Diese Woche… bei Rot-Weiss Köln, KW 7

1

Von Markus Lehnen

Der Meisterblog
Kalenderwoche 7 bietet diese Woche etwas ganz Besonderes, denn Heureka(!), Köln hat wieder einen amtierenden deutschen Meister. Nun bin ich nicht in jeder Sportart 100 Prozent informiert, aber meines Wissens dürfte Rot- Weiss mit diesem Titel der einzige amtierende Meister der Domstadt sein. In den großen olympischen Mannschaftssportarten ist man es jedenfalls sonst nirgends. Eher im Gegenteil, seitdem ich im Jahre 2007 ins Rheinland kam war der sportliche Erfolg in dieser tollen Stadt doch eher gering. Ausnahmen bildeten da nur der ein oder andere tiefe Playoffrun der Kölner Haie, zig Aufstiege des 1.FC Köln und eben die Meistertitel der Damen und Herren von Rot- Weiss im Hockey. Aber, und so ehrlich muss man auch sein, der letzte Titel lag mit dem Hallentitel der Herren 2017 nun auch schon wieder 3 Jahre zurück. Kurz um, es wurde mal wieder Zeit! Und es freut mich natürlich ganz besonders, diese Saison mit diesem Blog begleitet haben zu dürfen.

Das Rot- Weiss im Sportteil des Onlineauftritts vom Kölner Stadtanzeiger am Montag dann so überhaupt nicht vorkam möchte ich allerdings als zumindest schade bezeichnen.

Während die Sport Reportage im ZDF gleich ganz ausfiel konzentrierte sich die Sportschau auch vollends auf die DFB Pokalauslosung und auch im SWR blieb es beim Stream. Schade, aber wohl nun einmal das Los des Hockeysports in Deutschland außerhalb von Olympia. Wie man in der Folge liest, hätte sich eine ausführlichere Berichterstattung allerdings durchaus gelohnt.

Nach dem Motto Ehre, wem Ehre gebührt, werde ich mich diese Woche auch ausschließlich auf das Final 4 konzentrieren. Das liegt zum einen an begrenzter Zeit meinerseits und zum anderen passt es thematisch. Das Fazit über die Herrensaison werde ich dann demnächst noch in einen Blog einfließen lassen.
Aber nun zum Final 4, von Anfang an.

Final 4 Stuttgart 2020
Halbfinale: Club an der Alster- Rot- Weiss Köln 11:12 n.Shootout (5:3)
Nachdem zuvor bereits die Damen mit dem Düsseldorfer HC und dem Club an der Alster ihre Finalistinnen ausgespielt hatten, startete um 16 Uhr das Halbfinale zwischen Alster und Köln in der ausverkauften ScharrArena im Bauch der Mercedes Arena von Stuttgart.

Obwohl die Herren der Hamburger meist im Schatten der erfolgreicheren Damen stehen, hatten sie mit 24 Punkten eine klasse Saison gespielt und waren ein mehr als gefährlicher Gegner für die Kölner.

Das zeigte sich nach intensiven Beginn überdeutlich, als Alster durch Bruns in der 11. Minuten in Führung gehen konnte. Die Kölner antworteten zwar direkt mit Florian Pelzner, aber wieder im Gegenzug gingen die Hamburger durch Schmidt abermals in Führung. Jede Minute viel jetzt ein Treffer und so ging Alster nach Großes´ Ausgleich ein drittes Mal mit einem Tor in Führung, als Reimann einen Abpraller vom Kölner Keeper Aly verwerten konnte. Als Carl Alt dann sogar erhöhen konnte sah es kurzfristig nicht so gut aus für Rot- Weiss. Zwar konnte erneut Große vor der Pause auf 3:4 verkürzen, doch Alt stellte postwendend den alten Abstand wieder her.

Trainer Andre Henning nutzte die Halbzeit aber sehr zum Vorteil der Domstädter, die die ersten 10 Minuten in Halbzeit 2 dominieren konnten und durch Prinz, Pelzner und Delarber den Rückstand in die erstmalige Führung drehten. Warum Coach Henning von einer Werbung für den Hockeysport sprach sah man spätestens, als der Club an der Alster den Schock verdaute und seinerseits durch Schmidt und Reimann wieder in Führung gehen konnte, mit nur noch 10 Minuten auf der Uhr. Was dem Spiel jetzt noch fehlte war die ultimative Entscheidung im Penaltyschießen, denn Verlängerung ist im Hallenhockey nicht vorgesehen. Und gesagt, getan, der vorher am Kopf verletzte und nun mit Dieter Hoeneß Gedächtnisturban spielende ( ja dieses Spiel hatte wirklich alles) Florian Pelzner bediente Kai Aichinger, der per Stecher zum 6:6 ausgleichen konnte. In den letzten 7 Minuten hatte zwar auch Köln Chancen, doch vor allem Alster war nah am Sieg, als man den Pfosten traf und kurz vor Ende Jan Fleckhaus mit dem Stock eine Strafecke für den geschlagenen Victor Aly parierte.

Im ersten Durchgang des fälligen Shootouts (die Spieler laufen auf den Torwart zu und haben 6 Sekunden um den Ball ins Tor zu schießen), trafen beide Teams 2 von 3 mal. Weiter ging es!

Große und Prinz trafen auch ihre 2. Versuche, aber auch bei Alster gaben sich Linnekogel und Kamlade keine Blöße. Den Versuch von Reimann konnte Aly aber diesmal mit den Schoner parieren und so lag es an Florian Pelzner den Finaleinzug klar zu machen. Pelzner lief, drehte sich vorm Hamburger Goalie Appel und konnte mit der Rückhand zum Sieg treffen! Schluss, Aus, Ende, Rot- Weiss Köln im Finale um die deutsche Hockeymeisterschaft!

Zugegeben nicht ganz ohne Diskussionen, denn man könnte zu dem Schluss kommen, dass Pelzner auf Appels Stock trat und das Tor nicht hätte zählen dürfen. Hier war das Glück etwas bei Rot- Weiss, denn den allseits beliebten ( Vorsicht Ironie!) Videobeweis gibt es im Hallenhockey nicht.

Final 4 2019, Finale: Rot- Weiss Köln- Berliner HC 7:6 (4:2)
Gegner im Finale war etwas überraschend nicht der Dauerrivale von Uhlenhorst Mülheim, sondern der Berliner HC um den Kapitän der Halleneuropameister von Berlin, Paul Dösch. Recht souverän hatten diese Mülheim mit 8:4 aus dem Turnier befördert, womit Köln gewarnt hätte sein müssen.

Vor den Augen einer großen Anhängerschaft, bei der u.a. auch einige Spielerinnen der RWK Mädels vor Ort waren, konnte Rot- Weiss diesmal durch Jonas Gomoll in der 15. Minuten in Führung gehen, nachdem die Anfangsphase eher durch abtasten geprägt war.  Anton Ebeling konnte zwar für Berlin ausgleichen, doch Delarber und Gomoll brachten die Domstädter sogar mit 2 Toren in Führung. Zwar schaffte der BHC den Anschluss, doch durch das 3. Tor von Gomoll ging es mit einem 4:2 für Rot- Weiss in die Pause.

Diesmal zog sich Köln nach der Pause etwas zurück und überließ den Berlinern das Spiel, was sich in den Minuten 40 und 41 rächen sollten, als Ebeling und Klink das Spiel ausglichen. Mit einem Hechtsprung konnte zwar Pelzner kurze Zeit später die erneute Kölner Führung herstellen, doch die hartnäckigen Berliner konnten fast im Gegenzug durch Klipper erneut ausgleichen. In Minute 48 fand die wohl vorentscheidende Sequenz dieses Spiels statt, als Victor Aly stark gegen Tim Strüven eine Strafecke hielt und im Gegenzug Max Siegburg nach 2 Paraden des Berliner Goalies Kentmann zum 6:5 abstauben konnte und das Momentum so wieder auf die Seite der RWK Jungs brachte. Berlin machte noch einmal enorm Druck, doch Rot- Weiss hielt stand und konnte 2 Minuten vor Ende noch einen 7m herausholen. Als Gomoll diesen sicher verwandelte war die Entscheidung gefallen, denn auch der erneute Anschlusstreffer von Paul Dösch und 60 Sekunden Berliner Anrennen aufs Kölner Tor konnten den 1. Rot- Weiss Meistertitel bei den Senioren seit 2017 und die 11. Hallenhockey DM  nicht mehr verhindern!
DEUTSCHER HALLENHOCKEYMEISTER 2019/20: ROT- WEISS KÖLN!

Auf diesem Wege natürlich auch meinen Glückwunsch an Coach Andre Henning, seinem gesamten Trainerstab, dem kompletten Verein und natürlich vor allem dem gesamten Team! Ohne das Gros der Nationalspieler haben die Jungs eine wahrlich grandiose Saison gespielt, mit dem ein oder anderem spektakulären Spiel in der Hauptrunde und einem Final 4, dass an Dramatik wohl kaum zu überbieten sein dürfte. Spieler des Turniers wurde folgerichtig Florian Pelzner, der mit Kopfverletzung kämpfe, lief, hechtete und eben auch traf, wie kaum ein Zweiter.

Ich konnte leider nur am Stream zuschauen, der übrigens sowohl von Sport Total wie auch vom SWR top produziert wurde. Die Stimmung schien mir jedenfalls super gewesen zu sein und aus sicheren Quellen weiß ich auch, dass im Rot- Weiss Vereinslokal Ochsen bis tief in die Nacht gefeiert wurde. Natürlich absolut zurecht, denn erstens war die Heimfahrt durch Orkan Sabine sicher nicht der allergrößte Spaß und zweitens ist es, wie Anfangs erwähnt, der einzige Meistertitel den die Stadt Köln aktuell inne hat. Und das von Rot- Weiss, das ist doch was!

Ich hoffe dann darauf mindestens einen Titel, vielleicht sogar 2 ( man wird ja noch träumen dürfen) beim Final 4 im Feldhockey in Mannheim im Mai live vor Ort miterleben zu können.

Final 4, Finale Damen: Club an der Alster- Düsseldorfer HC 4:3 (1:2)
Last but noch least, ein Final 4 ohne Hamburger Titel? Natürlich nicht. Die Damen vom Club an der Alster sind nach den 2 Titeln in Serie auf dem Feld nun auch amtierender Meister im Hallenhockey. Gegen den DHC konnten die Mädels von Coach Jens George einen 0:2 Rückstand in ein 4:2 umwandeln und am Ende knapp mit 4:3 zu gewinnen. Auch an die Hamburgerinnen meinen herzlichen Glückwunsch zur Meisterschaft.

Wie es weitergeht
Heute mal keine News, da es kaum welche gab und ich diesen Blog ganz im Eindruck und zu Ehren des Rot- Weissen Meistertitels halten wollte.
Ein Saisonfazit der 1. Herren wird in den nächsten Wochen folgen, vielleicht in der Kombination mit den Endrunden der Jugendmeisterschaften. Denn vielleicht folgen ja noch der ein oder andere Titel, die A- Juniorinnen haben übernächstes Wochenende schon ihre Chance darauf.

Ich werde mir nächste Woche eine kleine Kreativpause nehmen, bin dann aber spätestens in Kalenderwoche 10, vielleicht sogar 9,  wieder zurück, wenn die Tage langsam länger werden und wir uns der Feldsaison mit großen Schritten nähern.

In diesem Sinne, Herzlichen Glückwunsch Rot- Weiss Köln und wie immer sportliche Grüße aus dem sehr windigen Köln!

Markus Lehnen

 

 

 

 

 

One thought on “Diese Woche… bei Rot-Weiss Köln, KW 7

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.