den Siebenmeter an den Pfosten und fast im Gegenzug kam Mülheim zum von den Gästefans umjubelten Ausgleich.

Insgesamt unglücklich, denn die RWK Mädels boten 3/4 des Spiels eine super Leistung, die letztlich nicht belohnt wurde. Die Chancen auf das Playoff Viertelfinale sind nun sehr gering, muss man doch nicht nur Düsseldorf (Samstag 18.1, 12 Uhr) besiegen, sondern gleichzeitig auf einen Sieg von Raffelberg gegen Mülheim hoffen. Immerhin ist Düsseldorf schon sicher Tabellenerster, während Raffelberg noch gegen den Abstieg kämpf. Es lohnt sich also noch mal in die Halle zu kommen um hoffentlich Zeuge  eines kleinen Wunders von Köln zu werden.

Sonntag 12.1, 1. Herren: Rot- Weiss Köln- Uhlenhorst Mülheim 6:6 (4:3)
Das Spitzenspiel in der Weststaffel hielt mal wieder alles was es versprach und weswegen die KHTC Halle bis auf den letzten Platz gefüllt war. Beide Teams waren bereits vor dem Spiel für die Playoffs qualifiziert, aber es ging noch um Platz 1 und damit Heimrecht im Viertelfinale.

Im Spiel ging es von Anfang an rauf und runter. Beide Teams zeigten ihre technische und athletische Klasse, aber eben auch, dass die Torhüter zum Besten gehörten, was Hockeydeutschland zu bieten hat. Der Torreigen ließ damit wie üblich beim Spiel dieser beiden Schwergewichte etwas auf sich warten, setzte aber nach dem 0:1 durch Hellwig unweigerlich ein. Große konnte direkt wieder per Strafecke ausgleichen, aber als der Hallen Rekordmeister gerade im Spiel zu sein schien schlug Mülheim mit Schiffer und Godau doppelt zu und es stand plötzlich 1:3. Allerdings nicht lange, denn in fulminanten 3 Minuten konnte Rot- Weiss durch Tore von Gomoll, Prinz und Pelzner seinerseits noch vor der Halbzeitpause die erste Führung im Spiel herstellen. Dass das Spiel auch für den Mülheimer Coach Omar Schlingemann eines der besten der letzten Jahre war, lag auch am stetig wechselnden Momentum. Momentum, dieser schwer zu definierende Begriff aus dem Sport, der beschreibt welches Team gerade die Oberhand hat. Nach der Halbzeit schienen das die Kölner zu sein, die in der 34. Minuten auf 5:3 erhöhen konnten. Ach wären doch beide Spiele an diesem Tag, in dieser 34. Minute vorbei gewesen, es wäre ein sehr erfolgreicher Hockeytag für Rot- Weiss geworden. Doch wie so oft beschrieben, im Hallenhockey geht es manchmal ganz schnell. Denn in den nächsten 10 Minuten dominierte wieder der amtierende Feldmeister aus Mülheim und konnte seinerseits durch Tore von Godau und 2mal Hellwig wieder 6:5 in Führung gehen. In der Folge versuchte Köln alles, nahm Keeper Victor Aly aus dem Tor und drückte auf das 6:6. Ruppig wurde es jetzt auch, was sich in 3 Grünen (1 Minute Zeitstrafe, 1mal Köln: 2mal Mülheim ) und 1 Gelben Karte (2 Minuten, Weinke, Mülheim) ausdrückte. Delarber konnte schließlich in der 57. Minute den viel umjubelten Ausgleich herstellen, doch war das zu wenig, hat Mülheim doch das klar bessere Torverhältnis. Und so kam es zur ultimativen Entscheidung, als Rot- Weiss mit der Schlusssirene noch eine Strafecke zugesprochen bekam. Doch diesmal hielt Mülheims Eckenverteidigung und es blieb beim spektakulären und insgesamt verdienten 6:6.

Damit ist die reguläre Saison für Rot- Weiss Köln auch vorbei. 23 Punkte bei einem Torverhältnis von 63:45 bedeuten einstweilen die Tabellenführung, die aber Uhlenhorst Mülheim mit einem Sieg am 26.1. gegen Blau- Weiss Köln übernehmen kann. 7 Siege bei 2 Unentschieden und 1 Niederlage sollten den RWK Jungs aber Selbstvertrauen geben, da man sich gegen kein Team der Liga verstecken muss. Auch nicht auswärts in Mannheim, wo bei Platz 2 der Mannheimer HC warten würde. Sollte es doch für Platz 1 reichen geht es 1.2. zu Hause gegen den TSV Mannheim.

Hallenhockey Europameisterschaft in Berlin
Am Wochenende findet die Hallenhockey EM der Herren statt.  Gespielt wird von Freitag bis Sonntag im 3500 Zuschauer fassenden Horst Korber Sportzentrum in Berlin-Charlottenburg. Die deutsche Mannschaft tritt hierbei im Olympiajahr mit einem Perspektivteam an, bei dem unter anderen Thies- Ole Prinz von Rot- Weiss vertreten ist.

In Gruppe B geht es für die deutsche Mannschaft gegen Tschechien, Belgien und Niederlande. Auf dem Feld würde man dies eine wahre Todesgruppe nennen, in der Halle sollte die deutsche Mannschaft auch in dieser Gruppe gute Chancen haben.

In Gruppe A spielen Österreich, Polen, Ukraine und Russland. Das im Hallenhockey auch international alles etwas anders ist zeigt auch, dass Österreich amtierender Welt- und Europameister ist. Das Österreich also welches in der Olympiaqualifikation noch einigermaßen chancenlos gegen die deutsche Mannschaft war, ist im Hallenhockey mehr als ernst zu nehmen und kann bei dieser EM als Topfavorit bezeichnet werden. Auch, weil sie, anders als die Olympiateilnehmer, mit ihrer besten Mannschaft antreten.

Wo es das Ganze zu sehen gibt habe ich noch nicht herausgefunden, ich würde aber vermuten, dass Sport Deutschland das Turnier im Internet überträgt. Die Karten für die 3 Tage in Berlin sind bereits nahezu ausverkauft, lediglich Restkarten sind noch erhältlich. Eine schöne Sache, dass auch die dieses Jahr etwas schwächer besetzte Hallenhockey EM beim Publikum so gut ankommt. Ich werde mal schauen, wo ich was zu sehen bekomme und dann nächste Woche darüber berichten. Sollte ich herausfinden, wo das Turnier zu sehen ist, werde ich es in den Kommentaren posten.

Dies und Das
Eine Woche nach der Hallenhockey EM der Herren geht es für die Damen zu deren Hallenhockey EM nach Minsk. Auch hier ist der Rot- Weiss Köln, denn während Camille Nobis und Emma Boermans auf Abruf bereit stehen, hat es Lea Stöckel direkt in den 12er Kader geschafft. Auch hier wird ein Perspektivteam auflaufen, in dem Stöckel zu den erfahrenden Kräften gehört. Viel Erfolg an dieser Stelle!

Dazu gab es einen spektakulären Transfer für die Feldsaison 2020/21. Für diese hat Rot- Weiss den Welttorhüter von 2017 und 2018, Vincent Vanasch, vom Waterloo Ducks HC verpflichtet. Der Belgier ersetzt Victor Aly, der nach dieser Saison in seine Hamburger Heimat zurückkehrt.

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Vincent Vanasch wechselt zu Rot Weiss ❤️- Willkommen ⚪️🔴 Der Welttorhüter von 2017 und 2018, Vincent Vanasch, wechselt zur kommenden Saison zu Rot-Weiss Köln. Der belgische Nationaltorhüter kommt von den Waterloo Ducks nach Köln und bindet sich langfristig. Der 32-jährige Belgier möchte seine Karriere in Köln beenden. Unserer aktueller Schlussmann, ebenfalls auf Weltklasse Niveau unterwegs, kündigte bereits frühzeitig seine Rückkehr in die alte Heimat Hamburg an. ——————— Lest weitere Informationen und Stimmen in der offiziellen Pressemitteilung. Der Link ist in der Bio‼️ ——————— Bild: Rot-Weiss-Präsident Stefan Seitz, Vincent Vanasch, RWK-Coach André Henning (v.li.)

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Wie es weitergeht
Danke wer es bis hierhin geschafft hat! Jetzt halte ich mich dafür auch so kurz wie möglich. Die Damen haben noch ein Spiel und zwar gegen den Rivalen aus der ,,verbotenen” Stadt Düsseldorf. Das ganze steigt am Samstag um 12 Uhr in der KHTC Halle am Olympiaweg. Die Ausgangslage ist auch klar, Rot- Weiss muss gewinnen, Mülheim in Raffelberg verlieren, nur dann qualifizieren sich die RW Mädels noch für die Playoffs. Ich werde in jedem Fall vor Ort sein und wer weiß, Wunder gibt’s ja bekanntlich immer wieder!

In diesem Sinne mit wie immer sportlichen Grüßen aus Köln

Markus Lehnen

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