Diese Woche bei … ratiopharm Ulm, KW 39

Von Tobias Fenster

Der Überblick

Zweimal Ulm – Vechta (einmal Bundesliga, einmal BBL-Pokal), zweimal Sieg für Ulm: War es zum Saisonauftakt noch ein 84:62, folgte dann dann im Pokal ein 88:71, letzten Endes also zwei deutliche Siege für Ulm

Das Fazit bringt Michael Körner auf den Punkt, der im Sportradio360-Postgame mit Augenzwinkern sagt: “Ulm hat hier eine neue Ära eingeleitet, sie spielen jetzt Verteidigung”. Das ist sicher einerseits überspitzt, andererseits auch der gegnersichen Leistung geschuldet, es fällt aber natürlich schon auf, dass Ulm nur 62 bzw. 71 Punkte zulässt.

Die harten Fakten

Womit wir auch schon bei den harten Fakten sind: Ulm hält Vechta bei verheerenden 27,5% im ersten sowie unterdurchschnittlichen 40% Trefferquote im zweiten Spiel bei allen Feldwürfen und trifft dabei selbst 48,2% bzw. 55%. Da Basketball nach wie vor das Spiel ist – Achtung, Binsenweisheit – bei dem der gewinnt, der den Ball häufiger durch den Korb befördert, ist der Schlüssel zum Sieg schnell gefunden. Da hat es dann auch keine entscheidende Auswirkung, dass Vechta in den beiden Spielen zusammen 39 (!) Offensivrebounds holt und in Summe 18 mal mehr auf den Korb wirft. Für zukünftige Spiele werden die Ulmer aber einen Weg finden müssen, wie sie ihre Gegner hier etwas mehr einschränken, wobei “nur” 7 Offensivrebounds für Vechta in der zweiten Hälfte des zweiten Spiels zumindest zeigen, dass es besser gehen kann.

Ebenfalls beeindruckend ist die Ulmer Assist-Quote: In den beiden Spielen treffen sie zusammen 60 mal aus dem Feld, 50 mal davon unterstützt von einem Assist. Was auf dem Statistikbogen schon nach mannschaftsdienlichem Spiel und wenig 1-gegen-1-Zock aussieht, macht jedem Basbetball-Fan richtig Spaß und führte dann auch zu Standing Ovations:

Darüber war zu reden

Prägende Figur für diesen Stil ist der gerade mal 18-jährige Kilian Hayes, der seit dieser Saison als Starter auf der so wichtigen Pointguard-Position in Ulm Regie führt. Gerade in diesem Alter muss man beim Blick auf Karrierestatistiken natürlich sehr vorsichtig sein, aber dass der Wurf zumindest aktuell noch nicht seine Stärke ist, das ist sicher sofort erkennbar. Wie er es dennoch mit einer herausragenden Kombination aus Spielverständnis, Übersicht und Größe schafft, seinen Mitspielern immer wieder freie Würfe aufzulegen, ist enorm beeindruckend. Sicher auch begünstigt durch viele spielintelligente und abseits des Balls sehr aktive Teamkollegen, ist es ein wahre Freude, wie er es fast komplett ohne eigenen Wurf schafft, durch eigentlich simples Pick and Roll die ganze gegnerische Verteidigung unter Druck zu setzen. Nach 6 Assists in 26 Minuten im ersten Spiel legte er dann in gerade mal 9 Minuten im zweiten Spiel schon 5 Assists auf (bei nur einem Wurfversuch), ehe ihn eine wohl nicht dramatische Knöchelverletzung zum Aussetzen zwang. In NBA-Mock-Drafts bereits als sogenannter Lottery-Pick, also einer der besten Spieler des Jahrgangs gehandelt, darf man sich in Ulm und der BBL jetzt schon freuen, einen solchen Spieler sehen zu dürfen.

Unsere persönlichen Favoriten

Nicht minder groß dürfte die Freude über Zoran Dragic sein. Der 30-jährige, NBA- und EuroLeague-erfahrene Slowene, der schon an der Seite von Ulms neuem Trainer Jaka Lakovic spielte, überzeugt mit ganz viel Einsatz an beiden Enden des Feldes und einer Cleverness, die Andy Obst im Sportradio360-Postgame trocken beschreibt: “Der hat ‘ne ganz kalte Schnauze”. Das zeigt sich dann in 18 bzw. 16 Punkten und der zweithöchsten bzw. höchsten +/- Wertung. Exemplarisch gleich die erste Szene der Saison, als er einen eigentlich schon verlorenen Ball zurückerobert und Hayes zu einfachen Punkten verhilft, genauso wie ein And-1 mit ganz viel Willen bei engem Spielstand im ersten Spiel:^

Da ist es fast schon eine Randnotiz, darf aber in den Favoriten nicht fehlen, dass die Ulmer Legende Per Günther nach langer Verletzungspause sein Comeback feiert und andeutet, dass noch einiges im Tank ist. Brauchen wird Ulm das allemal, denn selbst ein Talent wie Hayes wird mit 18 noch nicht komplett stabil sein können und hinter ihm lieferte Tyler Harvey zwar im zweiten Spiel eine bessere Leistung als Backup-Pointguard ab, aber 10-15 gute Günther-Minuten würden dieser Mannschaft sehr gut zu Gesicht stehen.

Das steht an

Unter der Woche steht mit Virtus Bologna als Gegner im Eurocup ein echtes Highlight an: Nicht nur führt mit Milos Teodosic ein ehemaliger EuroLeague-MVP und NBA-Veteran das Team an, sondern mit Aleksandar Djordjevic steht auch ein aus der Bundesliga bekannter Spitzentrainer an der Seitenlinie. Wie sich hier das sehr junge Ulmer Team und sein Rookie-Coach schlagen, kann vielleicht ein erster Hinweis darauf sein, wie weit die Ulmer sich schon in der Bundesliga und auf europäischem Parkett nach vorn orientieren dürfen. Am Wochenende folgt dann in Braunschweig, die ebenfalls mit zwei Siegen (in Göttingen und in Ludwigsburg) in die Saison gestartet sind, das Wiedersehen mit dem ehemaligen Co-Trainer Pete Strobl.

Diese Woche … bei den Kölner Haien, KW 39

Das erste Roadtrip- Wochenende für die Kölner Haie

Das zweite Spielwochenende der noch frischen DEL Saison 2019/2020 führte die Kölner Haie am Freitag erst einmal nach Berlin. Von dort ging es dann zu dem Sonntagsspiel nach Nürnberg.

Im ersten Spiel des zweiten Spiele-Wochenendes gegen die Eisbären, mussten die Haie eine Niederlage hinnehmen. Dennoch nahmen sie wenigstens einen Punkt im Gepäck mit, denn das Spiel blieb bis zur 60 Minute unentschieden. Es schien bis dahin, als sei die reguläre Spielzeit der Mannschaft unter Mike Stewart viel zu kurz. Die Spieler verlängerten bisher drei von drei gespielten Spielen. Vielleicht mögen die Haie auch die Spannung und den nervenzerreißenden Moment? Dennoch konnten sie bisher nur Mannheim in der Overtime schlagen. Gegen Berlin verlor der KEC 3:2.

Spiele Köln gegen Berlin sind meist etwas emotionsgeladener. So begann es auch am Freitag. Köln startete ganz gut und erkämpfte sich einige Chancen. Ab der 12. Minute wurde es dann jedoch brenzlig, Taylor Aronson bekam die erste Strafe und Alexander Oblinger folgte sogleich. Oblinger bekam sogar eine 2 + 10 Minuten Strafe wegen Checks gegen den Kopf und Nacken. Doch keine der beiden Mannschaften war nach den ersten 20 Minuten erfolgreich. Es ging ohne Tore ins zweite Drittel. Frank Hördler war dann der erste Torschießer in der 25. Minute. Doch Köln glich vier Minuten später durch Frederik Tiffels aus. Der Mittelabschnitt endete mit 1:1. Und gleich vorweg: im letzten Drittel traf jede Mannschaft wieder jeweils einmal, Schützen waren der Kölner Colby Genoway und der Berliner Sean Backman. Die reguläre Spielzeit von 60 Minuten war vorbei und endete mit einem Gleichstand von 2:2. Also ging für die Kölner Haie wieder um den Sudden Death. Wer würde ihn dieses Mal sterben? Die Haie erlagen dem letzten Tor durch den Berliner Spieler Marcel Noebbels. Er besiegelte das Spiel mit einem Sieg für die Eisbären.

Vielleicht ging es dann mit etwas Frust und nur einem Punkt im Gepäck weiter nach Nürnberg, wo die Ice Tigers schon warteten und an der Bande kratzten. Es gab zwei Möglichkeiten: Köln hätte frustriert und niedergeschlagen spielen können oder gerade durch die kürzlich beigefügte Niederlage mit Kraft und umgewandelter Energie angreifen können. Welche Option wählten die Kölner?
Kleiner Spoiler: Köln war scheinbar zu niedergeschlagen.
Die Partie gegen Nürnberg blieb für den KEC eine Nullnummer. Am Ende stand es 4:0 für die Gastgeber aus Nürnberg. Joachim Ramoser, Brandon Buck, Patrick Reimer und Daniel Fischbuch waren die Nürnberger Torschützen.

Die Haie blieben insgesamt zu harmlos, zu blaß, zu schwach. In der Offensive zeigten sie Defizite, die Chefcoach Mike Stewart beheben muss. Noch sind Niederlagen zu verkraften, sind doch erst vier Spiele der noch jungen Saison gespielt. Doch zu viele Niederlagen sollten es nicht werden, schwächen sie doch auch sehr die mentale Verfassung und das Selbstbewusstsein der Spieler. Und festigt sich dies, wird es schwer aus dem Tief wieder rauszukommen. Dann wird viel mehr Kraft und Energie nötig sein.

Am kommenden Wochenende stehen dann wieder ein Heimspiel und ein Auswärtsspiel für die Mannschaft der Kölner Haie an. Zwei neue Chancen, die Bilanz positiv zu gestalten.

Diese Woche … bei den Kölner Haien, KW 38

Ein Wochenende, zwei Spiele, drei Punkte.

Die Eishockey Saison der DEL hat begonnen und die Kölner Haie haben nach zwei Spielen eine Niederlage und einen Sieg, beides in der Verlängerung, auf dem Konto stehen. Das erste Spiel verloren die Haie gegen Iserlohn und nach dem zweiten Spiel gegen Mannheim fuhren sie als Sieger vom Eis. Es war zwar kein perfektes Wochenende für den KEC, aber schon ganz ok.

Erstes Heimspiel

Am Freitag war der Saisonauftakt, die Iserlohn Roosters kamen nach Köln zum Duell vor 17.456 Zuschauern. Doch das erste Spiel erwies sich leider eher mau für die Haie. Freitag der 13. war für Köln ein Pechtag. Das erste Drittel war noch gut, der KEC spielte kreativ und offensiv. Das zweite Drittel jedoch war desolat und im letzten Drittel gab sich der KEC wieder kämpferischer, doch die offensive Kaltschnäuzigkeit war nicht zu 100% zu spüren. Es ging sodann in die Verlängerung, beide Mannschaften erreichten in der regulären Spielzeit ein Unentschieden mit 2:2. In der 62. Minute machte Iserlohn jedoch den Traum von einem Auftaktsieg in Figur von Alex Petan zunichte. Sudden Death, plötzlicher Tod, hieß es für die Domstädter. In der Verlängerung ist nämlich das erste Tor auch das Letzte und die Mannschaft, die es geschossen hat, gewinnt. Dennoch bleibt ein Punkt in Köln.

Cheftrainer Mike Stewart erklärte nach dem Spiel folgendes: „Wir haben ein Spiel verloren, das wir nach Chancen auch hätten gewinnen können. Aber so ist Eishockey.“ (Quelle:www.haie.de)

Erstes Auswärtsspiel

Am Sonntag ging es für Köln dann nach Mannheim, zum amtierenden Meister. Mannheim war in der vergangenen Saison unfassbar gut, Trainer Pavel Gross hatte aus den Adlern ein schwer überwindbares Hindernis für alle anderen 13 Mannschaften in der DEL geformt. Sie wurden zu Recht Playoff Sieger und Deutscher Meister. Dementsprechend waren die Erwartungen auf Seiten der Kölner Haie Fans auch etwas heruntergeschraubt. Kölner Optimisten hofften natürlich auf den Sieg und ihr positiver Glaube in die neue Mannschaft unter Mike Stewart sollte tatasächlich Wahrheit werden.
Das erste Tor ging zugunsten der Mannheimer, Köln glich jedoch durch Jason Akeson aus. Das Ergebnis von 1:1 zog sich bis zur 60. Minute, es ging also wieder in die Verlängerung. In der 63. Minute war das Spiel beendet, Sudden Death für Mannheim, das siegreiche Tor wurde durch Jon Matsumoto, Neuzugang in Köln, geschossen. Das bedeutete zwei Punkte für den KEC.

Mike Stewart fasste das Ganze so zusammen: „Wir sind sehr stark in das erste Drittel gestartet und haben uns so das Momentum erspielt. Im Mittelabschnitt hat Mannheim dann besser ins Spiel gefunden. Aber wir waren heute in der Defensive gut organisiert. Im Schluss-Drittel ging’s dann bis zum Schluss hin und her. In der Overtime haben wir dann auch das nötige Glück auf unserer Seite. Aber das haben wir uns heute auch verdient. “ (Quelle:www.haie.de)

Ergebnis

Summa summarum stehen also drei Punkte nach zwei ersten Spielen in der Bilanz Kölns. Und der Erzfeind, der ewige Kölner Konkurrent, die DEG geht ohne Punkte aus dem ersten Eishockey Wochenende. Köln freut sich somit doppelt, den amtierenden Deutschen Meister besiegt zu haben und den Ligakonkurrenten Düsseldorf erstmal zurückzulassen.

Die Saison ist jedoch noch lang, noch 50 Spiele sind zu spielen. Es wird noch viel passieren, Siege und Niederlage wird es geben. Mal sehen wie es so weiter geht.

Diese Woche … bei den Kölner Haien, KW 37

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Die neue Eishockey-Saison steht schon vor der Tür und der KEC ist bereit zum Angriff

Die neue Saison der DEL steht vor der Tür und jedes der 14 Teams der Liga steckt mitten in der Vorbereitungsphase. Am 13. September ist es schließlich soweit.

So trainieren auch die Kölner Haie gerade und stimmen sich ein. Zum Training bestritt der KEC den Köln Cup und verschiedene Trainingsspiele, auch gegen die DEL Teams Wolfsburg und Krefeld.

Der Köln Cup verlief für die Haie nicht ganz nach Plan, sie wurden nur Zweitplatzierter von vier teilnehmenden Mannschaften. Das erste Spiel gegen die SCL Tigers (Langnau) gewann die Kölner Mannschaft mit 3:2. Das zweite Spiel des Turniers konnte der KEC gegen Moser Medical Graz 99ers mit 4:5 nach Verlängerung nicht für sich entscheiden. Und im letzten alles entscheidenden Duell gegen Rögle BK mussten sich die Haie knapp mit 1:2 geschlagen geben. Somit war der alte Köln Cup Sieger auch der Neue: Rögle BK. Dabei war der neue Spieler Kevin Gagné der sogenannte „Most valuable Player“ (MVP), also der hervorstechendste Spieler. Aber alles in allem sah der neue Trainer Mike Stewart dieses Turnier mit einer positiven Bewertung. Das Team habe sich gut geschlagen und schon viel von dem Gewünschten umgesetzt. Der KEC arbeitet bereits hart und so kann man mit gutem Gefühl aus der Trainingsphase in die Saison starten.

Nach dem Köln Cup gab es aber keine lange Pause für die Spieler des KEC, denn es musste hart trainiert werden. Es ging sehr zügig weiter nach Südtirol zum Vinschgau Cup in Latsch. Ziele waren Teambuilding und weiteres Training. Denn auch Mannschaftsgeist ist eine Kernkompetenz, die ein neu aufgebautes Team leisten muss. Demnach war dies ein weiterer wichtiger Schritt hin zur neuen Saison. Bereits letztes Jahr war das Trainingslager in Latsch ein Erfolg, und Erfolge sollen ja weitergeführt werden. Natürlich wollten die Haie den Cup auch holen und nach dem ersten Spiel gegen den HC Lugano sah es auch fast so aus, der KEC gewann mit 4:0 und einer souveränen Leistung, die Kölner waren klarer Sieger. Im Finale gegen den Hockey Club Bozen 2000 jedoch verlor die Mannschaft von Mike Stewart mit 2:5. Wie gewonnen, so zerronnen. Doch es ging im Grunde nicht um das Ergebnis, es ging darum, eine Mannschaft zu formen und an den Feinheiten zu arbeiten, das wird gelungen sein.

In Braunlage stand dann gegen Liga-Konkurrenten Wolfsburg ein weiterer Test an. Es war schon einmal das Abchecken beider Mannschaften zur neuen Saison. Wie weit sind die anderen denn schon mit dem Training und sind wir schon bereit es mit der Konkurrenz aufzunehmen? Dies könnten die entscheiden Fragen zum Kurzvorher-Test gewesen sein.

Kurz entspannen, je nachdem wie die Spieler das Event sehen, konnten die Haie beim Sommerfest. Traditionell wird hier die neue Mannschaft vorgestellt und gefeiert, dass die neue Saison nicht mehr weit weg ist. Es ist quasi ein kleines Einläuten auf das, was kommt.

In den letzten beiden Testspielen in der finalen Phase der Trainingsvorbereitung spielten die Haie gegen Bad Nauheim, neuer DEL2-Kooperationspartner, und gewannen 4:2. Und die spielten noch gegen einen Ligakonkurrenten, die Krefeld Pinguine. Gegen den KEV war es die sogenannte Generalprobe, die die Haie mit einem Erfolg beenden konnten. Am Ende stand gegen die Krefelder ein 2:1 auf dem Zettel.

Auch wenn nicht alle Spiele im Training gewonnen wurden und es im Ergebnis noch recht durchwachsen scheint, war es doch eine gute Vorbereitung. In der Saison gilt dann, alle Kräfte bündeln, die positiven Dinge für sich verinnerlichen und kämpfen, geschlossen als Mannschaft. Hier zählen dann Ergebnisse, nach den Trainingsergebnissen fragt nachher keiner mehr. Und dann kann doch eigentlich nichts mehr schief gehen.

Diese Woche… bei Eintracht Frankfurt, KW 34

Von Patricia Seiwert

Der Adler fliegt wieder

Da sind sie wieder, die Wochenenden mit gesteigertem Pizza- und Erfrischungsgetränkekonsum, mit einer Begleitmusik aus Freudenschreien, wutentbrannten Kraftausdrücken und leisem Gewinsel. Kurzum: die Bundesliga ist zurück!

Am vergangenen Freitag eröffneten die Bayern mit ihrem Gast, der alten Dame aus Berlin, die neue Saison.

Eine Woche vorher fanden bereits die Partien der 1. Runde des DFB Pokals statt.

Doch für die Frankfurter Eintracht starteten die Pflichtspiele schon deutlich früher. Als die Adler in der letzten Saison haarscharf auf Platz 7 landeten, stand fest: die Eintracht wird sich mit einer kurzen Vorbereitung zufriedengeben müssen.

Europapokal? Ist uns nicht egal!

Das erste Pflichtspiel der neuen Saison bestritten die Jungs unter Leitung von Cheftrainer Adi Hütter bereits am 25. Juli in Tallinn. In entspannter Atmosphäre bekamen die mitgereisten Fans einen 2:1 Sieg ihrer Eintracht zu Gesicht. Eine Woche später reisten dann die Esten in den Frankfurter Stadtwald. Mit überschaubarem, aber dafür sehr sympathischem, Anhang im Gepäck gelang dem FC Flora Tallinn ein durchaus ansehnliches Tor vor – zumindest für Frankfurter – gewohnt großartiger Kulisse inklusive Choreo (alle in weiß). Trotzdem sicherte sich die Eintracht erneut einen 2:1 Sieg und zog somit in die nächste Qualifikationsrunde ein. Aber vorher wurden die munteren Gäste aus Tallinn gebührend verabschiedet. Die Nordwestkurve feierte die gegnerische Mannschaft überschwänglich, was diese sichtlich genoss. Ein rundum gelungener Abend für beide Seiten neigte sich also mit tollen Bildern dem Ende zu.

Bereits eine Woche später ging die Reise für die Adlerträger weiter ins idyllische Liechtenstein. Mit dem FC Vaduz wartete der nächste Gegner auf dem Weg in die Europa League und dessen Wohnzimmer lässt sich durchaus sehen. Ein kleines Stadion inmitten von Alpenromantik – ein Traum! Traumhaft aus Sicht der Eintracht war auch das Ergebnis. Problemlos erspielten sich die Hessen ein 5:0, sodass im Rückspiel in Frankfurt ein 1:0 Sieg, erneut eingeläutet durch eine Choreo des Publikums (alle in rot), locker für den Play-off Einzug reichte. Mit Racing Straßburg wartet nun ein etwas größeres Kaliber als der FC Flora Tallinn oder der FC Vaduz auf Eintracht Frankfurt. Der Teilnehmer der französischen Ligue 1 sicherte sich den Qualifikationsplatz durch einen Pokalsieg.

Aufregendes Duell unter Freunden

Zwischen den beiden Qualifikationsspielen gegen Vaduz stand für die Eintracht außerdem noch die 1. Runde des DFB Pokals an. Die Zeichen deuteten alle darauf hin, dass dies ein besonderes Spiel werden sollte. Der Gegner war nämlich niemand geringeres als der SV Waldhof Mannheim, zu dessen Fans die Frankfurter Anhängerschaft eine enge Freundschaft pflegt. Dementsprechend gut war die Stimmung. Nachdem die Waldhöfer vor Anpfiff eine Choreo darboten, stimmten beide Fangruppen über das ganze Spiel hinweg immer wieder gemeinsame Gesänge an.

Zunächst sollten die Gastgeber aber ausgelassener feiern als die Frankfurter, denen bereits nach drei Minuten der Mund offenstand und nach elf Minuten die Kinnlade am Boden hing, denn zu diesem Zeitpunkt führte der SV Waldhof schon mit zwei Toren. Sulejmani war der Doppeltorschütze, der die Abwehr der Eintracht in der Anfangsphase des Spiels gnadenlos überrannte. Doch bis zur Halbzeit gelang es den Gästen wieder alles auf Anfang zu drehen. In der 21. Minute traf der junge Japaner Daichi Kamada, der erst kürzlich von seiner Leihstation in Belgien (VV St. Truiden) nach Frankfurt zurückkehrte. Den Ausgleich erzielte Filip Kostic dann in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit.

https://www.youtube.com/watch?v=SGdtGsx93rQ

In der zweiten Halbzeit durften dann noch einmal die Mannheimer jubeln. In der 72. Minute erzielte Marx den dritten Treffer für die Männer in Schwarzblau, bevor eine zuletzt immer wieder umstrittene Personalie einen lupenreinen Hattrick ablieferte. Die Rede ist von Ante Rebic. In der 76. Minute erzielte er den erneuten Ausgleich und legte dann jeweils in der 81. und in der 88. Minute nach. Somit sicherte der Kroate den Frankfurtern den Einzug in die 2. Runde, wo der FC St. Pauli wartet.

Abschiede, großes Geld und (nicht ganz so) neue Gesichter

Dass in letzter Zeit über ebendiesen wuchtigen Angriffsspieler unzählige Diskussionen geführt wurden, liegt nicht zuletzt daran, dass immer wieder ein Wechsel im Raum stand und immer noch steht, obwohl die neusten Entwicklungen bei einem der Hauptinteressenten, Inter Mailand, eher gegen eine Verpflichtung von Rebic sprechen.

Auch die Eintracht ist natürlich auf dem Transfermarkt tätig geworden. Nachdem sie mit Luka Jovic (Real Madrid) und Sébastien Haller (West Ham United) zwei der drei Büffel aus der vergangenen Saison ziehen lassen musste, konnten im Gegenzug mit Kevin Trapp, Sebastian Rode und Martin Hinteregger drei geliehene Leistungsträger fest verpflichtet werden. Letzterer wurde beim Heimspiel gegen den FC Flora Tallinn präsentiert und als Publikumsliebling so überschwänglich empfangen wie sonst nur junge Popstars von Teenie-Massen.

Durch die hohen Einnahmen der beiden Rekordverkäufe (zusammen 100 Mio. €) und auch mit TV Geldern aus der Bundesliga sowie den Prämien für die sehr erfolgreiche Teilnahme in der Europa League hat die Eintracht diesen Sommer einen ungewohnt großen finanziellen Spielraum. Diesen nutzte sie bisher unter anderem dafür, ihr Mittelfeld zu verstärken. Mit Dominik Kohr und Djibril Sow fanden neben Rode zwei weitere Mittelfeldspieler den Weg an den Main. Auch Linksverteidiger (und Weltmeister) Erik Durm entschied sich nach seinem Ausflug auf die Insel (Huddersfield Town) für ein Engagement bei der Frankfurter Eintracht.

Der einzige Zugang im Sturm ist – Stand jetzt – Dejan Joveljic. Der junge Serbe, dessen Nachname klingt wie die Pokémon-Vorentwicklungsstufe von Vorgänger Jovic, kommt von Roter Stern Belgrad. Anders als Luka Jovic legt dieser aber keinen Zwischenstopp bei Benfica in Portugal ein, sondern wagt direkt den Sprung in die Bundesliga. Der gerade erst 20 gewordene Jungstürmer wird sicherlich noch ein wenig Eingewöhnungszeit benötigen. Die Eintracht wäre also gut beraten, nicht all den Druck auf die Schultern des Neuankömmlings zu laden. Der Portugiese Gonçalo Paciência, der als einziger weiterer Mittelstürmer infrage kommt, wird es aber auch nicht alleine richten können, zumal das Kopfballmonster noch einige Schwächen am Boden aufweist. Auch deswegen dürfte sich die Eintracht aktuell für einen alten Bekannten aus der Bundesliga interessieren. Bas Dost soll von Sporting Lissabon in die Mainmetropole gelockt werden. Die Vereine sind sich laut eigener Aussage wohl einig, jedoch ließen neueste Medienberichte verlauten, dass es zwischen dem 1,96m großen Niederländer mit Berater und dem portugiesischen Noch-Arbeitgeber aktuell noch semifreundschaftlichen Gesprächsstoff gibt. Die Eintracht soll ihrerseits in der Angelegenheit ganz entspannt sein, dass der Transfer trotzdem, wenn auch mit einigen Tagen Verspätung, über die Bühne gehen wird. Ein erfahrener Abschlussstürmer dürfte dem Spiel der Frankfurter jedenfalls nicht schaden.

Zweik(r)ämpfe im Stadtwald

Ganz im Gegenteil, denn am Wochenende fand im Frankfurter Stadtwald das erste Bundesligaspiel der neuen Saison gegen die TSG Hoffenheim statt. Unter anderem wurde hierbei deutlich, dass ein Spieler wie Bas Dost ein dankbarer Abnehmer in dem oft flankenlastigen Spiel der Eintracht wäre. Denn Adi Hütter stellte gegen die Hoffenheimer keinen klassischen Mittelstürmer auf, sondern ließ Ante Rebic vor dem Tor agieren, gemeinsam mit Kamada, der die Rolle der hängenden Spitze übernahm. Überraschend an der Aufstellung war ebenfalls die Kombination aus Fernandes und Kohr im zentralen Mittelfeld, ist doch Lucas Torró einer der klaren Gewinner der Vorbereitung – zumindest, wenn man auf die Meinung zahlreicher Eintracht Anhänger vertraut. Jedenfalls ließ diese Mittelfeldkonstellation nicht allzu feinen Fußball vermuten. Dass sich dazu leider auch zu viele Ungenauigkeiten und vor allem Fehlpässe gesellten, wurde den Adlerträgern glücklicherweise nicht zum Verhängnis – zum einen, weil die Abwehr im Gegensatz zu anderen Aspekten im Frankfurter Spiel ziemlich gut funktionierte und zum anderen, weil die TSG aus dem Spiel heraus nach vorne relativ harmlos agierte.

https://www.youtube.com/watch?v=VaIKvmMFw9s

Ausbaufähig war auch die Chancenverwertung der Frankfurter. Zwar war Filip Kostic, unermüdlich wie eh und je, in herausragender Form, ließ regelmäßig mehrere Hoffenheimer am Stück stehen während er mit dem Ball am Fuß in Höchstgeschwindigkeit über das Feld in Richtung des gegnerischen Tors stürmte, scheiterte dann aber im Abschluss oder fand keinen Abnehmer für seine Hereingaben.

Spieler des Spiels, neben Filip Kostic, war Abwehrmann Martin Hinteregger, der bereits nach 36 Sekunden den Ball zum 1:0 hinter die Linie köpfte – der perfekte Eisbrecher für den Bundesligastart, der, wie erwähnt dank einer starken Frankfurter Abwehrreihe und einer schwächelnden Hoffenheimer Offensive, durch einen knappen Heimsieg gekrönt wurde. Aber nicht nur sein Tor und seine punktgenauen Grätschen sorgten an diesem Abend für Aufsehen, denn Martin „Hinti“ Hinteregger lag gegen Ende der zweiten Halbzeit mit schmerzverzerrtem Gesicht am Boden, hielt sich das Bein. Alle Frankfurter hielten den Atem an. Was, wenn genau dieser so wichtige Mentalitätsspieler nun lange ausfällt? Es sah jedenfalls nicht gut aus. Zum Erstaunen aller konnte Hinteregger dann aber weiterspielen und erklärte nach dem Spiel wie selbstverständlich, dass er ja nur einen Krampf gehabt habe, aber selbst nicht wusste, was das denn nun sei, schließlich wäre es sein allererster Krampf gewesen.

Langweilig wird es mit der Frankfurter Eintracht und ihren Repräsentanten auf und neben dem Feld also so schnell nicht, wie die Ereignisse der letzten Wochen eindrucksvoll beweisen. Und es geht Schlag auf Schlag weiter, denn die Hessen müssen sich am Donnerstag bereits im Elsass gegen Straßburg beweisen, bevor es am Sonntag nach Leipzig zum ersten Auswärtsspiel der Bundesligasaison geht. Drei Spiele in sieben Tagen – der mittlerweile fast schon normale Wahnsinn geht ohne große Pausen weiter.

Diese Woche bei … Hertha BSC, KW 34

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Von Chris Butzke

Berliner Schreckgespenst

Endlich war es soweit. Das Flutlicht strahlte über das weite Rund der Allianz-Arena hinaus, Menschenmassen strömten in den roten Fußballtempel, Menschen auf der ganzen Welt ließen sich im heimischen Wohnzimmer nieder und sehnten sich nach dem Bundesliga-Auftakt.

Für die meisten Zuschauer ist es mittlerweile Gewohnheit, den bayrischen Rekordmeister im ersten Spiel der neuen Saison zu sehen. Von den bisher 18 offiziellen Eröffnungsspielen wurden 11 Spiele mit Beteiligung des FC Bayern München ausgetragen. Von diesen Spielen wurde kein einziges verloren, sondern ganz im Gegenteil, man gewann sogar 10 Mal. Somit waren die Vorzeichen für einen erfolgreichen Auftakt für die Berliner Hertha fast aussichtslos, doch hatte man als selbsternannter künftiger„Big City Club“ (danke für diese unrealistische Einschätzung, Herr Windhorst) auch ein paar Aktien auf seiner Seite. Zum einen hat man sich in der jüngsten Vergangenheit sehr gut gegen die Bayern geschlagen. In den letzten fünf Bundesliga-Duellen ging man nur bei einer Partie als Verlierer vom Platz, das letzte Spiel in Berlin wurde sogar 2:0 gewonnen. Außerdem hat man mit Dodi Lukebakio das wohl größte Schreckgespenst geholt. Gerüchteweise werden Lukebakio-Masken als Halloweenkostüm hoch gehandelt bei den TSV 1860 München Anhängern. Zum anderen herrscht bei den roten Münchenern große Unruhe. Zwar wurde zum Zeitpunkt des Spiels Ivan Perisic verpflichtet (war jedoch noch gelb gesperrt), doch war das Hauptthema die eventuell bevorstehende Verpflichtung von Coutinho.

Klünter stellt die Bayern kalt

In der Vorberichterstattung spielte Hertha also eine kleinere Rolle als Rickon Stark in Game of Thrones. Ich bin mir fast sicher, dass der chinesische Fußballfan bis kurz vor dem Anpfiff maximal die Aufstellung von Hertha kannte. Ob er hingegen den Namen von Trainer Ante Covic kannte, der sein Bundesliga-Debüt als Trainer feierte, darf durchaus bezweifelt werden. Dafür dürften nach der Partie einige Namen etwas bekannter auf der internationalen Bühne sein.

Allen voran Lukas Klünter zeigte eine bemerkenswerte Leistung. Er nahm Kingsley Coman aus der Partie, bestach durch seine Geschwindigkeit und Entschlossenheit im Zweikampf. Klünter dürfte diese Partie ziemlich viel Selbstvertrauen geben. Nachdem die letzte Saison durch Verletzungen besonders in der Hinrunde eine persönliche Enttäuschung war, konnte er sich in der Rückrunde etwas zurückkämpfen. Die Leistung könnte ihn zum unumstrittenen Stammspieler als RV werden lassen. Wer die individuelle Klasse eines Comans stoppen kann, hat sich für künftige Aufgaben mehr als nur angeboten. Auf der anderen Seite erlebte Mittelstädt einen rabenschwarzen Tag. Hierbei muss man aber auch bedenken, dass das Berliner Eigengewächs erst kurzfristig fit wurde und in der Vorbereitung eine offensivere Rolle besetzte. Durch den Ausfall von Plattenhardt und der nicht so souveränen Leistung von Torunarigha im Pokal musste auch ein nicht ganz fitter Mittelstädt spielen. Gegen einen Gnabry reichte es so aber nicht. Die rechte Bayern-Seite bereitete der Hertha-Verteidigung große Probleme. Folgerichtig erspielte sich der FCB auch über diese Seite das 1:0 in der 24. Minute durch Lewandowski. Bis dahin wurde Hertha von Bayern regelrecht eingeschnürt, die taktische Ausrichtung mit einer Fünferkette erwies sich nicht als Erfolg. Aber Covic erkannte die Probleme besonders auf der rechten Seite und versuchte mit einer Umstellung auf ein 4-4-2 die Defensive zu stärken und gleichzeitig weniger leichte Ballverluste durch das Bayern-Pressing im eigenen Spielaufbau zu kassieren. Der Plan ging auf und man stand plötzlich deutlich sicherer.

Lukebakio trifft

In der Folge kam man besser in die Partie. Natürlich kam es dann in der 36. Minute, wie es kommen musste. Thiago und Thomas Müller schlotterten die Knie, als Lukebakio auf Höhe der Mittellinie zum Dribbling ansetzte. Sowohl Müller als auch Thiago erstarrten vor Angst, ließen den Berliner Neuzugang gewähren und so durfte er durch einen gezielten Schuss gegen Ibisevic’s Rücken mit einer Leichtigkeit Manuel Neuer überwinden. Der Ausgleich war gleichzeitig auch der erste wirkliche Abschluss auf das Bayern-Tor. Da war sie also wieder, die dardaische Effizienz, die die Mannschaft schon in den letzten Jahren auszeichnete. Kurz danach knockte Marko Grujic seinen Gegenspieler, immerhin 35-Mio-Neuzugang Pavard, im Kopfballduell aus, bekam einen mustergültigen Pass von Vedad Ibisevic (oder @DonnieOsullivan) und ließ Manuel genau eine Chance, nämlich keine Chance. Bumm, 2:1 für den Außenseiter. Ich kann die Reaktionen der chinesischen und amerikanischen Zuschauer vor den mobilen Endgeräten nur erahnen, aber zumindest die Menschen in Minnesota werden vor Freude auf der Straße getanzt haben. Immerhin hatte Hertha dort einen Teil des Sommers verbracht und einige Fans sammeln können. Mit diesem Ergebnis ging es dann in die Halbzeit.

Mit einem blauen Auge davongekommen

In der zweiten Halbzeit rissen die Münchener das Spiel wieder an sich und so kassierte man in der 60. Minute den überfälligen Ausgleich per Elfmeter. Jedoch war die Entstehung des Elfmeters schon sehr grotesk. Stahlschädel Grujic hatte anscheinend mit den Spätfolgen des Pavard-Zusammenstoßes zu kämpfen, anders kann man sich die Aktion nicht erklären. Völlig abseits des Geschehens, der Ball war weiter weg als Andre Schürrle von der Bundesliga, riss Marko Grujic den späteren Strafstoßschützen einfach um. Logischerweise kam der VAR zum Ergebnis, dass der Amateur-Wrestlingmove einen Elfer zur Folge hat. Somit haben wir schon am ersten Spieltag einen ganz heißen Kandidaten für die Kategorie „Unnötigste Aktion der Saison“. Eventuell wollte Grujic auch nur seine Bewunderung für Zinedine Zidane ausdrücken. Sein Torjubel ist an Cristiano Ronaldo angelegt, sein Verhalten abseits des Balles erinnert an Zidane vs Materazzi. Somit vereint Grujic schon einige Merkmale der ganz großen Spieler. Nach dem Ausgleich lieferte Hertha noch eine Abwehrschlacht und konnte am Ende einen Punkt aus München entführen.

Hertha also auf Augenhöhe mit Bayern?

Wie soll man nun diese Partie bewerten? Der Punkt war auf der einen Seite sehr glücklich, da Bayern zweifelsohne die überlegene Mannschaft war. Auf der anderen Seite war die Entstehung des Ausgleichs mehr als ärgerlich. Am Ende bleibt eine leidenschaftliche Leistung, jedoch kann man aus taktischer Sicht nur wenig für kommende Spiele ableiten. Man ist in der Lage, innerhalb eines Spiels verschiedene Systeme zu spielen. Covic erkennt Probleme und korrigiert von der Seitenlinie aus. Dieses Ingame-Coaching wird ein immer größerer Faktor, der Grad zwischen einem sinnvollen Switchen von Systemen und einer Überforderung der eigenen Mannschaft (Grüße an den FC Augsburg aus der letzten Saison) ist oft schmal. Covic möchte eigentlich einen offensiven Fußball spielen und selbst Druck ausüben. Gegen eine individuell aber so überlegene Mannschaft wie dem FC Bayern München wäre das aber der Weg ins eigene Verderben. Hertha hat das Ziel, die Lücke zur Top 7 zu verkleinern. Das Spiel gegen München hat gezeigt, dass man auf einem guten Weg ist, Covic auch keine Angst vor großen Namen hat und taktisch variabel ist. Nun muss man am kommenden Spieltag gegen Wolfsburg aber ganz neue Facetten zeigen. Im ersten Heimspiel der Saison wird man sich nicht hauptsächlich auf die Defensivarbeit beschränken können. Wolfsburg ist die Kategorie Mannschaft, zu der man aufschließen möchte. Deshalb wird diese Partie aussagekräftiger und richtungsweisender werden, als ein Ausnahmespiel gegen die stärkste deutsche Mannschaft.

Ein Wiedersehen mit alten Freunden

Neben dem Bundesliga-Auftakt gab es auch die Auslosung für die zweite Runde des DFB-Pokals. Die Losfee meinte es gut und so bekam man nicht nur einen Zweitligisten als Gegner (auf ein Erstliga-Duell kann man ruhig noch ein paar Runden verzichten), sondern auch ein Heimspiel sorgte für Begeisterung. Dynamo Dresden ist für seine reisfreudigen Fans bekannt (die sich hoffentlich auch als friedliche Gäste erweisen), wodurch das Stadion wohl ausverkauft sein wird. Mit Patrick Ebert kommt auch eine Berliner Legende zurück in die Heimat. Ihm wird man einen besonders warmen Empfang bereiten. Mit der SGD hat man also einen Gegner bekommen, den man sportlich eigentlich schlagen sollte und der viele Fans mitbringt. Es hätte durchaus schlimmer kommen können.

Diese Woche bei … Hertha BSC, KW 33

Von Chris Butzke

Kein Geld schießt auch keine Tore

Es war ein turbulenter Sommer in Berlin. Der Einstieg von Lars Windhorst und seiner Beteiligungsfirma „Tennor“ sorgte bundesweit für ein Aufhorchen. Für 125 Millionen Euro sicherte man sich 37,5% der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA und hat zusätzlich die Möglichkeit, im nächsten Jahr sogar auf insgesamt 49,9% aufzustocken, was nochmals 125 Millionen Euro auf das chronisch klamme Hertha-Konto spülen könnte. In Berlin wählt man also ein Modell, welches sich schon bei Borussia Dortmund bewährt hat. Die Borussen haben sogar über 94% ihrer KGaA-Anteile veräußert. Wächst in Berlin also ein neues Schwergewicht im deutschen Fußball heran? Dies muss man klar verneinen. Die neuen finanziellen Mittel können die Lücke zur Top 6 verkleinern, doch wird man nicht schlagartig Vereine mit regelmäßigen Einnahmen aus europäischen Wettbewerben oder mit einem erhöhten Sponsoring (Bayer und VW pumpen jährlich deutlich mehr in ihre Vereine, als es marktgerecht wäre) mithalten können, weder sportlich noch finanziell. Somit ist in Berlin nicht plötzlich ein „Big City Club“, auch wenn es der Wunschtraum von Lars Windhorst ist. Doch wie sagte schon Onkel Ben zu Peter Parker, aus großer Macht folgt große Verantwortung. Es liegt nun an Manager Michael Preetz, verantwortungsvoll mit den neuen finanziellen Möglichkeiten umzugehen. Bei dem überhitzen Transfermarkt ist frisches Geld schnell verbrannt, die Transfers müssen sitzen.

Der Bayernschreck holt Bayernschreck

Und somit kommen wir zum nächsten Teil des turbulenten Sommers. Aufgrund der neuen finanziellen Möglichkeiten war es für Hertha-Fans ein neues Gefühl, denn plötzlich gab es viele Gerüchte um junge, talentierte und somit auch teure Spieler. Reiss Nelson, Dodi Lukebakio und Francois Kamano sind eine Kategorie, aus der sich der Hertha Fan in den letzten Jahren maximal bei der eigenen FIFA-Karriere bedienen konnte, nachdem man am Budget-Regler gedreht hat. Letztendlich durfte sich Dodi Lukebakio, der maßgeblich an der Überraschungssaison von Fortuna Düsseldorf beteiligt war, die Krone als Königstransfer aufsetzen. 20 Millionen Euro flossen dafür nach England zum FC Watford. Außerdem schloss sich Eduard Löwen der alten Dame an und sorgt noch mehr Flexibilität in der Mittelfeldzentrale. Dort wird er sich mit Marko Grujic um Einsatzzeit streiten. Der serbische Shootingstar aus der letzten Saison wird auch dieses Jahr das Hertha-Trikot überstreifen und weiter Erfahrungen sammeln, um bald bei seinem Hauptarbeitgeber in Liverpool Spiele bestreiten zu können. Für den erweiterten Kader verstärken Dedryck Boyata (ablösefrei von Celtic Glasgow) und Sturmtalent Daishawn Redan (2,7 Millionen Euro von FC Chelsea). Während Boyata mit seinen 28 Jahren Erfahrung in die sonst junge Innenverteidgung bringt, ist Redan eine Investition in die Zukunft (mit etwas Hoffnung, dass er sich ähnlich schnell integriert wie Dilrosun letztes Jahr). Auf der Abgangsseite werden Lazaro und Lustenberger zu spüren sein. Lazaro fehlt mit seiner sportlichen Klasse, Lusti wird als Mensch eine Lücke hinterlassen, die niemand so schnell schließen kann.

Aua in Aue

Die Vorbereitung lief recht ruhig. Selbst ein grottenschlechter und lustloser Auftritt in Aue sorgte nicht für tiefe Sorgenfalten. Zu groß ist das Vertrauen in Covic und in seine Spielidee. In den anderen Testspielen waren die Auftritte zumindest bemüht, verschiedene Systeme wurden ausprobiert und einige wertvolle Erkenntnisse konnten gewonnen werden, zum Beispiel, dass die Position des Rechtsverteidigers am besten eine Mischung aus Leckie Klünter wäre. Vielleicht sollte man sich mit der Universität Tokio kurzschließen, schließlich sind dort die Experten, wenn es um das Kreuzen von Menschen, Wesen und menschlichen Wesen geht. Außerdem ist Esswein ein wirklich schneller Mann, es muss doch ein Team geben, dass Geschwindigkeit auf den Außen braucht (looking at you, Bayern Munich). Glücklicherweise blieb man auch von schweren Verletzungen verschont. So bleibt unter dem Strich eine recht erfolgreiche Vorbereitung stehen, zumindest soweit man aus Testspielen und Trainingslagerberichten eine aussagekräftige Meinung ableiten kann.

Pflichtsieg im Pflichtspiel

Der erste Härtetest war die Erstrundenpartie gegen den VfB Eichstätt. Gegen den Regionalligisten kam es zu einem letztendlich ungefährdeten 5:1-Sieg. Ein solch souveräner Auftritt in der ersten Runde ist man als Herthaner schon fast gar nicht mehr gewöhnt. Auffällig war die offensive Ausrichtung mit einer Viererkette, wobei Torunarigha und Leckie die Positionen der Außenverteidiger bekleideten. Durch Leckie als RV ging man kalkuliertes Risiko, da man defensiv so anfällig war. Sein Partner in crime auf der linken Seite war hingegen als defensive Absicherung eingeplant, spielte aber etwas forsch und musste zur Halbzeit wegen akuter Gelb-Rot-Gefahr runter. Für ihn kam mit Alex Esswein ein Spieler, der die Bühne nochmal nutzen konnte ( 1 Tor, 1 Vorlage), um sich auf den Zetteln von Robert Kovac und Co auf der Tribüne zu verewigen. Denn sind wir mal ehrlich, auch mit Perisic fehlt es dem Bayern-Kader etwas an Breite und Erfahrung.

 

Zum restlichen Spiel kann man sagen, dass sich Vladimir Darida mit einer starken Leistung als Dreh- und Angelpunkt in der Zentrale Hoffnungen auf mehr machen darf. Er gilt sowieso schon als der Gewinner der Vorbereitung und konnte den guten Eindruck bestätigen. Seinen Konkurrenten Maier, Grujic und Löwen hat er vor allem Erfahrung voraus. Insgesamt ist Hertha in diesem Mannschaftsteil hervorragend aufgestellt und kann somit die Ideen von Ante Cociv besser umsetzen, der einen höheren Fokus auf ein spielstarkes Mittelfeld legt als Vorgänger Pal Dardai.

 

Die Welt sieht die Hertha

Bereits am Freitag geht es nach München zum Bundesligaauftakt und somit bekommt Hertha internationale Aufmerksamkeits. Naturgemäß ist man gegen die Bayern Außenseiter, doch sind die Top-Clubs am Anfang der Saison auch noch auf der Suche nach der eigenen Identität. Gepaart mit der Unruhe, die man durch die eigenen Aussagen bezüglich eventueller Transfers selbst heraufbeschworen hat, könnte Hertha wieder ein unangenehmer Gegner für den Rekordmeister werden. Außerdem ist der 20-Milliionen-Mann Lukebakio besonders durch seinen Hattrick gegen die Münchner ins weltweite Rampenlicht gerückt. Man hat auf alle Fälle das Potential, um ein Stolperstein zu sein, aber genauso gut können die Bayern abgeklärt 5:1 über defensiv überforderte Berliner hinwegfegen. Ein Coman kann die Schwächen auf der rechten Seite wohl eher ausnutzen als ein Athedon Lushi vom VfB Eichstätt. Denn auch wenn Klünter defensiv deutlich stärker ist als Leckie, würde eine rechte Seite mit Klünter und Lukebakio (falls er schon fit genug für die erste Elf ist) oder Kalou anfällig sein, da sowohl Kalou als auch Lukebakio defensiv in etwa so sorgfältig arbeiten wie die Sportbild bei der Recherche über die Identitäten von Zweitliga-Spielern. Doch auch wenn man ein schweres Auftaktprogramm hat, kann Hertha über 34 Spieltage vielleicht den einstelligen Tabellenplatz erreichen. Wenn es nach Marko Grujic geht, ist sogar eventuell noch etwas mehr drin.

Zinedine Zidane – MJ überholt

Mitarbeiter des Tages, 23. Juni 2019: Zinedine Zidane

Quervergleiche zwischen Epochen verbieten sich im Sport angeblich ja ganz generell, was soll dann erst für interdisziplinäre Analysen gelten? Aber gut, wir dürfen hier alles: Zinedine Zidane und Michael Jordan verbindet noch mehr, als dass die beiden für eine Zeitlang die Besten ihrer Zunft waren – Jordan ein bisserl länger als Zizou, aber das ist jetzt unerheblich.

Denn, liebe Kinder, was ihr Euch jetzt gar nicht so richtig vorstellen könnt: Bevor Michael Jordan und Zinedine Zidane die beiden großartigsten Glatzen im Weltsport geworden sind, hatten die Buben tatsächlich Haare auf dem Kopf. Und beiden ist das im Nachhinein betrachtet nicht gerade überragend gestanden.

Kleine Beobachtung am Rande: als beim letztjährigen Endspiel der French Open zwischen Rafael Nadal und Dominic Thiem für einen kurzen Moment Zinedine Zidane gezeigt wurde, der sich eigentlich auf den unscheinbaren Rängen versteckt hatte, da brach beinahe ungehemmter Applaus aus. Offenbar haben die Franzosen Zidane dessen Abgang im WM Finale 2006 verziehen, selbst 13 Jahre später noch ein Jammer. 1998 hat Zidane die L´Équipe Tricolore zum Finalsieg gegen Brasilien geköpft, acht Jahre später waren die Franzosen auf einem guten Weg, dann hält Buffon diesen herrlichen Kopfball, dann macht Materazzi das einzige, was so ein Volldolm eben macht. Es schmerzt noch immer.

Auch wenn davon auszugehen ist, dass sich der französische Großmeister, der heute seinen 47. Geburtstag feiert, dieser Tage mit anderen Dingen beschäftigt, etwa dem Wiederaufbau von Real Madrid. Nach der aktiven Karriere übrigens hat Zinedine Zidane den Spieß umgedreht: Michael Jordans Karriere als Funktionär schmiert gegen jene des Franzosen als Coach gnadenlos ab.

Anna Veith – Die Frau, die nicht kaputt geht

Mitarbeiterin des Tages, 18.Juni 2019: Anna Veith

Von Lukas Zahrer

Ihr letzter Weltcup-Sieg liegt bereits knapp zwei Jahre zurück. Als bestes Saisonergebnis aus dem vergangenen Jahr steht ein sechster Platz zu Buche. Dennoch ist Anna Veith in Österreich seit Jahren für Medien die beliebteste Skirennläuferin.

Ihre Erfolge sprechen für sich: Back-to-Back Gesamtweltcupsiegerin in den Saisonen 2013/14 und 2014/15, in denselben Jahren holte sie sich auch die kleine Kristallkugel im Riesenslalom. Bei Großereignissen holte die Siegerin von 15 Weltcup-Rennen neun Medaillen, vier davon erstrahlen in Gold.

Dass in Pyeongchang keine fünfte hinzukam, hat einen Grund: Ester Ledecka. In TV-Interviews sprach sie bereits vom größten Sieg ihrer Karriere, ehe die tschechische Snowboarderin Veith um eine Hundertselsekunde schlug.


Am bisherigen Höhepunkt ihrer Karriere, nach ihrem zweiten Gesamtweltcupsieg, schrieb Veith auch im Sommer 2015 Schlagzeilen. Weil ihr Management mit Mercedes-Benz über ein Individual-Sponsoring verhandelte, der ÖSV allerdings seit Jahren von Audi unterstützt wird, entwickelte sich ein Streit mit dem ÖSV. Präsident Peter Schröcksnadel forderte eine Trennung von ihrem Manager, Veith verlangte ein erweitertes Betreuerteam während der Saison.

Veith drohte an einem Zeitpunkt der Verhandlungen gar mit einem Rücktritt, auch ein Nationenwechsel stand im Raum. Doch nach mehreren Wochen intensiver Diskussionen, die teils auch medial geführt wurden, einigte man sich auf eine weitere Zusammenarbeit.

Seither konnte die heute 30-Jährige nicht mehr an ihre Glanzzeiten anschließen. Drei Tage vor Beginn der Saison 2015/16 zog sie sich in Sölden eine schwere Knieverletzung zu. Kreuz- und Innenband im rechten Knie waren ebenso wie die Patellasehne gerissen – Totalschaden.

14 Monate später kehrte sie in den Weltcup zurück und schaffte Ende Jänner im Super-G von Cortina gar den Sprung aufs Podest. Bei der WM in St. Moritz musste sie allerdings die Saison vorzeitig beenden, eine OP am linken Knie wurde notwendig. Der volle Fokus lag ab diesem Zeitpunkt auf den Olympischen Winterspielen 2018. Mit einem Sieg im Super-G von Val d’Isere machte sie ihre Aspirationen für die Titelkämpfe klar und wurde von der österreichischen Delegation zur Fahnenträgerin ernannt.

Aus heiterem Himmel zog sich Veith im Jänner 2019, wie der erste Monat des Jahres in Österreich heißt, einen weiteren Kreuzbandriss zu. Bei einem Trainingslauf in Pozza di Fassa erwischte Veith einen Schlag und verletzte sich schwer, ohne zu Sturz zu kommen. Nur einen Tag zuvor erlitt ÖSV-Technikerin Stephanie Brunner an selbiger Stelle die gleiche Verletzung.

Abseits der Skipisten setzt sich Veith für die Erhaltung der Geparden-Population ein. Deshalb ziert ihr Helm nicht nur das Logo ihres Kopfsponsors, sondern auch ein Gepardfell, um Aufmerksamkeit für die Bedrohung des Aussterbens von Geparden zu schaffen.

Die seit 2016 mit dem ehemaligen Snowboarder Manuel verheiratete Veith ist zudem als Unternehmerin tätig. In Schladming betreiben die beiden ein Weinbistro, das auf regionale Produkte setzt. Mit dem selbsternannten Boutique-Hotel ARX und dem integrierten Ski-Fachgeschäft Veith Sport hat die gebürtige Halleinerin zwei weitere Standbeine für die Karriere danach geschaffen.

 

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was du denkst bist du, was du bist strahlst du aus, was du ausstrahlst ziehst du an. ich denke an mein drittes comback. #imherzenzart

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Doch noch will Veith davon nichts wissen. “Ich war anfangs schon einige Zeit ziemlich hin- und hergerissen, wollte zunächst Abstand vom Skisport gewinnen“, sagte sie vor wenigen Tagen bei einem Medientermin in Wien zu ihrer dritten Knie-Operation.

Das Feuer sei allerdings wieder entbrannt. “Ich habe gemerkt, dass mir der Sport sehr wichtig ist und ich als Person durch und durch Sportlerin bin. Deshalb möchte ich noch ein Comeback starten.” Mit dem Ziel der Rückkehr an die Spitze, wie sie selbst betont. Im Idealfall beginnend mit dem Saison-Auftakt in Sölden.

Justin Leonard – Der ewige Schmerz

Mitarbeiter des Tages, 15. Juni 2019: Justin Leonard

Wer sich als Sportfan etwas über den Tellerrand des Fußballs hinaus interessiert, der wird hoffentlich mit folgendem Urteil übereinstimmen: Nie fühlt man sich mehr als Europäer als während jener drei Tage, an denen die Golfer aus Großbritannien, Italien, Deutschland, etc. gegen die Sportkameraden aus den USA antreten. Der Ryder Cup schafft jenen Zusammenhalt, den wir der EU gerne wünschten. Auch weil es bei aller Rivalität zwischen den Teams in Rot und Blau immer fair zugeht. Eigentlich.

Denn 1999 in Brookline ist der Wettkampf in einer Weise eskaliert, die dem Golffan normalerweise eher fremd ist. Und mittendrin: Justin Leonard, der heute seinen 47. Geburtstag feiert. Die US-Amerikaner mussten am Sonntag einen Vier-Punkte-Rückstand aufholen. Und ließen sich von Anfang an nicht lumpen. Kulminiert ist das Ganze dann in einem Putt von Leonard in seinem Match gegen Jose Maria Olazabal. Es schmerzt heute noch.