Diese Woche … in der Handball-Bundesliga, KW 24

Von Sascha Staat

Jubel, Trubel, Traurigkeit

Womit anfangen nach einer mal wieder historischen Woche im Handball? Dass heute Abend die deutsche Nationalmannschaft in Israel ein Spiel in der EM-Qualifikation bestreitet und diese dann am Wochenende in Nürnberg abschließt, ist momentan ganz sicher eine Randnotiz. Denn die wichtigen Schlagzeilen schreibt momentan die DKB Handball-Bundesliga. So hat sich die SG Flensburg-Handewitt zum zweiten Mal in Serie und zum dritten Mal überhaupt den Titel sichern können. Am letzten Spieltag machten gut 2.500 Fans, die aus dem Norden mitgereist waren, die Partie beim Bergischen HC im mit über 10.000 Besuchern dem Anlass entsprechend gefüllten ISS Dome in Düsseldorf fast zu einem Heimspiel.

Nur vier Minuspunkte bei zwei Niederlagen (in Magdeburg und Kiel wurde mit einem bzw. zwei Toren Differenz verloren) sprechen eine klare Sprache, der Titel ist mehr als verdient. Dabei ragte in seinem letzten Jahr als Aktiver Abwehrchef und Kapitän Tobias Karlsson ebenso heraus wie der Däne Rasmus Lauge. Er wurde zum MVP der Liga gewählt, als Nachfolger des fünffachen  Andy Schmid von den Rhein-Neckar Löwen. Trainer Maik Machulla ist übrigens erst der zweite Trainer, der in seinen ersten beiden Jahre in der Bundesliga jeweils den Titel holt. Das schaffte vor ihm nur Klaus Zöll 1978 und 1979 mit dem TV Großwallstadt. Dem Meister(coach) gelang also Historisches.

Dramatisch war es bei den Flensburgern zum Ende hin selten, ganz im Gegenteil zum Abstiegskampf, wo gleich drei Teams noch die Chance hatten in der Liga zu bleiben. Zwei davon, die SG BBM Bietigheim und der ruhmreiche VfL Gummersbach, trafen sogar im direkten Duell aufeinander. “The winner takes it all” lautete das Motto, ein Remis würde allerding die Eulen aus Ludwigshafen, die auch zwei Jahre nach der Namensänderung oft noch als TSG Friesenheim bezeichnet werden, wieder mit in die Verlosung bringen.

Der Leser kann es sich an dieser Stelle denken, Bietigheim und Gummersbach trennten sich Unentschieden, es kam also auf die Eulen an. Die lagen in ihrem drittletzten Spiel zuhause gegen den Bergischen HC schon mit acht Treffern zurück, gewannen die Partie aber ebenso wie das Spiel bei den hochfavorisierten Rhein-Neckar Löwen und in allerletzter Sekunde auch noch die Begegnung gegen GWD Minden, weil der letzte Wurf der Gäste das Ziel verfehlte. Das nennt man ein Comeback. Gummersbach, der Handball-HSV, trauert nach 53 Erstligazugehörigkeit inklusive Vereinsikone Heiner Brand tief.

Ein Blick zurück auf das Wochenende zuvor sollte nicht fehlen. Warum? Weil Handball in Mazedonien eine andere Nummer ist als überall woanders. Vardar gewann trotz großer finanzieller Sorgen mit einer Rumpftruppe sowie dem Deutschen Christian Dissinger die Champions League. Das halbe Land feierte die Helden von Köln bei ihrer Rückkehr nach Skopje. Sowas sieht man hierzulande leider nur im Fußball. In Mazedonien sind die Spieler jedenfalls Legenden. Und unsterblich.

Gepostet von RK Vardar am Montag, 3. Juni 2019

 

Wie immer, es war gut was los im Handball. Business as usual.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.