Diese Woche… bei Rot-Weiß Köln, KW 37

Von Markus Lehnen

Neue Saison, neuer Modus
Die Sommerpause ist auch für die Hockeyspieler und Spielerinnen vorbei, und so melde auch ich mich wieder mit der wöchentlichen Zusammenfassung der Ereignisse rund um den Kölner Tennis und Hockey Verein Rot- Weiss.
Am vergangenen Wochenende starteten die Feldhockeybundesligen der Damen und Herren in ihre neue Saison. Es wird eine besondere Saison, da im nächsten Sommer die Olympischen Spiele in Tokio anstehen. Damit es möglich ist neben der Feldhockey- eine Hallenhockeyrunde und die Pro League abzuhalten, musste der Modus in der deutschen Eliteliga geändert werden.
Die Bundesligateams wurden in jeweils zwei Gruppen a sechs Teams eingeteilt. Grundlage für die Einteilung waren die Abschlusstabellen der letzten Saison. Die Teams spielen nach dem Prinzip jeder gegen jeden, allerdings gibt es Rückspiele nur gegen die Teams aus der eigenen Gruppe. Insgesamt hält die Saison 16 Spiele für jedes Team bereit. Anschließend geht es in für die besten 8 Teams in ein Playoff Viertelfinale, welches nach dem Modus Best of 2 ausgespielt wird. Sind beide Teams nach 2mal 60 Minuten torgleich gibt es einen Shoot Out um den Sieg und das damit verbundene Erreichen des Final 4. Die schlechtesten beiden Teams der jeweiligen Gruppe spielen ebenfalls im Best of 2 Modus in Playdowns den Klassenerhalt aus, die beiden Verlierer steigen ab.
Das Final 4 wird wieder an einem Wochenende an einem Ort ausgespielt, und zwar dieses Jahr am 23./24. Mai in Mannheim auf der Anlage des Mannheimer HC.

Saisonausblick 1. Damen
Bei den RWK Damen gab es diesen Sommer einige personelle Veränderungen. Waren die letzten Jahren von einem Umbruch geprägt, bei dem vor allem junge Spielerinnen in die erste Mannschaft integriert wurden, konnten diesen Sommer hochkarätige Neuzugänge präsentiert werden. Mit Pia Maertens (aus Raffelberg), Nike Lorenz und Cecile Pieper (beide vom Mannheimer HC) verpflichtete Rot- Weiss 3 aktuelle Nationalspielerinnen und hat nun mit den beiden bewährten Stammkräften Rebecca Grote und Julia Sonntag insgesamt 5 Silbermedaillengewinnerinnen der Europameisterschaft 2019 im Kader. Mit Anna- Sophie Hannes, Imma Sophie Hofmeister, Camille Nobis und Noemie Bach stießen 4 weitere neue Spielerinnen zum Kader der Rot- Weiss Damen. Verlassen haben das Team Julia Krawatzky, Sarah Sprink und Nicole Pahl.
Da auch junge Talente wie die U21 EM Dritten Liv Arndt und Emma Boermans ein Jahr weiter in ihrer Entwicklung sind, ist dem Team von Trainer Markus Lonnes diese Saison einiges zuzutrauen. Das Minimalziel ist das Playoff Viertelfinale, eine Teilnahme am Final 4 in Mannheim erscheint mit der verstärkten Mannschaft aber auch gut möglich.

1. Damen Rot- Weiss Köln 2019/20

 

Saisonausblick Herren
Bei den Herren ist diesen Sommer personell weniger passiert. Einziger externer Neuzugang ist Sven Alex, der vom DHC Hannover in die Domstadt gewechselt ist. Namhafte Abgänge sind Nationalspieler Marco Miltkau (Gantoise/ Belgien), Eric Knobling (Düsseldorfer HC) und Maximilian Werner (Polo Hamburg). Das Team von Trainer Andre Henning möchte vor allem die Jugendspieler entwickeln und so liefen am ersten Wochenende alleine 5 Debütanten aus der eigenen Jugend für die Kölner auf.
Da der Kader aber weiterhin mit Nationalspielern wie Victor Aly, Christopher Rühr, Timur Oruz, Johannes Große, Tom Grambusch und Mats Grambusch gespickt ist, ist es wieder das Ziel um die deutsche Meisterschaft mitzuspielen. Auch in der European Hockey League möchte man nach Platz 2 im Vorjahr wieder ganz vorne angreifen.
Youngster Thies Ole Prinz gewann mit der U21 Nationalmannschaft im Sommer die Europameisterschaft und dürfte auch einen weiteren Entwicklungsschritt vollzogen haben, der hilfreich für die Ambitionen der Domstädter sein dürfte.
Insgesamt gibt es also auch diese Saison die Chance einige zukünftige Olympioniken (von der Qualifikation geht der Autor dieses Textes jetzt mal aus;-) am Olympiaweg in Köln Müngersdorf live zu erleben.

1.Herren Rot- Weiss Köln 2019/20

1. Spielwochenende Damen
Münchner SC- Rot Weiss Köln 0:1 (0:0)
Für die Damen ging es mit einer Auswärtsreise in die neue Saison. In der bayerischen Landeshauptstadt besiegte man den Münchner SC, durch einen 7m Treffer von Kapitänin Rebecca Grote, mit 1:0. Da das Spiel leider nicht gestreamt wurde, kann ich nur die Aussage von Trainer Markus Lonnes nutzen, der mit der Mannschaft zufrieden war und von einem verdienten Sieg sprach. 5 Neuzugänge gaben in München ihr Debüt für Rot- Weiss Köln.

Mannheimer HC- Rot Weiss Köln 2:1 (2:0)
Der Mannheimer HC ist in Sachen Streaming ein leuchtendes Beispiel in der Hockey Bundesliga, weswegen es möglich war am Sonntagmittag das Spiel der Domstädterinnen beim Mannheimer HC zu verfolgen. Die Kölnerinnen hielten gut mit, blieben in der 1.Halbzeit vor dem Tor aber zu ungefährlich. Ganz anders die Mannheimerinnen, die zunächst eine Strafeckenvariante zur Führung verwandelten und wenige Sekunden vor der Halbzeit einen Ballverlust im Kölner Aufbauspiel zum 2:0 nutzen konnten. In der 2.Halbzeit konnte U21 Nationalspielerin Liv Arndt nur noch den Anschlusstreffer für Köln erzielen. Die Rot- Weiss Mädels versuchten am Ende noch einmal alles, konnten den Ausgleich aber nicht mehr erzielen.
Mit 3 Punkten aus 2 Spielen gelang den Kölnerinnen insgesamt ein solider Saisonauftakt. Durch die vielen Neuzugänge, und die späte Europameisterschaft kann das Team von Markus Lonnes noch nicht eingespielt sein, was man gegen Mannheim in manchen Momenten auch gut sehen konnte.
Weiter geht’s am nächsten Wochenende mit 2 Heimspielen um jeweils 12 Uhr gegen die Teams vom Großflottbeker THGC (Samstag) und dem deutschen Meister vom Club an der Alster (Sonntag). Gerade das Spiel am Sonntag sollte ein Pflichttermin für Kölner Hockeyfreunde sein, denn viel mehr Nationalspielerinnen wird man diese Saison nicht auf einem Platz erleben können.

1. Spielwochenende Herren
Rot Weiss Köln- Harvestehuder THC 6:4 (4:1)
Am Samstag um 14 Uhr schaute ich zusammen mit 300 Zuschauern den Saisonauftakt der 1. Herren live im Plusserver Sportpark in Köln Müngersdorf. Freundlicherweise habe ich diese Saison eine Pressedauerkarte, vielen Dank hierfür an den Medienverantwortlichen Stephan Frings und Geschäftsführer Robert Haake.
Bei etwas herbstlichen Wetter wurde ich Zeuge eines spektakulären Schlagabtausches. Hierbei kamen die Gäste aus dem Hamburger Stadtteil Harvestehude besser ins Spiel, und gingen verdient mit 1:0 in Führung. Diesen Rückstand drehte Köln aber beeindruckend noch vor der Halbzeitpause durch Adrians, Rühr, Mats Grambusch und Fleckhaus zu einem 4:1. Kurios hierbei, dass die Hamburger das 4:1 ohne Torwart kassierten, da sie diesen für einen weiteren Feldspieler ausgewechselt hatten. Erwähnenswert auch das 2:1 von Christopher Rühr, der einen 50 Meter Lauf mit einem satten Schuss in den Winkel abschloss, Prädikat Traumtor. Zu sehen in folgendem Video.

 

Nach der Halbzeit kam Harvestehude wieder auf 3:4 heran, ehe Mats Grambusch in der 49. Minute wieder auf 5:3 erhöhen konnte. Die Gäste verkürzten abermals, ehe erneut Mats Grambusch per Strafecke mit dem 6:4 alles klar machte.
Insgesamt war es ein intensives Spiel, welches die Kölner am Ende knapp, aber verdient, gewannen. Da man durch die Europameisterschaft kaum Vorbereitungszeit hatte, zeigte sich Trainer Andre Henning begeistert von der Zusammenarbeit der Kölner Spieler in dieser frühen Phase der Saison.
Ebenfalls beachtenswert war der Zuschauerzuspruch, der hoffentlich während der Saison mindestens so bleibt. Frische Bratwurst und das ein oder andere Kölsch rundeten einen gelungenen Nachmittag ab, den auch die ein oder andere Wespenattacke nicht trüben konnte.

Rot Weiss Köln- Großflottbeker THGC 3:1 (2:0)
Auch am Sonntag fand ich mich, diesmal sogar mit 350 weiteren Zuschauern, im Schatten des Rhein Energie Stadions ein, um den 2. Auftritt der Rot- Weiss Herren zu verfolgen. Zu Gast war diesmal der Aufsteiger aus Großflottbek, ebenfalls ein Stadtteilverein aus der Hansestadt Hamburg. Die norddeutsche Metropole darf sich völlig zurecht Hockeyhauptstadt nennen, spielen diese Saison doch alleine 5 Hamburger Hockeyvereine in der 1. Bundesliga. Bei den Damen sind es immerhin 4 Vereine.
Ungewohnt war erst einmal, dass die Kölner nicht in Rot oder Weiß aufliefen, sondern in ihren neuen silbernen Ausweichtrikots mit goldenen Nadeltreifen. Für den ein oder anderen Zuschauer war es erst einmal verwirrend, dass die Gäste in Rot aufliefen.
Anfangs agierte der Gast aus Norddeutschland stark und konnte die ersten 15 Minuten überlegen gestalten, ohne aber vorm Kölner Tor gefährlich zu werden.
In der 17. Minuten konnte allerdings Kai Aichinger mit einem satten Schuss ins obere linke Ecke zur Kölner Führung ein schießen. Kurz danach wurde eine Strafecke vom wieder sehr auffälligen Christopher Rühr von einem Großflottbeker Abwehrspieler unglücklich ins eigene Tor zum 2:0 Halbzeitstand abgefälscht.
Nach der Halbzeitpause dominierte Rot- Weiss das Spiel vollends, schaffte es aber trotz mehrerer guter Chance erst in der 53. Minute das 3:0 zu erzielen. Rühr schloss hierbei einen schönen Lauf mit einem satten Rückhandschuss ins rechte Eck ab. Die Gäste, die bis dahin ohne richtige Torchance blieben, konnten in der letzten Minute noch durch ein Traumtor von Jakob Schmidt auf den 1:3 Endstand verkürzen. RWK Trainer Andre Henning war nach dem Spiel besonders mit der, im Vergleich zum Vortag, verbesserten Abwehrleistung zufrieden.
Für die Hamburger dürfte es diese Saison um den Klassenerhalt gehen, während Köln mit dem perfekten Saisonstart seine Meisterschaftsambitionen unterstreichen konnte.
Weiter geht es für die Kölner am nächsten Wochenende in Hamburg gegen den UHC Hamburg(Sa, 15:30 Uhr) und den Club an der Alster (13 Uhr).

So geht es weiter
Ab jetzt werde ich bis zum Ende der Hinrunde Mitte Oktober jedes Wochenende mindestens 1mal live auf der Anlage von Rot- Weiss sein, um die Spiele zu schauen und dann anschließend hier darüber berichten. Desweiteren ist geplant die Olympiaqualifikationsspiele der Nationalmannschaften Anfang November in Mönchengladbach zu schauen. Fragen und Anregungen bitte jederzeit gerne in die Kommentare posten. Vielen Dank und auf eine schöne, und für Rot- Weiss erfolgreiche, Hockeysaison 2019/20!

 

 

Diese Woche … bei Rot-Weiß Köln, KW 20

Von Markus Lehnen

Saisonfazit 1.Damen Rot-Weiss Köln

Mit einem 1:1 (1:0) bei den als Absteigerinnen feststehenden Damen vom Bremer HC, ging die Saison 2018/19 für die RWK Mädels am Sonntag zu Ende. In einer, laut Beteiligten, nicht mal hart geführten Partie hagelte es 12 Grüne Karten, sowohl 2,4 wie 10 Minuten Strafzeiten. Laut meinen Quellen lag der Grund hierfür aber vor allem daran, dass die Schiedsrichter das Spiel zu keinem Zeitpunkt unter Kontrolle hatten. Kurz vor Ende konnte Rot-Weiss einen frühen Rückstand immerhin noch, trotz 4 Spielerinnen Unterzahl, ausgleichen.

Zufrieden stellt dieser Saisonsaisonabschluss aber sicher niemanden bei den Kölnerinnen. Erst Recht nicht, weil man mit 2 Unentschieden für 2 von 5 Punkten des abgeschlagenen Absteigers aus Bremen beitrug.
Immerhin bleibt Rot-Weiss in der Endabrechnung mit dem 5. Platz auf dem ersten Platz hinter den Final 4 Plätzen. Mehr Besorgnis als die Platzierung macht allerdings der Rückstand von satten 18 Punkten auf den letzten Playoffplatz.
Die Mannschaft war mit namhaften Abgängen, wie Hannah Gablac (zum Club an der Alster), und vielen sehr jungen Spielerinnen in eine ungewisse Saison gestartet. Alleine 8 von 24 Spielerinnen waren zu Saisonbeginn 21 Jahre oder jünger. Während der Saison kamen weitere Youngster dazu. Die Torschützin beim 5:2 gegen den TSV Mannheim, Amelie Fricke, ist z.B. gerade mal 17 Jahre alt.

Dennoch starteten die RWK Mädels mit 4 Siegen aus den ersten 4 Spielen sehr gut. Die ersten Punkte verlor Rot-Weiss erst am 5. Spieltag bei einem 1:3 in Düsseldorf. Danach folgte allerdings eine Serie von 9 Spielen ohne Sieg und die Saison begann sich ins Negative zu verkehren.  Dabei sah man gegen die Topteams vom Club an der Alster und dem Mannheimer HC noch durchaus gut aus, schaffte aber auch hier, bei zwei 1:1 Heimspielen, keinen Sieg. Noch bitterer waren allerdings die enttäuschenden 1:1 Unentschieden gegen die klaren Außenseiterinnen vom Münchner SC und vor allem dem Bremer HC.

Zwar gewann man das letzte Feldspiel in 2018 immerhin noch mit 2:1 bei den Zehlendorfer Wespen in Berlin, doch das Final 4 konnte bereits mit Ende der Hinrunde, bei einem Rückstand von 9 Punkten auf Platz 4, mehr oder weniger abgeschrieben werden.

Nachdem man in der Halle die Playoffs verpasst hatte, wollte man in der Liga nochmal zeigen was man konnte. Doch nach einer Auftaktpleite beim Club an der Alster in Hamburg folgte ein verheerendes Wochenende mit zwei enttäuschenden Heimpleiten gegen den UHC Hamburg und den Harvesterhuder THC. Erst auf der Zielgeraden der Saison, nach einem bereits unglücklichen 1:2 in Mannheim, fing sich das  junge Team und gewann von den letzten 4 Spielen immerhin noch 3.

Aus Kölner Sicht steht zu hoffen, dass die jungen Spielerinnen die Spielpraxis dieser Saison genutzt haben und im nächsten Jahr einen Schritt nach vorne machen. Vielleicht kann dazu der ein oder andere Neuzugang das Team mit einem Block erfahrener Spielerinnen, wie Julia Busch, Rebecca Grote und Julia Sommer , wieder unter die besten 4 deutschen Teams bringen.

Nötig wird hierzu ein besseres Abschneiden gegen die Topteams sein, denn mit 2 von möglichen 24 Punkten blieb man gerade gegen die Final 4 Teams zu oft im Hintertreffen. Mut macht allerdings, dass keines dieser Spiele deutlicher als 0:3 endete und die Kölnerinnen oft Chancen auf Unentschieden oder sogar Siege gegen die Topteams hatten, diese Möglichkeiten aber leider ungenutzt ließen.
Als interessierter Zuschauer hat es mir, trotz einer für die  Rot-Weiss Mädels enttäuschenden Spielzeit, sehr viel Spaß gemacht die Saison der Domstädterinnen  zu verfolgen. Hoffen wir alle auf eine erfolgreichere Saison 2019/20!

Rot-Weiß Köln

 

Final 4 in Krefeld


Am Wochenende ist es dann so weit, in Krefeld steigt mit dem Final 4 um die deutsche Meisterschaft das Highlight des deutschen Hockeyjahres.
Erfreulicherweise haben sich die Herren von Rot-Weiss als 2. souverän für das Saisonendturnier qualifiziert. Am Sonntag gelang, quasi zum einspielen, nochmal ein 6:1 beim Absteiger aus Düsseldorf.

Für das Turnier wurde auf der Gerd Wellen Hockeyanlage im Krefelder Norden eigens eine 4680 Zuschauer fassende Stahlrohrtribüne errichtet. Leinwand, Hospitality (ein sogenanntes Hockeydorf), Gastronomiestände sowie jede Menge Technik für die Übertragung wurden ebenfalls installiert. Wer sich weitergehend informieren möchte, z.B. über die Ticketverfügbarkeit, Anreise, Zeitplan oder Ticketpreise, kann dies unter https://feldhockey-dm.de/ tun. 

Der Ablauf sieht vor, dass am Samstag zunächst ab 11 Uhr die beiden Halbfinalspiele der Damen gespielt werden. Der Tabellenerste vom UHC trifft zum Auftakt im rein Hamburger Duell auf den Club an der Alster. Obwohl der UHC in der regulären Saison am Ende den Spitzenplatz für sich beanspruchen konnte, sind die Damen vom Club an der Alster auf keinen Fall zu unterschätzen. Mit einem Torverhältnis von 94:17 haben die CadA Mädels eine um satte 33 Tore positivere Bilanz als der Lokalrivale. Sie stellen sowohl die beste Abwehr, als auch den besten Angriff der Liga. Allerding muss man sagen, dass dies vor allem an häufigen Kantersiegen gegen schwächere Team liegt. Gegen den UHC ist die Bilanz diese Saison, mit je einem Sieg, ausgeglichen.

Um 13 Uhr trifft der 2. der Tabelle vom Mannheimer HC auf die aktuellen deutschen Hallenmeisterinnen vom Düsseldorfer HC, die die Saison als 3. abschließen konnten.  Hier hat der MHC mit einem um 26 Toren und 5 Punkten besseren Bilanz vermeintlich die Nase vorn. Die Ergebnisse gegeneinander, von 1:0 für Düsseldorf und 1:1 in Mannheim, sprechen aber für ein 50:50 Spiel im 2. Halbfinale.

Bei den Herren trifft um 15:30 Uhr zunächst der Sieger der Hauptrunde von Uhlenhorst Mülheim auf die, am letzten Spieltag noch auf Platz 4 abgerutschten Herren, vom UHC Hamburg. Hier muss Mülheim als klarer Favorit gelten, da der amtierende deutsche Meister während der Saison nicht nur die beste Offensive und die zweitbeste Defensive stellte, sondern zudem beide Spiele gegen UHC, mit 5:1 daheim und 2:1 in Hamburg, gewann. Besonders beeindruckend ist die Serie von zuletzt 10 Siegen und 18 ungeschlagenen Ligaspielen. Nur zu Saisonbeginn stotterte der Motor der Grün- Weißen, als man von den ersten 4 Spielen 3 verlor.

Im letzten Halbfinale des Tages treffen ab 18 Uhr, also auch sehr gut nach dem Fußball Bundesligafinale zu verfolgen, die Rot-Weissen Kölner auf den Mannheimer HC. Der Vize EHL Champion aus meiner Wahlheimat kann hierbei, auch subjektiv, als ganz leichter Favorit gelten. Vorsicht ist aber, trotz 7 mehr errungenen Punkten in der regulären Saison, geboten. Beide direkten Aufeinandertreffen waren nämlich, mit 1:1 und einem knappen 4:3 Sieg Kölns in Mannheim, sehr ausgeglichen. Hinzu kommt, dass sich Mannheim die um 5 Tore bessere Tordifferenz erspielte, was vor allem an der starken, nämlich mit 31 Gegentoren ligaweit deutlich besten, Defensive lag. Es ist deswegen gut möglich, dass es auf die Strafecken ankommt. Bei dieser Disziplin haben sowohl die Kölner mit Tom Grambusch, als auch die Mannheimer mit dem argentinischen Olympiasieger von 2016, Gonzalo Peillat, echte Spezialisten im Team.

Als Kölner bin ich natürlich etwas parteiisch und hoffe, dass die RWK Jungs von Trainer Andre Hennig die Oberhand behalten und ins Finale am Sonntag einziehen, wo ich dann meinen heimischen Hockeyclub live Ort verfolgen könnte.

 

 

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Die Finalspiele finden am Sonntag um 12 Uhr bei den Damen, sowie um 15 Uhr bei den Herren statt. Spiele um die goldene Ananas, auch bekannt als Spiel um Platz 3, gibt es zum Glück nicht.
Wer es nicht auf die Anlage schafft, kann alle Spiele live und relive im Internet unter http://television-sport.de/event/final-four-feldhockey-2019/ verfolgen. Leider gibt selbst Sport 1 dem Hockey in diesem Jahr  keine TV Platform. Es  steht zu hoffen, dass zumindest Sportschau (ARD), Sportreportage (ZDF) oder immerhin die Regionalsportsendungen der Dritten ARD Sender (z.B. NDR Sportclub) Ausschnitte vom Final 4 zeigen. Leider zeigt sich hier wieder einmal deutlich, wie stiefmütterlich die deutschen Medien den Hockeysport, außerhalb von olympischen Spielen, behandeln.

Die große Tipperei

Glücklicherweise konnte ich die RWK Mittelfeldspielerin und deutsche Hockeymeisterin von 2014, Julia Busch, ebenso für ein kleines Tippspiel gewinnen wie den Producer.
Die Regeln hierbei: Richtiges  Ergebnis bringt 4 Punkte, Tendenz und Unentschieden (außer dem getippten) 2 Punkte, richtiger Sieger 1 Punkt. Für jeden richtig ins Finale getippten Verein gibt es zudem 1 Punkt, für den richtigen deutschen Meister je 2 Punkte. Hat man beide Teams richtig ins Finale getippt, gibt es die gleiche Punktevergabe, wie im Halbfinale.
Getippt werden die Ergebnisse nach 60 Minuten Spielzeit, also ohne den möglichen Shootout.

Julia Busch, Hockeyspielerin
Damen:
UHC Hamburg- Club an der Alster 2:1
Mannheimer HC- Düsseldorfer HC 2:3
Finale:
UHC Hamburg- Düsseldorfer HC 2:0

Herren:
Uhlenhorst Mülheim- UHC Hamburg 4:2
Rot- Weiss Köln- Mannheimer HC 3:3 (Sieg Köln Shootout)
Finale:
Uhlenhorst Mülheim- Rot- Weiss Köln 3:2

Jens Huiber, Hockeydad
Damen:
UHC Hamburg- Club an der Alster 1:2
Mannheimer HC- Düsseldorfer HC 3:0
Finale:
Club an der Alster- Mannheimer HC 2:1
Herren:
Uhlenhorst Mülheim- UHC Hamburg 2:4
Rot-Weiss Köln- Mannheimer HC 1:0
Finale:
UHC Hamburg – Rot-Weiss Köln  2:0

Markus Lehnen, selbsternannter Hockeyconnaiseur
Damen:
UHC Hamburg- Club an der Alster 2:3
Mannheimer HC- Düsseldorfer HC 2:2 (Sieg DHC Shootout)
Finale:
Club an der Alster – Düsseldorfer HC 4:1
Herren:
Uhlenhorst Mülheim- UHC Hamburg 4:1
Rot- Weiss Köln- Mannheimer HC 3:2
Finale:
Uhlenhorst Mülheim – Rot- Weiss Köln  2:2 (Sieg Köln Shootout)


Wie es weiter geht


In der kommenden Woche schreibe ich vor allem über meine Erlebnisse beim Final 4 in Krefeld. Natürlich konzentriere ich mich vor allem auf die Finals, die ich live vor Ort sehe, werde aber auch kurz auf die Halbfinals und etwas ausgiebiger auf das Drumherum eingehen. Natürlich wird auch in Krefeld die örtliche Bratwurst getestet.
Nach einem kurzen RWK Saisonfazit werde ich noch auflösen, wer besser getippt hat,  die Spielerin, der Producer oder doch ich. 

In diesem Sinne, kommt am Wochenende nach Krefeld oder schaut den Stream!
Mit sportlichen Grüßen
Markus Lehnen

 

Diese Woche … bei Rot-Weiß Köln, KW 18

Von Markus Lehnen


“Spielfrei”


Die Bundesliga der Damen und Herren pausierte auch dieses Wochenende. Spielfrei heißt das aber auch für die nicht international aktiven Spieler und Spielerinnen mitnichten. So spielten die Damen von Rot- Weiss Köln am Samstag ein Testspiel gegen den Düsseldorfer HC. Wer am Samstag im Rheinland war weiß, dass dies bei ca. 8° C und Dauerregen sicher nicht gerade vergnügungssteuerpflichtig gewesen sein dürfte. Auch am 1.Mai ist für die Spielerinnen buchstäblich der Tag der Arbeit, denn auch an diesem Tag steht ein Testspiel an. Pausen und spielfreie Wochenende sind also während der Saison im Hockeysport relativ zu sehen.


Pro League in Mönchengladbach

Wie letzte Woche angekündigt,  machte ich mich am Freitag auf den Weg ins 50 Kilometer entfernte Mönchengladbach, um mir dort die Pro League Spiele der deutschen Damen- und Herrennationalmannschaft gegen die Niederlande anzuschauen.
Der dortige Hockey Park wurde 2006 für die Hockey Weltmeisterschaft der Herren gebaut und bietet aktuell knapp 9000 Zuschauern Platz. Viele werden das Stadion zumindest schon einmal gesehen haben, liegt es doch in Sichtweite des Borussia Parks im Mönchengladbacher Nordpark. Wieso es Nordpark heißt,  ist mir übrigens ein Rätsel, da das Areal viel mehr im Westen der Stadt liegt.

Dort hin gelangte ich mit Bus und Bahn, wo ich bereits die Bekanntschaft mit einigen niederländischen Fans machte. Überhaupt fiel mir eines den ganzen Tag auf: Die Niederländer zeigten sich als das sportverrückte, reiselustige Publikum, als das sie weithin bekannt sind. Vom Wohnmobil welches das erste Fahrzeug auf dem Parkplatz war das ich sah, über äußerst kreative Kopfbedeckungen mit Käse, Windmühlen oder Kühen bis zu orangenen Trikots, T- Shirts oder Jacken war alles vorhanden, was man gemeinhin auch mit den Fußballfans unseres Nachbarlandes in Verbindung bringt.

Ansonsten war alles geboten, was man auch vom Fußball kennt. Bier- und Grillbuden, das ein oder andere Mitmachspiel (z.B. 7m Schießen Hockey), sowie Werbepavillons von Ausrüstern. Das bringt mich zur ultimativen Bratwurstbewertung: Heiß, mit 3,50 Euro leider etwas teuer und in ihrer Konsistenz meiner Meinung nach zu weich, eine 3-. Schwach im Vergleich zur guten (2) Bratwurst am RWK Vereinsheim. Ich bin gespannt, was ich beim Final 4 in Krefeld serviert bekomme.

Kurz vor Spielbeginn machte ich mich auf dem Weg zur gut gefüllten Tribüne auf der Gegengeraden, die im Hockeypark die mit Abstand größte Tribüne darstellt. Zum Damenspiel waren dann in etwa 3000 Zuschauer vor Ort, ein sehr guter Wert für Hockey, ein leider geringer, wenn man an die Kapazität von 9000 Zuschauer denkt. Leider erschien das wirklich schöne, reine Hockeystadion (plus Konzerte), wie erwartet ziemlich überdimensioniert. Prall gefüllt war es bisher nur bei der WM 2006 und der EM 2011. Da es keinen festen Hockeyverein gibt, der dort spielt und dazu das Final 4 um die deutsche Meisterschaft in Krefeld gespielt wird, muss eine Debatte um die sogenannten weißen Elefanten, erlaubt sein. Große Sportarenen, die einzig für ein einziges Event gebaut wurden und denen danach keine direkte Sportnutzung mehr folgt. So ist der Hockeypark heute eher eine Konzert- und Eventlocation als ein Sportstadion.

FIH Pro League Damen: Deutschland- Niederlande 0:1 (0:1)

Mit Rebecca Grote und Julia Sommer (diesmal als Ersatztorhüterin) begannen zwei RWK Spielerinnen für die als DANAS abgekürzte deutsche Damennationalmannschaft gegen den Weltmeister aus den Niederlanden. Die Geschichte dieses Spiels ist schnell erzählt. Zur Freude der mindestens 1000, eher 1500, niederländischen Fans im Stadion gingen die Oranjes bereits in der dritten Minute, durch Frederique Matla, in Führung. Danach war die Mannschaft von Bundestrainer Xaver Reckinger zwar feldüberlegen, hatte neben sechs Strafecken auch weitere gute Torchancen, doch scheiterten die DANAS immer wieder am letzten Pass oder Josine Koning im niederländischen Tor. Und so blieb es am Ende beim schmeichelhaften 1:0 Sieg der Niederländerinnen.

FIH Pro League Herren: Deutschland- Niederlande 2:4 (2:2)

Auch das Team von Bundestrainer Stefan Kermas konnte an diesem Abend die starken Niederländer nicht besiegen. Von Rot- Weiss Köln mit dabei waren Victor Aly (Ersatztorhüter), Johannes Große und Thies Prinz.
In einer sehr unterhaltsamen ersten Halbzeit gingen die Niederländer zunächst durch den Eckenspezialisten Mink van der Werden, eben mit einer Strafecke, in Führung. Hellwig und Windfeder konnten anschließend mit Toren nach sehenswert ausgespielten Angriffen das Spiel drehen, ehe die Oranjes noch vor der Pause wieder ausgleichen konnten. Die erste Halbzeit war das Beste was ich je live vor Ort an Hockey gesehen habe. Das Tempo war teilweise spektakulär hoch, die Technik der Spieler beeindruckend und die Tore schön herausgespielt.
Das änderte sich in der zweiten Halbzeit , als die Niederländer mehr zuzusetzen hatten und das Spiel schließlich mit einer weiteren erfolgreich verwandelten Strafecke von Mink van der Werden und einem Empty Net Tor (Deutschland hatte den Torwart zugunsten eines 11. Feldspielers herausgenommen) von Kellerman entschieden. Die HONAMAS, so wird die deutschen Herrennationalmannschaft abgekürzt, hatten zwar noch Chancen zum zwischenzeitlichen Ausgleich, scheiterten aber jeweils knapp und verloren am Ende verdient gegen Vizeweltmeister.


Fazit

Ich erlebte für 20 Euro (ermäßigt, normal 25 Euro) einen schönen Sport Tag in Mönchengladbach. Die schiere Größe des Stadions ermöglichte mir neue Perspektiven auf das Spiel. Hinzu kam eine super Stimmung, die hauptsächlich von den niederländischen Sportsfreunden ausging. Schlecht finde ich die Umsetzung des Videobeweises für den Zuschauer vor Ort. Zwar sah man Anzeigen auf der in diesem Fall aber leider etwas klein geratenen Videowand, von der Kommunikation und der letztendlichen Schiedsrichterentscheidung hörte man allerdings nichts. Selbst Spielerinnen von RWK, die ebenfalls vor Ort waren, meinten deswegen, dass sie auch nicht wussten was genau gerade vom Videoschiedsrichter angeschaut wurde.
Schade war natürlich auch, dass meine kleine Hockeyexkursion an den Niederrhein zwei knappe Niederlagen der deutschen Team beinhaltete.

Weitere Spiele in Mönchengladbach
Pro League Damen
Mittwoch, 24.4.: Deutschland- Großbritannien 2:0 (0:0)
Sonntag, 28.4.  :  Deutschland- China 4:1 (2:1)
Dienstag, 30.4. : Deutschland- USA  2:1 (1:0)
In der Tabelle ist das aktuell der 5. Platz. Allerdings nur nach der prozentualen Siegquote. Wer diese kurios anmutende Tabelle studieren möchte, kann das hier tun: https://www.fihproleague.com/women/standings
Kurz gesagt, die DANAS haben noch alle Chancen auf das Final 4 Turnier Ende Juni in Amsterdam. Weiter geht’s in vier Wochen mit Heimspielen in Krefeld.

Pro League Herren
Sonntag, 28.4. : Deutschland- Großbritannien 0:1 (0:0)
Die Herren haben leider erst zwei Spiele gewonnen und bei drei Niederlagen schlechte Chancen auf das Finalturnier.

Wie es weiter geht
Die Bundesliga biegt bei Damen und  Herren auf die Zielgerade der Saison ein. Am Wochenende steht der letzte Doppelspieltag an, das heißt auch je zwei Spiele für die RWK Mädels und Jungs. Die Damen spielen am Samstag in Mülheim an der Ruhr bei Uhlenhorst Mülheim und am Sonntag zu Hause gegen den TSV Mannheim. Bei optimalen Verlauf ist noch Tabellenplatz 5 für die Kölnerinnen möglich.
Die Herren können bereits am Samstag in Köln- Müngersdorf gegen Uhlenhorst Mülheim die Final 4 Teilnahme endgültig klar machen. Am Sonntag spielt man, ebenfalls zu Hause, gegen den Crefelder HTC.
Ich werde am Sonntag wieder vor Ort sein, um mir zum letzten Mal diese Saison die Damen und Herrenspiele live im Kölner Westen anzuschauen.
Über die Spiele und natürlich auch, ob die Bratwurst ihr Niveau hält, berichte ich dann nächste Woche wieder an dieser Stelle.

Sportliche Grüße und bis dahin
Markus Lehnen

 

Diese Woche … bei Rot-Weiß Köln, KW 14

Samstag, 6.4.

Köln bietet einige Möglichkeiten um seine Freizeit zu verbringen, erst Recht an einem sonnigen Aprilwochenende. Doch statt mich in einen Biergarten oder ein Cafe am Rhein zu setzen, verschlug es mich Samstag und Sonntag auf die Anlage von Rot- Weiss nach Köln Müngersdorf um dort je zwei Bundesligaspiele der Damen und Herren zu besuchen.
Die Spielstätte ist leicht zu finden, da sie sich buchstäblich nur einen Steinwurf entfernt vom Rhein Energie Stadion befindet.

Bei der Außendarstellung des Eingangsbereichs gibt es noch einiges ungenutztes Potential: Nichts macht auf anstehende Begegnungen von Rot- Weiss aufmerksam, auch von dem Schild ,,Nur für Mitglieder” sollte man sich nicht abschrecken lassen, da dies nur die Parkplätze hinter dem Schild gilt.

Passiert man Schranke und Parkplatz gelangt man dann aber schnell zu den zwei Hockeyplätzen, von denen einer als Spielstätte, der andere als Trainingsplatz genutzt wird. Stärken kann man sich entweder in der angeschlossenen Gastronomie oder bei gutem Wetter wie an diesem Wochenende mit einer  Bratwurst vom Grill. Wer also Bier und Bratwurst für sein Stadionerlebnis braucht, der wird bei Rot- Weiss nicht enttäuscht. Ich kaufte am Samstag aber zunächst meine Eintrittskarte für beide Spiele (8 Euro ermäßigt) und betrat die Tribüne, die zwar nur aus drei Steinstufen besteht, dafür aber top gepflegt ist. Bei Regen empfiehlt sich allerdings ein Regenschirm an, denn ein Dach ist nicht vorhanden.

Etwas enttäuschend war, dass sich bei bestem Frühlingswetter nur 120 Zuschauer zum ersten Spiel um 14 Uhr einfanden. Anscheinend hatten sich doch einige für das Cafe oder den Biergarten am Rhein entschieden.

Ausführliche Spielberichte bei  https://www.hockeyliga.de/index2.php?data[page]=home

Damen: Rot- Weiss Köln- Uhlenhorster HC Hamburg 0:3 (0:1)
Die Damen von Rot- Weiss lieferten leider keine gute Vorstellung ab und verloren am Ende  klar gegen den Tabellendritten aus Hamburg. Defensiv noch in Ordnung, liegen die Probleme aktuell in der harmlosen Offensive. Symptomatisch war es dann  auch, dass RWK im kompletten Spiel keine einzige Strafecke herausholen konnte. Das ist umso enttäuschender, als das Strafecken nicht nur mit die beste Möglichkeit darstellen Tore im Hockey zu erzielen, mit Rebecca Grote hat man noch dazu eine Spezialistin für diese kurzen Ecken im Team. Trainer Markus Lonnes ging dementsprechend hart mit seiner Mannschaft ins Gericht und bezeichnete die Leistung seiner Rot- Weiss Damen im Nachgang als ,,emotionslose Arbeitsverweigerung”.

Herren : Rot- Weiss Köln- Uhlenhorster HC Hamburg 2:4 (0:1)
Den sportlich schwarzen RWK Samstag machten die Herren anschließend mit einer 2:4 Niederlage gegen die Hamburger perfekt. Der UHC spielte effektiver, Rot- Weiss machte dagegen aus acht Strafecken nicht ein Tor. Dazu zeigte sich, dass das Herrenhockey dann doch deutlich mehr Leute anzieht, da dieses Spiel immerhin ca. 250 Zuschauer sahen, und das obwohl sich die Sonne inzwischen hinter den Wolken versteckt hatte.
 Allgemein kann ich empfehlen sich Spieltage für den Besuch auszusuchen, an denen Damen und Herren nacheinander spielen. Ein Hockeyspiel dauert 4 mal 15 Minuten, und ist relativ selten unterbrochen, weswegen der ganze, durchaus kurzweilige, Spaß nach ca. 80 Minuten vorbei ist. Für zwei Spiele lohnt sich der Weg heraus nach Müngersdorf aus meiner Sicht eher, als nur für ein einzelnes Spiel in den Kölner Westen zu fahren.

Eine schöne Nebenerscheinung beim Hockeysport zeigte sich mir nach den Spielen. Jetzt konnte ich mich noch auf der Terrasse und im Barbereich beim Kölsch mit anderen Zuschauern,  auch mit den Spielern und Spielerinnen, unterhalten und fachsimpeln.

Diesmal kam hinzu, dass ich noch mit ein paar Spielern der Herren das Fußball Bundesliga Topspiel zwischen Bayern München und Borussia Dortmund schauen konnte. Ein Angebot was ich gerne annahm, und dabei noch etwas die Gastronomie des Vereins ankurbelte.

Die Anlage verließ ich später mit gemischten Gefühlen. Einerseits ein schöner Sport Tag im Grünen, andererseits mit für Rot- Weiss enttäuschenden sportlichen Ergebnissen.

Sonntag, 7.4.

Damen: Rot- Weiss Köln- Harvestehuder THC 0:1 (0:0) 

Sonntags beginnen die Spiele in der Regel etwas früher, weswegen ich mich bereits um 12 Uhr wieder auf der Anlage einfand. Die Zuschauerzahl wurde diesmal von hockeyliga.de mit 100 angegeben, was ich allerdings für eine optimistische Schätzung halte. Harvestehude, der dritte Hamburger Gegner der Kölnerinnen in einer Woche, hatte am Vortag bereits Tabellenführer Düsseldorf geschlagen und konnte auch diesmal gewinnen. Das Spiel lebte stark von der Defensive, im ganzen Spiel gab es nur 3 Strafecken (alle für Köln). Die Entscheidung brachte am Ende eine schöne Direktabnahme von Seiten der Hamburgerinnen in der 42. Minute. Das große Problem von Rot- Weiss war wie am Vortag die ungefährliche Offensive. Die Rot- Weiss Damen stehen damit 2019 weiterhin ohne Tor und Punkt da.

Herren: Rot- Weiss Köln- Harvestehuder THC 7:2 (4:1)

Ja endlich! Gänzlich erfolglos ging mein Wochenende bei Rot- Weiss dann doch nicht zu Ende. Hier zeigte sich der Hockeysport von seiner besten Seite, zumindest für den interessierten Laien wie mich, der dann auch eher auf tolle Offensivaktionen hofft. Diese gab es beim RWK Sieg zu genüge, womit die Herren auch ihre Spitzenposition in der Hockey Bundesliga halten konnten. Mann des Spiels war ohne Frage Marco Miltkau, der alleine vier Treffer zum klaren Sieg beisteuerte.

Nach erneutem anschließenden Fachsimpeln mit Rot- Weiss Spielerinnen und Vereinsverantwortlichen, machte ich mich wieder auf dem Heimweg. Vier Spiele, ein Sieg, sportlich leider kein gutes Wochenende, dennoch mit jeder Menge Spaß und Unterhaltung. Dazu habe ich noch einiges über die Vereinsstrukturen und den Hockeysport im Generellen gelernt, was ich hier in den nächsten Wochen weiter einbringen kann.

So geht’s weiter

Die Damen haben nächste Woche wieder einen Doppelspieltag, spielen Samstag beim Mannheimer HC und Sonntag zu Hause gegen den Münchner SC. Große Auswirkungen auf die Tabelle werden die abschließenden Spiele nicht mehr haben: Sowohl  im Kampf um die Final 4 Teilnahme, als auch Richtung Abstieg geht so gut wie nichts mehr.
Allerdings zeigt sich hier der Aufwand den die Sportler und Sportlerinnen für ihren Sport auf sich nehmen. Die Reise nach Mannheim ist dabei noch eine der kürzeren. In der Hinrunde spielten die RWK Damen einmal Samstags um 14 Uhr zu Hause nur um tags darauf um 12 Uhr in München antreten zu müssen. In der Regel wird zwar versucht die Auswärtsfahrten zu bündeln, so spielte der UHC dieses Wochenende in Köln und Düsseldorf, aber diese Reisebündelung ist nicht immer zu halten.
Die Rot- Weiss Herren  haben nächste Woche nur ein Spiel, womit Uhlenhorst Mülheim bei einem Sieg am Samstag in der Tabelle an Köln vorbeiziehen könnten. Es sieht aber immer noch sehr gut aus, dass zumindest ein Kölner Team am Final 4 im Mai in Krefeld teilnehmen.

Diese Woche … bei Rot-Weiß Köln, KW 13

Von Markus Lehnen

Warum es Hockey wurde

Feldhockey also, im folgenden einfach Hockey, soll das Thema sein, worüber ich wöchentlich bei 12producer.de schreiben werden.
Bis September war ich einer dieser sportinteressierten  Menschen, die Hockey exakt zwi Wochen in vier Jahren verfolgen, nämlich bei den Olympischen Sommerspielen. Wie andere Randsportarten (also in Deutschland so gut wie jeder Sommersport, der nicht Fußball ist) teilt der Hockeysport das Schicksal, dass nach den Sommerspielen, bei denen  bestenfalls 8 Millionen Leute etwaige Finalspiele im TV schauen, das Interesse ebenso schnell wieder abebbt. Wie bei all diesen Sportarten passiert das allerdings erst, nachdem auch Tante Uschi beim Kaffee noch mitgeteilt hatte, dass man dieses Hockey ja öfter gucken sollte und in Zukunft auch wird.

Das passiert aber nicht.  Der Sport verschwindet wieder auf seinen Fachseiten im Internet, und bestenfalls sind das Finale der deutschen Meisterschaft oder/und  Bilder von Welt- oder Europameisterschaft kurz in der Sportschau zu sehen. Für Livespiele helfen nur Streams im Internet, bei Länderspielen hilft immerhin DAZN.
Ich persönlich bin nach 11 Jahren, die ich im Kölner Raum lebe, im letzten September das erste Mal zu einem Spiel gegangen. Vorher war mir zwar bewusst, dass es in Köln mit den Damen und Herren von Rot- Weiss (#1._herren-rwkoeln) (#rotweisskoelnhockeydamen) zwei ambitionierte Bundesligateams gibt, aber obwohl ich für so ziemliche jede Sportveranstaltung zu haben bin, kam ich nie auf die Idee mit dort ein Spiel live anzugucken.

Warum dies so ist, ist eine gute Frage. Eine Annäherung an diese Frage erklärt wohl, warum sich selten mehr als 250 Zuschauer zu den Spielen einfinden, wofür dann aber auch schon Damen und Herren bei gutem Wetter spielen müssen. Ansonsten können es auch mal 50 Zuschauer sein, von denen gefühlt 48 Verwandte und Freunde der Spieler und Spielerinnen sind.

An der Lage der Spielstätte kann dieses geringe Interesse nicht liegen, denn die Hockeyanlage von Rot- Weiss Köln befindet sich buchstäblich im Schatten des Rhein Energie Stadions, liegt nur wenige Meter von der dortigen Nordtribüne entfernt. Plakate oder Aufsteller, die auf Spiele aufmerksam machen gibt es allerdings nicht.
Ich persönlich kam durch meine beiden Kolleginnen und Rot- Weiss Spielerinnen Julia Busch und Rebecca Grote dazu mir ein Spiel live anzuschauen, und hatte großen Spaß dabei. Durch die beiden habe ich erfahren, welcher Aufwand nötig ist, um Hockeybundesliga zu spielen und stellte mit Verwunderung, aber auch großen Respekt fest, dass sie diesen Aufwand leisten, ohne dafür bezahlt zu werden.
So schaute ich der Folge immer mal wieder vorbei, wobei ich bemerkte, dass auch bei den Herren oder in der Halle der Zuschauerzuspruch selten den Leistungen auf dem Platz gerecht wird.

Die Woche im Hockey soll diesen Spaß zum geneigten Sportpublikum auf 12producer.de transportieren und bestenfalls für etwas mehr verdiente Aufmerksamkeit sorgen.
Will man sich über Hockey informieren geht man auf Hockeyseiten, aber Freunde anderer Sportarten schauen nicht auf diese Seiten. Durch diese Artikel habe ich die Hoffnung, dass Leser/innen neugierig auf diesen Sport werden und bestenfalls bei Rot- Weiss, oder aber beim jeweils lokalen Hockeyclub, vorbeischauen.

Was bisher geschah

Der Modus der Hockeybundesliga ist schnell erklärt. Es gibt 12 Teams, die zwischen Anfang September und Ende Oktober, sowie Ende März und Mitte Mai jeweils 2mal gegeneinander spielen. Die 4 besten Teams spielen am 18./19. Mai beim Final Four in Krefeld den deutschen Meister aus.
Zwischen Ende November und Anfang Februar findet dazu noch eine separate  Hallenhockey Saison statt. amtierende Meister dort sind die Herren vom Club an der Alster und die Damen vom Düsseldorfer HC.
Für die Damen von Rot Weiss wird es dieses Jahr wohl leider nichts mit dem Final 4. Die Mannschaft von Trainer Markus Lonnes befindet sich in einem Umbruch und liegt nach 15 Spielen bereits 15 Punkte hinter Platz 4 auf Platz 7. Auch das erste Spiel 2019 wurde leider am Sonntag mit 0:2 beim Club an der Alster verloren. Tabellenführer ist aktuell der Düsseldorfer HC.
Besser sieht es bei den Herren von Trainer Andre Henning aus, die nach 16 Spielen an der Tabellenspitze liegen.

Was ich vorhabe

Ich möchte euch vor allem mit vor Ort Berichten den Spaß am Hockeysport näherbringen. Hierzu werde ich dieses Wochenende  am Samstag und Sonntag auf der Anlage in Köln Müngersdorf sein, um die Spiele der RWK Damen und Herren gegen den UHC Hamburg und den Harvestehuder THC zu besuchen. Wer also im Kölner Raum wohnt  und Lust auf  ein anderes Sporterlebnis als Fußball hat, der sollte nicht zögern Samstag ab 14 Uhr und Sonntag ab 12 Uhr bei Rot- Weiss reinzuschauen. Stadionbier und Bratwurst gibt’s auch beim Hockey.
Des weiteren werde ich mir Ende April  Länderspiele der Damen- und Herrennationalmannschaft in Mönchengladbach anschauen, sowie den Finaltag des Final 4 Turniers in Krefeld besuchen.
Daneben werde ich versuche Stimmen und bestenfalls Artikel von der Mannschaft bzw. den Mannschaften zu bekommen. Wie läuft zum Beispiel eine Auswärtsreise eines Damen Hockeybundesligisten ab. Kleiner Teaser, einen Mannschaftsbus gibt es schon mal nicht. 

Ebenso werde ich über Kuriositäten beim Hockey schreiben. Wer erinnert sich zum Beispiel nicht an die wahnwitzige Idee des FIFA Chefs Gianni Infantino eine weltweite Nations League einzuführen. Komplett irre, überhaupt nicht durchführbar waren einige der Kommentare dazu. Im Hockey gibt es so eine Liga bereits, für deren Spiele die Sportlerinnen einen Monat abwechselnd nach Australien, Neuseeland und Argentinien fliegen mussten. Weltreise mal anders.

Das ist also der Plan in den nächsten Wochen. Über Kritik und Anregungen würde ich mich ebenso freuen, wie wenn ich den ein oder anderen Leser oder Autor von 12producer.de am Wochenende auf der Clubanlage von Rot Weiss begegne.

Sportliche Grüße und bis nächste Woche, Markus