Suzanne Lenglen – Der Eleganz verpflichtet

Mitarbeiterin des Tages, 24. Mai 2019: Suzanne Lenglen

Die gute Nachricht: früher war doch nicht alles besser. das legt die Statue von Suzanne Lenglen nahe, die der Französische Tennisverband vor dem nach der ehemaligen Tennisspielerin, die heute vor 120 Jahren geboren wurde, errichtet hat. Nachgerade unpraktisch wirkt und war wohl die lange Kluft, die Madame Lenglen zu ihrer besten Zeit trug, Mitte der 1920er-Jahre also. Und natürlich schwingt die Message mit: Damals war Tennis tatsächlich noch ein elitärer Sport, den wohlhabenden Schichten vorbehalten.

Aber machen wir uns nix vor: Auch wer anno 2019 an die Weltspitze kommen will, der muss entweder ein finanziell sehr solides Elternhaus oder einen hinreichend reichen Verband hinter sich wissen. Im besten Fall beides. Der Aufwand ist enorm und kostet Geld. Dafür stimmt bei den besten Spielerinnen der Welt die Einnahmenseite, das zumindest war bei Suzanne Lenglen als Tennisproette zu bezweifeln.

Ihr Court im Stade Roland Garros (kein Mann des Sports, sondern ein legendärer französischer Jagdflieger) macht dagegen ordentlich was her. Und ist architektonisch einzigartig, mit den Rundbögen über den letzten Zuschauerreihen. Aus extrem egoistischer Sicht lässt sich auch festhalten: Die Sitzplätze für Journalisten brauchen mit keinem Stadion der Welt einen Vergleich scheuen. Herrlich hinter der Grundlinie, kein Kopfverdrehen, ein Traum. Und die Stimmung ist vom Allerfeinsten, vor allem, wenn die Franzosen/ösinnen spielen. Das treibt schon mal an (Kristina Mladenovic anno 2017) oder der Gegnwerin Tränen in die Augen (Garbine Muguruza, ebendann).Aber natürlich nicht zur aktiven Zeit von Suzanne Lenglen.

Wer Tennis als puristischen Sport ohne Emotionen liebt, für den war in dieser Hinsicht früher dann doch alles besser.

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