Diese Woche … bei Fortuna Köln, KW 19

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Von Josina Anraad

Abstieg der S.C. Fortuna aus der 3. Liga

Es beginnt in München und es endet in München. Der S.C. Fortuna Köln befand sich nach dem Abstieg aus der 2. Liga in der Saison 1999/2000 im freien Fall. Die Fortuna stürzte bis in die damals viertklassige Oberliga ab. Erst am 35. Spieltag der Saison 2013/2014 konnte sich die Fortuna die Meisterschaft der Regionalliga West sichern. In der Relegation traf die Fortuna damals auf den FC Bayern München II. Die Fortuna gewann das Hinspiel 1:0 im Südstadion und unterlag im Rückspiel 2:1 im Stadion an der Grünwalder Straße. Trotz der Niederlage befanden sich die leidensfähigen Fans der Fortuna im Siegestaumel. Denn durch die Auswärtstorregel gelang der Fortuna nach 14 Jahren der Aufstieg in die dritte Liga und somit die Rückkehr zum Profifußball.

Die Fans der Fortuna konnten in der ersten Drittligasaison eine stabile Leistung ihrer Mannschaft beobachten. Der Klassenerhalt gelang rechnerisch zwar erst am 36. Spieltag, doch das erste Jahr in der dritten Liga konnte schlussendlich auf Platz 14 beendet werden. Auch in den folgenden zwei Spielrunden einer ausgeglichenen dritten Liga gelang es der Fortuna die Klasse zu halten. Die Saison 2017/18 ließ die als besonders treu geltenden Fans der Fortuna nach einer erfolgreichen Hinrunde, das erste Mal seit fast zwanzig Jahren von der zweiten Liga träumen. Nach acht sieglosen Spielen in Folge in der Rückrunde wurde der Aufstieg der Fortuna allerdings klar verpasst. Trotzdem hinterließ die erfolgreiche Hinrunde ein positives Gefühl bei den Fans der Südstädter und ließ auf weitere Erfolge der Fortuna in der Saison 2018/19 hoffen.

Diese Träume und Hoffnungen ließ 1860 München heute am 35. Spieltag der dritten Liga vor 500 mitgereisten Fortuna Fans platzen.

Nach einem durchwachsenen Start in die neue Saison belegte die Fortuna im Oktober am 11. Spieltag den 11. Platz, als die Ära des langjährigen Trainers Uwe Koschinat endete. Koschinat führte die Fortuna 2014 in die dritte Liga und wechselte nun zum Zweitligisten SV Sandhausen, um dort den Klassenerhalt zu sichern. Nach zwei Spielen unter Interimstrainer Andre Filipovic wurde Tomasz Kaczmarek als neuer Trainer der Südstädter vorgestellt. Doch der Fortuna gelang es unter Kaczmarek nicht, an die Leistungen aus der Vorjahressaison anzuknüpfen. Nachdem die Fortuna vier Spieltage vor Saisonende auf einem Abstiegsplatz rangierte, wurde Kaczmarek durch den Investor und Geschäftsführer Michael W. Schwetje beurlaubt. Der neue Trainer, der den Klassenerhalt mit der Fortuna sichern sollte, hieß Oliver Zapel. Das erste Ligaspiel unter dem neuen Trainer verlor die Fortuna mit 2:0 gegen die Würzburger Kickers. Nach der Niederlage gegen die Würzburger Kickers schien ein Ruck durch die Mannschaft von Zapel zu gehen. Trotz kämpferischen Einsatzes gelang der Fortuna am 36. Spieltag gegen den SV Meppen allerdings nur ein Unentschieden. Am vorletzten Spieltag stand die Fortuna auf dem vorletzten Tabellenplatz.

Mit einem Sieg im Stadion an der Grünwalder Straße gegen 1860 München hätte die Fortuna den Klassenerhalt in der eigenen Hand haben können. Nach einem frühen Tor der Münchener, glich die Fortuna durch Bröker schnell aus und drehte durch den Elfmeterschützen Fritz in der 27. Minute das Spiel. Doch schon in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit gelang den Münchenern der Ausgleich zum 2:2. Im Halbzeitinterview mit MagentaSport zeigte sich der ehemalige Interimstrainer Filipovic indes zuversichtlich und sagte, dass die Fortuna das Spiel gewinnen werde. Allerdings musste die Fortuna nach einer roten Karte gegen Mensah in der 46. Minute fast die gesamte zweite Halbzeit in Unterzahl bestreiten und spielte nun nur noch selten aktiv nach vorne. Kurz vor Schluss traf dann Owusu in der 85. Minute für die Münchener zum 3:2 Endstand. Mit dem Ergebnis gelang der Fortuna, das durch Verein und Fans angekündigte Wunder in München nicht. Somit ist der Drittligatraum der Südstädter vorerst ausgeträumt und gleichzeitig sieht es für den Stadtrivalen Viktoria Köln gut aus von der Regionalliga West in die 3. Liga aufzusteigen.

Mit einem Abstieg in die Regionalliga West steht der Fortuna ein schwieriger Weg zum Wiederaufstieg bevor. Die Liga gilt als besonders stark und durch die Aufstiegsregelungen gehört der Meister der Regionalliga West nicht automatisch zu den Aufsteigern in die Dritte Liga. Auch der Investor Schwetje hat bereits vorher bei einem Abstieg angekündigt, seine Zusammenarbeit mit dem Verein zu beenden. So geht die Fortuna dank Schwetje zwar schuldenfrei in die nächste Saison, da aber fast alle Sponsoring und Spielerverträge nur für die dritte Liga gelten, steht der Fortuna nun viel Arbeit bevor, um nächstes Jahr in der viertklassigen Regionalliga West um den Aufstieg mitzuspielen.

Diese Woche … auf der PGA-Tour, KW19

Die Premiere des Max Homa

Von Daniel Hofmann

Der Überblick

Die PGA Tour besuchte am Wochenende Charlotte in North Carolina, wo jährlich die Wells Fargo Open ausgetragen werden. Die Spieler der European Tour trafen sich in Shenzhen zu den Volvo China Open, um dortigen Sieger des Jahres 2019 zu ermitteln.

Die harten Fakten

Max Homa siegte bei den Wells Fargo Open mit drei Schlägen Vorsprung auf Joel Dahmen (-12) und Justin Rose (-11) und feierte so als Überraschungssieger seinen ersten Titel auf der PGA Tour.

Mirrko Korhonen siegte bei den Volvo China Open im Playoff gegen Benjamin Herbert. Nur einen Schlag dahinter schloss Jorge Campillo das Turnier auf Platz 3 ab und hatte lange die Chance sein zweites Turnier innerhalb einer Woche zu gewinnen.

Darüber war zu reden

Max Homa sicherte sich mit seinem Premierensieg eine sichere Spielberechtigung auf der Tour bis zum Jahr 2021, sowie die Teilnahme an der US Open und dem MASTERS 2020. Sicherlich kein Spieler, auf den viele Experten an diesem Wochenende ihr Geld gesetzt hätten. Spielte Homa doch bisher viele Turniere auf der unterklassigen WebDart.com-Tour, da ihm für die meisten Wettbewerbe auf der PGA Tour die Spielberechtigung fehlte. Das hat sich mit diesem Sieg nun geändert, was ihm definitiv eine bessere Planungssicherheit geben wird und natürlich die Chance für den 28-jährigen eröffnet, sich auf der Tour als dauerhaftes Mitglied zu etablieren.

Unsere persönlichen Favoriten

Rory McIlroy wurde geteilter 8. und vergab mit einer 73 am Schlusstag die Chance um den Sieg mitzuspielen. Patrick Reed hingegen spielte sogar eine 74 an tag 4 und rutsche auf T28. Phil Mickelson, Sepp Straka und Stephan Jäger verpassten den Cut. Beim European Tour Event auf dem Genzon Golf Club schafften Matthias Schwab und Bernd Ritthammer ebenfalls den entscheidenen Cut nicht. Marcel Siem erspielte einen guten geteilten 19. Platz. Bernd Wiesberger wurde geteilter 14.

Das steht an

In dieser Woche zieht die PGA-Tour weiter nach Dallas zum Trinity Forest Golf Club. Beim AT&T Byron Nelson werden u.a. Brooks Koepka und Patrick Reed an den Abschlag gehen.

Die European Tour kehrt endlich nach Europa zurück und spielt beim British Masters den ersten Sieger diesen Jahres auf europäischem Boden aus. Tommy Fleetwood ist eindeutig das Zugpferd des Turniers. Aus deutschsprachiger Sicht werden Matthias Schwab, Bernd Wiesberger, Marcel Siem, Max Schmitt, Bernd Ritthammer uns Martin Kaymer dabei sein.

Das AT&T Byron Nelson live bei Sky

Donnerstag, 09.05., 21:30 Uhr – 00:30 Uhr, Sky Sport 2 HD

Freitag, 10.05., 21:30 Uhr – 00:30 Uhr, Sky Sport 1 HD

Samstag, 11.05., 21:00 Uhr – 00:00 Uhr, Sky Sport 3 HD

Sonntag, 12.05., 21:00 Uhr – 00:00 Uhr, Sky Sport 2 HD

 

The British Masters live bei Sky

Tag 1, Donnerstag, 09.05., 16:30 Uhr – 19:30 Uhr, Sky Sport 7 HD

Tag 2, Freitag, 10.05., 16:30 Uhr – 19:30 Uhr, Sky Sport 3 HD

Tag 3, Sonntag, 11.05., 00:00 Uhr – 03:00 Uhr, Sky Sport 2 HD

Tag 4, Montag, 12.05., 00:00 Uhr – 03:00 Uhr, Sky Sport 2 HD

Diese Woche … beim VfB Eichstätt, KW 18

Von Karsten Kunert

Eine Woche im Zeichen der „Schnüdel“

Die vergangene Woche des VfB Eichstätt stand ganz im Zeichen des 1. FC Schweinfurt 05. Eichstätt selbst war am Wochenende zur Passivität verdammt. Das Auswärtsspiel beim SV Heimstetten musste verlegt werden und der Tabellenzweite verfolgte die Liga deshalb vom Sofa aus. Dennoch bescherte der 30. Spieltag der Regionalliga Bayern den Domstädtern den größten Erfolg der 97-jährigen Vereinsgeschichte. Der 1. FC Schweinfurt war nämlich das letzte Team, das #denJungs noch den Titel des bayerischen Amateurmeisters – und somit den direkten Einzug in den DFB Pokal – hätte streitig machen können. Schweinfurt allerdings unterlag zuhause Viktoria Aschaffenburg 2:3 und krönte so die Saisonleistung des VfB aus der Ferne.

Wenige Tage später reisten eben jene Schnüdel aus Unterfranken (wer sich über den interessanten Spitznamen der Schweinfurter wundert, kann dessen Entstehung hier nachlesen) dann persönlich zu dem in der Tabelle mittlerweile uneinholbarem VfB Eichstätt und holten sich die drei Punkte in der Domstadt zurück. Sportlich für das Heimteam natürlich unschön – für die Tabellenplatzierung allerdings irrelevant. Geschichten, die so nur der Fußball schreibt.

Der grün-weiße Virus greift um sich

Man merkt, dass fußballerisch etwas geschieht in Eichstätt. Das Spiel gegen Schweinfurt wurde aus Gründen, die mir niemand erklären konnte, als Sicherheitsspiel eingestuft. Besucher wurden vor Betreten des Stadions abgetastet, Security-Menschen und (relativ) viel Polizei waren Vorort und der Eintrittspreis wurde auf 12 Euro heraufgesetzt. Die gute Nachricht zuerst: alle Schutzkräfte konnten einen sehr entspannten Nachmittag im Liqui Moli Stadion verbringen. Von Randalen und Ausschreitungen war weit und breit nichts zu sehen.

Luftballons und nackte Oberkörper

Und das obwohl sich 1.600 Zuschauer im kleinen Stadion an der Altmühl eingefunden hatten, um den Einzug in den DFB Pokal gemeinsam mit der Mannschaft zu feiern. Mit dabei war natürlich auch die neu gegründete Ultra-Fraktion von Green White Unity, deren Arsenal sich seit ihrem ersten Auftritt vor zwei Wochen von zwei auf fünf Fahnen mehr als verdoppelt hat und die auch personell gewachsen schienen. Zum ersten Mal, seit ich das Stadion besuche (Zur Erinnerung: mein Debut war am 5. Spieltag am 03.08.2018 gegen Schalding-Heining), stimmte das Publikum Gegengesänge an. Auf der einen Seite die kleine Ultra-Gruppierung und auf der anderen Seite des Spielfeldes Zuschauer mit lauter Unterstützung zahlreicher Jugendspieler in grünen Trikots. Einfach. Richtig. Gut.

 

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Immer weiter 💚💪🏻

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Zusätzliche Stimmung sollten grün-weiße Luftballons bringen, die vor Spielbeginn an die Zuschauer verteilt wurden. Allerdings bedeutete diese Aktion in der ersten Halbzeit vorwiegend Zusatzarbeit für den Eichstätter Torwart Mustafa Özhitay. Dieser war nämlich während der Angriffsphasen seiner Mannschaft damit beschäftigt, auf das Spielfeld geflogene Luftballons zum Platzen zu bringen.

Führung abgegeben

Das Spiel selbst wurde mit ca. 20 Minuten Verspätung angepfiffen. Der Mannschaftsbus der Schweinfurter war auf der ca. 200 km langen Anreise im Stau stecken geblieben.

Eichstätt startete dann kontrolliert in die Partie und ging nach gut 20 Minuten durch Goalgetter Fabian Eberle in Führung. Die Franken aber zeigten eine starke Reaktion und drehten die Partie noch vor der Pause zu ihren Gunsten. Mit einem 1:2 ging es also in die Halbzeitpause. Auch nach dem Seitenwechsel sahen die 1.600 Zuschauer ein weiterhin spannendes Fußballspiel mit schönen Kombinationen und tollen Torhüterparaden, das mit fortlaufender Spieldauer aber immer nickliger wurde. Zeichen hierfür sind fünf gelbe Karten ab der 60. Minute. Immer mittendrin auf Eichstätter Seite war wieder Marcel Schelle. Der Mittelfeldstratege holte sich selber bereits in der ersten Halbzeit gelb ab und war dann maßgeblich an den drei gelben Karten für Schweinfurt beteiligt. Erst war er zweimal nur durch ein Foul zu bremsen, dann leitete er in der 79. Minute mit einem seiner flankenmäßigen Einwürfe den zwischenzeitlichen Ausgleich ein. Seine Vorlage landete im Strafraum und provozierte ein Foul am vier Minuten vorher eingewechselten Fabian Schäll. Klarer Elfmeter, gelbe Karte, Doppelpack Eberle und Ausgleich zum 2:2.

Als die Ultras bereits ruhiger wurden und auch das Publikum sich langsam mit einem Unentschieden abzufinden begann, nutzte Schweinfurt in Minute 90+5 doch noch eine Unachtsamkeit in der Eichstätter Abwehr. Nach einer Ecke drückten die Schnüdel den Ball über die Torlinie und holten sich quasi mit dem Schlusspfiff durch ein sehr spätes 2:3 die drei Punkte aus dem Altmühltal. In einer Partie, die eigentlich keinen Sieger oder Verlierer verdient hatte.

Wie geht’s weiter?

Der VfB Eichstätt hat in dieser Saison jetzt schon in allen Belangen überperformt und sich nicht zuletzt aufgrund dieser Leistungen selbst mit dem Einzug in den DFB Pokal und mit einer eigenen Ultra-Gruppierung belohnt. In den letzten vier Saisonspielen will die Truppe von Trainer Markus Mattes aber weiter angreifen und versuchen, die Sahne auf den Kuchen zu packen. Das wäre Tabellenplatz eins nach Abschluss der regulären Saison. Dazu müssten allerdings die Amateure des FC Bayern noch stolpern. Diese haben im Moment mit einem Spiel mehr sechs Punkte Vorsprung plus das bessere Torverhältnis.

Egal wie sich die Tabelle zum Saisonende darstellen wird, mit größter Spannung wird hier erst einmal die Auslosung des DFB Pokals erwartet. Dann wird sich auch herausstellen, gegen welchen Gegner aus der ersten oder zweiten Liga #dieJungs im August Heimrecht haben werden.

Diese Woche … bei ALBA Berlin, KW 16

Von Heiko Eisser

Es ist angerichtet. Am Freitag holte Alba Berlin im Eurocup den benötigen Ausgleich in der best-of-three-Serie gegen den spanischen Vertreter Valencia Basket. Beim 95:92-Sieg zeigten die Spieler um Eurocup-MVP Luke Sikma wieder ihre Stärken und haben nun heute Abend ab 20:30 Uhr die Möglichkeit, den größten Vereinserfolg seit dem Gewinn des Korac Cups 1995 zu erreichen.

Rückblick auf Final 2

Vor 14.500 Zuschauern in der ausverkauften Arena am Ostbahnhof, konnte man die Nervosität auf beiden Seiten erneut spüren. Die Spieler nahmen viele Würfe auf den Korb, doch fielen die Bälle zuerst nicht regelmäßig durch die Reuse.
Doch agierte das Team von Alba-Coach Aito in diesem Spiel endlich, wie man es zuvor in zahlreichen Partien gesehen hatte: aggressiv aber fair in der Abwehr, konzentriert und mit starken Passspiel in der Offensive. Ebenfalls griffen die Albatrosse sich viel Rebounds, so dass Sie im Angriff viele zweiten Chancen erhielten. Nur machte sich diese gute Arbeit nicht auf dem Scoreboard bemerkbar. Aito griff zu einem ungewöhnlichen Mittel und nahm eine seiner wenigen Auszeiten.
Besonders Martin Herrmansson kam nach dieser Phase besser ins Spiel und zeigte eine enorm gute erste Hälfte. Sein Wille zum Sieg, der immer stark zu spüren ist, trat gegen Valencia noch deutlicher zum Vorschein.

Unterstützt von rund 1000 mitgereisten Fans, wollte sich das Team von Valencia Coach Jaume Ponsarnau selbstverständlich nicht einfach geschlagen geben.
Angeführt von Guard Sam van Rossom gelang es Valencia ein ums andere Mal von aussen Punkte zu erzielen. Der Platz unterm Korb wurde von Alba recht gut dicht gehalten, so dass Valencia ihre Würfe von jenseits der drei Punkte Linie nehmen musste.
Fand jedoch der Ball den Weg zu Center Bojan Dubljevic konnte sich der gegnerisch Spieler unter dem Korb auf sein nächstes Foul einstellen. Eine bemerkenswerte Leistung des Montenegriners im Dress Valencias.

Die Partie blieb richtig eng, sehr zur Freude der Anhänger beider Seiten. Zum Beginn des letzten Viertels erlebten die heimischen Fans jedoch einen kleinen Einbruch der Albatrosse, so das Valencia eine 9:0-Lauf hinlegte und Alba-Anhänger schon schlimmes befürchteten. Doch in dieser Phase schalteten Luke Sikma und unterstützt von Peyton Siva wieder einen Gang höher. Gekrönt wohl mit DEM Move dieses zweiten Halbfinals von Nils Giffey

Meinte man der Bann sei gebrochen, unterschätzte Valencia sehr. Die Spanier agierten clever und lagen sechs Sekunden vor Ende des Spiel mit zwei Punkten vorn. In diesem do-or-die-Moment nahm sich Peyton Siva ein Herz und führte Alba in die Overtime.

Getragen von den Fans in der Arena lies Alba nun keinen Zweifel daran, diesen Sieg zu holen und ein drittes Spiel in Valencia zu erzwingen.

Ausblick auf Final 3

Heute Abend kommt es nun in der Pabellon Fuente de San Luis Arena zum Showdown. Nur einer wird als Sieger vom Platz gehen und damit auch einen sicheren Startplatz in der kommenden Euroleauge Saison 2019/2020 erhalten. Ein ungeheurer Vorteil gegenüber vielen anderen Vereinen im europäischen Basketball.

Mit dem jüngsten Team der Eurocup Saison reist Alba Berlin nach Valencia. Doch haben sie in ihren Reihen mit Aito Garcia Reneses den erfahrensten spanischen Coach, der seine Jungs aus zahlreichen Endspielen den entscheiden Drive geben kann.

Bereits im zweiten Finale in Berlin haben die Albatrosse aus den Fehlern des ersten Spiels gelernt. Die Aggressivität in der Verteidigung war wieder zurück und zwang Valencia die Würfe von aussen und dem Halbfeld zu nehmen. Ebenso gestaltete Alba die Rebounds recht ausgeglichen. Diese hatte im Spiel 1 deutlich gegen die Hauptstädter gesprochen.

Valencia wird dieses Spiel in Berlin recht schnell abhacken. Die Situation von Endspielen ist dem erfahrenen Team um Foward Will Thomas bekannt. Hatte Thomas in der ersten Partie noch eine MVP-würdige Leistung hingelegt, wurde ihm in Berlin der Weg oft versperrt. Dennoch erreichte er 15 Punkte und konnte somit einer unauffällige Partie seinerseits doch positiv gestalten. Im Heimspiel wird er nun an Spiel 1 anknüpfen wollen.

Ebenso wird in der entscheidenen Finalpartie auf Fernando San Emeterio zu achten sein. Dieser hatte zu Beginn des letzten Viertels einen großen Anteil am 9:0-Lauf seines Teams, der Alba fast den Willen zum Sieg genommen hätte.

Dass Valencia mit etwas Grübeln in die entscheidende Partie gehen dürfte, kann Luke Sikma seinem jetzigen Team aus eigener Erfahrung mit auf den Weg geben.

In der Final-Serie 2017 gewannen die Spanier – bei denen Sikma vor seiner Zeit in Berlin aktiv war – ebenfalls Spiel 1 in eigener Halle gegen den damaligen Gegner Malaga. Diese glichen im zweiten Vergleich die Serie aus und holten sich dann im entscheidenen Finale den Sieg zum Eurocup-Triumph in Valencia. Aus Sicht von Sikma und allen die es mit Alba Berlin halten, dürfte sich diese Geschichte gern wiederholen.

Wer nicht vor Ort sein kann, hat in Berlin die Möglichkeit zum Public viewing in der Arena am Ostbahnhof. Allen anderen sei empfohlen ab 20:15 Uhr bei Magenta Sport mit Kommentator Bennie Zander die Partie zu verfolgen.

Diese Woche … auf der WTA-Tour, KW 13

Siegerin der Woche

Ashleigh Barty. Größter Karriere-Erfolg in Miami beim Premier-Mandatory-Turnier und der erstmalige Einzug unter die Top Ten. Im Finale profitiert sie ein bisserl davon, dass Karolina Pliskova nicht mehr ganz frisch wirkt, aber geschenkt. Das Tennis von Ash ist zauberhaft schön, angefangen beim sehr geschmeidigen Aufschlag über die wunderbar geslicete Rückhand hin zur Vorhand mit Topspin.

Anmerkung der Woche

Die Veranstalter haben den Umzug von Key Biscayne in das Stadion der Miami Dolphins naturgemäß gefeiert. Viele Plätze sind dennoch leer geblieben, auch die, für die tatsächlich Tickets verkauft worden sind. Dass die Kamera-Winkel auch nicht vom allerfeinsten war, hat der Atmosphäre im Hard Rock Stadium nicht geholfen. Weder bei den Damen noch bei den Herren.

Der Aufreger der Woche

Ein kleiner Aufreger, zugegeben. Aber Angie Kerber war um halb zwei Uhr Früh am vergangenen Sonntag in Miami alles andere als amused über Bianca Andreescu, die sich, wie schon in Indian Wells, im dritten Satz eine Rund-Um-Sorglos-Behandlung bei der Physiotherapeutin geholt hat. Kerber verlor den Satz, also auch das Match. Und ein bisserl auch die Contenance. Den TV-Mikros sei Dank wissen wir jetzt, wer die größte Drama Queen aller Zeiten ist: Andreescu nämlich. Die eher humorlose WTA allerdings hat dafür gesorgt, dass in ein paar Jahren nur noch das blanke Ergebnis zu lesen sein wird, nicht aber der spannende Nachklapp.

Was ein kleiner Pep-Talk, von wem auch immer, aber ausmachen kann, hat Angie ein paar Stunden nach dem Match dann höchstselbst gezeigt.