Marco Reus – Warten auf das Happy End

Von Sascha Staat

Marco Reus ist so ein wenig der tragische Held der deutschen Fußballneuzeit. Immer wenn es darauf ankam, war der Dortmunder nicht mit dabei. Aber das ist nur die halbe Wahrheit, die seiner Karriere in der Nationalmannschaft. Heute wird Reus 30 Jahre alt. Irgendwie kaum zu glauben, aber er ist dann doch schon länger mit dabei als viele denken. Sein Stern ging auf, als er mit seinem Ex-Club Borussia Mönchengladbach am Abgrund stand. Relegation 2011, gegen den VfL Bochum. Den Fohlen drohte der erneute Abstieg in die Zweitklassigkeit. Das Hinspiel hatte sein Team mit 1:0 gewonnen, im Rückspiel führte Bochum durch ein Eigentor mit 1:0. In einem grausamen Kick deutete alles auf die Verlängerung hin, doch Reus traf zum Ausgleich und Gladbach blieb in der Liga.

Nur ein Jahr später war Reus Fußballer des Jahres geworden. Schon während der Saison war klar, dass seine Zukunft nicht am Niederrhein liegen würde. Die Heimat rief, der BVB, und der verlorene Sohn kehrte in seine Geburtsstadt zurück. Zu dem Verein, der ihn einst für zu schlecht befand. Zuvor durfte er sein erstes Turnier im DFB-Trikot absolvieren. Im EM-Viertelfinale 2012 gegen Griechenland spielte er famos auf, im Halbfinale saß er dann plötzlich wieder auf der Bank. Gegen Italien war Deutschland chancenlos, weil Reus nicht mit dabei war. Bundestrainer Joachim Löw entschied sich für Lukas Podolski. Das Ergebnis ist bekannt. Es sollte nicht das letzte Mal bleiben. Reus und das Trikot mit dem Adler, es blieb eine Art Hassliebe.


Reus und Titel, es blieb ebenfalls eine lange Sehnsucht. Zusammen mit Mario Götze brillierte er in seinem ersten Jahr in Schwarzgelb vor allem in der Champions League, doch die traumhafte Saison des BVB wurde im Finale jäh gestoppt. Genau wie im DFB-Pokal. Gleich drei Mal verlor Reus das Endspiel. Dazwischen lag die verpasste Weltmeisterschaft 2014, nachdem er ich in einem Testspiel vor dem Turnier schwer verletzt hatte. Auch die EM 2016 fand ohne Reus statt.

Als es dann endlich was zu feiern gab konnte Reus nur bedingt mithelfen. Im Pokalfinale 2017 musste er zur Halbzeit verletzt vom Platz und der Triumph von Berlin fühlte sich für Borussia Dortmund nach einem turbulenten Jahr mehr wie eine große Erleichterung als eine große Freude an. Wieder im Kader stand er dann bei der Weltmeisterschaft 2018, das Ende ist bekannt. Mittlerweile schwärmen, wiedervereint mit seinem Lieblingstrainer Lucien Favre, viele vom besten Reus aller Zeiten. Er ist Kapitän, frischgebackener Vater und das Gesicht das Vereins. Dass er in der wohl besten Saison seiner Kariere wahrscheinlich erneut ohne Titel bleibt, es passt irgendwie zu der Geschichte von Marco Reus. Eine tragische Figur, auf die irgendwann vielleicht doch noch ein Happy End wartet.

Das gepflegte Rollenspiel – KW 15

Wir expandieren in den Golfsport mit einem zweifachen Masters-Champion, holen uns einen einen Handball-National-Torwart in die Studios, wollen aber auch dem besten Spieler des BVB und dem Trainer von Fortuna Düsseldorf ein Forum geben. Wie auch dem Anchorman Markus Gaupp (Sky) und dem Producer.