Diese Woche… bei Eintracht Frankfurt, KW 38

Freudige und nicht so freudige Wiedersehen

von Patricia Seiwert

 

Gute Taten in freundschaftlicher Atmosphäre

Die Länderspielpause verbrachte Eintracht Frankfurt damit, gerngesehene Gäste willkommen zu heißen. Am spielfreien Wochenende empfingen die Adler die BSG Chemie Leipzig zu einem Benefizspiel in der PSD Bank Arena. Die Partie stand unter dem Motto „Flutlicht für Leutzsch“, denn alle Einnahmen gingen zu diesem Zweck an die befreundeten Gäste. Schon 2016 fand eine solche Begegnung statt, damals jedoch in der Heimat der Leipziger.

Die Stimmung beim „Rückspiel“ hätte nicht besser sein können: Friedlich und dennoch explosiv, stiegen doch einige grüne und rote Feuerwerksraketen in den Frankfurter Abendhimmel auf.

Und auch mit dem Endergebnis dürften am Ende alle zufrieden gewesen sein. Ein 5:1 Sieg für die Eintracht stand letztendlich zu Buche, bei dem auch Neuzugang André Silva direkt zwei Mal einnetzte. Und für die Chemiker aus Leipzig sprang ein Scheck über 100.000 Euro heraus.

Ein rundum gelungener Abend, der der sonst eher zähen Länderspielpause ein wenig Charme verleihen konnte.

 

Ernüchternde Reise nach Augsburg – nicht nur für Hinteregger

Am vergangenen Samstagnachmittag sollte dann auch endlich die Bundesliga für die Frankfurter Adler weitergehen. Ein Auswärtsspiel beim FC Augsburg stand auf dem Plan. Der Ex-Klub von Martin Hinteregger hatte bis dato lediglich einen einzigen Punkt aus drei Spielen zu verzeichnen.

Und laut den Statistiken nach der Begegnung, hätte es auch bei diesem einen Punkt bleiben sollen. Die Hessen waren den Fuggerstädtern zumindest auf dem Papier deutlich überlegen. In der zweiten Halbzeit gab es sogar 12:0 Torschüsse für die Eintracht.

Dennoch zeigte der Spielstand bei Abpfiff ein 2:1 für den FC Augsburg an. Wie kam dieses Ergebnis zustande?

Ganz einfach: Die Eintracht ließ all das vermissen, was sie ausmacht: Kampf, Leidenschaft und der unbedingte Wille zu gewinnen. Die Hessen fanden kaum ins Spiel rein, leisteten sich in allen Mannschaftsteilen überflüssige Fehler. Am Ende bleibt eine unkonzentrierte Leistung, die auch gegen die bisher schwach agierenden Augsburger nicht ausreichte.

Somit stellten sich die Adlerträger selbst ein Bein und die Gastgeber mussten nicht einmal eine Glanzleistung abliefern, um drei Punkte im heimischen Stadion einfahren zu können. Lange Bälle über das ganze Spielfeld reichten aus, um die Frankfurter Abwehr auszuhebeln.

Dies ist ohnehin das Mittel der Wahl gegen die Eintracht, deren Außenverteidiger prinzipiell sehr weit vorne stehen, um die Offensive tatkräftig zu unterstützen. Das Problem dabei: Die Dreierkette steht hinten somit relativ breit und offenbart einige Lücken. Wenn da die Abstimmung nicht hundertprozentig passt, wird es gefährlich bei Kontern und eben bei langen Bällen.

Ob das die Augsburger so geplant hatten oder aber die Schwachstelle der Frankfurter dem Spielstil der Augsburger lediglich perfekt entgegenkommt, bleibt offen.

Ohne Heldentaten von Trapp ganz zu Beginn der Partie und Hinteregger, der einmal auf der Linie rettete, hätte es den bayrischen Schwaben durchaus gelingen können, noch mehr als zwei Tore (Richter, 36. Min; Niederlechner, 43. Min) zu erzielen.

https://www.youtube.com/watch?v=asHITJYjM5c

 

Zwar brachte Gonçalo Paciência in der 73. Minute noch den Anschlusstreffer im Augsburger Kasten unter, mehr sollte den Frankfurtern vor dem Tor aber nicht gelingen.

Neuzugang André Silva feierte sein Startelf-Debüt an der Seite von Landsmann Paciência, jedoch konnte er dieses nicht mit einem Treffer krönen. Positiv lässt sich neben seinem allgemeinen Engagement auch Silvas Können am Ball hervorheben. Seine technischen Stärken blitzten über das Spiel hinweg immer wieder auf. Negativ fallen dabei die wenigen Torabschlüsse und die fehlende Torausbeute auf.

Der ineffiziente Sturm sollte aber nicht das einzige Problem sein, das die Frankfurter hatten. Auch im Mittelfeld lief an diesem Nachmittag wenig zusammen. Djibril Sow, der ebenfalls sein Startelf-Debüt feiern durfte, fand keinen Zugriff auf das Spiel und fiel eher durch Fehlpässe auf, als durch clevere Ideen, um seine Mitspieler in Szene zu setzen.

Für ihn kam zur Halbzeit dann auch Dominik Kohr, der einer der wenigen war, die eine gute Partie ablieferten. Sonst eher als Stabilisator bekannt, dribbelte der 25-Jährige gleich zwei Augsburger gekonnt aus und legte den Ball auf Paciência ab, der anschließend das einzige Frankfurter Tor an diesem Nachmittag erzielte.

Ebenfalls vergleichsweise gut agierte Martin Hinteregger. Dass den Rückkehrer an seiner alten Wirkungsstätte kein besonders netter Empfang erwartete, war abzusehen, verlief sein Abschied von dort doch nicht ganz reibungslos. Trotzdem gewann der Österreicher eine Vielzahl an Zweikämpfen, sah beim 1:0 dafür leider gar nicht gut aus.

Dass die Frankfurter Abwehr merklich instabil war, lag vor allem auch an Kapitän David Abraham, der eine unzureichende Leistung ablieferte. Für die Zukunft wäre es zumindest eine Überlegung wert, dem jungen Evan N’Dicka den Vorzug zu geben.

Außerdem fiel das Fehlen vom vor der Partie erkrankten Filip Kostic deutlich ins Gewicht. So klasse, wie Chandler als Typ sein mag, ein adäquater Ersatz für den pfeilschnellen Serben ist er leider bei Weitem nicht. Kostics Impulse nach vorne wurden schmerzlich vermisst, beschäftigt er doch sonst die gegnerischen Außenverteidiger unermüdlich.

Anstehendes Topspiel vor Topkulisse

Es bleibt zu hoffen, dass der Außenbahnspieler rechtzeitig zum Europa-League-Heimspiel gegen den FC Arsenal genesen ist. Denn eines ist klar: Um dort zu bestehen, ist eine ganz andere Leistung nötig.

Hoffnung macht, dass es gegen die Gäste aus London ein komplett anderes Spiel werden wird. Zumal auch Arsenal ein mäßig erfolgreiches Wochenende verbrachte. Nur dank Torhüter Leno konnte ein 2:2 Unentschieden gegen Watford gerettet werden, nachdem die Gunners einen 2:0 Vorsprung verspielten.

Außerdem liegen der Eintracht Gegner, die mitspielen, deutlich besser als Mannschaften wie Augsburg. Und die besondere Atmosphäre, die bei magischen Europapokalnächten im Waldstadion ohnehin immer herrscht, ist nicht zu Unterschätzen. In den meisten Fällen löst diese nämlich eine Eigendynamik aus, die sowohl die Fans auf den Rängen als auch die Spieler auf dem Platz mitreißt.

So oder so ist, trotz Dämpfer in Augsburg, ganz Frankfurt heiß auf den Donnerstagabend, wenn einmal mehr hochkarätiger Besuch im heimischen Stadtwald empfangen werden darf…

Der Tag, Donnerstag, 09.05.2019: Red Sox, Zverev, Eintracht

Frühmorgens

NBA – Die Warriors und die Rockets lieferten sich erneut ein enges Match, das die Warriors am Ende mit 104:99 gewannen und in der Serie 3:2 führen. Sommerpause dafür für die Celtics. Nach der 91:116-Niederlage bei den Bucks, ist die Serie mit 4:1 entschieden. Angeführt von Giannis Antetokounmpo legten die Bucks von Beginn an vor und führten bereits zur Halbzeit mit 13 Punkten.

NHL – Die Sharks nutzten gegen Avalanche den Heimvorteil und siegten in Spiel 7 mit 3:2. Die frühe 2:0-Führung der Gastgeber war dabei der Grundstein des Erfolgs. Im Finale der Western Conference treffen die Sharks auf die Blues. Im Osten spielen die Bruins und die Hurricanes das Team aus, welches um den Stanley Cup spielen darf.

MLB – Die Red Sox haben einen ausgeglichenen Record! 12 Innings brauchte es bei den Orioles bis Andrew Benintendi das Spiel mit einem Home Run für die Red Sox entscheiden konnte. Einen Anteil am Sieg hatte auch Jackie Bradley Jr., der einen Catch zeigte, der unter den 12 Producern Begeisterung auslöste.

 

Nachmittags

WTA-Tour – Simona Halep erkämpfte sich ein 7:5, 7:5 gegen Ashley Barty. Naomi Osaka schied hingegen überraschend im Viertelfinale gegen Belinda Bencic aus (6:2, 3:6, 5:7). Sloane Stephens gewann ihr Match 6:4, 6:3. Mit einer Quote von 83 Prozent bei ersten Aufschlägen und dabei 76 Prozent gewonnener Punkte legte Osaka den Grundstein für den ungefährdeten Sieg.

ATP-Tour – Novak Djokovic und Dominic Thiem stehen im Viertelfinale der Madrid Open. Thiem bezwang Monte Carlo Sieger Fognini mit 6:4, 7:5. Djokovic besiegte Jeremy Chardy 6:1, 7:6(2). Roger Federer kam gegen Gael Monfils mit blauem Auge vom Court. 6:0 gewann der Maestro den ersten Satz. Danach produzierte Federer jedoch eigene Fehler, was Monfils zum mitspielen anregte. 4:6; 7:6(3) endeten die beiden weiteren Sätze. Monfils zeigte dabei wieder tolle Schläge, die das Publikum für Satz 1 entschädigten.

 

Abends

Handball-Bundesliga – Der THW Kiel ist bereit für das Gipfeltreffen am Sonntag gegen die SG Flensburg-Handewitt. Die Pflichtaufgabe bei der HSG Wetzlar wurde mit 27:23 bewältigt. Die abstiegsgefährdete SG BBM Bietigheim siegte 29:27 gegen Hannover und ist damit nun punktgleich mit dem VFL Gummersbach, dessen Team auf dem ersten Nichtabstiegsplatz steht.

ATP-Tour – Rafael Nadal siegte 6:3, 6:4 gegen Frances Tiafoe und ließ dabei lediglich einen Breakball zu. Alexander Zverev hatte beim 3:6, 6:4, 6:4 gegen Hubert Hurkacz viel Arbeit, um den Einzug ins Viertelfinale zu sichern. Auch in Satz 3 lag Zverev schon ein Break zurück, kämpfte sich aber wieder ins Match und bekam den Matchball mit einem Doppelfehler serviert.

WTA-Tour – Den Tag in Madrid beendeten Petra Kvitova und Kiki Bertens. Bertens setzte sich mit 6:2, 6:3 überraschend deutlich durch und trifft im Halbfinale auf Sloane Stephens.

Europa League – Eine Europapokal-Woche der Dramen fand an der Stamford Bridge ein angemessenes Ende. Leider nicht für die Eintracht. Erst im Elfmeterschießen setzte sich Chelsea durch, nachdem Jovic in der regulären Spielzeit den Führungstreffer von Loftus-Creek egalisierte. Ein weiterer Kommentar ist hier kaum relevant…

Der Tag, Donnerstag, 02.05.2019: Cubs, Kohlschreiber, Eintracht

Frühmorgens

NBA – Die Trail Blazers siegten in Denver und setzten die Serie auf 1-1. Die komfortable 50:35-Führung gaben die Gäste aus Portland nicht mehr aus der Hand. Nuggets-Center Nikola Jokic konnte mit 16 Punkten, 7 Assists und 14 Rebounds überzeugen. Reichte aber am Ende trotzdem nicht zum Sieg.

NHL – DIe Hurricanes siegten gegen die Islanders souverän mit 5:2 und haben nun schon im vierten Spiel den ersten Matchball. Die Stars aus Dallas gewannen Spiel 4 mit 4:2 gegen die Blues und glichen zum 2-2 aus.

MLB – Was machen eigentlich die Chicago Cubs? Gewinnen! Das 11:0 bei den Mariners war der vierte Sieg in Folge. Aktuell liegt man mit der Siegquote .571 auf Platz 2 der NL Central hinter den Cardinals, gegen die man ab Freitag spielt.

 

Nachmittags

ATP-Tour – Philipp Kohlschreiber liebt München. Umgekehrt wird es definitiv auch so sein. Erneut steht Kohlschreiber im Viertelfinale. Besiegte den hoch gehandelten Karen Khachanov mit 7:6(6), 6:4. Rudolf Molleker musste hingegen feststellen, dass Roberto Bautista Agut noch ein Kaliber zu groß ist. 4:6, 2:6 hieß es aus Sicht Mollekers. Trotzdem wird er am Montag in der Weltrangliste ein neues Karrierehoch vorweisen können.

WTA-Tour – In Prag war das Glück nun aufgebraucht für Lucky Loserin Tamara Korpatsch. Mit 2:6, 1:6 verlor sie gegen Jil Belen Teichman deutlich. Auch Barbora Strycova machte kurzen Prozess beim 6:1, 6:2 gegen Katerina Siniakova. Sie gilt nun als Favoritin auf den Turniersieg, ist sie doch die einzig gesetzte Spielerin im Halbfinale.

 

Abends

Handball-Bundesliga – Im Kampf und die Europapokal-Plätze müssen die Füchse aus Berlin eine herbe Niederlage verkraften. Mit 26:28 verloren die Berliner beim direkten Konkurrenten Bergischer HC. Das führt dazu, dass beide Vereine die Plätze 6 und 7 tauschen. Melsungen siegte hingegen beim Schlusslicht Ludwigshafen und festigt Platz 5.

Europa League – Es wurde der nächste große Europapokal-Abend in Frankfurt erwartet. Und die Fans wurden nicht enttäuscht. 1:1 endete das Halbfinal-Hinspiel gegen den FC Chelsea. Die Eintarcht zeigte eine gute Leistung, ging durch Jovic 1:0 in Führung. Pedro egalisierte den Spielstand. Die Engländer hatten in der zweiten Halbzeit einige gute Chancen. Trotzdem bleibt im Rückspiel der Finaleinzug weiterhin möglich.

TV und Stream, Donnerstag, 11.04.2019: NBA-Konferenz, die Eintracht, Darts

RTL Nitro – Die Frankfurter Eintracht kämpft im Europa League Viertelfinale in Lissabon gegen Benfica um eine gute Ausgangsposition. Marco Hagemann wird ab 2100 kommentieren, Steffen Freund steht als Experte bei. Moderation: Thomas Wagner.

DAZN – Alex Schlüter und Alexander Vogel sind ein Häusl weitergezogen, kommentieren Dirk ab 0200 aus San Antonio. In Ismaning geben sich André Voigt, Seb Dumitru, Lukas Schönmüller und Christoph Stadtler ebenfalls ab 0200 eine NBA-Konferenz. Zum Runterkommen meldet sich ab 2100 Elmar Paulke vom Darts aus Liverpool. Gleichzeitig gibt es aber auch die Europa-League-Konferenz. Verrückt!

Magentasport – Aus bis dato unbekannten Gründen spielt die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft gegen die Slowakei. Basti Schwele wird ab 1845 dennoch kommentieren, mit Patrick Ehelechner als Experten an seiner Seite. Die einleitenden Wort spricht Jan Lüdeke. Um 2015 versucht dann der FCB Basketball, sich in Ludwigsburg nicht allzusehr zu langweilen. Chris Schmidt kommentiert, Kevin Gerwin moderiert.

sportdeutschland.tv Ab 1820 duellieren sich im EHF Euro Cup im Handball Norwegen und Schweden.

tennistv.com Marrakesch und Houston, zweimal Sand, zweimal die Herren.

Diese Woche …. bei Eintracht Frankfurt, KW 14

Von langem Zetern und späten Elfmetern

Nachdem die Frankfurter Eintracht sich am letzten Spieltag mit einem Sieg gegen den VfB Stuttgart vor Borussia Mönchengladbach auf einen Champions League Platz geschoben hat, stand diese Woche nun das nächste Duell gegen eine Mannschaft aus dem Tabellenkeller an. Die Adler gastierten bei Schalke 04, wo mit Omar Mascarell, Bastian Oczipka und Ersatztorhüter Ralf Fährmann mehr oder weniger alte Bekannte alles dranlegen wollten, um ihre schwierige Tabellensituation zu verbessern. 

Bäumchen wechsle dich

Nicht ganz sorgenfrei ging die Eintracht in diese Partie hinein. Die Hessen mussten erneut auf Mittelfeldmann Mijat Gacinovic verzichten. Zudem hatten sie noch die Ausfälle von Sebastian Rode und Sturmspitze Sébastien Haller zu beklagen, die sich im Laufe des Spiels auch bemerkbar machen sollten. 

Hütter musste demnach im Vergleich zum Spiel in Stuttgart einige Änderungen in der Startaufstellung vornehmen. Der Österreicher verzichtete darauf, Haller eins zu eins durch Paciência zu ersetzen. Dieser nahm vorerst auf der Bank Platz, während Rebic und Jovic die Sturmspitze bildeten. Neu in die Mannschaft rückten dafür Jonathan de Guzman und Jetro Willems, die an der Seite vom erfahrenen Mentalitätsspieler Gelson Fernandes im zentralen Mittelfeld agieren sollten. In der Abwehr durften sich die Frankfurter über Rückkehrer und Kapitän David Abraham freuen, der für Evan N’Dicka in die Startelf rückte. Der junge Franzose sollte zunächst also eine Pause bekommen. 

Geduldspiel mit Happy End

Schon aus dem Hinspiel sollte man wissen, dass gegen die Schalker einiges an Geduld nötig sein wird. Bevor es der Eintracht im vergangenen November im heimischen Stadion gelingen sollte das erste Tor gegen die Königsblauen zu erzielen, musste erst eine ganze zähe Stunde Spielzeit vergehen. 

Auch der Blick auf den neuen alten Trainer der Schalker lässt ein Geduldspiel erwarten, ist Huub Stevens doch bekannt dafür, seine Mannschaften defensiv gut einzustellen. 

Doch die Nerven, die sich so mancher Eintracht-Fan für diese Partie aufgespart hat, sollten stark auf die Probe gestellt werden. Aber von vorne…

Die mutigen Frankfurter überrumpelten Schalke zu Beginn der Partie nahezu. Einseitig war das Spiel ca. die ersten 20 Minuten. Die Gelsenkirchener waren überhaupt nicht im Spiel, verloren leichtfertig den Ball und kamen gegen das Anrennen der Eintracht nicht an. Bereits nach sieben Minuten hatten die Frankfurter zwei Großchancen zu verzeichnen: einmal vereitelte Nübel gegen Jovic, der nach einer flachen Hereingabe von da Costa zum Zug kam und das andere Mal verpasste da Costa knapp den Ball, den Jovic elegant per Hacke auf ihn ablegen wollte. Mit Tempo und Spielfreude überrannte die Mannschaft von Adi Hütter die nahezu hilflosen Schalker und in der 13. Minute passierte das, was sich von Minute eins an angekündigt hatte: Ante Rebic verwandelt zum 1:0. Von der Entstehung bis hin zum Abschluss war dieser Treffer perfekt. Einen langen Ball der Schalker köpft der gewohnt starke Hinteregger auf Kostic, der passgenau auf Rebic durchsteckt und der Kroate spielt den Schalker Torwart Nübel vor dem Treffer eiskalt aus. 

 

Eine besonders gute Partie spielte bis hierhin Publikumsliebling Martin Hinteregger. Schon die erste Großchance entstand nach einem seiner wichtigen Ballgewinne. Sein großes Selbstvertrauen stellt er aber nicht nur in Abwehraktionen unter Beweis. Als er sieht, dass Nübel etwas weit aus seinem Tor herausspaziert ist, feuert Hinteregger, der in seiner Jugend auch im Sturm spielte, prompt einen Ball aus 50 Metern Distanz aufs Schalker Tor und scheitert hierbei nur knapp am Torwart, der den Weg zurück schnell genug fand. 

Zu diesem Zeitpunkt war es aus Sicht der Frankfurter eine nette Partie – frühe Führung, Schalker ohne Torgefahr. Doch unverhofft kommt oft. So auch der Gegentreffer zum 1:1, der sich bis hierhin absolut nicht abgezeichnet hat. Nach einem Foul von Hinteregger macht sich Caligiuri zwischen rechter Strafraumgrenze und Außenlinie zum Freistoß bereit. Die Frankfurter Abwehr steht alles andere als kompakt, sodass mitten im Strafraum ein freier Raum entsteht in dem Embolo ungestört zum Kopfball kommt. Trapp rettet, lässt den Ball jedoch nach vorne abprallen und muss sich dann Serdar geschlagen geben, der den Abpraller in der 21. Minute ungestört ins Tor befördern kann. Jovic stand bei dieser Aktion viel zu weit vom Gegenspieler entfernt. 

Der Gegentreffer ist insofern absolut unnötig, als dass sich Schalke bis hierhin mehr als harmlos präsentierte. Zudem dürfte bekannt sein, dass die Königsblauen gerade bei Standards ihre Chance wittern. Schaut man sich die Expected Goals an, muss man mit Entsetzen feststellen, dass der Wert der zu erwartenden Tore aus dem laufenden Spiel heraus bei den Schalkern bei 0,03 liegt. Schaut man jedoch den Wert bei ruhenden Bällen an liegt dieser bei 0.75. 

Mit dem Ausgleich kehrte der Kampfgeist und auch ein wenig die Ordnung bei den Schalkern zurück, sodass es ab hier ein schweres Spiel für die Adlerträger werden sollte. Von nun an bekamen die Zuschauer genau das Kampfspiel, auf das sie sich eingestellt hatten. Soweit also noch nichts, dass einem gut vorbereiteten Eintracht-Fan an die Substanz gehen müsste, oder? Falsch. Denn die Rechnung haben die meisten ohne Schiedsrichter Sascha Stegemann gemacht, der spätestens nach einer knappen halben Stunde den Zorn der Adlerträger auf sich zog. Rebic, der mit Ball im gegnerischen Strafraum unterwegs ist, wird von Bruma mit Armeinsatz bearbeitet und kommt nach einem zusätzlichen Kontakt am Unterschenkel zu Fall. Stegemanns Pfeife bleibt stumm. Hat er bestimmt nicht gesehen, oder? Doch. Denn der Schiedsrichter wird nach Kontakt mit dem Videoschiri zum Bildschirm gebeten, schaut sich die Situation noch einmal genau an und verweigert den Frankfurtern abermals den klaren Elfer. 

Als wären die Gemüter nicht schon erhitzt genug, muss Hinteregger, der eine gute Partie ablieferte, einige Minuten später verletzt ausgewechselt werden. Der Österreicher bekam das ganze Spiel über schon die Körperlichkeit der Schalker zu spüren, zog sich im Spiel sowohl eine Kehl- und Brustkorbprellung sowie einen Mittelhandbruch zu. Ihn ersetzte in der 37. Minute Evan N’Dicka. 

Es ist und bleibt bis zum Schlusspfiff ein Spiel, das mehr von Härte als von spielerischer Qualität geprägt ist – unter Leitung eines Schiedsrichters ohne klare Linie. Durch einige Unkonzentriertheiten der Frankfurter Eintracht kam Schalke auch aus dem Spiel heraus zu einigen wenigen, aber nicht ungefährlichen Chancen. Beispielsweise entstand aus einer Schalker Unterzahlsituation in der 67. Minute eine Doppelchance, die zu verhindern war, aber erst durch Kapitän Abraham und Führungsspieler Kevin Trapp im Tor geklärt werden konnte. 

In der Nachspielzeit hatte sich der durch multiple Wutausbrüche und exzessives Kopfschütteln merklich gezeichnete Eintracht-Fan schon fast mit einem Remis abgefunden. Immerhin war es die schwächste Rückrundenleistung bisher und zumindest wäre man in diesem Jahr trotzdem weiterhin ungeschlagen. Kann man gegen solch einen unangenehmen Kontrahenten auch mal akzeptieren, oder? Falsch. Denn diese unfassbare Saison der Eintracht ist auch immer wieder von außergewöhnlichen Momenten geprägt – so auch dieser. In der Nachspielzeit sieht zunächst Serdar nach einem Foul an Filip Kostic gelb-rot. Der daraus resultierende Freistoß für Eintracht Frankfurt sollte in der 94. Minute die letzte Aktion des Spiels sein, doch plötzlich gibt es nach der Hereingabe von Willems Proteste im Schalker Strafraum. Die Frankfurter, allen voran Abraham, wollen ein Handspiel von Caligiuri gesehen haben. Stegemann macht sich erneut auf den Weg zum Bildschirm und gibt, zum Erstaunen einiger Frankfurter Fans, die längst mit dem Schiedsrichter gebrochen hatten, Elfmeter für die Eintracht! Ausführen sollte diesen nun Luka Jovic, der seine Aufgabe mehr als erfüllt. Eiskalt und unbeeindruckt vom aufgeregten Treiben um ihn herum, knallt der junge Serbe in der 99. Minute (!!!) den Ball unter die Latte. Die Eintracht knackt damit noch ganz nebenbei einen weiteren Rekord: der späteste Elfmetertreffer in der Bundesliga seit detaillierter Datenauffassung. 

Ende gut, alles gut? 

Der späte Treffer sorgt verständlicherweise für jede Menge Euphorie. Dies soll trotzdem nicht darüber hinwegtäuschen, dass diesmal auch einige Dinge nicht optimal liefen. Das Fehlen von Haller und Rode hat sich im Spiel der Eintracht deutlich bemerkbar gemacht. Dass Haller Bälle hervorragend festzumachen weiß und diese auch klug weiterverteilt fällt umso mehr auf, wenn er nicht auf dem Platz steht. Es fehlte zudem an Stabilität im Mittelfeld. Besonders Willems ist kein adäquater Ersatz für Rode. Seine Spielweise ist zu hektisch, was verbunden mit vielen Fehlpässen und fragwürdigen Spielentscheidungen ist. 

Trotzdem sollte man die Saisonleistung der Eintracht nicht zu kritisch sehen, denn ein abstiegsgefährdeter, defensiv eingestellter Gegner, der auf seine Körperlichkeit setzt, ist selten angenehm zu bespielen. Unter solchen Partien leidet häufig auch die eigene Spielqualität, aber auch diese Aufgaben müssen gemeistert werden und das hat die Eintracht am Ende mit etwas Glück auch geschafft. 

Nach dieser Partie lässt sich feststellen, dass normal in dieser Saison kaum möglich zu sein scheint und auch wenn das ein oder andere Fan-Herz starken Belastungen standhalten muss, trifft man momentan wohl kaum einen Eintracht-Fan ohne breites Grinsen im Gesicht an. 

Zurecht, denn am Donnerstag ruft erneut eine Champions League Mannschaft. Im vollen Estádio da Luz wartet mit der Euro League Partie gegen Benfica Lissabon schon wieder ein ganz anderes Spiel auf die Frankfurter Eintracht.