Diese Woche… bei Hertha BSC, KW 41

Von Chris Butzke

Er ist wieder da

Da der Autor letzte Woche unpraktischerweise um 19 Uhr eine Zugfahrt quer durch das ganze Land hatte und das Spiel Hertha gegen Köln trotz einer Anfrage eines Gewissen Chris B. nicht verschoben wurde, musste man sich auf das WLAN des ICE 1657 verlassen. Nun ja, es Bedarf nicht viel Fantasie, um sich auszumalen, wie das Resultat am Ende war. Es gab kurze Phasen, in denen Sequenzen in einer 32×24-Auflösung zu sehen waren. Dementsprechend schwierig erwies sich eine messerscharfe und perfekte Analyse, wie man es hier normalerweise gewohnt ist, weshalb auf einen gesonderten Artikel zu dem Spiel verzichtet wurde. Auffällig war jedoch, dass Hertha ganze vier Mal den Ball in das gegnerische Tor bugsieren konnte, während es der Effzeh nicht ein einziges Mal schaffte.

Hertha überstand die ersten 20 Minuten dank eines gut aufgelegten Geburtstagskinds zwischen den Pfosten, nur um dann durch einen erneuten Geniestreich von Dilrosun in Führung zu gehen. Eine klare rote Karte kurz vor der Halbzeit kam Berlin zusätzlich entgegen. Ibisevic traf in der zweiten Halbzeit doppelt gegen seinen Lieblingsgegner und Neuzugang und Abwehrbollwerk Dedryck Boyata durfte schließlich den 4:0 Entstand besiegeln. Der Sieg ging in Ordnung, da der Effzeh gerade in der zweiten Hälfte so harmlos war, dass man sie fast mit dem FC Augsburg hätte verwechseln können. Für Ante Covic und seine Spieler dürfte das Spiel als beste Paartherapie gedient haben. Es funktionierte längst nicht alles, aber die Mannschaft konnte ein spielfreudigeres Gesicht zeigen und die zuletzt gezeigten Leistungen etwas aus den Köpfen verdrängen.

Kein Fortüne für die Fortuna

Doch kommen wir zu der Partie, die der Autor in gestochen scharfer Bildqualität sah. Hertha empfing am Freitagabend den Angstgegner Fortuna Düsseldorf. Die Bildqualität war sogar so scharf, dass man in der 29. Minute die Stollenabdrücke von Dedryck Boyata auf dem Unterschenkel des Düsseldorfer Urgesteins Oliver Fink sehen konnte. Nach mehreren Minuten entschied Schiedsrichter Petersen nach einer eingehenden Videostudie folgerichtig auf Elfmeter für die Fortunen, den Hennings sicher verwandelte. Zuvor gab es bereits in der 25. Minute einen anderen Einsatz des VAR, der ein riskantes Einsteigen von Mittelstädt gegen Baker näher beäugte. Doch in dem Fall entschied der Unparteiische nicht auf Elfmeter. Meiner Meinung nach ist es eine vertretbare Entscheidung, jedoch wäre auch hier eine Entscheidung für Düsseldorf möglich gewesen. Für Petersen hatte der Kontakt aber nicht ausgereicht, um einen Elfmeter zur Folge zu haben.

Aus Berliner Sicht war der Rückstand mehr als ärgerlich, hatte man den Gegner bis auf diese beiden harmlosen Strafraumszenen, die jeweils zum VAR-Einsatz geführt haben, komplett in Griff. Doch die Mannschaft bewies Moral und konnte die Dominanz der ersten 30 Minuten aufrecht erhalten. Ibisevic konnte, wie sollte es anders sein, an seine Form gegen Köln anknüpfen und sorgte nach einer mustergültigen Flanke von Wolf bereits kurz nach der Düsseldorfer Führung wieder für den Ausgleich. Doch noch vor der Pause konnte das Wunderkind erneut sehenswert für die Hertha Führung sorgen. Die Mannschaft bewies Mentalität und schickte die Fortunen mit gesenkten Häuptern in die Pause.

In der zweiten Hälfte ließ das Team aus der Hauptstadt nichts mehr anbrennen und gestaltete weiterhin die Partie fast nach Belieben. Der eingewechselte Lukebakio, letztes Jahr noch im Dienste der Rheinstädter, setzte sich nochmal entschlossen auf der linken Seite durch und steckte mustergültig auf den starken Darida durch, der seine Leistungen der letzten beiden Spiele mit einem Tor vergoldete. So gab es einen hochverdienten Heimsieg. Es war der erste Erfolg gegen Düsseldorf nach 40 Jahren Pleiten, Pech und Pannen. Dadurch konnte die Covic-Elf den Fehlstart vergessen machen und ist nach einer 3-Spiele-Siegesserie im gesicherten Mittelfeld der Liga.

Aufwärts immer, downwärts nimmer!

Während der erste Sieg gegen Paderborn ein unsicherer und fast schon ängstlicher Auftritt war, wurde das Team in Köln nach einer schwachen Anfangsphase zunehmend sicherer und konnte gegen Düsseldorf den bisher überzeugendsten Auftritt der Saison feiern. Die Stimmung in Berlin ist gelöst und auch die Stimmen gegen Covic verstummen schlagartig. Was drei Spiele so alles ausmachen können. Die Mannschaft scheint dem Trainer mehr zu vertrauen und spielt dementsprechend selbstbewusster, Spieler wie Dilrosun und Ibisevic haben sich in einen Flow gespielt und gehören definitiv zu den Gewinnern der bisherigen Saison. Doch wo es Gewinner gibt, sind auch die Verlierer meist nicht weit. Bei Hertha haben Oldie Salomon Kalou und Ondrej Duda gerade eine unglückliche Phase, auch Selke konnte seine Chance nicht nutzen, weil er seine Chancen auf dem Feld nicht nutzte.

Milliardenmarke Hertha BSC

Sportlich hat man sich also aus der Krise gespielt, doch sorgen bestimmte Personen weiterhin für Unruhe und schlechte Laune bei den Fans. Investor Windhorst verspricht neue Investitionen noch in diesem Jahr und möchte aus Hertha BSC eine milliardenschwere Marke formen. Diese Aussagen sorgen nicht nur bei Fans der anderen Teams für Unmut. Zwar haben Mannschaften wie der BVB bereits über 94% der Lizenzspielerabteilung verkauft und sorgen mit dem dadurch erworbenen Kapital seit Jahren auch sportlich für Furore, doch hat in Dortmund kein Investor dem Kapitalgeber ein Gesicht und damit ein Feindbild gegeben. Windhorst verbessert mit seinen Aussagen auch nicht gerade das eigene Image, sondern sorgt viel mehr dafür, dass Hertha BSC neben der bisher glücklosen Stadionsuche nun auch für einen großkotzigen Investor steht. Für die Fans ist es auch nicht gerade beruhigend, dass Windhorst offen kommuniziert, dass er zwar Hertha viel Kapital zur Verfügung stellen möchte, jedoch nur aus Eigeninteresse, in der Hoffnung, dass durch den sportlichen Erfolg und steigenden TV- und Sponsorenverträge der Wert des Vereins steigt und somit auch der Wert der von ihm erworbenen Anteile. Hertha hat bereits Erfahrung mit Investoren. Ein Engagement der Investorengruppe KKR verlief ruhig und ohne mediales Aufsehen. Die Gruppe investierte in Anteile und ließ den Verein ohne öffentliche Forderungen das Kapital verwalten. Windhorst hingegen fiel innerhalb weniger Wochen bereits mehrmals durch markige und realitätsfremde Sprüche auf.

Die Causa Windhorst trübt zwar die allgemeine Stimmung, doch geht man als Hertha-Fan mit einem Lächeln in die Länderspielpause. Es ist auch bemerkenswert, wie schnell die Stimmung schwanken kann. Noch vor wenigen Wochen kroch Hertha wie ein angeknockter Boxer in die Pause und alle waren froh, dass man sich nochmal neu sortieren konnte. Jetzt ist man fast schon der Meinung, die Pause stört den aktuellen Rhythmus und kommt zur Unzeit. Für Niklas Stark kommen die Länderspiele genau im richtigen Moment. Gegen Düsseldorf zeigte er seine bisher beste Saisonleistung und darf sein Debüt in der Nationalmannschaft gegen Argentinien feiern.

Diese Woche… bei Eintracht Frankfurt, KW 39

von Patricia Seiwert

Eine Woche voller Highlights

Gewohnt terminreich gestaltete sich die vergangene Woche bei Eintracht Frankfurt. Auf der To-Do-Liste standen nicht weniger als zwei echte Top-Spiele in der heimischen Spielstätte. Zum einen war da die Europa-League-Begegnung mit dem Arsenal FC am Donnerstagabend, zum anderen die Bundesligapartie gegen die Borussia aus Dortmund.

Zurück in der Realität

Rappelvoll war das Frankfurter Wohnzimmer am Donnerstag. Gefüllt mit einer Masse aus Eintracht-Anhängern, in freudiger Erwartung auf eine magische Europapokal-Nacht und einigen Fans der Gunners, die ihrerseits darauf hofften, den Adlerträgern die Feierstimmung vermiesen zu können.

Da das Ergebnis aber bekanntlich nicht durch demokratische Abstimmung der Zuschauer vor Ort entschieden wird, sondern 11 gegen 11 auf dem Platz, durfte sich an diesem Abend nur ein kleiner Teil des Stadions ausgiebig freuen. Und das gleich dreimal, denn Arsenal gelang es genau so oft, den Ball ins Tor von Kevin Trapp zu befördern. Obwohl der Frankfurter Keeper einen starken Tag erwischte und noch Schlimmeres zu verhindern wusste, blieb ihm nach Toren von Willock (38.), Saka (85.) und Aubameyang (87.) nichts anderes übrig, als hinter sich zu greifen.

Dennoch spiegelt sich im 3:0 Endstand nicht das eigentliche Spiel wider, denn die Hessen waren keinesfalls so deutlich unterlegen, wie es den Anschein macht. Auch sie erspielten sich Chancen – mal mehr und mal weniger deutliche – aber der Zug in Richtung gegnerisches Tor stimmte. Angekreidet werden muss jedoch, dass sie keinen dieser Angriffe veredeln konnten. Im Gegenzug lud man Arsenal durch leichte Ballverluste im Mittelfeld und individuelle Fehler zu häufig ein. Teilweise Trapp, teilweise die eigene Dusseligkeit der Gäste aus London führte dazu, dass der Videowürfel lange Zeit nur eine knappe Führung von 1:0 anzeigte.

Trotzdem verdeutlichte sich die fehlende Kaltschnäuzigkeit der Adlerträger vor dem Tor sowie ein wackliges Abwehrverhalten. Kapitän David Abraham war an diesem Abend erneut weit von seinem Leistungsniveau entfernt und die hochstehenden Außenverteidiger, die häufig als Stärke der Frankfurter gesehen werden, stellten durch die zu leichten Ballverluste im Mittelfeld einen Unsicherheitsfaktor in der Konterabsicherung dar, sodass letztendlich eine deutliche Niederlage hingenommen werden musste.

Alles in allem taugte der Abend sicherlich nicht als magische Pokalnacht. Die Realität hielt Einzug bei den von der Europa League sonst so verwöhnten Hessen. Der Stimmung tat dies trotzdem keinen großen Abbruch. Die Anhängerschaft der Eintracht feierte ihre Mannschaft nach Abpfiff und spendete Trost.

Immerhin war der Gegner niemand, gegen den man sich schämen müsste, zu verlieren. Außerdem handelte es sich lediglich um das erste von 6 Gruppenspielen, sodass noch lange nichts verloren ist.

Ein Unentschieden auf dem Platz, doch ein Sieg für den Kopf

Auch in der Bundesliga war am 5. Spieltag selbstverständlich noch lange nichts verloren. Nach kurzer Regenerationszeit hatte die Eintracht in diesem Wettbewerb nun den BVB vor der Brust. Wahrlich kein leichter Gegner, zumal dieser nach einem torlosen Unentschieden gegen den FC Barcelona in der Champions League mit Rückenwind nach Frankfurt flatterte.

Eintracht Frankfurt hingegen musste nicht nur die kürzlich kassierte 3:0 Niederlage gegen Arsenal verdauen. Auch das letzte Bundesligaspiel auswärts in Augsburg ging ziemlich glanzlos verloren.

Nach dem Spiel unter der Woche rotierte Hütter bei der Aufstellung gegen die Dortmunder. Der in Augsburg noch erkrankte Filip Kostic kehrte, wie schon gegen Arsenal, zurück in die Startelf. Touré begann für Abraham und auch mit Gelson Fernandes tauchte ein neues Gesicht auf. Zudem pausierte Danny da Costa. Für ihn fand sich Erik Durm auf dem Platz wieder. Auch Kamada bekam zunächst eine Auszeit.

Für Sow bedeutete dies eine etwas offensivere Rolle als in den vergangenen Spielen. Er sollte vor Kohr und Fernandes agieren, was ihm sichtlich guttat. Der junge Neuzugang leistete sich zwar immer noch Fehler, die den ein oder anderen Fan dazu veranlasst haben dürften, sich die Haare zu raufen. Jedoch blitzte in dieser Formation sein Potenzial auf.

Der BVB dominierte die erste Halbzeit deutlich und ging folgerichtig bereits in der 11. Minute durch Axel Witsel in Führung. Besonders im Mittelfeld wurde die Dortmunder Überlegenheit sichtbar. Dennoch schöpften die Gäste ihre Möglichkeiten nach dem Führungstreffer nicht mehr ausreichend aus, sodass es der Eintracht gelang noch kurz vor dem Pausenpfiff durch André Silva den Ausgleich zu erzielen. Dem Portugiesen, der zwar nicht fehlerfrei aber dennoch ballsicher und agil agierte, gelang somit sein erstes Bundesliga-Tor. Vorlagengeber war bei diesem Treffer kein geringerer als der oben erwähnte Djibril Sow.

Im Laufe der zweiten Spielhälfte kämpften sich die Frankfurter dann immer weiter ins Spiel hinein, agierten weniger passiv. Doch in der 66. Minute folgte der Rückschlag: Sancho brachte die Dortmunder erneut in Führung. Und die Eintracht? Die wollte in diesem Spiel unbedingt mindestens einen Punkt holen. Aus diesem Willen resultierte der stetig steigende Druck, den die Frankfurter seit dem Gegentreffer aufbauten. Diese Mühen sollten sich schlussendlich auch auszahlen. Kurz vor Ende der Partie, in der 88. Minute, fiel der herbeigekämpfte Ausgleich endlich. Der eingewechselte Kamada war es, der nach einem scharfen Querpass von Hinteregger an den Ball kam und diesen in den Fünfmeterraum verfrachtete. Dort sah Thomas Delaney sich gezwungen, dem Ball den Weg ins eigene Tor zu ebnen.

Am Ende stand ein 2:2 Unentschieden zu Buche, das sich für die Gastgeber fast schon wie ein Sieg anfühlte. Von dem waren die Frankfurter gegen Ende der Partie übrigens gar nicht so weit entfernt. Bas Dost konnte eine gute Möglichkeit jedoch nicht in ein Tor ummünzen.

Den Punktgewinn haben die Frankfurter nicht zuletzt auch ihrem Trainer Adi Hütter zu verdanken, der bei den Einwechslungen ein gutes Händchen bewies.

Kamada kam in der 67. Minute für Dominik Kohr und hatte mit seinen Aktionen im offensiven Mittelfeld sofort einen positiven Einfluss auf das Spiel der Hessen – gekrönt durch das erzwungene Eigentor.

In der 79. Minute wechselte Hütter Dost für Paciência ein. Auch der im Hinblick auf seine Fitness noch schwächelnde Niederländer machte eine solide Partie.

Wenige Minuten später betrat dann noch Chandler den Platz. Für ihn ging Touré, der eine überraschend starke Leistung ablieferte (war maßgeblich am 1:1 Ausgleich beteiligt, indem er Sow bediente) und in der Form eine ernstzunehmende Alternative für den zuletzt schwächelnden Abraham darstellt. Chandler fügte sich sofort gut ins druckreiche Spiel der Frankfurter in der Schlussphase ein, sorgte für Tempo über die Außenbahn und bediente den hochgewachsenen Dost im Strafraum immer wieder mit Flanken.

Eine weitere freudige Erkenntnis dieses Spiels ist, dass die Mannschaft trotz Rotation im Stande ist, ordentliche Leistungen abzurufen. Beispielhaft dafür steht nicht nur der eben schon erwähnte Almamy Touré, sondern unter anderem auch Erik Durm, der seine spielerische Klasse gegen seinen Ex-Klub unter Beweis stellen konnte.

Gekoppelt mit der starken Mentalität der Adlerträger führte das clevere Coaching Hütters letztendlich zum wichtigen Punktgewinn gegen einen nicht konsequent genug agierenden BVB.

Erster Auswärtssieg der Saison?

Auch im Hinblick auf das kommende Spiel am Freitagabend bei Union Berlin war der Punkt gegen Dortmund befreiend. Nicht nur, weil die Adlerträger dadurch einiges an Selbstbewusstsein tanken konnten, sondern auch, weil es sich mit drei Niederlagen aus den letzten drei Spielen in einem Hexenkessel wie der Alten Försterei in Köpenick sicherlich nicht einfacher spielen würde.

Doch auch mit dem Erfolgserlebnis gegen den BVB ist die Partie bei den Eisernen noch lange nicht gespielt. Sicher ist, dass es ein ganz anderes Spiel als gegen Dortmund oder Arsenal werden wird. Die Eintracht trifft mit Union auf einen Gegner, der ihr traditionell schlechter liegt. Konnten die Frankfurter gegen mitspielende Gegner zuletzt häufig gute Leistungen abrufen, so taten sie sich gegen vermeintlich schwächere Mannschaften regelmäßig schwer. Das aktuellste Beispiel hierfür ist der FC Augsburg.

Wünschenswert wäre es, wenn die Eintracht es schaffen würde, Union Berlin mit breiter Brust ihr Spiel aufzuzwingen, um drei Punkte an den Main mitbringen zu können.

Auf das anstehende Flutlichtspiel, das alleine schon durch die leidenschaftlichen Anhänger beider Mannschaften stimmungsvoll sein wird, darf man also gespannt sein.

Diese Woche… bei Hertha BSC, KW 39

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von Chris Butzke

Drei Punkte sind drei Punkte

Die Fußballwelt besteht aus vielen Phrasen. Zurzeit dürften vor allem „Drei Punkte sind drei Punkte“ und „In vier Wochen fragt keiner mehr danach, wie die Punkte geholt wurden.“ ein größeres Comeback feiern als die Spice Girls im Frühling dieses Jahres.

Hertha siegte zwar mit 2:1 gegen den Aufsteiger aus Paderborn, doch die gezeigte Leistung bot wenig Erbauliches. In der ersten Halbzeit waren herausgespielte Berliner Chancen seltener als ein Shiny Pikachu bei Pokemon Go. Folgerichtig war die Führung durch Shooting Star Javairo Dilrosun eine herausragende Einzelaktion, bei dem er in seiner unwiderstehlichen Art und Weise gleich vier Paderborner Spieler stehen ließ und erfolgreich abschloss. Doch über die gesamte erste Halbzeit war für den neutralen Zuschauer nicht ersichtlich, wer jetzt hier der neue Big City Club ist, der Anteile für eine neunstellige Summe verkauft hat, und wer der Aufsteiger mit einem Transferbudget von knapp 100.000€ ist. Fast schon ängstlich überließ man den Paderbornern das Spiel, denen man die 1:5-Pleite gegen Schalke aus der vergangenen Woche kaum anmerkte. Glücklicherweise ließen die Schwarz-blauen die letzte Konsequenz vermissen und konnten ihre Chancen nicht nutzen.

In der zweiten Halbzeit konnte Hertha durch Marius Wolf schnell das 2:0 erzielen. Auch hier war wieder Dilrosun mit einer mustergültigen Vorlage großer Anteilseigner. Fast im Gegenzug wurde Paderborn für die Bemühungen belohnt und verkürzte auf 2:1. In der Folge spielten die Gäste mit mehr Risiko, was zu einigen Kontern für Berlin führte. Diese wurden aber kläglich vergeben. Es bleibt also festzuhalten, dass Hertha als Heimmannschaft in fast allen Kategorien unterlegen war, aber zum Glück fragt ja in ein paar Wochen niemand mehr danach und die drei Punkte kann einem niemand mehr nehmen.

Lukebankio

Doch schieben wir die Phrasen zurück in die Doppelpass- und Sky-Talk-Schublade und widmen uns mal etwas detaillierter mit der Mannschaft, die den glorreichen ersten Saisonsieg errungen hat. Nachdem man gegen Mainz noch mit einer Dreier/Fünferkette agierte und Skjelbred als zusätzliche Absicherung hatte, vertraute Covic gegen Paderborn auf ein 4-1-4-1 und ließ dabei Lukebakio auf der Bank. Doch ähnlich wie schon in den vergangenen Wochen hatte Hertha überhaupt kein Interesse an Ballbesitz und ließ den Gegner kommen. Während man in Mainz wenigstens vereinzelt erfolgreich durch frühes Anlaufen der Spielaufbau stören könnte, war davon an diesem Spieltag nur wenig zu sehen. Paderborn konnte so recht behutsam das Spiel aufbauen und fand trotz der defensiven Herthaner Grundordnung immer wieder Räume auf den Außenbahnen. Sowohl Plattenhardt als auch Klünter hatten große Probleme auf ihrer Seite. Einzig Dedryck Boyata zeigte in der Viererkette eine überragende Leistung und konnte mehrmals in letzter Sekunde entscheidend die Paderborner beim Abschluss stören.

Wenn man den Gegner schon kommen lässt, dann muss man wenigstens durch schnelles Umschaltspiel für Gefahr sorgen, doch auch hier war es eine Katastrophe. Herthas Zentrale verschleppte fast immer das Tempo, Pässe auf die einzige Spitze Selke kamen mit der Präzision einer Schneekanone, die auf einen Nadelkopf zielt. Grujic und Duda konnten keine Impulse nach vorne setzen, Wolf wirkte wie ein Fremdkörper im Team. Die allgemeine Unsicherheit war mit jedem Pass zu spüren. Alles in allem war die erste Halbzeit eine einzige Enttäuschung. Die zweite Halbzeit begann mit dem ersten Stirnrunzler. Covic brachte mit Darida für Duda eine noch defensivere Aufstellung. Alles schrie nach Angst, Angst vor der nächsten Niederlage. Darida zeigte während der Partie eindrucksvoll, dass er offensiv das Team zurzeit bremst. Einige Male verpasste er den richtigen Abspielzeitpunkt auf Selke, womit dieser werner-est im Abseits stand, statt völlig frei auf das Tor zu stürmen. Auch die weiteren Wechsel werfen viele Fragezeichen auf. Für den rechten Flügelspieler Wolf kam der gelernte Linksverteidiger Mittelstädt, der auch Wolfs Position übernahm war und dort noch mehr lost war als das Staffelfinale von „Lost“. Dabei hatte einige sinnvollere Alternativen, beispielweise hat Lukebakio des Öfteren schon auf der Position gespielt, doch er blieb weiter auf der Bank. Am Ende kam Ibisevic für Selke, der aber für Konterfußball nicht geeignet ist und auch schnell wieder durch negative Emotionen auffiel. Auch hier gab es offensichtliche Alternativen. Mal kurz überlegen… wer könnte mit seiner Schnelligkeit vielleicht eine sinnvolle Einwechslung sein… Ahhhhh Lukebakio. Aber für Dodi war es ein entspannter Nachmittag auf der Bank. Insgesamt war es ein Auftritt, der zwar mit drei Punkten belohnt wurde, aber für viel Kopfzerbrechen sorgt.

https://www.youtube.com/watch?v=oB6IH1lvqug

Hertha wird geabstiegzoned

Es bleibt zu hoffen, dass die Mannschaft diese fast schon panische Angst vor dem Gegner und eventueller Fehler ablegen kann. Der Fehlstart scheint die Mannschaft zu hemmen und sorgt für passive Auftritte gegen Gegner, vor denen man sich nicht verstecken muss. Hertha wirkt wie der schüchterne kleine Junge, der sein erstes Date hat, nachdem er mehrere Körbe bekommen hat. Deswegen möchte er das Date auf keinen Fall versauen, weshalb er alles überdenkt und es dadurch versaut, weil das Date keine Spannung hat. So landet der Junge am Ende in der Friendzone und Hertha in der Abstiegszone.

Man besitzt einen der breitesten Kader der letzten Jahre, hat viel Potential in der Offensive und auch das Versprechen von Covic, mit attraktivem Ballbesitzfußball den Gegner vor Probleme stellen zu wollen. Die aktuelle Mannschaft zeigt aber bisher in keiner Weise auch nur Ansätze dieser Idee. Sollte der Sieg für neues Selbstvertrauen und somit neuen Schwung sorgen, können endlich die eigentlichen Stärken genutzt werden. Bisher hat Hertha in den Phasen, wo sie den Ball wollten und spielerisch Chancen kreierten, den Gegner auch dominiert. Jedoch hat man es dort auch verpasst, sich mit Toren und Punkten zu belohnen. Vielleicht war es notwendig, sich einen Sieg mit einer defensiven Taktik und Glück zu erspielen, um den Druck des Gewinnenmüssens endlich ablegen zu können. Alles in allem hat der Sieg zwar punktetechnisch für etwas Beruhigung gesorgt, doch wirft die gezeigte Leistung viele Fragen auf.

Diese Woche… bei Hertha BSC, KW 38

Wake me up when September ends

von Chris Butzke

Es herrscht schon Anfang September eisige Stimmung. Nach schmerzhaften Niederlagen in Gelsenkirchen und Mainz steht die Berliner Hertha mit nur einem Punkt nach vier Spieltagen auf dem letzten Tabellenplatz, punktgleich mit Aufsteiger Paderborn. Die Saison sollte als Übergangssaison genutzt werden, um die Lücke auf das obere Tabellendrittel zu verkleinern und in den kommenden Jahren endgültig zu schließen. Doch durch den verpatzten Start heißt es erstmal, endlich den ersten Sieg einzufahren, um nicht schon das Projekt Covic in Frage zu stellen, bevor es überhaupt begonnen hat.

https://www.youtube.com/watch?v=osdHeVSS7KU

 

Der Passivmodus bleibt eingeschaltet

Die Leistung der Mannschaft gegen Gelsenkirchen war unterirdisch. Als Höhepunkt der Hektik und Unsicherheit im Team kann man die beiden Eigentore zählen, die den Gegner erst auf die Siegerstraße brachten. Ohne diese Hilfe wäre Schalke wohl nicht zu einem Treffer gekommen. Besonders das Eigentor von Rekik wirkte sehr unglücklich. Statt den Ball von Burgstaller einfach mit voller Kraft wegzuschlagen, versuchte der Innenverteidiger recht unbeholfen mit der Fußspitze den Ball ins Seitenaus zu lenken. Zu allem Überfluss wäre der Schuss in typischer Burgstaller-Manier recht weit neben das Tor gegangen. Starks Eigentor kann man noch als Reflex abheften in einer Situation, wo er schnell reagieren muss. Alles in allem lief es sehr unglücklich.

Doch neben der Unsicherheit im Abwehrverbund ist eine Tatsache nicht von der Hand zu weisen: Es fehlt an Führungsspielern. Und damit sind keine Spieler gemeint, die vorangehen. In keinem einzigen Spiel konnte man bisher in Führung gehen. Lukebakio hatte in Gelsenkirchen die Chance, als er allein vor Nübel auftauchte und sein versuchter Tunnel vom Keeper gerade noch abgewendet werden konnte. Gegen Mainz hatte Davie Selke sogar zweimal die Möglichkeit, das Team in Führung zu bringen. Sein erster Versuch aus vollem Lauf landete am Pfosten, bei seinem zweiten Abschluss traf er den Ball nicht richtig. In den letzten beiden Spielen wurde man durch die eigene mangelhafte Chancenverwertung bestraft und lag folgerichtig im Rückstand.

 

Doch man macht es sich zu einfach, wenn man die bisherige Misere nur auf die fehlenden Tore schiebt. Hertha wirkte merkwürdig passiv. Es macht Sinn, einer unkreativen Mannschaft wie Schalke 04 den Ball zu überlassen, da diese spielerisch limitiert sind. Doch braucht es anschließend im Umschaltspiel mehr, als einfach nur lange Bälle auf Lukebakio, in der Hoffnung, dass dieser durch seine Schnelligkeit etwas daraus kreieren kann. Denn wenn eben dieser Lukebakio einen schwachen Tag erwischt, sieht man das, was gegen Gelsenkirchen passiert. Nichts. Man traf auf einen Gegner, der selbst mit sich zu kämpfen hatte und schaffte es nicht, diesen vor Probleme zu stellen. Denn bis auf die bereits angesprochene Chance auf die Führung sorgte man für kaum gefährliche Aktionen. Es ist auch sehr fraglich, warum man es nicht über die eigenen spielstarken Achter versuchte, das Spiel aufzubauen. Gerade Grujic scheint eigentlich gut mit Duda und Lukebakio zu harmonieren.

 

Niemand aus Berlin mag Karneval

In Mainz stellte Covic die Mannschaft auf ein 3-5-2 um. Die Doppelspitze aus Lukebakio und Selke sollte für mehr Gefahr sorgen, defensiv wurde neben einem zusätzlichen Innenverteidiger mit Skjelbred ein sehr defensiv orientierter Mittelfeldspieler aufgestellt. Im Duell zwischen dem Letzten und dem Vorletzten hatte man aber nicht das Gefühl, dass Hertha unbedingt auf Sieg gespielt hat. Die beiden Führungschancen durch Selke waren das Resultat guter Einzelaktionen vom neuen Mann im Sturm, doch konnte man wieder spielerisch für wenig Gefahr sorgen. Auffällig war, dass Skjelbred einige Umschaltsituationen einleitete, weil er gedanklich am schnellsten von Defensive auf Offensive schalten konnte. Weder Duda noch Grujic machten in diesen Angriffen die nötigen Laufwege, um eine Überzahl in der gegnerischen Hälfte zu schaffen, wodurch die Mainzer Konterabsicherung kaum vor Probleme gestellt wurde. Ähnlich wie gegen Gelsenkirchen wirkte die Mannschaft seltsam passiv und so wurden eigentlich harmloser Mainzer zu Torchancen eingeladen. Die letztendliche Führung entstand durch ein verlorenes Kopfballduell von Torunarigha etwa 35m vor dem eigenen Tor nach einem weiten Abschlag des Mainzer Keepers. Mainz köpfte den Ball auf die Außen, Plattenhardt kam nicht wirklich in den Zweikampf, die Hereingabe konnte nicht verhindert werden und am langen Pfosten durfte Quaison komplett ungedeckt einschieben. Insgesamt gab die gesamte Abwehr kein gutes Bild ab. Angefangen von Grujic, der viel zu langsam in der Rückwärtsbewegung ist und dadurch Torunarigha fast schon zum Verlassen der Dreierlette zwingt und dadurch für Chaos in der Verteidigung sorgt und dann auch das entscheidende Kopfballduell verliert, über Plattenhardt und Boyata, die die Hereingabe zulassen bis hinzu zu Wolf (Neuzugang vom BVB) und Stark, die Quaison aus den Augen verlieren. Unter dem Strich bleibt ein viel zu leichtes Gegentor und zum vierten Mal läuft man diese Saison einem Rückstand hinterher.

 

Nach der Pause muss der Mannschaft zu gute halten, dass sie starke 10-15 Min hatte und auf den Ausgleich drängte. Jedoch flachte danach die Partie wieder ab. Erst mit der Einwechslung von Javairo Dilrosun kam wieder Schwung in die Mannschaft. Eben dieser niederländische Wunderblitz sorgte mit einer präzisen Maßflanke für einen sehenswerten Grujic-Kopfball. Doch die Freude über den Ausgleich währte nur kurz. Nach einer Ecke ging Mainz kurz vor Schluss wieder in Führung, es war die erste richtige Chance der Mainzer im zweiten Durchgang und am Ende steht man aus Berliner Sicht wieder ohne Ertrag da.

Mit dem Wolfsburger Strohhalm die Paderborner wegschlürfen

Nun geht es als Tabellenletzter gegen den Vorletzten aus Paderborn. Nach zwei Auswärtsspielen darf man endlich wieder zuhause antreten. Auch wenn einige Fans nach diesem Fehlstart bereits einen neuen Trainer fordern, sollte man nicht schon alles über den Haufen werfen. Es werden die bisherigen Spiele analysiert und so die Stärken des Teams hoffentlich gefördert. Wenn demnächst auch Arne Maier wieder komplett fit und einsatzfähig ist, besitzt man ein starkes Mittelfeld. Covic hatte vor der Saison bereits angekündigt, eine spielstarke Zentrale nutzen zu wollen in einem 4-3-3. Er ist jetzt schon von seinem System abgerückt, aber gegen Wolfsburg hat man sehr gute Ansätze gesehen. Wenn man also versucht, seine passsicheren Spieler wie Grujic und Duda im Spielaufbau zu nutzen und diese nicht mit langen Bällen zu überspielen, könnte das gesamte Hertha-Spiel davon profitieren. Außerdem sollte man Dilrosun vielleicht nicht erst als dritten Spieler einwechseln, sondern ihn als erste offensive Wechseloption nutzen, wenn es für ihn noch nicht für 90 Min reicht. Gegen Paderborn bedarf es wieder einer besseren Konterabsicherung als gegen Gelsenkirchen. Die erste Halbzeit gegen Wolfsburg ist zurzeit der Strohhalm, an den sich die Hertha Fans klammern sollten. Kann man diese Leistung gegen Paderborn wieder zeigen, sollte endlich der erste Sieg möglich und damit etwas Ruhe einkehren.

Diese Woche… bei Eintracht Frankfurt, KW 38

Freudige und nicht so freudige Wiedersehen

von Patricia Seiwert

 

Gute Taten in freundschaftlicher Atmosphäre

Die Länderspielpause verbrachte Eintracht Frankfurt damit, gerngesehene Gäste willkommen zu heißen. Am spielfreien Wochenende empfingen die Adler die BSG Chemie Leipzig zu einem Benefizspiel in der PSD Bank Arena. Die Partie stand unter dem Motto „Flutlicht für Leutzsch“, denn alle Einnahmen gingen zu diesem Zweck an die befreundeten Gäste. Schon 2016 fand eine solche Begegnung statt, damals jedoch in der Heimat der Leipziger.

Die Stimmung beim „Rückspiel“ hätte nicht besser sein können: Friedlich und dennoch explosiv, stiegen doch einige grüne und rote Feuerwerksraketen in den Frankfurter Abendhimmel auf.

Und auch mit dem Endergebnis dürften am Ende alle zufrieden gewesen sein. Ein 5:1 Sieg für die Eintracht stand letztendlich zu Buche, bei dem auch Neuzugang André Silva direkt zwei Mal einnetzte. Und für die Chemiker aus Leipzig sprang ein Scheck über 100.000 Euro heraus.

Ein rundum gelungener Abend, der der sonst eher zähen Länderspielpause ein wenig Charme verleihen konnte.

 

Ernüchternde Reise nach Augsburg – nicht nur für Hinteregger

Am vergangenen Samstagnachmittag sollte dann auch endlich die Bundesliga für die Frankfurter Adler weitergehen. Ein Auswärtsspiel beim FC Augsburg stand auf dem Plan. Der Ex-Klub von Martin Hinteregger hatte bis dato lediglich einen einzigen Punkt aus drei Spielen zu verzeichnen.

Und laut den Statistiken nach der Begegnung, hätte es auch bei diesem einen Punkt bleiben sollen. Die Hessen waren den Fuggerstädtern zumindest auf dem Papier deutlich überlegen. In der zweiten Halbzeit gab es sogar 12:0 Torschüsse für die Eintracht.

Dennoch zeigte der Spielstand bei Abpfiff ein 2:1 für den FC Augsburg an. Wie kam dieses Ergebnis zustande?

Ganz einfach: Die Eintracht ließ all das vermissen, was sie ausmacht: Kampf, Leidenschaft und der unbedingte Wille zu gewinnen. Die Hessen fanden kaum ins Spiel rein, leisteten sich in allen Mannschaftsteilen überflüssige Fehler. Am Ende bleibt eine unkonzentrierte Leistung, die auch gegen die bisher schwach agierenden Augsburger nicht ausreichte.

Somit stellten sich die Adlerträger selbst ein Bein und die Gastgeber mussten nicht einmal eine Glanzleistung abliefern, um drei Punkte im heimischen Stadion einfahren zu können. Lange Bälle über das ganze Spielfeld reichten aus, um die Frankfurter Abwehr auszuhebeln.

Dies ist ohnehin das Mittel der Wahl gegen die Eintracht, deren Außenverteidiger prinzipiell sehr weit vorne stehen, um die Offensive tatkräftig zu unterstützen. Das Problem dabei: Die Dreierkette steht hinten somit relativ breit und offenbart einige Lücken. Wenn da die Abstimmung nicht hundertprozentig passt, wird es gefährlich bei Kontern und eben bei langen Bällen.

Ob das die Augsburger so geplant hatten oder aber die Schwachstelle der Frankfurter dem Spielstil der Augsburger lediglich perfekt entgegenkommt, bleibt offen.

Ohne Heldentaten von Trapp ganz zu Beginn der Partie und Hinteregger, der einmal auf der Linie rettete, hätte es den bayrischen Schwaben durchaus gelingen können, noch mehr als zwei Tore (Richter, 36. Min; Niederlechner, 43. Min) zu erzielen.

https://www.youtube.com/watch?v=asHITJYjM5c

 

Zwar brachte Gonçalo Paciência in der 73. Minute noch den Anschlusstreffer im Augsburger Kasten unter, mehr sollte den Frankfurtern vor dem Tor aber nicht gelingen.

Neuzugang André Silva feierte sein Startelf-Debüt an der Seite von Landsmann Paciência, jedoch konnte er dieses nicht mit einem Treffer krönen. Positiv lässt sich neben seinem allgemeinen Engagement auch Silvas Können am Ball hervorheben. Seine technischen Stärken blitzten über das Spiel hinweg immer wieder auf. Negativ fallen dabei die wenigen Torabschlüsse und die fehlende Torausbeute auf.

Der ineffiziente Sturm sollte aber nicht das einzige Problem sein, das die Frankfurter hatten. Auch im Mittelfeld lief an diesem Nachmittag wenig zusammen. Djibril Sow, der ebenfalls sein Startelf-Debüt feiern durfte, fand keinen Zugriff auf das Spiel und fiel eher durch Fehlpässe auf, als durch clevere Ideen, um seine Mitspieler in Szene zu setzen.

Für ihn kam zur Halbzeit dann auch Dominik Kohr, der einer der wenigen war, die eine gute Partie ablieferten. Sonst eher als Stabilisator bekannt, dribbelte der 25-Jährige gleich zwei Augsburger gekonnt aus und legte den Ball auf Paciência ab, der anschließend das einzige Frankfurter Tor an diesem Nachmittag erzielte.

Ebenfalls vergleichsweise gut agierte Martin Hinteregger. Dass den Rückkehrer an seiner alten Wirkungsstätte kein besonders netter Empfang erwartete, war abzusehen, verlief sein Abschied von dort doch nicht ganz reibungslos. Trotzdem gewann der Österreicher eine Vielzahl an Zweikämpfen, sah beim 1:0 dafür leider gar nicht gut aus.

Dass die Frankfurter Abwehr merklich instabil war, lag vor allem auch an Kapitän David Abraham, der eine unzureichende Leistung ablieferte. Für die Zukunft wäre es zumindest eine Überlegung wert, dem jungen Evan N’Dicka den Vorzug zu geben.

Außerdem fiel das Fehlen vom vor der Partie erkrankten Filip Kostic deutlich ins Gewicht. So klasse, wie Chandler als Typ sein mag, ein adäquater Ersatz für den pfeilschnellen Serben ist er leider bei Weitem nicht. Kostics Impulse nach vorne wurden schmerzlich vermisst, beschäftigt er doch sonst die gegnerischen Außenverteidiger unermüdlich.

Anstehendes Topspiel vor Topkulisse

Es bleibt zu hoffen, dass der Außenbahnspieler rechtzeitig zum Europa-League-Heimspiel gegen den FC Arsenal genesen ist. Denn eines ist klar: Um dort zu bestehen, ist eine ganz andere Leistung nötig.

Hoffnung macht, dass es gegen die Gäste aus London ein komplett anderes Spiel werden wird. Zumal auch Arsenal ein mäßig erfolgreiches Wochenende verbrachte. Nur dank Torhüter Leno konnte ein 2:2 Unentschieden gegen Watford gerettet werden, nachdem die Gunners einen 2:0 Vorsprung verspielten.

Außerdem liegen der Eintracht Gegner, die mitspielen, deutlich besser als Mannschaften wie Augsburg. Und die besondere Atmosphäre, die bei magischen Europapokalnächten im Waldstadion ohnehin immer herrscht, ist nicht zu Unterschätzen. In den meisten Fällen löst diese nämlich eine Eigendynamik aus, die sowohl die Fans auf den Rängen als auch die Spieler auf dem Platz mitreißt.

So oder so ist, trotz Dämpfer in Augsburg, ganz Frankfurt heiß auf den Donnerstagabend, wenn einmal mehr hochkarätiger Besuch im heimischen Stadtwald empfangen werden darf…

Diese Woche… bei Eintracht Franktfurt, KW 35

von Patricia Seiwert

Drama, wir brauchen Drama

Eine turbulente Woche liegt hinter Eintracht Frankfurt. Nachdem der Bundesligastart gegen Hoffenheim noch gelang, brachten die letzten beiden Spiele gegen Racing Straßburg und RB Leipzig nicht die gewünschten Ergebnisse ein. Zu allem Überfluss dominierten dann noch unerfreuliche Schlagzeilen rund um den letzten verbleibenden Büffel, Ante Rebić, und die Posse um den Transfer von Bas Dost die Frankfurter Medienwelt.

Einige Probleme in Straßburg

Um die vielen Ereignisse der letzten Tage einigermaßen zu ordnen, richtet sich der Blick zunächst auf den vergangenen Donnerstagabend. Eine Reise nach Straßburg, in das nicht allzu weit entfernte Elsass, stand für die Adlerträger an.

Dort sollte sie ein gut gefülltes Stadion mit nicht zu verachtender Stimmung erwarten, denn die Franzosen sind selbst nicht minder heiß auf die Gruppenphase der Europa League. Dies sollten die Frankfurter auch auf dem Platz zu spüren bekommen. Besonders in der ersten Halbzeit gelang aus Sicht der Hessen wenig. Und Straßburg? Straßburg traf. In der 33. Minute brachte Zohi die Elsässer in Führung. Dieses Ergebnis begleitete die Mannschaften letztendlich auch in die Halbzeitpause.

Obwohl die Eintracht im zweiten Durchgang dann deutlich stärker agierte als in den ersten 45. Minuten, sollte es ihr nicht gelingen, das Spiel zu drehen und ein potenziell wichtiges Auswärtstor blieb ihr ebenso verwehrt. Aber auch Straßburg konnte die Führung in der zweiten Halbzeit nicht weiter ausbauen.

So blieb es letztlich bei einer unschönen Hinspielniederlage, die aber keinesfalls unmöglich zu drehen ist. Erst recht nicht, wenn die Frankfurter so auftreten, wie sie es in der zweiten Halbzeit getan haben – mit Willenskraft sowohl nach vorne als auch nach hinten. Der nötige Kampfgeist dürfte im ausverkauften Waldstadion mit den eigenen Fans im Rücken jedenfalls geweckt werden.

Es stellt sich jedoch die Frage, an was es an diesem unglücklichen Augustabend gescheitert ist. Zuallererst lässt sich da die Aufstellung anführen. In der Abwehr trat man wie gewohnt mit einer Dreierreihe auf, jedoch agierten hierbei Abraham und Hinteregger fast schon als Außenverteidiger. Nicht wenige Frankfurt Anhänger dürften sich die Augen gerieben haben, als sie plötzlich Martin Hinteregger anstelle von Filip Kostić Richtung Eckfahne marschieren sahen. Und obwohl der Österreicher immer mal wieder gut für ein Tor ist, erklärt es sich von selbst, dass dies weder für das Spiel nach vorne noch für die Verteidigung besonders zielführend ist, zumal Kostić, einem Spieler, der viel über Tempo kommt und demnach einiges an Platz benötigt, somit häufig die Räume genommen wurden. Die Löcher, die dadurch hinten in der Frankfurter Abwehr entstanden, nutzten die Straßburger glücklicherweise nicht optimal aus.

Im Angriff sollte es Rebić, wie schon gegen Hoffenheim, als einziger Mittelstürmer richten und mittlerweile können sich sicherlich alle darauf einigen, dass dies einfach nicht die ideale Position für den Kroaten ist. Besonders nicht, wenn der Spielaufbau so schwach ist, dass er sich fast ausschließlich auf lange Bälle beschränkt, die hinter die Abwehrreihe der Straßburger gelegt werden sollten. Zwischenzeitlich kam das Gefühl auf, als würden die Frankfurter vorne immer noch mit Haller rechnen, der genau diese Art von Pässen so wunderbar verwerten konnte (und dies mittlerweile bei West Ham macht. Nein es tut überhaupt nicht weh).

Natürlich stellte dieser Umstand den in letzter Zeit ohnehin schon sehr launisch auftretenden Ante Rebić nicht zufrieden, sodass er sich kurzerhand zur Halbzeit auswechseln ließ. Hütter hätte diese Entscheidung laut eigener Aussage aber ohnehin getroffen und setzte dem Angreifer zudem noch seinen Kumpel Gaćinović, der in der ersten Halbzeit ebenfalls nicht zu überzeugen wusste, an die Seite.

Für diesen kam Sebastian Rode ins Spiel und mit ihm auch neuer Schwung ins Mittelfeld. Neben der verbesserten Einstellung der Mannschaft verhalf ebendieser neue Antrieb in der Zentrale den Frankfurtern zu einer deutlich ansehnlicheren zweiten Hälfte. Ebenfalls positiv hervorzuheben war außerdem Daichi Kamada. Der junge Japaner bewies einmal mehr, dass er zumindest eine Alternative im offensiven Mittelfeld sein kann.

Diva vom Main meets Diva vom Balkan

Nach dem Spiel bemängelte Kevin Trapp die Einstellung einiger Spieler, die seiner Ansicht nach nicht alles gegeben hätten. Ohne Namen zu nennen, wusste natürlich trotzdem jeder, um wen es sich hierbei am wahrscheinlichsten handelt. Trainer Adi Hütter wurde diesbezüglich sogar noch genauer, zähle Ante Rebić öffentlich an. Man sei mit seiner Leistung nicht zufrieden gewesen. Hütter beflügelte auch die Wechselgerüchte noch einmal, indem er betonte, dass wenn der Kroate wechseln wolle, man eine Lösung finden müsse. Bobic bestätigte einige Tage später, dass mehrere Vereine Interesse bekundet hätten, fügte aber hinzu, dass alle Parameter für einen Wechsel stimmen müssten, was scheinbar bisher aber noch nicht der Fall war.

Intern scheint es also was die Personalie Rebic angeht zu kriseln und auch unter den Fans gehen die Meinungen stark auseinander, sowohl was den Spieler und sein Verhalten selbst angeht als auch die Äußerungen von Trapp und Hütter.

Meiner Meinung nach wäre es zumindest wünschenswert, dass, sollte es wie erwartet zu einem Wechsel kommen, es ein versöhnliches Ende gibt. Denn Ante Rebić ist nicht nur gleich unserem geliebten Verein eine Diva, sondern auch ein Pokalheld, der der Eintracht viele schöne und einen unvergesslichen Moment beschert hat. Dies sollten wir uns alle in Erinnerung rufen, wenn wir, völlig zurecht, sein Verhalten kritisieren. Ihn zum alleinigen Sündenbock zu erklären, wird ihm nicht gerecht und sich zu Hasstiraden auf einen Spieler, der uns jahrelang Freude bereitet hat, hinreißen zu lassen, tut weder dem Verein, noch dem Spieler noch uns als leidenschaftlichen Anhängern und erst recht nicht unseren Fanseelen gut – zumal wir bisher nicht wissen und vermutlich auch nie wissen werden, was genau über einen unbestimmten Zeitraum hinweg vorgefallen ist und wer in welcher Form involviert war.

Einiges an Lob aber keine Punkte

Nachdem alle Welt in Aufruhr versetzt wurde und mehr Drama herrschte als bei Shakespeare, stand am Sonntagnachmittag ein Auswärtsspiel in Leipzig an. Wie es der Zufall wollte, fehlten Rebic und Gacinovic mit Blessuren – zumindest offiziell.

Nach einem aufreibenden Spiel in Straßburg, das alles andere als einen mentalen Push mit sich brachte, schätzte man die Zeichen auf ein erfolgreiches Spiel eher gering ein. Zudem fanden sich einige Änderungen in der Startaufstellung. Danny da Costa, zuletzt nicht immer gänzlich überzeugend, bekam eine Pause. Erik Durm rückte für ihn in die Startaufstellung. Auch Hinteregger durfte sich eine Auszeit genehmigen, während N’Dicka neben Hasebe und Abraham in die Abwehr rückte. Paciência übernahm die Stürmerposition für den daheimgebliebenen Rebić und wurde von Bundesligadebütant Dejan Joveljic unterstützt, sodass der zuletzt wenig erfolgreiche Ein-Mann-Sturm vorerst ausgedient hatte. Rode spielte diesmal ebenfalls von Beginn an.

Zugegebenermaßen erwartete man als Fan nicht allzu viel gegen einen Gegner wie Leipzig, der Fehler im Spiel meist gnadenlos ausnutzt und mit schnellen Spielern freie Räume optimal zu nutzen weiß. Sogar die Angst vor einer deutlichen Niederlange schwang mit.

Doch die Frankfurter schlugen sich erstaunlich gut, dominierten die Anfangsphase bis… ja bis die Leipziger eine Ecke zugesprochen bekamen. Diese brachte Sabitzer hinein, Poulsen verlängerte und Werner musste nur noch einschieben. Unpraktischerweise hatte der sonst so fehlerfreie Makoto Hasebe einen schwachen Moment, stand zu weit weg von seinem Gegenspieler und zu allem Übel ließ Kevin Trapp auch noch die kurze Ecke offen. Ehe man sich versah, stand es 1:0 für Leipzig. Dieses Ergebnis entsprach absolut nicht dem Spielverlauf.

https://www.youtube.com/watch?v=SMvdIhfcm5w

Im Anschluss an das Gegentor wirkten die Frankfurter zunächst unsicherer, Leipzig drückte. Dies sollte jedoch nicht lange anhalten. Die Eintracht fand wieder zurück zu ihrem Spiel, das im Vergleich zur Partie gegen Straßburg deutlich verbesserte spielerische Elemente aufwies. Im Anschluss an das Bundesligaduell attestierte der gegnerische Trainer Julian Nagelsmann der Eintracht, die dominantere Mannschaft gewesen zu sein. Die Leipziger fanden kaum Zugriff auf das Spiel.

Dies ging ihm sicherlich trotzdem recht leicht über die Lippen, denn entgegen des Spielverlaufs, erzielte Poulsen (nach einer Wunderheilung, 5 Sekunden vorher lag er noch vor Schmerzen am Boden) das 2:0. N’Dicka erlaubte sich einen Schnitzer und Trapp bekam die Beine nicht mehr rechtzeitig zusammen. Wieder führten individuelle Fehler zum Gegentor. Besonders bitter für die Eintracht ist der Umstand, dass die Leipziger kaum gefährlich wurden, aber ihnen ihre gnadenlose Effizienz zu Gute kam.

Kurz vor Schluss erzielte Paciência, das portugiesische Kopfballmonster, nach Hereingabe vom eingewechselten Chandler mit dem Fuß (!) ein Tor, das zwar nett anzusehen war, aber letztendlich auch nur noch in der Tordifferenz eine Rolle spielt. Zu selten zeigte der Stürmer seine Qualitäten.

Die Eintracht täte also gut daran, sich im Sturm weiter zu verstärken, denn auch Debütant Joveljic wies zwar einen Torriecher auf und machte deutlich, dass er alsbald einnetzen möchte. Seine mangelnde Erfahrung und sein junges Alter ließen ihn aber oftmals noch zu aufgeregt agieren.

Verstärkung im Sturm

 Am darauffolgenden Montag hatte Eintracht Frankfurt seinen Fans im Hinblick auf die Problematik im Sturm dann jedoch etwas Erfreuliches mitzuteilen. Nach Verhandlungen, die sich länger hinzogen als das Vorgeplänkel bei DFB Pokal Auslosungen, konnte mit Sporting Lissabon endlich eine Einigung erzielt werden: Bas Dost wechselt für 7 Mio. Euro (mit möglichen Boni 7,5 Mio. Euro) an den Main und wird mit einem Dreijahresvertrag ausgestattet. Der 30-jährige hochgewachsene Niederländer soll nun für die Eintracht auf Torejagd gehen und scheint heiß auf seine Rückkehr in die Bundesliga zu sein.

Bei der kommenden Aufgabe zuhause gegen Racing Straßburg kann Dost unglücklicherweise noch nicht helfen. Die bisher wichtigste Aufgabe der Saison müssen die Adlerträger mit dem bereits gemeldeten Kader bestreiten. Für das Bundesligaheimspiel gegen Düsseldorf dürfte der neue Mittelstürmer aber durchaus eine Option sein, nachdem er in Lissabon bereits die komplette Vorbereitung absolviert hat.

Angesichts der Entwicklungen um Ante Rebić und mit Blick auf den Sturm dürften die nächsten Tage nicht nur wichtige Aufgaben im internationalen Wettkampf sowie in der heimischen Liga mit sich bringen, sondern auch eine spannende letzte Woche auf dem Transfermarkt anstehen. Es gibt für diejenigen, die es mit der Diva vom Main halten, also allen Grund „hibbelisch“ zu sein…

Diese Woche… bei Hertha BSC, KW, 35

von Chris Butzke

Problemtier Wolf

Während in der vergangenen Woche nach Bruno mit Herthinho erneut ein Problem-Bär für Unruhe in Bayern gesorgt hat, scheint der Wolf sein niedersächsisches Jagdrevier bis nach Berlin ausgeweitet zu haben. Nicht nur die @drei90 ‏-Hosts wachen nachts schweißgebadet auf, wenn sie wieder vom Problemtier Wolf träumen, auch eine nicht näher bekannte alte Dame wird wohl immer häufiger von Wolf-Albträumen heimgesucht.

https://www.youtube.com/watch?v=tB5dzSXp7vU

Ah shit, here we go again!

Der VfL Wolfsburg war also zu Gast bei der Berliner Hertha und wie schon in der letzten Saison fuhr man mit drei Punkten wieder nach Hause. In Berlin hadert man mit dem Ergebnis, denn eigentlich begann das Spiel fulminant. Mit dem allerersten Angriff konnte man Duda im Strafraum gefährlich in Szene setzen, dieser ging ins Dribbling gegen Guilavogui und kam zu Fall. Schiedsrichter Winkmann zeigte sofort auf den Punkt! Elfmeter für Hertha, Vedad Ibisevic schnappte sich den Ball und war bereit, sein Team aus 11 Metern in Führung zu bringen. Doch dann meldete sich der Kölner Keller und wies Winkmann an, sich die Szene nochmal anzusehen und zu bewerten. Es kam, wie es kommen musste und der Strafstoß wurde zum Entsetzen der Berliner Fans zurückgenommen. Aus meiner persönlichen Sicht war es auch kein Foul. Zum einen spielt Guilavogui zuerst den Ball, Duda bleibt jedoch weiter am Ball, es kommt erneut zu einem Kontakt, der aber nicht ausreicht, um wirklich als Foul gewertet zu werden. Somit konnte man sich zwar in den Geschichtsbüchern verewigen, da es bisher der frühste VAR-Einsatz war und diese „Bestmarke“ auch noch eine Weile Bestand haben sollte, jedoch sorgte die letztendliche Entscheidung für Unmut in der Ostkurve.

Dieser Unmut wurde quasi im Gegenzug noch größer. Ein langer Ball sorgte für ein hartes Luftduell zwischen Stark und Schlager, welches der Wolfsburger für sich entscheiden konnte. Dadurch gelangte der Ball auf den komplett blanken Klaus, der sich plötzlich allein vor Rune Jarstein wiederfand. Kurz bevor er zum Abschluss kam, rauschte Karim Rekik, der vorher Klaus einfach laufen ließ und damit diese Chance erst ermöglichte, in wilder Kung-Fu-Manier heran und foulte den Wolfsburger klar. Folgerichtig entschied Schiedsrichter Winkmann erneut auf Elfmeter. Auf den ersten Blick war es eine eindeutige Geschichte, doch gab es energische Proteste der Herthaner. War bei dem Kopfballduell alles regelkonform oder wurde Abwehrchef Niklas Stark in der Luft unfair angegangen? Im Gegensatz zur ersten Elfmeterentscheidung blieb es dabei und somit hatte Winkmann das ganze Stadion gegen sich. Wenn man es aus neutraler Sicht sieht, kann man aber wohl sagen, dass beide Situationen richtig bewertet wurden. Für Hertha war es der zweite verursachte Elfmeter im zweiten Bundesliga-Spiel. Für die Fans ist dies ein wohlbekanntes Gefühl. Bereits letzte Saison verursachte man sogar in den ersten fünf Saisonspielen jeweils einen Elfmeter. Es riecht also wieder nach einer nervenaufreibenden Zeit. Wie schon letzte Woche verwandelte der Gegner sicher und somit brachte man sich erneut durch eigene grobe Schnitzer unnötig in eine schlechte Situation.

Mit der frühen Führung im Rücken überließ Wolfsburg in der Folge Hertha das Spiel. Die Mannschaft von Ante Covic, der seine Heimspiel-Premiere als Chef-Coach feierte, versuchte es spielerisch, besonders Dodi Lukebakio und Ondrej Duda hatten Lust und zeigten mit vielen guten und vor allem effizienten Hackenpässen, dass man in Zukunft einen Gegner mit Kombinationsspiel vor Probleme stellen kann. Lukebakio verursachte bei der Wolfsburger Abwehr Kopfschmerzen mit seinen Dribblings. Den Offensivbemühungen fehlte es aber an der letzten Konsequenz. Kapitän Ibisevic wurde so gut wie gar nicht ins Spiel eingebunden, auch Salomon Kalou konnte bis auf einen gefährlichen Kopfball kaum Akzente setzen. Die größte Chance auf den Ausgleich hatte Mittelfeld-Allrounder Grujic, dessen Ball in letzter Sekunde von Guilavoguis Fußspitze abgelenkt wurde. Danach verflachte die Partie wie ein Wortwitz von @jungerherr1892.

Planlose Offensive

In der zweiten Hälfte ließ Hertha all das vermissen, was in der ersten Halbzeit noch gut funktionierte. Statt Kurzpass-Kombinationen versuchte man es mit hohen Bällen in die Spitze, denen es aber an Präzision fehlte und somit Wolfsburg komplett in die Karten spielte.

Das System wurde mehrmals geändert und sollte für mehr offensiven Druck sorgen. Jedoch wirkte es eher wie bei einem alten iPhone, dass nach einem erneuten Systemupdate kaum noch funktioniert, das Betriebssystem sich öfter aufhängt und selbst die Grundbedienung immer mehr Ausfälle aufweist. Es gab offensive Wechsel, aber auch mit Selke und Redan fehlte jegliche Durchschlagskraft. Auf der anderen Seite wurde die Defensive immer weiter vernachlässigt. Dies nutzte Wolfsburg im Stile einer Spitzenmannschaft zu zwei weiteren Toren, so dass am Ende ein 0:3 in den Büchern stand. Ein Ergebnis, das die Kräfteverhältnisse kaum wirklich widerspiegelt. Wolfsburg agierte nach der Führung clever und nutzte in der zweiten Hälfte die gebotenen Räume eiskalt. Hertha nahm sich in der zweiten Hälfte selbst aus dem Spiel und so kam es zur ersten Saisonniederlage.

Aus Fehlern lernen

Besonders Trainer Ante Covic wird aus der Partie viele Erkenntnisse ziehen können und für die Zukunft besser auf ähnliche Spielsituationen reagieren.

Covic zeigt, dass er sich der eigenen Fehler bewusst ist. Die Fähigkeit zur Selbstkritik sollte den Fans Hoffnung geben. Covic scheint auch die Gründe für das planlose Auftreten gut analysiert zu haben. Es bringt halt nichts, drei oder vier nominelle Stürmer auf den Platz zu stellen, wenn es keinen Plan gibt, wie man diese in gefährliche Situationen bringt. Schon in den Vorbereitungsspielen hat man phasenweise mit langen Bällen agiert, auch dort eher mit mäßigem Erfolg. Lediglich Torunarigha konnte damals mit präzisen Bällen über 45-50 Meter auf sich aufmerksam machen. In der Bundesliga herrscht aber nochmal ein anderer Wind als in Testspielen gegen Eintracht Braunschweig oder Crystal Palace. Außerdem dürfte man zu dem Schluss kommen, dass Lukebakio für das Team durch Dribblings in den Sechszehner wichtiger ist als durch Flanken. Wenn für den anderen Flügel in naher Zukunft hoffentlich Javairo Dilrosun wieder fit ist, hat man die perfekten Voraussetzungen für schnelle flache Kombinationen und gefährliche Dribblings auf den Außen. Offensiv besitzt Hertha eine Menge Potential, welches durch Covic auch gefördert wird. Es ist eigentlich auch das optimale Pflaster für einen Stürmer wie Davie Selke. Wenn er den Schritt vom Talent zu einem wirklich guten Bundesliga-Spieler schaffen will, muss er diese Saison Ibisevic als erste Option im Sturm ablösen. Ansonsten könnte es eng für ihn werden.

Neben Selke ist auch Daishawn Redan eine Alterntive im Sturm. Der 18-jährige konnte Covic durch gute Leistungen in der zweiten Mannschaft schon früh in der Saison davon überzeugen und sich einen Kaderplatz sichern (für Köpke wird es wohl schwierig, diese Saison auf Einsatzzeiten zu kommen).

Redan ist nach Dilrosun bereits das zweite niederländische Top-Talent, das den Weg von einem großen Premier-League-Club in die deutsche Hauptstadt gefunden hat. Dies könnte ein Modell mit Zukunft sein. Dilrosun hat letzte Saison bereits gezeigt, dass Berlin auf junge Spieler setzt und man den nächsten Schritt in der Entwicklung nehmen kann. Redan wird ebenfalls einige Einsätze bekommen. Hertha erarbeitet sich einen guten Ruf und so könnte sich auch das ein oder andere Talent eine blau-weiße Zukunft vorstellen.

Gelsenkirchen vor der Brust

Der nächste Gegner verspricht wieder eine schwierige Aufgabe zu werden. Gegen das Team aus Gelsenkirchen tut sich Hertha traditionell schwer. Seit der Tedesco-Ära steht Schalke vor allem für defensiv orientierten Fußball und auch die ersten beiden Spiele unter dem neuen Trainer Wagner waren keine offensiven Highlights. Gegen Gladbach und Bayern hielt man aber gut mit. Hertha ist also gewarnt und weiß, dass einem die Punkte dort nicht geschenkt werden. Gegen die Bayern hatte Gelsenkirchen aber Probleme, sobald das Spiel schnell auf den Flügeln gemacht wurde. Besonders Coman konnte auf seiner Seite für Gefahr sorgen. Vielleicht wäre es daher eine Überlegung wert, Lukebakio nach links zu ziehen, damit man dort auch durch Dribblings Torchancen erspielt oder durch Doppelpässe mit Duda Lukebakio selbst in Abschlusssituationen kommt. Das Spiel könnte auch schon richtungsweisend für die kommenden Partien sein. Bisher ist es schwierig, das tatsächliche Leistungsvermögen einzuschätzen. Gegen Wolfsburg und Bayern hat man gute Ansätze gesehen. Aber schon Bibis Beauty Palace zeigt, dass nur Ansätze nicht immer für Qualität stehen. Covic möchte offensiv spielen lassen. Aus der Niederlage gegen Wolfsburg kann man schon Rückschlüsse ziehen, die bereits jetzt wichtig sein können. Ich bin optimistisch, dass in den nächsten Wochen aus den Ansätzen auch wunderbar herausgespielte Tore werden.

Der Tag, 27.05.: Serena, Rafa, Union

Nachmittags

WTA-Tour – Julia Görges zeigte gegen Kaia Kanepi keine gute Leistung und verabschiedete sich mit 5:7, 1:6 in Runde 1. Auch Antonia Lottner verlor ihr Match glatt 4:6, 4:6 gegen Johanna Konta, genauso wie Tatjana Maria (0:6, 2:6 gegen Danielle Collins) . Nur Andrea Petkovic konnte als einzige Deutsche in die nächste Runde einziehen, erkämpfte sich ein 2:6, 6:3, 7:5 gegen Alison Riske. Serena Williams benötigte gegen Vitalia Diatchenko ein wenig Anlaufzeit. Den ersten Satz genwann die Russin überraschend mit 6:2. Anschließend fand Williams aber ihren Rhythmus und setzte dem Match mit 6:1, 6:0 ein schnelles Ende.

ATP-Tour – Jan Lennard Struff besiegte Denis Shapovalov  7:6, 6:3, 6:4. Auch Yannick Maden setzte sich in drei Sätzen gegen Kimmer Coppejans durch. Ebenfalls keine Probleme hatte Rafael Nadal beim 6:2, 6:1, 6:3 gegen Yannick Hanfmann, sowie auch Novak Djokovic, der 6:4, 6:2, 6:2 gegen Hubert Hurkacz gewann. Dominic Thiem benötigte gegen Tommy Paul vier Sätze. Siegte am Ende 6:4, 4:6, 7:6, 6:2. Rudolf Molleker, Peter Gojowczyk und Mischa Zverev schieden aus.

 

Abends

Bundesliga-Relegation – Union Berlin ist erstklassig! Das 0:0 in der Alten Försterei reichte aus, um den erstmaligen Aufstieg zu sichern! Der VfB Stuttgart muss damit nach zwei Jahren erneut in die 2. Bundesliga. Nach der geringen Punkteausbeute wohl auch verdient.

Der Tag, 23.05.: Paire, Kanada, Union

Nachmittags

ATP-Tour – Alexander Zverev erreichte gegen Hugo Dellien das Halbfinale von Genf. 7:5, 3:6, 6:3 setzte sich der amtierende “ATP-Weltmeister” durch. Gegner ist nun Federico Delbonis, der gegen Albert Ramos-Vinolas 7:6(5), 7:5 gewinnen konnte.  Das Match des Tages fand aber in Lyon zwischen Benoit Paire und Denis Shapovalov statt.

WTA-Tour – Anna-Lena Friedsam bestritt gegen Yulia Putintseva mit 3:21 Minuten ein langes Match, dass sie am Ende sehr knapp mit 5:7, 7:6(5), 6:7(2) verlor. Madison Brengle gab nur im ersten Satz die Match-Kontrolle ab und setzte sich am Ende 1:6, 6:4, 6:0 durch.

Giro – Cesare Benedetti holte für das deutsche Team Bora-hansgrohe den dritten Etappensieg bei diesem Giro. Im Ziel von Pinerolo sah der Italiener im Sprint einer kleinen Ausreißergruppe als Erster die Ziellinie. Der Slowene Jan Polanc gehörte ebenfalls der Gruppe an und übernahm damit das Trikot des Gesamtführenden.

Eishockey-WM – Pech für die Schweiz. 0,4 Sekunden vor dem Ende gelang Kanada der 2:2-Ausgleich. Anschließend siegte Kanada in der Overtime und steht damit im Halbfinale. Auch Russland siegte knapp gegen die USA, setzte sich 4:3 durch.

Abends

Bundesliga-Relegation – Keine Gute Ausgangslage für den VfB Stuttgart nach dem Hinspiel gegen Union Berlin. Zweimal gingen die Gastgeber in Führung und beide konnten die Berliner kurz darauf egalisieren. Damit muss Stuttgart im Rückspiel definitiv das Tor treffen, will man denn in der ersten Bundesliga verbleiben.

Eishockey-WM -Aus für das DEB-Team. Im Viertelfinale gab es gegen Tschechien eine deutliche Niederlage. 1:5 musste sich das deutsche Team geschlagen geben. Eng ging es zu zwischen Finnland und Schweden. Den Finnen gelang in der vorletzten Minute der Ausgleich. Nach zwei Minuten Overtime stand das 5:4 für die Finnen, sodass der amtierende Weltmeister ausgeschieden ist.

MLB – Die Yankees siegten am Abend gegen die Orioles 6:5 und schlossen damit eine Serie von vier Spielen in Baltimore mit vier Siegen ab. Die Yankees stehen mit 32 Siegen aus 49 Spielen an der Spitze der AL East. Erst im neunten Inning gelang den Yankees in Form von Gleyber Torres der entscheidende Run.

 

Der Tag, Samstag, 04.05.2019: Trail Blazers, Cuevas, BVB

Frühmorgens

NBA – Die Trail Blazers und die Nuggets stehen nun in den Geschichtsbüchern. Die Fans sahen erst das zweite Playoffspiel der Liga-Historie, welches eine vierte Overtime benötigte. CJ McCollum führte sein Team mit 41 Punkten und acht Rebounds zum Sieg. Die Bucks siegten gegen die Celtics 123:116. In regulärer Spielzeit! Giannis Antetokounmpo war in dieser Partie mit 32 Punkten, 13 Rebounds und 8 Assists die treibende Kraft.

NHL – Die Hurricanes machten es mit 5:2 nochmal deutlich und “sweepten” die Islanders in den Urlaub. Enger ging es bisher zwischen den Stars und den Blues zu. Und auch Spiel 5 passte in den bisherigen Serienverlauf. 2:1 siegten die Stars und haben nun im nächsten Heimspiel die Chance auf ein vorzeitiges Weiterkommen.

MLB – Zugegeben, es war eher der späte gestrige Abend. Aber die Leistung von Kyle Hendricks, Pitcher der Chicago Cubs, gehört in diese kleine, feine Rubrik. Hendricks stand alle neun Innings auf dem Mount. Benötigte 81 Pitches für den 4:0 Shutout gegen die Cardinals.

Nachmittags

2. Fußball-Bundesliga – Der HSV fand im Heimspiel gegen den FC Ingolstadt nicht zurück in die Spur. 0:3 verloren die Hamburger und springen damit nicht zurück auf einen der ersten drei Plätze. Auch der 1. FC Heidenheim verpasste mit dem 2:3 gegen den SV Sandhausen Chancen auf weitere Punkte. Freude hingegen in Bochum. Das 4:2 gegen den 1.FC Magdeburg sicherte endgültig den Klassenverbleib.

WTA-Tour – Jil Belen Teichmann feierte ihren ersten Titel auf der WTA-Tour. Sie gewann das Finale in Prag gegen Karolina Muchova 7:6(5), 3:6, 6:4. In Rabat konnte sich Maria Sakkari den Pokal sichern. Mit 2:6, 6:4, 6:1 ließ sie Johanna Konta am Ende wenig Chancen. in Madrid wurde bereits heute gestartet. Titelverteidigerin Petra Kvitova hatte eine entspanntere Auftaktpartie.

1. Fußball-Bundesliga – Die Bayern taten sich gegen ein Team aus dem Tabellenkeller erneut schwer. Gegen 10 Hannoveraner erspielten sich die Münchner ein 3:1 und legten im Meisterschaftskampf vor. Wolfsburg siegte gegen Nürnberg und nahm den Gästen damit die letzte Hoffnung auf den Klassenerhalt. Rechnerisch ist dieser trotzdem weiterhin möglich, da der VfB Stuttgart nach dem 1:3in Berlin punktlos heimfahren musste .

ATP-Tour – Nicht viel ging in München. Cristian Garin erreichte gegen Marco Cecchinato das Finale (6:2, 6:4). Sein Finalgegner wird auf Grund der Wetterbedingungen jedoch erst am Vormittag des Sonntags ermittelt. Sicherlich kein Vorteil für Roberto Bautista Agut und Matteo Berrettini. In Estoril erreichte Stefanos Tsitsipas das Finale, nachdem er David Goffin 3:6, 6:4, 6:4 besiegte. Sein Finalgegner ist Pablo Cuevas, der als Lucky Loser in das Hauptfeld rutschte und mit Qualifikant Alejandro Davidovich Fokina am Ende wenige Probleme hatte (3:6, 6:2, 6:2). Außerdem sorgte Cuevas mit einem Highlight für Staunen. Dringende Sehempfehlung.

Handball Champions-League – Aus der Traum vom Final4 in Köln für die, die es mit der SG Flensburg-Handewitt. Nach dem 22:28 im Hinspiel, war auch in Veszprem für den deutschen Meister nichts zu holen. Zu keiner Zeit konnte man den Rückstand verkürzen. 25:29 lautete der Endstand für die Ungarn.

Abends

1. Fußball-Bundesliga – Der glorreiche Ballspielverein Borussia konnte am Abend nicht nachziehen. In der zweiten Halbzeit verspielten die Dortmunder eine 2:0-Führung. Das 2:2 macht eine Meisterschaft sehr unwahrscheinlich. Muss der FC Bayern doch nun beide Spiele verlieren und die Borussen beide gewinnen.

Basketball-Bundesliga – Ulm sicherte sich mit einem 92:69 im Heimspiel gegen Bayreuth die Playoff-Teilnahme. Ludwigsburg sammelte für dieses Ziel zwei wichtige Punkte beim Sieg gegen Vechta. Frankfurt siegte 80:78 in Bremerhaven und hat damit weiterhin theoretische Chancen.

Handball-Bundesliga – 30:21 siegte am Abend der THW Kiel beim HC Erlangen und hält damit den Meisterschaftskampf weiterhin offen. Erst in der zweiten Halbzeit konnten die Kieler sich erheblich absetzen und das Spiel entscheiden. Zur Halbzeit waren die Gastgeber mit 12:14 noch gut im Spiel. Jedoch ließ sich der THW nach der Pause weniger von der Zweikampfhärte beeindrucken und siegte deutlich.

Premier League – Glück für Jürgen Klopp und den FC Liverpool im Kampf um die Krone der Premier League. In Newcastle gaben die Red Devils zwei Führungen aus der Hand. Divock Origi brachte die Gäste mit einem Kopfball in der 86. Minute zum 3:2 erneut in Front. Damit liegt Liverpool wieder zwei Punkte vor Manchester City, die nun am Montag gegen Leicester siegen müssen.