Diese Woche … bei Alba Berlin, KW 24

Von Heiko Eisser

Endlich ist es soweit: Die Finals der BB-Saison 18/19 stehen an. Die Wiederholung der letztjährigen Finalserie war von vielen vorausgesagt worden und für viele keine große Überraschung. Doch mussten beide Teams vorher noch ihre Halbfinalspiele gewinnen. Hatten die Bayern bereits am Vorabend mit einem 95:80 gegen Vechta den Einzug in die letzte Runde fest gemacht, musste Alba Berlin seinerseits noch zum Auswärtsspiel in Oldenburg antreten.

Unerwartet klar und doch hoch verdient

Die Ausgangsposition vor Spiel 3 der Halbfinalserie konnte für das Team von Alba Berlin nicht besser sein. Sie führten bereits vor der Reise nach Oldenburg mit 2:0 in der Serie und konnten sich entspannter auf die Begegnung vorbereiten als die Hausherren. Doch liessen die Mannen von Alba Coach Aito eine entspannte Einstellung gar nicht zu. Bereits nach Spiel 2 in eigener Halle machten die Albatrosse in Interviews deutlich, dass noch gar nichts gewonnen war. Der Einzug ins Final alles andere als sicher.

Diese Einstellung legten sie zu Beginn der Partie in Oldenburg an den Tag und agierten hoch konzentriert vom Tip off an. Eine schnelle 12:4-Führung nach 2:50 Minuten als Zeichen an die Baskets, dass man auch den dritten Vergleich in der Saison 18/19 in Oldenburger Halle für sich entscheiden will.

Die zunächst nervös spielenden Mannen von EWE Coach Mladen Drijencic gingen im Laufe des ersten Viertels konzentrierter ans Werk. Die in Spiel zwei von außen vermissten Treffer fielen in der Anfangsphase nun besser. In seinem 484. BBL-Spiel konnten sich die Oldenburger zu Beginn auf ihr Urgestein Ricky Palding verlassen. Zum Ende des ersten Viertels war die EWE wieder in Reichweite und auf der Anzeigetafel prangte ein 25:28 aus Sicht der Baskets.

Doch diese Konstanz sollte sich auf Seiten der Oldenburger, wie in der vergangenen Partien gegen Alba, nicht stabilisieren. Im Laufe des zweiten Viertels verfehlten sie die Körbe und Alba nutzte hier die Chancen die sich ihnen boten. Besonders wurden wieder unter dem Korb durch Nnoko und Sikma die Reboundquote hoch gehalten. Ein Garant für die bisherigen Siege in den Partien der Halbfinalserie. Oldenbur konnte hier in keiner Partie Alba etwas entgegen setzen.

Das Team von Alba spielt im Laufe der Partie weiterhin sehr souverän und kann die Baskets in eigener Halle immer etwas entgegen setzen. Selbst als Center Nnoko – wieder im sehenswerten Duell mit Oldenburgs Mahalbasic – im Laufe des Viertels bereits mit drei persönlichen Fouls auf die Bank muss, kann Johannes Thiemann unterm Korb die Leistung der Alba Center hoch halten. Verdient geht Alba mit einer 47:43 Führung in die Halbzeit.

Nach dem Seitenwechsel hatten die Oldenburger wieder ihren Offensivdrang gefunden und starteten mit einem 8:0-Lauf in den zweiten Durchgang. Doch recht unbeeindruckt konterte Alba ebenfalls mit einem 8:0-Lauf. Dies schien in dieser Partie wieder der Faktor zu sein: Wenn Oldenburg einen Lauf hatte oder eine besondere Aktion, konnte Alba mit einem entsprechenden Wurf kontern. 70:67 ging es aus Alba Sicht in das letzte Viertel.

Die Oldenburger starteten durch Phillip Schwedthelm mit einem Dreier in den letzten Spielabschnitt und glichen zum 70:70 aus. Doch Alba hatte in Form eines wieder überragend agierenden Payton Siva die passende Antwort. Mit diesen Aktionen schienen die Oldenburger schier zu verzweifeln und verloren mit dem fünften Foul von Mahalbasic nicht nur einen entscheidenen Faktor auf dem Parkett. Alba hielt die Schlagzahl zum Ende der Partie hoch und fuhr ist dem 100:89 den insgesamt 21. Sieg mit mehr als 100 Punkten in dieser Saison ein.

Wiedersehen macht Freude

Am Sonntag startet nun die Finalserie gegen den FC Bayern München und somit eine Wiederholung des letztjährigen Finales. Diese hatte damals den besseren Ausgang für die Münchner, die diese Serie mit 3:2 für sich entscheiden konnten.

Eine Wiederholung der Finalserie fand zuletzt in der Saison 2003/2004 und 2004/2005 statt. Hier standen sich die Frankfurt Skyliners und die Bamberger gegenüber. Beide Mannschaften konnte jeweils eine Meisterschaft erringen: Frankfurt 2004 und Bamberg 2005.

Solche ein Happy-End der Niederlagen-Serie in Finalspielen dürften sich Alba Berlin und deren Fans mehr als wünschen. Nach Niederlagen im BBL-Pokal gegen Bamberg und im Eurocup gegen Valencia will das Team um Kapitän Nils Giffey die Chance nutzen und die Meisterschaft nach 2008 endlich wieder an die Spree holen.

Die Serie startet in München, die als Hauptrunden Erster das Heimrecht erspielt haben. Das Alba in München bestehen kann haben sie nicht nur in der Finalserie im letzten Jahr bewiesen. Sie gewann in Spiel eins in. München 106:95.
In dieser Saison gewann Alba das Halbfinale im BBL-Pokal in München. Doch hatten die Bayern vor dieser Partie eine schwere Euroleague Woche mit Partien u.a. gegen Real Madrid.

In den Partien in der BBL-Saison konnten die Münchner beide Spiele für sich entscheiden. Nach dem knappen 83:81 in eigener Halle, besiegten die Bayern Alba am 30. Spieltag mit 85:75 in Berlin. Hier war Alba jedoch nach vier Spielen n zehn Tagen nicht frisch und erholt in die Partie gegangen.

Nach einer spielfreien Woche für beide Mannschaften, dürften die Karten neu gemischt sein. Bei Alba Berlin sind bis auf den langzeitverletzten Stefan Peno alle Leistungsträger an Bord.

Beide Teams sind auf den Positionen 1-5 und mit Spielern von der Bank kommend hervorragend besetzt. Lediglich auf der Point Guard Position haben die Bayern mit Stefan Jovic einen größentechnischen Vorteil gegenüber den etwas kleineren Berliner Guards Payton Siva oder Derrick Williems Jr. Um diesen Größennachteil auszugleichen könnte hierbei wieder Nachwuchsspieler Jonas Mattisseck zum Zuge kommen. Dieser hatte beim Sieg im Halbfinale des BBL-Pokals eine entscheidende Rolle gespielt und zum Sieg gegen die Bayern selbst 15 Punkte beigesteuert.

Unterm Korb dürfte es zwischen Bayerns Danilo Barthel und Albas Landry Nnoko zu einem ebenso interessanten Vergleich kommen. Hatte Nnoko im Halbfinale mit Oldenburgs Mahalbasic einen mehr als würdigen Gegner, wird im Finale der Albatros noch eine Schippe drauf legen müssen. Der deutsche Nationalspieler in Diensten der Bayern hat eine überragende Saison gespielt und dürfte mit dieser Leistung für NBA- und Euroleauge Teams mehr als interessant geworden sein.

Eine entscheidende Rolle dürfe auch den Bankspieler beider Mannschaften zukommen. Durch die Aufstellung als Euroleauge Team haben die Bayern hier vor der Saison tief in die Tasche gegriffen um den Einzug ins Top16 zu schaffen. Das dies nur knapp verpasst wurde, lässt den Kader der Bayern nicht weniger imposant erscheinen.

Mit Derrick Williams kommt ein Spieler als „Ergänzung“ aufs Parkett, der im NBA-Draft 2011 an zweiter Position gepickt wurde. Im Laufe seiner bisherigen Karriere machte er bis 2017 Stationen u.a bei den Dalles Mavericks, New York Nicks und Cleveland Cavaliers. Ein Spieler also, der Alba schweres Kopfzerbrechen bereiten kann.

Doch konnte Alba in dieser Saison immer wieder bei großen Spielen überzeugen und ihre Chancen nutzen. Obwohl fast alle Playoffspiele in dieser Saison mit einem Sweep beendet wurden – Ausnahme der Sieg von Rasta Vechta gegen Bamberg mit 3:1 – besteht die Hoffnung, dass diese Serie ähnlich spannend wird wie die Finals im letzten Jahr.

Das Team bleibt bestehen – fast

Mit dem Einzug ins Finale scheint die Teilnahme von Alba Berlin in der Euroleauge in der kommenden Saison sicher zu sein. Dies konnten die Albatrosse und deren Verantwortlichen umgehend nutzen und verlängerten den auslaufenden Vertrag mit Eurocup-MVP Luke Sikma um (im Basketball unüblich) vier (!) Jahre.

Luke Sikma ist vom Team und dem Umfeld überzeugt, so dass der 29-jährige der Alba-Familie die Treue hält. Viele Beobachter des Basketballs in Deutschland nehmen dies ebenfalls als Zeichen, dass sich Coach Aito auch weiterhin der Alba Mannschaft verschreiben hat.

Doch nicht alle werden bleiben. Mit Assistent Thomas Päch verlieren die Albatrosse einen hervorragenden Mann aus dem Trainerteam von Coach Aito. Päch wird in der kommenden Saison als Headcoach die Telekom Baskets Bonn anführen. Seine Führungsqualitäten hat Päch bereits zum Ende der Saison 2016/2017 bewiesen, als der damalige Coach Ahmet Çakı entlassen wurde. Viele Teams hatten sich um den allseits beliebten Thomas Päche bemüht und wird in Bonn Chris O’Shea ersetzen, der als Interimstrainer die zweite Saisonhälfte der Bonner absolvierte.

Diese Woche … bei den Füchsen Berlin, KW 24

Von Heiko Eisser

Beim letzten Heimspiel einer Saison herrscht immer ein wenig Wehmut:es wird auf spannende Spiele, knappe Siege zurück geblickt und ist ein wenig froh, dass etwas Ruhe einkehren kann. Ebenso werden Spieler verabschiedet, sei es in den Ruhestand oder dass sie aus sportlichen Gründen den Verein wechseln. Und natürlich sollte man sich als Heimmannschaft mit einem Sieg von den eigenen Fans verabschieden. Sollte.

Der letzte Auftritt der Saison

Tief durchatmen mussten Spieler, Funktionäre sowie die Fans im Fuchsbau am vergangenen Sonntag gegen 16:20 Uhr. Nach einer enttäuschenden Leistung gegen die HSG Wetzlar war letztendlich das Saisonziel mit der Teilnahme am EHF-Cup gesichert. Doch alles andere als zufrieden können die Jungs von Trainer Velimir Petkovic mit ihrer abschließenden Leistung sein.

Die Füchse trafen mit Wetzlar auf eine Mannschaft, die im Tabellenmittelfeld der Liga landete. Eine überaus stabile Saison für die Mittelhessen, die unter Trainer Kai Wandschneider im Rahmen ihrer Möglichkeiten blieb. Das die Saison seitens Wetzlar schon Ausklang, wurde durch die Mannschaftsfahrt nach Mallorca deutlich, die das Team zwischen dem vorletzten und letzten Spieltag durchführte. Eine Regeneration die in Handballkreisen nicht unüblich ist.

Diese eineinhalb Wochen spielfreie Zeit nutzte Füchse Coach Petkovic hingegen intensivst um sein Team auf den Gegner vorzubereiten. Mit den direkten Tabellennachbarn MT Melsungen und der Bergische HC konkurrierten die Füchse gegen zwei Teams, die eine gute Saison krönen wollten. Um sicher im EHF-Cup zu starten, benötigten die Füchse einen Sieg gegen Wetzlar.

Von Beginn an führten beide Mannschaften eine harte Partie. Kein Ball sollte verloren gehen, kein Tor sollte ohne enormen Aufwand erzielt werden. Auf Berliner Seite war wieder Kapitän Hans Lindberg gefordert, der mit seinen Siebenmetern die Füchse im Spiel hielt. Wetzlar steckte zunächst nicht auf, und konnte den Hausherren die Stirn bieten.

Mit Hilfe zweier Zweiminuten-Strafen schafften es die Füchse in der zwölften Minute das 5:3 zu erzielen und einen kleinen Puffer zu den Gästen heraus zu spielen. Doch fehlte im Abschluss mitunter bei der Mannschaft von Coach Petkovic die Konzentration diesen Vorsprung noch zu erhöhen. Mit dem Halbzeitpfiff und einem Siebenmeter durch Holst, blieb Wetzlar mit 11:14 in Reichweite.

Der zweite Spielabschnitt hielt dann sein Versprechen aus der ersten Hälfte, dass es sich um ein hart umkämpftes Match handelt. Im Laufe der Zeit agierten die Gäste jedoch konzentrierter und machen in der 43. Minute den Ausgleich zum 17:17.

In der Folge reagierten die Füchse eher als sie die spielbestimmende Mannschaft zu sein und hatte in der Abwehr viele unkonzentrierte Momente, die die Gäste zu einfachen Torerfolgen kommen lies. Ohne Abwehr Spieler Mandalinic fehlte eine zusätzliche Option vor Torhüter Silvio Heinevetter. Zumindest dieser agierte an diesem Tag durchweg auf hohem Niveau und war mit elf Paraden mehr als im Soll seiner Schaffenskraft.

Doch waren seine Mannschaftskameraden in dieser Phase der Partie nicht in der Lage noch zuzulegen und den Sieg unbedingt zu wollen. Als die Gäste während einer zwei Minuten Strafe der Füchse die 27:25 Führung erzielten, glaubten selbst berufliche Optimisten nicht mehr an einen Triumph der Füchse in den noch anstehenden 50 Sekunden. Nun kam es auf die Begegnungen der direkten Kontrahenten um die internationalen Plätze an.

Fernduell um den EHF-Cup

Als Tabellensechster vor dem letzten Spieltag hatte die MT Melsungen mit dem TBV Lemgo Lippe wohl den einfacheren Gegner. Zwar fand diese letzte Partie der Saison wieder als Gastspiel in Kassel statt, doch wollten die Spieler der MT den Sieg und die Reise nach Europa klar machen.

Die Mannschaft um Nationalspieler Tobias Reichmann startete in die Partie als klarer Favorit und konnte dieser Stellung im Laufe der ersten Hälfte gerecht werden. Nach der Verabschiedung der Müller Zwillinge kam nur kurz entsprechender Schmerz auf, der durch einen überragenden Michael Allendorf schnell gestillt wurde. Unter seiner Führung gingen die Nordhessen konzentriert ans Werk und hielt das Team von Lemgo Coach Florian Kehrmann immer auf Abstand. Am Ende stand mit dem 31:27-Sieg der nächste Meilenstein der MT Melsungen fest: die Teilnahme am EHF-Cup.

Die Teilnahme an diesem Wettbewerb wäre für den Aufsteiger Bergischer HC eine sehr große Überraschung. Das Team um Kapitän Kristian Nippes empfing in der abschließenden Partie die SG Flensburg-Handewitt. Für diesen Abschluss der Saison wurde das Heimspiel in die Kölner ISS-Dom verlegt und so fanden 10 043 Zuschauer platz. Dies war nötig, da von den Gästen rund 2500 Fans ihrem Team bei der wohl anstehenden Meisterkrönung bei stehen wollten und ins Rheinland reisten.

Schnell konnte man als neutraler Zuschauer sehen, dass es die Hausherren dem Gast nicht zu leicht machen wollten, sondern die eigene Chance auf den Start im internationalen Geschäft bewahren. Die Gäste mussten alles aufbieten, damit sie die Meisterschaft nicht am letzten Spieltag an den THW Kiel abgaben. Doch am Ende Stand ein 27:24-Erfolg der Flensburger, die damit ihre zweite Meisterschaft in Folge feierten und den Berliner Füchsen so den Start im EHF-Cup ermöglichten.

Die Erleichterung der Füchse und ihrer Anhänger konnte man an diesem späten Sonntagnachmittag im der Max-Schmeling-Halle greifen. Nach einer durchwachsenen und von zahlreichen Verletzungen begleiteten Saison, war das Minimalziel EHF-Cup Teilnahme gesichert.

Blick zurück nach vorn

Vor der Begegnung wurde seitens der Berliner Verantwortlichen vermeldet, dass der mit Jacob Holm geschlossene Vertrag vorzeitig bis 2014 verlängert wurde. Die Verantwortlichen der Füchse sehen noch einiges an Entwicklungsmöglichkeiten beim 23 Jahre alten Dänen.

Mit Nachwuchsspieler Torben Matzken wurde ein weiterer Spieler aus dem Nachwuchs mit einem Profivertrag ausgestattet. Die Kaderschmiede der Hauptstädter entwickelte in den letzten Jahren sehr viele junge Akteure, die mittlerweile in Berlin oder anderen Bundesligastandorten auf Punktejagd gehen. Nicht wurden die Nationalspieler Fabian Wiede und Paul Drux im Füchse Nachwuchs ausgebildet und zu Topniveau geformt.

Mit den bereits verkündeten Verpflichtungen für die neue Saison scheint die Arbeit von Manager Bob Hanning vorerst in der Sommerpause zu sein. Mit dem langzeitverletzten Nationalspieler Simon Ernst soll mit dem Start der Vorbereitung auf die neue Saison am 10.7. in die Mannschaft zurück kehren. Ebenfalls dürfte der an der Schulter operierte Fabian Wiede den Trainingsbetrieb mit seinem Mannschaftskameraden aufnehmen.

Bis dahin ist allerdings Sommerpause, die die Füchse nach der durchwachsenen Saison dringend benötigen.

Diese Woche … bei ALBA Berlin, KW 23

Von Heiko Eisser

Basketballherz, was willst du mehr. Bereits vor der ersten Begegnung konnten sich die Fans von Alba Berlin und den Baskets Oldenburg auf diese Spiele freuen. Ebenfalls hatten die neutralen Experten auf eine hochklassige Serie gehofft – keine Seite sollte enttäuscht werden. Also fast. Die Oldenburger dürften mit dem Stand in der Serie eher unzufrieden sein.

Am Sonntag kommt es nun zum dritten Vergleich im BBL-Halbfinale. Alba könnte mit einem erneuten Auswärtserfolg einen Sweep holen. Die Oldenburger müssen ihr Heimspiel gewinnen, wollen sie eine Rekordsaison nicht im Halbfinale beenden.

Oldenburg – immer ein Reise wert

Zum Start der Serie trat Alba Berlin bei den Baskets in Oldenburg an. Die Marschrichtung der Hausherren war klar umrissen, damit Alba nicht direkt zum Start der Serie den Heimvorteil „klaut“.
Zunächst ging der Plan der Oldenburger auf, mit einem aggressiven Abwehrverhalten und schnellem Rückzug nach eigenen Versuchen den Fluss der Berliner zu stoppen. Die Belohnung war ein 2:9 aus Berliner Sicht.

Doch zollte die Spielweise der Baskets schnell ihren Tribut, da bereits zu Ende der ersten Viertels der Season-MVP Will Cummings mit zwei Fouls auf die Bank musste. Was zunächst als Schwächung gesehen werden konnte, nahm Cummings „Ersatzmann“ Frantz Massenat als Anlass seine Fähigkeiten zu zeigen.

Das die Berliner nie aufstecken demonstrierten sie, als zum Ende des ersten Viertels noch wenige Sekunden zu spielen war. Peyton Siva nahm sich den Ball und netzte zum 21:21 ein. Dies war recht ungewöhnlich, da die Berliner im ersten Viertel zehn ihrer 21 Punkte von der Freiwurflinie holten. Bis zum Ende der Partie wurden den Berliner 22 Mal an die Linie geschickt. Das Oldenburger Abwehrverhalten zog sich durch die ganze Partie und sollte ausschlaggebend für den Ausgang des Spiels sein.

Die Hausherren agierten weiterhin sehr physisch und gerieten schnell in Foulprobleme. Cummings und Center Mahalbasic waren bereits zur Halbzeit der Partie mit je vier Fouls belastet und mussten von Coach Drijencic aus der Partie genommen werden.
Die Albatrosse setzten hingegen weiterhin auf den Zug zum Korb, da die Würfe von aussen nicht fallen wollten. Zwar holten sie unterm Korb die zahlreiche Rebounds und kamen oft zu zweiten Chancen, ließen sie diese jedoch liegen. Nach einem 11:2-Lauf zu Beginn des zweiten Viertels, gaben sie den Baskets in einer sechsminütigen Phase ohne eigenen Korb die Möglichkeit wieder heran zu kommen. Zum Ende der ersten Hälfte stand es 73:72 für die Oldenburger.

Ein schönes Duell unter den Körben konnte man zwischen Albas Nnoko und Oldenburgs Mahalbasic beobachten. Beide sind nicht bekannt für ihr filigrane Art des Verteidigens, doch wusste der jeweils andere immer, wie man seinen gegenüber ausspielen konnte. Das Landry Nnoko hier der clevere Teil des Duells war, wurde mit Mahalbasic´s viertem persönlichen Foul kur vor Ende der ersten Halbzeit deutlich.

Will Cummings, ebenfalls mit vier Fouls im zweiten Durchgang, versuchte nun die Partie zu entscheiden. Dass er dies mit einem ungestümen offensiv Foul sogar tat, war den Zuschauern in der ausverkauften EWE-Arena schnell bewusst. Als im Laufe der zweiten Hälfte auch Mahalbasic ihm auf die Bank folgte hatten die Oldenburger den Glauben an einen Sieg verloren. Bereits zwei Minuten vor Ende führten die Hauptstädter mit 92:83 und machten nicht den Anschein den Sieg verspielen zu wollen. Mit dem 100:93 durch Luke Sikma war die Partie zu Ende.

Den Berlinern gelang damit der zweite Auswärtserfolg in Oldenburg in der Saison und bleiben das einzige Team der BBL, die bei den Baskets gewinnen konnten. Eine gute Ausgangslage für den zweiten Vergleich in Berlin war gelegt.

Heimstärke bewiesen

Die Oldenburger hatten in der regulären Saison Alba die erste Heimniederlage beschert. Um den Heimvorteil wieder in den eigenen Hände zu halten, musste in Berlin ein erneuter Sieg geholt werden.

Diesen Willen bewiesen die Baskets unmittelbar zum Start der Partie, als sie konzentriert zu Werke ging und durch Ricky Paulding mit zwei erfolgreichen Dreiern aus identischer Position ein 7:2 heraus gespielt wurde. Alba im Gegensatz mit einer im Abschluss unkonzentrierten Anfangsphase. Durch die wieder starke Reboundleistung – in der kompletten Partie griffen sich die Albatrosse 43 Rebounds – kamen die Jungs von Coach Aito immer wieder zu zweiten bzw. dritten Chancen, die jedoch zunächst nicht durch die Reuse gehen wollten.

Bei Oldenburg erwischte MVP Will Cummings einen eher durchwachsenen Start. Hinzu kamen seiner Meinung nach schlechte Pfiffe des Schiedsrichtergespanns um Robert Lottermoser. Eine hitzige Partie, die hin und wieder auch bei den Zuschauern fragende Gesichter zurück lies. Aber diese engen und ruppig geführten Partien sind das Salz in einer jeden Playoffrunde.

Nach dem 17:13 aus Alba Sicht nach dem ersten Viertel, ging Oldenburg konzentrierter ans Werk und legte zu Beginn des zweiten Durchgangs einen 5:0-Lauf hin. Alba konterte seinerseits mit einem 7:0-Lauf und unterbanden den Offensivdrang der Niedersachsen. Um Will Cummings runter zu kühlen, entschloss sich Basket Coach Maden Drijencic ihn auf die Bank zu beordern. Sein Backup Frantz Massenat vertrat ihn erfragend und die EWE ging zwei Minuten vor der Halbzeit mit 29:28 in Führung. Mit starkem Willen verteidigte Alba in dieser Phase und ging mit einer 32:29-Führung in die Halbzeit.

Die weiterhin sehenswerte Partie wurde in der zweiten Hälfte vor 9200 Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof noch intensiver. Besonders ist hierbei das Duell unterm Korb zwischen Landry Nnoko und Rashid Mahalbasic zu erwähnen. Wie auch in Partie eins lieferten sich beide Spieler einen spektakulär anzusehenden Infight, der meist nur mit einem Foul gestoppt werden konnte. Beide am Ende der Partie mit jeweils vier persönlichen Fouls.

Zum Ende des dritten Viertels leistet sich Oldenburg dann eine schwache Phase, die durch Luke Sikma und Co effektiv ausgenutzt wurde. Eine acht Punkte Führung veranlasste EWE-Coach Drijencic umgehend zur Auszeit. Doch hielt Alba nach dieser weiterhin dagegen und Oldenburg auf Abstand. 60:52 endete das Viertel.

Im letzten Durchgang konnte Oldenburg nicht zulegen. Alba hingegen besserte seine schlechte Freiwurfquote aus der ersten Hälfte (1 von 7 fanden ihr Ziel) aus und vergrösserte so den Abstand zu Oldenburg. Bereits 1:11 Minuten vor Ende der Partie führt Alba mit 13 Punkten und für am Ende einen 79:68 und das 2:0 in der Serie ein.

Sweep oder Pause bis zum Finale?

Besonders stolz dürfte das Team um Alba Berlin auf die Leistung in der ersten Hälfte des Heimspiels gegen Oldenburg nicht sein. Die Würfe von aussen wollten nicht fallen. Doch konnte dieses Manko mit einem wieder starken Rebounding ausgeglichen werden. Erst in der zweiten Hälfte fielen die Dreier, die vom Publikum in der Arena am Ostbahnhof gefeiert werden.

Zuvor mussten die intensiven Duelle in der Abwehr gegen die Oldenburger gewonnen werden. Hier sah man im Laufe der Partie wieder das gewohnt starke Verhalten der Albatrosse in der Verteidigung. Eine Mannschaftsleistung, die für das dritte Spiel in Oldenburg erneut gezeigt werden muss.

Bei den Baskets machte sich in der zweiten Hälfte bemerkbar, dass die drei Topspiele Cummings, Mahalbasic und Paulding in jeder Partie 35 und mehr Minuten spielen müssen. In der entscheidenden Phase konnten sie nicht zulegen und die Bankspieler schafften an der Spree nicht den entscheiden Punch zum Sieg.

Es wird sehr spannend zu sehen sein, wie Oldenburg das dritte Halbfinale für sich entscheiden will. Für Oldenburg dürfte es ungleich schwerer werden, da diese auch die fehlende internationalen Spiele während der Saison nun sehr kurze Wochen sind.

Alba hingegen wird durch die Siege und die gute Abwehrleistung beim 79:68 gestärkt nach Niedersachsen fahren. Egal wie die Partie nun ausgehen wird, es wird wieder ein Basketballfest für alle Zuseher.

Diese Woche…bei den Füchsen Berlin KW 23

Von Heiko Eisser

In das letzten Spiel der Saison gehen die Füchse zumindest gut vorbereitet. Die lange Unterbrechung zwischen dem vorletzten und der letzten Begegnung in der Liga beruhte auf das Champions League Finalwochenende in Köln. Zumindest für einen zukünftigen Fuchs war dieses Wochenende sehr zufriedenstellend. Doch schwitzten die Mannen von Trainer Velimir Petkovic nicht nur aufgrund der hohen Temperaturen in der Trainingshalle in Hohenschönhausen, sondern schwitzten um das Saisonziel Europa noch zu verwirklichen. Und nach dem Spiel gegen Flensburg musste vieles wieder berichtigt werden.

Heimstärke trifft auf Auswärtshoffnung

Die Partie bei der SG Flensburg-Handewitt brachte bereits am Vortag eine Hiobsbotschaft: Fabian Wiede musste aufgrund starker Schulterbeschwerden ins MRT. Bei dieser Untersuchung wurde eine schwere Verletzung festgestellt und eine Operation notwendig. Somit fiel Fabian Wiede für die Partie ins Flensburg sowie für die abschließende Partie gegen Wetzlar aus. Mit Blick auf die äusserst heimstarken Flensburger ein herber Dämpfer.

Hektisch die Anfangsphase. Beide Teams starteten aggressiv im Angriff, doch die Würfe der Angriffsreihen wurden durch beide Torhüter pariert. Bezeichnend, dass das 1:0 für die SG nach knapp drei Minuten durch einen Siebenmeter durch Flensburgs Rasumus Lauge erzielt wurde.

Im weiteren Verlauf suchten die Füchse im Angriff den Schlüssel für die 5-1-Abwehr der Norddeutschen. Gefunden wurde dieser über Linkaussen Bjarne Elisson, der die ersten Torerfolge für die Füchse holte. Allerdings gelangen den Flensburger mit ihren schnell vorgetragenen Angriffen die „einfacheren“ Treffer. Nach dreizehn Minuten lagen die Füchse 3:6 hinten und Coach Petkovic nahm die erste Auszeit.

Im weiteren Verlauf zeigte Flensburg die besseren Aktionen. Die SG strahlte im Gegensatz zu den Füchsen die nötige Selbstsicherheit aus, dieses Spiel gewinnen zu wollen. Im Angriff mühten sie die Berliner zum Abschluss zu kommen, wobei sich hier der Ausfall von Fabian Wiede besonders bemerkbar machte. Gelang es den Füchsen einmal die gut gestaffelte Abwehr der SG zu überwinden, wartete im Tor noch Flensburgs Buric der einige Würfe der Füchse entschärfte. Die Flensburger gingen verdient mit 14:8 in die Pause.

Nach dem Pausentee war die Abwehr der Füchse endlich im Spiel und stand gegen die Flensburger besser. Hinzu kam ein kleines privat Duell zwischen Silvio Heinevetter und Flensburgs Lauge, der im Laufe der Partie eher selten den Schlussmann der Füchse bezwingen konnte. Heinevetter an diesem Abend der einzige Berliner der mit seinen zwölf gehaltenen Würfen auf Normalniveau agierte. Doch hielten die Hausherren zunächst den sechs Tore Vorsprung gegenüber den Füchsen.

Aber der 42.Minuten schienen die Flensburger das Spiel schon gewonnen zu haben und ließen im Angriff die zuvor gezeigte konzentrierte Spielweise vermissen. Die Füchse holten sich die Bälle und kamen mit zwei Tempogegenstöße zum Torerfolg und auf 15:20 an die SG heran. Flensburgs Coach Maik Machulla reagierte sofort und brachte mit einer Auszeit sein Team wieder auf Linie.

Die kurze Ansprache weckte die SG und ging wieder konzentrierter zur Sache. Selbst in einer Überzahl konnte die Füchse den Rückstand auf die Norddeutschen nicht verkürzen und lagen in der 51.Minuten bereits mit 16:23 hinten. Bis zum Ende der Partie spielte die SG ihre personelle Überlegenheit aus. Die Füchse konnten den Ausfall von Fabian Wiede an diesem Abend nicht kompensieren und traten mit einer deutlichen 26:18-Niederlage den langen Heimweg in den Fuchsbau an.

Dreikampf für Europa

Die Füchse haben es nun vor dem letzten Saisonspiel gegen die HSG Wetzlar selbst in der Hand, die Teilnahme am EHF-Cup zu holen.

Der Bergische HC als direkter und punktgleicher Konkurrent um Platz 6, hat ein um 13 Treffer schlechteres Torverhältnis. Zum Saisonabschluss empfangen die Rheinländer die SG Flensburg-Handewitt, die ihrerseits mit einem Sieg die Titelverteidigung sicher machen und erneut die Meisterschale an die Ostsee holen könnten. Zumal die HC nur eines der letzten zehn Duelle gegen die SG gewinnen konnten. Dieser Sieg datiert aus dem März 2015.

Die ebenfalls im Rennen um die internationale Teilnahme kämpfende MT Melsungen erwartet zum Saisonabschluss den TBV Lemgo-Lippe. Die Nordhessen stehen mit 40 Punkten auf dem fünften Tabellenplatz und sollten diesen verteidigen können. Im direkten Vergleich stehen die Lemgoer mit 14-11 Siegen besser da. Doch haben die Verantwortlichen der MT mit der Verpflichtung von Kai Häfner ab der kommenden und Silvio Heinvetter ab der übernächsten Saison deutlich gemacht, wohin die Reise gehen soll. Hier dürfte das Motto lauten: „Je früher, desto besser“.

Beim letzten Heimspiel der Füchse kommt die HSG Wetzlar an die Spree. Die Mittelhessen werden nach einer durchwachsenen Saison wohl im unteren Mittelfeld der Tabelle enden. Dem Abstieg schon früh entronnen, konnte man sich auf die kommende Saison konzentrieren und hat wenige Abgänge zu beklagen. Zum Heimschluss besiegte das Team von Trainer Kai Wandschneider den TBV Stuttgart 26:23 und konnte so vor heimischer Kulisse einen versöhnlichen Abschluss mit dem Publikum feiern.

Nach den elf Tagen Pause, zwischen dem Spiel in Flensburg und der kommenden Begegnung gegen die HSG Wetzlar, musste Füchse Coach Velimir Petkovic viel Variation in sein Training bringen. Zum letzten Heimspiel im Fuchsbau muss weiterhin der Ausfall von Fabian Wiede kompensiert werden. Das die Aufgabe für Matthias Holm durchaus schwierig ist, zeigte die Partie gegen Flensburg. Hier dürfte wieder mehr Verantwortung auf den Schultern von Matthias Zachrisson liegen, der den Spielgestalter durchaus zuverlässig geben kann.

Gegen die HSG, die die spielfreie Zeit für einen Mannschaftsausflug nach Mallorca genutzt hat, muss ein Sieg zum erklärten Saisonziel internationaler Wettbewerb eingefahren werden. Besinnt sich die das Team um Kapitän Hans Lindberg auf ihre Stärken, dürfte ein Sieg nicht in Frage stehen.

Vor dem Spiel werden allerdings einige Spieler, die die Füchse in dieser Saison eine große Hilfe waren, verabschiedet. Bjarne Ellison, der starke Mann auf Linksaussen, wird die Füchse Richtung Lemgo verlassen. Hier wird sich zeigen, welche Pfeile Manager Bob Hanning hier im Köcher hat, um diesen Abgang zu ersetzen. Ebenfalls verabschiedet werden Eric Schmidt (SC Magdeburg), Nachwuchsspieler Christoph Reißky und Torwart Malte Semisch (GWD Minden).

Ein emotionaler Nachmittag, der mit einem Sieg gegen Wetzlar und die Teilnahme am EHF-Cup, allen beteiligten einen schönen Saisonabschluss bescheren würde.

Was sonst noch wichtig ist

Vor dem Final Four der Champions League konnte Bob Hanning die erste größere Baustelle schließen und mit Dejan Milosavljev eines der Top Torwarttalente im europäischen Handball verpflichten. Dieser feierte mit Vardar Skopje am vergangenen Wochenende überraschend den Sieg in der Champions League gegen Vezsprem und dürfte gestärkt zu seiner neuen Mannschaft stoßen.

Wie sich allerdings die Torwartsituation in der kommenden Saison bei den Füchsen darstellen wird, ist durchaus offen. Mit dem von Skopje kommenden Milosavljev, dem von der MT Melsungen verpflichteten Martin Ziemer und Silvio Heinevetter haben die Füchse wohl drei hervorragende Schlussmänner im Kader.

In wiefern sich die Teilnahme der MT Melsungen am EHF-Cup auf eine frühzeitige Verpflichtung von Silvio Heinevetter auswirkt, wird wohl erst in den kommenden Wochen klar werden. Zwar versicherten Hanning und Heinevetter nach einigen Unstimmigkeiten, die die Bekanntgabe des Wechsels nach Melsungen für 2020 begleitete, ihr Verhältnis sei wieder in Takt. Doch sind die Verpflichtung von Ziemer und Milosavljev ein deutlicher Fingerzeig, dass die Füchse Heinevetter auch früher gegen ein gewisses Entgelt ziehen lassen würden. Eine interessante Zeit nach der Saison kommt auf die Fans der Füchse Berlin zu.

Diese Woche … bei ALBA Berlin, KW 22

Von Heiko Eisser

Kurz und zumindest aus Berliner Sicht schmerzlos. Mit einem 3:0 im Viertelfinale haben die Albatrosse die best-of-three-serie gegen Rathiopharm Ulm gewonnen und sind ins Halbfinale der diesjährigen Playoff-Season gegen die Bassets Oldenburg eingezogen. Diese Serie dürfte – mit Verlaub – die enger, spannendere Serie werden. Es trifft der Hauptrunden Zweite (Oldenburg) auf den Dritte und startet am Sonntag um 15 Uhr. Da beide Mannschaften die offensivstärksten der aktuellen BBL-Saison waren, dürften die Körbe nur so fallen. Ausserdem winkt bei einem Sieg eine besondere Belohnung.

Viertelfinale im Sweep

Aus Sicht der Berliner konnte das Viertelfinal-Serie nur mit einer schlechten Nachricht beginnen – warum die Postseason nicht so gestalten wie den bisherigen Saisonverlauf? Vor dem ersten Spiel gegen die Ulmer meldete sich Payton Siva mit einer Knöchelverletzung ab.

Im ersten Vergleich konnte dieser Ausfall dennoch spielend durch die anderen Akteure Albas kompensiert werden. Die Berliner starteten konzentriert in Offensive und Defensive und liessen den Ulmer kaum Räume sich und ihr Spiel zu entfalten. Besonders unter dem Korb wurde der Platz eng und die Gäste mussten ihr Glück von außen suchen. Doch im Gegensatz zu den vorherigen Monaten, gelang hier selten der benötigte Treffer. Bereits nach dem ersten Viertel lag Alba mit 29:16 in Führung.

Im weiteren Verlauf der Partie hielten die Berliner an ihrem Spiel fest und konnten ihre besondere Qualitäten ausspielen. Als Zuschauer hatte man schnell das Gefühl das „alte“ Alba der Saison zu sehen. Besonders Derrick Walton Jr fand im ersten Spiel gegen Ulm zur bisher nicht gezeigten Passstärke und heimste zwölf Assists ein. Dies kam besonders Albas Centern zu Gute und Johannes Thiemann zeigte mit 15 Punkten gegen seine ehemaligen Mannschaftskameraden eine für ihn im Albadress eher selten gesehene Leistung.

Alba baute im Spielverlauf stetig den Abstand zu den Ulmern auf, die mit ihrer Leistung in Spiel 1 alles andere als zufrieden sein konnten. Weder die Dreier fielen noch konnte die Defensive der Gäste ihre in den letzten Wochen gezeigte Standfestigkeit unter Beweis stellen. Ein deutlicher 107:78 Sieg von Alba markierte einen guten Start in das Viertelfinale.

Im Heimspiel wollten die Ulmer den Ausgleich holen und die Serie wieder offen gestalten. Doch mit dem Ausfall von Patrick Miller und einem grippegeschwächten Dwayne Evans waren die Vorzeichen alles andere als rosig.

Damit es nicht die letzte Partie für Coach Thorsten Leibenath in der Halle an der Memminger Straße werden sollte, warfen sich die Spatzen ins Geschehen. Die Unterstützung von den Rängen half ihnen, einen 6:0-Lauf der Albatrosse im ersten Viertel ebenfalls mit einem entsprechenden Lauf zu kontern. Das Viertel endete 19:23 aus Sicht der Gastgeber.

Das die Hausherren aus den beiden letzten Partien gegen Alba gelernt hatten, sah man an der Unterbrechung des Fast-break-Spiels. Im zweiten sowie im dritten Viertelfinale kam die Mannschaft um Teamkapitän Nils Giffey zu weniger schnellen Abschlüssen und die Punkte mussten auf andere Weise geholt werden. Glücklicherweise finden sich in den Reihen diese Spieler, die in Form von Luke Sikma diese Punkte holen.

Die Partie war weiterhin eine enge Angelegenheit. Nach einer Führung zur Halbzeit durch Alba (47:43) wollten beide Teams in der zweiten Hälfte nun den Punkteschnitt nach oben schrauben. Doch kam ins Ulmergetriebe Sand und die durch eine Verletzung von Per Günther zusätzlich geschwächt wurden. Ohne Per Günther musste Ulm schließlich auch das Spiel 3 in Berlin bestreiten.

Die Ausfälle konnte Ulm nun nicht mehr abfangen. Alba hingegen nutze die Chancen die sich ihnen boten und fuhren einen 98:83-Sieg ein, der die Ulmer Leistung leider nicht widerspiegelt. Doch wie Ismet Akpinar bereits nach Spiel 1 sagte: „Es ist egal, ob du mit einem oder mit 30 verlierst.“ Doch waren die Schwächungen im Team durch die restlichen Ulmer nicht zu kompensieren.

Die Vorzeichen standen bei Alba nun wieder voll auf Sieg in Spiel drei der Serie. Der zurück gekehrte Peyton Siva sowie 10.600 Zuschauer in der Halle am Ostbahnhof wollten diese Partie gewinnen und den Einzug in das Playoff Halbfinale sicher stellen. Ulm musste hingegen reiste mit nur zehn Spielern an und hoffte eher auf einen schlechten Tag der Albatrosse.

Ein 8:0-Lauf der Hausherren machte die Marschrichtung für dieses Spiel zunächst sehr deutlich. Konzentriert und gewillt eine fast spielfreie Woche zu haben, legte Alba los. Die Ulmer mussten erst durch eine Auszeit durch Coach Leibenath geweckt werden. Das das Team seinem Coach noch eine weitere Begegnung in Ulm holen wollten, zeigten sie nach der Standpauke. Mit 17:20 und einer Ulmer Führung wurde das erste Viertel beendet.

Im zweiten Spielabschnitt entwickelte sich eine hitzige Partie. Die Schiedsrichter trafen hier manche Entscheidung, die auf beiden Seiten Verwunderung und auf den Rängen Ärger hinterließ.

Doch Alba ging nach dieser Phase konzentrierter ans Werk und waren auf Kurs zum Sieg. Bei Ulm machte sich jedoch der Kräfteverschleiß und die wenigen Möglichkeiten zur Rotation bemerkbar. Hinzu kam bei den Gästen, dass Dwayne Evans nie in diese Partie fand und seine Teamkameraden nicht wie gewohnt unterstützen konnte. Ein deutliches 75:58 zu Gunsten Albas nach Viertel drei zeigte hierbei die Richtung.

Ein kleines Aufbäumen der Ulmer Mitte des letzten Abschnittes sollte hierbei dennoch keine Zweifel bei den Albatrossen säen. Das letzte Spiel dieser Serie ging mit 100:83 an die Berliner. Der Einzug ins Halbfinale war perfekt.

Der Weg in die Euroleauge

Dem Halbfinal Duell zwischen Alba Berlin den den EWE Baskets Oldenburg wird in diesem Jahr eine besondere Bedeutung bei gemessen. Sollte der FC Bayern die zweite Halbfinalserie gegen Vechta gewinnen, dürfte dem Sieger aus der Serie Oldenburg – Berlin die Teilnahme am höchsten europäischen Wettbewerb winken.

Durch die Wildcard des FC Bayern für die kommenden zwei Spielzeiten, könnten sich nämlich die Verantwortlichen der Euroleauge zu einem zweiten deutschen Teilnehmer durch ringen. Das hierbei Berlin durch die gegebenen Begleitumstände (Metropole, große Arena mit mehr als 10.000 Sitzplätzen) willkommener zu sein scheinen, dürfte nur eine Nebenrolle spielen. Doch zuerst muss der Einzug ins Finale gelingen, wobei beide Mannschaften diesen Schritt gehen wollen.

Die Oldenburger starten hierbei mit dem Vorteil des Heimrechts als Tabellenzweiter der abgelaufenen Saison. Hatte sich dieser im vergangenen Jahr deutlich für die Niedersachsen ausgezahlt – beide Heimspiele wurden gegen Alba in den Playoffs 17/18 gewonnen – sind ausgerechnet die Heimspiele beider Mannschaften in dieser Saison jeweils durch den Gast gewonnen worden. Berlin siegte in Oldenburg mit 84:93, die Baskets gewann das Rückspiel 94:78 und brachte den Albatrossen die erste Heimniederlage der Saison bei. Nicht verschwiegen werden sollte, dass bei dieser Niederlage die Berliner direkt vom Eurocup-Spiel aus Malaga kamen.

Vor der Halbfinal-Serie hatten beide Teams nun eine Woche Trainingszeit, welche besonders bei Alba Coach Aito sehr gut ankam. Der Coach bemängelte die enge Taktung des Spielplans mit BBL, Eurocup und Pokal schon die ganze Saison. Daher begrüsste er es sehr, seit der Vorbereitung wieder mal eine komplette Trainingswoche mit seinem Team zu haben.

Durch diese freie Zeit konnte sich das Lager der verletzten Spieler der Albatrosse ebenfalls merklich lichten. Nach dem Peyton Siva bereits zu Spiel drei gegen Ulm seine Knöchelverletzung überwunden hatte, dürften Aito nun auch Dennis Clifford und Landry Nnoko wieder zur Verfügung stehen. Die Bestbesetzung wird durchaus benötigt, da mit Will Cummings auf Oldenburger Seite der MVP der BBL-Saison wartet, der mit Rasid Mahalbasic einen kongenialen Partner hat.

Nach Platz sieben in der Vorsaison und dem Verzicht auf den europäischen Wettbewerb, konnte sich das Team von Coach Mladen Drijencic wöchentlich optimal auf die Gegner vorbereiten. Der Lohn der gewohnt akribischen Arbeitsweise, war Tabellenplatz zwei am Ende der Saison mit dem entsprechenden Heimrecht in den Playoffs. Dieses Heimrecht wird mit einer überragenden Saison von Will Cummings (21.1 Punkte pro Spiel) und einem x-ten Frühling von Oldenburgs Urgestein Rickey Paulding (13.3 Pkt) gekrönt.

Doch nicht nur diese zwei Spieler konnten diese Saison für sich nutzen. Mit Philipp Schwethelm, Karsten Tada und Rasid Mahalbasic stehen ebenfalls starke Routiniers auf dem Parket, die zum Erfolg der Oldenburger enorm viel beitrugen.

Die harten Fakten

Die Anhänger beider Mannschaft sowie die neutralen Zuschauer dürfte in dieser Serie ein Punktefestival erwarten. Es trifft das offensivste Team Oldenburg (93.4 Punkte pro Spiel) auf das zweit offensivste Team (92.7 Punkte) der BBL. Hingegen kann Berlin die meisten Assits (23.4) und die meisten Rebounds (36 / Spiel) für sich verbuchen. Von der Freiwurflinie sind die Niedersachsen allerdings sicherer mit 78.1% zu 75.3% der genutzten Freiwürfe.

Auf Berliner Seite arbeitet Coach Aito mit einer sehr selbstbestimmten Mannschaft, die Situation erkennen und auf diese im Spiel reagieren soll. Eine Einflussnahme von außen sieht man eher selten. Wenn Aito in einem Viertel auf eine Auszeit zurück greifen muss, dann läuft schon einiges schief.

In der Defensive praktizieren die Albatrosse ein Switch-System, welches viele Gegner mittlerweile einfach als NEXT-System deklarieren. Die Spieler übergeben den Gegner ihrem Nebenmann und wissen daraufhin ungemein schnell, wer nun auf sie als „Nächster“ wartet. Bei Ballgewinn wird schnell umgeschaltet und auf das Fastbreak gesetzt. Dies hatte Ulm in der Viertelfinale-Serie besonders im Spiel zwei gut um Griff. Hier wird auch Oldenburg ansetzen müssen.

Basket Coach Drijencic ist auf der Seitenlinie ein gewohnt aktiver Trainer. Er setzt auf den Impuls von außen und dirigiert seine Mannen. Die erste Fünf von Oldenburg wird in der Serie viel Spielzeit bekommen und muss der tiefen Bank Albas die entsprechenden Punkte entgegensetzen. Das Tempo Albas sollten die Oldenburger nicht mitgehen, da der Kader dies nicht so kompensieren kann wie die Hauptstädter.

Besondere Aufmerksamkeit sollten man auf den Heimvorteil legen. Das dieser enorm wichtig sein kann – besonders in einer Playoff-Serie – zeigte sich im vergangenen Jahr, als Oldenburg als Tabellensiebter im Halbfinale beide Partien gegen den damaligen Tabellenzweiten Alba gewinnen konnte.

Los gehts am Sonntag um 15 Uhr aus Oldenburg, live bei Magneta Sport und Sport1. Spiel zwei der Serie aus der Arena am Ostbahnhof wird am Mittwoch, 05.Juni um 20:30 Uhr eröffnet.

Diese Woche … bei den Füchsen Berlin, KW 22

Von Heiko Eisser

Der Start in die letzten Spieltage der Saison ist den Füchsen geglückt. Gegen die Rhein Neckar Löwen bestanden und im Rennen um die internationalen Plätze wichtige Punkt eingefahren. Nun heisst es in den letzten beiden Saisonspielen die Konzentration hochhalten und so agieren wie in der ersten Halbzeit gegen die Löwen. Dann dürfte der EHF-Cup in der kommenden Saison wieder in der Max-Schmeling-Halle Station machen.

Den Löwen gezähmt

Gegen die Rhein Neckar Löwen hatten die Mannen von Trainer Velimir Petkovic im DHB-Pokal nach einer stark umkämpften Partie nach der Verlängerung gewonnen. Zu dieser Zeit waren beide Teams noch auf der Höhe ihrer Schaffenskraft und beide voll auf Kurs.
Jetzt zum Ende der Saison liessen beide Mannschaften Federn. Die Löwen mussten bereits im Februar den Kampf um die Meisterschaft als beendet ansehen. In der Champions League war ebenfalls früher Schluss als es sich das Team von Weltmeister-Coach Nikolaj Jacobsen ausgerechnet hatte.

Gegen die Füchse starteten die Löwen nun mit einigen Verletzungssorgen in die Partie; für die Position am Kreis war nur Nationalspieler Janine Kohlbacher angereist. Die Hausherren hingegen traten fast in Bestbesetzung an. Diese nutzten die Hausherren für sich und führten schnell mit 2:0. Die Löwen gingen danach konzentrierter ans Werk und hatten bis zur zehnten Minuten ein 5:5-Ausgleich geholt. Die Partie schien wieder offen.

Doch dann brachen die Löwen unerwartet ein. Unnötige Ballverluste und klare Chancen zum Abschluss wurden nicht verwertet. Die Füchse nutzten hingegen ihrerseits die Möglichkeit die Bälle im Tor von Appelgren zu versenken. Als Zuschauer rieb man sich verwundert die Augen, als die Berliner in der 26.Minuten mit acht Toren führte

In dieser Phase wussten die Füchse den Angriff- / Abwehrwechsel in der Formation der Mannheimer zu nutzen. Dadurch das zwei Spieler wechselten, konnten sich die Füchse schnell in der Abwehr aufbauen. Die Löwen mussten sich ihre Tore hart erarbeiten. An Tempogegenstöße war für Andy Schmid & Co nicht zu denken. Durch das konzentrierte Spiel der Hauptstädter gingen die Füchse mit einer 20:14 in die Pause. Trainer Jacobsen war schon in der Auszeit kurz vor der Unterbrechung alles andere als amüsiert über die Leistungen seines Teams.

Hatte Torhüter Silvio Heinevetter für die Füchse in der ersten Hälfte schon grossartige Paraden gezeigt, musste er in Halbzeit zwei noch mal eine Schippe drauf packen. Die komfortable Führung schien die Berliner Mitte der zweiten Hälfte allerdings eher zu lähmen anstatt diese zu beflügeln.

Die 28:21-Führung der Füchse in der 45.Minute nahm Andy Schmid als Startschuss um seinerseits das Team der Löwen wieder in die Partie zu bringen. Unterstützt von Mikael Appelgren im Tor gingen sie im Angriff nun auf den zusätzlichen Feldspieler und verkürzten Tor um Tor den Rückstand.

Beim 34:33 hatte Hans Lindberg die Möglichkeit, die Partie per Siebenmeter vor zu entscheiden. Doch im Gegensatz zur restlichen Partie wurde der Wurf durch Löwen Torhüter Appelgren gehalten. Der Ausgleich im Gegenstoß blieb den Löwen jedoch in Form von Heinevetter verwehrt. Somit bleiben die Füchse weiterhin eine Auswärtshürde, die die Löwen ungern nehmen dürften. In den letzten zehn Jahren gab es für die Mannheimer nur einen Sieg in der Hauptstadt.

Für die Füchse waren diese eher unerwarteten Punkte im Kampf um die internationalen Plätze wohl mehr wert als nur die entsprechenden zwei Zähler. Mit dem Sieg verteidigten die Füchse Rang fünf in der Tabelle und stehen zwei Spieltage vor Ende der Saison auf einem der internationalen Plätze. Melsungen punktgleich auf Platz sechs und Aufsteiger Bergischer HC zwei Punkte dahinter auf Rang sieben.


Endspurt nach Europa

Am Mittwoch gehts für die Hauptstädter nun zum (wahrscheinlichen) zukünftigen Meister Flensburg-Handewitt. Dort einen Sieg oder Punkte zu holen war für die Hauptstädter in den vergangenen Jahren eher schwierig. Lediglich im DHB-Pokal 2014 wurde ein Sieg eingefahren. In 27 Spielen gegen die SG konnten die Füchse bisher nur fünf Spiele für sich entscheiden.

Am Spiel gegen die Rhein Neckar Löwen konnte man jedoch sehen, dass gegen ambitionierte Teams der Liga Siege möglich sind. Die Leistung, besonders während der ersten 30 Minuten, zeigte, dass die Füchse in der Qualität eines Champions League Teilnehmers agieren kann. Besonders Fabian Wiede zeigte mit seiner Übersicht und großartigen Anspielen seine Klasse. Wiederholt konnte er seine Teamkollegen in aussichtsreiche Positionen bringen, die diese zum erfolgreichen Abschluss nutzten. Besonders Paul Drux demonstrierte in der Partie seine Stärken und erzielte acht Tore.

Die Flensburger sind in dieser Saison zu Hause in der HBL nur gegen den SC Magdeburg bezwungen worden. Doch die Magdeburger geniessen hier einen Sonderstatus, da sie das einzige Teams sind, welches den Flensburgern keinen Punkt überliesen und beide Partien für sich entscheiden konnten.
Gegen die Füchse dürfte allerdings die Flens-Arena im letzten Heimspiel ausverkauft sein und somit der achte Spieler von aussen sehr einflussreich sein. Die Hand an der Schale sollte Ansporn genug sein, diesen Sieg zu holen.

Am letzten Spieltag reisen die Flensburger zum Bergischen HC, der seinerseits noch um den Einzug in den EHF-Cup spielen wird. Gegen die Rheinländer gestaltete sich das Hinspiel in Flensburg sehr eng und das Team um Kapitän Tobias Karlsson konnten sich mit zwei Toren und einem 25:23 durchsetzen. Der HC hingegen ist in seiner Aufstiegssaison zu Hause eine schwer zu bezwingende Mannschaft. Getragen von den Zuschauern war auch für die Füchse im Auswärtsspiel nichts zu holen.

Die Berliner erwarten am 09.06.2019 zum letzten Heimspiel die HSG Wetzlar. Eine lösbare Aufgabe für die Füchse, doch vorher steht noch ein spielfreies Wochenende an um die Kräfte für diese Aufgabe zu sammeln. Im Endspurt nach Europa werden diese neu mobilisierten Kräfte sehr nötig sein.

Diese Woche … bei den Füchsen Berlin, KW 21

Von Heiko Eisser

Eine Überraschung gelang den Füchsen im EHF-Cup nicht. Doch hatte man sich nach dem Final Four Turnier in Kiel achtbar aus der Affäre gezogen und im Finale dem THW die Stirn geboten. Jetzt gilt es die Chance aufs internationale Geschäft über die Liga zu wahren.

Das EHF-Final Four

Am Freitag Abend traten die Füchse im Halbfinale gegen die Handballabteilung des FC Porto an. Nach dem ersten Halbfinale – welches Kiel gegen den dänischen Vertreter Tvis Halstebro souverän für sich entscheiden konnte – waren sich die Zuschauer einig, dass die Füchse den schwereren Brocken im Halbfinale erwischt hatte.

Die Portugiesen wählten wie erwartet im Angriff immer die Option des zusätzlichen Feldspielers. Diese Mehrbelastung konnten die Mannen von Trainer Velimir Petkovic im Laufe der ersten Halbzeit bewältigen und gingen mit einer 12:8-Führung in die Pause.

Portos Trainer Magnus Andersson wählte in der Kabine wohl die richtigen Worte, da sein Team zu Beginn der zweiten Hälfte konzentrierter wirkte und den Rückstand auf die Füchse auf 10:12 verkürzte. Auf beiden Seiten wurde im Angriff besser getroffen, doch sollten die Portugiesen den vergebenen drei Siebenmetern in der ersten Hälfte noch nach trauern. Bis zum Ende der Spielzeit hielten die Füchse sie auf Abstand und zogen mit einem verdienten 24:20 ins Finale gegen den THW ein.

 

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Nach dem verlorenen Finale im DHB-Pokal stand den Füchse nun de zweiten Finalvergleich gegen das Teams von Alfred Gislason in dieser Saison bevor. Der scheidenden Trainer des THW hatte nach dem Halbfinale gegen Halstebro mit einer schwereren Partie gerechnet und sollte nicht enttäuscht werden.

Zu Beginn der Partie waren die Abwehrreihen beider Mannschaften gefragt. Immer wieder konnte sich hierbei Kiels Patrick Wiencek besonderes Lob von den Kieler Zuschauern abholen. Jedoch nahmen sich die Füchse kurz vor Ende der ersten Halbzeit eine mentale Auszeit und verhalfen den Kielern innerhalb von wenigen Minuten zu einer soliden Führungen. Die Füchse blieben fünf Minuten ohne Treffer. Kiel ging daher verdient mit einer 16:10-Führung in die Pause.

Im zweiten Durchgang entwickelte sich für die mit 10.000 Zuschauern ausverkauften Sparkassen-Arena eine zähanzusehende Partie. Beide Mannschaften fielen hierbei mehr durch die konzentrierte Abwehrarbeit als durch Kreativität im Angriff auf. Die Füchse konnten hierbei eher auf Ihre Akteure auf dem Parkett zählen und kam auf 12:16 an die Kieler ran.

Ebenfalls half die Umstellung Petkovic´s, der für Duvnijak und Zarabec extra Bewacher in der Abwehr abstellte. Doch Gislason hatte hierbei die bessere Antwort parat. Der nun in der Kieler-Abwehr vorgezogene Duvnijak griff sich wichtige Bälle ab und konnte diese in Zählbares verwandeln.

Verdient hatten sich die Kieler den Sieg spätestens mit den Paraden von Torhüter Andi Wolf in der Endphase der Begegnung. Während Kiels Reinkind, Wiencek und Pekeler fast zeitgleich eine 2-Minuten-Strafe absitzen mussten, hielt Wolf gegen Lindberg und Mandalinic. Hätten die Füchse diese Phase ihre Chancen genutzt, wäre es wohl nochmal spannend geworden. Doch der THW gewann letztendlich verdient mit 26:22 und konnte so das zweiten Finale und die vierte Partie in dieser Saison gegen die Füchse für sich entscheiden.

Über die Liga in den europäischen Wettbewerb

Nun gilt die volle Konzentration der Füchse Berlin auf die Endphase in der Saison. Dank des Titelgewinns des THW Kiel erhält die HBL einen zusätzlichen Startplatz im EHF-Cup. Somit berechtigt schon der sechste Tabellenplatz zur Teilnahme im europäischen Wettbewerb.

Durch die Niederlage der MT Melsungen am letzten Spieltag rangieren die Füchse momentan auf Tabellenrang fünf. Doch haben es sich die letzten drei Partien der Hauptstädter ins sich. Bereits am kommenden Sonntag gastieren die Rhein-Neckar Löwen in der Max-Schmeling-Halle.

Die Löwen haben eine durchwachsene Saison hinter sich. Nach dem Ausscheiden im DHB-Pokal gegen die Füchse, mussten sie sich aus in der Champions League früher verabschieden als gedacht. Auch Titelkampf sind sie in dieser Saison nicht mehr involviert und könnten daher die Saison fast locker ausklingen lassen.

Doch haben Sie weiterhin den internationalen Wettbewerb im Auge und dürfte gegen die Füchse nicht zurück stecken. Trainer Nikolaj Jacobsen hofft dabei auf Niederlagen der noch vor den Löwen platzierten Flensburg und Kiel um eventuell doch noch in die Champions League einziehen zu können.

Endspurt

Nach der Begegnung gegen die Löwen gehts für die Füchse Berlin zur SG Flensburg-Handewitt, die im Meisterschaftsrennen jeden Sieg holen müssen. Im abschließenden Saisonspiel kommt gibt dann die HSG Wetzlar ihre Visitenkarte in die Max-Schmeling-Halle ab.

Am Rennen um die Tabellenplätze fünf und sechs sind momentan neben den Füchsen noch die MT Melsungen und der Bergische HC beteiligt. Wie die Füchsen hat der Aufsteiger ebenfalls schwere Aufgaben im Endspurt der Saison vor der Brust.

Für das Team von Trainer Sebastian Hinze stehen noch die Partien auswärts in Ludwigshafen und in Minden an. Am letzten Spieltag kommt dann die SG Flensburg Handewitt ins Bergische Land.

Die MT Melsungen hat mit ihrer Personalplanung deutlich gemacht, wohin die Reise in den nächsten Jahren gehen soll. So dürften die Nordhessen es begrüssen, wenn bereits in der nächsten Saison Spiele im europäischen Wettbewerb auf dem Programm stünden. Mit den restlichen Partien gegen Hannover, Lemgo und in Erlangen liegt ein einfacheres Programm vor Nationalspieler Reichmann und Co um den EHF-Cup zu erreichen.

Schwere Wochen stehen vor den Füchsen Berlin. Doch zeigt die Formkurve um die Mannschaft von Kapitän Hans Lindberg in den letzten Wochen nach oben. Die erneute Teilnahme am EHF-Cup wäre da die Belohnung für diese Leistungssteigerung.

Dies Woche … bei ALBA Berlin, KW 20

Von Heiko Eisser

Als Fan vermittelt die Mannschaft in den letzten Wochen, dass es bei Alba Berlin meistens reicht, wenn sie eine Schalter umlegen um ein Spiel dann in einem kleinen Schlusssprint noch an Land zu ziehen. Diesen Schalter betätigte das Team um Kapitän Nils Giffey in der vergangenen Woche zweimal. Und doch geht man als Fan mit gemischten Gefühlen in die Postseason – nicht das der Schalter in einem wichtigen Moment klemmt.

Endspurt der regulären Saison

Mit dem Nachholspiel gegen die Telekom Baskets Bonn startete Alba in die letzte Woche der regulären Saison 2018/19. Die Bonner – in aussichtsreicher Position zu einem der Playoffplätze – starteten abgeklärt in die Partie. Center Charles Jackson und Shooting Guard Olivier Hanlan sorgten im ersten Viertel für die sicheren Punkte auf Bonner Seite. Alba leistete sich viele Ballverluste, die zunächst den Spielfluss der Hauptstädter ins stocke brachte. Doch besann sich Alba zum Ende des Viertels auf ihre Fähigkeiten und einer besseren Defensive. Der Ausgleich zum 24:24 fiel kurz vor Viertelende.

Die hohe Bereitschaft zum Abschluss brachte den Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof ein Punktefestival, was bei der Betrachtung des eigentlich Spielgeschehens eher verwunderlich war. Die Konzentration lies bei beiden Mannschaften nach, so dass es trotz der Punktausbeute beider Teams, kein ansehnliches Spiel war.

Im dritten Viertel nahmen sich die Baskets eine gedankliche Auszeit und liessen Alba mit einem 7:0-Lauf ein kleines Polster aufbauen. Nicht hilfreich dürfte ebenfalls der kleine Disput zwischen Bonns Coach Chris OShea und dem Schiedsrichtergespann gewesen sein. Über die gesamt Länge der zweiten Hälfte kritisierte Bonns Coach die Entscheidungen der Referees und unterbrach damit auch den Spielfluss seines Teams.
Im letzten Viertel konnten sich die Spieler noch ihre Statistiken aufbessern. So waren nach dem 110-98 Sieg von Alba zehn Spieler der Albatrosse und fünf Bonner mit mehr als zehn Punkten in der Statistik vertreten.

Bereits zwei Tage später gaben die im Abstiegskampf befindlichen Eisbären aus Bremerhaven ihre Visitenkarte in Berlin ab. Waren die Eisbären zu Beginn der Partie noch sehr nervös und lagen nach 3:21 Minuten bereits mit 15:6 hinten, agierten die Mannen von Trainer Michael Mai nach der folgenden Auszeit konzentrierter. Besonders jenseits der Dreier-Linie warfen Sie in dieser Phase traumwandlerisch sicher und beendeten das Viertel mit 71% in dieser Kategorie.
Alba verlor nach der Auszeit Bremerhavens ihren Spielfluss und ging unkonzentrierter an die letzte Aufgabe der regulären Saison in heimischer Halle. Ebenfalls nehmen die Albatrosse mehr und mehr schwierige Würfe, die nicht ihr Ziel fanden. Bremerhaven schien in dieser Phase den Sieg mehr zu wollen. Zur Halbzeit stand es 59:57 für die Gäste aus Niedersachsen.

In der zweiten Hälfte sahen die 8444 Zuschauer eine weiterhin enge und willensgeprägte Partie beider Teams. Albas Center Landry Nnoko hält immer wieder Rebounds fest und Alba im Spiel. Auch merkte man der Partie an, dass die ordnende Hand Luke Sikmas fehlte der nach 60 (!) Spiele für Alba in dieser Saison für die kommenden Aufgaben geschont wurde.
Im letzten Viertel ging Bremerhaven weiterhin sehr konzentriert an diese schwere Auswärtsaufgabe. Für Alba wurde ein Sieg ungleich schwerer, da im Laufe des Viertels Rokas Gidraitis und Landry Nnoko mit jeweils fünf Fouls nicht mehr wirken dürften.

Coach Aito ist ein Trainer, der nur selten eine Auszeit nimmt. Als die Eisbären allerdings in dieser Phase mit 87:80 führten, holte er sein Team zu sich und gab die entscheidenen Impulse für die Schlussphase. Alba agierte danach konzentrierter in der Abwehr und kann 1:40 Minuten vor Ende zum 92:92 durch Nils Giffey ausgleichen. Bremerhaven hielt weiterhin dagegen. Nicht wie ein Abstiegskandidat, eher wie ein gleichberechtigter Gegner.

18 Sekunden vor Ende regulären Spielzeit machte Albas erfolgreichster Werfer an diesem Tag, Martin Hermansson, drei seiner insgesamt 23 Punkte und schickte beide Teams in die Overtime. In den zusätzlichen fünf Minuten ist Albas Point Guard Derrick Walton Jr der bestimmende Akteur im Angriffsspiel der Albatrosse. Mit guter Übersicht und hervorragenden Entscheidungen fährt er mit seinen Teamkameraden einen schwer erarbeiten 107:104-Sieg von Alba ein.

Während die Anhänger Albas wohl dank dieser Partie und dem Herzschlagfinale nun die richtige Ausgangsposition für die anstehenden Playoffs haben, hat Bremerhaven hier einen Sieg aus der Hand gegeben der im Nachhinein noch mehr schmerzen dürfte.

Zum Abschluss der Hauptrunde ging es für Alba dann nach Ludwigsburg. Nach der Niederlage Ludwigsburgs bei der BG Göttingen am voran gegangenen Spieltag, waren die Playoffs für die Schwaben nicht mehr zu erreichen. Doch wollten sie im letzten Spiel der Saison ihren Fans noch einen Sieg schenken und führten schnell mit 10:4 gegen Alba.

Der zurückgekehrte Luke Sikma schien die Auszeit gegen Bremerhaven gut getan zu haben. In diesem Abschnitt der Begegnung nahm dieser wieder die Angriffe Albas in seine Hand und schnell übernahm Alba die Führung. Besonders das schnelle Umschaltspiel von Abwehr auf Angriff bescherten den Hauptstädtern schnelle Punkte und dürften MHP-Coach John Patrick nicht gefallen haben. Alba führte zum Ende des Viertels 23:31.

Ludwigsburg stellte nun die Verteidigung um und attackierte früh Alba im Angriff. Diese Umstellung hinderte nun Alba das gewohnte schnelle offensive Spiel weiter fortzuführen. Die Riesen sammelten in dieser Phase entscheidende Punkte und verkürzte den Rückstand zur Pause auf 38:41.

Beim Spiel um die goldenen Ananas, wie Albas CEO Marco Baldi im Halbzeitinterview diese Partie bezeichnete, ging Ludwigsburg weiterhin den eingeschlagenen Weg: Konzentriert im Abwehrverhalten und im Angriff aufmerksam nach passenden Gelegenheiten.

Alba versuchte in der zweiten Hälfte erneut ihr Glück aus der Distanz, doch fielen die Würfe nicht. Ludwigsburg kann in dieser Phase die Führung sehr zur Freude Ihrer Anhänger erstmals in dieser Partie übernehmen und baut die Führung auf insgesamt zwölf Punkte aus.

Doch dann findet Alba den notwendigen Schalter, legt diesen in Offen- und Defensive um und kann 4.9 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit den Ausgleich holen.
Eine besondere Endphase dürfte diese Partie für Landry Nnoko darstellen. Der Center Albas erhält nach dem Ausgleich zwei Freiwürfe, doch verfehlt beide. Beim darauf folgenden Angriff Ludwigsburg foult der Shouting Guard der MHP-Riesen Karim Jallow den Center Albas und schickt ihn mit Ablauf der regulären Spielzeit erneut an die Freiwurflinie. Den ersten Wurf setzt Nnoko daneben um mit seinem letzten Wurf den Sieg Albas einzutüten, eine zweite Overtime-Partie zu vermeiden und Ludwigsburg in die spielfreie Zeit zu schicken.

#PlayoffsBaby

Nun ist endlich diese Zeit im Jahr, die jeder Basketball-Fan entgegen sehnt. Alba hat zwar in dieser Saison aufgrund des Eurocups entsprechende Do-or-die-Spiele erlebt, doch im Ligaalltag ist dies die Essenz einer jeden Saison. Wer nicht weiss warum Playoffs so großartig sind, sollte sich den entscheidenen Wurf in Spiel 7 der Bucks gegen die Nuggets in der ersten NBA-Playoffrunde in diesem Jahr ansehen.

Nun kommt es zum Duell mit ratiohpharm Ulm das Team in der Arena am Ostbahnhof, welches in der Rückrunde wohl die interessantes Wende aller BBL-Clubs hingelegt hat. Das Team von Coach Thorsten Leibenath startete sehr ungünstige mit vier Niederlagen in die Saison. Das gewohnt gute Auftreten in der Defensive wurde jedoch immer wieder durch schlechte Defensivarbeit zunichte gemacht und man verlor wichtige Partien gegen schlechter platzierte Teams. Mitte Februar steht Ulm mit einer Bilanz von 10 Siegen und neun Niederlagen im Niemandsland der Tabelle und droht die Saison ohne Playoff Teilnahme zu beenden.

Für das Team um Ulm-Urgestein Per Günther, der während der laufenden Saison sein 400. Spiel für die Orangenen macht, ein nicht tragbarer Zustand. Nach Niederlagen gegen Gießen und Jena wird bei einer Teamsitzung gemeinsam das Ziel formuliert, die Playoffs zu erreichen. Mit Vladimir Bogojevic kommt für die Centerposition ein Mann, der schon in Berlin seine phasenweise gute Arbeit unterm Korb beweisen und sogar seine Leistungen in Ulm noch ausbauen kann. Die Verteidigung wird Spiel um Spiel verbessert und in der Offensive können RaShad James und Max Ugrai die Dreier-Quote hoch halten. Der aus Berlin gekommene Ismet Akpinar und Patrick Miller verstehen das Spiel aus dem Halbfeld zu koordinieren. Der Einzug in die Playoffs wird am 32.Spieltag gegen Bayreuth fest gemacht.

„Bei jeder Mannschaft kommt eine schwächere Phase in der Saison“, gab Alba-Manager Marco beim Radio Eins-Interview zu bedenken. „Für Ulm kam diese in der Anfangsphase der Saison“. Das Ulm während der Saison viele Verletzte zu beklagen hatte, half dem jungen Team ebenfalls wenig. Zumal sich zum Playoff Start nun RaShad James und Max Ugrai verletzt haben und für beide die Saison beendet ist. Doch wird Thorsten Leibenath mit seinen Jungs dafür sorgen wollen, dass es zur ersten Überraschung der Post-Season kommen soll.

Das Alba Berlin diese Überraschung verhindern möchte, versteht sich von selbst. Nach insgesamt 62 Pflichtspielen in dieser Saison, warten nun die entscheidenden Begegnungen im Ligaalltag.
Besonders freuen dürfte die Verantwortlichen, dass bis auf den Langzeitverletzten Stefan Peno der komplette Kader zu Verfügung steht. Eine Seltenheit in dieser langen und intensiven Saison.

Aufgrund der ansteigenden Leistungskurve der Ulmer Spatzen sollten die Albatrosse gewarnt sein, von Beginn an ihre alten Tugenden in der Defensive wieder zu beherzigen.

Unterm Korb dürfte Landry Nnoko aufgrund der letzten Begegnungen wieder gestärkt in die Partie am Samstag um 18 Uhr gehen. Für Coach Aito besteht allerdings die Qual der Wahl, wen er als Piont Guard in die Starting Five steckt. Payton Siva, Derrick Williams Jr. und Martin Hermannsson agierten in der letzten Wochen so stark, dass hier jeder zurecht von Berginn an auf dem Parkett stehen würde.

Das mit Luke Sikma wieder zu rechnen ist, kann nach der Partie in Ludwigsburg ebenfalls niemand bestreiten. Bei Rokas Gidraitis ist hingegen zu hoffen, dass ihm die längere Pause zwischen dem Spiel in Ludwigsburg und dem Auftakt der Playoffs gegen Ulm gut getan hat. Seine Formkurve zeigte etwas nach unten und seine sonst so sicheren Dreier fanden nur selten den Weg in die Reuse des Gegners.

Trotz der vielen Spiele geht Alba vollfokussiert in den Playoff-Auftakt gegen Ulm. Die Halle am Ostbahnhof und deren Fans sind spätestens nach dem Overtime-Sieg gegen die Eisbären Bremerhaven auf besondere Momente eingestellt. Der Höhepunkt der Saison kann nun kommen. Die Vorfreude ist da. Es sind #PlayoffsBaby!

Matt Ryan – Angeblich aus Eis gebaut

Mitarbeiter des Tages, Freitag, 17.05.2019:  Matt Ryan

Von Heiko Eisser

Die Fans der Atlanta Falcons sind sich einig: Matt Ryan wird in den kommenden Jahren ein noch besserer Quaterback werden und somit in die Reichweite eines GOATs kommen. Eine hohe Erwartungshaltung an den Mann aus Exton, Pennsylvania.

Der Number One Pick der Falcons im Jahr 2008 zahlte unmittelbar in seinem ersten Spiel dieses Vertrauen zurück, in dem er mit seinem ersten Wurf einen Touchdown-Pass warf. Doch hierbei sollte es nicht bleiben. Dem Rookie-of-the-year 2008 gelang in seiner Premierensaison, was keinem zuvor gelungen war: er bestritt alle Spiele als Starter und führte die Falcons mit seinem beständigen Offensiv-Spiel in das Playoff Wild Card Spiel gegen die Cardinals. Zwar scheiterten die Falcons dort, doch Matt Ryans Weg schien vorgezeichnet.

In den folgenden Jahren gelang ihm das, was viele Spieler in der NFL sich wünschen würden: Verbesserung und Konstanz. Im Gegensatz zu seinem Team, welches ihn in der letzten Saison stark im Stich lies. Ohne Ryan, der mit seinen 4924 Passung yards und 35 Toudown Pässen (bei nur 7 Interceptions) wieder Hall-of-Fame-Niveau agierte, wäre Atlanta wohl noch weniger als die sieben Siege gelungen. Die Quittung war die Nicht-Teilnahme an der Postseason nur zwei Jahre nach dem Einzug in den Super Bowl.

Der Super Bowl 2016 stellt das bisherige Laufbahn-Highlight dar, dürfte allerdings auch die bitterste Niederlage für Season-MVP Matt Ryan gewesen sein. Nach den Playoff Siegen gegen die Seahawks und einem deutlichen 44-21 gegen die Greenbay Packers warteten im Finale die übermächtigen New England Patriots.

Hatten im Vorfeld die meisten Analysten New England als klaren Favoriten ausgemacht, schien Matt Rayn diese Lügen strafen zu wollen. Mitte des dritten Viertels führten die Falcons 28:3 und schienen die Patriots in die Knie zu zwingen. Doch hatte wohl niemand mit dem nun Folgenden gerechnet: Tom Brady holte in der Folge 25 Punkte mit seinem Team und steuerte mit einer 2-point-conversion 58 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit die wichtigen Zähler zum 28:28-Ausgleich selbst bei. In der Overtime bekam Matt Ryan nicht mehr die Möglichkeit zurück zu schlagen und Atlanta verlor diese Partie mit 28:36 gegen die Patriots. Die Falcons waren in der Historie des Super Bowl das erste Team, welches nach einer 17 Punkte Führung zu Beginn des letzten Viertels den Titel nicht holte.

Doch schenken die Verantwortlichen der Atlanta Falcons ihrem Number-One-Pick 2008 weiter großes Vertrauen. Vor der kommenden Saison statteten sie Matt Ryan mit einem satten 150 Millionen-Dollar Vertrag für die kommenden fünf Jahre aus und ist nach Aaron Rogers der bestverdienende Quaterback der NFL-Geschichte.

Herzlichen Glückwunsch zum 34.Geburtstag, Matt „Matty Ice“ Ryan!

Die Woche … bei den Füchsen Berlin KW 20

Von Heiko Eisser

Vorbereitung auf das EHF-Cup Final Four

Die Partie gegen den Tabellenvorletzten die Eulen aus Ludwigshafen konnten die Zuschauer am Sonntag Abend in der Max-Schmeling-Halle getrost als Training unter Wettkampfbedingungen ansehen. In der ersten Hälfte dominierten die Füchse nach belieben und lagen zur Pause mit 17:11 klar in Front.

Nach dem Seitenwechsel schonte Trainer Velimir Petkovic einige seiner Jungs und so konnte der Nachwuchs Erfahrungen im Bundesligaalltag sammeln. Der Sieg nie gefährdete 32:20-Erfolg brachte die Füchse in der Tabelle wieder den sechsten Rang ein, der in dieser Saison eventuell zum Einzug ins internationale Geschäft berechtigen könnte. Der einfachste Weg hierzu wäre natürlich ein Sieg beim anstehenden Final Four im EHF-Cup am kommenden Wochenende in Kiel.

Über den EHF-Cup ins internationale Geschäft

Das die Füchse „international“ können, haben sie in den letzten Jahren immer wieder unter Beweis gestellt. Das Trainer Petkovic mit einer der erfahrensten in diesem Wettbewerb ist, zeigt auch seine Bilanz mit den Füchsen. In seiner knapp zweieinhalbjährigen Amtszeit verloren die Füchse lediglich sechs ihrer internationalen Spiele.

Die Füchse fahren zwar nicht als Favorit nach Kiel – dies dürften ohne Übertreibung die Hausherren vom THW Kiel sein – doch chancenlos sind sie keinesfalls. Auch im letzten Jahr reisten die Berliner nach Magdeburg, ohne das ihnen wer einen Sieg zugetraut hätte. Doch nach hartem Kampf im Halbfinale gegen Frisch auf Göppingen und einem nicht weniger anstrengenden Finale gegen Saint Raphael holten die Füchse den EHF-Cup an die Spree.

Rechtzeitig zu diesem Wochenende scheint sich die schwächere Phase der Hauptstädter endlich einem Ende entgegen zuneigen. Im Final Four kann Petkovic im Halbfinale gegen den FC Porto wieder auf sein zentrales Abwehrduo Stipe Mandalinic und Jakov Gojun verlassen. Beide werden bereits im Halbfinale stark gefordert sein, da Porto im Angriff gern auf den siebten Feldspieler verzichtet um offensiv eine weitere Option zu haben.

Diese Option und die robuste Arbeit des Teams von der iberischen Halbinsel hat diese Saison schon der SC Magdeburg zu spüren bekommen. Der SC scheiterte in der dritten Qualifikationsrunde deutlich gegen das Team von Trainer Magnus Andersson.

Im Angriff sind die Füchse wieder mit allen Kräften bereit, den EHF-Cup anzugehen. Jacob Holm, Fabian Wieder und Paul Drux sind voll einsatzfähig. Neben Allzweck-Waffe Mattias Zachrisson freut sich Kapitän Hans Lindberg auf das nächste Highlight der Saison der Berliner. Lindberg konnte im Spiel gegen Ludwigshafen seinen insgesamt 947 Siebenmetertreffer in der Bundesliga einsacken. Dies ist gleichbedeutend mit dem zweiten Platz im ewigen Bundesligaranking.

Die Berliner reisen daher mit Bestbesetzung an die Kieler Förde um dort den EHF-Cup zu verteidigen. Gegen den FC Porto gab es bisher vier Begegnungen, die die Berliner alle samt für sich entscheiden konnten. Das dies weiterhin so bleibt, dafür wird auch Torhüter Silvio Heinevetter sorgen wollen.

Für Heinevetter womöglich der letzte Titel, über den er sich mit den Berliner freuen kann. Dass er allerdings komplett sportbegeistert ist, bewies er schon im Interview nach der Partie gegen die Eulen Ludwigsburg.

 

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Das zweite Halbfinale

Nach dem Sieg gegen die SG Flensburg-Handewitt steht der THW Kiel mit stolz geschwellter Brust vor dem Final Four im eigenen Wohnzimmer. Das die Fans des THW die Heimspiele immer wieder zu einem Ereignis an der Förde machen, kann jeder bei den Vergleichen in der Sparkassen Arena sehen. Doch haben die Männer um den scheidenden Trainer Alfred Gislason allen Grund positiv auf die kommenden Aufgaben zu blicken.

Nach dem Sieg im DHB-Pokal gegen die Füchse haben sie auch in der Liga gezeigt, dass im Rennen um die Meisterschaft noch mit ihnen zu rechnen ist. Am vergangenen Wochenende besiegten sie in eigener Halle den Tabellenführer und zogen mit diesem punktgleich, wobei die SG noch ein Nachholspiel zu absolvieren hat.

Der EHF-Cup könnte damit der nächste Pokal sein, den die Kieler ihrem Trainer Gislason offerieren möchten. Nach den Titeln im EHF-Cup in den Jahren 1998, 2001 und 2003 wäre es für die Kieler nun wieder an der Zeit, den Cup an der Förde zu halten. Der THW kann aus den letzten zehn Spielen zehn Siege aufweisen und geht im Halbfinale gegen den Tvis Holstebro somit als klarer Favorit ins Rennen.

Der Tvis Holstebro mit Trainer Patrick Westerholm reist mit Top Torjäger im EHF-Cup Magnus Grubb Bramming zum Final Four. Die Dänen konnten sich im Viertelfinale knapp gegen Tatabanya durchsetzen und geht mit dieser Niederlage ins Final Four. In der Meisterschafts-Hauptrunde belegen die Dänen den dritten Platz und gehen mit einem knappen 28:27-Sieg gegen den (wohl zukünftigen) Meister Aalborg in die Partie gegen den THW.

Was noch wichtig ist

Alle vier Spiele des Final Four werden von DAZN übertragen. Das Halbfinale der Füchse gegen Porto am Freitag um 20:45 Uhr, die Partie von Kiel um 18:00 Uhr gegen Halstebro. Am Samstag folgt dann das Spiel um Platz 3 ebenfalls um 18 Uhr, das Finale wird ab 20:45 Uhr ausgetragen.

Eine Besonderheit wartet im Halbfinale des THW auf die Beteiligten, da auf internationale Ebene zum ersten Mal eine Partie von einem Schiedsrichterinnengespamnn gepfiffen wird. Die Französinnen Julie und Charlotte Bonaventura sind regelmäßig in der LNH im Einsatz und waren auch für die WM 2017 nominiert.