Diese Woche… bei Eintracht Frankfurt, KW 46

von Patricia Seiwert

Zuhause ist es am schönsten

Gerade an Tagen wie diesen, an denen ein beißender Wind den Bäumen die letzten bunten Blätter von den Ästen weht, Spaziergänge durch die vom Nieselregen nassen Straßen nur mit Schal und Mütze erträglich sind und der Winter bereits den ersten Fuß in die Tür gesetzt hat, sagt man sich unverhältnismäßig oft: Zuhause ist’s doch am schönsten!

Genau das dürfte auch das Mindset beschreiben, mit dem die Frankfurter Eintracht zuletzt ihre Spiele bestritt. Eine klare Auswärtsschwäche zeichnete sich über die bisherige Saison hinweg ab und auch diese Woche sollte diese kein Ende finden. Die Euphoriewelle erreichte die Frankfurter nach dem 5:1 Kantersieg gegen den FC Bayern München zwar in voller Wucht, diese vermochten es aber nicht, auf ihr zu reiten und sollten alsbald vom kühlen Nass erwischt werden.

Von tragischen Figuren und noch tragischeren Schiedsrichtern

Die Tage der Ernüchterung sollten am vergangenen Donnerstag im belgischen Lüttich ihren Anfang nehmen. Dort reiste Eintracht Frankfurt an, nicht so aber die dazugehörigen, sonst so treuen Anhänger. Denen war es nämlich nicht nur wegen der verhängten Auswärtssperre verboten, das Spiel im Stadion zu verfolgen, auch die Stadt durften die reiselustigen Fans nicht betreten.

Doch die vielen Zuhausegebliebenen, die das Spiel am Bildschirm verfolgten und die wenigen, die sich doch undercover im Stadion befanden, bekamen alles andere als eine glanzvolle Partie zu sehen. Noch kürzlich machte Adi Hütter auf einer Pressekonferenz deutlich, seine Mannschaft könne nicht alle drei, vier Tage ein Feuerwerk abbrennen.

 

Selten wurde diese Aussage mehr gestützt, als durch die Diskrepanz zwischen der Leistung gegen Bayern und der Leistung an diesem Europapokalabend.

Lange Zeit gab diese Partie nichts her. Sie dümpelte so vor sich hin, vor einer Kulisse, von der einige mehr erwartet hatten, wurde doch das Lütticher Publikum im Vorfeld nicht selten als sehr leidenschaftlich angepriesen.

Selbst der Führungstreffer in der 56. Minute, den Standard Lüttich, wie sollte es anders sein, durch einen Standard erzielte, brachte nicht zwingend mehr Zug ins Spiel. Zwar glich die Eintracht keine 10 Minuten später durch Kostić aus, der einen direkten Freistoß verwandeln konnte, das war es aber auch mit den Highlights bis hier hin. Nachdem die Zeit ohne weitere große Geschehnisse verstrich und die Uhr 90 gespielte Minuten anzeigte, ging es in die vierminütige Nachspielzeit. Zu diesem Zeitpunkt war in vielen Köpfen bereits der 1:1 Endstand besiegelt. Scheinbar auch in denen der Frankfurter Abwehrreihe und genau das wurde den Hessen in Minute 90+4 zum Verhängnis. Hinteregger ging mit seinem Gegenspieler nicht ins Kopfballduell, sodass dieser einen langen Ball auf den anschließenden Torschützen Lestienne ablegen konnte, zu dem sowohl Hasebe als auch Abraham einen zu großen Abstand hatten.

In letzter Minute sicherte sich Lüttich also den Sieg.

Für die Frankfurter ist dies nicht zuletzt deshalb so bitter, weil Filip Kostic den 2:1 Führungstreffer vor dem Gegentreffer auf dem Fuß hatte, die tragische Figur dieses Abends den Schuss aber komplett verzog und im Gegenzug dann der Konter auf die in Gedanken bereits in der Kabine verweilende Frankfurter Abwehr zurollte.

Das Endergebnis sorgte aber nicht nur für Aufregung, weil die Eintracht somit in der Gruppe auf Platz 3 abrutschte, sondern auch, weil Lüttich seit der 64. Spielminute zu zehnt hätte auf dem Platz stehen müssen. Laifis zog nämlich die Notbremse gegen Rode. Obwohl dieser der letzte Mann war, sah der Zypriot aber keine rote Karte.

Selbst wenn der Schiedsrichter seine rote Karte vergessen hätte, hätte es gereicht, wenn er ihm die gelbe gezeigt hätte, denn besagter Spieler war bereits verwarnt. Aber auch dies passierte bezeichnenderweise nicht. Ad absurdum wurde die ganze Situation spätestens aber dann geführt, als der Unparteiische auch noch dem falschen Lüttich-Spieler die gelbe Karte zeigte. Dieser hatte scheinbar die Planlosigkeit des offensichtlich überforderten Schiedsrichters erkannt und sich prompt als der Schuldige ausgegeben, um seinen vorbelasteten Teamkollegen vor einem Platzverweis zu schützen.

Völlig zurecht regten sich nach dem Spiel nicht nur die Fans, sondern auch Trainer Hütter über diese kuriosen Geschehnisse auf. Denn nach den verbleibenden 25 Minuten in Unterzahl, hätte es Standard Lüttich vermutlich nicht mehr geschafft, den Last-Minute-Siegtreffer in dieser Form herauszuspielen.

Der Eintracht bleibt nun die Erinnerung an einen gebrauchten Abend und immerhin die Chance, es drei Tage später in der Bundesliga gegen den SC Freiburg besser zu machen.

Ein wortwörtliches Kampfspiel

Doch auch diese Chance sollte vertan werden. Mit einem Sieg gegen den SC Freiburg hätte Eintracht Frankfurt die Gelegenheit gehabt, die Länderspielpause auf Platz 4 der Tabelle zu verbringen. Dies sollte gegen die Breisgauer aber nicht gelingen.

Obwohl die Gastgeber bisher eine überraschend starke Saison spielen, konnten sie gegen die Adler vom Main nicht gewohnt stark aufspielen. Die Eintracht lieferte zwar auch hier keine Leistung, bei der zahlreiche Kinnladen der Schwerkraft zum Opfer fallen würden, arbeitete aber dennoch solide gegen die Stärken der Freiburger.

Auch diese Partie lieferte nicht allzu viele Wow-Momente. Zwar gab es auf beiden Seiten die ein oder andere Torchance, diese wurden aber nicht verwandelt. Umso unnötiger war demnach das, was sich kurz vor dem Pausenpfiff ereignete.

Gelson Fernandes, der bereits gelb vorbestraft war, setzte gänzlich ohne Not zur Grätsche an und traf dann zu allem Übel auch noch nicht den Ball, sondern seinen Gegenspieler. Völlig zurecht, sah er für diese Aktion Gelb-Rot und völlig zurecht, regten sich alle auf, die es mit der Eintracht halten.

Es kündigte sich über die Halbzeit hinweg bereits an, dass Fernandes an diesem Abend wohl kaum die 90 Minuten zu Ende spielen würde, weshalb Hütter vielleicht vorsichtshalber lieber einen frühen Wechsel in Erwägung hätte ziehen sollen. Gleichzeitig war bis zur Pause aber zum Zeitpunkt des Platzverweises nicht mehr lange zu spielen und von einem erfahrenen Spieler wie Fernandes erwartete man sicherlich auch, dass dieser sich in die Halbzeit retten kann, bevor ihn dann ein frischer Spieler ersetzen kann. Dazu sollte es aber nicht kommen und so musste die Frankfurter Eintracht die zweite Halbzeit dezimiert bestreiten. ???

Dies gelang ihr gut. Sehr gut sogar. Denn auch mit einem Mann weniger war die Eintracht am Sonntagabend in Freiburg die deutlich bessere Mannschaft. Dennoch schaffte sie es, wie schon so oft in der laufenden Saison, nicht, ihre Überlegenheit in Tore umzumünzen. Wie es im Fußball scheinbar ungeschriebenes Gesetz ist, geht dann die andere Mannschaft in Führung und so erzielte Nils Petersen in der 77. Minute das erste und einzige Tor dieser Partie.

Doch nicht die Partie bis zur 90. Minute ist es, die danach in aller Munde war, sondern die Nachspielzeit, in der ein Ball ins Aus ging – laut Freiburger Hymne eine Sache, die nie hätte passieren dürfen, denn dort geht, dem Liedchen zufolge, kein Ball ins Aus. Ging er aber nun mal doch.

Freiburg-Trainer Streich, dessen Mannschaft knapp führte, stoppte diesen Ball nicht, machte sogar noch einen Schritt nach rechts und stellte sich damit in den Laufweg von David Abraham, dessen Plan es war, den Einwurf schnellstmöglich auszuführen. Ehe er sich versah, wurde er auch schon vom heranpreschenden argentinischen Heißsporn, inklusive Bodycheck, umgerannt. So die Kurzfassung der anschließend viel diskutierten Geschehnisse.

Die Erkenntnisse hieraus sind, ebenfalls kurzgefasst, dass selbst jemand, der abseits des Platzes der vorbildlichste Mensch sein mag, im Eifer des Gefechts verständlicherweise auf seinen Vorteil bedacht ist und aus solchen Gegebenheiten heraus eventuell nicht immer auf die sportlichste Art und Weise handelt. Aber auch, dass dies keineswegs rechtfertigt, diesen jemanden anzurempeln, umzureißen oder, wie in dieser Aktion, nach allen Regeln der Kunst wegzuchecken.

Glücklicherweise kam niemand zu Schaden und alle Parteien vertrugen sich nach Abpfiff der Partie schnell. Neben Abraham sah auch der zu diesem Zeitpunkt bereits ausgewechselte Grifo zurecht die rote Karte. Dieser stürmte nach dem Rempler gemeinsam mit seinen Teamkollegen auf den Frankfurter Kapitän zu und fasste diesem ins Gesicht.

Sowohl Abraham als auch Grifo wurden also für ihr Fehlverhalten bestraft, wobei Abraham sicherlich noch mit einer längeren Sperre zu rechnen hat.

Böses Blut gibt es letztendlich aber auf keiner der beiden Seiten, nachdem Entschuldigungen ausgetauscht und klärende Gespräche geführt wurden.

Aus der Sicht der Eintracht doppelt bitter war die Szene deshalb, weil sie das Spiel beendete. Hätte Abraham es geschickt angestellt und wäre Streich trotz dessen kleinen Schrittes nach rechts ausgewichen, hätte er den Ball zurück ins Spiel befördern können und die Frankfurter hätten zumindest noch eine letzte Chance gehabt, an diesem kalten Novemberabend irgendwie noch den Ausgleich zu erzielen.

Zeit zum Durchatmen

Nun steht die Länderspielpause an, in denen sich die Gemüter der Spieler, Trainer, Fans und Medien beruhigen können.

Nach zwei Niederlagen aus zwei Partien muss es die Eintracht schaffen, diese enttäuschende Woche als das abzuschließen, was sie eben war: eine Woche, in der wenig bis gar nichts gelingen sollte und in der auch das Quäntchen Glück fehlte, das im Fußball mitunter benötigt wird.

Die Pause wird sicherlich dazu genutzt werden, die Köpfe wieder freizubekommen. Denn vor der Winterpause stehen noch wichtige Wochen für die Adlerträger an. Nach der Niederlage in Lüttich steht der Einzug in die K.o.-Phase der Europa League auf der Kippe, sodass den Spielen gegen Arsenal und Guimarães eine hohe Bedeutung zukommt.

Auch in der Bundesliga wurde es versäumt, die Länderspielpause auf einem Champions-League-Platz zu verbringen. In der immer noch engen Tabelle steht Eintracht Frankfurt auf Platz 9 und empfängt in zwei Wochen mit dem VfL Wolfsburg den punktgleichen Tabellennachbarn. Eine unbequeme Aufgabe, auch, weil sich Spiele gegen die Werkself für die Frankfurter traditionell oft schwierig gestalten.

Dennoch darf und muss diese Aufgabe mit positiver Einstellung angegangen werden, nicht zuletzt, weil der Austragungsort im Frankfurter Stadtwald im bisherigen Verlauf der Saison ein überwiegend glückliches Pflaster für die Hessen war.

Diese Woche… bei Eintracht Frankfurt, KW 45

Von Patricia Seiwert

Wingardium Leviosamstag – Die Eintracht schwebt über den Platz

 War geil.

Eigentlich wäre mit diesen beiden Worten alles gesagt. Sie würden vielleicht halb Fußballdeutschland, mindestens aber allen denen, die es mit Eintracht Frankfurt halten, aus der Seele sprechen.

Da die Autorin dieses Textes ihre Aufgabe, die Geschehnisse und die Gefühlslage in Frankfurt schriftlich festzuhalten und das dabei entstandene Textstück dann in den Weiten des Internets zu verteilen, aber sehr ernst nimmt, folgen nun ein paar weitere Zeilen zu einem spektakulären Bundesliganachmittag in der Mainmetropole.

Wechselhaft war das Wetter an besagtem Samstagnachmittag. Standen vor Anpfiff der Partie noch rund ums Stadion herum zehntausende Menschen, die die sich durch die Wolken kämpfenden Sonnenstrahlen genossen, so brachen pünktlich zum Anstoß die Wolken und ein Schauer ergoss sich über den Frankfurter Stadtwald.

Beständig gut hingegen sollte die Laune der heimischen Fans an diesem Tag bleiben. Kaum einer derjenigen, die sich vor Beginn des Spiels das ein oder andere Kaltgetränk genehmigten und darüber philosophierten, wie das kurz bevorstehende Spiel gegen den FC Bayern München denn nun verlaufen könnte, hätte wohl mit dem gerechnet, was sich letztendlich ereignete.

Ein Sieg für die Bayern, die zwar zuletzt schwächelten, aber eben trotzdem noch die Bayern sind? Wahrscheinlich. Eine hart umkämpfte Partie, die am Ende keinen Sieger findet? Möglich. Ein knapper Sieg für mutig aufspielende Frankfurter? Wäre schön.

Sicher witzelte auch hin und wieder jemand darüber, dass man die Münchner in ihrer jetzigen Form doch abschießen müsse. Doch die wenigsten hätten mit dem Ergebnis gerechnet, das nach 90 Minuten auf der Anzeigetafel zu sehen war: ein 5:1 für die Heimmannschaft. Sechs Tore in einem Spiel, von denen eine ganze Hand voll aufs Konto der Adlerträger geht.

 

Schon während des Spiels bündelten sich Freude, Stolz, Erstaunen und ein kleines bisschen Unglaube in der Frankfurter Fan-Seele, während dem mitgereisten Bayern-Anhang zunächst blankes Entsetzen, am Ende aber eine resignierende Gleichgültigkeit in den Gesichtern stand.

Wie die Eintracht den deutschen Rekordmeister derart deklassieren konnte? Mit Cleverness, Spaß am eigenen Spiel, Unersättlichkeit und mit einem unerschütterlichen Selbstvertrauen, das auch nicht schwand, als die Gäste zwischenzeitlich durch ein ansehnliches Lewandowski-Tor auf 2:1 verkürzen konnten.

Sicherlich spielte den Frankfurtern auch in die Karten, dass sich bereits in der 9. Minute eine Schlüsselszene ereignete. Nachdem die ersten Minuten des Spiels eher die Gäste aus München am Drücker waren, entstand aus einer gelungenen Abwehraktion von Martin Hinteregger eine Gelegenheit zum Kontern, an deren Ende Gonçalo Paciência nur noch an Jérôme Boateng vorbeimusste, um alleine vor Torhüter Manuel Neuer aufzutauchen. Doch dazu sollte es nicht kommen. Boateng, dem es an Spielpraxis mangelt und der bei den Bayern durch die Verletzungen der Innenverteidiger Süle und Hernández quasi als Notnagel die Abwehrreihe komplettieren soll, setzte zur klärenden Grätsche an, traf dabei aber nicht das Rund, sondern den Frankfurter Stürmer.

Seine Entscheidung auf Elfmeter und gelb für Boateng, revidierte Schiedsrichter Markus Schmidt nach Eingreifen des Videoassistenten. Das Foul fand vor dem Strafraum statt und so gab es zwar keinen Elfmeter, aber rot für den Innenverteidiger des FC Bayern, der mit Paciência den letzten Mann, in dieser aus Sicht der Gäste verhängnisvollen Kontersituation, zu Fall brachte.

80 Minuten in Unterzahl standen für den amtierenden deutschen Meister nun an und obwohl aus der Freistoßsituation noch kein Tor für die Hessen entstand, sollte es sich ab hier zu einem sehr einseitigen Spiel entwickeln. Bis auf den deutlich angesäuerten Manuel Neuer, der eine noch höhere Niederlage seiner Mannschaft zu verhindern wusste und Robert Lewandowski, der durch seinen Treffer zum zwischenzeitlichen 2:1 ein deutliches Lebenszeichen gab, wirkte die gesamte Mannschaft des FC Bayern München blutleer.

Quicklebendig hingegen waren zum einen das Frankfurter Publikum, dessen Selbstverständnis, die besten Fans der Liga zu sein, durch Ex-Trainer und Bayern-Trainer Niko Kovač im Vorfeld des Spiels noch einmal bestätigt wurde, und zum anderen die Jungs auf dem Rasen, die die Ränge regelmäßig so akribisch anfeuern. Mit jeder neuen Spielminute, die anbrach, sah man der heimischen Mannschaft den Spielspaß mehr und mehr an. Folgerichtig gingen die Adler in der 25. Minute durch Kostić in Führung. Ab jetzt überschlugen sich die Ereignisse. Djibril Sow baute die Führung mit seinem ersten Treffer für die Eintracht keine zehn Minuten später aus. Dieses 2:0 verdient den Titel „Perfektion“. Von der Entstehung bis hin zum Abschluss symbolisierte dieses Tor alles, was das Spiel der Frankfurter an diesem Nachmittag so ansehnlich machte, allem voran die Leichtigkeit. Hinteregger eröffnete den Spielzug mit einem Pass auf Dost. Dieser leitete den Ball in bester One-Touch-Manier auf Paciência weiter, dieser wiederum mit nur einer Berührung mit der Hacke weiter auf den nachrückenden Rode, der im gleichen Atemzug den Ball wieder für den Portugiesen ablegte. Dieser spielte nach links auf Filip Kostić ab, dessen abgefälschte Flanke Sow fand, der den Ball Volley nahm und ins Tor der Bayern knallte – eine Szene, an der sich Ästhetik-Liebhaber niemals satt sehen werden.

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Vor der Pause fiel nur noch der ebenfalls nett anzuschauende Anschlusstreffer durch Lewandowski, der durch eine Drehung mal ganz nebenbei drei Frankfurter an deren Strafraum stehen ließ und anschließend im Vorbeigehen einnetzte. Dies war der letzte Moment, an dem sich die Eintracht-Anhänger an diesem Nachmittag ärgern sollten.

Was in der zweiten Halbzeit folge, läuft unter dem Namen „Pure Extase“. In den verbleibenden 45 Minuten spielten sich die Frankfurter in einen Rausch.

Nur wenige Minuten nach Wiederanpfiff leistete sich Gnabry einen fatalen Ballverlust. Abraham nahm den hergeschenkten Ball dankend an, ließ ihn von Dost weiter auf da Costa verteilen, der eine Flanke hereingab, die nicht nur auf den Millimeter genau passte, sondern sich auch ganz genau so um die Abwehr herumlegte, dass Abraham letztendlich nichts anderes übrig blieb, als das 3:1 einzutüten. Spätestens jetzt waren die Bayern für diesen Spieltag endgültig gebrochen.

Und die Eintracht? Die kannte keine Gnade. Wie sagt man so schön in Frankfurt? Erbarme zu spät, die Hesse komme!

Die Innenverteidiger Abraham und Hinteregger mauserten sich zuletzt im Heimspiel gegen Standard Lüttich, als die Eintracht mit einem sehr schmal besetzten Sturm antreten musste, gewissermaßen zu Teilzeitstürmern. Nachdem der Kapitän gegen die Bayern bereits bewies, dass er vor dem Tor kein One-Hit-Wonder ist, legte nun auch Hinteregger nach. Nach einer Ecke köpfte er den Ball zum 4:1. Da war es wieder: das Frankfurter Innenverteidiger-Sturm-Duo.

Aber auch das sollte noch nicht alles an Freude gewesen sein, was den Eintracht-Fans beschert werden sollte. Nachdem die letzten Wochen die Sorge um André Silva und seine mysteriöse Achillessehnenproblematik immer weiter anwuchs, einige nicht mal mehr mit einem Hinrunden-Einsatz des vom AC Milan geliehenen Portugiesen rechneten, wechselte Adi Hütter, der offenbar noch nicht genug von seiner Offensive hatte, das Sorgenkind beim beachtlichen Stand von 4:1 ein.

Und André Silva? Der konnte zum Erstaunen vieler nicht nur rund laufen, sondern auch Tore vorbereiten. So nämlich geschehen fünf Minuten vor pünktlichem Schluss der Partie, als Silva zunächst Alaba vernaschte und anschließend seinen Landsmann und Kumpel aus Porto-Zeiten Paciência bediente, der nur noch einschieben musste. 5:1. Schlusspfiff. Ungebremste Euphorie.

Wenn die Hessen weder den Reformationstag noch Allerheiligen als offiziellen Feiertag zugesprochen bekommen, dann machen sie sich halt ihren eigenen. Denn an diesem Nachmittag passte auf Seiten der Frankfurter einfach alles: die Chancenverwertung, die Pässe, die ein schönes Kombinationsspiel ermöglichten, die Nähe zum Gegenspieler und die Aggressivität gegen den Ball, die Stabilität der Abwehrreihe, in der Hinteregger den pausierenden Hasebe in der Mitte der Dreierkette ersetzte und in der N’dicka sich endlich wieder zeigen durfte und sogleich ein exzellentes Spiel hinlegte. Auch der zuletzt häufig kritisierte Kapitän Abraham meldete sich mit einer starken Leistung zurück, die Kritiker, die ihn bereits voreilig abgeschrieben hatten, zurückrudern lassen dürfte.

Am Samstagabend waren alle Sorgen, alle negativen Gedanken wie weggeblasen. Apropos weggeblasen: Niko Kovač bot am darauffolgenden Sonntag seinen Rücktritt bei den Bayern an, woraufhin sich die Wege trennten. Fast schon ironisch, dass das Kapitel Bayern München für den Frankfurter Pokalsiegertrainer genau dort endete, wo es vor knapp über einem Jahr begann.

Böses Blut gibt es zwischen den meisten Eintracht-Fans und Niko Kovač dennoch nicht.

Die Adler haben, nicht zuletzt durch die erfolgreiche Entwicklung, die ihr Klub unter Hütter nahm, längst mit ihrem Ex-Trainer und allem Drumherum (inklusive kroatischem Fahrer) abgeschlossen.

Doch nicht alle Kapitel sind beendet. Weder das des DFB-Pokals, in dem der Eintracht für das Achtelfinale ein Heimspiel gegen RB Leipzig zugelost wurde, noch ist der Ausgang der Europa League Gruppenphase für Eintracht Frankfurt entschieden. Durch den Gegentreffer, den die Hessen beim siegreichen Hinspiel im eigenen Stadion gegen Standard Lüttich kassierten, ist das Schiff noch längst nicht im Hafen. Umso wichtiger ist es, dass trotz aller Euphorie, die nach dem vergangenen Bundesligaspieltag zurecht herrscht, die Konzentration weiterhin aufrechterhalten wird.

Um es mit Stammtischparolen zu sagen: Das Spiel in Lüttich wird ein ganz anderes als noch das Heimspiel gegen Bayern, das an einem perfekten Nachmittag eine Eigendynamik entwickelte, die ihresgleichen sucht.

Auch wenn die Belgier im Hinspiel weniger durch feinen Fußball überzeugten, spielen sie am kommenden Donnerstag im heimischen Stadion, das durchaus als gut besucht gilt. Kein einfaches Unterfangen also, besonders mit Blick auf die Auswärtssperre, die gegen die Eintracht-Fans verhängt wurde.

Das Team von Adi Hütter muss diesmal ohne das Publikum bestehen, das oftmals die rettende Pressluftflasche war, wenn die Luft auf dem Platz mal dünn wurde. Und das in einer Partie, die sicherlich hart umkämpft sein wird.

Dennoch muss und wird die Frankfurter Eintracht mit einer ordentlichen Portion Selbstvertrauen nach Belgien reisen und wenn sie annähernd solch eine Leistung abrufen kann, wie am vergangenen Samstag, wird man auch nach dieser Partie in strahlende Gesichter schauen, die den Adler auf der Brust tragen.

Diese Woche… bei Eintracht Frankfurt, KW 44, Teil 2

von Patricia Seiwert

Die zwei Gesichter Eintracht Frankfurts

Am vergangenen Mittwochabend war es soweit. Der DFB-Pokal ging auch für Eintracht Frankfurt in die nächste Runde. Die Adler landeten nach knapp 400 Kilometern Luftlinie in Hamburg, wo sich laut Banner im Stadion auch die Fans das Ziel gesetzt hatten, in der Hansestadt Schiffe versenken zu spielen.

Doch auch der Anhang des FC St. Pauli scheute keine Kosten und Mühen, um ihre Mannschaft vor Anpfiff der Partie gegen den Europa League Teilnehmer mit einer Choreo an diesem kalten Abend heiß auf den Sieg zu machen.

Angelehnt an das leuchtende, glitzernde und funkelnde Las Vegas, schmückten die Norddeutschen ihre Tribüne mit einer blinkenden Lichterkette, goldglänzenden Fähnchen inklusive Konfetti und einer Nachstellung des berühmten „Welcome to Fabulous Las Vegas“ Schildes mit Sankt Pauli Schriftzug.

Dass sich die Energie von den Rängen aber zu Spielbeginn auf die Frankfurter Spieler überträgt, denen imposante Choreos aus dem eigenen Stadion bereits bestens bekannt sind, statt auf die eigene Mannschaft, das war von den Sankt Paulianern sicherlich nicht so geplant.

Von Anfang an dominierte die Eintracht, die an diesem Abend ordentlich rotierte und gleich fünf neue Spieler im Vergleich zum Spiel in Mönchengladbach auf den Platz schickte, den Zweitligisten klar. Folgerichtig fiel auch das 1:0 für die Frankfurter früh. Hinteregger durfte ganz unbedrängt eine Flanke aus dem Halbfeld auf den rechtzeitig zum Pokalspiel genesenen Bas Dost schlagen, der diese mit dem Kopf bereits in der 4. Minute gekonnt im Tor der Gegner unterbrachte.

Und die Führung sollte schnell ausgebaut werden. 12 Minuten später klingelte es erneut im Kasten der Gastgeber. Der Torschütze? Wieder Bas Dost. Nach einem perfekten Pass von Kohr, eilte der Niederländer der Abwehrreihe in ihrem Rücken davon und lupfte den Ball gekonnt über Torwart Müller, ohne sich vom seitlich zu einer Grätsche ansetzenden Abwehrmann aus der Ruhe bringen zu lassen. Lässig wäre untertrieben.

Nach einer knappen viertel Stunde führte die Eintracht also schon relativ komfortabel mit 2:0, in einem Spiel, das sie vollends unter Kontrolle zu haben schien. Doch wer sich zu diesem Zeitpunkt auf einen entspannten Fußballabend gefreut hat, dem sollte der weitere Verlauf der Partie gehörig eine Lektion erteilen.

Kurz vor dem Ende der 1. Halbzeit folgte der Schock für die Adler. Hinteregger bekommt im eigenen Strafraum den Ball an die Hand. Dies zwar aus gefühlt 5 Zentimetern Entfernung inklusive Bein des Gegenspielers, aber da sein Arm sich über seiner Schulter befand, spielen all diese Umstände laut neuer Handregel– wenn man denn von einer Regel sprechen will, hat man doch in letzter Zeit häufiger das Gefühl, niemand inklusive der Schiedsrichter weiß so recht, wann etwas als Handspiel zählt und wann eben nicht – keine Rolle. So schrillte die Pfeife des Unparteiischen, um den Gastgebern einen Strafstoß zuzusprechen. Der am Punkt angetretene Sobota erzielte den Anschlusstreffer für den FC St. Pauli und spätestens jetzt war der Zweitligist wieder voll im Spiel.

Scheinbar hinterließ das Gegentor bei den Frankfurtern Spuren, denn nach der Halbzeit kam eine Mannschaft aus der Kabine, die wie ausgewechselt erschien und das, obwohl mit Abraham für den am Knie angeschlagenen Hinteregger und mit da Costa für Chandler lediglich zwei positionsgetreue Wechsel stattfanden. Verflogen waren die Dominanz und die Sicherheit, die die Hessen über weite Teile der ersten Hälfte noch ausstrahlten und damit auch der Zug zum Tor. Keine nennenswerte Aktion vor dem gegnerischen Tor brachten die Gäste zustande, dafür witterten die St. Paulianer ihre Chance.

Immer wieder tauchten sie, eingeladen durch Frankfurter Ungenauigkeiten, vor Rönnows Tor auf, schafften es jedoch nicht, mehr aus ihren Möglichkeiten zu machen – zum Glück der harmlosen Frankfurter. Nach einer sehr zerstreuten Phase schafften die Gäste es zumindest, die Abwehr weitestgehend zu stabilisieren, sodass die ständigen Offensivbemühungen St. Paulis im Nichts versandeten. Entlastung nach vorne schafften die Adlerträger jedoch bis zum Schlusspfiff keine mehr.

So blieb es letztendlich beim 2:1 für die Frankfurter Eintracht und die Zuschauer, die in letzter Zeit zwar gewohnt waren, dass häufiger mal eine Halbzeit, vorzugsweise die erste, verschlafen wird, waren an diesem Abend dennoch von der starken Diskrepanz der beiden Spielhälften verwundert, wenn nicht sogar schockiert.

Das Auftreten in der zweiten Halbzeit war kein verwaltendes Kräftesparen im Stil einer Topmannschaft, auch wenn man sich das als Fan sicherlich gerne einreden würde. Die Eintracht kann von Glück sprechen, dass St. Pauli nicht in der Lage war diesen Leistungsabfall auszunutzen, dass die eigene Abwehr dann doch meist souverän agierte und dass Dost, der in der zweiten Hälfte genauso wie der eingewechselte Paciência vergeblich auf Bälle hoffte, zu Beginn des Spiels die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor ins Spiel der Frankfurter zurückbrachte, die zuletzt vermisst wurde.

Dennoch muss den Frankfurtern zu Gute gehalten werden, dass sie ein derartig kippendes Spiel letztendlich doch erfolgreich über die Bühne bringen konnten und das Ziel, nämlich den Einzug ins DFB-Pokal-Achtelfinale, erreicht haben. Vor nicht allzu langer Zeit waren es nämlich genau solche Spiele, die die Eintracht nicht über die volle Spielzeit bringen konnte.

Die Freude über das Weiterkommen ist trotz aller Strapazen riesig. Einzig die Verletzungssituation bereitet jenen, die es mit den Hessen halten, Bauchschmerzen. Zwar kehrte Bas Dost zurück aufs Spielfeld, jedoch fehlte diesmal Filip Kostić mit Knieproblemen. Es bleibt zu hoffen, dass nichts Schwerwiegenderes vorliegt, ist der Serbe doch einer der Grundpfeiler im Frankfurter Spiel. Auch Mijat Gaćinović wurde nicht rechtzeitig fit und setzte ebenso wie einige Langzeitverletzte und André Silva, dessen Situation weiterhin im Nebel hängt, aus.

Erfreuliche Entwicklungen bezüglich der Stadionnutzung

Neben dem Einzug in die nächste Runde des DFB-Pokals hatte die Eintracht am Donnerstag eine weitere positive Nachricht zu verkünden. Der Verein hat sich mit der Stadt bezüglich der Nutzung der Commerzbank-Arena geeinigt.

Genau bedeutet das für die Eintracht, dass sie das Stadion inklusive Trainingsgelände uneingeschränkt nutzen darf, die Namensrechte sowie das Recht zur Untervermietung des Stadions für andere Veranstaltungen hält, das Catering selbst bestimmen, sowie umfangreiche Investitionen für den Ausbau der digitalen Infrastruktur des Stadions tätigen darf.

Zusätzlich – und das ist ein Punkt, der auch unter den Fans sehr häufig diskutiert und gefordert wurde – wird die Stadionkapazität für die Bundesliga auf bis zu 60.000 Plätze erweitert. Dies soll spätestens bis zu Beginn der Saison 2023/24 realisiert werden. Vor allem sollen hierbei die Sitzplätze im Oberrang der Nordwestkurve zu Stehplätzen umfunktioniert werden.

Ein angeschlagener Riese gastiert in Frankfurt

Am kommenden Samstag empfangen die Adlerträger mit einem Sieg im Rücken und einem fitten Bas Dost nun das zuletzt strauchelnde Schwergewicht FC Bayern München. Ex-Frankfurt-Trainer Niko Kovac äußerte sich zuletzt vollen Lobes über den Anhang der Eintracht, was den Unterstützern des Rekordmeisters natürlich übel aufstieß.

Die mitreisenden Münchner können sich am Wochenende nun aber selbst von der Kulisse in Frankfurt überzeugen, denn trotz vielen erfolglosen Partien gegen den FC Bayern, glüht in den Herzen der Eintracht-Fans immer wieder aufs Neue der kleine Funke Hoffnung, diesmal siegreich aus dem Spiel hervorzugehen. Im Hinblick auf die wachsende Unzufriedenheit der Bayern kann man es ihnen aber auch nicht verdenken.

Diese Woche… bei Eintracht Frankfurt, KW 44

von Patricia Seiwert

Stürmische Verteidiger, Vaterfreuden und verpasste Chancen

Englische Wochen sind längst keine Seltenheit mehr bei der Frankfurter Eintracht. Auch die vergangene Woche hielt wieder drei Spiele für die Hessen bereit, die sich sehr unterschiedlich gestalten sollten.

Türsteher Rönnow vermiest Leverkusen die Party

So wie sich die Ereignisse in Frankfurt überschlagen, ist der 8. Spieltag der Bundesliga fast schon wieder in Vergessenheit geraten, obwohl er aus der Sicht der Eintracht mehr als erfreulich verlief. Bereits im Freitagsspiel empfing man mit Bayer 04 Leverkusen den Tabellennachbarn.

Erwartet wurde ein schwieriges Spiel gegen eine gute Mannschaft, die durchaus flinken Offensivfußball darbieten kann. Aber auch die hin und wieder instabile Abwehr der Leverkusener ist als Schwachstelle bekannt und diese sollte Eintracht Frankfurt zumindest in der ersten Halbzeit mustergültig ausnutzen. Bereits in der 4. Spielminute konterte die Eintracht die Gäste, nach Ballgewinn von Bas Dost und einem haargenauen Pass von Danny da Costa auf Gonçalo Paciência, aus und erzielte den frühen Führungstreffer.

In der 17. Minute nutzte der Portugiese die Chance auf den Doppelpack durch einen Handelfmeter und baute die Führung aus. Zu diesem Zeitpunkt dominierte die Eintracht Leverkusen klar. Besonders Außenverteidiger Weiser sah gegen Kostić kein Land, zu flink agierte der Serbe.

Einziger Wehrmutstropfen dieser so gelungenen ersten Hälfte war die Verletzung von Touré. Für den Verteidiger, der die letzten Wochen immer besser in Form kam, endete die Partie wegen einer Oberschenkelblessur vorzeitig.

Mit einem 2:0 und einem guten Gefühl nach einer starken ersten Halbzeit ging es für die Hessen in die Pause. Doch die zweite Spielhälfte sollte anders verlaufen. Die Leverkusener kamen mutig aus der Kabine heraus. Das restliche Spiel war überwiegend von Rönnows Glanzleistung geprägt. Der Frankfurter Keeper vereitelte eine Leverkusener Chance nach der anderen und bewahrte seine Mannschaft vor Gegentreffern. Der Mann der Partie dürfte an diesem Abend sehr glücklich gewesen sein, so machte er nicht nur ein herausragendes Spiel, sondern wurde auch kurz zuvor erstmals Vater.

Obwohl die Offensivbemühungen der zweiten Halbzeit fast ausschließlich von Bayer Leverkusen kamen, gelang der Eintracht letztendlich noch der dritte Treffer durch Bas Dost, der im Nachhinein selbst von einem „hässlichen“ Tor sprach. Zum Glück der Frankfurter spielt die Ästhetik eines Treffers im Fußball jedoch keine Rolle und so trennten sich die beiden Mannschaften am Ende des Tages mit einem 3:0.

 

Mit Standards gegen Standard

Durch das Freitagsspiel hatte die Eintracht bis zur Europa League Begegnung mit Standard Lüttich ungewohnt viel Regenerationszeit. Diese konnte jedoch den bereits gegen Leverkusen verletzten Silva nicht heilen. Er laboriert bis heute weiterhin an einer Fußverletzung. Genaue Informationen darüber, wie schwerwiegend die Verletzung ist und wie lange der Stürmer ausfällt, gibt es nicht. Zum Erschrecken der Eintracht-Fans wurde vor dem Spiel außerdem bekannt, dass auch Bas Dost aufgrund von muskulären Problemen nicht zur Verfügung steht.

Die Eintracht lief im Heimspiel gegen Standard Lüttich also gezwungenermaßen mit einem Ein-Mann-Sturm, bestehend aus Gonçalo Paciência, auf.

Mit einer gewohnt eindrucksvollen Choreo empfingen die Frankfurter Anhänger ihre Mannschaft auf dem Rasen.

Weniger eindrucksvoll verlief jedoch die Partie. Keine der beiden Mannschaften fand zu ihrem Spiel, womit einhergeht, dass auch niemand diese Begegnung deutlich dominierte. Lüttich wurde von den Frankfurtern im Stadtwald also keineswegs so überrollt, wie noch wenige Tage zuvor Bayer Leverkusen.

Nach einer knappen halben Stunde jedoch gelang der Eintracht dann durch eine Standardsituation der Führungstreffer. Kamadas Hereingabe lenkte Kapitän David Abraham gekonnt ins Tor. Wortspielliebhaber lagen sich in den Armen. Und sowohl von Innenverteidigern als auch von Standards sollte später im Spiel noch einmal die Rede sein.

Auch wenn die Lütticher selten einmal vor dem Frankfurter Tor auftauchten, war das Spiel alles andere als ein offener Schlagabtausch. Für Momente der Aufregung sorgte indes die wiederholt bescheidene Schiedsrichterleistung in der Europa League. Mindestens einen, wenn nicht sogar zwei Strafstöße, hätte die Eintracht zugesprochen bekommen müssen, doch die Pfeife des Unparteiischen blieb still.

In der zweiten Halbzeit rückte nach ein wenig mehr als 70 Minuten Spielzeit erneut ein Frankfurter Innenverteidiger in den Mittelpunkt. Wieder stand Standard-Experte Daichi Kamada an der Eckfahne bereit. Ein Standard-Experte in zweierlei Hinsicht ist er sogar, denn nicht nur kümmert sich der Japaner häufig um die ruhenden Bälle der Eintracht, auch war er in der letzten Saison nach Belgien ausgeliehen und konnte dort bereits Erfahrungen mit Standard Lüttich sammeln. Den Ball brachte Kamada perfekt herein, sodass Publikumsliebling Martin Hinteregger mit dem Kopf den Treffer zum 2:0 erzielen konnte.

Nach dem Ausfall der zwei im Sommer an den Main gekommenen Stürmer Silva und Dost, rissen die beiden Innenverteidiger also kurzerhand die Aufgabe an sich, Tore zu erzielen. Der Anhängerschaft der Adlerträger soll’s recht sein.

Doch auch einen Gegentreffer mussten die Frankfurter gegen Ende der Partie hinnehmen. Amallah traf in der 82. Minute für die Gäste.

Schlussendlich endete die Partie mit einem 2:1 Heimsieg für Eintracht Frankfurt. Kein Feuerwerk, dennoch ein Pflichtsieg, der letztendlich eingefahren wurde.

Verpasste Chancen

Wenige Tage später stand für die Hessen erneut ein schweres Spiel in der Bundesliga an. Die Reise ging am vergangenen Sonntag nach Mönchengladbach, wo der Tabellenführer des letzten Spieltags auf die Adler wartete.

Auch die Fohlenelf spielte unter der Woche in der Europa League und mühte sich im verregneten Rom durch einen fragwürdigen Elfmeter zum 1:1 Unentschieden.

Vor der Partie war nicht richtig klar, was man denn nun erwarten darf. Einerseits wendeten beide Mannschaften wenige Tage zuvor bereits international einige Kräfte auf, andererseits sind aber auch beide für eine mutige, offensive Spielweise bekannt.

Recht schnell wurde an diesem Abend klar, dass die Partie alles andere als ein müder Kick werden würde. Wer im internationalen Wettbewerb einen Schlagabtausch vermisst hatte, kam am Sonntagabendspiel der Bundesliga auf seine Kosten.

Erneut spielte die Eintracht mit einem Ein-Mann-Sturm in Person von Paciência. Neben den ohnehin verletzten Stürmern Silva und Dost, sowie Verteidiger Touré, fehlte in dieser Partie auch Mijat Gaćinović, der wie Rönnow ebenfalls Vater wurde, aufgrund muskulärer Probleme.

Vorneweg: das Endergebnis der Partie lautete 4:2 für die Gastgeber. Frustrierend für die Frankfurter, aber dennoch keine Schande, bedenkt man, dass die Gladbacher bisher eine wahnsinnig starke Saison spielen.

Bei der Eintracht kamen einige Faktoren zusammen, die dazu führten, dass sie trotz vorbildlicher Moral, keine Punkte einfahren konnte. Denn trotz eines 2:0 Rückstandes zur Halbzeit gab sich die Mannschaft zu keinem Zeitpunkt auf und kämpfte sich immer wieder zurück in die Partie.

Dass die Gäste vom Main überhaupt mit einem Zwei-Tore-Rückstand in die Kabine marschierten, lag nicht zuletzt daran, dass sie, wie in so vielen Spielen in dieser Saison, die erste Halbzeit wieder einmal komplett verschliefen. Zu viele Ungenauigkeiten und individuelle Fehler schlichen sich in das Spiel der Eintracht ein. Fehler von da Costa und dem sonst so fast schon unmenschlich konstanten Hasebe führten letztendlich zu den Gegentreffern.

Während die Gladbacher ihre Chancen in Tore ummünzten, gelang dies der Eintracht zu selten. Besonders in der zweiten Halbzeit, in der sich die Frankfurter viel wacher und deutlich stärker präsentierten als noch in den ersten 45 Minuten, lag es nicht an fehlenden Möglichkeiten, sondern eher an der Abschlussschwäche der Frankfurter und besonders an der des Daichi Kamadas, dem sich über das Spiel hinweg einige gute Chancen boten, einzunetzen. Der junge Japaner bewegt sich stets gut, ist ein cleverer Spieler und ein toller Vorbereiter. Seinen Torriecher hat er bei der Eintracht bislang jedoch noch nicht gefunden.

Auch den Anschlusstreffer der Frankfurter in der zweiten Halbzeit bereitete Kamada nach einer perfekten Flanke von Kostic trotz Bedrängnis in aller Seelen Ruhe vor und da Costa bügelte mit seinem Tor seine unglücklichen Momente in der ersten Halbzeit wieder aus. Nach diesem Treffer sah es so aus, als wäre die Eintracht nah dran am Ausgleich. Doch wie das im Fußball so ist, wird das Liegenlassen der eigenen Großchancen gerne mal im Umkehrschluss mit einem Gegentor bestraft. So auch in dieser Partie, als die Gastgeber ihren Vorsprung auf 3:1 ausbauten.

Aber auch davon ließen sich die Adlerträger nicht lang schocken. Nur drei Minuten später, nach einer Ecke von Assist-Garant Kamada, köpfte Innenverteidiger und offensichtlich auch Teilzeitstürmer Martin Hinteregger, der ohnehin wieder positiv hervorzuheben ist, die Frankfurter erneut ran. 3:2 stand es nun, in einer offenen Partie, in der es unaufhörlich hin und her ging.

Doch nach einem Ballverlust von Makoto Hasebe besiegelte die Borussia in Person von Zakaria endgültig den 4:2 Endstand einer Begegnung, in der sich die abgeklärtere Mannschaft durchzusetzen vermochte.

 

So verpasste die Frankfurter Eintracht nicht nur viele Torchancen, sondern auch die Chance in der Tabelle, die nun erneut Borussia Mönchengladbach anführt, an Platz 3 zu rücken.

Viel Zeit mit sich zu hadern, bleibt jedoch ohnehin nicht. Bereits am kommenden Mittwoch geht die Reise für die Frankfurter in den Norden Deutschlands. Beim FC St. Pauli gastieren die Adlerträger im DFB-Pokal, bevor am Samstag in der Bundesliga mit Bayern München der nächste Hochkaräter im Stadtwald auflaufen wird. Die ereignisreichen Wochen finden also auch in nächster Zeit erst einmal kein Ende.

Diese Woche… bei Eintracht Frankfurt, KW 41

1000-mal probiert, 998-mal ist nichts passiert

von Patricia Seiwert

So oder so ähnlich lässt sich das vergangene Bundesligaspiel der Frankfurter Eintracht gegen Werder Bremen beschreiben. Nachdem die Hessen sich am vorigen Spieltag nicht am heißen Eisen verbrannten und 2:1 im Köpenicker Kessel gewannen, war zumindest der Auswärtsfluch gebrochen. Dies bestätigte sich auch im Europa League Spiel gegen Vitória Guimarães, wo die Adlerträger mit einem, wenn auch recht glanzlosen, 1:0 Sieg in der Tasche zurück nach Frankfurt reisen konnten.

Im Sonntagabendspiel gegen Werder Bremen schien zunächst auch die schlechte Angewohnheit der Eintracht, die erste Hälfte zu verschlafen, ein Ende zu finden. Dennoch hatte das Spiel großes Frustrationspotenzial.

Der erste Dämpfer erfolgte bereits vor Anpfiff der Partie. Bas Dost, der eigentlich gegen die Gäste aus dem Norden hätte stürmen sollen, fiel mit muskulären Problemen aus.

Gegen die Bremer Innenverteidigung, an diesem Abend bestehend aus Miloš Veljković (1,88m) und Christian Groß (1,83m), die beide die 1,90 Meter Marke nicht knacken, wäre der lange Niederländer mit seinen 1,96 Metern eine gute Waffe gewesen.

So blieb Adi Hütter die portugiesische Doppelspitze mit Silva und Paciência übrig, die es gegen die Werderaner richten sollte. Dahinter bildeten Kamada, Sow und Rode das zentrale Mittelfeld, Kostic und Startelfrückkehrer da Costa sollten auf den Außenpositionen das Feld beackern und die Innenverteidigung bestand aus Hinteregger, dem von seiner in Berlin zugezogenen Gehirnerschütterung genesenen Hasebe und Touré. Im Tor ersetzte Rönnow Stammkeeper Kevin Trapp, der sich ebenfalls in Berlin eine Rotatorenmanschettenruptur, zu Deutsch eine schwerwiegende Schulterverletzung, zuzog und für die Hinrunde ausfallen wird.

So gut wie alles im Griff, außer drei Punkte

Die Frankfurter starteten ungewohnt munter in das Heimspiel. Eine knappe halbe Stunde dominierten die Hausherren die Partie klar, erarbeiteten sich viele Chancen, die sie jedoch nicht in Tore verwandeln konnten. Alleine Kamada hätte zwei Mal treffen können, wurde sein Pech vor dem Tor aber auch in dieser Begegnung, die er ansonsten souverän bestritt, nicht los. Auch Paciência lag die Führung auf dem Kopf, den Ball vermochte er aber nicht ins Tor zu lenken. Entgegen des Spielverlaufs traf dann, quasi aus dem Nichts, Davy Klaassen für die Bremer.

Ein Treffer, der so gar nicht in der Luft lag. Die Gäste nutzten eine Chance zum Kontern eiskalt aus. Bittencourt hebelte mit einem Pass auf Sargent die komplette Frankfurter Abwehrreihe aus, dieser scheiterte im Abschluss aber zunächst am stark parierenden Rönnow. Der Abpraller landete erneut bei Bittencourt, der den Ball ans Aluminium knallte. Doch zum wiederholten Male bot sich ihm durch den zurückprallenden Ball die Chance, zu treffen. Diesmal blieb die Kugel an den Frankfurter Gegenspielern hängen, wurde von Hinteregger aber unglücklich abgelenkt und fand so ihren Weg zu Torschütze Davy Klaassen, der die slapstickartige Szenerie zu Ungunsten der Hessen mit dem Führungstreffer beendete.

Die Bremer, die bis dato absolut keinen Zugriff auf das Spiel fanden, nutzten die Konteranfälligkeit der Gastgeber aus. Schon die ganze Saison über beklagen die Frankfurter zu viele Gegentreffer. Dass Konter ein gelegenes Mittel gegen die Eintracht sind, liegt nicht zuletzt daran, dass zwei der drei Innenverteidiger ungemein hoch stehen. Besonders auffällig ist, dass Touré, eigentlich in der Dreierkette aktiv, viele Flanken schlägt. Undiskutabel ist, dass ihm dies gut gelingt. Und auch Hinteregger fiel in Nähe des Bremer Strafraums auf, beispielsweise als er Klaassen gekonnt den Ball zwischen den Beinen durchschob. Jedoch ist im Umkehrschluss klar, dass wenn die Innenverteidiger regelmäßig in Offensivaktionen eingebunden sind, sie nicht rechtzeitig den Weg zurückfinden können, wenn ein Konter auf das eigene Tor zurollt. Einzig und allein Hasebe sichert hinten ab und muss sich darauf verlassen, dass zumindest das defensive Mittelfeld den Angreifer rechtzeitig stören kann. Andernfalls bleibt auf eine Glanzparade des Torwarts oder die Unfähigkeit des Gegenspielers im Abschluss zu hoffen.

Im Anschluss an den 1:0 Rückstand zeigten sich die Hausherren sichtlich geschockt, schafften es kaum, Ruhe ins Spiel zu bringen. Die Partie blieb bis zum Halbzeitpfiff wild und die Frankfurter Dominanz war vorerst dahin.

Doch mit Anpfiff der zweiten Hälfte fanden die Adlerträger ihren Mut wieder und starteten ähnlich aufbrausend, wie zu Beginn der Begegnung. Gefühlt fünf Chancen und noch mehr Halbchancen später, wurde den Frankfurtern ein Eckball zugesprochen. Der Ball fand nach Ausführung dieser zwar zunächst nur einen klärenden Bremer Kopf, doch fiel Sebastian Rode anschließend genau vor die Füße. Gekonnt nahm dieser die Kugel mit der Brust an und legte sie sich gleichzeitig zum Volley vor, den er mit einer Wucht ins Tor beförderte, die ihresgleichen sucht. Der gebürtige Hesse erzielte ein Traumtor, das den längst überfälligen Ausgleich bedeutete.

Doch die Eintracht wollte mehr. Den dominanten Auftritt wollten sie mit einem Sieg belohnen und das dafür benötigte Tor folgte nach einer Flanke aus dem Halbfeld von Touré. Diese erreichte zunächst Paciência, dessen Kopfball der stark performende Pavlenka abwehrte. Zum Erschrecken der Bremer, ließ der Torwart den Ball jedoch nach vorne abprallen. Silva reagierte schnell, schnappte sich den Nachschuss und verwandelte zum hochverdienten 2:1.

Bis hierhin sah alles nach einem Happy End für die Hessen aus. Doch die Bremer stürmten noch einmal auf das Frankfurter Tor zu, Rashica kam zum Abschluss, den Rönnow zwar parieren, wie sein Gegenüber Pavlenka, aber nur abprallen lassen konnte. Den Ball versuchte sich Klaassen zu sichern und der sonst so fehlerfreie Hasebe, leistete sich kurz vor Abpfiff der Partie einen folgenschweren Fauxpas. Er schätzte die Situation falsch ein und kam zu spät. Klaassen nahm die Situation und die Berührung selbstverständlich dankend an, sodass die Gäste einen Last-Minute-Elfmeter zugesprochen bekamen. Diesen verwandelte Milot Rashica in der Nachspielzeit zum, aus Sicht der Eintracht mehr als frustrierenden, 2:2 Endstand.

Flankenfanatiker mit mangelnder Effizienz

Ein ernüchterndes Ergebnis nach einer engagierten Frankfurter Leistung. Die Bremer hatten zu keinem Zeitpunkt das Spiel wirklich in der Hand, lauerten fast ausschließlich auf Konter und kamen mit einem für sie glücklichen 2:2 davon.

Eintracht Frankfurt muss sich die fehlende Effizienz ankreiden lassen. Aus dem klaren Chancenplus konnten die Gastgeber letztendlich nur zwei Tore erzielen – genauso viele wie der klar unterlegene Gegner.

Ein weiterer Kritikpunkt sind die vorhin bereits angesprochenen großen Lücken in der Abwehr, die durch hochstehende Innenverteidiger entstehen. Dass Touré ein guter Flankengeber ist, steht außer Frage. Dennoch sollte diese Aufgabe hauptsächlich von den Außenverteidigern Kostic und da Costa übernommen werden, die beide nicht an ihr eigentliches Leistungsniveau rankamen. Sollte man auf Tourés präzise Flanken nicht verzichten wollen, wäre es eine Überlegung wert, ihn für da Costa als Außenverteidiger auflaufen zu lassen und N’dicka stattdessen in die Innenverteidigung zu stellen, auch, wenn Hütter offenbar kein großer Fan von zwei Linksfüßen in der Dreierkette ist.

Apropos Flanken: keine Mannschaft flankt so häufig, wie die Frankfurter Eintracht.

Dieser Fakt ist auf dem Spielfeld schwer mitanzuschauen, erst recht, wenn ein Großteil der Hereingaben im Nichts versanden.

Einer körperlich unterlegenen Bremer Innenverteidigung Flanken entgegenzusetzen, ist prinzipiell keine schlechte Idee, jedoch ist dies, ohne einen Zielspieler wie Bas Dost auf dem Feld, müßig. Man hat mit Paciência und besonders mit Silva Spieler auf dem Platz, die durchaus den Ball festmachen können und auch wissen, wie sie mit ihm umgehen sollen. Vor allem André Silva ließ zuletzt immer wieder seine technischen Fähigkeiten durchblitzen. Dass das Frankfurter Angriffsspiel dann fast ausschließlich über Flanken läuft, ist unbefriedigend.

Es mangelt an einem geordneten Aufbauspiel. Dabei sind Rode und Sow gerade dabei, sich gegenseitig zu finden.

Auch die individuellen Leistungen der beiden Mittelfeldspieler ließen sich gegen Bremen sehen. Rode war neben Touré der beste Mann auf dem Platz. Nicht nur sein wunderschöner Treffer zum 1:1 sorgte für Aufsehen, auch sein unermüdlicher Einsatz, sich in die Zweikämpfe reinzuschmeißen und diese häufig auch für sich entscheiden zu können, begeisterte. Und auch Sow steigert sich von Spiel zu Spiel.

Ebenfalls Lob ernten, sollte Frederik Rönnow. Der dänische Torwart hielt, trotz fehlender Spielpraxis, was zu halten war. Außerdem gefielen seine Abstöße, die in der Partie gegen Bremen sehr genau waren und fast immer beim eigenen Mann landeten. Auch wenn er seine Leistung nicht mit einem gehaltenen Elfmeter krönen konnte, bleibt zu hoffen, dass ihm in den folgenden Spielen keine groben Schnitzer unterlaufen und er schnellstmöglich Selbstvertrauen sammeln kann.

Dieses kann der Frankfurter Rückhalt gut gebrauchen, denn sollte die Eintracht ihre offensive Ausrichtung in der jetzigen Form beibehalten, wird sicherlich noch der ein oder andere Konter auf das Tor des Dänen zurollen.

Nun steht erst einmal die Länderspielpause an. Auf die Adlerträger wartet sicherlich einiges an Arbeit, dennoch ist längst nicht alles fürchterlich, denn gute Ansätze und Qualität im Kader sind durchaus vorhanden. Es bleibt zu wünschen, dass sich dies nach der Auszeit, trotz des anstehenden straffen Programms (Leverkusen, Gladbach, Bayern, dazwischen Pokalspiele gegen Lüttich und St. Pauli), in Siegen wiederspiegelt.

Diese Woche… bei Eintracht Frankfurt, KW 39

von Patricia Seiwert

Eine Woche voller Highlights

Gewohnt terminreich gestaltete sich die vergangene Woche bei Eintracht Frankfurt. Auf der To-Do-Liste standen nicht weniger als zwei echte Top-Spiele in der heimischen Spielstätte. Zum einen war da die Europa-League-Begegnung mit dem Arsenal FC am Donnerstagabend, zum anderen die Bundesligapartie gegen die Borussia aus Dortmund.

Zurück in der Realität

Rappelvoll war das Frankfurter Wohnzimmer am Donnerstag. Gefüllt mit einer Masse aus Eintracht-Anhängern, in freudiger Erwartung auf eine magische Europapokal-Nacht und einigen Fans der Gunners, die ihrerseits darauf hofften, den Adlerträgern die Feierstimmung vermiesen zu können.

Da das Ergebnis aber bekanntlich nicht durch demokratische Abstimmung der Zuschauer vor Ort entschieden wird, sondern 11 gegen 11 auf dem Platz, durfte sich an diesem Abend nur ein kleiner Teil des Stadions ausgiebig freuen. Und das gleich dreimal, denn Arsenal gelang es genau so oft, den Ball ins Tor von Kevin Trapp zu befördern. Obwohl der Frankfurter Keeper einen starken Tag erwischte und noch Schlimmeres zu verhindern wusste, blieb ihm nach Toren von Willock (38.), Saka (85.) und Aubameyang (87.) nichts anderes übrig, als hinter sich zu greifen.

Dennoch spiegelt sich im 3:0 Endstand nicht das eigentliche Spiel wider, denn die Hessen waren keinesfalls so deutlich unterlegen, wie es den Anschein macht. Auch sie erspielten sich Chancen – mal mehr und mal weniger deutliche – aber der Zug in Richtung gegnerisches Tor stimmte. Angekreidet werden muss jedoch, dass sie keinen dieser Angriffe veredeln konnten. Im Gegenzug lud man Arsenal durch leichte Ballverluste im Mittelfeld und individuelle Fehler zu häufig ein. Teilweise Trapp, teilweise die eigene Dusseligkeit der Gäste aus London führte dazu, dass der Videowürfel lange Zeit nur eine knappe Führung von 1:0 anzeigte.

Trotzdem verdeutlichte sich die fehlende Kaltschnäuzigkeit der Adlerträger vor dem Tor sowie ein wackliges Abwehrverhalten. Kapitän David Abraham war an diesem Abend erneut weit von seinem Leistungsniveau entfernt und die hochstehenden Außenverteidiger, die häufig als Stärke der Frankfurter gesehen werden, stellten durch die zu leichten Ballverluste im Mittelfeld einen Unsicherheitsfaktor in der Konterabsicherung dar, sodass letztendlich eine deutliche Niederlage hingenommen werden musste.

Alles in allem taugte der Abend sicherlich nicht als magische Pokalnacht. Die Realität hielt Einzug bei den von der Europa League sonst so verwöhnten Hessen. Der Stimmung tat dies trotzdem keinen großen Abbruch. Die Anhängerschaft der Eintracht feierte ihre Mannschaft nach Abpfiff und spendete Trost.

Immerhin war der Gegner niemand, gegen den man sich schämen müsste, zu verlieren. Außerdem handelte es sich lediglich um das erste von 6 Gruppenspielen, sodass noch lange nichts verloren ist.

Ein Unentschieden auf dem Platz, doch ein Sieg für den Kopf

Auch in der Bundesliga war am 5. Spieltag selbstverständlich noch lange nichts verloren. Nach kurzer Regenerationszeit hatte die Eintracht in diesem Wettbewerb nun den BVB vor der Brust. Wahrlich kein leichter Gegner, zumal dieser nach einem torlosen Unentschieden gegen den FC Barcelona in der Champions League mit Rückenwind nach Frankfurt flatterte.

Eintracht Frankfurt hingegen musste nicht nur die kürzlich kassierte 3:0 Niederlage gegen Arsenal verdauen. Auch das letzte Bundesligaspiel auswärts in Augsburg ging ziemlich glanzlos verloren.

Nach dem Spiel unter der Woche rotierte Hütter bei der Aufstellung gegen die Dortmunder. Der in Augsburg noch erkrankte Filip Kostic kehrte, wie schon gegen Arsenal, zurück in die Startelf. Touré begann für Abraham und auch mit Gelson Fernandes tauchte ein neues Gesicht auf. Zudem pausierte Danny da Costa. Für ihn fand sich Erik Durm auf dem Platz wieder. Auch Kamada bekam zunächst eine Auszeit.

Für Sow bedeutete dies eine etwas offensivere Rolle als in den vergangenen Spielen. Er sollte vor Kohr und Fernandes agieren, was ihm sichtlich guttat. Der junge Neuzugang leistete sich zwar immer noch Fehler, die den ein oder anderen Fan dazu veranlasst haben dürften, sich die Haare zu raufen. Jedoch blitzte in dieser Formation sein Potenzial auf.

Der BVB dominierte die erste Halbzeit deutlich und ging folgerichtig bereits in der 11. Minute durch Axel Witsel in Führung. Besonders im Mittelfeld wurde die Dortmunder Überlegenheit sichtbar. Dennoch schöpften die Gäste ihre Möglichkeiten nach dem Führungstreffer nicht mehr ausreichend aus, sodass es der Eintracht gelang noch kurz vor dem Pausenpfiff durch André Silva den Ausgleich zu erzielen. Dem Portugiesen, der zwar nicht fehlerfrei aber dennoch ballsicher und agil agierte, gelang somit sein erstes Bundesliga-Tor. Vorlagengeber war bei diesem Treffer kein geringerer als der oben erwähnte Djibril Sow.

Im Laufe der zweiten Spielhälfte kämpften sich die Frankfurter dann immer weiter ins Spiel hinein, agierten weniger passiv. Doch in der 66. Minute folgte der Rückschlag: Sancho brachte die Dortmunder erneut in Führung. Und die Eintracht? Die wollte in diesem Spiel unbedingt mindestens einen Punkt holen. Aus diesem Willen resultierte der stetig steigende Druck, den die Frankfurter seit dem Gegentreffer aufbauten. Diese Mühen sollten sich schlussendlich auch auszahlen. Kurz vor Ende der Partie, in der 88. Minute, fiel der herbeigekämpfte Ausgleich endlich. Der eingewechselte Kamada war es, der nach einem scharfen Querpass von Hinteregger an den Ball kam und diesen in den Fünfmeterraum verfrachtete. Dort sah Thomas Delaney sich gezwungen, dem Ball den Weg ins eigene Tor zu ebnen.

Am Ende stand ein 2:2 Unentschieden zu Buche, das sich für die Gastgeber fast schon wie ein Sieg anfühlte. Von dem waren die Frankfurter gegen Ende der Partie übrigens gar nicht so weit entfernt. Bas Dost konnte eine gute Möglichkeit jedoch nicht in ein Tor ummünzen.

Den Punktgewinn haben die Frankfurter nicht zuletzt auch ihrem Trainer Adi Hütter zu verdanken, der bei den Einwechslungen ein gutes Händchen bewies.

Kamada kam in der 67. Minute für Dominik Kohr und hatte mit seinen Aktionen im offensiven Mittelfeld sofort einen positiven Einfluss auf das Spiel der Hessen – gekrönt durch das erzwungene Eigentor.

In der 79. Minute wechselte Hütter Dost für Paciência ein. Auch der im Hinblick auf seine Fitness noch schwächelnde Niederländer machte eine solide Partie.

Wenige Minuten später betrat dann noch Chandler den Platz. Für ihn ging Touré, der eine überraschend starke Leistung ablieferte (war maßgeblich am 1:1 Ausgleich beteiligt, indem er Sow bediente) und in der Form eine ernstzunehmende Alternative für den zuletzt schwächelnden Abraham darstellt. Chandler fügte sich sofort gut ins druckreiche Spiel der Frankfurter in der Schlussphase ein, sorgte für Tempo über die Außenbahn und bediente den hochgewachsenen Dost im Strafraum immer wieder mit Flanken.

Eine weitere freudige Erkenntnis dieses Spiels ist, dass die Mannschaft trotz Rotation im Stande ist, ordentliche Leistungen abzurufen. Beispielhaft dafür steht nicht nur der eben schon erwähnte Almamy Touré, sondern unter anderem auch Erik Durm, der seine spielerische Klasse gegen seinen Ex-Klub unter Beweis stellen konnte.

Gekoppelt mit der starken Mentalität der Adlerträger führte das clevere Coaching Hütters letztendlich zum wichtigen Punktgewinn gegen einen nicht konsequent genug agierenden BVB.

Erster Auswärtssieg der Saison?

Auch im Hinblick auf das kommende Spiel am Freitagabend bei Union Berlin war der Punkt gegen Dortmund befreiend. Nicht nur, weil die Adlerträger dadurch einiges an Selbstbewusstsein tanken konnten, sondern auch, weil es sich mit drei Niederlagen aus den letzten drei Spielen in einem Hexenkessel wie der Alten Försterei in Köpenick sicherlich nicht einfacher spielen würde.

Doch auch mit dem Erfolgserlebnis gegen den BVB ist die Partie bei den Eisernen noch lange nicht gespielt. Sicher ist, dass es ein ganz anderes Spiel als gegen Dortmund oder Arsenal werden wird. Die Eintracht trifft mit Union auf einen Gegner, der ihr traditionell schlechter liegt. Konnten die Frankfurter gegen mitspielende Gegner zuletzt häufig gute Leistungen abrufen, so taten sie sich gegen vermeintlich schwächere Mannschaften regelmäßig schwer. Das aktuellste Beispiel hierfür ist der FC Augsburg.

Wünschenswert wäre es, wenn die Eintracht es schaffen würde, Union Berlin mit breiter Brust ihr Spiel aufzuzwingen, um drei Punkte an den Main mitbringen zu können.

Auf das anstehende Flutlichtspiel, das alleine schon durch die leidenschaftlichen Anhänger beider Mannschaften stimmungsvoll sein wird, darf man also gespannt sein.

Diese Woche… bei Eintracht Frankfurt, KW 38

Freudige und nicht so freudige Wiedersehen

von Patricia Seiwert

 

Gute Taten in freundschaftlicher Atmosphäre

Die Länderspielpause verbrachte Eintracht Frankfurt damit, gerngesehene Gäste willkommen zu heißen. Am spielfreien Wochenende empfingen die Adler die BSG Chemie Leipzig zu einem Benefizspiel in der PSD Bank Arena. Die Partie stand unter dem Motto „Flutlicht für Leutzsch“, denn alle Einnahmen gingen zu diesem Zweck an die befreundeten Gäste. Schon 2016 fand eine solche Begegnung statt, damals jedoch in der Heimat der Leipziger.

Die Stimmung beim „Rückspiel“ hätte nicht besser sein können: Friedlich und dennoch explosiv, stiegen doch einige grüne und rote Feuerwerksraketen in den Frankfurter Abendhimmel auf.

Und auch mit dem Endergebnis dürften am Ende alle zufrieden gewesen sein. Ein 5:1 Sieg für die Eintracht stand letztendlich zu Buche, bei dem auch Neuzugang André Silva direkt zwei Mal einnetzte. Und für die Chemiker aus Leipzig sprang ein Scheck über 100.000 Euro heraus.

Ein rundum gelungener Abend, der der sonst eher zähen Länderspielpause ein wenig Charme verleihen konnte.

 

Ernüchternde Reise nach Augsburg – nicht nur für Hinteregger

Am vergangenen Samstagnachmittag sollte dann auch endlich die Bundesliga für die Frankfurter Adler weitergehen. Ein Auswärtsspiel beim FC Augsburg stand auf dem Plan. Der Ex-Klub von Martin Hinteregger hatte bis dato lediglich einen einzigen Punkt aus drei Spielen zu verzeichnen.

Und laut den Statistiken nach der Begegnung, hätte es auch bei diesem einen Punkt bleiben sollen. Die Hessen waren den Fuggerstädtern zumindest auf dem Papier deutlich überlegen. In der zweiten Halbzeit gab es sogar 12:0 Torschüsse für die Eintracht.

Dennoch zeigte der Spielstand bei Abpfiff ein 2:1 für den FC Augsburg an. Wie kam dieses Ergebnis zustande?

Ganz einfach: Die Eintracht ließ all das vermissen, was sie ausmacht: Kampf, Leidenschaft und der unbedingte Wille zu gewinnen. Die Hessen fanden kaum ins Spiel rein, leisteten sich in allen Mannschaftsteilen überflüssige Fehler. Am Ende bleibt eine unkonzentrierte Leistung, die auch gegen die bisher schwach agierenden Augsburger nicht ausreichte.

Somit stellten sich die Adlerträger selbst ein Bein und die Gastgeber mussten nicht einmal eine Glanzleistung abliefern, um drei Punkte im heimischen Stadion einfahren zu können. Lange Bälle über das ganze Spielfeld reichten aus, um die Frankfurter Abwehr auszuhebeln.

Dies ist ohnehin das Mittel der Wahl gegen die Eintracht, deren Außenverteidiger prinzipiell sehr weit vorne stehen, um die Offensive tatkräftig zu unterstützen. Das Problem dabei: Die Dreierkette steht hinten somit relativ breit und offenbart einige Lücken. Wenn da die Abstimmung nicht hundertprozentig passt, wird es gefährlich bei Kontern und eben bei langen Bällen.

Ob das die Augsburger so geplant hatten oder aber die Schwachstelle der Frankfurter dem Spielstil der Augsburger lediglich perfekt entgegenkommt, bleibt offen.

Ohne Heldentaten von Trapp ganz zu Beginn der Partie und Hinteregger, der einmal auf der Linie rettete, hätte es den bayrischen Schwaben durchaus gelingen können, noch mehr als zwei Tore (Richter, 36. Min; Niederlechner, 43. Min) zu erzielen.

https://www.youtube.com/watch?v=asHITJYjM5c

 

Zwar brachte Gonçalo Paciência in der 73. Minute noch den Anschlusstreffer im Augsburger Kasten unter, mehr sollte den Frankfurtern vor dem Tor aber nicht gelingen.

Neuzugang André Silva feierte sein Startelf-Debüt an der Seite von Landsmann Paciência, jedoch konnte er dieses nicht mit einem Treffer krönen. Positiv lässt sich neben seinem allgemeinen Engagement auch Silvas Können am Ball hervorheben. Seine technischen Stärken blitzten über das Spiel hinweg immer wieder auf. Negativ fallen dabei die wenigen Torabschlüsse und die fehlende Torausbeute auf.

Der ineffiziente Sturm sollte aber nicht das einzige Problem sein, das die Frankfurter hatten. Auch im Mittelfeld lief an diesem Nachmittag wenig zusammen. Djibril Sow, der ebenfalls sein Startelf-Debüt feiern durfte, fand keinen Zugriff auf das Spiel und fiel eher durch Fehlpässe auf, als durch clevere Ideen, um seine Mitspieler in Szene zu setzen.

Für ihn kam zur Halbzeit dann auch Dominik Kohr, der einer der wenigen war, die eine gute Partie ablieferten. Sonst eher als Stabilisator bekannt, dribbelte der 25-Jährige gleich zwei Augsburger gekonnt aus und legte den Ball auf Paciência ab, der anschließend das einzige Frankfurter Tor an diesem Nachmittag erzielte.

Ebenfalls vergleichsweise gut agierte Martin Hinteregger. Dass den Rückkehrer an seiner alten Wirkungsstätte kein besonders netter Empfang erwartete, war abzusehen, verlief sein Abschied von dort doch nicht ganz reibungslos. Trotzdem gewann der Österreicher eine Vielzahl an Zweikämpfen, sah beim 1:0 dafür leider gar nicht gut aus.

Dass die Frankfurter Abwehr merklich instabil war, lag vor allem auch an Kapitän David Abraham, der eine unzureichende Leistung ablieferte. Für die Zukunft wäre es zumindest eine Überlegung wert, dem jungen Evan N’Dicka den Vorzug zu geben.

Außerdem fiel das Fehlen vom vor der Partie erkrankten Filip Kostic deutlich ins Gewicht. So klasse, wie Chandler als Typ sein mag, ein adäquater Ersatz für den pfeilschnellen Serben ist er leider bei Weitem nicht. Kostics Impulse nach vorne wurden schmerzlich vermisst, beschäftigt er doch sonst die gegnerischen Außenverteidiger unermüdlich.

Anstehendes Topspiel vor Topkulisse

Es bleibt zu hoffen, dass der Außenbahnspieler rechtzeitig zum Europa-League-Heimspiel gegen den FC Arsenal genesen ist. Denn eines ist klar: Um dort zu bestehen, ist eine ganz andere Leistung nötig.

Hoffnung macht, dass es gegen die Gäste aus London ein komplett anderes Spiel werden wird. Zumal auch Arsenal ein mäßig erfolgreiches Wochenende verbrachte. Nur dank Torhüter Leno konnte ein 2:2 Unentschieden gegen Watford gerettet werden, nachdem die Gunners einen 2:0 Vorsprung verspielten.

Außerdem liegen der Eintracht Gegner, die mitspielen, deutlich besser als Mannschaften wie Augsburg. Und die besondere Atmosphäre, die bei magischen Europapokalnächten im Waldstadion ohnehin immer herrscht, ist nicht zu Unterschätzen. In den meisten Fällen löst diese nämlich eine Eigendynamik aus, die sowohl die Fans auf den Rängen als auch die Spieler auf dem Platz mitreißt.

So oder so ist, trotz Dämpfer in Augsburg, ganz Frankfurt heiß auf den Donnerstagabend, wenn einmal mehr hochkarätiger Besuch im heimischen Stadtwald empfangen werden darf…

Diese Woche… bei Eintracht Frankfurt, KW 36

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Ante Rebić – Vom Leihspieler zur Legende

von Patricia Seiwert

In allerletzter Minute stand es offiziell fest: Ante Rebić verlässt Eintracht Frankfurt in Richtung Italien. Doch als der Kroate vor drei Jahren den Weg an den Main fand, ahnte noch keiner, wie emotional dieser Abschied werden wird.

Und doch gab es von Sekunde eins an dieses Gefühl, diese Vorahnung, dass genau dieser junge Mann, der damals zarte 22 Jahre auf dem Buckel hatte, etwas Besonderes sein könnte.

Warum? Das lässt sich schwer sagen. Vielleicht war es schon damals seine Ausstrahlung, die sich von allen anderen abhob. Seine bisherige Vita jedenfalls ließ eine solch rasante Entwicklung, welche Ante Rebić innerhalb weniger Jahre in Frankfurt nehmen sollte, kaum erwarten.

Die ersten Schritte im Fußball in Kroatien gegangen, sollte seine erste Station in einer europäischen Top-Liga das schöne Florenz sein. Doch dort wurde schnell klar, dass er keinen Platz in der Mannschaft hat. Und so begann eine Odyssee an Leihen. Zum ersten Mal Bundesligaluft schnupperte das junge Talent jedoch nicht in Hessen, sondern bei RB Leipzig. Dass er dort, in dieser scheinbar perfekt getakteten, höchst rationalen Maschinerie, in der man vergeblich nach Emotionalität sucht, nie so richtig ankam und sich infolgedessen auch nicht durchzusetzen vermochte, wundert mit heutigem Wissensstand wohl keinen mehr.

Denn schon damals wurde ihm ein schwieriger Charakter nachgesagt. Dass dieser Charakter jedoch weitaus mehr als „schwierig“ ist, eher eine gewisse Komplexität anmuten lässt, sollte kurze Zeit später weiter südwestlich in der Republik klar und deutlich werden.

Vorher aber ging es per Leihe noch einmal nach Verona, doch auch andernorts in Italien fand Rebić nicht sein Glück. Es passte einfach nicht. Und so verlieh der AC Florenz seinen Rohdiamanten munter weiter, diesmal mit dem Unterschied, dass es endlich passen sollte – und wie!

Im Sommer 2016 trat Ante Rebić seinen Job beim Bundesligisten Eintracht Frankfurt an und fand bei diesem Verein, dessen Verbleib in der höchsten deutschen Liga wenige Wochen zuvor noch auf Messers Schneide stand, scheinbar genau den Platz, den er gesucht hatte – zunächst als Leihspieler, später als Festverpflichtung. Die Eintracht war zu diesem Zeitpunkt und lange vorher wahrlich kein glamouröser Klub, doch was sie auszeichnete war die tiefe Verwurzelung in der Stadt, im Herzen der Fans und ein Zusammenhalt, den man in dieser Form woanders oft vergeblich sucht – Emotionalität pur. Und inmitten dieser warmen Umgebung fand Ante Rebić in kurzer Zeit sehr vieles: neue Freunde, den scheinbar weltbesten Frisör, den er sich bis heute überall hin einfliegen lässt und einen Trainer, der bald zu einer Art „Papa“ für das junge Talent werden sollte.

Die Rede ist von Landsmann Niko Kovac. Gekommen war er, um die Eintracht vor dem Abstieg zu bewahren. Dies gelang ihm, indem er einer Mannschaft, mit der keiner – und am wenigsten sie selbst – noch rechnete, Kampfgeist und neuen Willen einflößte.

Auch das ist ein wichtiger Punkt, weshalb Rebić letztendlich so ideal zu Eintracht Frankfurt passte. Denn nicht nur sein vermeintlich schwieriger Charakter oder die Tatsache, dass er seinen eigenen Kopf hat, zeichnen den Kroaten aus. Nein, auch Leidenschaft, Kampfgeist und unbedingter Wille sind in ihm vereint.

Und eben weil sich alles so gut zusammenfügte, sollte Rebić gemeinsam mit dem Rest des Teams, den Trainern, dem Team hinter dem Team und nicht zuletzt den Fans in Frankfurt eine neue Ära prägen.

Dass dies zwar rückblickend rasant passierte, bedeutet nicht, dass es nicht auch Rückschläge gab. Zwar schloss besonders der treue Anhang der Eintracht seinen neuen Liebling schnell ins Herz, doch schien er auch immer mal wieder strenge Ermahnungen zu brauchen, um der mitreißende Spieler auf dem Platz zu sein, den die Fans so liebten.

Hin und wieder lernte man seine andere Seite kennen: bockig, abwinkend, bis zum Anschlag genervt, konnte er wirken. Doch die schockverliebten Fans nahmen ihm ohnehin wenig übel und Papa Kovac wusste, wie er seinen Schützling anpacken muss. Kurzerhand rügte er seine fehlende Bereitschaft defensiv mitzuarbeiten in aller Öffentlichkeit, bevor sich Ante Rebić zum absoluten Leistungsträger mauserte.

Fast wie in einer Symbiose mit seinem Verein, reifte der heutige Vize-Weltmeister zu einem Juwel heran. Und derselbe Verein, der kurz zuvor noch um den Klassenerhalt bangte, stand im Mai 2017 plötzlich im Pokalfinale gegen Borussia Dortmund. Denkbar knapp scheiterten die Hessen mit einem Endstand von 2:1 am Favoriten. Den zwischenzeitlichen Gleichstand aber erzielte kein geringerer als Ante Rebić. Ein Pokalheld war geboren.

Genau ein Jahr später nämlich, kehrte er mit der Eintracht zurück ins Berliner Olympiastadion. Mittlerweile gemeinsam mit seinem „Bruda“, Kevin-Prince Boateng, der den Ball lang schlagen sollte. Und genau das tat dieser, gegen den Rekordmeister FC Bayern München.

Und Ante? Ante traf. Zwei Mal. Was dann geschah, bleibt für immer unvergessen und rührt bis heute jeden, der es mit der Eintracht hält, zu Tränen. Nachdem Rebićs Kumpel Mijat Gaćinović alleine den gefühlt unendlich langen Weg aufs gegnerische Tor zu rannte, einnetzte, der Abpfiff durch die Weiten des Berliner Stadions hallte und sofort durch astronomisch laute Jubelschreie zum Verstummen gebracht wurde, waren sie alle Helden. Und besonders Ante Rebić hatte sich an diesem Abend unsterblich gemacht. Trat er zuvor auf dem Feld mit voller Entschlossenheit auf, mit einem Kampfgeist, der über die Ränge im Stadion bis zuhause auf dem Sofa jeden ergriff, so schrie er sich mit Tränen überströmt die Seele aus dem Leib, als all die Anstrengung von ihm abfiel. Ganz fest griff der Spieler des Spiels sich den Adler auf der Brust, schloss die Augen und ließ seinen Emotionen freien Lauf, gemeinsam mit seinem Team, gemeinsam mit den Fans. Unvergessene Momente, über die Bilder mehr aussagen als tausend Worte.

Da war sie, die andere Seite des Ante Rebić. Fast schon sensibel wirkt er so, wenn man ihn mit dem Bullen vergleicht, den er auf dem Rasen verkörpert. Und dass der Kroate auch anders kann als wild und stürmisch, wird besonders in Interviews klar, die er nur dann antritt, wenn er wirklich muss. Da wirkt er schüchtern, fast schon verlegen. Er schaut auf den Boden, redet allerhöchstens in zwei sehr ähnlich klingenden Tonlagen und manchmal, da huscht ihm ein Lächeln über die Lippen. Es wirkt eher wie das Lächeln des kleinen kroatischen Jungen, der er mal war. Vom raubtierartigen Angreifer auf dem Platz ist hier keine Spur.

Ante Rebić ist kein Mann der großen Worte. Das muss er auch gar nicht sein, denn seine unfassbar starke Ausstrahlung spricht für sich. Und auch wenn er nicht sagt, was er fühlt oder wie es um seine Laune steht, er lässt es einen garantiert spüren.

Dass dies auch mal unschön sein kann, zeigten die letzten Wochen vor seinem Abschied eindrucksvoll. Im Play-off Hinspiel in Straßburg lieferte er eine seiner schlechtesten Halbzeiten für die Eintracht ab und befeuerte somit noch einmal die Gerüchte, dass er im Geiste bereits für einen anderen Verein aktiv sei. Trainer Adi Hütter hatte nach diesen 45 Minuten, die weder ihm noch den mitgereisten Fans gerecht wurden, nur noch die Bank für den Kroaten übrig, der daraufhin offiziell wegen Wadenproblemen auch das Auswärtsspiel in Leipzig sausen lassen musste.

Doch Ante Rebić wäre nicht Ante Rebić, wenn er sich nicht wieder aufrappeln würde. Im Play-off Rückspiel im Waldstadion kehrte der Kroate mit all seinen Vorzügen zurück in die Startelf und legte eine Wucht an den Tag, die ihresgleichen sucht.

Was zu diesem Zeitpunkt noch niemand sicher wusste: es sollte das letzte Spiel des Fanlieblings im Dress der Adler sein. Ante aber spielte, als wolle er sich würdig verabschieden, hier in seinem Wohnzimmer, in dem er zu dem Spieler mit Topformat reifte, der er heute ist. Er lief an, stritt sich um jeden Ball, scheute keinen Zweikampf und die Entschlossenheit brannte wieder in seinen Augen. Erst ballerte er einen Ball mit solch einem Zug in den gegnerischen Strafraum, dass dem Verteidiger keine andere Chance blieb, als das Rund unwillentlich ins eigene Tor zu verfrachten und dann rannte er gegen Ende der ersten Halbzeit auf den Straßburger Torwart zu, dem Ball hinterher. Dieser war noch frei, beide Spieler vollends entschlossen, ihn zu ergattern und plötzlich rauschte Rebić in den Keeper hinein. Dass der Kroate noch zurückzog und der Ball vor dem Zusammenstoß, der letztendlich keineswegs so schlimm war, wie der in Theatralik geübte Torwart ihn erscheinen ließ, noch frei war, interessierte den Unparteiischen scheinbar herzlich wenig. Und so endete die Partie für den Kroaten schon deutlich vor dem Schlusspfiff mit einem Platzverweis.

Im Zusammenhang des ganzen Spiels eine sehr ärgerliche Szene, doch die Frankfurter (alle, sowohl auf dem Platz als auch auf den Rängen und vielleicht sogar in der Kabine) zogen aus ihrem Unmut nur noch mehr Kraft, sodass sie trotz Hinspielniederlage in die Gruppenphase der Europa League einzogen.

Und Rebićs Abschied hätte ikonischer nicht sein können. Nicht nur, dass sich ganz Große gerne mal mit roten Karten aus wichtigen Spielen verabschieden (Liebe Grüße an Zinédine Zidane), nein auch, dass er noch einmal ausgiebig mit der Mannschaft vor der heimischen Nordwestkurve feiern durfte. Und als wäre das noch nicht kitschig genug, ertönten Sprechchöre, einzig und allein für ihn. Für den Mann, der in den letzten Wochen viel Kritik einstecken musste. Für den Unterschiedsspieler von Eintracht Frankfurt: Ante Rebić.

So versöhnlich der Abschied klingt, so herzzerreißend war dennoch die offizielle Bekanntgabe, dass nach den beiden Topstürmern Sébastien Haller und Luka Jović mit Ante Rebić nicht nur der letzte Büffel, sondern auch ein Ausnahmespieler in jeder Hinsicht, der Eintracht den Rücken kehrt.

Die Autorin dieses Textes müsste lügen, wenn sie behaupten würde, sie habe nach dieser Meldung nicht die ein oder andere Träne vergossen. Denn Ante Rebić war nicht nur einer der talentiertesten Spieler, die Eintracht Frankfurt in ihren Reihen begrüßen durfte, sondern auch ein großartiger Charakter mit Ecken und Kanten und vor allem mit unendlich großem Lieblingsspielerpotenzial.

Eine waschechte Diva, für die die launische Diva vom Main nicht besser hätte passen können. Ein Spieler, der in seiner Freizeit mit Mannschaftskollegen in Frankfurter Hinterhöfen so herrlich normal Baguettes der Eigenmarke einer großen Supermarktkette verspeist. Ein Spieler, dessen Launen mich an meine eigenen erinnern, der dadurch in einem oft so kalten, rationalen Business so menschlich ist. Dessen Lächeln und dessen Tränen zeigen, wie viel Gefühl in ihm steckt und dessen liebevolle Gesten gegenüber dem Verein entgegen einiger Behauptungen meiner Meinung nach nicht gespielt waren.

Ante Rebić wird in ruhigen Momenten immer wieder an seine Zeit in Frankfurt zurückdenken und wird sich dabei hoffentlich ein kleines Lächeln nicht verkneifen können. Denn auch hier am Main wird er nie vergessen sein. Im Gegenteil.

Es bleibt mir, Danke zu sagen. Für die großartige Zeit, deinen Einsatz, deinen absoluten Willen und dass du mir, die aufgrund ihres jungen Alters bisher kaum Spieler eines solchen Formats bei der Eintracht bestaunen durfte, gezeigt hast, was Begeisterung für ein Genie mit einem Fußballfan anstellen kann.

Ante, du hast in Frankfurt, bei der Eintracht und vor allem im Herzen zahlreicher Fans immer ein Zuhause, dessen Türe dir jederzeit offensteht. Und nun flieg, Adler. Lass dich nicht verbiegen und zeig der Welt, dass du mehr bist als ein Teilzeitchaot. Zeig ihnen, dass du ein ganz Großer bist!

Diese Woche… bei Eintracht Franktfurt, KW 35

von Patricia Seiwert

Drama, wir brauchen Drama

Eine turbulente Woche liegt hinter Eintracht Frankfurt. Nachdem der Bundesligastart gegen Hoffenheim noch gelang, brachten die letzten beiden Spiele gegen Racing Straßburg und RB Leipzig nicht die gewünschten Ergebnisse ein. Zu allem Überfluss dominierten dann noch unerfreuliche Schlagzeilen rund um den letzten verbleibenden Büffel, Ante Rebić, und die Posse um den Transfer von Bas Dost die Frankfurter Medienwelt.

Einige Probleme in Straßburg

Um die vielen Ereignisse der letzten Tage einigermaßen zu ordnen, richtet sich der Blick zunächst auf den vergangenen Donnerstagabend. Eine Reise nach Straßburg, in das nicht allzu weit entfernte Elsass, stand für die Adlerträger an.

Dort sollte sie ein gut gefülltes Stadion mit nicht zu verachtender Stimmung erwarten, denn die Franzosen sind selbst nicht minder heiß auf die Gruppenphase der Europa League. Dies sollten die Frankfurter auch auf dem Platz zu spüren bekommen. Besonders in der ersten Halbzeit gelang aus Sicht der Hessen wenig. Und Straßburg? Straßburg traf. In der 33. Minute brachte Zohi die Elsässer in Führung. Dieses Ergebnis begleitete die Mannschaften letztendlich auch in die Halbzeitpause.

Obwohl die Eintracht im zweiten Durchgang dann deutlich stärker agierte als in den ersten 45. Minuten, sollte es ihr nicht gelingen, das Spiel zu drehen und ein potenziell wichtiges Auswärtstor blieb ihr ebenso verwehrt. Aber auch Straßburg konnte die Führung in der zweiten Halbzeit nicht weiter ausbauen.

So blieb es letztlich bei einer unschönen Hinspielniederlage, die aber keinesfalls unmöglich zu drehen ist. Erst recht nicht, wenn die Frankfurter so auftreten, wie sie es in der zweiten Halbzeit getan haben – mit Willenskraft sowohl nach vorne als auch nach hinten. Der nötige Kampfgeist dürfte im ausverkauften Waldstadion mit den eigenen Fans im Rücken jedenfalls geweckt werden.

Es stellt sich jedoch die Frage, an was es an diesem unglücklichen Augustabend gescheitert ist. Zuallererst lässt sich da die Aufstellung anführen. In der Abwehr trat man wie gewohnt mit einer Dreierreihe auf, jedoch agierten hierbei Abraham und Hinteregger fast schon als Außenverteidiger. Nicht wenige Frankfurt Anhänger dürften sich die Augen gerieben haben, als sie plötzlich Martin Hinteregger anstelle von Filip Kostić Richtung Eckfahne marschieren sahen. Und obwohl der Österreicher immer mal wieder gut für ein Tor ist, erklärt es sich von selbst, dass dies weder für das Spiel nach vorne noch für die Verteidigung besonders zielführend ist, zumal Kostić, einem Spieler, der viel über Tempo kommt und demnach einiges an Platz benötigt, somit häufig die Räume genommen wurden. Die Löcher, die dadurch hinten in der Frankfurter Abwehr entstanden, nutzten die Straßburger glücklicherweise nicht optimal aus.

Im Angriff sollte es Rebić, wie schon gegen Hoffenheim, als einziger Mittelstürmer richten und mittlerweile können sich sicherlich alle darauf einigen, dass dies einfach nicht die ideale Position für den Kroaten ist. Besonders nicht, wenn der Spielaufbau so schwach ist, dass er sich fast ausschließlich auf lange Bälle beschränkt, die hinter die Abwehrreihe der Straßburger gelegt werden sollten. Zwischenzeitlich kam das Gefühl auf, als würden die Frankfurter vorne immer noch mit Haller rechnen, der genau diese Art von Pässen so wunderbar verwerten konnte (und dies mittlerweile bei West Ham macht. Nein es tut überhaupt nicht weh).

Natürlich stellte dieser Umstand den in letzter Zeit ohnehin schon sehr launisch auftretenden Ante Rebić nicht zufrieden, sodass er sich kurzerhand zur Halbzeit auswechseln ließ. Hütter hätte diese Entscheidung laut eigener Aussage aber ohnehin getroffen und setzte dem Angreifer zudem noch seinen Kumpel Gaćinović, der in der ersten Halbzeit ebenfalls nicht zu überzeugen wusste, an die Seite.

Für diesen kam Sebastian Rode ins Spiel und mit ihm auch neuer Schwung ins Mittelfeld. Neben der verbesserten Einstellung der Mannschaft verhalf ebendieser neue Antrieb in der Zentrale den Frankfurtern zu einer deutlich ansehnlicheren zweiten Hälfte. Ebenfalls positiv hervorzuheben war außerdem Daichi Kamada. Der junge Japaner bewies einmal mehr, dass er zumindest eine Alternative im offensiven Mittelfeld sein kann.

Diva vom Main meets Diva vom Balkan

Nach dem Spiel bemängelte Kevin Trapp die Einstellung einiger Spieler, die seiner Ansicht nach nicht alles gegeben hätten. Ohne Namen zu nennen, wusste natürlich trotzdem jeder, um wen es sich hierbei am wahrscheinlichsten handelt. Trainer Adi Hütter wurde diesbezüglich sogar noch genauer, zähle Ante Rebić öffentlich an. Man sei mit seiner Leistung nicht zufrieden gewesen. Hütter beflügelte auch die Wechselgerüchte noch einmal, indem er betonte, dass wenn der Kroate wechseln wolle, man eine Lösung finden müsse. Bobic bestätigte einige Tage später, dass mehrere Vereine Interesse bekundet hätten, fügte aber hinzu, dass alle Parameter für einen Wechsel stimmen müssten, was scheinbar bisher aber noch nicht der Fall war.

Intern scheint es also was die Personalie Rebic angeht zu kriseln und auch unter den Fans gehen die Meinungen stark auseinander, sowohl was den Spieler und sein Verhalten selbst angeht als auch die Äußerungen von Trapp und Hütter.

Meiner Meinung nach wäre es zumindest wünschenswert, dass, sollte es wie erwartet zu einem Wechsel kommen, es ein versöhnliches Ende gibt. Denn Ante Rebić ist nicht nur gleich unserem geliebten Verein eine Diva, sondern auch ein Pokalheld, der der Eintracht viele schöne und einen unvergesslichen Moment beschert hat. Dies sollten wir uns alle in Erinnerung rufen, wenn wir, völlig zurecht, sein Verhalten kritisieren. Ihn zum alleinigen Sündenbock zu erklären, wird ihm nicht gerecht und sich zu Hasstiraden auf einen Spieler, der uns jahrelang Freude bereitet hat, hinreißen zu lassen, tut weder dem Verein, noch dem Spieler noch uns als leidenschaftlichen Anhängern und erst recht nicht unseren Fanseelen gut – zumal wir bisher nicht wissen und vermutlich auch nie wissen werden, was genau über einen unbestimmten Zeitraum hinweg vorgefallen ist und wer in welcher Form involviert war.

Einiges an Lob aber keine Punkte

Nachdem alle Welt in Aufruhr versetzt wurde und mehr Drama herrschte als bei Shakespeare, stand am Sonntagnachmittag ein Auswärtsspiel in Leipzig an. Wie es der Zufall wollte, fehlten Rebic und Gacinovic mit Blessuren – zumindest offiziell.

Nach einem aufreibenden Spiel in Straßburg, das alles andere als einen mentalen Push mit sich brachte, schätzte man die Zeichen auf ein erfolgreiches Spiel eher gering ein. Zudem fanden sich einige Änderungen in der Startaufstellung. Danny da Costa, zuletzt nicht immer gänzlich überzeugend, bekam eine Pause. Erik Durm rückte für ihn in die Startaufstellung. Auch Hinteregger durfte sich eine Auszeit genehmigen, während N’Dicka neben Hasebe und Abraham in die Abwehr rückte. Paciência übernahm die Stürmerposition für den daheimgebliebenen Rebić und wurde von Bundesligadebütant Dejan Joveljic unterstützt, sodass der zuletzt wenig erfolgreiche Ein-Mann-Sturm vorerst ausgedient hatte. Rode spielte diesmal ebenfalls von Beginn an.

Zugegebenermaßen erwartete man als Fan nicht allzu viel gegen einen Gegner wie Leipzig, der Fehler im Spiel meist gnadenlos ausnutzt und mit schnellen Spielern freie Räume optimal zu nutzen weiß. Sogar die Angst vor einer deutlichen Niederlange schwang mit.

Doch die Frankfurter schlugen sich erstaunlich gut, dominierten die Anfangsphase bis… ja bis die Leipziger eine Ecke zugesprochen bekamen. Diese brachte Sabitzer hinein, Poulsen verlängerte und Werner musste nur noch einschieben. Unpraktischerweise hatte der sonst so fehlerfreie Makoto Hasebe einen schwachen Moment, stand zu weit weg von seinem Gegenspieler und zu allem Übel ließ Kevin Trapp auch noch die kurze Ecke offen. Ehe man sich versah, stand es 1:0 für Leipzig. Dieses Ergebnis entsprach absolut nicht dem Spielverlauf.

https://www.youtube.com/watch?v=SMvdIhfcm5w

Im Anschluss an das Gegentor wirkten die Frankfurter zunächst unsicherer, Leipzig drückte. Dies sollte jedoch nicht lange anhalten. Die Eintracht fand wieder zurück zu ihrem Spiel, das im Vergleich zur Partie gegen Straßburg deutlich verbesserte spielerische Elemente aufwies. Im Anschluss an das Bundesligaduell attestierte der gegnerische Trainer Julian Nagelsmann der Eintracht, die dominantere Mannschaft gewesen zu sein. Die Leipziger fanden kaum Zugriff auf das Spiel.

Dies ging ihm sicherlich trotzdem recht leicht über die Lippen, denn entgegen des Spielverlaufs, erzielte Poulsen (nach einer Wunderheilung, 5 Sekunden vorher lag er noch vor Schmerzen am Boden) das 2:0. N’Dicka erlaubte sich einen Schnitzer und Trapp bekam die Beine nicht mehr rechtzeitig zusammen. Wieder führten individuelle Fehler zum Gegentor. Besonders bitter für die Eintracht ist der Umstand, dass die Leipziger kaum gefährlich wurden, aber ihnen ihre gnadenlose Effizienz zu Gute kam.

Kurz vor Schluss erzielte Paciência, das portugiesische Kopfballmonster, nach Hereingabe vom eingewechselten Chandler mit dem Fuß (!) ein Tor, das zwar nett anzusehen war, aber letztendlich auch nur noch in der Tordifferenz eine Rolle spielt. Zu selten zeigte der Stürmer seine Qualitäten.

Die Eintracht täte also gut daran, sich im Sturm weiter zu verstärken, denn auch Debütant Joveljic wies zwar einen Torriecher auf und machte deutlich, dass er alsbald einnetzen möchte. Seine mangelnde Erfahrung und sein junges Alter ließen ihn aber oftmals noch zu aufgeregt agieren.

Verstärkung im Sturm

 Am darauffolgenden Montag hatte Eintracht Frankfurt seinen Fans im Hinblick auf die Problematik im Sturm dann jedoch etwas Erfreuliches mitzuteilen. Nach Verhandlungen, die sich länger hinzogen als das Vorgeplänkel bei DFB Pokal Auslosungen, konnte mit Sporting Lissabon endlich eine Einigung erzielt werden: Bas Dost wechselt für 7 Mio. Euro (mit möglichen Boni 7,5 Mio. Euro) an den Main und wird mit einem Dreijahresvertrag ausgestattet. Der 30-jährige hochgewachsene Niederländer soll nun für die Eintracht auf Torejagd gehen und scheint heiß auf seine Rückkehr in die Bundesliga zu sein.

Bei der kommenden Aufgabe zuhause gegen Racing Straßburg kann Dost unglücklicherweise noch nicht helfen. Die bisher wichtigste Aufgabe der Saison müssen die Adlerträger mit dem bereits gemeldeten Kader bestreiten. Für das Bundesligaheimspiel gegen Düsseldorf dürfte der neue Mittelstürmer aber durchaus eine Option sein, nachdem er in Lissabon bereits die komplette Vorbereitung absolviert hat.

Angesichts der Entwicklungen um Ante Rebić und mit Blick auf den Sturm dürften die nächsten Tage nicht nur wichtige Aufgaben im internationalen Wettkampf sowie in der heimischen Liga mit sich bringen, sondern auch eine spannende letzte Woche auf dem Transfermarkt anstehen. Es gibt für diejenigen, die es mit der Diva vom Main halten, also allen Grund „hibbelisch“ zu sein…

Diese Woche… bei Eintracht Frankfurt, KW 34

Von Patricia Seiwert

Der Adler fliegt wieder

Da sind sie wieder, die Wochenenden mit gesteigertem Pizza- und Erfrischungsgetränkekonsum, mit einer Begleitmusik aus Freudenschreien, wutentbrannten Kraftausdrücken und leisem Gewinsel. Kurzum: die Bundesliga ist zurück!

Am vergangenen Freitag eröffneten die Bayern mit ihrem Gast, der alten Dame aus Berlin, die neue Saison.

Eine Woche vorher fanden bereits die Partien der 1. Runde des DFB Pokals statt.

Doch für die Frankfurter Eintracht starteten die Pflichtspiele schon deutlich früher. Als die Adler in der letzten Saison haarscharf auf Platz 7 landeten, stand fest: die Eintracht wird sich mit einer kurzen Vorbereitung zufriedengeben müssen.

Europapokal? Ist uns nicht egal!

Das erste Pflichtspiel der neuen Saison bestritten die Jungs unter Leitung von Cheftrainer Adi Hütter bereits am 25. Juli in Tallinn. In entspannter Atmosphäre bekamen die mitgereisten Fans einen 2:1 Sieg ihrer Eintracht zu Gesicht. Eine Woche später reisten dann die Esten in den Frankfurter Stadtwald. Mit überschaubarem, aber dafür sehr sympathischem, Anhang im Gepäck gelang dem FC Flora Tallinn ein durchaus ansehnliches Tor vor – zumindest für Frankfurter – gewohnt großartiger Kulisse inklusive Choreo (alle in weiß). Trotzdem sicherte sich die Eintracht erneut einen 2:1 Sieg und zog somit in die nächste Qualifikationsrunde ein. Aber vorher wurden die munteren Gäste aus Tallinn gebührend verabschiedet. Die Nordwestkurve feierte die gegnerische Mannschaft überschwänglich, was diese sichtlich genoss. Ein rundum gelungener Abend für beide Seiten neigte sich also mit tollen Bildern dem Ende zu.

Bereits eine Woche später ging die Reise für die Adlerträger weiter ins idyllische Liechtenstein. Mit dem FC Vaduz wartete der nächste Gegner auf dem Weg in die Europa League und dessen Wohnzimmer lässt sich durchaus sehen. Ein kleines Stadion inmitten von Alpenromantik – ein Traum! Traumhaft aus Sicht der Eintracht war auch das Ergebnis. Problemlos erspielten sich die Hessen ein 5:0, sodass im Rückspiel in Frankfurt ein 1:0 Sieg, erneut eingeläutet durch eine Choreo des Publikums (alle in rot), locker für den Play-off Einzug reichte. Mit Racing Straßburg wartet nun ein etwas größeres Kaliber als der FC Flora Tallinn oder der FC Vaduz auf Eintracht Frankfurt. Der Teilnehmer der französischen Ligue 1 sicherte sich den Qualifikationsplatz durch einen Pokalsieg.

Aufregendes Duell unter Freunden

Zwischen den beiden Qualifikationsspielen gegen Vaduz stand für die Eintracht außerdem noch die 1. Runde des DFB Pokals an. Die Zeichen deuteten alle darauf hin, dass dies ein besonderes Spiel werden sollte. Der Gegner war nämlich niemand geringeres als der SV Waldhof Mannheim, zu dessen Fans die Frankfurter Anhängerschaft eine enge Freundschaft pflegt. Dementsprechend gut war die Stimmung. Nachdem die Waldhöfer vor Anpfiff eine Choreo darboten, stimmten beide Fangruppen über das ganze Spiel hinweg immer wieder gemeinsame Gesänge an.

Zunächst sollten die Gastgeber aber ausgelassener feiern als die Frankfurter, denen bereits nach drei Minuten der Mund offenstand und nach elf Minuten die Kinnlade am Boden hing, denn zu diesem Zeitpunkt führte der SV Waldhof schon mit zwei Toren. Sulejmani war der Doppeltorschütze, der die Abwehr der Eintracht in der Anfangsphase des Spiels gnadenlos überrannte. Doch bis zur Halbzeit gelang es den Gästen wieder alles auf Anfang zu drehen. In der 21. Minute traf der junge Japaner Daichi Kamada, der erst kürzlich von seiner Leihstation in Belgien (VV St. Truiden) nach Frankfurt zurückkehrte. Den Ausgleich erzielte Filip Kostic dann in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit.

https://www.youtube.com/watch?v=SGdtGsx93rQ

In der zweiten Halbzeit durften dann noch einmal die Mannheimer jubeln. In der 72. Minute erzielte Marx den dritten Treffer für die Männer in Schwarzblau, bevor eine zuletzt immer wieder umstrittene Personalie einen lupenreinen Hattrick ablieferte. Die Rede ist von Ante Rebic. In der 76. Minute erzielte er den erneuten Ausgleich und legte dann jeweils in der 81. und in der 88. Minute nach. Somit sicherte der Kroate den Frankfurtern den Einzug in die 2. Runde, wo der FC St. Pauli wartet.

Abschiede, großes Geld und (nicht ganz so) neue Gesichter

Dass in letzter Zeit über ebendiesen wuchtigen Angriffsspieler unzählige Diskussionen geführt wurden, liegt nicht zuletzt daran, dass immer wieder ein Wechsel im Raum stand und immer noch steht, obwohl die neusten Entwicklungen bei einem der Hauptinteressenten, Inter Mailand, eher gegen eine Verpflichtung von Rebic sprechen.

Auch die Eintracht ist natürlich auf dem Transfermarkt tätig geworden. Nachdem sie mit Luka Jovic (Real Madrid) und Sébastien Haller (West Ham United) zwei der drei Büffel aus der vergangenen Saison ziehen lassen musste, konnten im Gegenzug mit Kevin Trapp, Sebastian Rode und Martin Hinteregger drei geliehene Leistungsträger fest verpflichtet werden. Letzterer wurde beim Heimspiel gegen den FC Flora Tallinn präsentiert und als Publikumsliebling so überschwänglich empfangen wie sonst nur junge Popstars von Teenie-Massen.

Durch die hohen Einnahmen der beiden Rekordverkäufe (zusammen 100 Mio. €) und auch mit TV Geldern aus der Bundesliga sowie den Prämien für die sehr erfolgreiche Teilnahme in der Europa League hat die Eintracht diesen Sommer einen ungewohnt großen finanziellen Spielraum. Diesen nutzte sie bisher unter anderem dafür, ihr Mittelfeld zu verstärken. Mit Dominik Kohr und Djibril Sow fanden neben Rode zwei weitere Mittelfeldspieler den Weg an den Main. Auch Linksverteidiger (und Weltmeister) Erik Durm entschied sich nach seinem Ausflug auf die Insel (Huddersfield Town) für ein Engagement bei der Frankfurter Eintracht.

Der einzige Zugang im Sturm ist – Stand jetzt – Dejan Joveljic. Der junge Serbe, dessen Nachname klingt wie die Pokémon-Vorentwicklungsstufe von Vorgänger Jovic, kommt von Roter Stern Belgrad. Anders als Luka Jovic legt dieser aber keinen Zwischenstopp bei Benfica in Portugal ein, sondern wagt direkt den Sprung in die Bundesliga. Der gerade erst 20 gewordene Jungstürmer wird sicherlich noch ein wenig Eingewöhnungszeit benötigen. Die Eintracht wäre also gut beraten, nicht all den Druck auf die Schultern des Neuankömmlings zu laden. Der Portugiese Gonçalo Paciência, der als einziger weiterer Mittelstürmer infrage kommt, wird es aber auch nicht alleine richten können, zumal das Kopfballmonster noch einige Schwächen am Boden aufweist. Auch deswegen dürfte sich die Eintracht aktuell für einen alten Bekannten aus der Bundesliga interessieren. Bas Dost soll von Sporting Lissabon in die Mainmetropole gelockt werden. Die Vereine sind sich laut eigener Aussage wohl einig, jedoch ließen neueste Medienberichte verlauten, dass es zwischen dem 1,96m großen Niederländer mit Berater und dem portugiesischen Noch-Arbeitgeber aktuell noch semifreundschaftlichen Gesprächsstoff gibt. Die Eintracht soll ihrerseits in der Angelegenheit ganz entspannt sein, dass der Transfer trotzdem, wenn auch mit einigen Tagen Verspätung, über die Bühne gehen wird. Ein erfahrener Abschlussstürmer dürfte dem Spiel der Frankfurter jedenfalls nicht schaden.

Zweik(r)ämpfe im Stadtwald

Ganz im Gegenteil, denn am Wochenende fand im Frankfurter Stadtwald das erste Bundesligaspiel der neuen Saison gegen die TSG Hoffenheim statt. Unter anderem wurde hierbei deutlich, dass ein Spieler wie Bas Dost ein dankbarer Abnehmer in dem oft flankenlastigen Spiel der Eintracht wäre. Denn Adi Hütter stellte gegen die Hoffenheimer keinen klassischen Mittelstürmer auf, sondern ließ Ante Rebic vor dem Tor agieren, gemeinsam mit Kamada, der die Rolle der hängenden Spitze übernahm. Überraschend an der Aufstellung war ebenfalls die Kombination aus Fernandes und Kohr im zentralen Mittelfeld, ist doch Lucas Torró einer der klaren Gewinner der Vorbereitung – zumindest, wenn man auf die Meinung zahlreicher Eintracht Anhänger vertraut. Jedenfalls ließ diese Mittelfeldkonstellation nicht allzu feinen Fußball vermuten. Dass sich dazu leider auch zu viele Ungenauigkeiten und vor allem Fehlpässe gesellten, wurde den Adlerträgern glücklicherweise nicht zum Verhängnis – zum einen, weil die Abwehr im Gegensatz zu anderen Aspekten im Frankfurter Spiel ziemlich gut funktionierte und zum anderen, weil die TSG aus dem Spiel heraus nach vorne relativ harmlos agierte.

https://www.youtube.com/watch?v=VaIKvmMFw9s

Ausbaufähig war auch die Chancenverwertung der Frankfurter. Zwar war Filip Kostic, unermüdlich wie eh und je, in herausragender Form, ließ regelmäßig mehrere Hoffenheimer am Stück stehen während er mit dem Ball am Fuß in Höchstgeschwindigkeit über das Feld in Richtung des gegnerischen Tors stürmte, scheiterte dann aber im Abschluss oder fand keinen Abnehmer für seine Hereingaben.

Spieler des Spiels, neben Filip Kostic, war Abwehrmann Martin Hinteregger, der bereits nach 36 Sekunden den Ball zum 1:0 hinter die Linie köpfte – der perfekte Eisbrecher für den Bundesligastart, der, wie erwähnt dank einer starken Frankfurter Abwehrreihe und einer schwächelnden Hoffenheimer Offensive, durch einen knappen Heimsieg gekrönt wurde. Aber nicht nur sein Tor und seine punktgenauen Grätschen sorgten an diesem Abend für Aufsehen, denn Martin „Hinti“ Hinteregger lag gegen Ende der zweiten Halbzeit mit schmerzverzerrtem Gesicht am Boden, hielt sich das Bein. Alle Frankfurter hielten den Atem an. Was, wenn genau dieser so wichtige Mentalitätsspieler nun lange ausfällt? Es sah jedenfalls nicht gut aus. Zum Erstaunen aller konnte Hinteregger dann aber weiterspielen und erklärte nach dem Spiel wie selbstverständlich, dass er ja nur einen Krampf gehabt habe, aber selbst nicht wusste, was das denn nun sei, schließlich wäre es sein allererster Krampf gewesen.

Langweilig wird es mit der Frankfurter Eintracht und ihren Repräsentanten auf und neben dem Feld also so schnell nicht, wie die Ereignisse der letzten Wochen eindrucksvoll beweisen. Und es geht Schlag auf Schlag weiter, denn die Hessen müssen sich am Donnerstag bereits im Elsass gegen Straßburg beweisen, bevor es am Sonntag nach Leipzig zum ersten Auswärtsspiel der Bundesligasaison geht. Drei Spiele in sieben Tagen – der mittlerweile fast schon normale Wahnsinn geht ohne große Pausen weiter.