Die Woche… bei Rot- Weiss Köln, KW 38

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Von Markus Lehnen

Die Krux mit den Anschlagzeiten
Jaja die Anschlagzeiten, ein Thema was mich begleitet, seit ich mich dem Hockeysport widme. Gerne beginnen die Spiele, gerade bei den Damen, bereits um 12 Uhr, an Samstagen aber auch oftmals bei den Herren. Das heißt für die Teams, dass sie um 10 Uhr auf der Anlage sein müssen, und bei den Zuschauern sorgt es, gerade Sonntags, für die ein oder andere Sonnenbrille, da der Samstagabend möglicherweise etwas länger wurde.


Nun gibt es allerdings gute Gründe für diesen frühen Anschlagzeiten, denn wie ich öfters erwähne, sind viele der Akteure keine Profis, das heißt sie haben noch einen Beruf, studieren oder gehen noch zur Schule. Wenn man dann z.B. Sonntags erst um 16 Uhr in Berlin ein Spiel beginnen würde, ist die Mannschaft erst in der Nacht zurück in Köln. Die normale Alltagswoche beginnt aber bereits wieder Montagmorgens. Schon mit den aktuellen Anschlagzeiten ist es nicht möglich, dass immer alle Spieler/Innen an allen Auswärtsfahrten teilnehmen können.


Ungünstig ist gerade der 12 Uhr Termin am Sonntag, meiner Meinung nach, allerdings für potentielle Zuschauer, denn machen wir uns nichts vor, von ausverkauft sind die Spiele der Hockeybundesliga meist weit entfernt. Sicher gibt es dafür viele Gründe, aber ein Faktor ist aus meiner Sicht schon in den Anschlagzeiten zu finden.
Andererseits ist es aus besagten Gründen nötig einen Kompromiss zu finden, der allen Seiten gerecht wird. So hängt der ein oder andere Spieltermin in der Domstadt auch davon ab, ob der 1.FC Köln nebenan ein Heimspiel austrägt, was die Verkehrssituation um ein vielfaches verkompliziert.


Ein Vorteil ist hierbei aber sicherlich, dass es auch möglich ist anschließend zum FC ins Stadion zu gehen, oder aber deren Spiele noch am TV verfolgen zu können, ohne auf ein Hockeyspiel verzichten zu müssen.
Ebenso positiv ist, dass der Sonntägliche 12 Uhr Termin noch viel Zeit für die Freizeit übrig lässt, die man in Köln direkt nach dem Spiel im Grünen verbringen kann. Man kann beispielsweise die ganze Familie erst zum Hockey mitnehmen, die Kleinen können sich auf dem neu errichteten Spielplatz austoben, und nach dem Spiel isst und/ oder trinkt man noch etwas in der angeschlossenen Gastronomie, bevor man im Kölner Grüngürtel spazieren geht, Minigolf spielt oder einfach faulenzt.
Leider gibt es diese Saison keine Doppelspieltage, also erst um 12 Uhr ein Spiel der 1. Damen, dann um 14 Uhr eines der 1. Herren. Allerdings finden häufig Spiele von weiteren RWK Teams, wie der Jugendmannschaften, in Anschluss an die Spiele der 1.Mannschaften statt. In jedem Fall lohnt es sich, gerade jetzt im Spätsommer, bei Rot- Weiss am Olympiaweg vorbeizuschauen! Es sollte doch möglich sein, dass sich die Spieler/Innen mal über 400-500 Zuschauer freuen dürfen.
Gerne in den Kommentaren würde mich eure Meinung interessieren: Gefallen euch die Anschlagzeiten, würdet ihr öfter oder überhaupt erst kommen, wenn es später losgehen würde oder habt ihr generell Verbesserungsvorschläge in der Causa Zuschauerzuspruch. Gerne kann man mich auch persönlich vor Ort ansprechen, ich bin meist zu erkennen an einem Block, auf dem ich mir Notizen mache.

2. Spielwochenende 1.Herren
Für die Herren ging es dieses Wochenende für 2 Auswärtsspiele in die Hansestadt Hamburg. Ohne 6 Stammkräfte, dafür aber mit 5 A- Jugendlichen und einem Altersschnitt von unter 21 Jahren, traf man am Samstag auf den UHC Hamburg und am Sonntag auf den Club an der Alster.

UHC Hamburg- Rot Weiss Köln 3:2 (0:1)
Leider kam ich Samstag nicht dazu, aber auch die Spiele des UHC Hamburg kann man kommentiert und mit mehreren Kameraeinstellungen live und relive auf Youtube verfolgen. Neben Mannheim und Uhlenhorst Mülheim ist der UHC hierbei ein Vorbild in Sachen Live Berichterstattung.
Ein Bereich, in dem Rot- Weiss, bei aller Sympathie, noch einiges verbessern kann.
Immerhin 1866 Aufrufe hatte der Stream des UHC bis Montag 16:44, und die Zuschauer bekamen ein interessantes Spiel zu sehen. Ein, laut UHC Trainer Schmidt- Busse, nicht gutes Spiel aber eines mit einer großen Dramatik. Lange sah es so aus, dass Rot- Weiss klar Kurs auf 3 Auswärtspunkte nimmt, ging man doch bereits in der 3. Minute durch Goalgetter Christopher Rühr in Führung, um diese wieder nur 3 Minuten nach Wiederanpfiff auf 2 Tore zu erhöhen.
Doch im letzten Viertel musste das sehr junge Kölner Team Lehrgeld zahlen und kassierte noch 2 Strafecken-, sowie ein Rückhandtor zur 2:3 Niederlage in Hamburg. Das alle 3 UHC Tore in 11 Minuten fielen zeigt deutlich, dass im Hockey immer sehr lange sehr viel möglich ist, und selbst vermeintlich deutliche Führungen trügerisch sein können.

Club an der Alster- Rot Weiss Köln 3:5 (0:2)
Auch am Sonntag war es möglich das RW Gastspiel live per Stream zu verfolgen. Diesmal allerdings über Sporttotal.tv, einem Streamingdienst der Hockey aus einer Kameraperspektive und ohne Kommentar überträgt. Kurz gesagt, ich finde diese Art des Streams extrem schwierig, da es sehr schwer ist dem Spiel angemessen zu folgen. Allerdings ist diese Streamingform noch immer besser als überhaupt keine Übertragung und deckt zumindest viele Spiele, u.a. auch vom Düsseldorfer HC, ab.
Wer streamte musste es auch dieses Mal nicht bereuen, denn erneut war vor allem offensiv einiges geboten. Rot- Weiss führte wieder nach 33 Minuten, diesmal sogar mit 3:0 durch 3 Tore von Jonas Gomoll. Wieder aber kam der Gegner auf 1 Tor ran, ehe einer der Kölner Youngster, Valentin Esterhues, und Starspieler Rühr für die Entscheidung pro Rot- Weiss sorgten. Am Ende hieß es im Norden Hamburgs 5:3 für die Domstädter, die nach 4 Spielen mit 9 Punkten in ihrer Gruppe B nun auf Platz 2 hinter dem Berliner HC (10 Punkte) liegen.


2.Spielwochenende 1. Damen
Rot Weiss Köln- Großflottbeker THGC 2:0 (0:0)
Ich konnte am Samstag leider nicht zum ersten Heimauftritt der RW Mädels erscheinen. Damit verpasste ich einen 2:0 Sieg vor 100 Zuschauern bei Kaiserwetter, aber eben im Vorfeld des brisanten Fußball Bundesligaspiels zwischen dem 1.FC Köln und dem Rivalen von Borussia Mönchengladbach, gleich neben der Rot- Weiss Anlage im Kölner Westen. Kurz um, dem Hören Sagen nach war wieder mal polizeilicher und verkehrstechnischer Ausnamezustand in und rund um Köln Müngersdorf. Dafür, und für die frühe Anschlagzeit von 12 Uhr, sind 100 Zuschauer eine ordentliche Zahl, immer gesehen in den Dimensionen der Hockeybundesliga.
Die wieder mit 6 Neuzugängen angetretenen Kölnerinnen hatten erneut Mühe ins Spiel zu kommen, konnten sich aber durch 2 verwandelte Strafecken von Lea Stöckel und Katharina Hüls die 3 Punkte gegen den Aufsteiger aus, wieder einmal, Hamburg sichern.
Für nähere Spielberichte, der auch von mir nicht verfolgten Spiele empfehle ich an dieser Stelle
https://www.hockeyliga.de/index2.php, wo umfangreich über alle Spiele der Hockey Bundesliga berichtet wird.
Rot- Weiss Köln News und Spielberichte findet ihr dazu immer auf der Vereinseigenen Homepage
https://rot-weiss-koeln.de/ .
Die beiden Tore kann ich aber immerhin über Instagram liefern.

Rot Weiss Köln- Club an der Alster 1:3 (1:1)
Bei abermalig strahlendem Sonnenschein ließ ich mir das Topspiel zwischen Köln und den, na wer hätte das gedacht, Hamburgerinnen vom Club an der Alster am Sonntag, abermals um 12 Uhr, nicht entgehen. Dafür, dass 2 mit Nationalspielerinnen gespickte und dazu sehr ambitionierte Bundesligatopteams aufeinandertrafen, war ich von der Zuschauerresonanz von nur knapp 150 allerdings etwas enttäuscht. Dies gab unter anderen den Impuls für das erste Kapitel in diesem Blog.
Diejenigen, die nicht gekommen waren verpassten eine sehr schwungvolle Anfangsphase, in der Köln gegen den amtierenden deutschen Meister mindestens gleichwertig war. Nach und nach kam Alster aber besser ins Spiel und erzielte in der 18. Minute den nicht unverdienten Führungstreffer durch Marie Jeltsch, die eine Strafecke ins Kölner Tor abfälschte. Die Domstädterinnen reagierten allerdings unbeeindruckt, erlangten die Spielkotrolle zurück und konnten, ebenfalls nach einer Strafecke, durch Lea Stöckel 5 Minuten vor der Halbzeitpause ausgleichen. Am Ende der Halbzeit hatte ich 6:6 Chancen und 3:2 Strafecken pro Köln notiert, wobei die etwas besseren Chancen an die Hamburgerinnen gingen.
Diese konnten in der 2. Halbzeit dann auch zunächst leicht, im Spielverlauf aber mehr und mehr die Dominanz im Spiel übernehmen. Mehrere der im 2. Durchgang immerhin 10 Alsteraner Strafecken konnten RWK Torfrau Julia Sommer und ihre Abwehr vereiteln, nach vorne aber waren bei hoffnungsvollen Kontern vor allem Pia Maertens, Julia Busch und Emma Boermans zu oft gegen mindestens 2 norddeutsche Gegenspielerinnen auf sich alleine gestellt.
Und so kam es, wie es kommen musste, die Hamburgerinnen konnte ihre 8. Strafecke des Spiels nutzen und 7 Minuten vor Schluss durch Nationalspielerin Hanna Granitzki zum 1:2 treffen. Anschließend gaben die RWK Mädels noch mal alles, doch auch 2 Strafecken konnten nicht mehr zum Ausgleich genutzt werden, ehe Carlotta Sippel in der 59. mit dem 1:3 für Alster alles klar machte.
Insgesamt sahen die Zuschauer ein gutes Hockeyspiel mit aufgrund der 2. Halbzeit verdienten Siegerinnen aus Hamburg, die sich 15:9 Chancen und 10:5 Strafecken (wovon die ein oder andere mindestens strittig war) herausspielten.
Das Rot- Weiss Team von Trainer Markus Lonnes kann auf dieser Leistung aber meiner Meinung nach absolut aufbauen, und darauf setzen, dass sich die hochkarätigen Neuzugänge mehr und mehr ins Kölner Spiel einfügen werden.
Gut funktioniert schon jetzt die Strafeckenverteidigung, ausbaufähig bleibt noch das Spiel nach vorne.
Nach Spieltag 4 liegen die Domstädterinnen nun mit 6 Punkten auf Platz 3 in der Gruppe A, die der Club an der Alster mit 12 Punkten anführt.

Wie es weitergeht
Nächstes Wochenende haben beide Kölner Hockeyspeerspitzen jeweils nur 1 Spiel. Für die Damen geht es am Sonntag nach, na klar Hamburg, um ab 14:15 Uhr gegen den Harvestehuder THC anzutreten. Ein schon jetzt sehr wichtiges Spiel um die Playoffs in der Gruppe A, in der beide Teams aktuell mit 6 Punkten gleichauf liegen.
Für die RWK Herren steht bereits am nächsten Samstag um 12 Uhr mit dem Spiel gegen den amtierenden deutschen Meister von Uhlenhorst Mülheim, die nächste Aufgabe auf dem Programm. Wieder eine frühe Anschlagzeit, aber wieder ein echtes Topspiel am Olympiaweg. Ich werde vor Ort sein, und hoffe an dieser Stelle, dass wir Samstag alle zusammen die 300 Zuschauer Marke knacken werden!
In diesem Sinne, über mögliche Livestreams informiere ich euch in den Kommentaren, sobald ich etwas weiß. Sonst schaut bei Interesse gerne auch auf hockey.de oder auf der RWK Homepage nach.

Bis Samstag, oder aber wenn ihr eine gute Entschuldigung habt 😉 Bis nächste Woche an dieser Stelle!
Markus Lehnen

Diese Woche… bei Hertha BSC, KW 38

Wake me up when September ends

von Chris Butzke

Es herrscht schon Anfang September eisige Stimmung. Nach schmerzhaften Niederlagen in Gelsenkirchen und Mainz steht die Berliner Hertha mit nur einem Punkt nach vier Spieltagen auf dem letzten Tabellenplatz, punktgleich mit Aufsteiger Paderborn. Die Saison sollte als Übergangssaison genutzt werden, um die Lücke auf das obere Tabellendrittel zu verkleinern und in den kommenden Jahren endgültig zu schließen. Doch durch den verpatzten Start heißt es erstmal, endlich den ersten Sieg einzufahren, um nicht schon das Projekt Covic in Frage zu stellen, bevor es überhaupt begonnen hat.

https://www.youtube.com/watch?v=osdHeVSS7KU

 

Der Passivmodus bleibt eingeschaltet

Die Leistung der Mannschaft gegen Gelsenkirchen war unterirdisch. Als Höhepunkt der Hektik und Unsicherheit im Team kann man die beiden Eigentore zählen, die den Gegner erst auf die Siegerstraße brachten. Ohne diese Hilfe wäre Schalke wohl nicht zu einem Treffer gekommen. Besonders das Eigentor von Rekik wirkte sehr unglücklich. Statt den Ball von Burgstaller einfach mit voller Kraft wegzuschlagen, versuchte der Innenverteidiger recht unbeholfen mit der Fußspitze den Ball ins Seitenaus zu lenken. Zu allem Überfluss wäre der Schuss in typischer Burgstaller-Manier recht weit neben das Tor gegangen. Starks Eigentor kann man noch als Reflex abheften in einer Situation, wo er schnell reagieren muss. Alles in allem lief es sehr unglücklich.

Doch neben der Unsicherheit im Abwehrverbund ist eine Tatsache nicht von der Hand zu weisen: Es fehlt an Führungsspielern. Und damit sind keine Spieler gemeint, die vorangehen. In keinem einzigen Spiel konnte man bisher in Führung gehen. Lukebakio hatte in Gelsenkirchen die Chance, als er allein vor Nübel auftauchte und sein versuchter Tunnel vom Keeper gerade noch abgewendet werden konnte. Gegen Mainz hatte Davie Selke sogar zweimal die Möglichkeit, das Team in Führung zu bringen. Sein erster Versuch aus vollem Lauf landete am Pfosten, bei seinem zweiten Abschluss traf er den Ball nicht richtig. In den letzten beiden Spielen wurde man durch die eigene mangelhafte Chancenverwertung bestraft und lag folgerichtig im Rückstand.

 

Doch man macht es sich zu einfach, wenn man die bisherige Misere nur auf die fehlenden Tore schiebt. Hertha wirkte merkwürdig passiv. Es macht Sinn, einer unkreativen Mannschaft wie Schalke 04 den Ball zu überlassen, da diese spielerisch limitiert sind. Doch braucht es anschließend im Umschaltspiel mehr, als einfach nur lange Bälle auf Lukebakio, in der Hoffnung, dass dieser durch seine Schnelligkeit etwas daraus kreieren kann. Denn wenn eben dieser Lukebakio einen schwachen Tag erwischt, sieht man das, was gegen Gelsenkirchen passiert. Nichts. Man traf auf einen Gegner, der selbst mit sich zu kämpfen hatte und schaffte es nicht, diesen vor Probleme zu stellen. Denn bis auf die bereits angesprochene Chance auf die Führung sorgte man für kaum gefährliche Aktionen. Es ist auch sehr fraglich, warum man es nicht über die eigenen spielstarken Achter versuchte, das Spiel aufzubauen. Gerade Grujic scheint eigentlich gut mit Duda und Lukebakio zu harmonieren.

 

Niemand aus Berlin mag Karneval

In Mainz stellte Covic die Mannschaft auf ein 3-5-2 um. Die Doppelspitze aus Lukebakio und Selke sollte für mehr Gefahr sorgen, defensiv wurde neben einem zusätzlichen Innenverteidiger mit Skjelbred ein sehr defensiv orientierter Mittelfeldspieler aufgestellt. Im Duell zwischen dem Letzten und dem Vorletzten hatte man aber nicht das Gefühl, dass Hertha unbedingt auf Sieg gespielt hat. Die beiden Führungschancen durch Selke waren das Resultat guter Einzelaktionen vom neuen Mann im Sturm, doch konnte man wieder spielerisch für wenig Gefahr sorgen. Auffällig war, dass Skjelbred einige Umschaltsituationen einleitete, weil er gedanklich am schnellsten von Defensive auf Offensive schalten konnte. Weder Duda noch Grujic machten in diesen Angriffen die nötigen Laufwege, um eine Überzahl in der gegnerischen Hälfte zu schaffen, wodurch die Mainzer Konterabsicherung kaum vor Probleme gestellt wurde. Ähnlich wie gegen Gelsenkirchen wirkte die Mannschaft seltsam passiv und so wurden eigentlich harmloser Mainzer zu Torchancen eingeladen. Die letztendliche Führung entstand durch ein verlorenes Kopfballduell von Torunarigha etwa 35m vor dem eigenen Tor nach einem weiten Abschlag des Mainzer Keepers. Mainz köpfte den Ball auf die Außen, Plattenhardt kam nicht wirklich in den Zweikampf, die Hereingabe konnte nicht verhindert werden und am langen Pfosten durfte Quaison komplett ungedeckt einschieben. Insgesamt gab die gesamte Abwehr kein gutes Bild ab. Angefangen von Grujic, der viel zu langsam in der Rückwärtsbewegung ist und dadurch Torunarigha fast schon zum Verlassen der Dreierlette zwingt und dadurch für Chaos in der Verteidigung sorgt und dann auch das entscheidende Kopfballduell verliert, über Plattenhardt und Boyata, die die Hereingabe zulassen bis hinzu zu Wolf (Neuzugang vom BVB) und Stark, die Quaison aus den Augen verlieren. Unter dem Strich bleibt ein viel zu leichtes Gegentor und zum vierten Mal läuft man diese Saison einem Rückstand hinterher.

 

Nach der Pause muss der Mannschaft zu gute halten, dass sie starke 10-15 Min hatte und auf den Ausgleich drängte. Jedoch flachte danach die Partie wieder ab. Erst mit der Einwechslung von Javairo Dilrosun kam wieder Schwung in die Mannschaft. Eben dieser niederländische Wunderblitz sorgte mit einer präzisen Maßflanke für einen sehenswerten Grujic-Kopfball. Doch die Freude über den Ausgleich währte nur kurz. Nach einer Ecke ging Mainz kurz vor Schluss wieder in Führung, es war die erste richtige Chance der Mainzer im zweiten Durchgang und am Ende steht man aus Berliner Sicht wieder ohne Ertrag da.

Mit dem Wolfsburger Strohhalm die Paderborner wegschlürfen

Nun geht es als Tabellenletzter gegen den Vorletzten aus Paderborn. Nach zwei Auswärtsspielen darf man endlich wieder zuhause antreten. Auch wenn einige Fans nach diesem Fehlstart bereits einen neuen Trainer fordern, sollte man nicht schon alles über den Haufen werfen. Es werden die bisherigen Spiele analysiert und so die Stärken des Teams hoffentlich gefördert. Wenn demnächst auch Arne Maier wieder komplett fit und einsatzfähig ist, besitzt man ein starkes Mittelfeld. Covic hatte vor der Saison bereits angekündigt, eine spielstarke Zentrale nutzen zu wollen in einem 4-3-3. Er ist jetzt schon von seinem System abgerückt, aber gegen Wolfsburg hat man sehr gute Ansätze gesehen. Wenn man also versucht, seine passsicheren Spieler wie Grujic und Duda im Spielaufbau zu nutzen und diese nicht mit langen Bällen zu überspielen, könnte das gesamte Hertha-Spiel davon profitieren. Außerdem sollte man Dilrosun vielleicht nicht erst als dritten Spieler einwechseln, sondern ihn als erste offensive Wechseloption nutzen, wenn es für ihn noch nicht für 90 Min reicht. Gegen Paderborn bedarf es wieder einer besseren Konterabsicherung als gegen Gelsenkirchen. Die erste Halbzeit gegen Wolfsburg ist zurzeit der Strohhalm, an den sich die Hertha Fans klammern sollten. Kann man diese Leistung gegen Paderborn wieder zeigen, sollte endlich der erste Sieg möglich und damit etwas Ruhe einkehren.

Diese Woche… bei Eintracht Frankfurt, KW 38

Freudige und nicht so freudige Wiedersehen

von Patricia Seiwert

 

Gute Taten in freundschaftlicher Atmosphäre

Die Länderspielpause verbrachte Eintracht Frankfurt damit, gerngesehene Gäste willkommen zu heißen. Am spielfreien Wochenende empfingen die Adler die BSG Chemie Leipzig zu einem Benefizspiel in der PSD Bank Arena. Die Partie stand unter dem Motto „Flutlicht für Leutzsch“, denn alle Einnahmen gingen zu diesem Zweck an die befreundeten Gäste. Schon 2016 fand eine solche Begegnung statt, damals jedoch in der Heimat der Leipziger.

Die Stimmung beim „Rückspiel“ hätte nicht besser sein können: Friedlich und dennoch explosiv, stiegen doch einige grüne und rote Feuerwerksraketen in den Frankfurter Abendhimmel auf.

Und auch mit dem Endergebnis dürften am Ende alle zufrieden gewesen sein. Ein 5:1 Sieg für die Eintracht stand letztendlich zu Buche, bei dem auch Neuzugang André Silva direkt zwei Mal einnetzte. Und für die Chemiker aus Leipzig sprang ein Scheck über 100.000 Euro heraus.

Ein rundum gelungener Abend, der der sonst eher zähen Länderspielpause ein wenig Charme verleihen konnte.

 

Ernüchternde Reise nach Augsburg – nicht nur für Hinteregger

Am vergangenen Samstagnachmittag sollte dann auch endlich die Bundesliga für die Frankfurter Adler weitergehen. Ein Auswärtsspiel beim FC Augsburg stand auf dem Plan. Der Ex-Klub von Martin Hinteregger hatte bis dato lediglich einen einzigen Punkt aus drei Spielen zu verzeichnen.

Und laut den Statistiken nach der Begegnung, hätte es auch bei diesem einen Punkt bleiben sollen. Die Hessen waren den Fuggerstädtern zumindest auf dem Papier deutlich überlegen. In der zweiten Halbzeit gab es sogar 12:0 Torschüsse für die Eintracht.

Dennoch zeigte der Spielstand bei Abpfiff ein 2:1 für den FC Augsburg an. Wie kam dieses Ergebnis zustande?

Ganz einfach: Die Eintracht ließ all das vermissen, was sie ausmacht: Kampf, Leidenschaft und der unbedingte Wille zu gewinnen. Die Hessen fanden kaum ins Spiel rein, leisteten sich in allen Mannschaftsteilen überflüssige Fehler. Am Ende bleibt eine unkonzentrierte Leistung, die auch gegen die bisher schwach agierenden Augsburger nicht ausreichte.

Somit stellten sich die Adlerträger selbst ein Bein und die Gastgeber mussten nicht einmal eine Glanzleistung abliefern, um drei Punkte im heimischen Stadion einfahren zu können. Lange Bälle über das ganze Spielfeld reichten aus, um die Frankfurter Abwehr auszuhebeln.

Dies ist ohnehin das Mittel der Wahl gegen die Eintracht, deren Außenverteidiger prinzipiell sehr weit vorne stehen, um die Offensive tatkräftig zu unterstützen. Das Problem dabei: Die Dreierkette steht hinten somit relativ breit und offenbart einige Lücken. Wenn da die Abstimmung nicht hundertprozentig passt, wird es gefährlich bei Kontern und eben bei langen Bällen.

Ob das die Augsburger so geplant hatten oder aber die Schwachstelle der Frankfurter dem Spielstil der Augsburger lediglich perfekt entgegenkommt, bleibt offen.

Ohne Heldentaten von Trapp ganz zu Beginn der Partie und Hinteregger, der einmal auf der Linie rettete, hätte es den bayrischen Schwaben durchaus gelingen können, noch mehr als zwei Tore (Richter, 36. Min; Niederlechner, 43. Min) zu erzielen.

https://www.youtube.com/watch?v=asHITJYjM5c

 

Zwar brachte Gonçalo Paciência in der 73. Minute noch den Anschlusstreffer im Augsburger Kasten unter, mehr sollte den Frankfurtern vor dem Tor aber nicht gelingen.

Neuzugang André Silva feierte sein Startelf-Debüt an der Seite von Landsmann Paciência, jedoch konnte er dieses nicht mit einem Treffer krönen. Positiv lässt sich neben seinem allgemeinen Engagement auch Silvas Können am Ball hervorheben. Seine technischen Stärken blitzten über das Spiel hinweg immer wieder auf. Negativ fallen dabei die wenigen Torabschlüsse und die fehlende Torausbeute auf.

Der ineffiziente Sturm sollte aber nicht das einzige Problem sein, das die Frankfurter hatten. Auch im Mittelfeld lief an diesem Nachmittag wenig zusammen. Djibril Sow, der ebenfalls sein Startelf-Debüt feiern durfte, fand keinen Zugriff auf das Spiel und fiel eher durch Fehlpässe auf, als durch clevere Ideen, um seine Mitspieler in Szene zu setzen.

Für ihn kam zur Halbzeit dann auch Dominik Kohr, der einer der wenigen war, die eine gute Partie ablieferten. Sonst eher als Stabilisator bekannt, dribbelte der 25-Jährige gleich zwei Augsburger gekonnt aus und legte den Ball auf Paciência ab, der anschließend das einzige Frankfurter Tor an diesem Nachmittag erzielte.

Ebenfalls vergleichsweise gut agierte Martin Hinteregger. Dass den Rückkehrer an seiner alten Wirkungsstätte kein besonders netter Empfang erwartete, war abzusehen, verlief sein Abschied von dort doch nicht ganz reibungslos. Trotzdem gewann der Österreicher eine Vielzahl an Zweikämpfen, sah beim 1:0 dafür leider gar nicht gut aus.

Dass die Frankfurter Abwehr merklich instabil war, lag vor allem auch an Kapitän David Abraham, der eine unzureichende Leistung ablieferte. Für die Zukunft wäre es zumindest eine Überlegung wert, dem jungen Evan N’Dicka den Vorzug zu geben.

Außerdem fiel das Fehlen vom vor der Partie erkrankten Filip Kostic deutlich ins Gewicht. So klasse, wie Chandler als Typ sein mag, ein adäquater Ersatz für den pfeilschnellen Serben ist er leider bei Weitem nicht. Kostics Impulse nach vorne wurden schmerzlich vermisst, beschäftigt er doch sonst die gegnerischen Außenverteidiger unermüdlich.

Anstehendes Topspiel vor Topkulisse

Es bleibt zu hoffen, dass der Außenbahnspieler rechtzeitig zum Europa-League-Heimspiel gegen den FC Arsenal genesen ist. Denn eines ist klar: Um dort zu bestehen, ist eine ganz andere Leistung nötig.

Hoffnung macht, dass es gegen die Gäste aus London ein komplett anderes Spiel werden wird. Zumal auch Arsenal ein mäßig erfolgreiches Wochenende verbrachte. Nur dank Torhüter Leno konnte ein 2:2 Unentschieden gegen Watford gerettet werden, nachdem die Gunners einen 2:0 Vorsprung verspielten.

Außerdem liegen der Eintracht Gegner, die mitspielen, deutlich besser als Mannschaften wie Augsburg. Und die besondere Atmosphäre, die bei magischen Europapokalnächten im Waldstadion ohnehin immer herrscht, ist nicht zu Unterschätzen. In den meisten Fällen löst diese nämlich eine Eigendynamik aus, die sowohl die Fans auf den Rängen als auch die Spieler auf dem Platz mitreißt.

So oder so ist, trotz Dämpfer in Augsburg, ganz Frankfurt heiß auf den Donnerstagabend, wenn einmal mehr hochkarätiger Besuch im heimischen Stadtwald empfangen werden darf…

Diese Woche … bei den Kölner Haien, KW 38

Ein Wochenende, zwei Spiele, drei Punkte.

Die Eishockey Saison der DEL hat begonnen und die Kölner Haie haben nach zwei Spielen eine Niederlage und einen Sieg, beides in der Verlängerung, auf dem Konto stehen. Das erste Spiel verloren die Haie gegen Iserlohn und nach dem zweiten Spiel gegen Mannheim fuhren sie als Sieger vom Eis. Es war zwar kein perfektes Wochenende für den KEC, aber schon ganz ok.

Erstes Heimspiel

Am Freitag war der Saisonauftakt, die Iserlohn Roosters kamen nach Köln zum Duell vor 17.456 Zuschauern. Doch das erste Spiel erwies sich leider eher mau für die Haie. Freitag der 13. war für Köln ein Pechtag. Das erste Drittel war noch gut, der KEC spielte kreativ und offensiv. Das zweite Drittel jedoch war desolat und im letzten Drittel gab sich der KEC wieder kämpferischer, doch die offensive Kaltschnäuzigkeit war nicht zu 100% zu spüren. Es ging sodann in die Verlängerung, beide Mannschaften erreichten in der regulären Spielzeit ein Unentschieden mit 2:2. In der 62. Minute machte Iserlohn jedoch den Traum von einem Auftaktsieg in Figur von Alex Petan zunichte. Sudden Death, plötzlicher Tod, hieß es für die Domstädter. In der Verlängerung ist nämlich das erste Tor auch das Letzte und die Mannschaft, die es geschossen hat, gewinnt. Dennoch bleibt ein Punkt in Köln.

Cheftrainer Mike Stewart erklärte nach dem Spiel folgendes: „Wir haben ein Spiel verloren, das wir nach Chancen auch hätten gewinnen können. Aber so ist Eishockey.“ (Quelle:www.haie.de)

Erstes Auswärtsspiel

Am Sonntag ging es für Köln dann nach Mannheim, zum amtierenden Meister. Mannheim war in der vergangenen Saison unfassbar gut, Trainer Pavel Gross hatte aus den Adlern ein schwer überwindbares Hindernis für alle anderen 13 Mannschaften in der DEL geformt. Sie wurden zu Recht Playoff Sieger und Deutscher Meister. Dementsprechend waren die Erwartungen auf Seiten der Kölner Haie Fans auch etwas heruntergeschraubt. Kölner Optimisten hofften natürlich auf den Sieg und ihr positiver Glaube in die neue Mannschaft unter Mike Stewart sollte tatasächlich Wahrheit werden.
Das erste Tor ging zugunsten der Mannheimer, Köln glich jedoch durch Jason Akeson aus. Das Ergebnis von 1:1 zog sich bis zur 60. Minute, es ging also wieder in die Verlängerung. In der 63. Minute war das Spiel beendet, Sudden Death für Mannheim, das siegreiche Tor wurde durch Jon Matsumoto, Neuzugang in Köln, geschossen. Das bedeutete zwei Punkte für den KEC.

Mike Stewart fasste das Ganze so zusammen: „Wir sind sehr stark in das erste Drittel gestartet und haben uns so das Momentum erspielt. Im Mittelabschnitt hat Mannheim dann besser ins Spiel gefunden. Aber wir waren heute in der Defensive gut organisiert. Im Schluss-Drittel ging’s dann bis zum Schluss hin und her. In der Overtime haben wir dann auch das nötige Glück auf unserer Seite. Aber das haben wir uns heute auch verdient. “ (Quelle:www.haie.de)

Ergebnis

Summa summarum stehen also drei Punkte nach zwei ersten Spielen in der Bilanz Kölns. Und der Erzfeind, der ewige Kölner Konkurrent, die DEG geht ohne Punkte aus dem ersten Eishockey Wochenende. Köln freut sich somit doppelt, den amtierenden Deutschen Meister besiegt zu haben und den Ligakonkurrenten Düsseldorf erstmal zurückzulassen.

Die Saison ist jedoch noch lang, noch 50 Spiele sind zu spielen. Es wird noch viel passieren, Siege und Niederlage wird es geben. Mal sehen wie es so weiter geht.

Diese Woche… bei Rot-Weiß Köln, KW 37

Von Markus Lehnen

Neue Saison, neuer Modus
Die Sommerpause ist auch für die Hockeyspieler und Spielerinnen vorbei, und so melde auch ich mich wieder mit der wöchentlichen Zusammenfassung der Ereignisse rund um den Kölner Tennis und Hockey Verein Rot- Weiss.
Am vergangenen Wochenende starteten die Feldhockeybundesligen der Damen und Herren in ihre neue Saison. Es wird eine besondere Saison, da im nächsten Sommer die Olympischen Spiele in Tokio anstehen. Damit es möglich ist neben der Feldhockey- eine Hallenhockeyrunde und die Pro League abzuhalten, musste der Modus in der deutschen Eliteliga geändert werden.
Die Bundesligateams wurden in jeweils zwei Gruppen a sechs Teams eingeteilt. Grundlage für die Einteilung waren die Abschlusstabellen der letzten Saison. Die Teams spielen nach dem Prinzip jeder gegen jeden, allerdings gibt es Rückspiele nur gegen die Teams aus der eigenen Gruppe. Insgesamt hält die Saison 16 Spiele für jedes Team bereit. Anschließend geht es in für die besten 8 Teams in ein Playoff Viertelfinale, welches nach dem Modus Best of 2 ausgespielt wird. Sind beide Teams nach 2mal 60 Minuten torgleich gibt es einen Shoot Out um den Sieg und das damit verbundene Erreichen des Final 4. Die schlechtesten beiden Teams der jeweiligen Gruppe spielen ebenfalls im Best of 2 Modus in Playdowns den Klassenerhalt aus, die beiden Verlierer steigen ab.
Das Final 4 wird wieder an einem Wochenende an einem Ort ausgespielt, und zwar dieses Jahr am 23./24. Mai in Mannheim auf der Anlage des Mannheimer HC.

Saisonausblick 1. Damen
Bei den RWK Damen gab es diesen Sommer einige personelle Veränderungen. Waren die letzten Jahren von einem Umbruch geprägt, bei dem vor allem junge Spielerinnen in die erste Mannschaft integriert wurden, konnten diesen Sommer hochkarätige Neuzugänge präsentiert werden. Mit Pia Maertens (aus Raffelberg), Nike Lorenz und Cecile Pieper (beide vom Mannheimer HC) verpflichtete Rot- Weiss 3 aktuelle Nationalspielerinnen und hat nun mit den beiden bewährten Stammkräften Rebecca Grote und Julia Sonntag insgesamt 5 Silbermedaillengewinnerinnen der Europameisterschaft 2019 im Kader. Mit Anna- Sophie Hannes, Imma Sophie Hofmeister, Camille Nobis und Noemie Bach stießen 4 weitere neue Spielerinnen zum Kader der Rot- Weiss Damen. Verlassen haben das Team Julia Krawatzky, Sarah Sprink und Nicole Pahl.
Da auch junge Talente wie die U21 EM Dritten Liv Arndt und Emma Boermans ein Jahr weiter in ihrer Entwicklung sind, ist dem Team von Trainer Markus Lonnes diese Saison einiges zuzutrauen. Das Minimalziel ist das Playoff Viertelfinale, eine Teilnahme am Final 4 in Mannheim erscheint mit der verstärkten Mannschaft aber auch gut möglich.

1. Damen Rot- Weiss Köln 2019/20

 

Saisonausblick Herren
Bei den Herren ist diesen Sommer personell weniger passiert. Einziger externer Neuzugang ist Sven Alex, der vom DHC Hannover in die Domstadt gewechselt ist. Namhafte Abgänge sind Nationalspieler Marco Miltkau (Gantoise/ Belgien), Eric Knobling (Düsseldorfer HC) und Maximilian Werner (Polo Hamburg). Das Team von Trainer Andre Henning möchte vor allem die Jugendspieler entwickeln und so liefen am ersten Wochenende alleine 5 Debütanten aus der eigenen Jugend für die Kölner auf.
Da der Kader aber weiterhin mit Nationalspielern wie Victor Aly, Christopher Rühr, Timur Oruz, Johannes Große, Tom Grambusch und Mats Grambusch gespickt ist, ist es wieder das Ziel um die deutsche Meisterschaft mitzuspielen. Auch in der European Hockey League möchte man nach Platz 2 im Vorjahr wieder ganz vorne angreifen.
Youngster Thies Ole Prinz gewann mit der U21 Nationalmannschaft im Sommer die Europameisterschaft und dürfte auch einen weiteren Entwicklungsschritt vollzogen haben, der hilfreich für die Ambitionen der Domstädter sein dürfte.
Insgesamt gibt es also auch diese Saison die Chance einige zukünftige Olympioniken (von der Qualifikation geht der Autor dieses Textes jetzt mal aus;-) am Olympiaweg in Köln Müngersdorf live zu erleben.

1.Herren Rot- Weiss Köln 2019/20

1. Spielwochenende Damen
Münchner SC- Rot Weiss Köln 0:1 (0:0)
Für die Damen ging es mit einer Auswärtsreise in die neue Saison. In der bayerischen Landeshauptstadt besiegte man den Münchner SC, durch einen 7m Treffer von Kapitänin Rebecca Grote, mit 1:0. Da das Spiel leider nicht gestreamt wurde, kann ich nur die Aussage von Trainer Markus Lonnes nutzen, der mit der Mannschaft zufrieden war und von einem verdienten Sieg sprach. 5 Neuzugänge gaben in München ihr Debüt für Rot- Weiss Köln.

Mannheimer HC- Rot Weiss Köln 2:1 (2:0)
Der Mannheimer HC ist in Sachen Streaming ein leuchtendes Beispiel in der Hockey Bundesliga, weswegen es möglich war am Sonntagmittag das Spiel der Domstädterinnen beim Mannheimer HC zu verfolgen. Die Kölnerinnen hielten gut mit, blieben in der 1.Halbzeit vor dem Tor aber zu ungefährlich. Ganz anders die Mannheimerinnen, die zunächst eine Strafeckenvariante zur Führung verwandelten und wenige Sekunden vor der Halbzeit einen Ballverlust im Kölner Aufbauspiel zum 2:0 nutzen konnten. In der 2.Halbzeit konnte U21 Nationalspielerin Liv Arndt nur noch den Anschlusstreffer für Köln erzielen. Die Rot- Weiss Mädels versuchten am Ende noch einmal alles, konnten den Ausgleich aber nicht mehr erzielen.
Mit 3 Punkten aus 2 Spielen gelang den Kölnerinnen insgesamt ein solider Saisonauftakt. Durch die vielen Neuzugänge, und die späte Europameisterschaft kann das Team von Markus Lonnes noch nicht eingespielt sein, was man gegen Mannheim in manchen Momenten auch gut sehen konnte.
Weiter geht’s am nächsten Wochenende mit 2 Heimspielen um jeweils 12 Uhr gegen die Teams vom Großflottbeker THGC (Samstag) und dem deutschen Meister vom Club an der Alster (Sonntag). Gerade das Spiel am Sonntag sollte ein Pflichttermin für Kölner Hockeyfreunde sein, denn viel mehr Nationalspielerinnen wird man diese Saison nicht auf einem Platz erleben können.

1. Spielwochenende Herren
Rot Weiss Köln- Harvestehuder THC 6:4 (4:1)
Am Samstag um 14 Uhr schaute ich zusammen mit 300 Zuschauern den Saisonauftakt der 1. Herren live im Plusserver Sportpark in Köln Müngersdorf. Freundlicherweise habe ich diese Saison eine Pressedauerkarte, vielen Dank hierfür an den Medienverantwortlichen Stephan Frings und Geschäftsführer Robert Haake.
Bei etwas herbstlichen Wetter wurde ich Zeuge eines spektakulären Schlagabtausches. Hierbei kamen die Gäste aus dem Hamburger Stadtteil Harvestehude besser ins Spiel, und gingen verdient mit 1:0 in Führung. Diesen Rückstand drehte Köln aber beeindruckend noch vor der Halbzeitpause durch Adrians, Rühr, Mats Grambusch und Fleckhaus zu einem 4:1. Kurios hierbei, dass die Hamburger das 4:1 ohne Torwart kassierten, da sie diesen für einen weiteren Feldspieler ausgewechselt hatten. Erwähnenswert auch das 2:1 von Christopher Rühr, der einen 50 Meter Lauf mit einem satten Schuss in den Winkel abschloss, Prädikat Traumtor. Zu sehen in folgendem Video.

 

Nach der Halbzeit kam Harvestehude wieder auf 3:4 heran, ehe Mats Grambusch in der 49. Minute wieder auf 5:3 erhöhen konnte. Die Gäste verkürzten abermals, ehe erneut Mats Grambusch per Strafecke mit dem 6:4 alles klar machte.
Insgesamt war es ein intensives Spiel, welches die Kölner am Ende knapp, aber verdient, gewannen. Da man durch die Europameisterschaft kaum Vorbereitungszeit hatte, zeigte sich Trainer Andre Henning begeistert von der Zusammenarbeit der Kölner Spieler in dieser frühen Phase der Saison.
Ebenfalls beachtenswert war der Zuschauerzuspruch, der hoffentlich während der Saison mindestens so bleibt. Frische Bratwurst und das ein oder andere Kölsch rundeten einen gelungenen Nachmittag ab, den auch die ein oder andere Wespenattacke nicht trüben konnte.

Rot Weiss Köln- Großflottbeker THGC 3:1 (2:0)
Auch am Sonntag fand ich mich, diesmal sogar mit 350 weiteren Zuschauern, im Schatten des Rhein Energie Stadions ein, um den 2. Auftritt der Rot- Weiss Herren zu verfolgen. Zu Gast war diesmal der Aufsteiger aus Großflottbek, ebenfalls ein Stadtteilverein aus der Hansestadt Hamburg. Die norddeutsche Metropole darf sich völlig zurecht Hockeyhauptstadt nennen, spielen diese Saison doch alleine 5 Hamburger Hockeyvereine in der 1. Bundesliga. Bei den Damen sind es immerhin 4 Vereine.
Ungewohnt war erst einmal, dass die Kölner nicht in Rot oder Weiß aufliefen, sondern in ihren neuen silbernen Ausweichtrikots mit goldenen Nadeltreifen. Für den ein oder anderen Zuschauer war es erst einmal verwirrend, dass die Gäste in Rot aufliefen.
Anfangs agierte der Gast aus Norddeutschland stark und konnte die ersten 15 Minuten überlegen gestalten, ohne aber vorm Kölner Tor gefährlich zu werden.
In der 17. Minuten konnte allerdings Kai Aichinger mit einem satten Schuss ins obere linke Ecke zur Kölner Führung ein schießen. Kurz danach wurde eine Strafecke vom wieder sehr auffälligen Christopher Rühr von einem Großflottbeker Abwehrspieler unglücklich ins eigene Tor zum 2:0 Halbzeitstand abgefälscht.
Nach der Halbzeitpause dominierte Rot- Weiss das Spiel vollends, schaffte es aber trotz mehrerer guter Chance erst in der 53. Minute das 3:0 zu erzielen. Rühr schloss hierbei einen schönen Lauf mit einem satten Rückhandschuss ins rechte Eck ab. Die Gäste, die bis dahin ohne richtige Torchance blieben, konnten in der letzten Minute noch durch ein Traumtor von Jakob Schmidt auf den 1:3 Endstand verkürzen. RWK Trainer Andre Henning war nach dem Spiel besonders mit der, im Vergleich zum Vortag, verbesserten Abwehrleistung zufrieden.
Für die Hamburger dürfte es diese Saison um den Klassenerhalt gehen, während Köln mit dem perfekten Saisonstart seine Meisterschaftsambitionen unterstreichen konnte.
Weiter geht es für die Kölner am nächsten Wochenende in Hamburg gegen den UHC Hamburg(Sa, 15:30 Uhr) und den Club an der Alster (13 Uhr).

So geht es weiter
Ab jetzt werde ich bis zum Ende der Hinrunde Mitte Oktober jedes Wochenende mindestens 1mal live auf der Anlage von Rot- Weiss sein, um die Spiele zu schauen und dann anschließend hier darüber berichten. Desweiteren ist geplant die Olympiaqualifikationsspiele der Nationalmannschaften Anfang November in Mönchengladbach zu schauen. Fragen und Anregungen bitte jederzeit gerne in die Kommentare posten. Vielen Dank und auf eine schöne, und für Rot- Weiss erfolgreiche, Hockeysaison 2019/20!

 

 

Diese Woche … bei den Kölner Haien, KW 37

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Die neue Eishockey-Saison steht schon vor der Tür und der KEC ist bereit zum Angriff

Die neue Saison der DEL steht vor der Tür und jedes der 14 Teams der Liga steckt mitten in der Vorbereitungsphase. Am 13. September ist es schließlich soweit.

So trainieren auch die Kölner Haie gerade und stimmen sich ein. Zum Training bestritt der KEC den Köln Cup und verschiedene Trainingsspiele, auch gegen die DEL Teams Wolfsburg und Krefeld.

Der Köln Cup verlief für die Haie nicht ganz nach Plan, sie wurden nur Zweitplatzierter von vier teilnehmenden Mannschaften. Das erste Spiel gegen die SCL Tigers (Langnau) gewann die Kölner Mannschaft mit 3:2. Das zweite Spiel des Turniers konnte der KEC gegen Moser Medical Graz 99ers mit 4:5 nach Verlängerung nicht für sich entscheiden. Und im letzten alles entscheidenden Duell gegen Rögle BK mussten sich die Haie knapp mit 1:2 geschlagen geben. Somit war der alte Köln Cup Sieger auch der Neue: Rögle BK. Dabei war der neue Spieler Kevin Gagné der sogenannte „Most valuable Player“ (MVP), also der hervorstechendste Spieler. Aber alles in allem sah der neue Trainer Mike Stewart dieses Turnier mit einer positiven Bewertung. Das Team habe sich gut geschlagen und schon viel von dem Gewünschten umgesetzt. Der KEC arbeitet bereits hart und so kann man mit gutem Gefühl aus der Trainingsphase in die Saison starten.

Nach dem Köln Cup gab es aber keine lange Pause für die Spieler des KEC, denn es musste hart trainiert werden. Es ging sehr zügig weiter nach Südtirol zum Vinschgau Cup in Latsch. Ziele waren Teambuilding und weiteres Training. Denn auch Mannschaftsgeist ist eine Kernkompetenz, die ein neu aufgebautes Team leisten muss. Demnach war dies ein weiterer wichtiger Schritt hin zur neuen Saison. Bereits letztes Jahr war das Trainingslager in Latsch ein Erfolg, und Erfolge sollen ja weitergeführt werden. Natürlich wollten die Haie den Cup auch holen und nach dem ersten Spiel gegen den HC Lugano sah es auch fast so aus, der KEC gewann mit 4:0 und einer souveränen Leistung, die Kölner waren klarer Sieger. Im Finale gegen den Hockey Club Bozen 2000 jedoch verlor die Mannschaft von Mike Stewart mit 2:5. Wie gewonnen, so zerronnen. Doch es ging im Grunde nicht um das Ergebnis, es ging darum, eine Mannschaft zu formen und an den Feinheiten zu arbeiten, das wird gelungen sein.

In Braunlage stand dann gegen Liga-Konkurrenten Wolfsburg ein weiterer Test an. Es war schon einmal das Abchecken beider Mannschaften zur neuen Saison. Wie weit sind die anderen denn schon mit dem Training und sind wir schon bereit es mit der Konkurrenz aufzunehmen? Dies könnten die entscheiden Fragen zum Kurzvorher-Test gewesen sein.

Kurz entspannen, je nachdem wie die Spieler das Event sehen, konnten die Haie beim Sommerfest. Traditionell wird hier die neue Mannschaft vorgestellt und gefeiert, dass die neue Saison nicht mehr weit weg ist. Es ist quasi ein kleines Einläuten auf das, was kommt.

In den letzten beiden Testspielen in der finalen Phase der Trainingsvorbereitung spielten die Haie gegen Bad Nauheim, neuer DEL2-Kooperationspartner, und gewannen 4:2. Und die spielten noch gegen einen Ligakonkurrenten, die Krefeld Pinguine. Gegen den KEV war es die sogenannte Generalprobe, die die Haie mit einem Erfolg beenden konnten. Am Ende stand gegen die Krefelder ein 2:1 auf dem Zettel.

Auch wenn nicht alle Spiele im Training gewonnen wurden und es im Ergebnis noch recht durchwachsen scheint, war es doch eine gute Vorbereitung. In der Saison gilt dann, alle Kräfte bündeln, die positiven Dinge für sich verinnerlichen und kämpfen, geschlossen als Mannschaft. Hier zählen dann Ergebnisse, nach den Trainingsergebnissen fragt nachher keiner mehr. Und dann kann doch eigentlich nichts mehr schief gehen.

Diese Woche… bei Eintracht Frankfurt, KW 36

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Ante Rebić – Vom Leihspieler zur Legende

von Patricia Seiwert

In allerletzter Minute stand es offiziell fest: Ante Rebić verlässt Eintracht Frankfurt in Richtung Italien. Doch als der Kroate vor drei Jahren den Weg an den Main fand, ahnte noch keiner, wie emotional dieser Abschied werden wird.

Und doch gab es von Sekunde eins an dieses Gefühl, diese Vorahnung, dass genau dieser junge Mann, der damals zarte 22 Jahre auf dem Buckel hatte, etwas Besonderes sein könnte.

Warum? Das lässt sich schwer sagen. Vielleicht war es schon damals seine Ausstrahlung, die sich von allen anderen abhob. Seine bisherige Vita jedenfalls ließ eine solch rasante Entwicklung, welche Ante Rebić innerhalb weniger Jahre in Frankfurt nehmen sollte, kaum erwarten.

Die ersten Schritte im Fußball in Kroatien gegangen, sollte seine erste Station in einer europäischen Top-Liga das schöne Florenz sein. Doch dort wurde schnell klar, dass er keinen Platz in der Mannschaft hat. Und so begann eine Odyssee an Leihen. Zum ersten Mal Bundesligaluft schnupperte das junge Talent jedoch nicht in Hessen, sondern bei RB Leipzig. Dass er dort, in dieser scheinbar perfekt getakteten, höchst rationalen Maschinerie, in der man vergeblich nach Emotionalität sucht, nie so richtig ankam und sich infolgedessen auch nicht durchzusetzen vermochte, wundert mit heutigem Wissensstand wohl keinen mehr.

Denn schon damals wurde ihm ein schwieriger Charakter nachgesagt. Dass dieser Charakter jedoch weitaus mehr als „schwierig“ ist, eher eine gewisse Komplexität anmuten lässt, sollte kurze Zeit später weiter südwestlich in der Republik klar und deutlich werden.

Vorher aber ging es per Leihe noch einmal nach Verona, doch auch andernorts in Italien fand Rebić nicht sein Glück. Es passte einfach nicht. Und so verlieh der AC Florenz seinen Rohdiamanten munter weiter, diesmal mit dem Unterschied, dass es endlich passen sollte – und wie!

Im Sommer 2016 trat Ante Rebić seinen Job beim Bundesligisten Eintracht Frankfurt an und fand bei diesem Verein, dessen Verbleib in der höchsten deutschen Liga wenige Wochen zuvor noch auf Messers Schneide stand, scheinbar genau den Platz, den er gesucht hatte – zunächst als Leihspieler, später als Festverpflichtung. Die Eintracht war zu diesem Zeitpunkt und lange vorher wahrlich kein glamouröser Klub, doch was sie auszeichnete war die tiefe Verwurzelung in der Stadt, im Herzen der Fans und ein Zusammenhalt, den man in dieser Form woanders oft vergeblich sucht – Emotionalität pur. Und inmitten dieser warmen Umgebung fand Ante Rebić in kurzer Zeit sehr vieles: neue Freunde, den scheinbar weltbesten Frisör, den er sich bis heute überall hin einfliegen lässt und einen Trainer, der bald zu einer Art „Papa“ für das junge Talent werden sollte.

Die Rede ist von Landsmann Niko Kovac. Gekommen war er, um die Eintracht vor dem Abstieg zu bewahren. Dies gelang ihm, indem er einer Mannschaft, mit der keiner – und am wenigsten sie selbst – noch rechnete, Kampfgeist und neuen Willen einflößte.

Auch das ist ein wichtiger Punkt, weshalb Rebić letztendlich so ideal zu Eintracht Frankfurt passte. Denn nicht nur sein vermeintlich schwieriger Charakter oder die Tatsache, dass er seinen eigenen Kopf hat, zeichnen den Kroaten aus. Nein, auch Leidenschaft, Kampfgeist und unbedingter Wille sind in ihm vereint.

Und eben weil sich alles so gut zusammenfügte, sollte Rebić gemeinsam mit dem Rest des Teams, den Trainern, dem Team hinter dem Team und nicht zuletzt den Fans in Frankfurt eine neue Ära prägen.

Dass dies zwar rückblickend rasant passierte, bedeutet nicht, dass es nicht auch Rückschläge gab. Zwar schloss besonders der treue Anhang der Eintracht seinen neuen Liebling schnell ins Herz, doch schien er auch immer mal wieder strenge Ermahnungen zu brauchen, um der mitreißende Spieler auf dem Platz zu sein, den die Fans so liebten.

Hin und wieder lernte man seine andere Seite kennen: bockig, abwinkend, bis zum Anschlag genervt, konnte er wirken. Doch die schockverliebten Fans nahmen ihm ohnehin wenig übel und Papa Kovac wusste, wie er seinen Schützling anpacken muss. Kurzerhand rügte er seine fehlende Bereitschaft defensiv mitzuarbeiten in aller Öffentlichkeit, bevor sich Ante Rebić zum absoluten Leistungsträger mauserte.

Fast wie in einer Symbiose mit seinem Verein, reifte der heutige Vize-Weltmeister zu einem Juwel heran. Und derselbe Verein, der kurz zuvor noch um den Klassenerhalt bangte, stand im Mai 2017 plötzlich im Pokalfinale gegen Borussia Dortmund. Denkbar knapp scheiterten die Hessen mit einem Endstand von 2:1 am Favoriten. Den zwischenzeitlichen Gleichstand aber erzielte kein geringerer als Ante Rebić. Ein Pokalheld war geboren.

Genau ein Jahr später nämlich, kehrte er mit der Eintracht zurück ins Berliner Olympiastadion. Mittlerweile gemeinsam mit seinem „Bruda“, Kevin-Prince Boateng, der den Ball lang schlagen sollte. Und genau das tat dieser, gegen den Rekordmeister FC Bayern München.

Und Ante? Ante traf. Zwei Mal. Was dann geschah, bleibt für immer unvergessen und rührt bis heute jeden, der es mit der Eintracht hält, zu Tränen. Nachdem Rebićs Kumpel Mijat Gaćinović alleine den gefühlt unendlich langen Weg aufs gegnerische Tor zu rannte, einnetzte, der Abpfiff durch die Weiten des Berliner Stadions hallte und sofort durch astronomisch laute Jubelschreie zum Verstummen gebracht wurde, waren sie alle Helden. Und besonders Ante Rebić hatte sich an diesem Abend unsterblich gemacht. Trat er zuvor auf dem Feld mit voller Entschlossenheit auf, mit einem Kampfgeist, der über die Ränge im Stadion bis zuhause auf dem Sofa jeden ergriff, so schrie er sich mit Tränen überströmt die Seele aus dem Leib, als all die Anstrengung von ihm abfiel. Ganz fest griff der Spieler des Spiels sich den Adler auf der Brust, schloss die Augen und ließ seinen Emotionen freien Lauf, gemeinsam mit seinem Team, gemeinsam mit den Fans. Unvergessene Momente, über die Bilder mehr aussagen als tausend Worte.

Da war sie, die andere Seite des Ante Rebić. Fast schon sensibel wirkt er so, wenn man ihn mit dem Bullen vergleicht, den er auf dem Rasen verkörpert. Und dass der Kroate auch anders kann als wild und stürmisch, wird besonders in Interviews klar, die er nur dann antritt, wenn er wirklich muss. Da wirkt er schüchtern, fast schon verlegen. Er schaut auf den Boden, redet allerhöchstens in zwei sehr ähnlich klingenden Tonlagen und manchmal, da huscht ihm ein Lächeln über die Lippen. Es wirkt eher wie das Lächeln des kleinen kroatischen Jungen, der er mal war. Vom raubtierartigen Angreifer auf dem Platz ist hier keine Spur.

Ante Rebić ist kein Mann der großen Worte. Das muss er auch gar nicht sein, denn seine unfassbar starke Ausstrahlung spricht für sich. Und auch wenn er nicht sagt, was er fühlt oder wie es um seine Laune steht, er lässt es einen garantiert spüren.

Dass dies auch mal unschön sein kann, zeigten die letzten Wochen vor seinem Abschied eindrucksvoll. Im Play-off Hinspiel in Straßburg lieferte er eine seiner schlechtesten Halbzeiten für die Eintracht ab und befeuerte somit noch einmal die Gerüchte, dass er im Geiste bereits für einen anderen Verein aktiv sei. Trainer Adi Hütter hatte nach diesen 45 Minuten, die weder ihm noch den mitgereisten Fans gerecht wurden, nur noch die Bank für den Kroaten übrig, der daraufhin offiziell wegen Wadenproblemen auch das Auswärtsspiel in Leipzig sausen lassen musste.

Doch Ante Rebić wäre nicht Ante Rebić, wenn er sich nicht wieder aufrappeln würde. Im Play-off Rückspiel im Waldstadion kehrte der Kroate mit all seinen Vorzügen zurück in die Startelf und legte eine Wucht an den Tag, die ihresgleichen sucht.

Was zu diesem Zeitpunkt noch niemand sicher wusste: es sollte das letzte Spiel des Fanlieblings im Dress der Adler sein. Ante aber spielte, als wolle er sich würdig verabschieden, hier in seinem Wohnzimmer, in dem er zu dem Spieler mit Topformat reifte, der er heute ist. Er lief an, stritt sich um jeden Ball, scheute keinen Zweikampf und die Entschlossenheit brannte wieder in seinen Augen. Erst ballerte er einen Ball mit solch einem Zug in den gegnerischen Strafraum, dass dem Verteidiger keine andere Chance blieb, als das Rund unwillentlich ins eigene Tor zu verfrachten und dann rannte er gegen Ende der ersten Halbzeit auf den Straßburger Torwart zu, dem Ball hinterher. Dieser war noch frei, beide Spieler vollends entschlossen, ihn zu ergattern und plötzlich rauschte Rebić in den Keeper hinein. Dass der Kroate noch zurückzog und der Ball vor dem Zusammenstoß, der letztendlich keineswegs so schlimm war, wie der in Theatralik geübte Torwart ihn erscheinen ließ, noch frei war, interessierte den Unparteiischen scheinbar herzlich wenig. Und so endete die Partie für den Kroaten schon deutlich vor dem Schlusspfiff mit einem Platzverweis.

Im Zusammenhang des ganzen Spiels eine sehr ärgerliche Szene, doch die Frankfurter (alle, sowohl auf dem Platz als auch auf den Rängen und vielleicht sogar in der Kabine) zogen aus ihrem Unmut nur noch mehr Kraft, sodass sie trotz Hinspielniederlage in die Gruppenphase der Europa League einzogen.

Und Rebićs Abschied hätte ikonischer nicht sein können. Nicht nur, dass sich ganz Große gerne mal mit roten Karten aus wichtigen Spielen verabschieden (Liebe Grüße an Zinédine Zidane), nein auch, dass er noch einmal ausgiebig mit der Mannschaft vor der heimischen Nordwestkurve feiern durfte. Und als wäre das noch nicht kitschig genug, ertönten Sprechchöre, einzig und allein für ihn. Für den Mann, der in den letzten Wochen viel Kritik einstecken musste. Für den Unterschiedsspieler von Eintracht Frankfurt: Ante Rebić.

So versöhnlich der Abschied klingt, so herzzerreißend war dennoch die offizielle Bekanntgabe, dass nach den beiden Topstürmern Sébastien Haller und Luka Jović mit Ante Rebić nicht nur der letzte Büffel, sondern auch ein Ausnahmespieler in jeder Hinsicht, der Eintracht den Rücken kehrt.

Die Autorin dieses Textes müsste lügen, wenn sie behaupten würde, sie habe nach dieser Meldung nicht die ein oder andere Träne vergossen. Denn Ante Rebić war nicht nur einer der talentiertesten Spieler, die Eintracht Frankfurt in ihren Reihen begrüßen durfte, sondern auch ein großartiger Charakter mit Ecken und Kanten und vor allem mit unendlich großem Lieblingsspielerpotenzial.

Eine waschechte Diva, für die die launische Diva vom Main nicht besser hätte passen können. Ein Spieler, der in seiner Freizeit mit Mannschaftskollegen in Frankfurter Hinterhöfen so herrlich normal Baguettes der Eigenmarke einer großen Supermarktkette verspeist. Ein Spieler, dessen Launen mich an meine eigenen erinnern, der dadurch in einem oft so kalten, rationalen Business so menschlich ist. Dessen Lächeln und dessen Tränen zeigen, wie viel Gefühl in ihm steckt und dessen liebevolle Gesten gegenüber dem Verein entgegen einiger Behauptungen meiner Meinung nach nicht gespielt waren.

Ante Rebić wird in ruhigen Momenten immer wieder an seine Zeit in Frankfurt zurückdenken und wird sich dabei hoffentlich ein kleines Lächeln nicht verkneifen können. Denn auch hier am Main wird er nie vergessen sein. Im Gegenteil.

Es bleibt mir, Danke zu sagen. Für die großartige Zeit, deinen Einsatz, deinen absoluten Willen und dass du mir, die aufgrund ihres jungen Alters bisher kaum Spieler eines solchen Formats bei der Eintracht bestaunen durfte, gezeigt hast, was Begeisterung für ein Genie mit einem Fußballfan anstellen kann.

Ante, du hast in Frankfurt, bei der Eintracht und vor allem im Herzen zahlreicher Fans immer ein Zuhause, dessen Türe dir jederzeit offensteht. Und nun flieg, Adler. Lass dich nicht verbiegen und zeig der Welt, dass du mehr bist als ein Teilzeitchaot. Zeig ihnen, dass du ein ganz Großer bist!

Diese Woche… bei Eintracht Franktfurt, KW 35

von Patricia Seiwert

Drama, wir brauchen Drama

Eine turbulente Woche liegt hinter Eintracht Frankfurt. Nachdem der Bundesligastart gegen Hoffenheim noch gelang, brachten die letzten beiden Spiele gegen Racing Straßburg und RB Leipzig nicht die gewünschten Ergebnisse ein. Zu allem Überfluss dominierten dann noch unerfreuliche Schlagzeilen rund um den letzten verbleibenden Büffel, Ante Rebić, und die Posse um den Transfer von Bas Dost die Frankfurter Medienwelt.

Einige Probleme in Straßburg

Um die vielen Ereignisse der letzten Tage einigermaßen zu ordnen, richtet sich der Blick zunächst auf den vergangenen Donnerstagabend. Eine Reise nach Straßburg, in das nicht allzu weit entfernte Elsass, stand für die Adlerträger an.

Dort sollte sie ein gut gefülltes Stadion mit nicht zu verachtender Stimmung erwarten, denn die Franzosen sind selbst nicht minder heiß auf die Gruppenphase der Europa League. Dies sollten die Frankfurter auch auf dem Platz zu spüren bekommen. Besonders in der ersten Halbzeit gelang aus Sicht der Hessen wenig. Und Straßburg? Straßburg traf. In der 33. Minute brachte Zohi die Elsässer in Führung. Dieses Ergebnis begleitete die Mannschaften letztendlich auch in die Halbzeitpause.

Obwohl die Eintracht im zweiten Durchgang dann deutlich stärker agierte als in den ersten 45. Minuten, sollte es ihr nicht gelingen, das Spiel zu drehen und ein potenziell wichtiges Auswärtstor blieb ihr ebenso verwehrt. Aber auch Straßburg konnte die Führung in der zweiten Halbzeit nicht weiter ausbauen.

So blieb es letztlich bei einer unschönen Hinspielniederlage, die aber keinesfalls unmöglich zu drehen ist. Erst recht nicht, wenn die Frankfurter so auftreten, wie sie es in der zweiten Halbzeit getan haben – mit Willenskraft sowohl nach vorne als auch nach hinten. Der nötige Kampfgeist dürfte im ausverkauften Waldstadion mit den eigenen Fans im Rücken jedenfalls geweckt werden.

Es stellt sich jedoch die Frage, an was es an diesem unglücklichen Augustabend gescheitert ist. Zuallererst lässt sich da die Aufstellung anführen. In der Abwehr trat man wie gewohnt mit einer Dreierreihe auf, jedoch agierten hierbei Abraham und Hinteregger fast schon als Außenverteidiger. Nicht wenige Frankfurt Anhänger dürften sich die Augen gerieben haben, als sie plötzlich Martin Hinteregger anstelle von Filip Kostić Richtung Eckfahne marschieren sahen. Und obwohl der Österreicher immer mal wieder gut für ein Tor ist, erklärt es sich von selbst, dass dies weder für das Spiel nach vorne noch für die Verteidigung besonders zielführend ist, zumal Kostić, einem Spieler, der viel über Tempo kommt und demnach einiges an Platz benötigt, somit häufig die Räume genommen wurden. Die Löcher, die dadurch hinten in der Frankfurter Abwehr entstanden, nutzten die Straßburger glücklicherweise nicht optimal aus.

Im Angriff sollte es Rebić, wie schon gegen Hoffenheim, als einziger Mittelstürmer richten und mittlerweile können sich sicherlich alle darauf einigen, dass dies einfach nicht die ideale Position für den Kroaten ist. Besonders nicht, wenn der Spielaufbau so schwach ist, dass er sich fast ausschließlich auf lange Bälle beschränkt, die hinter die Abwehrreihe der Straßburger gelegt werden sollten. Zwischenzeitlich kam das Gefühl auf, als würden die Frankfurter vorne immer noch mit Haller rechnen, der genau diese Art von Pässen so wunderbar verwerten konnte (und dies mittlerweile bei West Ham macht. Nein es tut überhaupt nicht weh).

Natürlich stellte dieser Umstand den in letzter Zeit ohnehin schon sehr launisch auftretenden Ante Rebić nicht zufrieden, sodass er sich kurzerhand zur Halbzeit auswechseln ließ. Hütter hätte diese Entscheidung laut eigener Aussage aber ohnehin getroffen und setzte dem Angreifer zudem noch seinen Kumpel Gaćinović, der in der ersten Halbzeit ebenfalls nicht zu überzeugen wusste, an die Seite.

Für diesen kam Sebastian Rode ins Spiel und mit ihm auch neuer Schwung ins Mittelfeld. Neben der verbesserten Einstellung der Mannschaft verhalf ebendieser neue Antrieb in der Zentrale den Frankfurtern zu einer deutlich ansehnlicheren zweiten Hälfte. Ebenfalls positiv hervorzuheben war außerdem Daichi Kamada. Der junge Japaner bewies einmal mehr, dass er zumindest eine Alternative im offensiven Mittelfeld sein kann.

Diva vom Main meets Diva vom Balkan

Nach dem Spiel bemängelte Kevin Trapp die Einstellung einiger Spieler, die seiner Ansicht nach nicht alles gegeben hätten. Ohne Namen zu nennen, wusste natürlich trotzdem jeder, um wen es sich hierbei am wahrscheinlichsten handelt. Trainer Adi Hütter wurde diesbezüglich sogar noch genauer, zähle Ante Rebić öffentlich an. Man sei mit seiner Leistung nicht zufrieden gewesen. Hütter beflügelte auch die Wechselgerüchte noch einmal, indem er betonte, dass wenn der Kroate wechseln wolle, man eine Lösung finden müsse. Bobic bestätigte einige Tage später, dass mehrere Vereine Interesse bekundet hätten, fügte aber hinzu, dass alle Parameter für einen Wechsel stimmen müssten, was scheinbar bisher aber noch nicht der Fall war.

Intern scheint es also was die Personalie Rebic angeht zu kriseln und auch unter den Fans gehen die Meinungen stark auseinander, sowohl was den Spieler und sein Verhalten selbst angeht als auch die Äußerungen von Trapp und Hütter.

Meiner Meinung nach wäre es zumindest wünschenswert, dass, sollte es wie erwartet zu einem Wechsel kommen, es ein versöhnliches Ende gibt. Denn Ante Rebić ist nicht nur gleich unserem geliebten Verein eine Diva, sondern auch ein Pokalheld, der der Eintracht viele schöne und einen unvergesslichen Moment beschert hat. Dies sollten wir uns alle in Erinnerung rufen, wenn wir, völlig zurecht, sein Verhalten kritisieren. Ihn zum alleinigen Sündenbock zu erklären, wird ihm nicht gerecht und sich zu Hasstiraden auf einen Spieler, der uns jahrelang Freude bereitet hat, hinreißen zu lassen, tut weder dem Verein, noch dem Spieler noch uns als leidenschaftlichen Anhängern und erst recht nicht unseren Fanseelen gut – zumal wir bisher nicht wissen und vermutlich auch nie wissen werden, was genau über einen unbestimmten Zeitraum hinweg vorgefallen ist und wer in welcher Form involviert war.

Einiges an Lob aber keine Punkte

Nachdem alle Welt in Aufruhr versetzt wurde und mehr Drama herrschte als bei Shakespeare, stand am Sonntagnachmittag ein Auswärtsspiel in Leipzig an. Wie es der Zufall wollte, fehlten Rebic und Gacinovic mit Blessuren – zumindest offiziell.

Nach einem aufreibenden Spiel in Straßburg, das alles andere als einen mentalen Push mit sich brachte, schätzte man die Zeichen auf ein erfolgreiches Spiel eher gering ein. Zudem fanden sich einige Änderungen in der Startaufstellung. Danny da Costa, zuletzt nicht immer gänzlich überzeugend, bekam eine Pause. Erik Durm rückte für ihn in die Startaufstellung. Auch Hinteregger durfte sich eine Auszeit genehmigen, während N’Dicka neben Hasebe und Abraham in die Abwehr rückte. Paciência übernahm die Stürmerposition für den daheimgebliebenen Rebić und wurde von Bundesligadebütant Dejan Joveljic unterstützt, sodass der zuletzt wenig erfolgreiche Ein-Mann-Sturm vorerst ausgedient hatte. Rode spielte diesmal ebenfalls von Beginn an.

Zugegebenermaßen erwartete man als Fan nicht allzu viel gegen einen Gegner wie Leipzig, der Fehler im Spiel meist gnadenlos ausnutzt und mit schnellen Spielern freie Räume optimal zu nutzen weiß. Sogar die Angst vor einer deutlichen Niederlange schwang mit.

Doch die Frankfurter schlugen sich erstaunlich gut, dominierten die Anfangsphase bis… ja bis die Leipziger eine Ecke zugesprochen bekamen. Diese brachte Sabitzer hinein, Poulsen verlängerte und Werner musste nur noch einschieben. Unpraktischerweise hatte der sonst so fehlerfreie Makoto Hasebe einen schwachen Moment, stand zu weit weg von seinem Gegenspieler und zu allem Übel ließ Kevin Trapp auch noch die kurze Ecke offen. Ehe man sich versah, stand es 1:0 für Leipzig. Dieses Ergebnis entsprach absolut nicht dem Spielverlauf.

https://www.youtube.com/watch?v=SMvdIhfcm5w

Im Anschluss an das Gegentor wirkten die Frankfurter zunächst unsicherer, Leipzig drückte. Dies sollte jedoch nicht lange anhalten. Die Eintracht fand wieder zurück zu ihrem Spiel, das im Vergleich zur Partie gegen Straßburg deutlich verbesserte spielerische Elemente aufwies. Im Anschluss an das Bundesligaduell attestierte der gegnerische Trainer Julian Nagelsmann der Eintracht, die dominantere Mannschaft gewesen zu sein. Die Leipziger fanden kaum Zugriff auf das Spiel.

Dies ging ihm sicherlich trotzdem recht leicht über die Lippen, denn entgegen des Spielverlaufs, erzielte Poulsen (nach einer Wunderheilung, 5 Sekunden vorher lag er noch vor Schmerzen am Boden) das 2:0. N’Dicka erlaubte sich einen Schnitzer und Trapp bekam die Beine nicht mehr rechtzeitig zusammen. Wieder führten individuelle Fehler zum Gegentor. Besonders bitter für die Eintracht ist der Umstand, dass die Leipziger kaum gefährlich wurden, aber ihnen ihre gnadenlose Effizienz zu Gute kam.

Kurz vor Schluss erzielte Paciência, das portugiesische Kopfballmonster, nach Hereingabe vom eingewechselten Chandler mit dem Fuß (!) ein Tor, das zwar nett anzusehen war, aber letztendlich auch nur noch in der Tordifferenz eine Rolle spielt. Zu selten zeigte der Stürmer seine Qualitäten.

Die Eintracht täte also gut daran, sich im Sturm weiter zu verstärken, denn auch Debütant Joveljic wies zwar einen Torriecher auf und machte deutlich, dass er alsbald einnetzen möchte. Seine mangelnde Erfahrung und sein junges Alter ließen ihn aber oftmals noch zu aufgeregt agieren.

Verstärkung im Sturm

 Am darauffolgenden Montag hatte Eintracht Frankfurt seinen Fans im Hinblick auf die Problematik im Sturm dann jedoch etwas Erfreuliches mitzuteilen. Nach Verhandlungen, die sich länger hinzogen als das Vorgeplänkel bei DFB Pokal Auslosungen, konnte mit Sporting Lissabon endlich eine Einigung erzielt werden: Bas Dost wechselt für 7 Mio. Euro (mit möglichen Boni 7,5 Mio. Euro) an den Main und wird mit einem Dreijahresvertrag ausgestattet. Der 30-jährige hochgewachsene Niederländer soll nun für die Eintracht auf Torejagd gehen und scheint heiß auf seine Rückkehr in die Bundesliga zu sein.

Bei der kommenden Aufgabe zuhause gegen Racing Straßburg kann Dost unglücklicherweise noch nicht helfen. Die bisher wichtigste Aufgabe der Saison müssen die Adlerträger mit dem bereits gemeldeten Kader bestreiten. Für das Bundesligaheimspiel gegen Düsseldorf dürfte der neue Mittelstürmer aber durchaus eine Option sein, nachdem er in Lissabon bereits die komplette Vorbereitung absolviert hat.

Angesichts der Entwicklungen um Ante Rebić und mit Blick auf den Sturm dürften die nächsten Tage nicht nur wichtige Aufgaben im internationalen Wettkampf sowie in der heimischen Liga mit sich bringen, sondern auch eine spannende letzte Woche auf dem Transfermarkt anstehen. Es gibt für diejenigen, die es mit der Diva vom Main halten, also allen Grund „hibbelisch“ zu sein…

Diese Woche… bei Hertha BSC, KW, 35

von Chris Butzke

Problemtier Wolf

Während in der vergangenen Woche nach Bruno mit Herthinho erneut ein Problem-Bär für Unruhe in Bayern gesorgt hat, scheint der Wolf sein niedersächsisches Jagdrevier bis nach Berlin ausgeweitet zu haben. Nicht nur die @drei90 ‏-Hosts wachen nachts schweißgebadet auf, wenn sie wieder vom Problemtier Wolf träumen, auch eine nicht näher bekannte alte Dame wird wohl immer häufiger von Wolf-Albträumen heimgesucht.

https://www.youtube.com/watch?v=tB5dzSXp7vU

Ah shit, here we go again!

Der VfL Wolfsburg war also zu Gast bei der Berliner Hertha und wie schon in der letzten Saison fuhr man mit drei Punkten wieder nach Hause. In Berlin hadert man mit dem Ergebnis, denn eigentlich begann das Spiel fulminant. Mit dem allerersten Angriff konnte man Duda im Strafraum gefährlich in Szene setzen, dieser ging ins Dribbling gegen Guilavogui und kam zu Fall. Schiedsrichter Winkmann zeigte sofort auf den Punkt! Elfmeter für Hertha, Vedad Ibisevic schnappte sich den Ball und war bereit, sein Team aus 11 Metern in Führung zu bringen. Doch dann meldete sich der Kölner Keller und wies Winkmann an, sich die Szene nochmal anzusehen und zu bewerten. Es kam, wie es kommen musste und der Strafstoß wurde zum Entsetzen der Berliner Fans zurückgenommen. Aus meiner persönlichen Sicht war es auch kein Foul. Zum einen spielt Guilavogui zuerst den Ball, Duda bleibt jedoch weiter am Ball, es kommt erneut zu einem Kontakt, der aber nicht ausreicht, um wirklich als Foul gewertet zu werden. Somit konnte man sich zwar in den Geschichtsbüchern verewigen, da es bisher der frühste VAR-Einsatz war und diese „Bestmarke“ auch noch eine Weile Bestand haben sollte, jedoch sorgte die letztendliche Entscheidung für Unmut in der Ostkurve.

Dieser Unmut wurde quasi im Gegenzug noch größer. Ein langer Ball sorgte für ein hartes Luftduell zwischen Stark und Schlager, welches der Wolfsburger für sich entscheiden konnte. Dadurch gelangte der Ball auf den komplett blanken Klaus, der sich plötzlich allein vor Rune Jarstein wiederfand. Kurz bevor er zum Abschluss kam, rauschte Karim Rekik, der vorher Klaus einfach laufen ließ und damit diese Chance erst ermöglichte, in wilder Kung-Fu-Manier heran und foulte den Wolfsburger klar. Folgerichtig entschied Schiedsrichter Winkmann erneut auf Elfmeter. Auf den ersten Blick war es eine eindeutige Geschichte, doch gab es energische Proteste der Herthaner. War bei dem Kopfballduell alles regelkonform oder wurde Abwehrchef Niklas Stark in der Luft unfair angegangen? Im Gegensatz zur ersten Elfmeterentscheidung blieb es dabei und somit hatte Winkmann das ganze Stadion gegen sich. Wenn man es aus neutraler Sicht sieht, kann man aber wohl sagen, dass beide Situationen richtig bewertet wurden. Für Hertha war es der zweite verursachte Elfmeter im zweiten Bundesliga-Spiel. Für die Fans ist dies ein wohlbekanntes Gefühl. Bereits letzte Saison verursachte man sogar in den ersten fünf Saisonspielen jeweils einen Elfmeter. Es riecht also wieder nach einer nervenaufreibenden Zeit. Wie schon letzte Woche verwandelte der Gegner sicher und somit brachte man sich erneut durch eigene grobe Schnitzer unnötig in eine schlechte Situation.

Mit der frühen Führung im Rücken überließ Wolfsburg in der Folge Hertha das Spiel. Die Mannschaft von Ante Covic, der seine Heimspiel-Premiere als Chef-Coach feierte, versuchte es spielerisch, besonders Dodi Lukebakio und Ondrej Duda hatten Lust und zeigten mit vielen guten und vor allem effizienten Hackenpässen, dass man in Zukunft einen Gegner mit Kombinationsspiel vor Probleme stellen kann. Lukebakio verursachte bei der Wolfsburger Abwehr Kopfschmerzen mit seinen Dribblings. Den Offensivbemühungen fehlte es aber an der letzten Konsequenz. Kapitän Ibisevic wurde so gut wie gar nicht ins Spiel eingebunden, auch Salomon Kalou konnte bis auf einen gefährlichen Kopfball kaum Akzente setzen. Die größte Chance auf den Ausgleich hatte Mittelfeld-Allrounder Grujic, dessen Ball in letzter Sekunde von Guilavoguis Fußspitze abgelenkt wurde. Danach verflachte die Partie wie ein Wortwitz von @jungerherr1892.

Planlose Offensive

In der zweiten Hälfte ließ Hertha all das vermissen, was in der ersten Halbzeit noch gut funktionierte. Statt Kurzpass-Kombinationen versuchte man es mit hohen Bällen in die Spitze, denen es aber an Präzision fehlte und somit Wolfsburg komplett in die Karten spielte.

Das System wurde mehrmals geändert und sollte für mehr offensiven Druck sorgen. Jedoch wirkte es eher wie bei einem alten iPhone, dass nach einem erneuten Systemupdate kaum noch funktioniert, das Betriebssystem sich öfter aufhängt und selbst die Grundbedienung immer mehr Ausfälle aufweist. Es gab offensive Wechsel, aber auch mit Selke und Redan fehlte jegliche Durchschlagskraft. Auf der anderen Seite wurde die Defensive immer weiter vernachlässigt. Dies nutzte Wolfsburg im Stile einer Spitzenmannschaft zu zwei weiteren Toren, so dass am Ende ein 0:3 in den Büchern stand. Ein Ergebnis, das die Kräfteverhältnisse kaum wirklich widerspiegelt. Wolfsburg agierte nach der Führung clever und nutzte in der zweiten Hälfte die gebotenen Räume eiskalt. Hertha nahm sich in der zweiten Hälfte selbst aus dem Spiel und so kam es zur ersten Saisonniederlage.

Aus Fehlern lernen

Besonders Trainer Ante Covic wird aus der Partie viele Erkenntnisse ziehen können und für die Zukunft besser auf ähnliche Spielsituationen reagieren.

Covic zeigt, dass er sich der eigenen Fehler bewusst ist. Die Fähigkeit zur Selbstkritik sollte den Fans Hoffnung geben. Covic scheint auch die Gründe für das planlose Auftreten gut analysiert zu haben. Es bringt halt nichts, drei oder vier nominelle Stürmer auf den Platz zu stellen, wenn es keinen Plan gibt, wie man diese in gefährliche Situationen bringt. Schon in den Vorbereitungsspielen hat man phasenweise mit langen Bällen agiert, auch dort eher mit mäßigem Erfolg. Lediglich Torunarigha konnte damals mit präzisen Bällen über 45-50 Meter auf sich aufmerksam machen. In der Bundesliga herrscht aber nochmal ein anderer Wind als in Testspielen gegen Eintracht Braunschweig oder Crystal Palace. Außerdem dürfte man zu dem Schluss kommen, dass Lukebakio für das Team durch Dribblings in den Sechszehner wichtiger ist als durch Flanken. Wenn für den anderen Flügel in naher Zukunft hoffentlich Javairo Dilrosun wieder fit ist, hat man die perfekten Voraussetzungen für schnelle flache Kombinationen und gefährliche Dribblings auf den Außen. Offensiv besitzt Hertha eine Menge Potential, welches durch Covic auch gefördert wird. Es ist eigentlich auch das optimale Pflaster für einen Stürmer wie Davie Selke. Wenn er den Schritt vom Talent zu einem wirklich guten Bundesliga-Spieler schaffen will, muss er diese Saison Ibisevic als erste Option im Sturm ablösen. Ansonsten könnte es eng für ihn werden.

Neben Selke ist auch Daishawn Redan eine Alterntive im Sturm. Der 18-jährige konnte Covic durch gute Leistungen in der zweiten Mannschaft schon früh in der Saison davon überzeugen und sich einen Kaderplatz sichern (für Köpke wird es wohl schwierig, diese Saison auf Einsatzzeiten zu kommen).

Redan ist nach Dilrosun bereits das zweite niederländische Top-Talent, das den Weg von einem großen Premier-League-Club in die deutsche Hauptstadt gefunden hat. Dies könnte ein Modell mit Zukunft sein. Dilrosun hat letzte Saison bereits gezeigt, dass Berlin auf junge Spieler setzt und man den nächsten Schritt in der Entwicklung nehmen kann. Redan wird ebenfalls einige Einsätze bekommen. Hertha erarbeitet sich einen guten Ruf und so könnte sich auch das ein oder andere Talent eine blau-weiße Zukunft vorstellen.

Gelsenkirchen vor der Brust

Der nächste Gegner verspricht wieder eine schwierige Aufgabe zu werden. Gegen das Team aus Gelsenkirchen tut sich Hertha traditionell schwer. Seit der Tedesco-Ära steht Schalke vor allem für defensiv orientierten Fußball und auch die ersten beiden Spiele unter dem neuen Trainer Wagner waren keine offensiven Highlights. Gegen Gladbach und Bayern hielt man aber gut mit. Hertha ist also gewarnt und weiß, dass einem die Punkte dort nicht geschenkt werden. Gegen die Bayern hatte Gelsenkirchen aber Probleme, sobald das Spiel schnell auf den Flügeln gemacht wurde. Besonders Coman konnte auf seiner Seite für Gefahr sorgen. Vielleicht wäre es daher eine Überlegung wert, Lukebakio nach links zu ziehen, damit man dort auch durch Dribblings Torchancen erspielt oder durch Doppelpässe mit Duda Lukebakio selbst in Abschlusssituationen kommt. Das Spiel könnte auch schon richtungsweisend für die kommenden Partien sein. Bisher ist es schwierig, das tatsächliche Leistungsvermögen einzuschätzen. Gegen Wolfsburg und Bayern hat man gute Ansätze gesehen. Aber schon Bibis Beauty Palace zeigt, dass nur Ansätze nicht immer für Qualität stehen. Covic möchte offensiv spielen lassen. Aus der Niederlage gegen Wolfsburg kann man schon Rückschlüsse ziehen, die bereits jetzt wichtig sein können. Ich bin optimistisch, dass in den nächsten Wochen aus den Ansätzen auch wunderbar herausgespielte Tore werden.

Diese Woche… bei Eintracht Frankfurt, KW 34

Von Patricia Seiwert

Der Adler fliegt wieder

Da sind sie wieder, die Wochenenden mit gesteigertem Pizza- und Erfrischungsgetränkekonsum, mit einer Begleitmusik aus Freudenschreien, wutentbrannten Kraftausdrücken und leisem Gewinsel. Kurzum: die Bundesliga ist zurück!

Am vergangenen Freitag eröffneten die Bayern mit ihrem Gast, der alten Dame aus Berlin, die neue Saison.

Eine Woche vorher fanden bereits die Partien der 1. Runde des DFB Pokals statt.

Doch für die Frankfurter Eintracht starteten die Pflichtspiele schon deutlich früher. Als die Adler in der letzten Saison haarscharf auf Platz 7 landeten, stand fest: die Eintracht wird sich mit einer kurzen Vorbereitung zufriedengeben müssen.

Europapokal? Ist uns nicht egal!

Das erste Pflichtspiel der neuen Saison bestritten die Jungs unter Leitung von Cheftrainer Adi Hütter bereits am 25. Juli in Tallinn. In entspannter Atmosphäre bekamen die mitgereisten Fans einen 2:1 Sieg ihrer Eintracht zu Gesicht. Eine Woche später reisten dann die Esten in den Frankfurter Stadtwald. Mit überschaubarem, aber dafür sehr sympathischem, Anhang im Gepäck gelang dem FC Flora Tallinn ein durchaus ansehnliches Tor vor – zumindest für Frankfurter – gewohnt großartiger Kulisse inklusive Choreo (alle in weiß). Trotzdem sicherte sich die Eintracht erneut einen 2:1 Sieg und zog somit in die nächste Qualifikationsrunde ein. Aber vorher wurden die munteren Gäste aus Tallinn gebührend verabschiedet. Die Nordwestkurve feierte die gegnerische Mannschaft überschwänglich, was diese sichtlich genoss. Ein rundum gelungener Abend für beide Seiten neigte sich also mit tollen Bildern dem Ende zu.

Bereits eine Woche später ging die Reise für die Adlerträger weiter ins idyllische Liechtenstein. Mit dem FC Vaduz wartete der nächste Gegner auf dem Weg in die Europa League und dessen Wohnzimmer lässt sich durchaus sehen. Ein kleines Stadion inmitten von Alpenromantik – ein Traum! Traumhaft aus Sicht der Eintracht war auch das Ergebnis. Problemlos erspielten sich die Hessen ein 5:0, sodass im Rückspiel in Frankfurt ein 1:0 Sieg, erneut eingeläutet durch eine Choreo des Publikums (alle in rot), locker für den Play-off Einzug reichte. Mit Racing Straßburg wartet nun ein etwas größeres Kaliber als der FC Flora Tallinn oder der FC Vaduz auf Eintracht Frankfurt. Der Teilnehmer der französischen Ligue 1 sicherte sich den Qualifikationsplatz durch einen Pokalsieg.

Aufregendes Duell unter Freunden

Zwischen den beiden Qualifikationsspielen gegen Vaduz stand für die Eintracht außerdem noch die 1. Runde des DFB Pokals an. Die Zeichen deuteten alle darauf hin, dass dies ein besonderes Spiel werden sollte. Der Gegner war nämlich niemand geringeres als der SV Waldhof Mannheim, zu dessen Fans die Frankfurter Anhängerschaft eine enge Freundschaft pflegt. Dementsprechend gut war die Stimmung. Nachdem die Waldhöfer vor Anpfiff eine Choreo darboten, stimmten beide Fangruppen über das ganze Spiel hinweg immer wieder gemeinsame Gesänge an.

Zunächst sollten die Gastgeber aber ausgelassener feiern als die Frankfurter, denen bereits nach drei Minuten der Mund offenstand und nach elf Minuten die Kinnlade am Boden hing, denn zu diesem Zeitpunkt führte der SV Waldhof schon mit zwei Toren. Sulejmani war der Doppeltorschütze, der die Abwehr der Eintracht in der Anfangsphase des Spiels gnadenlos überrannte. Doch bis zur Halbzeit gelang es den Gästen wieder alles auf Anfang zu drehen. In der 21. Minute traf der junge Japaner Daichi Kamada, der erst kürzlich von seiner Leihstation in Belgien (VV St. Truiden) nach Frankfurt zurückkehrte. Den Ausgleich erzielte Filip Kostic dann in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit.

https://www.youtube.com/watch?v=SGdtGsx93rQ

In der zweiten Halbzeit durften dann noch einmal die Mannheimer jubeln. In der 72. Minute erzielte Marx den dritten Treffer für die Männer in Schwarzblau, bevor eine zuletzt immer wieder umstrittene Personalie einen lupenreinen Hattrick ablieferte. Die Rede ist von Ante Rebic. In der 76. Minute erzielte er den erneuten Ausgleich und legte dann jeweils in der 81. und in der 88. Minute nach. Somit sicherte der Kroate den Frankfurtern den Einzug in die 2. Runde, wo der FC St. Pauli wartet.

Abschiede, großes Geld und (nicht ganz so) neue Gesichter

Dass in letzter Zeit über ebendiesen wuchtigen Angriffsspieler unzählige Diskussionen geführt wurden, liegt nicht zuletzt daran, dass immer wieder ein Wechsel im Raum stand und immer noch steht, obwohl die neusten Entwicklungen bei einem der Hauptinteressenten, Inter Mailand, eher gegen eine Verpflichtung von Rebic sprechen.

Auch die Eintracht ist natürlich auf dem Transfermarkt tätig geworden. Nachdem sie mit Luka Jovic (Real Madrid) und Sébastien Haller (West Ham United) zwei der drei Büffel aus der vergangenen Saison ziehen lassen musste, konnten im Gegenzug mit Kevin Trapp, Sebastian Rode und Martin Hinteregger drei geliehene Leistungsträger fest verpflichtet werden. Letzterer wurde beim Heimspiel gegen den FC Flora Tallinn präsentiert und als Publikumsliebling so überschwänglich empfangen wie sonst nur junge Popstars von Teenie-Massen.

Durch die hohen Einnahmen der beiden Rekordverkäufe (zusammen 100 Mio. €) und auch mit TV Geldern aus der Bundesliga sowie den Prämien für die sehr erfolgreiche Teilnahme in der Europa League hat die Eintracht diesen Sommer einen ungewohnt großen finanziellen Spielraum. Diesen nutzte sie bisher unter anderem dafür, ihr Mittelfeld zu verstärken. Mit Dominik Kohr und Djibril Sow fanden neben Rode zwei weitere Mittelfeldspieler den Weg an den Main. Auch Linksverteidiger (und Weltmeister) Erik Durm entschied sich nach seinem Ausflug auf die Insel (Huddersfield Town) für ein Engagement bei der Frankfurter Eintracht.

Der einzige Zugang im Sturm ist – Stand jetzt – Dejan Joveljic. Der junge Serbe, dessen Nachname klingt wie die Pokémon-Vorentwicklungsstufe von Vorgänger Jovic, kommt von Roter Stern Belgrad. Anders als Luka Jovic legt dieser aber keinen Zwischenstopp bei Benfica in Portugal ein, sondern wagt direkt den Sprung in die Bundesliga. Der gerade erst 20 gewordene Jungstürmer wird sicherlich noch ein wenig Eingewöhnungszeit benötigen. Die Eintracht wäre also gut beraten, nicht all den Druck auf die Schultern des Neuankömmlings zu laden. Der Portugiese Gonçalo Paciência, der als einziger weiterer Mittelstürmer infrage kommt, wird es aber auch nicht alleine richten können, zumal das Kopfballmonster noch einige Schwächen am Boden aufweist. Auch deswegen dürfte sich die Eintracht aktuell für einen alten Bekannten aus der Bundesliga interessieren. Bas Dost soll von Sporting Lissabon in die Mainmetropole gelockt werden. Die Vereine sind sich laut eigener Aussage wohl einig, jedoch ließen neueste Medienberichte verlauten, dass es zwischen dem 1,96m großen Niederländer mit Berater und dem portugiesischen Noch-Arbeitgeber aktuell noch semifreundschaftlichen Gesprächsstoff gibt. Die Eintracht soll ihrerseits in der Angelegenheit ganz entspannt sein, dass der Transfer trotzdem, wenn auch mit einigen Tagen Verspätung, über die Bühne gehen wird. Ein erfahrener Abschlussstürmer dürfte dem Spiel der Frankfurter jedenfalls nicht schaden.

Zweik(r)ämpfe im Stadtwald

Ganz im Gegenteil, denn am Wochenende fand im Frankfurter Stadtwald das erste Bundesligaspiel der neuen Saison gegen die TSG Hoffenheim statt. Unter anderem wurde hierbei deutlich, dass ein Spieler wie Bas Dost ein dankbarer Abnehmer in dem oft flankenlastigen Spiel der Eintracht wäre. Denn Adi Hütter stellte gegen die Hoffenheimer keinen klassischen Mittelstürmer auf, sondern ließ Ante Rebic vor dem Tor agieren, gemeinsam mit Kamada, der die Rolle der hängenden Spitze übernahm. Überraschend an der Aufstellung war ebenfalls die Kombination aus Fernandes und Kohr im zentralen Mittelfeld, ist doch Lucas Torró einer der klaren Gewinner der Vorbereitung – zumindest, wenn man auf die Meinung zahlreicher Eintracht Anhänger vertraut. Jedenfalls ließ diese Mittelfeldkonstellation nicht allzu feinen Fußball vermuten. Dass sich dazu leider auch zu viele Ungenauigkeiten und vor allem Fehlpässe gesellten, wurde den Adlerträgern glücklicherweise nicht zum Verhängnis – zum einen, weil die Abwehr im Gegensatz zu anderen Aspekten im Frankfurter Spiel ziemlich gut funktionierte und zum anderen, weil die TSG aus dem Spiel heraus nach vorne relativ harmlos agierte.

https://www.youtube.com/watch?v=VaIKvmMFw9s

Ausbaufähig war auch die Chancenverwertung der Frankfurter. Zwar war Filip Kostic, unermüdlich wie eh und je, in herausragender Form, ließ regelmäßig mehrere Hoffenheimer am Stück stehen während er mit dem Ball am Fuß in Höchstgeschwindigkeit über das Feld in Richtung des gegnerischen Tors stürmte, scheiterte dann aber im Abschluss oder fand keinen Abnehmer für seine Hereingaben.

Spieler des Spiels, neben Filip Kostic, war Abwehrmann Martin Hinteregger, der bereits nach 36 Sekunden den Ball zum 1:0 hinter die Linie köpfte – der perfekte Eisbrecher für den Bundesligastart, der, wie erwähnt dank einer starken Frankfurter Abwehrreihe und einer schwächelnden Hoffenheimer Offensive, durch einen knappen Heimsieg gekrönt wurde. Aber nicht nur sein Tor und seine punktgenauen Grätschen sorgten an diesem Abend für Aufsehen, denn Martin „Hinti“ Hinteregger lag gegen Ende der zweiten Halbzeit mit schmerzverzerrtem Gesicht am Boden, hielt sich das Bein. Alle Frankfurter hielten den Atem an. Was, wenn genau dieser so wichtige Mentalitätsspieler nun lange ausfällt? Es sah jedenfalls nicht gut aus. Zum Erstaunen aller konnte Hinteregger dann aber weiterspielen und erklärte nach dem Spiel wie selbstverständlich, dass er ja nur einen Krampf gehabt habe, aber selbst nicht wusste, was das denn nun sei, schließlich wäre es sein allererster Krampf gewesen.

Langweilig wird es mit der Frankfurter Eintracht und ihren Repräsentanten auf und neben dem Feld also so schnell nicht, wie die Ereignisse der letzten Wochen eindrucksvoll beweisen. Und es geht Schlag auf Schlag weiter, denn die Hessen müssen sich am Donnerstag bereits im Elsass gegen Straßburg beweisen, bevor es am Sonntag nach Leipzig zum ersten Auswärtsspiel der Bundesligasaison geht. Drei Spiele in sieben Tagen – der mittlerweile fast schon normale Wahnsinn geht ohne große Pausen weiter.