Diese Woche… bei Eintracht Frankfurt, KW 44, Teil 2

von Patricia Seiwert

Die zwei Gesichter Eintracht Frankfurts

Am vergangenen Mittwochabend war es soweit. Der DFB-Pokal ging auch für Eintracht Frankfurt in die nächste Runde. Die Adler landeten nach knapp 400 Kilometern Luftlinie in Hamburg, wo sich laut Banner im Stadion auch die Fans das Ziel gesetzt hatten, in der Hansestadt Schiffe versenken zu spielen.

Doch auch der Anhang des FC St. Pauli scheute keine Kosten und Mühen, um ihre Mannschaft vor Anpfiff der Partie gegen den Europa League Teilnehmer mit einer Choreo an diesem kalten Abend heiß auf den Sieg zu machen.

Angelehnt an das leuchtende, glitzernde und funkelnde Las Vegas, schmückten die Norddeutschen ihre Tribüne mit einer blinkenden Lichterkette, goldglänzenden Fähnchen inklusive Konfetti und einer Nachstellung des berühmten „Welcome to Fabulous Las Vegas“ Schildes mit Sankt Pauli Schriftzug.

Dass sich die Energie von den Rängen aber zu Spielbeginn auf die Frankfurter Spieler überträgt, denen imposante Choreos aus dem eigenen Stadion bereits bestens bekannt sind, statt auf die eigene Mannschaft, das war von den Sankt Paulianern sicherlich nicht so geplant.

Von Anfang an dominierte die Eintracht, die an diesem Abend ordentlich rotierte und gleich fünf neue Spieler im Vergleich zum Spiel in Mönchengladbach auf den Platz schickte, den Zweitligisten klar. Folgerichtig fiel auch das 1:0 für die Frankfurter früh. Hinteregger durfte ganz unbedrängt eine Flanke aus dem Halbfeld auf den rechtzeitig zum Pokalspiel genesenen Bas Dost schlagen, der diese mit dem Kopf bereits in der 4. Minute gekonnt im Tor der Gegner unterbrachte.

Und die Führung sollte schnell ausgebaut werden. 12 Minuten später klingelte es erneut im Kasten der Gastgeber. Der Torschütze? Wieder Bas Dost. Nach einem perfekten Pass von Kohr, eilte der Niederländer der Abwehrreihe in ihrem Rücken davon und lupfte den Ball gekonnt über Torwart Müller, ohne sich vom seitlich zu einer Grätsche ansetzenden Abwehrmann aus der Ruhe bringen zu lassen. Lässig wäre untertrieben.

Nach einer knappen viertel Stunde führte die Eintracht also schon relativ komfortabel mit 2:0, in einem Spiel, das sie vollends unter Kontrolle zu haben schien. Doch wer sich zu diesem Zeitpunkt auf einen entspannten Fußballabend gefreut hat, dem sollte der weitere Verlauf der Partie gehörig eine Lektion erteilen.

Kurz vor dem Ende der 1. Halbzeit folgte der Schock für die Adler. Hinteregger bekommt im eigenen Strafraum den Ball an die Hand. Dies zwar aus gefühlt 5 Zentimetern Entfernung inklusive Bein des Gegenspielers, aber da sein Arm sich über seiner Schulter befand, spielen all diese Umstände laut neuer Handregel– wenn man denn von einer Regel sprechen will, hat man doch in letzter Zeit häufiger das Gefühl, niemand inklusive der Schiedsrichter weiß so recht, wann etwas als Handspiel zählt und wann eben nicht – keine Rolle. So schrillte die Pfeife des Unparteiischen, um den Gastgebern einen Strafstoß zuzusprechen. Der am Punkt angetretene Sobota erzielte den Anschlusstreffer für den FC St. Pauli und spätestens jetzt war der Zweitligist wieder voll im Spiel.

Scheinbar hinterließ das Gegentor bei den Frankfurtern Spuren, denn nach der Halbzeit kam eine Mannschaft aus der Kabine, die wie ausgewechselt erschien und das, obwohl mit Abraham für den am Knie angeschlagenen Hinteregger und mit da Costa für Chandler lediglich zwei positionsgetreue Wechsel stattfanden. Verflogen waren die Dominanz und die Sicherheit, die die Hessen über weite Teile der ersten Hälfte noch ausstrahlten und damit auch der Zug zum Tor. Keine nennenswerte Aktion vor dem gegnerischen Tor brachten die Gäste zustande, dafür witterten die St. Paulianer ihre Chance.

Immer wieder tauchten sie, eingeladen durch Frankfurter Ungenauigkeiten, vor Rönnows Tor auf, schafften es jedoch nicht, mehr aus ihren Möglichkeiten zu machen – zum Glück der harmlosen Frankfurter. Nach einer sehr zerstreuten Phase schafften die Gäste es zumindest, die Abwehr weitestgehend zu stabilisieren, sodass die ständigen Offensivbemühungen St. Paulis im Nichts versandeten. Entlastung nach vorne schafften die Adlerträger jedoch bis zum Schlusspfiff keine mehr.

So blieb es letztendlich beim 2:1 für die Frankfurter Eintracht und die Zuschauer, die in letzter Zeit zwar gewohnt waren, dass häufiger mal eine Halbzeit, vorzugsweise die erste, verschlafen wird, waren an diesem Abend dennoch von der starken Diskrepanz der beiden Spielhälften verwundert, wenn nicht sogar schockiert.

Das Auftreten in der zweiten Halbzeit war kein verwaltendes Kräftesparen im Stil einer Topmannschaft, auch wenn man sich das als Fan sicherlich gerne einreden würde. Die Eintracht kann von Glück sprechen, dass St. Pauli nicht in der Lage war diesen Leistungsabfall auszunutzen, dass die eigene Abwehr dann doch meist souverän agierte und dass Dost, der in der zweiten Hälfte genauso wie der eingewechselte Paciência vergeblich auf Bälle hoffte, zu Beginn des Spiels die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor ins Spiel der Frankfurter zurückbrachte, die zuletzt vermisst wurde.

Dennoch muss den Frankfurtern zu Gute gehalten werden, dass sie ein derartig kippendes Spiel letztendlich doch erfolgreich über die Bühne bringen konnten und das Ziel, nämlich den Einzug ins DFB-Pokal-Achtelfinale, erreicht haben. Vor nicht allzu langer Zeit waren es nämlich genau solche Spiele, die die Eintracht nicht über die volle Spielzeit bringen konnte.

Die Freude über das Weiterkommen ist trotz aller Strapazen riesig. Einzig die Verletzungssituation bereitet jenen, die es mit den Hessen halten, Bauchschmerzen. Zwar kehrte Bas Dost zurück aufs Spielfeld, jedoch fehlte diesmal Filip Kostić mit Knieproblemen. Es bleibt zu hoffen, dass nichts Schwerwiegenderes vorliegt, ist der Serbe doch einer der Grundpfeiler im Frankfurter Spiel. Auch Mijat Gaćinović wurde nicht rechtzeitig fit und setzte ebenso wie einige Langzeitverletzte und André Silva, dessen Situation weiterhin im Nebel hängt, aus.

Erfreuliche Entwicklungen bezüglich der Stadionnutzung

Neben dem Einzug in die nächste Runde des DFB-Pokals hatte die Eintracht am Donnerstag eine weitere positive Nachricht zu verkünden. Der Verein hat sich mit der Stadt bezüglich der Nutzung der Commerzbank-Arena geeinigt.

Genau bedeutet das für die Eintracht, dass sie das Stadion inklusive Trainingsgelände uneingeschränkt nutzen darf, die Namensrechte sowie das Recht zur Untervermietung des Stadions für andere Veranstaltungen hält, das Catering selbst bestimmen, sowie umfangreiche Investitionen für den Ausbau der digitalen Infrastruktur des Stadions tätigen darf.

Zusätzlich – und das ist ein Punkt, der auch unter den Fans sehr häufig diskutiert und gefordert wurde – wird die Stadionkapazität für die Bundesliga auf bis zu 60.000 Plätze erweitert. Dies soll spätestens bis zu Beginn der Saison 2023/24 realisiert werden. Vor allem sollen hierbei die Sitzplätze im Oberrang der Nordwestkurve zu Stehplätzen umfunktioniert werden.

Ein angeschlagener Riese gastiert in Frankfurt

Am kommenden Samstag empfangen die Adlerträger mit einem Sieg im Rücken und einem fitten Bas Dost nun das zuletzt strauchelnde Schwergewicht FC Bayern München. Ex-Frankfurt-Trainer Niko Kovac äußerte sich zuletzt vollen Lobes über den Anhang der Eintracht, was den Unterstützern des Rekordmeisters natürlich übel aufstieß.

Die mitreisenden Münchner können sich am Wochenende nun aber selbst von der Kulisse in Frankfurt überzeugen, denn trotz vielen erfolglosen Partien gegen den FC Bayern, glüht in den Herzen der Eintracht-Fans immer wieder aufs Neue der kleine Funke Hoffnung, diesmal siegreich aus dem Spiel hervorzugehen. Im Hinblick auf die wachsende Unzufriedenheit der Bayern kann man es ihnen aber auch nicht verdenken.

Der Tag, 25.05.: Zverev, Anttila, Vechta

Nachmittags

Giro – Richard Carapaz übernahm auf der 14. Etappe die Gesamtführung und holte sich den Tagessieg.. Der Ecuadorianer siegte in Courmayeur als Ausreißer und feierte bereits seinen zweiten Etappenerfolg auf der diesjährigen Tour durch Italien.

ATP-Tour – Alexander Zverev und Nicolas Jarry hatten durch den Regen einen sehr langen Tag. Am Ende holte sich Zverev den Titel in Genf nach einem Tiebrak im dritten Satz, den Zverev 6:3 anführte, jedoch anschließend nochmal Matchbälle gegen sich vorfand. Benoit Paire gewann den Titel in Lyon gegen Felix Auger-Aliassime mit 6:4, 6:3.

WTA-Tour – Yulia Putintseva ist die Siegerin des Nürnberger Versicherungscups 2019. Im Finale brauchte es gegen Tamara Zidansek drei Sätze zum Titelgewinn beim 4:6, 6:4, 6:2. In Straßburg durfte, nach fast drei Stunden, Dayana Yastremska jubeln, die Caroline Garcia 6:4, 5:7, 7:6(3) bezwingen konnte.

Eishockey-WM – Kanada und Finnland lauten die Finalisten der Eishockey-WM 2019. Die Kanadier hatten mit der tschechischen Auswahl wenig Mühe und siegten deutlich mit 5:1. Eng und hart umkämpft ging es dagegen zwischen Russland und Finnland zu. Erst in der 51. Minute erzielte Marko Anttila das erste Tor der Partie, welches den Finnen am Ende genügte.

 

Abends

BBL – Rasta Vechta gewann auch das zweite Heimspiel gegen Brose Bamberg und steht damit vor dem Halbfinaleinzug. 87:78 siegten die Gastgeber, die die Serie mit 2:1 anführen. Die Baskets Oldenburg machten die Halbfinal-Teilnahme bereits perfekt. Gegen die Telekom Baskets Bonn gab es einen 97:84-Heimsieg.

DFB-Pokal – Die Bayern sind mal wieder Double-Sieger. Mit 3:0 siegte der Deutsche Meister am Ende deutlich gegen RB Leipzig. Robert Lewandowski markierte den ersten und letzten Treffer. Kingsley Coman erzielte das 2:0.

Handball-Bundesliga – Die SG BBM Bietigheim siegte 25:23 gegen den TBV Lemgo und ist damit nun punktgleich mit dem VfL Gummersbach, welcher auf dem ersten Nichtabstiegsplatz steht.

Der Tag, Mittwoch, 3. April 2019: Max Kepler, die Warriors, FC Bayern

Frühmorgens

NBA – Die Warriors feiern einen durchaus wichtigen 116:102-Heimerfolg gegen die Nuggets, bauen damit die Führung im Kampf um die beste Position nach dem Grunddurchgang aus. Top-Scorer für Golden State ist DeMarcus Cousins mit 29 Punkten, Kevin Durant legt 21 auf. Die Thunder besiegen zuhause die Lakers ohne LeBron mit 119:103, Dennis Schröder erzielt in 29 Minuten 15 Punkte.

MLB – Die Red Sox verlieren schon wieder, diesmal 0:1 in Oakland. Chris Sale gibt gleich im ersten Inning den einzigen Run ab, insgesamt nur drei Hits, Boston kann aber aus sieben Hits nicht punkten. Die Mets stellen erstaunlicherweise auf 4:1-Siege, gewinnen bei den Marlins mit 6:5. Die Twins schlagen die Royals mit ebenfalls 6:5, Max Kepler hebt mit zwei Hits seinen Schlagdurchschnitt auf .200.

NHL – Die Toronto Maple Leafs haben sich vor zwei Tagen mit einem 2:1 gegen die New York Islanders für die Playoffs qualifiziert, das erste Heimspiel danach geht mit 1:4 gegen Carolina in die Binsen. Pittsburgh verliert in Detroit mit 1:3 – ohne Implikationen für die Playoffs.

Der frühe Abend

WTA – Julia Görges scheidet ziemlich überraschend beim Turnier in Charleston aus, mit 4:6 und 6:7 (6). Und auch Andrea Petkovic darf nicht mehr mitspielen. Nach einem 3:6 und 0:6 gegen Maria Sakkari.

Der Abend

DFB-Pokal – Recht unspektakuläres Spiel in München, die Bayern haben erwartungsgemäß kaum Probleme mit Heidenheim, ziehen mit einem 5:4 ins Halbfinale ein. Lewandowski schießt per Elfmeter den Siegestreffer. Werder gewinnt auf Schalke mit 2:0, Rashica und Klaassen waren so frei, auf die Auslosung darf man sich freuen.