Diese Woche … bei den Füchsen Berlin, KW 24

Von Heiko Eisser

Beim letzten Heimspiel einer Saison herrscht immer ein wenig Wehmut:es wird auf spannende Spiele, knappe Siege zurück geblickt und ist ein wenig froh, dass etwas Ruhe einkehren kann. Ebenso werden Spieler verabschiedet, sei es in den Ruhestand oder dass sie aus sportlichen Gründen den Verein wechseln. Und natürlich sollte man sich als Heimmannschaft mit einem Sieg von den eigenen Fans verabschieden. Sollte.

Der letzte Auftritt der Saison

Tief durchatmen mussten Spieler, Funktionäre sowie die Fans im Fuchsbau am vergangenen Sonntag gegen 16:20 Uhr. Nach einer enttäuschenden Leistung gegen die HSG Wetzlar war letztendlich das Saisonziel mit der Teilnahme am EHF-Cup gesichert. Doch alles andere als zufrieden können die Jungs von Trainer Velimir Petkovic mit ihrer abschließenden Leistung sein.

Die Füchse trafen mit Wetzlar auf eine Mannschaft, die im Tabellenmittelfeld der Liga landete. Eine überaus stabile Saison für die Mittelhessen, die unter Trainer Kai Wandschneider im Rahmen ihrer Möglichkeiten blieb. Das die Saison seitens Wetzlar schon Ausklang, wurde durch die Mannschaftsfahrt nach Mallorca deutlich, die das Team zwischen dem vorletzten und letzten Spieltag durchführte. Eine Regeneration die in Handballkreisen nicht unüblich ist.

Diese eineinhalb Wochen spielfreie Zeit nutzte Füchse Coach Petkovic hingegen intensivst um sein Team auf den Gegner vorzubereiten. Mit den direkten Tabellennachbarn MT Melsungen und der Bergische HC konkurrierten die Füchse gegen zwei Teams, die eine gute Saison krönen wollten. Um sicher im EHF-Cup zu starten, benötigten die Füchse einen Sieg gegen Wetzlar.

Von Beginn an führten beide Mannschaften eine harte Partie. Kein Ball sollte verloren gehen, kein Tor sollte ohne enormen Aufwand erzielt werden. Auf Berliner Seite war wieder Kapitän Hans Lindberg gefordert, der mit seinen Siebenmetern die Füchse im Spiel hielt. Wetzlar steckte zunächst nicht auf, und konnte den Hausherren die Stirn bieten.

Mit Hilfe zweier Zweiminuten-Strafen schafften es die Füchse in der zwölften Minute das 5:3 zu erzielen und einen kleinen Puffer zu den Gästen heraus zu spielen. Doch fehlte im Abschluss mitunter bei der Mannschaft von Coach Petkovic die Konzentration diesen Vorsprung noch zu erhöhen. Mit dem Halbzeitpfiff und einem Siebenmeter durch Holst, blieb Wetzlar mit 11:14 in Reichweite.

Der zweite Spielabschnitt hielt dann sein Versprechen aus der ersten Hälfte, dass es sich um ein hart umkämpftes Match handelt. Im Laufe der Zeit agierten die Gäste jedoch konzentrierter und machen in der 43. Minute den Ausgleich zum 17:17.

In der Folge reagierten die Füchse eher als sie die spielbestimmende Mannschaft zu sein und hatte in der Abwehr viele unkonzentrierte Momente, die die Gäste zu einfachen Torerfolgen kommen lies. Ohne Abwehr Spieler Mandalinic fehlte eine zusätzliche Option vor Torhüter Silvio Heinevetter. Zumindest dieser agierte an diesem Tag durchweg auf hohem Niveau und war mit elf Paraden mehr als im Soll seiner Schaffenskraft.

Doch waren seine Mannschaftskameraden in dieser Phase der Partie nicht in der Lage noch zuzulegen und den Sieg unbedingt zu wollen. Als die Gäste während einer zwei Minuten Strafe der Füchse die 27:25 Führung erzielten, glaubten selbst berufliche Optimisten nicht mehr an einen Triumph der Füchse in den noch anstehenden 50 Sekunden. Nun kam es auf die Begegnungen der direkten Kontrahenten um die internationalen Plätze an.

Fernduell um den EHF-Cup

Als Tabellensechster vor dem letzten Spieltag hatte die MT Melsungen mit dem TBV Lemgo Lippe wohl den einfacheren Gegner. Zwar fand diese letzte Partie der Saison wieder als Gastspiel in Kassel statt, doch wollten die Spieler der MT den Sieg und die Reise nach Europa klar machen.

Die Mannschaft um Nationalspieler Tobias Reichmann startete in die Partie als klarer Favorit und konnte dieser Stellung im Laufe der ersten Hälfte gerecht werden. Nach der Verabschiedung der Müller Zwillinge kam nur kurz entsprechender Schmerz auf, der durch einen überragenden Michael Allendorf schnell gestillt wurde. Unter seiner Führung gingen die Nordhessen konzentriert ans Werk und hielt das Team von Lemgo Coach Florian Kehrmann immer auf Abstand. Am Ende stand mit dem 31:27-Sieg der nächste Meilenstein der MT Melsungen fest: die Teilnahme am EHF-Cup.

Die Teilnahme an diesem Wettbewerb wäre für den Aufsteiger Bergischer HC eine sehr große Überraschung. Das Team um Kapitän Kristian Nippes empfing in der abschließenden Partie die SG Flensburg-Handewitt. Für diesen Abschluss der Saison wurde das Heimspiel in die Kölner ISS-Dom verlegt und so fanden 10 043 Zuschauer platz. Dies war nötig, da von den Gästen rund 2500 Fans ihrem Team bei der wohl anstehenden Meisterkrönung bei stehen wollten und ins Rheinland reisten.

Schnell konnte man als neutraler Zuschauer sehen, dass es die Hausherren dem Gast nicht zu leicht machen wollten, sondern die eigene Chance auf den Start im internationalen Geschäft bewahren. Die Gäste mussten alles aufbieten, damit sie die Meisterschaft nicht am letzten Spieltag an den THW Kiel abgaben. Doch am Ende Stand ein 27:24-Erfolg der Flensburger, die damit ihre zweite Meisterschaft in Folge feierten und den Berliner Füchsen so den Start im EHF-Cup ermöglichten.

Die Erleichterung der Füchse und ihrer Anhänger konnte man an diesem späten Sonntagnachmittag im der Max-Schmeling-Halle greifen. Nach einer durchwachsenen und von zahlreichen Verletzungen begleiteten Saison, war das Minimalziel EHF-Cup Teilnahme gesichert.

Blick zurück nach vorn

Vor der Begegnung wurde seitens der Berliner Verantwortlichen vermeldet, dass der mit Jacob Holm geschlossene Vertrag vorzeitig bis 2014 verlängert wurde. Die Verantwortlichen der Füchse sehen noch einiges an Entwicklungsmöglichkeiten beim 23 Jahre alten Dänen.

Mit Nachwuchsspieler Torben Matzken wurde ein weiterer Spieler aus dem Nachwuchs mit einem Profivertrag ausgestattet. Die Kaderschmiede der Hauptstädter entwickelte in den letzten Jahren sehr viele junge Akteure, die mittlerweile in Berlin oder anderen Bundesligastandorten auf Punktejagd gehen. Nicht wurden die Nationalspieler Fabian Wiede und Paul Drux im Füchse Nachwuchs ausgebildet und zu Topniveau geformt.

Mit den bereits verkündeten Verpflichtungen für die neue Saison scheint die Arbeit von Manager Bob Hanning vorerst in der Sommerpause zu sein. Mit dem langzeitverletzten Nationalspieler Simon Ernst soll mit dem Start der Vorbereitung auf die neue Saison am 10.7. in die Mannschaft zurück kehren. Ebenfalls dürfte der an der Schulter operierte Fabian Wiede den Trainingsbetrieb mit seinem Mannschaftskameraden aufnehmen.

Bis dahin ist allerdings Sommerpause, die die Füchse nach der durchwachsenen Saison dringend benötigen.

Diese Woche…bei den Füchsen Berlin KW 23

Von Heiko Eisser

In das letzten Spiel der Saison gehen die Füchse zumindest gut vorbereitet. Die lange Unterbrechung zwischen dem vorletzten und der letzten Begegnung in der Liga beruhte auf das Champions League Finalwochenende in Köln. Zumindest für einen zukünftigen Fuchs war dieses Wochenende sehr zufriedenstellend. Doch schwitzten die Mannen von Trainer Velimir Petkovic nicht nur aufgrund der hohen Temperaturen in der Trainingshalle in Hohenschönhausen, sondern schwitzten um das Saisonziel Europa noch zu verwirklichen. Und nach dem Spiel gegen Flensburg musste vieles wieder berichtigt werden.

Heimstärke trifft auf Auswärtshoffnung

Die Partie bei der SG Flensburg-Handewitt brachte bereits am Vortag eine Hiobsbotschaft: Fabian Wiede musste aufgrund starker Schulterbeschwerden ins MRT. Bei dieser Untersuchung wurde eine schwere Verletzung festgestellt und eine Operation notwendig. Somit fiel Fabian Wiede für die Partie ins Flensburg sowie für die abschließende Partie gegen Wetzlar aus. Mit Blick auf die äusserst heimstarken Flensburger ein herber Dämpfer.

Hektisch die Anfangsphase. Beide Teams starteten aggressiv im Angriff, doch die Würfe der Angriffsreihen wurden durch beide Torhüter pariert. Bezeichnend, dass das 1:0 für die SG nach knapp drei Minuten durch einen Siebenmeter durch Flensburgs Rasumus Lauge erzielt wurde.

Im weiteren Verlauf suchten die Füchse im Angriff den Schlüssel für die 5-1-Abwehr der Norddeutschen. Gefunden wurde dieser über Linkaussen Bjarne Elisson, der die ersten Torerfolge für die Füchse holte. Allerdings gelangen den Flensburger mit ihren schnell vorgetragenen Angriffen die „einfacheren“ Treffer. Nach dreizehn Minuten lagen die Füchse 3:6 hinten und Coach Petkovic nahm die erste Auszeit.

Im weiteren Verlauf zeigte Flensburg die besseren Aktionen. Die SG strahlte im Gegensatz zu den Füchsen die nötige Selbstsicherheit aus, dieses Spiel gewinnen zu wollen. Im Angriff mühten sie die Berliner zum Abschluss zu kommen, wobei sich hier der Ausfall von Fabian Wiede besonders bemerkbar machte. Gelang es den Füchsen einmal die gut gestaffelte Abwehr der SG zu überwinden, wartete im Tor noch Flensburgs Buric der einige Würfe der Füchse entschärfte. Die Flensburger gingen verdient mit 14:8 in die Pause.

Nach dem Pausentee war die Abwehr der Füchse endlich im Spiel und stand gegen die Flensburger besser. Hinzu kam ein kleines privat Duell zwischen Silvio Heinevetter und Flensburgs Lauge, der im Laufe der Partie eher selten den Schlussmann der Füchse bezwingen konnte. Heinevetter an diesem Abend der einzige Berliner der mit seinen zwölf gehaltenen Würfen auf Normalniveau agierte. Doch hielten die Hausherren zunächst den sechs Tore Vorsprung gegenüber den Füchsen.

Aber der 42.Minuten schienen die Flensburger das Spiel schon gewonnen zu haben und ließen im Angriff die zuvor gezeigte konzentrierte Spielweise vermissen. Die Füchse holten sich die Bälle und kamen mit zwei Tempogegenstöße zum Torerfolg und auf 15:20 an die SG heran. Flensburgs Coach Maik Machulla reagierte sofort und brachte mit einer Auszeit sein Team wieder auf Linie.

Die kurze Ansprache weckte die SG und ging wieder konzentrierter zur Sache. Selbst in einer Überzahl konnte die Füchse den Rückstand auf die Norddeutschen nicht verkürzen und lagen in der 51.Minuten bereits mit 16:23 hinten. Bis zum Ende der Partie spielte die SG ihre personelle Überlegenheit aus. Die Füchse konnten den Ausfall von Fabian Wiede an diesem Abend nicht kompensieren und traten mit einer deutlichen 26:18-Niederlage den langen Heimweg in den Fuchsbau an.

Dreikampf für Europa

Die Füchse haben es nun vor dem letzten Saisonspiel gegen die HSG Wetzlar selbst in der Hand, die Teilnahme am EHF-Cup zu holen.

Der Bergische HC als direkter und punktgleicher Konkurrent um Platz 6, hat ein um 13 Treffer schlechteres Torverhältnis. Zum Saisonabschluss empfangen die Rheinländer die SG Flensburg-Handewitt, die ihrerseits mit einem Sieg die Titelverteidigung sicher machen und erneut die Meisterschale an die Ostsee holen könnten. Zumal die HC nur eines der letzten zehn Duelle gegen die SG gewinnen konnten. Dieser Sieg datiert aus dem März 2015.

Die ebenfalls im Rennen um die internationale Teilnahme kämpfende MT Melsungen erwartet zum Saisonabschluss den TBV Lemgo-Lippe. Die Nordhessen stehen mit 40 Punkten auf dem fünften Tabellenplatz und sollten diesen verteidigen können. Im direkten Vergleich stehen die Lemgoer mit 14-11 Siegen besser da. Doch haben die Verantwortlichen der MT mit der Verpflichtung von Kai Häfner ab der kommenden und Silvio Heinvetter ab der übernächsten Saison deutlich gemacht, wohin die Reise gehen soll. Hier dürfte das Motto lauten: „Je früher, desto besser“.

Beim letzten Heimspiel der Füchse kommt die HSG Wetzlar an die Spree. Die Mittelhessen werden nach einer durchwachsenen Saison wohl im unteren Mittelfeld der Tabelle enden. Dem Abstieg schon früh entronnen, konnte man sich auf die kommende Saison konzentrieren und hat wenige Abgänge zu beklagen. Zum Heimschluss besiegte das Team von Trainer Kai Wandschneider den TBV Stuttgart 26:23 und konnte so vor heimischer Kulisse einen versöhnlichen Abschluss mit dem Publikum feiern.

Nach den elf Tagen Pause, zwischen dem Spiel in Flensburg und der kommenden Begegnung gegen die HSG Wetzlar, musste Füchse Coach Velimir Petkovic viel Variation in sein Training bringen. Zum letzten Heimspiel im Fuchsbau muss weiterhin der Ausfall von Fabian Wiede kompensiert werden. Das die Aufgabe für Matthias Holm durchaus schwierig ist, zeigte die Partie gegen Flensburg. Hier dürfte wieder mehr Verantwortung auf den Schultern von Matthias Zachrisson liegen, der den Spielgestalter durchaus zuverlässig geben kann.

Gegen die HSG, die die spielfreie Zeit für einen Mannschaftsausflug nach Mallorca genutzt hat, muss ein Sieg zum erklärten Saisonziel internationaler Wettbewerb eingefahren werden. Besinnt sich die das Team um Kapitän Hans Lindberg auf ihre Stärken, dürfte ein Sieg nicht in Frage stehen.

Vor dem Spiel werden allerdings einige Spieler, die die Füchse in dieser Saison eine große Hilfe waren, verabschiedet. Bjarne Ellison, der starke Mann auf Linksaussen, wird die Füchse Richtung Lemgo verlassen. Hier wird sich zeigen, welche Pfeile Manager Bob Hanning hier im Köcher hat, um diesen Abgang zu ersetzen. Ebenfalls verabschiedet werden Eric Schmidt (SC Magdeburg), Nachwuchsspieler Christoph Reißky und Torwart Malte Semisch (GWD Minden).

Ein emotionaler Nachmittag, der mit einem Sieg gegen Wetzlar und die Teilnahme am EHF-Cup, allen beteiligten einen schönen Saisonabschluss bescheren würde.

Was sonst noch wichtig ist

Vor dem Final Four der Champions League konnte Bob Hanning die erste größere Baustelle schließen und mit Dejan Milosavljev eines der Top Torwarttalente im europäischen Handball verpflichten. Dieser feierte mit Vardar Skopje am vergangenen Wochenende überraschend den Sieg in der Champions League gegen Vezsprem und dürfte gestärkt zu seiner neuen Mannschaft stoßen.

Wie sich allerdings die Torwartsituation in der kommenden Saison bei den Füchsen darstellen wird, ist durchaus offen. Mit dem von Skopje kommenden Milosavljev, dem von der MT Melsungen verpflichteten Martin Ziemer und Silvio Heinevetter haben die Füchse wohl drei hervorragende Schlussmänner im Kader.

In wiefern sich die Teilnahme der MT Melsungen am EHF-Cup auf eine frühzeitige Verpflichtung von Silvio Heinevetter auswirkt, wird wohl erst in den kommenden Wochen klar werden. Zwar versicherten Hanning und Heinevetter nach einigen Unstimmigkeiten, die die Bekanntgabe des Wechsels nach Melsungen für 2020 begleitete, ihr Verhältnis sei wieder in Takt. Doch sind die Verpflichtung von Ziemer und Milosavljev ein deutlicher Fingerzeig, dass die Füchse Heinevetter auch früher gegen ein gewisses Entgelt ziehen lassen würden. Eine interessante Zeit nach der Saison kommt auf die Fans der Füchse Berlin zu.

Diese Woche … bei den Füchsen Berlin, KW 22

Von Heiko Eisser

Der Start in die letzten Spieltage der Saison ist den Füchsen geglückt. Gegen die Rhein Neckar Löwen bestanden und im Rennen um die internationalen Plätze wichtige Punkt eingefahren. Nun heisst es in den letzten beiden Saisonspielen die Konzentration hochhalten und so agieren wie in der ersten Halbzeit gegen die Löwen. Dann dürfte der EHF-Cup in der kommenden Saison wieder in der Max-Schmeling-Halle Station machen.

Den Löwen gezähmt

Gegen die Rhein Neckar Löwen hatten die Mannen von Trainer Velimir Petkovic im DHB-Pokal nach einer stark umkämpften Partie nach der Verlängerung gewonnen. Zu dieser Zeit waren beide Teams noch auf der Höhe ihrer Schaffenskraft und beide voll auf Kurs.
Jetzt zum Ende der Saison liessen beide Mannschaften Federn. Die Löwen mussten bereits im Februar den Kampf um die Meisterschaft als beendet ansehen. In der Champions League war ebenfalls früher Schluss als es sich das Team von Weltmeister-Coach Nikolaj Jacobsen ausgerechnet hatte.

Gegen die Füchse starteten die Löwen nun mit einigen Verletzungssorgen in die Partie; für die Position am Kreis war nur Nationalspieler Janine Kohlbacher angereist. Die Hausherren hingegen traten fast in Bestbesetzung an. Diese nutzten die Hausherren für sich und führten schnell mit 2:0. Die Löwen gingen danach konzentrierter ans Werk und hatten bis zur zehnten Minuten ein 5:5-Ausgleich geholt. Die Partie schien wieder offen.

Doch dann brachen die Löwen unerwartet ein. Unnötige Ballverluste und klare Chancen zum Abschluss wurden nicht verwertet. Die Füchse nutzten hingegen ihrerseits die Möglichkeit die Bälle im Tor von Appelgren zu versenken. Als Zuschauer rieb man sich verwundert die Augen, als die Berliner in der 26.Minuten mit acht Toren führte

In dieser Phase wussten die Füchse den Angriff- / Abwehrwechsel in der Formation der Mannheimer zu nutzen. Dadurch das zwei Spieler wechselten, konnten sich die Füchse schnell in der Abwehr aufbauen. Die Löwen mussten sich ihre Tore hart erarbeiten. An Tempogegenstöße war für Andy Schmid & Co nicht zu denken. Durch das konzentrierte Spiel der Hauptstädter gingen die Füchse mit einer 20:14 in die Pause. Trainer Jacobsen war schon in der Auszeit kurz vor der Unterbrechung alles andere als amüsiert über die Leistungen seines Teams.

Hatte Torhüter Silvio Heinevetter für die Füchse in der ersten Hälfte schon grossartige Paraden gezeigt, musste er in Halbzeit zwei noch mal eine Schippe drauf packen. Die komfortable Führung schien die Berliner Mitte der zweiten Hälfte allerdings eher zu lähmen anstatt diese zu beflügeln.

Die 28:21-Führung der Füchse in der 45.Minute nahm Andy Schmid als Startschuss um seinerseits das Team der Löwen wieder in die Partie zu bringen. Unterstützt von Mikael Appelgren im Tor gingen sie im Angriff nun auf den zusätzlichen Feldspieler und verkürzten Tor um Tor den Rückstand.

Beim 34:33 hatte Hans Lindberg die Möglichkeit, die Partie per Siebenmeter vor zu entscheiden. Doch im Gegensatz zur restlichen Partie wurde der Wurf durch Löwen Torhüter Appelgren gehalten. Der Ausgleich im Gegenstoß blieb den Löwen jedoch in Form von Heinevetter verwehrt. Somit bleiben die Füchse weiterhin eine Auswärtshürde, die die Löwen ungern nehmen dürften. In den letzten zehn Jahren gab es für die Mannheimer nur einen Sieg in der Hauptstadt.

Für die Füchse waren diese eher unerwarteten Punkte im Kampf um die internationalen Plätze wohl mehr wert als nur die entsprechenden zwei Zähler. Mit dem Sieg verteidigten die Füchse Rang fünf in der Tabelle und stehen zwei Spieltage vor Ende der Saison auf einem der internationalen Plätze. Melsungen punktgleich auf Platz sechs und Aufsteiger Bergischer HC zwei Punkte dahinter auf Rang sieben.


Endspurt nach Europa

Am Mittwoch gehts für die Hauptstädter nun zum (wahrscheinlichen) zukünftigen Meister Flensburg-Handewitt. Dort einen Sieg oder Punkte zu holen war für die Hauptstädter in den vergangenen Jahren eher schwierig. Lediglich im DHB-Pokal 2014 wurde ein Sieg eingefahren. In 27 Spielen gegen die SG konnten die Füchse bisher nur fünf Spiele für sich entscheiden.

Am Spiel gegen die Rhein Neckar Löwen konnte man jedoch sehen, dass gegen ambitionierte Teams der Liga Siege möglich sind. Die Leistung, besonders während der ersten 30 Minuten, zeigte, dass die Füchse in der Qualität eines Champions League Teilnehmers agieren kann. Besonders Fabian Wiede zeigte mit seiner Übersicht und großartigen Anspielen seine Klasse. Wiederholt konnte er seine Teamkollegen in aussichtsreiche Positionen bringen, die diese zum erfolgreichen Abschluss nutzten. Besonders Paul Drux demonstrierte in der Partie seine Stärken und erzielte acht Tore.

Die Flensburger sind in dieser Saison zu Hause in der HBL nur gegen den SC Magdeburg bezwungen worden. Doch die Magdeburger geniessen hier einen Sonderstatus, da sie das einzige Teams sind, welches den Flensburgern keinen Punkt überliesen und beide Partien für sich entscheiden konnten.
Gegen die Füchse dürfte allerdings die Flens-Arena im letzten Heimspiel ausverkauft sein und somit der achte Spieler von aussen sehr einflussreich sein. Die Hand an der Schale sollte Ansporn genug sein, diesen Sieg zu holen.

Am letzten Spieltag reisen die Flensburger zum Bergischen HC, der seinerseits noch um den Einzug in den EHF-Cup spielen wird. Gegen die Rheinländer gestaltete sich das Hinspiel in Flensburg sehr eng und das Team um Kapitän Tobias Karlsson konnten sich mit zwei Toren und einem 25:23 durchsetzen. Der HC hingegen ist in seiner Aufstiegssaison zu Hause eine schwer zu bezwingende Mannschaft. Getragen von den Zuschauern war auch für die Füchse im Auswärtsspiel nichts zu holen.

Die Berliner erwarten am 09.06.2019 zum letzten Heimspiel die HSG Wetzlar. Eine lösbare Aufgabe für die Füchse, doch vorher steht noch ein spielfreies Wochenende an um die Kräfte für diese Aufgabe zu sammeln. Im Endspurt nach Europa werden diese neu mobilisierten Kräfte sehr nötig sein.

Diese Woche … bei den Füchsen Berlin, KW 21

Von Heiko Eisser

Eine Überraschung gelang den Füchsen im EHF-Cup nicht. Doch hatte man sich nach dem Final Four Turnier in Kiel achtbar aus der Affäre gezogen und im Finale dem THW die Stirn geboten. Jetzt gilt es die Chance aufs internationale Geschäft über die Liga zu wahren.

Das EHF-Final Four

Am Freitag Abend traten die Füchse im Halbfinale gegen die Handballabteilung des FC Porto an. Nach dem ersten Halbfinale – welches Kiel gegen den dänischen Vertreter Tvis Halstebro souverän für sich entscheiden konnte – waren sich die Zuschauer einig, dass die Füchse den schwereren Brocken im Halbfinale erwischt hatte.

Die Portugiesen wählten wie erwartet im Angriff immer die Option des zusätzlichen Feldspielers. Diese Mehrbelastung konnten die Mannen von Trainer Velimir Petkovic im Laufe der ersten Halbzeit bewältigen und gingen mit einer 12:8-Führung in die Pause.

Portos Trainer Magnus Andersson wählte in der Kabine wohl die richtigen Worte, da sein Team zu Beginn der zweiten Hälfte konzentrierter wirkte und den Rückstand auf die Füchse auf 10:12 verkürzte. Auf beiden Seiten wurde im Angriff besser getroffen, doch sollten die Portugiesen den vergebenen drei Siebenmetern in der ersten Hälfte noch nach trauern. Bis zum Ende der Spielzeit hielten die Füchse sie auf Abstand und zogen mit einem verdienten 24:20 ins Finale gegen den THW ein.

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Füchse Berlin (@fuechse_berlin) am

Nach dem verlorenen Finale im DHB-Pokal stand den Füchse nun de zweiten Finalvergleich gegen das Teams von Alfred Gislason in dieser Saison bevor. Der scheidenden Trainer des THW hatte nach dem Halbfinale gegen Halstebro mit einer schwereren Partie gerechnet und sollte nicht enttäuscht werden.

Zu Beginn der Partie waren die Abwehrreihen beider Mannschaften gefragt. Immer wieder konnte sich hierbei Kiels Patrick Wiencek besonderes Lob von den Kieler Zuschauern abholen. Jedoch nahmen sich die Füchse kurz vor Ende der ersten Halbzeit eine mentale Auszeit und verhalfen den Kielern innerhalb von wenigen Minuten zu einer soliden Führungen. Die Füchse blieben fünf Minuten ohne Treffer. Kiel ging daher verdient mit einer 16:10-Führung in die Pause.

Im zweiten Durchgang entwickelte sich für die mit 10.000 Zuschauern ausverkauften Sparkassen-Arena eine zähanzusehende Partie. Beide Mannschaften fielen hierbei mehr durch die konzentrierte Abwehrarbeit als durch Kreativität im Angriff auf. Die Füchse konnten hierbei eher auf Ihre Akteure auf dem Parkett zählen und kam auf 12:16 an die Kieler ran.

Ebenfalls half die Umstellung Petkovic´s, der für Duvnijak und Zarabec extra Bewacher in der Abwehr abstellte. Doch Gislason hatte hierbei die bessere Antwort parat. Der nun in der Kieler-Abwehr vorgezogene Duvnijak griff sich wichtige Bälle ab und konnte diese in Zählbares verwandeln.

Verdient hatten sich die Kieler den Sieg spätestens mit den Paraden von Torhüter Andi Wolf in der Endphase der Begegnung. Während Kiels Reinkind, Wiencek und Pekeler fast zeitgleich eine 2-Minuten-Strafe absitzen mussten, hielt Wolf gegen Lindberg und Mandalinic. Hätten die Füchse diese Phase ihre Chancen genutzt, wäre es wohl nochmal spannend geworden. Doch der THW gewann letztendlich verdient mit 26:22 und konnte so das zweiten Finale und die vierte Partie in dieser Saison gegen die Füchse für sich entscheiden.

Über die Liga in den europäischen Wettbewerb

Nun gilt die volle Konzentration der Füchse Berlin auf die Endphase in der Saison. Dank des Titelgewinns des THW Kiel erhält die HBL einen zusätzlichen Startplatz im EHF-Cup. Somit berechtigt schon der sechste Tabellenplatz zur Teilnahme im europäischen Wettbewerb.

Durch die Niederlage der MT Melsungen am letzten Spieltag rangieren die Füchse momentan auf Tabellenrang fünf. Doch haben es sich die letzten drei Partien der Hauptstädter ins sich. Bereits am kommenden Sonntag gastieren die Rhein-Neckar Löwen in der Max-Schmeling-Halle.

Die Löwen haben eine durchwachsene Saison hinter sich. Nach dem Ausscheiden im DHB-Pokal gegen die Füchse, mussten sie sich aus in der Champions League früher verabschieden als gedacht. Auch Titelkampf sind sie in dieser Saison nicht mehr involviert und könnten daher die Saison fast locker ausklingen lassen.

Doch haben Sie weiterhin den internationalen Wettbewerb im Auge und dürfte gegen die Füchse nicht zurück stecken. Trainer Nikolaj Jacobsen hofft dabei auf Niederlagen der noch vor den Löwen platzierten Flensburg und Kiel um eventuell doch noch in die Champions League einziehen zu können.

Endspurt

Nach der Begegnung gegen die Löwen gehts für die Füchse Berlin zur SG Flensburg-Handewitt, die im Meisterschaftsrennen jeden Sieg holen müssen. Im abschließenden Saisonspiel kommt gibt dann die HSG Wetzlar ihre Visitenkarte in die Max-Schmeling-Halle ab.

Am Rennen um die Tabellenplätze fünf und sechs sind momentan neben den Füchsen noch die MT Melsungen und der Bergische HC beteiligt. Wie die Füchsen hat der Aufsteiger ebenfalls schwere Aufgaben im Endspurt der Saison vor der Brust.

Für das Team von Trainer Sebastian Hinze stehen noch die Partien auswärts in Ludwigshafen und in Minden an. Am letzten Spieltag kommt dann die SG Flensburg Handewitt ins Bergische Land.

Die MT Melsungen hat mit ihrer Personalplanung deutlich gemacht, wohin die Reise in den nächsten Jahren gehen soll. So dürften die Nordhessen es begrüssen, wenn bereits in der nächsten Saison Spiele im europäischen Wettbewerb auf dem Programm stünden. Mit den restlichen Partien gegen Hannover, Lemgo und in Erlangen liegt ein einfacheres Programm vor Nationalspieler Reichmann und Co um den EHF-Cup zu erreichen.

Schwere Wochen stehen vor den Füchsen Berlin. Doch zeigt die Formkurve um die Mannschaft von Kapitän Hans Lindberg in den letzten Wochen nach oben. Die erneute Teilnahme am EHF-Cup wäre da die Belohnung für diese Leistungssteigerung.

Der Tag, 17.05.: Warriors, Nadal, THW

Frühmorgens

NBA – Die Warriors gewannen auch das zweite Heimspiel gegen die Trail Blazers und liegen damit 2-0 in den Western Conference Finals vorne. Steph Curry war mit 37 Punkten., 8 Rebounds und 8 Assists erneut die treibende Figur auf dem Court.

NHL – Die Boston Bruins spielen um den Stanley Cup 2019! Mit 4:0 siegten die Bruins erneut deutlich gegen die Hurricanes und “sweepten” damit die Gastgeber des vierten Spiels aus Carolina.

MLB – Die Fans der Indians bekamen im Progressive Field ein unterhaltsames Spiel zu sehen. 14:7 siegten die Gastgeber gegen die Orioles. Trevor Bauer erzielte seinen 1.000 Karriere-Strikeout. Doch das Play des Abends war eher ein kurioses, das den Abend des Teams aus Baltimore ganz gut zusammenfasste.

 

Nachmittags

Giro – Pello Bilbao vom Team Astana setzte sich auf der siebten Etappe vor Tony Gallopin durch, die beide einer Ausreißergruppe entstammten. Gesamtführender Valerio Conti konnte seine Gesamtführung ungefährdet verteidigen.

ATP-Tour – Roger Federer konnte verletzungsbedingt nicht zum Viertelfinale gegen Stefanos Tsitsipas antreten, sodass der junge Grieche kampflos ins Halbfinale einzog. Rafael Nadal hatte beim 6:4, 6:0 wenig Probleme mit Fernando Verdasco. Eine Überraschung gelang Diego Schwartzman, der Kei Nishikori mit 6:4, 6:2 besiegen konnte.

WTA-Tour – Ebenfalls kampflos erreichte Kiki Bertens das Halbfinale, da Naomi Osaka nicht zum Match antreten konnte. Karolina Pliskova hatte gegen Viktoria Azarenka nur beim 6:7 im ersten Satz Probleme. Anschließend drehte sie das Match mit 6:2, 6:2. Johanna Konta benötigte ebenfalls drei Sätze gegen Marketa Vondrousova und siegte 6:3, 1:6, 6:3.

Eishockey-WM – Gastgeber Slowakei konnte beim 6:3 gegen Frankreich endlich den zweiten Sieg einfahren und zumindest die Chancen auf das Viertelfinale wahren. Österreich blieb auch nach dem fünften Spiel punktlos und muss den Abstieg in die B-Gruppe fürchten. Beim 3:5 gegen Norwegen gab man erst in den letzten zehn Minuten das Spiel aus der Hand und kassierte drei Gegentreffer.

 

Abends

Handball EHF-Cup -Der THW Kiel setzte sich in der heimischen Ostseehalle mit 32:26 gegen Tvis Holstebro durch und erreichte das Finale des EHF-Cups. Gegner sind die Füchse Berlin, die den FC Porto 24:20 schlugen.

WTA-Tour – Maria Sakkari erreichte im Abendspiel das Halbfinale gegen Kiki Mladenovic. Im ersten Satz hatte Sakkari mit 5:7 noch das Nachsehen. Anschließend übernahm die Griechin nach und nach das Kommando und siegte in den beiden folgenden Sätzen 6:3, 6:0.

Eishockey-WM – Deutliche Siege am Abend. Tschechien siegte gegen Italien 8:0. Damit bleibt auch Italien weiter punktlos. Ebenso wie Großbritannien, die 0:5 der finnischen Auswahl unterlagen.

Die Woche … bei den Füchsen Berlin KW 20

Von Heiko Eisser

Vorbereitung auf das EHF-Cup Final Four

Die Partie gegen den Tabellenvorletzten die Eulen aus Ludwigshafen konnten die Zuschauer am Sonntag Abend in der Max-Schmeling-Halle getrost als Training unter Wettkampfbedingungen ansehen. In der ersten Hälfte dominierten die Füchse nach belieben und lagen zur Pause mit 17:11 klar in Front.

Nach dem Seitenwechsel schonte Trainer Velimir Petkovic einige seiner Jungs und so konnte der Nachwuchs Erfahrungen im Bundesligaalltag sammeln. Der Sieg nie gefährdete 32:20-Erfolg brachte die Füchse in der Tabelle wieder den sechsten Rang ein, der in dieser Saison eventuell zum Einzug ins internationale Geschäft berechtigen könnte. Der einfachste Weg hierzu wäre natürlich ein Sieg beim anstehenden Final Four im EHF-Cup am kommenden Wochenende in Kiel.

Über den EHF-Cup ins internationale Geschäft

Das die Füchse „international“ können, haben sie in den letzten Jahren immer wieder unter Beweis gestellt. Das Trainer Petkovic mit einer der erfahrensten in diesem Wettbewerb ist, zeigt auch seine Bilanz mit den Füchsen. In seiner knapp zweieinhalbjährigen Amtszeit verloren die Füchse lediglich sechs ihrer internationalen Spiele.

Die Füchse fahren zwar nicht als Favorit nach Kiel – dies dürften ohne Übertreibung die Hausherren vom THW Kiel sein – doch chancenlos sind sie keinesfalls. Auch im letzten Jahr reisten die Berliner nach Magdeburg, ohne das ihnen wer einen Sieg zugetraut hätte. Doch nach hartem Kampf im Halbfinale gegen Frisch auf Göppingen und einem nicht weniger anstrengenden Finale gegen Saint Raphael holten die Füchse den EHF-Cup an die Spree.

Rechtzeitig zu diesem Wochenende scheint sich die schwächere Phase der Hauptstädter endlich einem Ende entgegen zuneigen. Im Final Four kann Petkovic im Halbfinale gegen den FC Porto wieder auf sein zentrales Abwehrduo Stipe Mandalinic und Jakov Gojun verlassen. Beide werden bereits im Halbfinale stark gefordert sein, da Porto im Angriff gern auf den siebten Feldspieler verzichtet um offensiv eine weitere Option zu haben.

Diese Option und die robuste Arbeit des Teams von der iberischen Halbinsel hat diese Saison schon der SC Magdeburg zu spüren bekommen. Der SC scheiterte in der dritten Qualifikationsrunde deutlich gegen das Team von Trainer Magnus Andersson.

Im Angriff sind die Füchse wieder mit allen Kräften bereit, den EHF-Cup anzugehen. Jacob Holm, Fabian Wieder und Paul Drux sind voll einsatzfähig. Neben Allzweck-Waffe Mattias Zachrisson freut sich Kapitän Hans Lindberg auf das nächste Highlight der Saison der Berliner. Lindberg konnte im Spiel gegen Ludwigshafen seinen insgesamt 947 Siebenmetertreffer in der Bundesliga einsacken. Dies ist gleichbedeutend mit dem zweiten Platz im ewigen Bundesligaranking.

Die Berliner reisen daher mit Bestbesetzung an die Kieler Förde um dort den EHF-Cup zu verteidigen. Gegen den FC Porto gab es bisher vier Begegnungen, die die Berliner alle samt für sich entscheiden konnten. Das dies weiterhin so bleibt, dafür wird auch Torhüter Silvio Heinevetter sorgen wollen.

Für Heinevetter womöglich der letzte Titel, über den er sich mit den Berliner freuen kann. Dass er allerdings komplett sportbegeistert ist, bewies er schon im Interview nach der Partie gegen die Eulen Ludwigsburg.

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Silvio Heinevetter (@heinevetter12) am

Das zweite Halbfinale

Nach dem Sieg gegen die SG Flensburg-Handewitt steht der THW Kiel mit stolz geschwellter Brust vor dem Final Four im eigenen Wohnzimmer. Das die Fans des THW die Heimspiele immer wieder zu einem Ereignis an der Förde machen, kann jeder bei den Vergleichen in der Sparkassen Arena sehen. Doch haben die Männer um den scheidenden Trainer Alfred Gislason allen Grund positiv auf die kommenden Aufgaben zu blicken.

Nach dem Sieg im DHB-Pokal gegen die Füchse haben sie auch in der Liga gezeigt, dass im Rennen um die Meisterschaft noch mit ihnen zu rechnen ist. Am vergangenen Wochenende besiegten sie in eigener Halle den Tabellenführer und zogen mit diesem punktgleich, wobei die SG noch ein Nachholspiel zu absolvieren hat.

Der EHF-Cup könnte damit der nächste Pokal sein, den die Kieler ihrem Trainer Gislason offerieren möchten. Nach den Titeln im EHF-Cup in den Jahren 1998, 2001 und 2003 wäre es für die Kieler nun wieder an der Zeit, den Cup an der Förde zu halten. Der THW kann aus den letzten zehn Spielen zehn Siege aufweisen und geht im Halbfinale gegen den Tvis Holstebro somit als klarer Favorit ins Rennen.

Der Tvis Holstebro mit Trainer Patrick Westerholm reist mit Top Torjäger im EHF-Cup Magnus Grubb Bramming zum Final Four. Die Dänen konnten sich im Viertelfinale knapp gegen Tatabanya durchsetzen und geht mit dieser Niederlage ins Final Four. In der Meisterschafts-Hauptrunde belegen die Dänen den dritten Platz und gehen mit einem knappen 28:27-Sieg gegen den (wohl zukünftigen) Meister Aalborg in die Partie gegen den THW.

Was noch wichtig ist

Alle vier Spiele des Final Four werden von DAZN übertragen. Das Halbfinale der Füchse gegen Porto am Freitag um 20:45 Uhr, die Partie von Kiel um 18:00 Uhr gegen Halstebro. Am Samstag folgt dann das Spiel um Platz 3 ebenfalls um 18 Uhr, das Finale wird ab 20:45 Uhr ausgetragen.

Eine Besonderheit wartet im Halbfinale des THW auf die Beteiligten, da auf internationale Ebene zum ersten Mal eine Partie von einem Schiedsrichterinnengespamnn gepfiffen wird. Die Französinnen Julie und Charlotte Bonaventura sind regelmäßig in der LNH im Einsatz und waren auch für die WM 2017 nominiert.

Diese Woche … bei den Füchsen Berlin, KW 19

Von Heiko Eisser

Eine Woche spielfrei kann im Endspurt einer Saison sehr hilfreich sein. Nicht nur können die Spieler regenerieren, ebenso habe die Trainer wieder die Möglichkeit Spielabläufe und Routinen zu trainieren. Und diese Phase dürfte den Füchsen auf dem Weg zum EHF-Cup Final Four durchaus helfen, denn an diesem Turnier hängt wohl das internationale Geschäft in der kommenden Saison. Die Notwendigkeit einer solchen spielfreien Phase und den damit verbundenen Möglichkeiten, zeigten die Partien gegen den Bergischen HC und GWD Minden auf.

Die vergangenen Partien

Der Aufsteiger Bergischer HC ist zu Hause in dieser Saison schwer zu schlagen. Diese mussten die Füchse bei ihrer Partie im Bergischen Land schmerzlich erfahren.

Die Füchse begannen konzentriert und legten mit einer gut organisierten Abwehrarbeit zunächst einen zufriedenstellenden Start in die Begegnung hin. Beim 4:2 aus Berliner Sicht konnte man sich in der Fremde nicht beklagen, da der BHC bei seinen Heimspielen schon Tabellennachbarn wie die MT Melsungen bezwangen und auf Platz vier der Heimtabelle rangieren.

Diese Sicherheit in den eigenen vier Wänden verunsicherte im Laufe der Partie die Füchse um Kapitän Lindberg. Dem sonst so sicheren Siebenmeterschützen gelang es zweimal nicht, den Ball am BHC Torhüter Rudeck vorbei zu legen. Zur Pause gingen die Füchse mit einem 12:14-Rückstand in die Kabine.

Nach dem Seitenwechsel musste Füchse Torwart Heinevetter ein ums andere Mal seine nun nicht mehr so standsichere Abwehr helfen. Besonders in der Schlussviertelstunde, als die Füchse zwischenzeitlich einem sieben Tore Rückstand hinterher liefen, hatten er und Matthias Zaccrisson großen Anteil an einer kleinen Aufholjagd. Doch diese kam zu spät, so dass der BHC nicht nur sein Heimspiel gewinnen konnte, sondern in der Tabelle sich an den Füchsen vorbei schob.

Viel Zeit zum Verarbeiten dieser Niederlage hatten die Füchse nicht, da bereits drei Tage später der GWD Minden die Berliner in eigener Halle empfing.

Wie beim Spiel gegen den BHC starteten die Füchse mit solider Leistung im Angriff und lagen nach acht Minuten mit 4:2 in Front. Doch die Mindener steckten in dieser Phase nicht auf, haben sie doch an den vergangenen Spielen gesehen, dass die Füchse schlagbar sind. Besonders Mindens Schlussmann Leon Grabenstein stellte mit seinen Paraden in seinem Bundesligadebüt die Hauptstädter ein ums andere Mal vor schwierige Aufgaben.

In der zweiten Hälfte gelang es keinem Team sich mit mehr als zwei Toren abzusetzen. Die Führung wechselte hin und her. Die GWD hätte sich sogar einen Punkt verdienen können, wenn Silvio Heinevetter mit glänzenden Paraden den Sieg nicht fest in Berliner Händen hielt. Heinevetter sprach nach der Begegnung von einem „dreckigen Sieg“. Doch dürfte dies den Fans und allen die es gut mit den Füchsen meinen, relativ egal sein.

Eine ruhige Woche

Hatten die vergangenen Woche doch durch viele Spiele und Geschehnissen abseits der Platte für viel Unruhe bei den Füchse gesorgt, dürfte das Ziel am kommenden Sonntag um 18:30 Uhr in der Max-Schmeling-Halle klar sein: ein Sieg gegen den wahrscheinlichen Absteiger aus Ludwigshafen.
Die Eulen stehen mit lediglich sieben Punkten am Ende der Tabelle. Die bisherigen acht Partien gegen die Füchse gingen alle samt verloren und bei der momentanen Verfassung des Teams von Trainer Benjamin Matschke dürfte ein Sieg in der Berlin ungleich schwerer werden. Lediglich bei den Partien gegen den VFL Gummersbach und den TBV Lemgo holten die Eulen Punkte in der Fremde. Ein Sieg gelang bisher nicht. Der letzte Sieg feierte Ludwigshafen am 10.November gegen Leipzig. Voll Selbstvertrauen dürfte das Team aus Rheinland-Pfalz nicht anreisen.

Doch das dieses Spiel ein Selbstläufer wird, sollten Fabian Wiede und Co nicht annehmen. Besonders nicht in der momentanen Verfassung der Füchse, in der sogar böse Überraschungen möglich sind.
Bleibt zu hoffen, dass die Trainingsphase in der vergangenen Woche zielführend war und im Angriff und Abwehr die Abstimmungen in den Reihen wieder stimmen. Nicht nur für die Partie gegen Ludwigshafen, sondern auch im Hinblick auf das anstehende Final Four im EHF-Cup.

Die letzte Chance?

Momentan läuft es darauf hinaus, dass die Füchse über den Ligabetrieb den Einzug in den EHF-Cup wohl nicht schaffen. Bei den ausstehenden vier Partien in der HBL kommt es noch zu den Vergleichen mit Flensburg und den Rhein Neckar Löwen.

Gegen die Löwen konnten die Berliner zwar den Einzug in den DHB Pokal in eigener Halle erringen. Doch dürfte das Team um Andy Schmid diese Niederlage noch im Hinterkopf haben, wenn sie am 26.Mai nach Berlin reisen.

Ebenso schwierig – fast unmöglich – dürfte ein Triumph der Füchse in Flensburg werden. An der dänischen Grenze konnte dieses Jahr noch kein HBL-Team etwas zählbares mitnehmen.

Im Rennen um die internationalen Plätze in der Liga scheinen die Füchse nun gegen die direkten Konkurrenten Bergischer HC, MT Melsungen und Magdeburg eine schlechte Ausgangsposition zu haben. Bleibt wohl nur noch, als besser zu beeinflussende Variante, der Sieg im Final Four des EHF-Cups am 17./18.Mai.

Hier treffen die Berliner am Abend des 17.Mai um 20:45 Uhr gegen die Handballabteilung des FC Porto. Die Portugiesen stehen momentan an erster Position der abschließenden Meisterschaftsgruppe und hat im EHF-Cup Viertelfinale sich knapp gegen Saint-Raphael durch gesetzt. Wie schwer dies ist, konnten die Berliner während der Gruppenphase selbst sehen als man gegen Saint-Raphael in der Max-Schmeling-Halle gewann und auswärts mit 31:34 verlor.

Somit keine unlösbare Aufgabe, doch ein schwerer Gegner. Jedoch war dieses Los für die Verantwortlichen der Füchse das bessere. So wurde ein rein deutsches Halbfinale vermieden und der THW Kiel wartet frühestens im Finale.

Diese Woche … bei den Füchsen Berlin, KW 18

Von Heiko Eisser

Hauptsache gewonnen. Dies dürfte vielen Füchse-Fans nach der letzten Woche das Wichtigste gewesen sein. Das wie und wie hoch dürfte dabei zweitrangig sein. In der HBL wichtige Punkte eingefahren und nach dem Heimspiel des EHF-Cups gegen Hannover im Final Four Mitte Mai in Kiel. Mehr kann sich der Anhänger in der momentanen Phase der Saison kaum wünschen.

Was war

Die TBV Stuttgart war motiviert. Mehr als das. Hatten die Schwaben das Hinspiel in der Max Schmeling Halle am 11.Spieltag gewonnen, wollten sie das Heimspiel gegen die Füchse Berlin nicht weniger siegreich gestallten.

Immer wieder stellte der TBV die Mannen von Trainer Petkovic mit ihrem schnellen Angriffsspiel vor schwere Aufgaben. War der Beginn der Partie noch ausgeglichen, fassten die Spieler des TBV Mitte der ersten Halbzeit sich ein Herz und holten einen drei Torevorsprung heraus. Dieser sollte bis Ende der ersten Hälfte bestand haben.

In der zweiten Hälfte sahen die Zuschauer eine weiterhin schnelle, jedoch hitzige Partie. Der Kampf um jeden Ball und jedes Tor spitzte sich bis Sekunden vor Schluss zu, in welcher die Füchse einen umstrittenen Siebenmeter zugesprochen bekamen. Die Spielstand war zu diesem Zeitpunkt bei einem 33:33 egalisiert.

Hier kam wieder der Mann ohne Nerven zum Einsatz: Hans Lindberg. Erneut bewies er von der Linie seine Qualität und mentale Stärke und sicherte den Füchsen diesen ersten Sieg nach vier Niederlagen in Serie in der HBL in Folge.

Nach dem Krimi gegen den TBV Stuttgart empfingen die Füchse zum Rückspiel im EHF-Cup die Recken von Hannover-Burgdorf.

Das Hinspiel hatten die Hauptstädter in der Vorwoche mit einem acht Tore Vorsprung gewonnen. Somit war auf beiden Seiten eine gewisse Laissez-faire-Haltung zu spüren. Der Charakter des Spiel schien beim Betrachter eher das eines Testspiels unter Wettkampfbedingungen zu hinterlassen. Zur Halbzeit hatten sich die Füchse mit 18:11 ein noch größeres Polster für den Einzug ins Final Four des EHF-Cups erspielt.

Doch schienen die Hannoveraner um Timo Kastenig sich nicht völlig kampflos ergeben zu wollen. Die offensive Deckung der Niedersachen ermöglichte nach dem Seitenwechsel viele Ballgewinne, die die Partie nun in der zweiten Hälfte sehr ausgeglichen gestaltete.

Ab Mitte der zweiten Hälfte wurden auf Seiten der Berliner jedoch viele Akteure für die kommenden Aufgaben geschont, so dass die zweite Reihe der Füchse auf dem Parket den 30:28-Sieg gegen Hannover über die Zeit rettete.

Was kommt

Für die Füchse stehen in den kommenden Tagen zwei schwere Auswärtsprüfungen bei direkten Konkurrenten an. Bereits am heutigen Abend erwartet der Bergischer HC die Füchse im direkten Duell um den sechsten Tabellenplatz.

Für beiden Mannschaften handelt es sich hierbei um ein wichtiges „vier“ Punkte Spiel. Die Füchse mit 32 Punkten und der HC mit 31 Punkten schielen beide noch auf das internationale Geschäft und messen der Partie viel Bedeutung im Kampf um den wichtigen fünften Tabellenplatz bei.

Obwohl die Füchse vier der letzten fünf Partien gegen die Westfalen gewinnen konnten, ist der HC in diesem Nachholspiel des 31.Spieltages nicht chancenlos. Der BHC gewann seine letzten Partien u.a. gegen die MT Melsungen und Göppingen knapp aber verdient. Lediglich die letzte Partie ging mit 24:32 verloren – allerdings gegen die THW Kiel.

Dem Dreikampf um den letzten Platz im europäischen Geschäft zwischen der MT Melsungen, dem Bergischen HC und den Füchsen kommt diese Partie somit einem einem gewissen Endspielcharakter zu. Wobei die Füchse unbedingt punkten müssen, da es in den letzten fünf Saisonspielen auch noch gegen die Rhein Neckar Löwen und SG Flensburg geht.

Der HC bekommt es in den Partien bis zum Saisonschluss ausschließlich Gegner aus der unteren Tabellenhälfte zu tun. Keine einfachen Aufgaben u.a. in Leipzig, aber alles machbare Spiele für Trainer Sebastian Hinze und sein Team.

Am Sonntag gehen die Füchse ab 16 Uhr in der Partie in Minden auf Punktejagd. Die Grün-Weißen als Gründungsmitglied der Bundesliga können bei ihren Heimspielen in der Kampa-Halle immer auf die Unterstützung des heimischen Publikums bauen.

Die aktuell auf dem 11.Rang stehende GWD konnte in den letzten zehn Partien lediglich drei Siege einfahren. Allerdings gingen die Partien gegen namhafte Clubs wie der SC Magdeburg und die Rhein Neckar Löwen nicht mit Kantersiege zu ende. Das junge Team von Trainer Frank Carstens weiss zu Hause durchaus zu überraschen. Besonders wenn der Gegner nicht auf der Höhe seiner Schaffenskraft zu sein scheint.

Was noch wichtig ist

Bei dieser Auswärtsfahrt in Minden kann Christoph Reißky schon mal seinen zukünftiges Team und seine vorübergehende Heimstätte für die kommende Saison 19/20 in Augenschein nehmen. Der in der Kaderschmiede der Füchse ausgebildete Reißky kann beim Team an der Porta Westfalica sein Talent im rechten Rückraum weiter ausbauen und dürfte das Team von Geschäftsführer Frank von Behren bereichern. Reißky wird für ein Jahr ausgeliehen und soll dann mit mehr Erfahrung wieder zu den Füchse stoßen, die von Reißkys Fähigkeiten überzeugt sind.

Am vergangen Montag wurden die Partien für das Final Four am 17./18. Mai in Kiel ausgelost. Der THW als Gastgeber trifft im zweiten Halbfinale auf den Tvis Holstebro aus Dänemark, die Füchse bekommen es mit dem portugiesischen Vertreter FC Porto im ersten Halbfinale zu tun. Trainer Petkovic zeigte sich erleichtert, dass es nicht schon in dieser Partie gegen den THW geht und somit der Einzug ins Finale möglich erscheint.

Doch vorher müssen Punkte in der Liga eingefahren werden, um die Chance auf das internationale Geschäft für die kommenden Saison zu erhalten.

Diese Woche … bei den Füchsen Berlin, KW 17

Von Heiko Eisser

Was war

Fünf Tage nach der bitteren Halbfinal-Niederlage im DHB-Pokal trafen die Füchse auf ihren Bezwinger und neuen Pokalsieger THW Kiel, diesmal in eigener Halle.

Zu Beginn schien der Matchplan der Füchse aufzugehen. Angetrieben von einer mit rund 10.000 Zuschauern ausverkauften Halle konnten die Füchse den Kielern nicht nur Paroli bieten. Besonders Hans Lindberg drückte mit wichtigen Treffern dem Spiel seinen Stempel in der ersten Halbzeit auf. Mit einer 15:13-Führung gingen die Füchse in die Pause und konnte mit dem bisher Geleisteten hoch zufrieden sein.

Die Kieler jedoch fanden nach der Pause besser ins Spiel. Knüpfte in der ersten Hälfte die Füchse Abwehr wieder an alte Qualitäten an, schlichen sich nun leider wieder Ungenauigkeiten ein. Dies nutzte der Rekordmeister von der Förde eiskalt aus.

Die Füchse mühten sich über die gesamt Spielzeit der zweiten Hälfte ab und hatten kurz vor Ende der Partie, bei eigenem Ballbesitz , noch die Möglichkeit zum Ausgleich. Der in der Auszeit vereinbarte Ablauf misslang Fabian Wiede derart, dass der Kieler diese hart umkämpfte Begegnung doch für sich entscheiden konnten. Die Füchse stand trotz guter Leistung wieder mit leeren Händen da.

Die positiven Ansätzen des Spiels gegen den THW konnten die Füchse um Kapitän Hans Lindberg hingegen mit in das Spiel gegen Hannover-Burgdorf nehmen.

Aus einer starken Abwehr heraus mit einem fast unüberwindbaren Silvio Heinevetter, führten die Füchse schon nach kurzer Zeit mit 6:2 (9.Minute). Den Recken gelang es nicht, den Ball am starken Schlussmann der Füchse vorbei ins Netz zu befördern. Selbst zwei Siebenmeter fanden nicht den Weg am Berliner Torhüter vorbei. Die Auszeit von Hannovers Trainer Ortega folgte auf dem Fusse.

Von nun an kamen die Hausherren besser ins Spiel. Linksaussen Timo Kastening und Spielmacher Morten Olsen brachten die Recken auf Augenhöhe und Kastening oblag es auch, kurz vor Ende der Partie den Ausgleich zum 14:14 (30. Minute) zu erzielen.
Dass die Hannoveraner noch in Schlagdistanz zu den Hauptstädern war, lag ebenfalls am eigenen Torhüter. Ein ums andere Mal hielt Martin Ziemer scheinbar unhaltbare Bälle und stand seinem Pedant Heinevetter in nichts nach.

Mit einer 15:14-Führung ging es in die Pause. Doch machte Hannover genau da weiter, wo sie bei Spielbeginn schon waren. Die Füchse legten mit einem 4:0-Lauf einen guten Start hin und zwangen Trainer Ortega zu einer schnellen Auszeit.

Doch auch diese brachte nicht die erhoffte Wende im Spiel der Recken. Lediglich Morten Olsen hielt den starken Füchse Paul Drux und Hans Lindberg stand. Doch ein norwegischer Weltmeister allein kann eine entschlossene Füchsemannschaft nicht besiegen. Letztendlich gewinnen die Mannen von Velimir Petkovic im Hinspiel des EHF-Halbfinales die Recken mit 34:26.

Was kommt

Nach dem im Hinspielsieg und einer Tordifferenz von acht Toren ist die Ausgangslage für das Rückspiel am kommenden Sonntag in der Max-Schmeling-Halle mehr als gut. Das Erreichen des Final Four im EHF Cup am 17. und 18.Mai in der Sparkassen Arena in Kiel ist für die Füchse und Trainer Velimir Petkovic zum Greifen nah.

Die Hannoveraner werden wohl alles daran setzen diese Partie siegreich zu gestalten. Doch die Bürde aus dem Hinspiel ist enorm groß. Zumal bei den Füchsen auch nicht alles nach Plan lief. Fabian Wiede hatte bei den Recken keinen guten Tag erwischt. Sein fataler Pass bei der Niederlage gegen den THW schien den Linkshänder etwas zu blockieren und er spielte nur wenige seiner sonst überragenden Anspiele.

Vorher sind die Berliner heute Abend in Stuttgart zu Gast. Das Team von Trainer Jürgen Schweikardt hat mit seinem momentanen zwölften Platz in der Tabelle sich im Grunde fast aller Sorgen entledigt.

Kommen die Stuttgarter zwar von einer Heimniederlage am vergangenen Sonntag gegen Leipzig, so haben sie gegen die anderen Abstiegskandidaten bzw. Tabellennachbarn zuverlässig gepunktet.

Die Füchse haben jedoch noch eine Rechnung gegen die Schwaben offen, da diese eine der ersten Mannschaften war, die Punkte aus der Max-Schmeling-Halle entführen konnten.

Die Partien gegen TVB sind immer knappe Begegnungen. Das Team der Füchse sowie deren Anhang darf eine enge und hitzige Partie erwarten. Das Team um Mannschaftskapitän Hans Lindberg sollte an die gute Leistung gegen den THW anschließen, und die wichtigen Punkte im Rennen um die Qualifikation zum europäischen Wettbewerb sollten dann auf das Konto der Hauptstädter wandern.

Durch die Serie an Niederlagen nach der Handball WM haben die Füchse nicht nur den Anschluss an Platz vier verloren. Auch wurden sie von der MT Melsungen und dem Bergischen HC auf Platz 7 runter gereicht. Ebenfalls hat Frisch Auf Göppingen mit den Füchsen Punktgleichheit erlagt.
Die Punkte aus Stuttgart sind daher sehr wichtig.

Das Gastspiel in Stuttgart kann heute ab 19 Uhr auf Sky Sport 4 verfolgt werden. Das Rückspiel im EHF-Cup am Sonntag sollte der geneigte Sportfan bei DAZN ab 15 Uhr beiwohnen.

Der Tag, Donnerstag, 18. April 2019: Celtics, der EHC München, die Eintracht

Frühmorgens

NBA – Die Boston Celtics stellen mit dem 99:91 auf 2:0 in der Serie gegen die Pacers. Milwaukee hat beim 120:99 gegen die Bucks keine Probleme, ebensowenig Houston beim 118:98 gegen Utah.

NHL – Die Bruins schaffen mit dem 6:4 im vierten Spiel den Ausgleich in der Serie mit den Maple Leafs. Unentschieden steht es auch zwischen Dallas und Nashville nach dem 5:1 der Stars. Colorado immerhin geht mit dem 3:2-Overtime-Sieg gegen die Flames mit 3:1 in Führung.

MLB – Die Yankees gewinnen schon wieder gegen die Red Sox, diesmal mit 5:3. New York damit bei einer Bilanz von 8:9, Boston bei 6:13 (!). Die Twins schlagen die Blue Jays mit 4:1, Max Kepler mit einem Hit und einem Run. Die Indians sweepen mit dem 1:0 die Mariners in Seattle.

Nachmittags

ATP-Tour – Dominic Thiem fliegt in Monte Carlo gegen Dusan Lajovic raus, Alexander Zverev gegen Fabio Fognini. Beides eher schwer zu verstehen. Keine Probleme haben Novak Djokovic und natürlich Rafael Nadal.

DEB-Team – Zum zweiten Mal in zwei Tagen unterliegt die deutsche Eishockey Nationalmannschaft Tschechien mit 4:5. Was insofern nicht weiter schlimm ist, als dass die WM erst in ein paar Wochen startet.

Abends

HBL – Die Füchse hätten es in der Hand gehabt, Flensburg schon fast sicher den Titel zu sichern. Die Berliner verlieren gegen den THW Kiel allerdings mit 29:30. Es bleibt also fast spannend.

BBL – Statement-Sieg für ALBA im Verfolgerduell mit Rasta Vechta. Berlin gewinnt mit 104:67 und holt Fechta nach Punkten ein. Bei drei Spielen weniger. Bamberg verliert in Frankfurt mit 79:86.

DEL – München klaut tatsächlich Spiel eins der DEL-Finalserie in Mannheim: 79 Minuten hat es gedauert, dann stellt Frankie Mauer der 2:1-Sieg der Titelverteidiger sicher.

Europa League – Die Eintracht mag das Karma-Konto aufgebraucht haben, aber steht im Halbfinale gegen Chelsea. 2:0 zuhause gegen Benfica, das erste Tor von Kostic klar abseits, das zweite von Rode nicht übel. Am Ende verkrampft und gezittert. Wurscht.