Diese Woche … bei Alba Berlin, KW 24

Von Heiko Eisser

Endlich ist es soweit: Die Finals der BB-Saison 18/19 stehen an. Die Wiederholung der letztjährigen Finalserie war von vielen vorausgesagt worden und für viele keine große Überraschung. Doch mussten beide Teams vorher noch ihre Halbfinalspiele gewinnen. Hatten die Bayern bereits am Vorabend mit einem 95:80 gegen Vechta den Einzug in die letzte Runde fest gemacht, musste Alba Berlin seinerseits noch zum Auswärtsspiel in Oldenburg antreten.

Unerwartet klar und doch hoch verdient

Die Ausgangsposition vor Spiel 3 der Halbfinalserie konnte für das Team von Alba Berlin nicht besser sein. Sie führten bereits vor der Reise nach Oldenburg mit 2:0 in der Serie und konnten sich entspannter auf die Begegnung vorbereiten als die Hausherren. Doch liessen die Mannen von Alba Coach Aito eine entspannte Einstellung gar nicht zu. Bereits nach Spiel 2 in eigener Halle machten die Albatrosse in Interviews deutlich, dass noch gar nichts gewonnen war. Der Einzug ins Final alles andere als sicher.

Diese Einstellung legten sie zu Beginn der Partie in Oldenburg an den Tag und agierten hoch konzentriert vom Tip off an. Eine schnelle 12:4-Führung nach 2:50 Minuten als Zeichen an die Baskets, dass man auch den dritten Vergleich in der Saison 18/19 in Oldenburger Halle für sich entscheiden will.

Die zunächst nervös spielenden Mannen von EWE Coach Mladen Drijencic gingen im Laufe des ersten Viertels konzentrierter ans Werk. Die in Spiel zwei von außen vermissten Treffer fielen in der Anfangsphase nun besser. In seinem 484. BBL-Spiel konnten sich die Oldenburger zu Beginn auf ihr Urgestein Ricky Palding verlassen. Zum Ende des ersten Viertels war die EWE wieder in Reichweite und auf der Anzeigetafel prangte ein 25:28 aus Sicht der Baskets.

Doch diese Konstanz sollte sich auf Seiten der Oldenburger, wie in der vergangenen Partien gegen Alba, nicht stabilisieren. Im Laufe des zweiten Viertels verfehlten sie die Körbe und Alba nutzte hier die Chancen die sich ihnen boten. Besonders wurden wieder unter dem Korb durch Nnoko und Sikma die Reboundquote hoch gehalten. Ein Garant für die bisherigen Siege in den Partien der Halbfinalserie. Oldenbur konnte hier in keiner Partie Alba etwas entgegen setzen.

Das Team von Alba spielt im Laufe der Partie weiterhin sehr souverän und kann die Baskets in eigener Halle immer etwas entgegen setzen. Selbst als Center Nnoko – wieder im sehenswerten Duell mit Oldenburgs Mahalbasic – im Laufe des Viertels bereits mit drei persönlichen Fouls auf die Bank muss, kann Johannes Thiemann unterm Korb die Leistung der Alba Center hoch halten. Verdient geht Alba mit einer 47:43 Führung in die Halbzeit.

Nach dem Seitenwechsel hatten die Oldenburger wieder ihren Offensivdrang gefunden und starteten mit einem 8:0-Lauf in den zweiten Durchgang. Doch recht unbeeindruckt konterte Alba ebenfalls mit einem 8:0-Lauf. Dies schien in dieser Partie wieder der Faktor zu sein: Wenn Oldenburg einen Lauf hatte oder eine besondere Aktion, konnte Alba mit einem entsprechenden Wurf kontern. 70:67 ging es aus Alba Sicht in das letzte Viertel.

Die Oldenburger starteten durch Phillip Schwedthelm mit einem Dreier in den letzten Spielabschnitt und glichen zum 70:70 aus. Doch Alba hatte in Form eines wieder überragend agierenden Payton Siva die passende Antwort. Mit diesen Aktionen schienen die Oldenburger schier zu verzweifeln und verloren mit dem fünften Foul von Mahalbasic nicht nur einen entscheidenen Faktor auf dem Parkett. Alba hielt die Schlagzahl zum Ende der Partie hoch und fuhr ist dem 100:89 den insgesamt 21. Sieg mit mehr als 100 Punkten in dieser Saison ein.

Wiedersehen macht Freude

Am Sonntag startet nun die Finalserie gegen den FC Bayern München und somit eine Wiederholung des letztjährigen Finales. Diese hatte damals den besseren Ausgang für die Münchner, die diese Serie mit 3:2 für sich entscheiden konnten.

Eine Wiederholung der Finalserie fand zuletzt in der Saison 2003/2004 und 2004/2005 statt. Hier standen sich die Frankfurt Skyliners und die Bamberger gegenüber. Beide Mannschaften konnte jeweils eine Meisterschaft erringen: Frankfurt 2004 und Bamberg 2005.

Solche ein Happy-End der Niederlagen-Serie in Finalspielen dürften sich Alba Berlin und deren Fans mehr als wünschen. Nach Niederlagen im BBL-Pokal gegen Bamberg und im Eurocup gegen Valencia will das Team um Kapitän Nils Giffey die Chance nutzen und die Meisterschaft nach 2008 endlich wieder an die Spree holen.

Die Serie startet in München, die als Hauptrunden Erster das Heimrecht erspielt haben. Das Alba in München bestehen kann haben sie nicht nur in der Finalserie im letzten Jahr bewiesen. Sie gewann in Spiel eins in. München 106:95.
In dieser Saison gewann Alba das Halbfinale im BBL-Pokal in München. Doch hatten die Bayern vor dieser Partie eine schwere Euroleague Woche mit Partien u.a. gegen Real Madrid.

In den Partien in der BBL-Saison konnten die Münchner beide Spiele für sich entscheiden. Nach dem knappen 83:81 in eigener Halle, besiegten die Bayern Alba am 30. Spieltag mit 85:75 in Berlin. Hier war Alba jedoch nach vier Spielen n zehn Tagen nicht frisch und erholt in die Partie gegangen.

Nach einer spielfreien Woche für beide Mannschaften, dürften die Karten neu gemischt sein. Bei Alba Berlin sind bis auf den langzeitverletzten Stefan Peno alle Leistungsträger an Bord.

Beide Teams sind auf den Positionen 1-5 und mit Spielern von der Bank kommend hervorragend besetzt. Lediglich auf der Point Guard Position haben die Bayern mit Stefan Jovic einen größentechnischen Vorteil gegenüber den etwas kleineren Berliner Guards Payton Siva oder Derrick Williems Jr. Um diesen Größennachteil auszugleichen könnte hierbei wieder Nachwuchsspieler Jonas Mattisseck zum Zuge kommen. Dieser hatte beim Sieg im Halbfinale des BBL-Pokals eine entscheidende Rolle gespielt und zum Sieg gegen die Bayern selbst 15 Punkte beigesteuert.

Unterm Korb dürfte es zwischen Bayerns Danilo Barthel und Albas Landry Nnoko zu einem ebenso interessanten Vergleich kommen. Hatte Nnoko im Halbfinale mit Oldenburgs Mahalbasic einen mehr als würdigen Gegner, wird im Finale der Albatros noch eine Schippe drauf legen müssen. Der deutsche Nationalspieler in Diensten der Bayern hat eine überragende Saison gespielt und dürfte mit dieser Leistung für NBA- und Euroleauge Teams mehr als interessant geworden sein.

Eine entscheidende Rolle dürfe auch den Bankspieler beider Mannschaften zukommen. Durch die Aufstellung als Euroleauge Team haben die Bayern hier vor der Saison tief in die Tasche gegriffen um den Einzug ins Top16 zu schaffen. Das dies nur knapp verpasst wurde, lässt den Kader der Bayern nicht weniger imposant erscheinen.

Mit Derrick Williams kommt ein Spieler als „Ergänzung“ aufs Parkett, der im NBA-Draft 2011 an zweiter Position gepickt wurde. Im Laufe seiner bisherigen Karriere machte er bis 2017 Stationen u.a bei den Dalles Mavericks, New York Nicks und Cleveland Cavaliers. Ein Spieler also, der Alba schweres Kopfzerbrechen bereiten kann.

Doch konnte Alba in dieser Saison immer wieder bei großen Spielen überzeugen und ihre Chancen nutzen. Obwohl fast alle Playoffspiele in dieser Saison mit einem Sweep beendet wurden – Ausnahme der Sieg von Rasta Vechta gegen Bamberg mit 3:1 – besteht die Hoffnung, dass diese Serie ähnlich spannend wird wie die Finals im letzten Jahr.

Das Team bleibt bestehen – fast

Mit dem Einzug ins Finale scheint die Teilnahme von Alba Berlin in der Euroleauge in der kommenden Saison sicher zu sein. Dies konnten die Albatrosse und deren Verantwortlichen umgehend nutzen und verlängerten den auslaufenden Vertrag mit Eurocup-MVP Luke Sikma um (im Basketball unüblich) vier (!) Jahre.

Luke Sikma ist vom Team und dem Umfeld überzeugt, so dass der 29-jährige der Alba-Familie die Treue hält. Viele Beobachter des Basketballs in Deutschland nehmen dies ebenfalls als Zeichen, dass sich Coach Aito auch weiterhin der Alba Mannschaft verschreiben hat.

Doch nicht alle werden bleiben. Mit Assistent Thomas Päch verlieren die Albatrosse einen hervorragenden Mann aus dem Trainerteam von Coach Aito. Päch wird in der kommenden Saison als Headcoach die Telekom Baskets Bonn anführen. Seine Führungsqualitäten hat Päch bereits zum Ende der Saison 2016/2017 bewiesen, als der damalige Coach Ahmet Çakı entlassen wurde. Viele Teams hatten sich um den allseits beliebten Thomas Päche bemüht und wird in Bonn Chris O’Shea ersetzen, der als Interimstrainer die zweite Saisonhälfte der Bonner absolvierte.

Diese Woche … bei den Füchsen Berlin, KW 24

Von Heiko Eisser

Beim letzten Heimspiel einer Saison herrscht immer ein wenig Wehmut:es wird auf spannende Spiele, knappe Siege zurück geblickt und ist ein wenig froh, dass etwas Ruhe einkehren kann. Ebenso werden Spieler verabschiedet, sei es in den Ruhestand oder dass sie aus sportlichen Gründen den Verein wechseln. Und natürlich sollte man sich als Heimmannschaft mit einem Sieg von den eigenen Fans verabschieden. Sollte.

Der letzte Auftritt der Saison

Tief durchatmen mussten Spieler, Funktionäre sowie die Fans im Fuchsbau am vergangenen Sonntag gegen 16:20 Uhr. Nach einer enttäuschenden Leistung gegen die HSG Wetzlar war letztendlich das Saisonziel mit der Teilnahme am EHF-Cup gesichert. Doch alles andere als zufrieden können die Jungs von Trainer Velimir Petkovic mit ihrer abschließenden Leistung sein.

Die Füchse trafen mit Wetzlar auf eine Mannschaft, die im Tabellenmittelfeld der Liga landete. Eine überaus stabile Saison für die Mittelhessen, die unter Trainer Kai Wandschneider im Rahmen ihrer Möglichkeiten blieb. Das die Saison seitens Wetzlar schon Ausklang, wurde durch die Mannschaftsfahrt nach Mallorca deutlich, die das Team zwischen dem vorletzten und letzten Spieltag durchführte. Eine Regeneration die in Handballkreisen nicht unüblich ist.

Diese eineinhalb Wochen spielfreie Zeit nutzte Füchse Coach Petkovic hingegen intensivst um sein Team auf den Gegner vorzubereiten. Mit den direkten Tabellennachbarn MT Melsungen und der Bergische HC konkurrierten die Füchse gegen zwei Teams, die eine gute Saison krönen wollten. Um sicher im EHF-Cup zu starten, benötigten die Füchse einen Sieg gegen Wetzlar.

Von Beginn an führten beide Mannschaften eine harte Partie. Kein Ball sollte verloren gehen, kein Tor sollte ohne enormen Aufwand erzielt werden. Auf Berliner Seite war wieder Kapitän Hans Lindberg gefordert, der mit seinen Siebenmetern die Füchse im Spiel hielt. Wetzlar steckte zunächst nicht auf, und konnte den Hausherren die Stirn bieten.

Mit Hilfe zweier Zweiminuten-Strafen schafften es die Füchse in der zwölften Minute das 5:3 zu erzielen und einen kleinen Puffer zu den Gästen heraus zu spielen. Doch fehlte im Abschluss mitunter bei der Mannschaft von Coach Petkovic die Konzentration diesen Vorsprung noch zu erhöhen. Mit dem Halbzeitpfiff und einem Siebenmeter durch Holst, blieb Wetzlar mit 11:14 in Reichweite.

Der zweite Spielabschnitt hielt dann sein Versprechen aus der ersten Hälfte, dass es sich um ein hart umkämpftes Match handelt. Im Laufe der Zeit agierten die Gäste jedoch konzentrierter und machen in der 43. Minute den Ausgleich zum 17:17.

In der Folge reagierten die Füchse eher als sie die spielbestimmende Mannschaft zu sein und hatte in der Abwehr viele unkonzentrierte Momente, die die Gäste zu einfachen Torerfolgen kommen lies. Ohne Abwehr Spieler Mandalinic fehlte eine zusätzliche Option vor Torhüter Silvio Heinevetter. Zumindest dieser agierte an diesem Tag durchweg auf hohem Niveau und war mit elf Paraden mehr als im Soll seiner Schaffenskraft.

Doch waren seine Mannschaftskameraden in dieser Phase der Partie nicht in der Lage noch zuzulegen und den Sieg unbedingt zu wollen. Als die Gäste während einer zwei Minuten Strafe der Füchse die 27:25 Führung erzielten, glaubten selbst berufliche Optimisten nicht mehr an einen Triumph der Füchse in den noch anstehenden 50 Sekunden. Nun kam es auf die Begegnungen der direkten Kontrahenten um die internationalen Plätze an.

Fernduell um den EHF-Cup

Als Tabellensechster vor dem letzten Spieltag hatte die MT Melsungen mit dem TBV Lemgo Lippe wohl den einfacheren Gegner. Zwar fand diese letzte Partie der Saison wieder als Gastspiel in Kassel statt, doch wollten die Spieler der MT den Sieg und die Reise nach Europa klar machen.

Die Mannschaft um Nationalspieler Tobias Reichmann startete in die Partie als klarer Favorit und konnte dieser Stellung im Laufe der ersten Hälfte gerecht werden. Nach der Verabschiedung der Müller Zwillinge kam nur kurz entsprechender Schmerz auf, der durch einen überragenden Michael Allendorf schnell gestillt wurde. Unter seiner Führung gingen die Nordhessen konzentriert ans Werk und hielt das Team von Lemgo Coach Florian Kehrmann immer auf Abstand. Am Ende stand mit dem 31:27-Sieg der nächste Meilenstein der MT Melsungen fest: die Teilnahme am EHF-Cup.

Die Teilnahme an diesem Wettbewerb wäre für den Aufsteiger Bergischer HC eine sehr große Überraschung. Das Team um Kapitän Kristian Nippes empfing in der abschließenden Partie die SG Flensburg-Handewitt. Für diesen Abschluss der Saison wurde das Heimspiel in die Kölner ISS-Dom verlegt und so fanden 10 043 Zuschauer platz. Dies war nötig, da von den Gästen rund 2500 Fans ihrem Team bei der wohl anstehenden Meisterkrönung bei stehen wollten und ins Rheinland reisten.

Schnell konnte man als neutraler Zuschauer sehen, dass es die Hausherren dem Gast nicht zu leicht machen wollten, sondern die eigene Chance auf den Start im internationalen Geschäft bewahren. Die Gäste mussten alles aufbieten, damit sie die Meisterschaft nicht am letzten Spieltag an den THW Kiel abgaben. Doch am Ende Stand ein 27:24-Erfolg der Flensburger, die damit ihre zweite Meisterschaft in Folge feierten und den Berliner Füchsen so den Start im EHF-Cup ermöglichten.

Die Erleichterung der Füchse und ihrer Anhänger konnte man an diesem späten Sonntagnachmittag im der Max-Schmeling-Halle greifen. Nach einer durchwachsenen und von zahlreichen Verletzungen begleiteten Saison, war das Minimalziel EHF-Cup Teilnahme gesichert.

Blick zurück nach vorn

Vor der Begegnung wurde seitens der Berliner Verantwortlichen vermeldet, dass der mit Jacob Holm geschlossene Vertrag vorzeitig bis 2014 verlängert wurde. Die Verantwortlichen der Füchse sehen noch einiges an Entwicklungsmöglichkeiten beim 23 Jahre alten Dänen.

Mit Nachwuchsspieler Torben Matzken wurde ein weiterer Spieler aus dem Nachwuchs mit einem Profivertrag ausgestattet. Die Kaderschmiede der Hauptstädter entwickelte in den letzten Jahren sehr viele junge Akteure, die mittlerweile in Berlin oder anderen Bundesligastandorten auf Punktejagd gehen. Nicht wurden die Nationalspieler Fabian Wiede und Paul Drux im Füchse Nachwuchs ausgebildet und zu Topniveau geformt.

Mit den bereits verkündeten Verpflichtungen für die neue Saison scheint die Arbeit von Manager Bob Hanning vorerst in der Sommerpause zu sein. Mit dem langzeitverletzten Nationalspieler Simon Ernst soll mit dem Start der Vorbereitung auf die neue Saison am 10.7. in die Mannschaft zurück kehren. Ebenfalls dürfte der an der Schulter operierte Fabian Wiede den Trainingsbetrieb mit seinem Mannschaftskameraden aufnehmen.

Bis dahin ist allerdings Sommerpause, die die Füchse nach der durchwachsenen Saison dringend benötigen.

Diese Woche … in der Handball-Bundesliga, KW 24

Von Sascha Staat

Jubel, Trubel, Traurigkeit

Womit anfangen nach einer mal wieder historischen Woche im Handball? Dass heute Abend die deutsche Nationalmannschaft in Israel ein Spiel in der EM-Qualifikation bestreitet und diese dann am Wochenende in Nürnberg abschließt, ist momentan ganz sicher eine Randnotiz. Denn die wichtigen Schlagzeilen schreibt momentan die DKB Handball-Bundesliga. So hat sich die SG Flensburg-Handewitt zum zweiten Mal in Serie und zum dritten Mal überhaupt den Titel sichern können. Am letzten Spieltag machten gut 2.500 Fans, die aus dem Norden mitgereist waren, die Partie beim Bergischen HC im mit über 10.000 Besuchern dem Anlass entsprechend gefüllten ISS Dome in Düsseldorf fast zu einem Heimspiel.

Nur vier Minuspunkte bei zwei Niederlagen (in Magdeburg und Kiel wurde mit einem bzw. zwei Toren Differenz verloren) sprechen eine klare Sprache, der Titel ist mehr als verdient. Dabei ragte in seinem letzten Jahr als Aktiver Abwehrchef und Kapitän Tobias Karlsson ebenso heraus wie der Däne Rasmus Lauge. Er wurde zum MVP der Liga gewählt, als Nachfolger des fünffachen  Andy Schmid von den Rhein-Neckar Löwen. Trainer Maik Machulla ist übrigens erst der zweite Trainer, der in seinen ersten beiden Jahre in der Bundesliga jeweils den Titel holt. Das schaffte vor ihm nur Klaus Zöll 1978 und 1979 mit dem TV Großwallstadt. Dem Meister(coach) gelang also Historisches.

Dramatisch war es bei den Flensburgern zum Ende hin selten, ganz im Gegenteil zum Abstiegskampf, wo gleich drei Teams noch die Chance hatten in der Liga zu bleiben. Zwei davon, die SG BBM Bietigheim und der ruhmreiche VfL Gummersbach, trafen sogar im direkten Duell aufeinander. “The winner takes it all” lautete das Motto, ein Remis würde allerding die Eulen aus Ludwigshafen, die auch zwei Jahre nach der Namensänderung oft noch als TSG Friesenheim bezeichnet werden, wieder mit in die Verlosung bringen.

Der Leser kann es sich an dieser Stelle denken, Bietigheim und Gummersbach trennten sich Unentschieden, es kam also auf die Eulen an. Die lagen in ihrem drittletzten Spiel zuhause gegen den Bergischen HC schon mit acht Treffern zurück, gewannen die Partie aber ebenso wie das Spiel bei den hochfavorisierten Rhein-Neckar Löwen und in allerletzter Sekunde auch noch die Begegnung gegen GWD Minden, weil der letzte Wurf der Gäste das Ziel verfehlte. Das nennt man ein Comeback. Gummersbach, der Handball-HSV, trauert nach 53 Erstligazugehörigkeit inklusive Vereinsikone Heiner Brand tief.

Ein Blick zurück auf das Wochenende zuvor sollte nicht fehlen. Warum? Weil Handball in Mazedonien eine andere Nummer ist als überall woanders. Vardar gewann trotz großer finanzieller Sorgen mit einer Rumpftruppe sowie dem Deutschen Christian Dissinger die Champions League. Das halbe Land feierte die Helden von Köln bei ihrer Rückkehr nach Skopje. Sowas sieht man hierzulande leider nur im Fußball. In Mazedonien sind die Spieler jedenfalls Legenden. Und unsterblich.

Gepostet von RK Vardar am Montag, 3. Juni 2019

 

Wie immer, es war gut was los im Handball. Business as usual.

Diese Woche … bei ALBA Berlin, KW 23

Von Heiko Eisser

Basketballherz, was willst du mehr. Bereits vor der ersten Begegnung konnten sich die Fans von Alba Berlin und den Baskets Oldenburg auf diese Spiele freuen. Ebenfalls hatten die neutralen Experten auf eine hochklassige Serie gehofft – keine Seite sollte enttäuscht werden. Also fast. Die Oldenburger dürften mit dem Stand in der Serie eher unzufrieden sein.

Am Sonntag kommt es nun zum dritten Vergleich im BBL-Halbfinale. Alba könnte mit einem erneuten Auswärtserfolg einen Sweep holen. Die Oldenburger müssen ihr Heimspiel gewinnen, wollen sie eine Rekordsaison nicht im Halbfinale beenden.

Oldenburg – immer ein Reise wert

Zum Start der Serie trat Alba Berlin bei den Baskets in Oldenburg an. Die Marschrichtung der Hausherren war klar umrissen, damit Alba nicht direkt zum Start der Serie den Heimvorteil „klaut“.
Zunächst ging der Plan der Oldenburger auf, mit einem aggressiven Abwehrverhalten und schnellem Rückzug nach eigenen Versuchen den Fluss der Berliner zu stoppen. Die Belohnung war ein 2:9 aus Berliner Sicht.

Doch zollte die Spielweise der Baskets schnell ihren Tribut, da bereits zu Ende der ersten Viertels der Season-MVP Will Cummings mit zwei Fouls auf die Bank musste. Was zunächst als Schwächung gesehen werden konnte, nahm Cummings „Ersatzmann“ Frantz Massenat als Anlass seine Fähigkeiten zu zeigen.

Das die Berliner nie aufstecken demonstrierten sie, als zum Ende des ersten Viertels noch wenige Sekunden zu spielen war. Peyton Siva nahm sich den Ball und netzte zum 21:21 ein. Dies war recht ungewöhnlich, da die Berliner im ersten Viertel zehn ihrer 21 Punkte von der Freiwurflinie holten. Bis zum Ende der Partie wurden den Berliner 22 Mal an die Linie geschickt. Das Oldenburger Abwehrverhalten zog sich durch die ganze Partie und sollte ausschlaggebend für den Ausgang des Spiels sein.

Die Hausherren agierten weiterhin sehr physisch und gerieten schnell in Foulprobleme. Cummings und Center Mahalbasic waren bereits zur Halbzeit der Partie mit je vier Fouls belastet und mussten von Coach Drijencic aus der Partie genommen werden.
Die Albatrosse setzten hingegen weiterhin auf den Zug zum Korb, da die Würfe von aussen nicht fallen wollten. Zwar holten sie unterm Korb die zahlreiche Rebounds und kamen oft zu zweiten Chancen, ließen sie diese jedoch liegen. Nach einem 11:2-Lauf zu Beginn des zweiten Viertels, gaben sie den Baskets in einer sechsminütigen Phase ohne eigenen Korb die Möglichkeit wieder heran zu kommen. Zum Ende der ersten Hälfte stand es 73:72 für die Oldenburger.

Ein schönes Duell unter den Körben konnte man zwischen Albas Nnoko und Oldenburgs Mahalbasic beobachten. Beide sind nicht bekannt für ihr filigrane Art des Verteidigens, doch wusste der jeweils andere immer, wie man seinen gegenüber ausspielen konnte. Das Landry Nnoko hier der clevere Teil des Duells war, wurde mit Mahalbasic´s viertem persönlichen Foul kur vor Ende der ersten Halbzeit deutlich.

Will Cummings, ebenfalls mit vier Fouls im zweiten Durchgang, versuchte nun die Partie zu entscheiden. Dass er dies mit einem ungestümen offensiv Foul sogar tat, war den Zuschauern in der ausverkauften EWE-Arena schnell bewusst. Als im Laufe der zweiten Hälfte auch Mahalbasic ihm auf die Bank folgte hatten die Oldenburger den Glauben an einen Sieg verloren. Bereits zwei Minuten vor Ende führten die Hauptstädter mit 92:83 und machten nicht den Anschein den Sieg verspielen zu wollen. Mit dem 100:93 durch Luke Sikma war die Partie zu Ende.

Den Berlinern gelang damit der zweite Auswärtserfolg in Oldenburg in der Saison und bleiben das einzige Team der BBL, die bei den Baskets gewinnen konnten. Eine gute Ausgangslage für den zweiten Vergleich in Berlin war gelegt.

Heimstärke bewiesen

Die Oldenburger hatten in der regulären Saison Alba die erste Heimniederlage beschert. Um den Heimvorteil wieder in den eigenen Hände zu halten, musste in Berlin ein erneuter Sieg geholt werden.

Diesen Willen bewiesen die Baskets unmittelbar zum Start der Partie, als sie konzentriert zu Werke ging und durch Ricky Paulding mit zwei erfolgreichen Dreiern aus identischer Position ein 7:2 heraus gespielt wurde. Alba im Gegensatz mit einer im Abschluss unkonzentrierten Anfangsphase. Durch die wieder starke Reboundleistung – in der kompletten Partie griffen sich die Albatrosse 43 Rebounds – kamen die Jungs von Coach Aito immer wieder zu zweiten bzw. dritten Chancen, die jedoch zunächst nicht durch die Reuse gehen wollten.

Bei Oldenburg erwischte MVP Will Cummings einen eher durchwachsenen Start. Hinzu kamen seiner Meinung nach schlechte Pfiffe des Schiedsrichtergespanns um Robert Lottermoser. Eine hitzige Partie, die hin und wieder auch bei den Zuschauern fragende Gesichter zurück lies. Aber diese engen und ruppig geführten Partien sind das Salz in einer jeden Playoffrunde.

Nach dem 17:13 aus Alba Sicht nach dem ersten Viertel, ging Oldenburg konzentrierter ans Werk und legte zu Beginn des zweiten Durchgangs einen 5:0-Lauf hin. Alba konterte seinerseits mit einem 7:0-Lauf und unterbanden den Offensivdrang der Niedersachsen. Um Will Cummings runter zu kühlen, entschloss sich Basket Coach Maden Drijencic ihn auf die Bank zu beordern. Sein Backup Frantz Massenat vertrat ihn erfragend und die EWE ging zwei Minuten vor der Halbzeit mit 29:28 in Führung. Mit starkem Willen verteidigte Alba in dieser Phase und ging mit einer 32:29-Führung in die Halbzeit.

Die weiterhin sehenswerte Partie wurde in der zweiten Hälfte vor 9200 Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof noch intensiver. Besonders ist hierbei das Duell unterm Korb zwischen Landry Nnoko und Rashid Mahalbasic zu erwähnen. Wie auch in Partie eins lieferten sich beide Spieler einen spektakulär anzusehenden Infight, der meist nur mit einem Foul gestoppt werden konnte. Beide am Ende der Partie mit jeweils vier persönlichen Fouls.

Zum Ende des dritten Viertels leistet sich Oldenburg dann eine schwache Phase, die durch Luke Sikma und Co effektiv ausgenutzt wurde. Eine acht Punkte Führung veranlasste EWE-Coach Drijencic umgehend zur Auszeit. Doch hielt Alba nach dieser weiterhin dagegen und Oldenburg auf Abstand. 60:52 endete das Viertel.

Im letzten Durchgang konnte Oldenburg nicht zulegen. Alba hingegen besserte seine schlechte Freiwurfquote aus der ersten Hälfte (1 von 7 fanden ihr Ziel) aus und vergrösserte so den Abstand zu Oldenburg. Bereits 1:11 Minuten vor Ende der Partie führt Alba mit 13 Punkten und für am Ende einen 79:68 und das 2:0 in der Serie ein.

Sweep oder Pause bis zum Finale?

Besonders stolz dürfte das Team um Alba Berlin auf die Leistung in der ersten Hälfte des Heimspiels gegen Oldenburg nicht sein. Die Würfe von aussen wollten nicht fallen. Doch konnte dieses Manko mit einem wieder starken Rebounding ausgeglichen werden. Erst in der zweiten Hälfte fielen die Dreier, die vom Publikum in der Arena am Ostbahnhof gefeiert werden.

Zuvor mussten die intensiven Duelle in der Abwehr gegen die Oldenburger gewonnen werden. Hier sah man im Laufe der Partie wieder das gewohnt starke Verhalten der Albatrosse in der Verteidigung. Eine Mannschaftsleistung, die für das dritte Spiel in Oldenburg erneut gezeigt werden muss.

Bei den Baskets machte sich in der zweiten Hälfte bemerkbar, dass die drei Topspiele Cummings, Mahalbasic und Paulding in jeder Partie 35 und mehr Minuten spielen müssen. In der entscheidenden Phase konnten sie nicht zulegen und die Bankspieler schafften an der Spree nicht den entscheiden Punch zum Sieg.

Es wird sehr spannend zu sehen sein, wie Oldenburg das dritte Halbfinale für sich entscheiden will. Für Oldenburg dürfte es ungleich schwerer werden, da diese auch die fehlende internationalen Spiele während der Saison nun sehr kurze Wochen sind.

Alba hingegen wird durch die Siege und die gute Abwehrleistung beim 79:68 gestärkt nach Niedersachsen fahren. Egal wie die Partie nun ausgehen wird, es wird wieder ein Basketballfest für alle Zuseher.

Diese Woche…bei den Füchsen Berlin KW 23

Von Heiko Eisser

In das letzten Spiel der Saison gehen die Füchse zumindest gut vorbereitet. Die lange Unterbrechung zwischen dem vorletzten und der letzten Begegnung in der Liga beruhte auf das Champions League Finalwochenende in Köln. Zumindest für einen zukünftigen Fuchs war dieses Wochenende sehr zufriedenstellend. Doch schwitzten die Mannen von Trainer Velimir Petkovic nicht nur aufgrund der hohen Temperaturen in der Trainingshalle in Hohenschönhausen, sondern schwitzten um das Saisonziel Europa noch zu verwirklichen. Und nach dem Spiel gegen Flensburg musste vieles wieder berichtigt werden.

Heimstärke trifft auf Auswärtshoffnung

Die Partie bei der SG Flensburg-Handewitt brachte bereits am Vortag eine Hiobsbotschaft: Fabian Wiede musste aufgrund starker Schulterbeschwerden ins MRT. Bei dieser Untersuchung wurde eine schwere Verletzung festgestellt und eine Operation notwendig. Somit fiel Fabian Wiede für die Partie ins Flensburg sowie für die abschließende Partie gegen Wetzlar aus. Mit Blick auf die äusserst heimstarken Flensburger ein herber Dämpfer.

Hektisch die Anfangsphase. Beide Teams starteten aggressiv im Angriff, doch die Würfe der Angriffsreihen wurden durch beide Torhüter pariert. Bezeichnend, dass das 1:0 für die SG nach knapp drei Minuten durch einen Siebenmeter durch Flensburgs Rasumus Lauge erzielt wurde.

Im weiteren Verlauf suchten die Füchse im Angriff den Schlüssel für die 5-1-Abwehr der Norddeutschen. Gefunden wurde dieser über Linkaussen Bjarne Elisson, der die ersten Torerfolge für die Füchse holte. Allerdings gelangen den Flensburger mit ihren schnell vorgetragenen Angriffen die „einfacheren“ Treffer. Nach dreizehn Minuten lagen die Füchse 3:6 hinten und Coach Petkovic nahm die erste Auszeit.

Im weiteren Verlauf zeigte Flensburg die besseren Aktionen. Die SG strahlte im Gegensatz zu den Füchsen die nötige Selbstsicherheit aus, dieses Spiel gewinnen zu wollen. Im Angriff mühten sie die Berliner zum Abschluss zu kommen, wobei sich hier der Ausfall von Fabian Wiede besonders bemerkbar machte. Gelang es den Füchsen einmal die gut gestaffelte Abwehr der SG zu überwinden, wartete im Tor noch Flensburgs Buric der einige Würfe der Füchse entschärfte. Die Flensburger gingen verdient mit 14:8 in die Pause.

Nach dem Pausentee war die Abwehr der Füchse endlich im Spiel und stand gegen die Flensburger besser. Hinzu kam ein kleines privat Duell zwischen Silvio Heinevetter und Flensburgs Lauge, der im Laufe der Partie eher selten den Schlussmann der Füchse bezwingen konnte. Heinevetter an diesem Abend der einzige Berliner der mit seinen zwölf gehaltenen Würfen auf Normalniveau agierte. Doch hielten die Hausherren zunächst den sechs Tore Vorsprung gegenüber den Füchsen.

Aber der 42.Minuten schienen die Flensburger das Spiel schon gewonnen zu haben und ließen im Angriff die zuvor gezeigte konzentrierte Spielweise vermissen. Die Füchse holten sich die Bälle und kamen mit zwei Tempogegenstöße zum Torerfolg und auf 15:20 an die SG heran. Flensburgs Coach Maik Machulla reagierte sofort und brachte mit einer Auszeit sein Team wieder auf Linie.

Die kurze Ansprache weckte die SG und ging wieder konzentrierter zur Sache. Selbst in einer Überzahl konnte die Füchse den Rückstand auf die Norddeutschen nicht verkürzen und lagen in der 51.Minuten bereits mit 16:23 hinten. Bis zum Ende der Partie spielte die SG ihre personelle Überlegenheit aus. Die Füchse konnten den Ausfall von Fabian Wiede an diesem Abend nicht kompensieren und traten mit einer deutlichen 26:18-Niederlage den langen Heimweg in den Fuchsbau an.

Dreikampf für Europa

Die Füchse haben es nun vor dem letzten Saisonspiel gegen die HSG Wetzlar selbst in der Hand, die Teilnahme am EHF-Cup zu holen.

Der Bergische HC als direkter und punktgleicher Konkurrent um Platz 6, hat ein um 13 Treffer schlechteres Torverhältnis. Zum Saisonabschluss empfangen die Rheinländer die SG Flensburg-Handewitt, die ihrerseits mit einem Sieg die Titelverteidigung sicher machen und erneut die Meisterschale an die Ostsee holen könnten. Zumal die HC nur eines der letzten zehn Duelle gegen die SG gewinnen konnten. Dieser Sieg datiert aus dem März 2015.

Die ebenfalls im Rennen um die internationale Teilnahme kämpfende MT Melsungen erwartet zum Saisonabschluss den TBV Lemgo-Lippe. Die Nordhessen stehen mit 40 Punkten auf dem fünften Tabellenplatz und sollten diesen verteidigen können. Im direkten Vergleich stehen die Lemgoer mit 14-11 Siegen besser da. Doch haben die Verantwortlichen der MT mit der Verpflichtung von Kai Häfner ab der kommenden und Silvio Heinvetter ab der übernächsten Saison deutlich gemacht, wohin die Reise gehen soll. Hier dürfte das Motto lauten: „Je früher, desto besser“.

Beim letzten Heimspiel der Füchse kommt die HSG Wetzlar an die Spree. Die Mittelhessen werden nach einer durchwachsenen Saison wohl im unteren Mittelfeld der Tabelle enden. Dem Abstieg schon früh entronnen, konnte man sich auf die kommende Saison konzentrieren und hat wenige Abgänge zu beklagen. Zum Heimschluss besiegte das Team von Trainer Kai Wandschneider den TBV Stuttgart 26:23 und konnte so vor heimischer Kulisse einen versöhnlichen Abschluss mit dem Publikum feiern.

Nach den elf Tagen Pause, zwischen dem Spiel in Flensburg und der kommenden Begegnung gegen die HSG Wetzlar, musste Füchse Coach Velimir Petkovic viel Variation in sein Training bringen. Zum letzten Heimspiel im Fuchsbau muss weiterhin der Ausfall von Fabian Wiede kompensiert werden. Das die Aufgabe für Matthias Holm durchaus schwierig ist, zeigte die Partie gegen Flensburg. Hier dürfte wieder mehr Verantwortung auf den Schultern von Matthias Zachrisson liegen, der den Spielgestalter durchaus zuverlässig geben kann.

Gegen die HSG, die die spielfreie Zeit für einen Mannschaftsausflug nach Mallorca genutzt hat, muss ein Sieg zum erklärten Saisonziel internationaler Wettbewerb eingefahren werden. Besinnt sich die das Team um Kapitän Hans Lindberg auf ihre Stärken, dürfte ein Sieg nicht in Frage stehen.

Vor dem Spiel werden allerdings einige Spieler, die die Füchse in dieser Saison eine große Hilfe waren, verabschiedet. Bjarne Ellison, der starke Mann auf Linksaussen, wird die Füchse Richtung Lemgo verlassen. Hier wird sich zeigen, welche Pfeile Manager Bob Hanning hier im Köcher hat, um diesen Abgang zu ersetzen. Ebenfalls verabschiedet werden Eric Schmidt (SC Magdeburg), Nachwuchsspieler Christoph Reißky und Torwart Malte Semisch (GWD Minden).

Ein emotionaler Nachmittag, der mit einem Sieg gegen Wetzlar und die Teilnahme am EHF-Cup, allen beteiligten einen schönen Saisonabschluss bescheren würde.

Was sonst noch wichtig ist

Vor dem Final Four der Champions League konnte Bob Hanning die erste größere Baustelle schließen und mit Dejan Milosavljev eines der Top Torwarttalente im europäischen Handball verpflichten. Dieser feierte mit Vardar Skopje am vergangenen Wochenende überraschend den Sieg in der Champions League gegen Vezsprem und dürfte gestärkt zu seiner neuen Mannschaft stoßen.

Wie sich allerdings die Torwartsituation in der kommenden Saison bei den Füchsen darstellen wird, ist durchaus offen. Mit dem von Skopje kommenden Milosavljev, dem von der MT Melsungen verpflichteten Martin Ziemer und Silvio Heinevetter haben die Füchse wohl drei hervorragende Schlussmänner im Kader.

In wiefern sich die Teilnahme der MT Melsungen am EHF-Cup auf eine frühzeitige Verpflichtung von Silvio Heinevetter auswirkt, wird wohl erst in den kommenden Wochen klar werden. Zwar versicherten Hanning und Heinevetter nach einigen Unstimmigkeiten, die die Bekanntgabe des Wechsels nach Melsungen für 2020 begleitete, ihr Verhältnis sei wieder in Takt. Doch sind die Verpflichtung von Ziemer und Milosavljev ein deutlicher Fingerzeig, dass die Füchse Heinevetter auch früher gegen ein gewisses Entgelt ziehen lassen würden. Eine interessante Zeit nach der Saison kommt auf die Fans der Füchse Berlin zu.

Diese Woche … auf der PGA-Tour, KW 23

Kaymers Auferstehung?

Von Daniel Hofmann

In Dublin, Ohio, trafen sich die Spieler der PGA-Tour zum MEMORIAL 2019. Die European Tour suchte in der vergangenen Woche einen Sieger beim Belgian Knockout in Antwerpen.

Die harten Fakten

Der üblichen Turnierform abweichend, wird beim Belgian Knockout der Sieger im Matchplaymodus ausgespielt. Sieger war Guido Migliozzi , der sich gegen Darius van Driel im Finale durchsetzen konnte. Der Gewinner der Vorwoche, Bernd Wiesberger, scheiterte im Viertelfinale am späteren Sieger. Ebenfalls Schluss im Viertelfinale war für Marcel Siem.

Auf der PGA-Tour siegte Patrick Cantlay, der am Finaltag Martin Kaymer und und Adam Scott mit einer Runde von acht Schlägen unter par überholen konnte. Scott wurde Zweiter. Martin Kaymer landete auf Platz 3.

Darüber war zur reden

Martin Kaymer hatte bis zu diesem Wochenende eine lange Durststrecke hinter sich, konnte in Dublin endlich wieder ein TOP10-Ergebnis einfahren. Doch am Ende wirkte der dritte Platz fast etwas enttäuschend. Kaymer führte nach Tag 2 und Tag 3, konnte nach tollen Runden mit 67, 68 und 66 Schlägen am Sonntag jedoch nur eine 72 spielen, die ihm letztlich den Sieg kostete. Ein Sieg, der sicherlich unerwartet gekommen wäre, nach den ersten Tag jedoch nicht als unverdient hätte eingeordnet werden können.

Kaymer wird aus diesem Ergebnis hoffentlich Selbstvertrauen ziehen können, das über die letzten Monate so sehr fehlte. Die ehemalige Nummer 1 der Welt spielte nicht mehr nur um Ergebnisse, sondern um die Teilnahmeberechtigung an der PGA-Tour und an den großen Turnieren.

Unsere persönlichen Favoriten

Phil Mickelson verabschiedete sich in Ohio schon nach zwei Tagen aus dem Turnier, ebenfalls am Cut scheiterten Tony Finau und Justin Thomas. Henrik Stenson wurde geteilter 37. Tiger Woods konnte am Schlusstag 16 Plätze im Leaderboard gut machen und wurde geteilter 9.

Das steht an

Eine Woche vor den US Open macht die PGA-Tour einen Abstecher nach Kanada. Im Hamilton Golf & Country Club testen zahlreiche Stars der Szene ihre Form, darunter Sergio Garcia, Rory McIlroy, Brooks Koepka oder Dustin Johnson. Aus deutschsprachiger Sicht versuchen sich Alex Cejka, Stephan Jäger und Sepp Straka bei den Canadian Open.

Die European Tour spielt in dieser Woche im portugisischen Cascais die Sieger des Golf Sixes aus. Die Spieler gehen an diesem Wochenende in 2er-Teams an den Start und vertreten ihre Nation in Matchplays. Für Deutschland gehen mit Laura Fünfstück und Esther Henseleit zwei Damen für die deutschen Farben an den Start. Eine nähere Erläuterung zum Turnier findet sich hier:

Diese Woche … bei ALBA Berlin, KW 22

Von Heiko Eisser

Kurz und zumindest aus Berliner Sicht schmerzlos. Mit einem 3:0 im Viertelfinale haben die Albatrosse die best-of-three-serie gegen Rathiopharm Ulm gewonnen und sind ins Halbfinale der diesjährigen Playoff-Season gegen die Bassets Oldenburg eingezogen. Diese Serie dürfte – mit Verlaub – die enger, spannendere Serie werden. Es trifft der Hauptrunden Zweite (Oldenburg) auf den Dritte und startet am Sonntag um 15 Uhr. Da beide Mannschaften die offensivstärksten der aktuellen BBL-Saison waren, dürften die Körbe nur so fallen. Ausserdem winkt bei einem Sieg eine besondere Belohnung.

Viertelfinale im Sweep

Aus Sicht der Berliner konnte das Viertelfinal-Serie nur mit einer schlechten Nachricht beginnen – warum die Postseason nicht so gestalten wie den bisherigen Saisonverlauf? Vor dem ersten Spiel gegen die Ulmer meldete sich Payton Siva mit einer Knöchelverletzung ab.

Im ersten Vergleich konnte dieser Ausfall dennoch spielend durch die anderen Akteure Albas kompensiert werden. Die Berliner starteten konzentriert in Offensive und Defensive und liessen den Ulmer kaum Räume sich und ihr Spiel zu entfalten. Besonders unter dem Korb wurde der Platz eng und die Gäste mussten ihr Glück von außen suchen. Doch im Gegensatz zu den vorherigen Monaten, gelang hier selten der benötigte Treffer. Bereits nach dem ersten Viertel lag Alba mit 29:16 in Führung.

Im weiteren Verlauf der Partie hielten die Berliner an ihrem Spiel fest und konnten ihre besondere Qualitäten ausspielen. Als Zuschauer hatte man schnell das Gefühl das „alte“ Alba der Saison zu sehen. Besonders Derrick Walton Jr fand im ersten Spiel gegen Ulm zur bisher nicht gezeigten Passstärke und heimste zwölf Assists ein. Dies kam besonders Albas Centern zu Gute und Johannes Thiemann zeigte mit 15 Punkten gegen seine ehemaligen Mannschaftskameraden eine für ihn im Albadress eher selten gesehene Leistung.

Alba baute im Spielverlauf stetig den Abstand zu den Ulmern auf, die mit ihrer Leistung in Spiel 1 alles andere als zufrieden sein konnten. Weder die Dreier fielen noch konnte die Defensive der Gäste ihre in den letzten Wochen gezeigte Standfestigkeit unter Beweis stellen. Ein deutlicher 107:78 Sieg von Alba markierte einen guten Start in das Viertelfinale.

Im Heimspiel wollten die Ulmer den Ausgleich holen und die Serie wieder offen gestalten. Doch mit dem Ausfall von Patrick Miller und einem grippegeschwächten Dwayne Evans waren die Vorzeichen alles andere als rosig.

Damit es nicht die letzte Partie für Coach Thorsten Leibenath in der Halle an der Memminger Straße werden sollte, warfen sich die Spatzen ins Geschehen. Die Unterstützung von den Rängen half ihnen, einen 6:0-Lauf der Albatrosse im ersten Viertel ebenfalls mit einem entsprechenden Lauf zu kontern. Das Viertel endete 19:23 aus Sicht der Gastgeber.

Das die Hausherren aus den beiden letzten Partien gegen Alba gelernt hatten, sah man an der Unterbrechung des Fast-break-Spiels. Im zweiten sowie im dritten Viertelfinale kam die Mannschaft um Teamkapitän Nils Giffey zu weniger schnellen Abschlüssen und die Punkte mussten auf andere Weise geholt werden. Glücklicherweise finden sich in den Reihen diese Spieler, die in Form von Luke Sikma diese Punkte holen.

Die Partie war weiterhin eine enge Angelegenheit. Nach einer Führung zur Halbzeit durch Alba (47:43) wollten beide Teams in der zweiten Hälfte nun den Punkteschnitt nach oben schrauben. Doch kam ins Ulmergetriebe Sand und die durch eine Verletzung von Per Günther zusätzlich geschwächt wurden. Ohne Per Günther musste Ulm schließlich auch das Spiel 3 in Berlin bestreiten.

Die Ausfälle konnte Ulm nun nicht mehr abfangen. Alba hingegen nutze die Chancen die sich ihnen boten und fuhren einen 98:83-Sieg ein, der die Ulmer Leistung leider nicht widerspiegelt. Doch wie Ismet Akpinar bereits nach Spiel 1 sagte: „Es ist egal, ob du mit einem oder mit 30 verlierst.“ Doch waren die Schwächungen im Team durch die restlichen Ulmer nicht zu kompensieren.

Die Vorzeichen standen bei Alba nun wieder voll auf Sieg in Spiel drei der Serie. Der zurück gekehrte Peyton Siva sowie 10.600 Zuschauer in der Halle am Ostbahnhof wollten diese Partie gewinnen und den Einzug in das Playoff Halbfinale sicher stellen. Ulm musste hingegen reiste mit nur zehn Spielern an und hoffte eher auf einen schlechten Tag der Albatrosse.

Ein 8:0-Lauf der Hausherren machte die Marschrichtung für dieses Spiel zunächst sehr deutlich. Konzentriert und gewillt eine fast spielfreie Woche zu haben, legte Alba los. Die Ulmer mussten erst durch eine Auszeit durch Coach Leibenath geweckt werden. Das das Team seinem Coach noch eine weitere Begegnung in Ulm holen wollten, zeigten sie nach der Standpauke. Mit 17:20 und einer Ulmer Führung wurde das erste Viertel beendet.

Im zweiten Spielabschnitt entwickelte sich eine hitzige Partie. Die Schiedsrichter trafen hier manche Entscheidung, die auf beiden Seiten Verwunderung und auf den Rängen Ärger hinterließ.

Doch Alba ging nach dieser Phase konzentrierter ans Werk und waren auf Kurs zum Sieg. Bei Ulm machte sich jedoch der Kräfteverschleiß und die wenigen Möglichkeiten zur Rotation bemerkbar. Hinzu kam bei den Gästen, dass Dwayne Evans nie in diese Partie fand und seine Teamkameraden nicht wie gewohnt unterstützen konnte. Ein deutliches 75:58 zu Gunsten Albas nach Viertel drei zeigte hierbei die Richtung.

Ein kleines Aufbäumen der Ulmer Mitte des letzten Abschnittes sollte hierbei dennoch keine Zweifel bei den Albatrossen säen. Das letzte Spiel dieser Serie ging mit 100:83 an die Berliner. Der Einzug ins Halbfinale war perfekt.

Der Weg in die Euroleauge

Dem Halbfinal Duell zwischen Alba Berlin den den EWE Baskets Oldenburg wird in diesem Jahr eine besondere Bedeutung bei gemessen. Sollte der FC Bayern die zweite Halbfinalserie gegen Vechta gewinnen, dürfte dem Sieger aus der Serie Oldenburg – Berlin die Teilnahme am höchsten europäischen Wettbewerb winken.

Durch die Wildcard des FC Bayern für die kommenden zwei Spielzeiten, könnten sich nämlich die Verantwortlichen der Euroleauge zu einem zweiten deutschen Teilnehmer durch ringen. Das hierbei Berlin durch die gegebenen Begleitumstände (Metropole, große Arena mit mehr als 10.000 Sitzplätzen) willkommener zu sein scheinen, dürfte nur eine Nebenrolle spielen. Doch zuerst muss der Einzug ins Finale gelingen, wobei beide Mannschaften diesen Schritt gehen wollen.

Die Oldenburger starten hierbei mit dem Vorteil des Heimrechts als Tabellenzweiter der abgelaufenen Saison. Hatte sich dieser im vergangenen Jahr deutlich für die Niedersachsen ausgezahlt – beide Heimspiele wurden gegen Alba in den Playoffs 17/18 gewonnen – sind ausgerechnet die Heimspiele beider Mannschaften in dieser Saison jeweils durch den Gast gewonnen worden. Berlin siegte in Oldenburg mit 84:93, die Baskets gewann das Rückspiel 94:78 und brachte den Albatrossen die erste Heimniederlage der Saison bei. Nicht verschwiegen werden sollte, dass bei dieser Niederlage die Berliner direkt vom Eurocup-Spiel aus Malaga kamen.

Vor der Halbfinal-Serie hatten beide Teams nun eine Woche Trainingszeit, welche besonders bei Alba Coach Aito sehr gut ankam. Der Coach bemängelte die enge Taktung des Spielplans mit BBL, Eurocup und Pokal schon die ganze Saison. Daher begrüsste er es sehr, seit der Vorbereitung wieder mal eine komplette Trainingswoche mit seinem Team zu haben.

Durch diese freie Zeit konnte sich das Lager der verletzten Spieler der Albatrosse ebenfalls merklich lichten. Nach dem Peyton Siva bereits zu Spiel drei gegen Ulm seine Knöchelverletzung überwunden hatte, dürften Aito nun auch Dennis Clifford und Landry Nnoko wieder zur Verfügung stehen. Die Bestbesetzung wird durchaus benötigt, da mit Will Cummings auf Oldenburger Seite der MVP der BBL-Saison wartet, der mit Rasid Mahalbasic einen kongenialen Partner hat.

Nach Platz sieben in der Vorsaison und dem Verzicht auf den europäischen Wettbewerb, konnte sich das Team von Coach Mladen Drijencic wöchentlich optimal auf die Gegner vorbereiten. Der Lohn der gewohnt akribischen Arbeitsweise, war Tabellenplatz zwei am Ende der Saison mit dem entsprechenden Heimrecht in den Playoffs. Dieses Heimrecht wird mit einer überragenden Saison von Will Cummings (21.1 Punkte pro Spiel) und einem x-ten Frühling von Oldenburgs Urgestein Rickey Paulding (13.3 Pkt) gekrönt.

Doch nicht nur diese zwei Spieler konnten diese Saison für sich nutzen. Mit Philipp Schwethelm, Karsten Tada und Rasid Mahalbasic stehen ebenfalls starke Routiniers auf dem Parket, die zum Erfolg der Oldenburger enorm viel beitrugen.

Die harten Fakten

Die Anhänger beider Mannschaft sowie die neutralen Zuschauer dürfte in dieser Serie ein Punktefestival erwarten. Es trifft das offensivste Team Oldenburg (93.4 Punkte pro Spiel) auf das zweit offensivste Team (92.7 Punkte) der BBL. Hingegen kann Berlin die meisten Assits (23.4) und die meisten Rebounds (36 / Spiel) für sich verbuchen. Von der Freiwurflinie sind die Niedersachsen allerdings sicherer mit 78.1% zu 75.3% der genutzten Freiwürfe.

Auf Berliner Seite arbeitet Coach Aito mit einer sehr selbstbestimmten Mannschaft, die Situation erkennen und auf diese im Spiel reagieren soll. Eine Einflussnahme von außen sieht man eher selten. Wenn Aito in einem Viertel auf eine Auszeit zurück greifen muss, dann läuft schon einiges schief.

In der Defensive praktizieren die Albatrosse ein Switch-System, welches viele Gegner mittlerweile einfach als NEXT-System deklarieren. Die Spieler übergeben den Gegner ihrem Nebenmann und wissen daraufhin ungemein schnell, wer nun auf sie als „Nächster“ wartet. Bei Ballgewinn wird schnell umgeschaltet und auf das Fastbreak gesetzt. Dies hatte Ulm in der Viertelfinale-Serie besonders im Spiel zwei gut um Griff. Hier wird auch Oldenburg ansetzen müssen.

Basket Coach Drijencic ist auf der Seitenlinie ein gewohnt aktiver Trainer. Er setzt auf den Impuls von außen und dirigiert seine Mannen. Die erste Fünf von Oldenburg wird in der Serie viel Spielzeit bekommen und muss der tiefen Bank Albas die entsprechenden Punkte entgegensetzen. Das Tempo Albas sollten die Oldenburger nicht mitgehen, da der Kader dies nicht so kompensieren kann wie die Hauptstädter.

Besondere Aufmerksamkeit sollten man auf den Heimvorteil legen. Das dieser enorm wichtig sein kann – besonders in einer Playoff-Serie – zeigte sich im vergangenen Jahr, als Oldenburg als Tabellensiebter im Halbfinale beide Partien gegen den damaligen Tabellenzweiten Alba gewinnen konnte.

Los gehts am Sonntag um 15 Uhr aus Oldenburg, live bei Magneta Sport und Sport1. Spiel zwei der Serie aus der Arena am Ostbahnhof wird am Mittwoch, 05.Juni um 20:30 Uhr eröffnet.

Diese Woche … bei Fortuna Köln, KW 22

Mehr als nur Fußball – das Mittelrheinpokalfinale zwischen Alemannia Aachen und der S.C. Fortuna Köln

von Josina Anraad

Letzten Samstag stand am Finaltag der Amateure das letzte Spiel der Saison für den S.C. Fortuna Köln im Bonner Sportpark an. Im Finale des Mittelrheinpokals ging es nicht nur um den Sieg, sondern gleichzeitig auch um die Qualifikation für die erste Hauptrunde des DFB-Pokals in der Saison 2019/20.

In Köln erinnert man sich beim Gedanken an den DFB-Pokal immer noch an das Pokalfinale (Vorschlag: Herzschlagfinale) der Saison 1982/83, als die Fortuna gegen den Stadtrivalen des 1. FC Kölns im neugebauten Müngersdorfer Stadion 1:0 unterlag. Einen Erfolg konnte die Fortuna indes im Pokalspiel der Saison 1971/72  im Stadion an der alten Radrennbahn in Müngersdorf feiern. Der damals 19-jährige Uli Hoeneß schoß das 0:1 für den FC Bayern München, doch die Fortuna konnte das Spiel drehen und mit einem 2:1 in die nächste Runde einziehen. Nach dem Spiel hatte Hans „Schäng“ Löring sich in den Kopf gesetzt, den jungen Hoeneß nach Köln zu holen. Wie die Geschichte zeigt, hat der Wurstfabrikant allerdings in München und nicht in Köln sein Fußballimperium aufgebaut.

Das letzte Mal konnte die Fortuna sich 2013 für die Teilnahme zum DFB-Pokal qualifizieren, als sie das Mittelrheinpokalfinale gegen Alemannia Aachen mit 2:1, ebenfalls im Bonner Sportpark ausgetragen, gewann.

Diese Geschichte wollte die Fortuna nun wiederholen. In der dritten Minute konnte der Kölner Club nach einem frühen Tor durch Kyereh Mensah in Führung gehen. Der etatmäßige Verteidiger wurde wegen großer Personalsorgen durch Trainer Oliver Zapel als Mittelstürmer aufgestellt. Der Treffer ließ die Fans der Fortuna nach einer schlechten Saison kurzfristig auf den Sieg hoffen. Doch Aachen erhöhte ab der zehnten Minute den Druck, kam aber bis kurz vor der Halbzeitpause zu keinem erfolgreichen Abschluss. Erst in der Nachspielzeit traf Imbongo Boele zum 1:1 Ausgleich. Kurz nach Anpfiff der zweiten Halbzeit erhöhte die Alemannia durch Batarilo-Cerdic zum 2:1. Der Fortuna fehlten in der zweiten Halbzeit die Mittel, um den Sieg der Aachener noch einmal zu gefährden. In der 85. Minute war dann das Finale vorzeitig durch ein Tor des Mittelfeldspielers Glowacz entschieden und die Alemannia das erste Mal seit sieben Jahren für den DFB-Pokal qualifiziert.

http://www.kicker.de/news/video/2039863/video_pokal-sieg-gegen-fortuna_alemannia-aachen-ist-zurueck-im-dfb-pokal.html

Nach dem Schlusspfiff zum 3:1 begannen euphorisierte Alemannia Fans den Platz zu stürmen und liefen auf den Fortuna Block zu, in dem sich auch die Sitzplätze der Aachener Fans befanden und später die Siegerehrung stattfinden sollte. Aus dem Fortuna Block schallten den Aachenern einige „Nazis raus“ Rufe entgegen, denn bei genauerer Betrachtung ließen sich auf der Kleidung einiger Fans auf dem Platz rechte Symboliken erkennen, unter anderem auch ein Hakenkreuz auf dem Rückenteil einer Kutte.

Dies ist nicht ungewöhnlich. Die Aachener-Ultra Gruppierung Karlsbande ist immer wieder wegen rechtsradikaler oder rechtsoffener Verbindungen in den Medien. Der Konflikt zwischen der Karlsbande und der Aachen Ultras (ACU) ist unteranderem ein Beispiel für Diskriminierung in der deutschen Fußball-Fanszene. Anhand dieses Beispiels zeigt sich, das zwar ein Rückgang von sicht- und hörbarem rechtsextremem Verhalten, aber kein Verschwinden zu beobachten ist. Die ACU ist eine seit 1999 aktive Fangruppierung des Fußballclubs Alemannia Aachen. Nachdem Mitte der Nullerjahre einige Mitglieder rechte Positionen vertraten, wurde jahrelang über die politische Ausrichtung innerhalb der Gruppe debattiert. Vor diesem Hintergrund hat sich 2010 die Ultra-Gruppierung Karlsbande von den Aachen-Ultras abgespalten. Seitdem steht die Karlsbande in Verbindung mit der verbotenen Neonazi-Kameradschaft „Aachener Land“ und der rechtsoffenen Hooligan-Gruppierung „Westwall“. Die Karlsbande vertritt unter anderem die Forderung, alte Werte mit dem Leitbild von traditioneller und gewalttätiger Männlichkeit wiederherzustellen. Diese alten Werte hauptsächlich Meinungsfreiheit sowie kein Auftreten antifaschistischer Gruppen im Stadion – da fehlt irgendetwas. Im Gegensatz zur Karlsbande blieben die ACU nach der Spaltung eine Gruppe junger engagierter Menschen, die sich auch im Stadion gegen Rassismus und Diskriminierung positionierte. Die politischen Differenzen beider Gruppen führte zwangsläufig zum Konflikt, welcher 2011 anfing zu eskalieren. David, ein Mitglied der ACU, beschreibt gegenüber der Bundeszentrale für politische Bildung den Beginn der Eskalation. Angefangen hat es mit Ansagen und Pöbeleien. Im Verlauf spitzte sich die Situation in Aachen immer weiter zu und mündete in dem härtesten Eskalationspunkt, dass ein ACU Mitglied zu Hause aufgesucht und während er schlief zusammengeschlagen wurde. Bei der Tat wurde aus der Wohnung des Opfers ein Fanschal entwendet. Dieser Akt lasse darauf schließen, dass die Täter aus der Fanszene stammen. Während der gesamten Zeit in denen die Karlsbande immer wieder gewaltsam gegen die ACU vorgegangen ist, wurde die ACU von der Stadt, dem Verein und auch der Zivilgesellschaft nicht unterstützt. Daraus resultierte in letzter Konsequenz, dass die ACU 2013 ihren Rückzug bekannt gab und nun nicht mehr im Stadion auftritt.

Die ACU stellt kein Einzelbeispiel dar. Bei mehr als 20 Profivereinen in Deutschland ist dieser Konflikt zwischen antidiskriminierenden Fans und einem Zusammenschluss aus Hooligans, Neonazis und rechtsoffenen Ultras zu beobachten. Dies lässt sich vor allem auf ein Gewaltmonopol der Hooligans zurückführen, die in der Hierarchie über den Ultra-Gruppen stehen. So kommen demokratische Prozesse in den Fankurven zum Erliegen und Fangruppen, die eine antidiskriminierende Position im Stadion vertreten, werden durch Einschüchterung und Androhung von Gewalt zum Schweigen gebracht.

Claus, Mitglied der Kompetenzgruppe Fankulturen & Sport bezogene
 Soziale Arbeit (KoFaS), stellt die Problematik heraus, dass vor allem auf lokaler Ebene die politische Brisanz und die politische Dimension des Konflikts oftmals unterschätzt werde. Sowohl Vereine als auch Politik müssten es ermöglichen, eine sensibilisierte Fußball-Fanszene zu stärken, damit diese aus sich heraus, gegen Diskriminierung in all ihren Facetten arbeiten könne.

Die Karlsbande ist ein Beispiel dafür, dass es bei einem Pokalfinale zwar um Sieg oder Niederlage geht, aber der Fußball nicht die Schattenseiten der deutschen Fußball-Fanszene überdecken kann.

 

Diese Woche … bei den Füchsen Berlin, KW 22

Von Heiko Eisser

Der Start in die letzten Spieltage der Saison ist den Füchsen geglückt. Gegen die Rhein Neckar Löwen bestanden und im Rennen um die internationalen Plätze wichtige Punkt eingefahren. Nun heisst es in den letzten beiden Saisonspielen die Konzentration hochhalten und so agieren wie in der ersten Halbzeit gegen die Löwen. Dann dürfte der EHF-Cup in der kommenden Saison wieder in der Max-Schmeling-Halle Station machen.

Den Löwen gezähmt

Gegen die Rhein Neckar Löwen hatten die Mannen von Trainer Velimir Petkovic im DHB-Pokal nach einer stark umkämpften Partie nach der Verlängerung gewonnen. Zu dieser Zeit waren beide Teams noch auf der Höhe ihrer Schaffenskraft und beide voll auf Kurs.
Jetzt zum Ende der Saison liessen beide Mannschaften Federn. Die Löwen mussten bereits im Februar den Kampf um die Meisterschaft als beendet ansehen. In der Champions League war ebenfalls früher Schluss als es sich das Team von Weltmeister-Coach Nikolaj Jacobsen ausgerechnet hatte.

Gegen die Füchse starteten die Löwen nun mit einigen Verletzungssorgen in die Partie; für die Position am Kreis war nur Nationalspieler Janine Kohlbacher angereist. Die Hausherren hingegen traten fast in Bestbesetzung an. Diese nutzten die Hausherren für sich und führten schnell mit 2:0. Die Löwen gingen danach konzentrierter ans Werk und hatten bis zur zehnten Minuten ein 5:5-Ausgleich geholt. Die Partie schien wieder offen.

Doch dann brachen die Löwen unerwartet ein. Unnötige Ballverluste und klare Chancen zum Abschluss wurden nicht verwertet. Die Füchse nutzten hingegen ihrerseits die Möglichkeit die Bälle im Tor von Appelgren zu versenken. Als Zuschauer rieb man sich verwundert die Augen, als die Berliner in der 26.Minuten mit acht Toren führte

In dieser Phase wussten die Füchse den Angriff- / Abwehrwechsel in der Formation der Mannheimer zu nutzen. Dadurch das zwei Spieler wechselten, konnten sich die Füchse schnell in der Abwehr aufbauen. Die Löwen mussten sich ihre Tore hart erarbeiten. An Tempogegenstöße war für Andy Schmid & Co nicht zu denken. Durch das konzentrierte Spiel der Hauptstädter gingen die Füchse mit einer 20:14 in die Pause. Trainer Jacobsen war schon in der Auszeit kurz vor der Unterbrechung alles andere als amüsiert über die Leistungen seines Teams.

Hatte Torhüter Silvio Heinevetter für die Füchse in der ersten Hälfte schon grossartige Paraden gezeigt, musste er in Halbzeit zwei noch mal eine Schippe drauf packen. Die komfortable Führung schien die Berliner Mitte der zweiten Hälfte allerdings eher zu lähmen anstatt diese zu beflügeln.

Die 28:21-Führung der Füchse in der 45.Minute nahm Andy Schmid als Startschuss um seinerseits das Team der Löwen wieder in die Partie zu bringen. Unterstützt von Mikael Appelgren im Tor gingen sie im Angriff nun auf den zusätzlichen Feldspieler und verkürzten Tor um Tor den Rückstand.

Beim 34:33 hatte Hans Lindberg die Möglichkeit, die Partie per Siebenmeter vor zu entscheiden. Doch im Gegensatz zur restlichen Partie wurde der Wurf durch Löwen Torhüter Appelgren gehalten. Der Ausgleich im Gegenstoß blieb den Löwen jedoch in Form von Heinevetter verwehrt. Somit bleiben die Füchse weiterhin eine Auswärtshürde, die die Löwen ungern nehmen dürften. In den letzten zehn Jahren gab es für die Mannheimer nur einen Sieg in der Hauptstadt.

Für die Füchse waren diese eher unerwarteten Punkte im Kampf um die internationalen Plätze wohl mehr wert als nur die entsprechenden zwei Zähler. Mit dem Sieg verteidigten die Füchse Rang fünf in der Tabelle und stehen zwei Spieltage vor Ende der Saison auf einem der internationalen Plätze. Melsungen punktgleich auf Platz sechs und Aufsteiger Bergischer HC zwei Punkte dahinter auf Rang sieben.


Endspurt nach Europa

Am Mittwoch gehts für die Hauptstädter nun zum (wahrscheinlichen) zukünftigen Meister Flensburg-Handewitt. Dort einen Sieg oder Punkte zu holen war für die Hauptstädter in den vergangenen Jahren eher schwierig. Lediglich im DHB-Pokal 2014 wurde ein Sieg eingefahren. In 27 Spielen gegen die SG konnten die Füchse bisher nur fünf Spiele für sich entscheiden.

Am Spiel gegen die Rhein Neckar Löwen konnte man jedoch sehen, dass gegen ambitionierte Teams der Liga Siege möglich sind. Die Leistung, besonders während der ersten 30 Minuten, zeigte, dass die Füchse in der Qualität eines Champions League Teilnehmers agieren kann. Besonders Fabian Wiede zeigte mit seiner Übersicht und großartigen Anspielen seine Klasse. Wiederholt konnte er seine Teamkollegen in aussichtsreiche Positionen bringen, die diese zum erfolgreichen Abschluss nutzten. Besonders Paul Drux demonstrierte in der Partie seine Stärken und erzielte acht Tore.

Die Flensburger sind in dieser Saison zu Hause in der HBL nur gegen den SC Magdeburg bezwungen worden. Doch die Magdeburger geniessen hier einen Sonderstatus, da sie das einzige Teams sind, welches den Flensburgern keinen Punkt überliesen und beide Partien für sich entscheiden konnten.
Gegen die Füchse dürfte allerdings die Flens-Arena im letzten Heimspiel ausverkauft sein und somit der achte Spieler von aussen sehr einflussreich sein. Die Hand an der Schale sollte Ansporn genug sein, diesen Sieg zu holen.

Am letzten Spieltag reisen die Flensburger zum Bergischen HC, der seinerseits noch um den Einzug in den EHF-Cup spielen wird. Gegen die Rheinländer gestaltete sich das Hinspiel in Flensburg sehr eng und das Team um Kapitän Tobias Karlsson konnten sich mit zwei Toren und einem 25:23 durchsetzen. Der HC hingegen ist in seiner Aufstiegssaison zu Hause eine schwer zu bezwingende Mannschaft. Getragen von den Zuschauern war auch für die Füchse im Auswärtsspiel nichts zu holen.

Die Berliner erwarten am 09.06.2019 zum letzten Heimspiel die HSG Wetzlar. Eine lösbare Aufgabe für die Füchse, doch vorher steht noch ein spielfreies Wochenende an um die Kräfte für diese Aufgabe zu sammeln. Im Endspurt nach Europa werden diese neu mobilisierten Kräfte sehr nötig sein.

Diese Woche bei … Rot-Weiß Köln, KW 21

Von Markus Lehnen

Nachtrag Saisonfazit 1. Damen Rot-Weiss Köln
Mittlerweile wurden noch die Abgänge der 1. Damen zur Saison 2019/20 verkündet. 

 

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Eine durchwachsene Saison 18/19 geht zu Ende ✅ aber eins steht fest, wir kommen stärker zurück und wollen wieder ganz oben mitspielen! 💪🏽❤️ Fettes Danke an unsere Spielerinnen: Nici Pahl @nicipahl, unser Ruhepol im Mittelfeld,die nach 10 Jahren im rot-weissen Trikot,diversen DM-Titeln und vielen geilen Momenten nun ihre Karriere beendet. Ebenso wie Jule Krawatzky, unser Alles-oder-Nichts-Rockstar aus dem Osten, die, die letzten 5 Jahre hier bei uns spielte und 2014 mit Deutscher Meister wurde! Unser american girl Sarah Sprink @sarahsprink (leider die Rückrunde verletzungsbedingt ausgefallen) hat vor 3 Jahren erst den Weg zu uns gefunden,zieht nun aber Jobbedingt nach München. Wir wünschen euch dreien das Beste und bedanken uns für die geilen Jahre!!! ❤️⚪️ Danke natürlich auch an alle Fans, die uns in diesem Jahr begleitet haben, wir freuen uns auf die nächste Saison! ❤️⚪️ Eure 1. Damen

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Saisonfazit 1. Herren Rot-Weiss Köln

Der Traum das Final 4 in Krefeld als Meister zu beenden, war für die 1. Herren von Rot- Weiss bereits am Samstagabend beendet.

In einem, wie erwartet, spannenden Spiel unterlagen die Domstädter dem Mannheimer HC mit 2:3 (0:2). Dabei traf, wie von mir im Ausblick vermutet, Mannheims Strafeckenspezialist Gonzalo Peillat zum 1:0 des MHC, während Tom Grambusch bei den Kölnern ohne Erfolg blieb. Sicher war die Strafeckenverwertung nicht der Hauptgrund für den Mannheimer Sieg, aber sicher ein Teil des Kölner Problems an diesem Samstagabend. Diese Probleme wurden richtig groß, als Haase kurz vor der Pause auf 2:0 für Mannheim erhöhte.
Hoffnung kam auf, als die Rot- Weiss Jungs stark aus der Halbzeit kamen und eine Strafeckenvariante durch Johannes Große zum 1:2 Anschlusstreffer nutzen konnten. Keine 2 Minuten später erhöhte jedoch Mannheims Nationalspieler Tino Nguyen, per Stecher, wieder auf den alten 2 Tore Halbzeitabstand.
Köln versuchte nochmal alles, hatte einige Chancen und erzielte 5 Minuten vor Schluss durch Jonas Gomoll in Unterzahl noch das 2:3. Anschließend nahm Trainer Andre Hennig den Torhüter für einen 11. Feldspieler vom Platz und riskierte damit alles. Beinahe hätte sich das Risiko ausgezahlt,  doch 2 Challenges für Strafecken brachten beim Videoschiedsrichter ebenso  nicht das gewünschte Ergebnis, wie die letzten Angriffe aus dem Spiel. Mannheim spielte die Zeit gekonnt herunter und zog vor 3800 Zuschauern, nicht unverdient, in das Finale um die deutsche Meisterschaft am Sonntag ein.

Für Rot-Weiss Köln endete damit diese Saison, wie die letzte, leider titellos.

Mit nicht weniger als acht Abgängen und fünf Neuzugängen startete Rot-Weiss in eine ungewisse Saison 2018/19. Die Qualität sollte stimmen, wurden doch mit Johannes Große  und Thies Prinz 2 aktuelle Nationalspieler verpflichtet. Insgesamt stellte Rot-Weiss zuletzt sogar acht deutsche Nationalspieler. Mit den Brüdern Christopher und Philipp Zeller hatten allerdings auch zwei langjährige Säulen des Vereins, und Doppelolympiasieger (2008 und 2012), ihre Karriere im Sommer 2018 beendet.

Als Besonderheit kam diese Saison hinzu, dass fünf Kölner Spieler (Mats Grambusch, Tom Grambusch, Marco Miltkau, Christopher Rühr und Johannes Große) im November/Dezember an der Weltmeisterschaft in Indien teilnahmen. Physisch und psychisch eine weitere Herausforderung für den Kern des Herrenteams von Rot-Weiss.
Trotz des stark veränderten Kaders, begann die Saison mit 6 Siegen und 9 ungeschlagenen Spielen. Die 1:6 Klatsche am 10. Spieltag beim Harvestehuder HTC machte aber bereits eine gewisse Inkonstanz deutlich, die das Team noch häufiger zeigen sollte. Sowohl im Herbst, als auch  im Frühjahr punktete man so konstant, dass der Final 4 Platz nie auch nur annähernd in Gefahr geriet. Immer wieder aber setzte es auch überraschende Pleiten, wie eine 2:3 Heimniederlage gegen Berlin oder eine 2:4 Schlappe, vor eigenem Publikum, gegen den UHC Hamburg.

Tragisch war die Finalniederlage in der European Hockey League, die über das Osterwochenende in Eindhoven stattfand. Trotz teilweise begeisternder Spiele und 3 Siegen, konnte man den Pokal nicht mit in die Domstadt bringen, weil man das Finale gegen die Belgier aus Waterloo, trotz langer Überlegenheit, verlor. Vielleicht waren es am Ende auch die Nuancen an Kraft, die fehlten um in Krefeld, nach einer langen Hockeysaison, den deutschen Meistertitel zu erringen. In einer, vor allem unter den ersten 3 Teams, enorm ausgeglichenen Spitzengruppe der Liga waren es Kleinigkeiten, die über Sieg und Niederlage entschieden.

Man darf gespannt sein, wie sich die Mannschaft von Trainer Andre Hennig zur neuen Saison verändert. Auf jeden Fall werden die Herren von Rot-Weiss auch im Kampf um die deutsche Meisterschaft 2019/20 wieder ein kräftiges Wort mitreden. Ich wünsche viel Glück und bedanke mich bei den Jungs für viele schöne Hockeymomente in der Saison 2018/19.

Final 4 in Krefeld

Am Sonntag fuhr ich mit einem meiner besten Freunde zum Final 4 nach Krefeld. Ich darf sagen, es war ein wirklich schönes, top veranstaltetes Event in idyllischer Umgebung. Nach 10 Minuten Shuttlebusfahrt vom Parkplatz eines nahe gelegenen Naherholungsgebietes (neben der örtlichen Müllverbrennungsanlage) gelangte man nämlich, gefühlt, tief in den Wald, wo der Crefelder HTC auf seiner Hockeyanlag eine beeindruckende Stahlrohrtribüne für 4680 Zuschauer errichtet hatte. Auch drum herum war einiges geboten. Einen Bereich mit Getränke- und Essensbuden, einer großen Bühne und mehreren Informations-, Werbe- und Verkaufszelten  konnte man ohne Ticket besuchen. Den Ticketinhabern wurden hinter der Tribüne noch einmal mehrere Buden, u.a. mit Verkaufsständen für Hockeyequipment, geboten.
Insgesamt ein Gelände was mir doch um einiges besser gefiel, als das was im Hockeypark Mönchengladbach aufgebaut worden war. Ein großes Lob muss hierbei an die unzähligen Volontärs ausgesprochen werden, die dieses Event erst ermöglichten und die einem jederzeit mit großer Freundlichkeit begegneten. Der Wurst kann ich allerdings leider nur eine 3+ Bewertung geben. Sie war von Geschmack und Konsistenz in Ordnung, hatte mit 3 Euro einen angemessenen Preis, kam an die Bratwurst bei Rot- Weiss (Note 2) allerdings nicht heran. Immerhin also ein Sieg für Rot-Weiss an diesem Wochenende.

Damen Finale Deutsche Meisterschaft:

Club an der Alster- Düsseldorfer HC 4:2 n.P. (1:1, 1:1)

Der Club an der Alster aus Hamburg hatte sich bereits am Samstagmittag, mit einem 5:0 gegen den UHC Hamburg, für das große Finale qualifiziert. Mehr Mühe hatten die deutschen Hallenmeisterinnen aus Düsseldorf, die einen 1:2 Halbzeitrückstand gegen den Mannheimer HC noch zu einem 3:2 Sieg drehen konnten.
Dennoch gingen die Mädels von CadA als Favoritinnen in das Spiel. Bei strahlendem Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen hatten sich bereits um 12 Uhr ca. 3200 Zuschauer auf der beeindruckenden Tribüne eingefunden. Von der Stimmung her war dieses Finale schon das Beste, was ich bisher im Hockey erlebt hatte.
Das Spiel konnte mit der Atmosphäre aber leider nicht ganz mithalten, dafür fehlte von Anfang an das Tempo im Spiel.
Die Hamburgerinnen hatten von Beginn an mehr Ballbesitz, fanden jedoch keine Lücken in der Düsseldorfer Abwehr. Der erste Gegenzug der DHC Mädels führte dann sofort zu einer Strafecke, auf die direkt eine zweite folgte. Und diese zweite Strafecke konnte Sabine Markert, mit einem Direktschuss halbhoch ins linke Eck, verwandeln.
Anschließend wurden die Norddeutschen zwar stärker, doch es brauchte einen Fehler im Spielaufbau Düsseldorfs, damit  Felicia Wiedermann, mit einem gekonnten Lupfer, zum 1:1 ausgleichen konnte.

Der Rest des Spiels ist dann schnell erzählt: Alster hatte die besseren Chancen, und den wesentlich längeren Ballbesitz, Düsseldorf bekam gute Konterchancen nie richtig zu Ende gespielt. Folgerichtig erlebte ich mein erstes Liveshootout, da beim Final 4 keine Verlängerung gespielt wurde.
Das Shootout trat in seine entscheidende Phase, als Sabine Markert als 4. Schützin ihres Teams, beim Stand von 2:3, Alster Torfrau Gibson aus gut 8m überlupfen wollte, diesen Lupfer  aber zu hoch ansetzte und den Ball deutlich über das Tor spielte. Ich fühlte mich sofort an den aus dem Fußball berühmten Panenkaelfmeter von 1976 erinnert, nur in Hockeyform, und, dass es diesmal nicht mit dem Tor klappte.

Anschließend verwandelte Victoria Huse sicher zur uneinholbaren 4:2 Führung und machte damit den insgesamt 2. Meistertitel für den Club an der Alster perfekt. Die Hamburgerinnen konnten in Krefeld das Potential ausschöpfen, dass sich bereits in ihrer überragenden Tordifferenz der regulären Saison zeigte. Da sie, anders als oftmals in der Saison, nicht im knappen Spiel, dem Finale, scheiterten,  kann man meiner Meinung nach von einen verdienten Damenhockey Meister 2019 sprechen.
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Herren Finale Deutsche Meisterschaft

Uhlenhorst Mülheim- Mannheimer HC 5:4 (4:2)

Mit Fug und Recht kann ich sagen: WHAT A MATCH! Solch ein Hockeyspiel hatte ich live noch nicht gesehen. Das Publikum erlebte ein großartiges Spiel zweier Topmannschaften in einer tollen Atmosphäre vor 3800 Zuschauern. Die Mülheimer alleine besetzten mit geschätzten 700 mitgereisten Fans einen ganzen Block und machten eine Stimmung, die des Fußballs würdig war. Die Mannheimer waren zwar mit deutlich weniger Fans vor Ort, konnten sich aber akustisch ebenfalls durchaus bemerkbar machen.
Mülheim hatte sich durch ein klares 5:2 gegen den UHC Hamburg für das Finale qualifiziert, Mannheim schlug Köln, wie im RWK Fazit beschrieben, mit 3:2.
Den Spielbericht kann ich kurz halten, denn endlich einmal hat sich die ARD an ihren Breitensportauftrag erinnert und das Spiel im Rahmen der Sportschau gezeigt. Das bringt mich in die komfortable Situation, an dieser Stelle auf die bewegten Bilder verlinken zu können.

Erwähnen möchte ich aber, dass in einem irren 2. Viertel zunächst die Mannheimer ihre im 1. Viertel durchaus vorhandenen Vorteile zweimal in zählbares umwandeln konnte. Mit der direkten Antwort auf das 0:2 (1:2 noch in derselben Minute), explodierte der deutsche Rekordmeister aus Mülheim an der Ruhr allerdings und erzielte insgesamt 4 Tore in 12 Minuten zur 4:2 Halbzeitführung.
Nach der Halbzeit zeigte Mannheim eine tolle Moral und blieb jederzeit am möglichen Ausgleich dran. Leider, denn das Spiel hätte einen Shootout wirklich verdient gehabt, konnte man zum Ende des Spiels 3 Strafecken nicht nutzen und schaffte das 5:5 nicht mehr. Allerdings haben auch die Uhlenhorst Jungs alles getan, um von einem absolut verdienten deutschen Meistertitel sprechen zu können. An diesem, zum Zeitpunkt des Abpfiffs nur noch bedingt sonnigen, Sonntagnachmittag hätten beide Teams den Sieg verdient gehabt. Da Uhlenhorst aber die bessere reguläre Saison gespielt hatte,  sind sie meiner Meinung nach völlig verdient zum 18. Mal deutscher Feldhockeymeister der Herren geworden.

Bevor der große Regen kam, schafften wir es auch wieder zurück zum Auto und nahmen ein tolles Sporterlebnis mit zurück in die Domstadt. Einen Titel für Rot-Weiss gab es leider nicht, dafür aber ein wirklich tolles Final 4, dessen Besuch ich jedem Sportfan nur wärmstens empfehlen kann. Krefeld hat sich wieder um die Ausrichtung 2020 beworben und nach dem Erlebnis vom Sonntag hoffe ich , dass es auch wieder dort stattfinden wird.
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Die große Tipperei- Auflösung

Julia Busch sagte das 3:2 der DHC Mädels über Mannheim genau richtig voraus (4 Punkte+1 Punkt für die DHC Finalteilnahme). Bei den Herren tippte sie Uhlenhorst richtig ins Finale(1+1) und sagte mit den Mülheimern auch den richtigen Sieger voraus (2 Punkte). Das macht 9 Gesamtpunkte.
Jens Huiber tippte den Club an der Alster richtig ins Damenfinale (1+1) und sagte mit den Hamburgerinnen den richtigen Sieger voraus. Das war es allerdings auch schon, ergibt 4 Gesamtpunkte.
Ich tippte Alster, wenn auch mit viel zu wenig Differenz, ins Finale und dort zum Sieg (1+1 und 2 Punkte). Dazu hatte ich Düsseldorferinnen, leider erst nach Shootout, im Finale (1 Punkt). Bei den Herren traf ich beim 5:2 Mülheims gegen den UHC die Differenz plus Uhlenhorst als Finalist (2+1 Punkt). Mehr Punkte wurden es aber nicht mehr, ergibt 8 Gesamtpunkte.

Damit meinen herzlichen Glückwunsch an die Spielerin in der Runde, Julia Busch von den 1.Damen Rot-Weiss Köln.
1. Julia Busch (9 Punkte)
2. Markus Lehnen (8 Punkte)
3. Jens Huiber (4 Punkte)

Wie es weiter geht

Mit der Sommerpause! Das war es von mir für diese Saison mit diesem Segment. Ich hoffe, ich habe es geschafft, dem oder der einen oder anderen den Hockeysport näher zu bringen und vielleicht sogar schmackhaft zu machen. Ich selber hatte großen Spaß am Zuschauen und Schreiben. Ich würde mich sehr freuen, wenn es Ende August, an dieser Stelle, mit Berichten zur neuen Hockeysaison weitergeht.
Herzlich bedanken möchte ich mich vor allem bei meinen beiden Kolleginnen, Julia Busch und Rebecca Grote von den 1. Hockeydamen Rot-Weiss Köln. Beide haben mir im persönlichen Gespräch immer wieder Feinheiten des Sports und so manche Regel erklärt. Dazu bekam ich Informationen, wie z.B. eine Auswärtsfahrt abläuft aus erster Hand und am kleinen Spaß Final 4 Tipprunde hat Julia bekanntlich ebenfalls mitgewirkt.
So eine Tipprunde ist auch immer Glück, und Jens hatte sicher vor allem Pech ;-), aber ich denke mein Tippergebnis zeigt, dass die Arbeit an diesen Texten, die Besuche vor Ort sowie die Gespräche mit professionellen Hockeyspielerinnen, mich im Feldhockey zumindest nicht haben dümmer werden lassen.
Danke natürlich auch an den Producer, der mir auf dieser Seite eine Plattform für diese Berichte gegeben hat.

In diesem Sinne,
ich wünsche euch einen wunderschönen Sommer, und hoffentlich bis Ende August

Markus Lehnen