Diese Woche… bei Rot-Weiß Köln, KW 37

Von Markus Lehnen

Neue Saison, neuer Modus
Die Sommerpause ist auch für die Hockeyspieler und Spielerinnen vorbei, und so melde auch ich mich wieder mit der wöchentlichen Zusammenfassung der Ereignisse rund um den Kölner Tennis und Hockey Verein Rot- Weiss.
Am vergangenen Wochenende starteten die Feldhockeybundesligen der Damen und Herren in ihre neue Saison. Es wird eine besondere Saison, da im nächsten Sommer die Olympischen Spiele in Tokio anstehen. Damit es möglich ist neben der Feldhockey- eine Hallenhockeyrunde und die Pro League abzuhalten, musste der Modus in der deutschen Eliteliga geändert werden.
Die Bundesligateams wurden in jeweils zwei Gruppen a sechs Teams eingeteilt. Grundlage für die Einteilung waren die Abschlusstabellen der letzten Saison. Die Teams spielen nach dem Prinzip jeder gegen jeden, allerdings gibt es Rückspiele nur gegen die Teams aus der eigenen Gruppe. Insgesamt hält die Saison 16 Spiele für jedes Team bereit. Anschließend geht es in für die besten 8 Teams in ein Playoff Viertelfinale, welches nach dem Modus Best of 2 ausgespielt wird. Sind beide Teams nach 2mal 60 Minuten torgleich gibt es einen Shoot Out um den Sieg und das damit verbundene Erreichen des Final 4. Die schlechtesten beiden Teams der jeweiligen Gruppe spielen ebenfalls im Best of 2 Modus in Playdowns den Klassenerhalt aus, die beiden Verlierer steigen ab.
Das Final 4 wird wieder an einem Wochenende an einem Ort ausgespielt, und zwar dieses Jahr am 23./24. Mai in Mannheim auf der Anlage des Mannheimer HC.

Saisonausblick 1. Damen
Bei den RWK Damen gab es diesen Sommer einige personelle Veränderungen. Waren die letzten Jahren von einem Umbruch geprägt, bei dem vor allem junge Spielerinnen in die erste Mannschaft integriert wurden, konnten diesen Sommer hochkarätige Neuzugänge präsentiert werden. Mit Pia Maertens (aus Raffelberg), Nike Lorenz und Cecile Pieper (beide vom Mannheimer HC) verpflichtete Rot- Weiss 3 aktuelle Nationalspielerinnen und hat nun mit den beiden bewährten Stammkräften Rebecca Grote und Julia Sonntag insgesamt 5 Silbermedaillengewinnerinnen der Europameisterschaft 2019 im Kader. Mit Anna- Sophie Hannes, Imma Sophie Hofmeister, Camille Nobis und Noemie Bach stießen 4 weitere neue Spielerinnen zum Kader der Rot- Weiss Damen. Verlassen haben das Team Julia Krawatzky, Sarah Sprink und Nicole Pahl.
Da auch junge Talente wie die U21 EM Dritten Liv Arndt und Emma Boermans ein Jahr weiter in ihrer Entwicklung sind, ist dem Team von Trainer Markus Lonnes diese Saison einiges zuzutrauen. Das Minimalziel ist das Playoff Viertelfinale, eine Teilnahme am Final 4 in Mannheim erscheint mit der verstärkten Mannschaft aber auch gut möglich.

1. Damen Rot- Weiss Köln 2019/20

 

Saisonausblick Herren
Bei den Herren ist diesen Sommer personell weniger passiert. Einziger externer Neuzugang ist Sven Alex, der vom DHC Hannover in die Domstadt gewechselt ist. Namhafte Abgänge sind Nationalspieler Marco Miltkau (Gantoise/ Belgien), Eric Knobling (Düsseldorfer HC) und Maximilian Werner (Polo Hamburg). Das Team von Trainer Andre Henning möchte vor allem die Jugendspieler entwickeln und so liefen am ersten Wochenende alleine 5 Debütanten aus der eigenen Jugend für die Kölner auf.
Da der Kader aber weiterhin mit Nationalspielern wie Victor Aly, Christopher Rühr, Timur Oruz, Johannes Große, Tom Grambusch und Mats Grambusch gespickt ist, ist es wieder das Ziel um die deutsche Meisterschaft mitzuspielen. Auch in der European Hockey League möchte man nach Platz 2 im Vorjahr wieder ganz vorne angreifen.
Youngster Thies Ole Prinz gewann mit der U21 Nationalmannschaft im Sommer die Europameisterschaft und dürfte auch einen weiteren Entwicklungsschritt vollzogen haben, der hilfreich für die Ambitionen der Domstädter sein dürfte.
Insgesamt gibt es also auch diese Saison die Chance einige zukünftige Olympioniken (von der Qualifikation geht der Autor dieses Textes jetzt mal aus;-) am Olympiaweg in Köln Müngersdorf live zu erleben.

1.Herren Rot- Weiss Köln 2019/20

1. Spielwochenende Damen
Münchner SC- Rot Weiss Köln 0:1 (0:0)
Für die Damen ging es mit einer Auswärtsreise in die neue Saison. In der bayerischen Landeshauptstadt besiegte man den Münchner SC, durch einen 7m Treffer von Kapitänin Rebecca Grote, mit 1:0. Da das Spiel leider nicht gestreamt wurde, kann ich nur die Aussage von Trainer Markus Lonnes nutzen, der mit der Mannschaft zufrieden war und von einem verdienten Sieg sprach. 5 Neuzugänge gaben in München ihr Debüt für Rot- Weiss Köln.

Mannheimer HC- Rot Weiss Köln 2:1 (2:0)
Der Mannheimer HC ist in Sachen Streaming ein leuchtendes Beispiel in der Hockey Bundesliga, weswegen es möglich war am Sonntagmittag das Spiel der Domstädterinnen beim Mannheimer HC zu verfolgen. Die Kölnerinnen hielten gut mit, blieben in der 1.Halbzeit vor dem Tor aber zu ungefährlich. Ganz anders die Mannheimerinnen, die zunächst eine Strafeckenvariante zur Führung verwandelten und wenige Sekunden vor der Halbzeit einen Ballverlust im Kölner Aufbauspiel zum 2:0 nutzen konnten. In der 2.Halbzeit konnte U21 Nationalspielerin Liv Arndt nur noch den Anschlusstreffer für Köln erzielen. Die Rot- Weiss Mädels versuchten am Ende noch einmal alles, konnten den Ausgleich aber nicht mehr erzielen.
Mit 3 Punkten aus 2 Spielen gelang den Kölnerinnen insgesamt ein solider Saisonauftakt. Durch die vielen Neuzugänge, und die späte Europameisterschaft kann das Team von Markus Lonnes noch nicht eingespielt sein, was man gegen Mannheim in manchen Momenten auch gut sehen konnte.
Weiter geht’s am nächsten Wochenende mit 2 Heimspielen um jeweils 12 Uhr gegen die Teams vom Großflottbeker THGC (Samstag) und dem deutschen Meister vom Club an der Alster (Sonntag). Gerade das Spiel am Sonntag sollte ein Pflichttermin für Kölner Hockeyfreunde sein, denn viel mehr Nationalspielerinnen wird man diese Saison nicht auf einem Platz erleben können.

1. Spielwochenende Herren
Rot Weiss Köln- Harvestehuder THC 6:4 (4:1)
Am Samstag um 14 Uhr schaute ich zusammen mit 300 Zuschauern den Saisonauftakt der 1. Herren live im Plusserver Sportpark in Köln Müngersdorf. Freundlicherweise habe ich diese Saison eine Pressedauerkarte, vielen Dank hierfür an den Medienverantwortlichen Stephan Frings und Geschäftsführer Robert Haake.
Bei etwas herbstlichen Wetter wurde ich Zeuge eines spektakulären Schlagabtausches. Hierbei kamen die Gäste aus dem Hamburger Stadtteil Harvestehude besser ins Spiel, und gingen verdient mit 1:0 in Führung. Diesen Rückstand drehte Köln aber beeindruckend noch vor der Halbzeitpause durch Adrians, Rühr, Mats Grambusch und Fleckhaus zu einem 4:1. Kurios hierbei, dass die Hamburger das 4:1 ohne Torwart kassierten, da sie diesen für einen weiteren Feldspieler ausgewechselt hatten. Erwähnenswert auch das 2:1 von Christopher Rühr, der einen 50 Meter Lauf mit einem satten Schuss in den Winkel abschloss, Prädikat Traumtor. Zu sehen in folgendem Video.

 

Nach der Halbzeit kam Harvestehude wieder auf 3:4 heran, ehe Mats Grambusch in der 49. Minute wieder auf 5:3 erhöhen konnte. Die Gäste verkürzten abermals, ehe erneut Mats Grambusch per Strafecke mit dem 6:4 alles klar machte.
Insgesamt war es ein intensives Spiel, welches die Kölner am Ende knapp, aber verdient, gewannen. Da man durch die Europameisterschaft kaum Vorbereitungszeit hatte, zeigte sich Trainer Andre Henning begeistert von der Zusammenarbeit der Kölner Spieler in dieser frühen Phase der Saison.
Ebenfalls beachtenswert war der Zuschauerzuspruch, der hoffentlich während der Saison mindestens so bleibt. Frische Bratwurst und das ein oder andere Kölsch rundeten einen gelungenen Nachmittag ab, den auch die ein oder andere Wespenattacke nicht trüben konnte.

Rot Weiss Köln- Großflottbeker THGC 3:1 (2:0)
Auch am Sonntag fand ich mich, diesmal sogar mit 350 weiteren Zuschauern, im Schatten des Rhein Energie Stadions ein, um den 2. Auftritt der Rot- Weiss Herren zu verfolgen. Zu Gast war diesmal der Aufsteiger aus Großflottbek, ebenfalls ein Stadtteilverein aus der Hansestadt Hamburg. Die norddeutsche Metropole darf sich völlig zurecht Hockeyhauptstadt nennen, spielen diese Saison doch alleine 5 Hamburger Hockeyvereine in der 1. Bundesliga. Bei den Damen sind es immerhin 4 Vereine.
Ungewohnt war erst einmal, dass die Kölner nicht in Rot oder Weiß aufliefen, sondern in ihren neuen silbernen Ausweichtrikots mit goldenen Nadeltreifen. Für den ein oder anderen Zuschauer war es erst einmal verwirrend, dass die Gäste in Rot aufliefen.
Anfangs agierte der Gast aus Norddeutschland stark und konnte die ersten 15 Minuten überlegen gestalten, ohne aber vorm Kölner Tor gefährlich zu werden.
In der 17. Minuten konnte allerdings Kai Aichinger mit einem satten Schuss ins obere linke Ecke zur Kölner Führung ein schießen. Kurz danach wurde eine Strafecke vom wieder sehr auffälligen Christopher Rühr von einem Großflottbeker Abwehrspieler unglücklich ins eigene Tor zum 2:0 Halbzeitstand abgefälscht.
Nach der Halbzeitpause dominierte Rot- Weiss das Spiel vollends, schaffte es aber trotz mehrerer guter Chance erst in der 53. Minute das 3:0 zu erzielen. Rühr schloss hierbei einen schönen Lauf mit einem satten Rückhandschuss ins rechte Eck ab. Die Gäste, die bis dahin ohne richtige Torchance blieben, konnten in der letzten Minute noch durch ein Traumtor von Jakob Schmidt auf den 1:3 Endstand verkürzen. RWK Trainer Andre Henning war nach dem Spiel besonders mit der, im Vergleich zum Vortag, verbesserten Abwehrleistung zufrieden.
Für die Hamburger dürfte es diese Saison um den Klassenerhalt gehen, während Köln mit dem perfekten Saisonstart seine Meisterschaftsambitionen unterstreichen konnte.
Weiter geht es für die Kölner am nächsten Wochenende in Hamburg gegen den UHC Hamburg(Sa, 15:30 Uhr) und den Club an der Alster (13 Uhr).

So geht es weiter
Ab jetzt werde ich bis zum Ende der Hinrunde Mitte Oktober jedes Wochenende mindestens 1mal live auf der Anlage von Rot- Weiss sein, um die Spiele zu schauen und dann anschließend hier darüber berichten. Desweiteren ist geplant die Olympiaqualifikationsspiele der Nationalmannschaften Anfang November in Mönchengladbach zu schauen. Fragen und Anregungen bitte jederzeit gerne in die Kommentare posten. Vielen Dank und auf eine schöne, und für Rot- Weiss erfolgreiche, Hockeysaison 2019/20!

 

 

TV, Stream und Geburtstage: Das steht am am 04.09.2019

von Markus Lehnen

Der Schock nach der Niederlage des DBB Teams gegen die Dominikanische Republik sitzt bei vielen noch tief, dennoch gibt es auch heute natürlich wieder 8 Spiele der Basketball WM aus China, live auf Magentasport.de
Highlight ist hierbei das Spiel der Italiener gegen den WM Mitfavoriten Serbien, moderiert von Jan Lüdeke. Los geht’s um 13:20 Uhr. Ab 14:20 Uhr gibt es mit der Partie Russland- Argentinien ein weiteres Matchup zweier großer Basketballnationen.

Um 15 Uhr wird auf Eurosport wieder bei der Vuelta in die Pedale getreten. Diesmal geht es über 180 meist flachere Kilometer von Saint Palais in Frankreich zurück nach Spanien zum Zielort Urdax- Dantxarinea

Ab 18 Uhr geht es bei Eurosport, Eurosport 2 und Eurosport 360 mit dem zweiten Viertelfinaltag der Tennis US Open weiter, u.a. mit Rafael Nadal.

Ab 18:25 Uhr ist bei Sport1 Viertelfinalzeit bei der Volleyball EM der Damen. Los geht es mit der Partie Türkei gegen die Niederlande, bevor dann ab 20:25 Uhr die deutschen Damen in Lodz auf die Gastgeberinnen aus Polen treffen.

Geburtstag haben an diesem 4.September unter anderem die Fußball Welt- und Europameisterin Kerstin Garefrekes (40), der ehemalige deutsche Skisprungnationaltrainer Werner Schuster (50) und der DFB Pokal Sieger Aaron Hunt (33). Auf diesem Wege herzlichen Glückwunsch!

TV, Stream und Geburtstage: Das steht am am 03.09.2019

von Markus Lehnen

Ab 8 Uhr gibt es bei Magentasport.de wieder 8 Spiele der Basketball WM aus China mit Moderator Jan Lüdeke.  Ab 10 Uhr kommentiert Sportradio 360 Stammgast Michael Körner den zweiten Auftritt der deutschen Basketball Nationalmannschaft gegen die Dominikanische Republik. Um 13 Uhr kommentiert Markus Krawinkel anschließend das zweite Spiel der US Boys gegen die Türkei

Um 15 Uhr überträgt Eurosport die 10. Etappe der Vuelta, ein Einzelzeitfahren über 36,2 km von Jurancon nach Pau.

Ab 18 Uhr geht es bei Eurosport, Eurosport 2 und Eurosport 360 mit dem ersten Viertelfinaltag der Tennis US Open weiter, u.a. zu sehen sind der Maestro Roger Federer, sowie die deutschen French Open Champions Mies/Krawietz.

Geburtstag haben unter anderem der ehemalige Weltklasse Stabhochspringer und 6m Springer Tim Lobinger(47), Champions League Sieger Samuel Osei Kuffour(43), Fußballweltmeister und Triple Sieger Jerome Boateng (31), Tennisprofi und French Open Finalist Dominik Thiem (26) sowie der amtierende Doublesieger Niklas Süle (24). Auf diesem Wege herzlichen Glückwunsch!

Steven Gerrard – Die Legende

Von Markus Lehnen

Champions League Finale 2005

Es bedurfte einiger Überzeugungsarbeit um meiner Schwester klar zu machen, dass ich ein Champions League Finale natürlich auch dann schauen muss, wenn kein deutsches Team beteiligt ist und man, zwecks Urlaub, auf der Mittelmeerinsel Samos weilt.

Ich hatte Erfolg und saß an einem gewissen 25. Mai 2005 um 20:45 in einer Hafenkneipe des kleines Städtchens Phythagorio, nichts ahnend, ein Spiel zu sehen, dass in die Sportgeschichte eingehen würde. Und was untrennbar mit einem Namen verbunden ist, Steven Gerrard, dem damaligen Kapitän des FC Liverpool.

AC Mailand gegen den FC Liverpool hieß das Duell an diesem Finalabend im Istanbuler Atatürk- Olympiastadion. Die Favoritenrolle war hierbei klar auf Seiten der Italiener.

Während Milan nur im Halbfinale gegen die PSV Eindhoven Probleme hatte, erreichten Gerrards Reds das Achtelfinale nur durch das bessere Torverhältnis, bevor sie im Halbfinale durch ein Geistertor, Chelsea mit 1:0 nach Hin- und Rückspiel schlagen konnten. Ob der Ball von Luis Garcia die Torlinie vollständig passierte, wird man nie ultimativ beweisen können, den Bildern nach kann dies aber stark bezweifelt werden.

Das Tor zählte, und so konnte Steven Gerrard die Nordwestengländer an diesem Mittwoch in ihr erstes Champions League Finale überhaupt, und ihr erstes Landesmeister Endspiel seit der  Heysel- Katastrophe von 1985, führen.


Schnell sah es so aus, als hätte ich den Abend doch im Hotel verbringen sollen. Bereits in der 1. Minute ging Milan durch Maldini in Führung, bis zur Halbzeit legte Hernan Crespo noch 2mal, zum 3:0 Halbzeitstand, nach. Der Traum des Mannes, der zu diesem Zeitpunkt bereits 16 Jahre für die Reds spielte, und noch 10 weitere dort spielen sollte, schien ausgeträumt. Schluss mit dem Traum den Henkelpott in den Nachthimmel recken und es  Legenden des ikonischen Liverpool Football Clubs, wie Emlyn Hughes, Kevin Keegan, Ian Rush oder natürlich Kenny Dalglish, nach zu machen. Aus der Traum, den nächsten Europapokal nach dem UEFA Pokal 2001 zu gewinnen, als Gerrard in Dortmund bei einem epischen 5:4 nach Golden Goal gegen Deportivo Alaves, früh zum zwischenzeitlichen 2:0 traf.

Enttäuschungen bei den Three Lions

Es schien so ein Abend zu werden, wie ihn der damals 24 Jährige mit der englischen Nationalmannschaft ein Jahr zuvor bei der Europameisterschaft in Portugal erlebte, als die hoch talentierten Three Lions mit Spielern wie Gerrard, Frank Lampard, John Terry, Wayne Rooney, David Beckham, Paul Scholes und Michael Owen, wieder einmal im Elfmeterschießen, im Viertelfinale an Portugal scheiterten. Ein Abend der Enttäuschung, wie er ihn noch so oft mit Team England erleben sollte, mit dem er Zeit seiner Karriere nicht 1 Finale erreichte.

Das Comeback

Ich dachte in dieser Halbzeitpause des 25.Mai daran zum Hotel zurück zu kehren. denn das Spiel war vermeintlich gelaufen. Die Siegerehrung könne man sich dann noch dort angucken, so mein damaliger Gedanke. Ich könnte jetzt sagen, dass ich irgendwie so ein Gefühl hatte, es könne noch etwas passieren in diesem Spiel. Das wäre allerdings gelogen. Es war ein schöner Mai Abend, und da meine Schwester einen Cocktail trinken wollte, beschlossen wir einfach in die Bar nebenan zu wechseln und dort halt noch nebenher die 2.Halbzeit zu schauen. Wir sollten es nicht bereuen, und irgendwie waren, im Gegensatz zur Kneipe der ersten Halbzeit, dort auch die Liverpool Fans in der klaren Überzahl.

Liverpool Trainer Rafa Benitez und Kapitän Steven Gerrard schienen die richtigen Worte in der Pause gefunden zu haben, denn Liverpool kam alles andere als geschlagen aus der Kabine. Benitez hatte seinen Spieler gesagt, dass mit einem frühen Tor ,,vielleicht noch etwas gehen könnte”. Und dieses frühe Tor fiel in der 54. Minute, natürlich durch den Anführer himself, Steven Gerrard. Die nächsten 6 Minuten werden wohl als mit die verrücktesten in die Fußballgeschichte eingehen, denn jetzt entfachte der damalige englische Rekordmeister einen wahren Angriffssturm. Vladimir Smicer erzielte in der 56. Minute den 2:3 Anschlusstreffer und wieder Gerrard holte in der 60. Minute einen Elfmeter heraus. Diesen trat der gefoulte nicht selbst, sondern überließ ihn Xabi Alonso. Milan Keeper Dida konnte den Ball halten, aber nur nach vorne abwehren, Nachschuss Alonso, Tor, 3:3- Spiel ausgeglichen. Der Wahnsinn war fürs erste perfekt, in Istanbul und auch in einer kleinen Bar im Hafen von Phytagorio auf Samos.

Gerrard und ,,sein” LFC

Gerrard hatte gezeigt, wie der aus bescheidenen Verhältnissen stammende Nordengländer mit Rückschlägen umgeht, nämlich mit Einsatz, Leidenschaft und Kampf. Dass er nebenbei eine ausgezeichnete Technik und einen sehr harten Rechtsschuss besaß, machte ihn zu dem außergewöhnlichen Spieler, der er war. Er kam 1998 bereits mit 8 Jahren zu dem Herzensverein seiner gesamten Familie und sollte den Liverpool F.C. in den nächsten 27 Jahren auch nicht mehr verlassen. Zur Familiengeschichte der Gerrards gehört auch, dass Steves Cousin Jon- Paul Gilhooley einst das jüngste der 96 Todesopfer der Hillsborough Katastrophe war. Eine Tragödie, die sicherlich ein bedeutendes Puzzlestück in Gerrards großer Treue und Liebe zu ,,seinen” Reds ist.

Dramatik in Istanbul

Das Spiel in Istanbul beruhigte sich ab dem 3:3 etwas und lebte nun von der Spannung. Milan Trainer Ancelotti schaffte es sein Team wieder in die Spur zu bringen. Superstar Andrii Shevchenko und der spätere Weltmeister Andrea Pirlo hatten sogar noch gute Chance das Spiel in der regulären Spielzeit für den AC Mailand zu entscheiden, verfehlten aber jeweils knapp das englische Tor.

Liverpool rettete sich in die Verlängerung, aber es wurde deutlich, dass die Aufholjagd dem Außenseiter viel Kraft gekostet hatte. Das Gegenmittel war, wie so oft bei Teams mit Steven Gerrard, Kampf und Leidenschaft, an diesem Abend aber vor allem auch Jerzy Dudek. Das dieser Abend etwas Besonderes mit dem polnischen Torhüter vor hatte, deutete sich an, als Shevchenko erst per Kopf, und dann aus gut 2m, freistehend mit dem Fuß, am Polen scheiterte.
Es kam zum Elfmeterschießen. Und das Klischee wurde auch in der griechischen Bar häufig bemüht, von Deutschen , Italienern, Griechen und Briten gleichermaßen: Engländer können kein Elfmeterschießen, Vorteil AC Mailand.
Es sollte dieses eine Mal anders kommen. Serginho verschoss gleich zu Beginn, den Versuch von Pirlo konnte der unaufhörlich tänzelnde (und damit ziemlich irregulär handelnde) Dudek halten. Bei Liverpool vergab nur John Arne Risse gegen Dida.

Und so musste Andrii Shevchenko verwandeln, damit Steven Gerrard überhaupt zum 5. und letzten Elfmeter antreten musste. Musste er nicht. Dudek hielt den schlecht, halbhoch mittig, geschossenen Elfmeter und der Wahnsinn brach los. In Istanbul, in Liverpool und auch in der mittlerweile mit noch mehr Redsfans gefüllten Bar im Hafen von Phytagorio. Einer dieser Fans rannte weg und tauchte erst Minuten später, nach einem Bad im Hafenbecken, völlig durchnässt wieder auf. Ein irrsinniges Spiel war zu Ende, nach dessen Ende Steven Gerrard wirklich den Henkelpott in die Höhe recken konnte, und endgültig zu einer Vereinslegende wie Paisley, Shankly, Dalglish und Co. aufstieg.

Die weitere Karriere als Legende

2007 kam es in Athen erneut zum Champions League Finalduell zwischen Milan und Liverpool, diesmal mit dem besseren Ende für die Norditaliener. Den ersehnten Meistertitel konnte Gerrard nicht mehr gewinnen, auch weitere internationale Titel blieben ihm verwehrt, was aber seine Popularität unter den LFC Fans in keinster Weise negativ beeinflusste.

Was Gerrard für den Verein von der Anfield Road bedeutet, zeigt dieses Video allerdings weitaus besser, als ich es je beschreiben könnte. Vorsicht, Gänsehautgarantie!


Bevor Stevie G, so sein Spitzname, seinen Liverpool F.C. 2015, nach 27 Jahren, verließ, absolvierte er als erst 3. Spieler (nach Jamie Carragher und Ryan Giggs) sein 500. Premier League Spiel. 4 weitere folgten, bevor er sich noch für ein Jahr L.A. Galaxy anschloss um dort in der MLS seine Karriere ausklingen zu lassen.
Heute trainiert die Legende des FC Liverpool die kaum minder traditionsreichen Glasgow Rangers. Bei allem aktuellen Hype um Jürgen Klopp, es scheint unausweichlich, dass Gerrard, wie Vereinsikone Kenny Dalglish, eines Tages seine Reds trainieren wird.

In Erinnerung an eine geniale Fußballnacht  im Samosurlaub von 2005, gratuliere ich einem der großartigsten Spieler, die ich je sehen durfte, Steven Gerrard, zu seinem 39. Geburtstag, den er heute feiert!
Und den er vielleicht morgen, mit dem Gewinn des 1. Champions League Titels seines Vereins seit dem Wunder von Istanbul, gleich weiter feiern kann.

Diese Woche bei … Rot-Weiß Köln, KW 21

Von Markus Lehnen

Nachtrag Saisonfazit 1. Damen Rot-Weiss Köln
Mittlerweile wurden noch die Abgänge der 1. Damen zur Saison 2019/20 verkündet. 

 

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Eine durchwachsene Saison 18/19 geht zu Ende ✅ aber eins steht fest, wir kommen stärker zurück und wollen wieder ganz oben mitspielen! 💪🏽❤️ Fettes Danke an unsere Spielerinnen: Nici Pahl @nicipahl, unser Ruhepol im Mittelfeld,die nach 10 Jahren im rot-weissen Trikot,diversen DM-Titeln und vielen geilen Momenten nun ihre Karriere beendet. Ebenso wie Jule Krawatzky, unser Alles-oder-Nichts-Rockstar aus dem Osten, die, die letzten 5 Jahre hier bei uns spielte und 2014 mit Deutscher Meister wurde! Unser american girl Sarah Sprink @sarahsprink (leider die Rückrunde verletzungsbedingt ausgefallen) hat vor 3 Jahren erst den Weg zu uns gefunden,zieht nun aber Jobbedingt nach München. Wir wünschen euch dreien das Beste und bedanken uns für die geilen Jahre!!! ❤️⚪️ Danke natürlich auch an alle Fans, die uns in diesem Jahr begleitet haben, wir freuen uns auf die nächste Saison! ❤️⚪️ Eure 1. Damen

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Saisonfazit 1. Herren Rot-Weiss Köln

Der Traum das Final 4 in Krefeld als Meister zu beenden, war für die 1. Herren von Rot- Weiss bereits am Samstagabend beendet.

In einem, wie erwartet, spannenden Spiel unterlagen die Domstädter dem Mannheimer HC mit 2:3 (0:2). Dabei traf, wie von mir im Ausblick vermutet, Mannheims Strafeckenspezialist Gonzalo Peillat zum 1:0 des MHC, während Tom Grambusch bei den Kölnern ohne Erfolg blieb. Sicher war die Strafeckenverwertung nicht der Hauptgrund für den Mannheimer Sieg, aber sicher ein Teil des Kölner Problems an diesem Samstagabend. Diese Probleme wurden richtig groß, als Haase kurz vor der Pause auf 2:0 für Mannheim erhöhte.
Hoffnung kam auf, als die Rot- Weiss Jungs stark aus der Halbzeit kamen und eine Strafeckenvariante durch Johannes Große zum 1:2 Anschlusstreffer nutzen konnten. Keine 2 Minuten später erhöhte jedoch Mannheims Nationalspieler Tino Nguyen, per Stecher, wieder auf den alten 2 Tore Halbzeitabstand.
Köln versuchte nochmal alles, hatte einige Chancen und erzielte 5 Minuten vor Schluss durch Jonas Gomoll in Unterzahl noch das 2:3. Anschließend nahm Trainer Andre Hennig den Torhüter für einen 11. Feldspieler vom Platz und riskierte damit alles. Beinahe hätte sich das Risiko ausgezahlt,  doch 2 Challenges für Strafecken brachten beim Videoschiedsrichter ebenso  nicht das gewünschte Ergebnis, wie die letzten Angriffe aus dem Spiel. Mannheim spielte die Zeit gekonnt herunter und zog vor 3800 Zuschauern, nicht unverdient, in das Finale um die deutsche Meisterschaft am Sonntag ein.

Für Rot-Weiss Köln endete damit diese Saison, wie die letzte, leider titellos.

Mit nicht weniger als acht Abgängen und fünf Neuzugängen startete Rot-Weiss in eine ungewisse Saison 2018/19. Die Qualität sollte stimmen, wurden doch mit Johannes Große  und Thies Prinz 2 aktuelle Nationalspieler verpflichtet. Insgesamt stellte Rot-Weiss zuletzt sogar acht deutsche Nationalspieler. Mit den Brüdern Christopher und Philipp Zeller hatten allerdings auch zwei langjährige Säulen des Vereins, und Doppelolympiasieger (2008 und 2012), ihre Karriere im Sommer 2018 beendet.

Als Besonderheit kam diese Saison hinzu, dass fünf Kölner Spieler (Mats Grambusch, Tom Grambusch, Marco Miltkau, Christopher Rühr und Johannes Große) im November/Dezember an der Weltmeisterschaft in Indien teilnahmen. Physisch und psychisch eine weitere Herausforderung für den Kern des Herrenteams von Rot-Weiss.
Trotz des stark veränderten Kaders, begann die Saison mit 6 Siegen und 9 ungeschlagenen Spielen. Die 1:6 Klatsche am 10. Spieltag beim Harvestehuder HTC machte aber bereits eine gewisse Inkonstanz deutlich, die das Team noch häufiger zeigen sollte. Sowohl im Herbst, als auch  im Frühjahr punktete man so konstant, dass der Final 4 Platz nie auch nur annähernd in Gefahr geriet. Immer wieder aber setzte es auch überraschende Pleiten, wie eine 2:3 Heimniederlage gegen Berlin oder eine 2:4 Schlappe, vor eigenem Publikum, gegen den UHC Hamburg.

Tragisch war die Finalniederlage in der European Hockey League, die über das Osterwochenende in Eindhoven stattfand. Trotz teilweise begeisternder Spiele und 3 Siegen, konnte man den Pokal nicht mit in die Domstadt bringen, weil man das Finale gegen die Belgier aus Waterloo, trotz langer Überlegenheit, verlor. Vielleicht waren es am Ende auch die Nuancen an Kraft, die fehlten um in Krefeld, nach einer langen Hockeysaison, den deutschen Meistertitel zu erringen. In einer, vor allem unter den ersten 3 Teams, enorm ausgeglichenen Spitzengruppe der Liga waren es Kleinigkeiten, die über Sieg und Niederlage entschieden.

Man darf gespannt sein, wie sich die Mannschaft von Trainer Andre Hennig zur neuen Saison verändert. Auf jeden Fall werden die Herren von Rot-Weiss auch im Kampf um die deutsche Meisterschaft 2019/20 wieder ein kräftiges Wort mitreden. Ich wünsche viel Glück und bedanke mich bei den Jungs für viele schöne Hockeymomente in der Saison 2018/19.

Final 4 in Krefeld

Am Sonntag fuhr ich mit einem meiner besten Freunde zum Final 4 nach Krefeld. Ich darf sagen, es war ein wirklich schönes, top veranstaltetes Event in idyllischer Umgebung. Nach 10 Minuten Shuttlebusfahrt vom Parkplatz eines nahe gelegenen Naherholungsgebietes (neben der örtlichen Müllverbrennungsanlage) gelangte man nämlich, gefühlt, tief in den Wald, wo der Crefelder HTC auf seiner Hockeyanlag eine beeindruckende Stahlrohrtribüne für 4680 Zuschauer errichtet hatte. Auch drum herum war einiges geboten. Einen Bereich mit Getränke- und Essensbuden, einer großen Bühne und mehreren Informations-, Werbe- und Verkaufszelten  konnte man ohne Ticket besuchen. Den Ticketinhabern wurden hinter der Tribüne noch einmal mehrere Buden, u.a. mit Verkaufsständen für Hockeyequipment, geboten.
Insgesamt ein Gelände was mir doch um einiges besser gefiel, als das was im Hockeypark Mönchengladbach aufgebaut worden war. Ein großes Lob muss hierbei an die unzähligen Volontärs ausgesprochen werden, die dieses Event erst ermöglichten und die einem jederzeit mit großer Freundlichkeit begegneten. Der Wurst kann ich allerdings leider nur eine 3+ Bewertung geben. Sie war von Geschmack und Konsistenz in Ordnung, hatte mit 3 Euro einen angemessenen Preis, kam an die Bratwurst bei Rot- Weiss (Note 2) allerdings nicht heran. Immerhin also ein Sieg für Rot-Weiss an diesem Wochenende.

Damen Finale Deutsche Meisterschaft:

Club an der Alster- Düsseldorfer HC 4:2 n.P. (1:1, 1:1)

Der Club an der Alster aus Hamburg hatte sich bereits am Samstagmittag, mit einem 5:0 gegen den UHC Hamburg, für das große Finale qualifiziert. Mehr Mühe hatten die deutschen Hallenmeisterinnen aus Düsseldorf, die einen 1:2 Halbzeitrückstand gegen den Mannheimer HC noch zu einem 3:2 Sieg drehen konnten.
Dennoch gingen die Mädels von CadA als Favoritinnen in das Spiel. Bei strahlendem Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen hatten sich bereits um 12 Uhr ca. 3200 Zuschauer auf der beeindruckenden Tribüne eingefunden. Von der Stimmung her war dieses Finale schon das Beste, was ich bisher im Hockey erlebt hatte.
Das Spiel konnte mit der Atmosphäre aber leider nicht ganz mithalten, dafür fehlte von Anfang an das Tempo im Spiel.
Die Hamburgerinnen hatten von Beginn an mehr Ballbesitz, fanden jedoch keine Lücken in der Düsseldorfer Abwehr. Der erste Gegenzug der DHC Mädels führte dann sofort zu einer Strafecke, auf die direkt eine zweite folgte. Und diese zweite Strafecke konnte Sabine Markert, mit einem Direktschuss halbhoch ins linke Eck, verwandeln.
Anschließend wurden die Norddeutschen zwar stärker, doch es brauchte einen Fehler im Spielaufbau Düsseldorfs, damit  Felicia Wiedermann, mit einem gekonnten Lupfer, zum 1:1 ausgleichen konnte.

Der Rest des Spiels ist dann schnell erzählt: Alster hatte die besseren Chancen, und den wesentlich längeren Ballbesitz, Düsseldorf bekam gute Konterchancen nie richtig zu Ende gespielt. Folgerichtig erlebte ich mein erstes Liveshootout, da beim Final 4 keine Verlängerung gespielt wurde.
Das Shootout trat in seine entscheidende Phase, als Sabine Markert als 4. Schützin ihres Teams, beim Stand von 2:3, Alster Torfrau Gibson aus gut 8m überlupfen wollte, diesen Lupfer  aber zu hoch ansetzte und den Ball deutlich über das Tor spielte. Ich fühlte mich sofort an den aus dem Fußball berühmten Panenkaelfmeter von 1976 erinnert, nur in Hockeyform, und, dass es diesmal nicht mit dem Tor klappte.

Anschließend verwandelte Victoria Huse sicher zur uneinholbaren 4:2 Führung und machte damit den insgesamt 2. Meistertitel für den Club an der Alster perfekt. Die Hamburgerinnen konnten in Krefeld das Potential ausschöpfen, dass sich bereits in ihrer überragenden Tordifferenz der regulären Saison zeigte. Da sie, anders als oftmals in der Saison, nicht im knappen Spiel, dem Finale, scheiterten,  kann man meiner Meinung nach von einen verdienten Damenhockey Meister 2019 sprechen.
Bild Frauen Finale 1 einfügen

Herren Finale Deutsche Meisterschaft

Uhlenhorst Mülheim- Mannheimer HC 5:4 (4:2)

Mit Fug und Recht kann ich sagen: WHAT A MATCH! Solch ein Hockeyspiel hatte ich live noch nicht gesehen. Das Publikum erlebte ein großartiges Spiel zweier Topmannschaften in einer tollen Atmosphäre vor 3800 Zuschauern. Die Mülheimer alleine besetzten mit geschätzten 700 mitgereisten Fans einen ganzen Block und machten eine Stimmung, die des Fußballs würdig war. Die Mannheimer waren zwar mit deutlich weniger Fans vor Ort, konnten sich aber akustisch ebenfalls durchaus bemerkbar machen.
Mülheim hatte sich durch ein klares 5:2 gegen den UHC Hamburg für das Finale qualifiziert, Mannheim schlug Köln, wie im RWK Fazit beschrieben, mit 3:2.
Den Spielbericht kann ich kurz halten, denn endlich einmal hat sich die ARD an ihren Breitensportauftrag erinnert und das Spiel im Rahmen der Sportschau gezeigt. Das bringt mich in die komfortable Situation, an dieser Stelle auf die bewegten Bilder verlinken zu können.

Erwähnen möchte ich aber, dass in einem irren 2. Viertel zunächst die Mannheimer ihre im 1. Viertel durchaus vorhandenen Vorteile zweimal in zählbares umwandeln konnte. Mit der direkten Antwort auf das 0:2 (1:2 noch in derselben Minute), explodierte der deutsche Rekordmeister aus Mülheim an der Ruhr allerdings und erzielte insgesamt 4 Tore in 12 Minuten zur 4:2 Halbzeitführung.
Nach der Halbzeit zeigte Mannheim eine tolle Moral und blieb jederzeit am möglichen Ausgleich dran. Leider, denn das Spiel hätte einen Shootout wirklich verdient gehabt, konnte man zum Ende des Spiels 3 Strafecken nicht nutzen und schaffte das 5:5 nicht mehr. Allerdings haben auch die Uhlenhorst Jungs alles getan, um von einem absolut verdienten deutschen Meistertitel sprechen zu können. An diesem, zum Zeitpunkt des Abpfiffs nur noch bedingt sonnigen, Sonntagnachmittag hätten beide Teams den Sieg verdient gehabt. Da Uhlenhorst aber die bessere reguläre Saison gespielt hatte,  sind sie meiner Meinung nach völlig verdient zum 18. Mal deutscher Feldhockeymeister der Herren geworden.

Bevor der große Regen kam, schafften wir es auch wieder zurück zum Auto und nahmen ein tolles Sporterlebnis mit zurück in die Domstadt. Einen Titel für Rot-Weiss gab es leider nicht, dafür aber ein wirklich tolles Final 4, dessen Besuch ich jedem Sportfan nur wärmstens empfehlen kann. Krefeld hat sich wieder um die Ausrichtung 2020 beworben und nach dem Erlebnis vom Sonntag hoffe ich , dass es auch wieder dort stattfinden wird.
Bild Finale Herren 1 einfügen

Die große Tipperei- Auflösung

Julia Busch sagte das 3:2 der DHC Mädels über Mannheim genau richtig voraus (4 Punkte+1 Punkt für die DHC Finalteilnahme). Bei den Herren tippte sie Uhlenhorst richtig ins Finale(1+1) und sagte mit den Mülheimern auch den richtigen Sieger voraus (2 Punkte). Das macht 9 Gesamtpunkte.
Jens Huiber tippte den Club an der Alster richtig ins Damenfinale (1+1) und sagte mit den Hamburgerinnen den richtigen Sieger voraus. Das war es allerdings auch schon, ergibt 4 Gesamtpunkte.
Ich tippte Alster, wenn auch mit viel zu wenig Differenz, ins Finale und dort zum Sieg (1+1 und 2 Punkte). Dazu hatte ich Düsseldorferinnen, leider erst nach Shootout, im Finale (1 Punkt). Bei den Herren traf ich beim 5:2 Mülheims gegen den UHC die Differenz plus Uhlenhorst als Finalist (2+1 Punkt). Mehr Punkte wurden es aber nicht mehr, ergibt 8 Gesamtpunkte.

Damit meinen herzlichen Glückwunsch an die Spielerin in der Runde, Julia Busch von den 1.Damen Rot-Weiss Köln.
1. Julia Busch (9 Punkte)
2. Markus Lehnen (8 Punkte)
3. Jens Huiber (4 Punkte)

Wie es weiter geht

Mit der Sommerpause! Das war es von mir für diese Saison mit diesem Segment. Ich hoffe, ich habe es geschafft, dem oder der einen oder anderen den Hockeysport näher zu bringen und vielleicht sogar schmackhaft zu machen. Ich selber hatte großen Spaß am Zuschauen und Schreiben. Ich würde mich sehr freuen, wenn es Ende August, an dieser Stelle, mit Berichten zur neuen Hockeysaison weitergeht.
Herzlich bedanken möchte ich mich vor allem bei meinen beiden Kolleginnen, Julia Busch und Rebecca Grote von den 1. Hockeydamen Rot-Weiss Köln. Beide haben mir im persönlichen Gespräch immer wieder Feinheiten des Sports und so manche Regel erklärt. Dazu bekam ich Informationen, wie z.B. eine Auswärtsfahrt abläuft aus erster Hand und am kleinen Spaß Final 4 Tipprunde hat Julia bekanntlich ebenfalls mitgewirkt.
So eine Tipprunde ist auch immer Glück, und Jens hatte sicher vor allem Pech ;-), aber ich denke mein Tippergebnis zeigt, dass die Arbeit an diesen Texten, die Besuche vor Ort sowie die Gespräche mit professionellen Hockeyspielerinnen, mich im Feldhockey zumindest nicht haben dümmer werden lassen.
Danke natürlich auch an den Producer, der mir auf dieser Seite eine Plattform für diese Berichte gegeben hat.

In diesem Sinne,
ich wünsche euch einen wunderschönen Sommer, und hoffentlich bis Ende August

Markus Lehnen

 

Diese Woche … bei Rot-Weiß Köln, KW 20

Von Markus Lehnen

Saisonfazit 1.Damen Rot-Weiss Köln

Mit einem 1:1 (1:0) bei den als Absteigerinnen feststehenden Damen vom Bremer HC, ging die Saison 2018/19 für die RWK Mädels am Sonntag zu Ende. In einer, laut Beteiligten, nicht mal hart geführten Partie hagelte es 12 Grüne Karten, sowohl 2,4 wie 10 Minuten Strafzeiten. Laut meinen Quellen lag der Grund hierfür aber vor allem daran, dass die Schiedsrichter das Spiel zu keinem Zeitpunkt unter Kontrolle hatten. Kurz vor Ende konnte Rot-Weiss einen frühen Rückstand immerhin noch, trotz 4 Spielerinnen Unterzahl, ausgleichen.

Zufrieden stellt dieser Saisonsaisonabschluss aber sicher niemanden bei den Kölnerinnen. Erst Recht nicht, weil man mit 2 Unentschieden für 2 von 5 Punkten des abgeschlagenen Absteigers aus Bremen beitrug.
Immerhin bleibt Rot-Weiss in der Endabrechnung mit dem 5. Platz auf dem ersten Platz hinter den Final 4 Plätzen. Mehr Besorgnis als die Platzierung macht allerdings der Rückstand von satten 18 Punkten auf den letzten Playoffplatz.
Die Mannschaft war mit namhaften Abgängen, wie Hannah Gablac (zum Club an der Alster), und vielen sehr jungen Spielerinnen in eine ungewisse Saison gestartet. Alleine 8 von 24 Spielerinnen waren zu Saisonbeginn 21 Jahre oder jünger. Während der Saison kamen weitere Youngster dazu. Die Torschützin beim 5:2 gegen den TSV Mannheim, Amelie Fricke, ist z.B. gerade mal 17 Jahre alt.

Dennoch starteten die RWK Mädels mit 4 Siegen aus den ersten 4 Spielen sehr gut. Die ersten Punkte verlor Rot-Weiss erst am 5. Spieltag bei einem 1:3 in Düsseldorf. Danach folgte allerdings eine Serie von 9 Spielen ohne Sieg und die Saison begann sich ins Negative zu verkehren.  Dabei sah man gegen die Topteams vom Club an der Alster und dem Mannheimer HC noch durchaus gut aus, schaffte aber auch hier, bei zwei 1:1 Heimspielen, keinen Sieg. Noch bitterer waren allerdings die enttäuschenden 1:1 Unentschieden gegen die klaren Außenseiterinnen vom Münchner SC und vor allem dem Bremer HC.

Zwar gewann man das letzte Feldspiel in 2018 immerhin noch mit 2:1 bei den Zehlendorfer Wespen in Berlin, doch das Final 4 konnte bereits mit Ende der Hinrunde, bei einem Rückstand von 9 Punkten auf Platz 4, mehr oder weniger abgeschrieben werden.

Nachdem man in der Halle die Playoffs verpasst hatte, wollte man in der Liga nochmal zeigen was man konnte. Doch nach einer Auftaktpleite beim Club an der Alster in Hamburg folgte ein verheerendes Wochenende mit zwei enttäuschenden Heimpleiten gegen den UHC Hamburg und den Harvesterhuder THC. Erst auf der Zielgeraden der Saison, nach einem bereits unglücklichen 1:2 in Mannheim, fing sich das  junge Team und gewann von den letzten 4 Spielen immerhin noch 3.

Aus Kölner Sicht steht zu hoffen, dass die jungen Spielerinnen die Spielpraxis dieser Saison genutzt haben und im nächsten Jahr einen Schritt nach vorne machen. Vielleicht kann dazu der ein oder andere Neuzugang das Team mit einem Block erfahrener Spielerinnen, wie Julia Busch, Rebecca Grote und Julia Sommer , wieder unter die besten 4 deutschen Teams bringen.

Nötig wird hierzu ein besseres Abschneiden gegen die Topteams sein, denn mit 2 von möglichen 24 Punkten blieb man gerade gegen die Final 4 Teams zu oft im Hintertreffen. Mut macht allerdings, dass keines dieser Spiele deutlicher als 0:3 endete und die Kölnerinnen oft Chancen auf Unentschieden oder sogar Siege gegen die Topteams hatten, diese Möglichkeiten aber leider ungenutzt ließen.
Als interessierter Zuschauer hat es mir, trotz einer für die  Rot-Weiss Mädels enttäuschenden Spielzeit, sehr viel Spaß gemacht die Saison der Domstädterinnen  zu verfolgen. Hoffen wir alle auf eine erfolgreichere Saison 2019/20!

Rot-Weiß Köln

 

Final 4 in Krefeld


Am Wochenende ist es dann so weit, in Krefeld steigt mit dem Final 4 um die deutsche Meisterschaft das Highlight des deutschen Hockeyjahres.
Erfreulicherweise haben sich die Herren von Rot-Weiss als 2. souverän für das Saisonendturnier qualifiziert. Am Sonntag gelang, quasi zum einspielen, nochmal ein 6:1 beim Absteiger aus Düsseldorf.

Für das Turnier wurde auf der Gerd Wellen Hockeyanlage im Krefelder Norden eigens eine 4680 Zuschauer fassende Stahlrohrtribüne errichtet. Leinwand, Hospitality (ein sogenanntes Hockeydorf), Gastronomiestände sowie jede Menge Technik für die Übertragung wurden ebenfalls installiert. Wer sich weitergehend informieren möchte, z.B. über die Ticketverfügbarkeit, Anreise, Zeitplan oder Ticketpreise, kann dies unter https://feldhockey-dm.de/ tun. 

Der Ablauf sieht vor, dass am Samstag zunächst ab 11 Uhr die beiden Halbfinalspiele der Damen gespielt werden. Der Tabellenerste vom UHC trifft zum Auftakt im rein Hamburger Duell auf den Club an der Alster. Obwohl der UHC in der regulären Saison am Ende den Spitzenplatz für sich beanspruchen konnte, sind die Damen vom Club an der Alster auf keinen Fall zu unterschätzen. Mit einem Torverhältnis von 94:17 haben die CadA Mädels eine um satte 33 Tore positivere Bilanz als der Lokalrivale. Sie stellen sowohl die beste Abwehr, als auch den besten Angriff der Liga. Allerding muss man sagen, dass dies vor allem an häufigen Kantersiegen gegen schwächere Team liegt. Gegen den UHC ist die Bilanz diese Saison, mit je einem Sieg, ausgeglichen.

Um 13 Uhr trifft der 2. der Tabelle vom Mannheimer HC auf die aktuellen deutschen Hallenmeisterinnen vom Düsseldorfer HC, die die Saison als 3. abschließen konnten.  Hier hat der MHC mit einem um 26 Toren und 5 Punkten besseren Bilanz vermeintlich die Nase vorn. Die Ergebnisse gegeneinander, von 1:0 für Düsseldorf und 1:1 in Mannheim, sprechen aber für ein 50:50 Spiel im 2. Halbfinale.

Bei den Herren trifft um 15:30 Uhr zunächst der Sieger der Hauptrunde von Uhlenhorst Mülheim auf die, am letzten Spieltag noch auf Platz 4 abgerutschten Herren, vom UHC Hamburg. Hier muss Mülheim als klarer Favorit gelten, da der amtierende deutsche Meister während der Saison nicht nur die beste Offensive und die zweitbeste Defensive stellte, sondern zudem beide Spiele gegen UHC, mit 5:1 daheim und 2:1 in Hamburg, gewann. Besonders beeindruckend ist die Serie von zuletzt 10 Siegen und 18 ungeschlagenen Ligaspielen. Nur zu Saisonbeginn stotterte der Motor der Grün- Weißen, als man von den ersten 4 Spielen 3 verlor.

Im letzten Halbfinale des Tages treffen ab 18 Uhr, also auch sehr gut nach dem Fußball Bundesligafinale zu verfolgen, die Rot-Weissen Kölner auf den Mannheimer HC. Der Vize EHL Champion aus meiner Wahlheimat kann hierbei, auch subjektiv, als ganz leichter Favorit gelten. Vorsicht ist aber, trotz 7 mehr errungenen Punkten in der regulären Saison, geboten. Beide direkten Aufeinandertreffen waren nämlich, mit 1:1 und einem knappen 4:3 Sieg Kölns in Mannheim, sehr ausgeglichen. Hinzu kommt, dass sich Mannheim die um 5 Tore bessere Tordifferenz erspielte, was vor allem an der starken, nämlich mit 31 Gegentoren ligaweit deutlich besten, Defensive lag. Es ist deswegen gut möglich, dass es auf die Strafecken ankommt. Bei dieser Disziplin haben sowohl die Kölner mit Tom Grambusch, als auch die Mannheimer mit dem argentinischen Olympiasieger von 2016, Gonzalo Peillat, echte Spezialisten im Team.

Als Kölner bin ich natürlich etwas parteiisch und hoffe, dass die RWK Jungs von Trainer Andre Hennig die Oberhand behalten und ins Finale am Sonntag einziehen, wo ich dann meinen heimischen Hockeyclub live Ort verfolgen könnte.

 

 

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Die Finalspiele finden am Sonntag um 12 Uhr bei den Damen, sowie um 15 Uhr bei den Herren statt. Spiele um die goldene Ananas, auch bekannt als Spiel um Platz 3, gibt es zum Glück nicht.
Wer es nicht auf die Anlage schafft, kann alle Spiele live und relive im Internet unter http://television-sport.de/event/final-four-feldhockey-2019/ verfolgen. Leider gibt selbst Sport 1 dem Hockey in diesem Jahr  keine TV Platform. Es  steht zu hoffen, dass zumindest Sportschau (ARD), Sportreportage (ZDF) oder immerhin die Regionalsportsendungen der Dritten ARD Sender (z.B. NDR Sportclub) Ausschnitte vom Final 4 zeigen. Leider zeigt sich hier wieder einmal deutlich, wie stiefmütterlich die deutschen Medien den Hockeysport, außerhalb von olympischen Spielen, behandeln.

Die große Tipperei

Glücklicherweise konnte ich die RWK Mittelfeldspielerin und deutsche Hockeymeisterin von 2014, Julia Busch, ebenso für ein kleines Tippspiel gewinnen wie den Producer.
Die Regeln hierbei: Richtiges  Ergebnis bringt 4 Punkte, Tendenz und Unentschieden (außer dem getippten) 2 Punkte, richtiger Sieger 1 Punkt. Für jeden richtig ins Finale getippten Verein gibt es zudem 1 Punkt, für den richtigen deutschen Meister je 2 Punkte. Hat man beide Teams richtig ins Finale getippt, gibt es die gleiche Punktevergabe, wie im Halbfinale.
Getippt werden die Ergebnisse nach 60 Minuten Spielzeit, also ohne den möglichen Shootout.

Julia Busch, Hockeyspielerin
Damen:
UHC Hamburg- Club an der Alster 2:1
Mannheimer HC- Düsseldorfer HC 2:3
Finale:
UHC Hamburg- Düsseldorfer HC 2:0

Herren:
Uhlenhorst Mülheim- UHC Hamburg 4:2
Rot- Weiss Köln- Mannheimer HC 3:3 (Sieg Köln Shootout)
Finale:
Uhlenhorst Mülheim- Rot- Weiss Köln 3:2

Jens Huiber, Hockeydad
Damen:
UHC Hamburg- Club an der Alster 1:2
Mannheimer HC- Düsseldorfer HC 3:0
Finale:
Club an der Alster- Mannheimer HC 2:1
Herren:
Uhlenhorst Mülheim- UHC Hamburg 2:4
Rot-Weiss Köln- Mannheimer HC 1:0
Finale:
UHC Hamburg – Rot-Weiss Köln  2:0

Markus Lehnen, selbsternannter Hockeyconnaiseur
Damen:
UHC Hamburg- Club an der Alster 2:3
Mannheimer HC- Düsseldorfer HC 2:2 (Sieg DHC Shootout)
Finale:
Club an der Alster – Düsseldorfer HC 4:1
Herren:
Uhlenhorst Mülheim- UHC Hamburg 4:1
Rot- Weiss Köln- Mannheimer HC 3:2
Finale:
Uhlenhorst Mülheim – Rot- Weiss Köln  2:2 (Sieg Köln Shootout)


Wie es weiter geht


In der kommenden Woche schreibe ich vor allem über meine Erlebnisse beim Final 4 in Krefeld. Natürlich konzentriere ich mich vor allem auf die Finals, die ich live vor Ort sehe, werde aber auch kurz auf die Halbfinals und etwas ausgiebiger auf das Drumherum eingehen. Natürlich wird auch in Krefeld die örtliche Bratwurst getestet.
Nach einem kurzen RWK Saisonfazit werde ich noch auflösen, wer besser getippt hat,  die Spielerin, der Producer oder doch ich. 

In diesem Sinne, kommt am Wochenende nach Krefeld oder schaut den Stream!
Mit sportlichen Grüßen
Markus Lehnen

 

Nick Heidfeld – Der Unvollendete

Von Markus Lehnen

Als Nick Heidfeld im Jahre 2000 in die Formel 1 kam hatte er zwei Probleme: Erstens gab es  mit Michael und Ralf Schumacher, sowie Heinz- Harald Frentzen bereits drei etablierte deutsche Fahrer in der Königsklasse, denen die Aufmerksamkeit des deutschen Motorsportpublikums gehörte.  Zweitens war sein Prost Peugeot eine einzige Katastrophe. Heidfeld blieb trotz eines achten Platzes in Monaco punktlos, da es damals nur für die ersten sechs Piloten eines Rennens Punkte gab. Dennoch konnte er gegen seinen erfahrenen Teamkollegen Jean Alesi überzeugen und den Grundstein einer mehr als soliden Formel 1 Karriere legen. Das fiel in Deutschland nur kaum einen auf, in einem Jahr als Ralf Schumacher seine erste Saison mit Williams BMW bestritt, Heinz- Harald Frentzen nach zwei Siegen im Vorjahr wieder zweimal auf das Podest fuhr und vor allem Michael Schumacher den ersehnten ersten WM Titel für Ferrari errang. Quick Nick, wie sein Spitzname bis heute lautet, fuhr unter dem Radar und dies sollte sich in seinen 11 Formel 1 Jahren nie richtig ändern.


Aber der Reihe nach. Heidfeld wurde heute vor 42 Jahren in Mönchengladbach geboren und erlernte das Rennfahren auf derselben Kartbahn wie die Schumacherbrüder, in Kerpen- Manheim. 1997 gewann er die deutsche Formel 3 Meisterschaft und wurde anschließend von Mercedes in der internationalen Formel 3000 gefördert. Im identisch markanten Design des McLaren Mercedes Formel 1 Teams wurde er 1998 Vizemeister und deklassierte 1999 die dortige Konkurrenz, als er auf dem Weg zur Meisterschaft mehr Punkte einfuhr, als der zweit- und der drittplatzierte Fahrer zusammen.

Der logische Weg ging zwar in die Formel 1, aber nicht zu McLaren Mercedes, sondern wie erwähnt zu Prost Peugeot . Weil mit Mika Häkkinen und David Coulthard auch 2001 beide Cockpits bei McLaren vergeben waren, zog es Heidfeld zu den Schweizern vom Sauberteam.

An der Seite des blutjungen Kimi Raikkönen fuhr er in Brasilien zu seinem ersten Podestplatz und holte die Saison über drei Punkte mehr als sein finnischer Teamkollege. Da Coulthards` Vertrag bei McLaren Mercedes nicht mehr verlängert wurde,  war zur Saison 2002 ein Platz beim britisch- deutschen Topteam frei. Diesen erhielt, trotz der Förderung von Mercedes, aber eben nicht Nick Heidfeld, sondern Kimi Raikkönen.
Man kann darüber nachdenken, wie die Karriere des Mönchengladbachers verlaufen wäre, wäre er damals in den McLaren gestiegen. Wäre er, wie der Finne, zum Nummer 1 Fahrer dort aufgestiegen und vielleicht später auch noch Weltmeister geworden? In der Formel 1 entscheiden oft Nuancen über Karriereverläufe, was diese Fahrerwahl McLaren Mercedes` deutlich zeigt.

Heidfeld blieb bis Ende 2003 bei Sauber Petronas, konnte aber nicht mehr auf das Podest fahren. 2004 schien seine Karriere in der Königklasse des Motorsports endgültig an ein Ende zu gelangen, als er nur noch ein Cockpit beim stark unterlegende Jordan Honda Team fand.

Doch im Herbst 2004 war Heidfeld einmal zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Der ehemalige BMW Motorsportchef  und Ex Formel 1 Pilot Gerhard Berger setzte sich für Nick ein, der daraufhin die Chance erhielt den Williams BMW zu testen. Diese nutze er, worauf er 2005 an der Seite von Mark Webber erstmals bei einem Topteam in der Formel 1 fahren konnte.

Im Williams konnte er mit der Geschwindigkeit seines australischen Teamkollegen mithalten und holte in der Saison 2005 insgesamt drei Podestplätze, gekrönt von zwei zweiten Plätzen in Monaco und am Nürburgring. In der Eifel fuhr er zudem auf die einzige Pole Position seiner Formel 1 Karriere.

Heidfeld hält Villeneuve auf Distanz

Trotz einer Verletzung holte BMW Teamchef Mario Theissen den deutschen 2006 in das neue BMW Sauber Team. Heidfeld fuhr also wieder in seinem alten Team, auch wenn dies von BMW übernommen worden war. Wirklich um die WM mitkämpfen konnte Sauber in seiner Zeit als BMW Werksteam allerdings nie.

Immerhin aber konnte Nick Heidfeld in der Saison 2006 den ehemaligen Weltmeister Jaques Villeneuve klar distanzieren. Auch den jungen Polen Robert Kubica hielt er 2007 noch in Schach, hinzu kamen drei weitere Podestplätze.

Das Interesse in Motorsportdeutschland  richtete sich jedoch zu dieser Zeit bereits auf einen jungen, schnellen Heppenheimer Namens Sebastian Vettel, der zum Stammfahrer beim Red Bull Juniorteam Torro Rosso wurde.
2008 sollte, so dachten viele Experten, dennoch das große Jahr von Heidfeld und BMW werden, fühlte man sich bei den Bayern doch nun in der Lage um die Weltmeisterschaft zu kämpfen. Dies war jedoch ein Trugschluss. Der 2008er BMW war gut, McLaren Mercedes und Ferrari waren allerdings besser. Zwar konnte  der Niederrheiner viermal auf die zweite Position fahren, doch fehlte ihm insgesamt die Konstanz und er schnitt einen Punkt (60 Punkte) und einen Platz (6.) schlechter ab, als in der vorherigen Saison. Viel schlimmer wog jedoch, dass er von seinem Teamkollegen Kubica klar geschlagen wurde und dieser auch in Kanada das erste Rennen für BMW Sauber, vor Heidfeld, gewinnen konnte.  Quick Nick konnte 2009 noch einmal zweiter werden und schlug sogar Kubica, doch galt dieser weiterhin als die neue große Formel 1 Hoffnung, als BMW sich entschied Ende 2009 aus der Formel 1 auszusteigen.

 2.Platz, Großer Preis von Belgien 2008

Im wieder selbstständigen Sauberteam fuhr Heidfeld die 2010er Saison und konnte 2011 im Lotus Renault, in Malaysia, ein letztes Mal mit Platz drei auf das Podest fahren, bevor er nach dem Ungarn GP von Bruno Senna abgelöst wurde. Seine Karriere in der Formel 1 war hiermit beendet.

Anschließend fuhr der deutsche noch in der World Endurance Championchip (WEC) und von 2014 bis 2018 in der vollelektronischen Formel E Rennserie.

Dass er hier nicht als erster Sieger überhaupt in die Motorgeschichte einging, lag an Nicolas Prost. Der Sohn von Heidfelds` erstem Formel 1 Teamchef Alain Prost, räumte den in Führung liegenden Mönchengladbacher in der letzten Kurve vorm Ziel spektakulär ab und beendete dessen Hoffnungen auf den Sieg abrupt.


Vieles in der Motorsportkarriere von Nick Heidfeld wirkt in der Retrospektive unglücklich, wie auch sein Rekord der Pilot in der Formel 1 Geschichte zu sein, der die meisten Podestplätze herausgefahren hat, ohne je gewonnen zu haben.

Dass es immerhin 13 Podestplätze sind, spricht allerdings für den jetzigen Sky Deutschland Formel 1 Experten. Nick Heidfeld wird heute 42 Jahre alt und kann meiner Meinung nach in jedem Fall auf eine starke Motorsportkarriere zurückblicken, trotz zweiter großer Probleme zu Beginn seiner Formel 1 Zeit. Herzlichen Glückwunsch!

Diese Woche … bei Rot-Weiß Köln, KW 19

Von Markus Lehnen

Die Tücken der Hockeyübertragungen

Eigentlich war mein Plan mir das Spiel der RWK Mädels in Mülheim, nach einer eigenen Partie Tennis, am frühen Samstagnachmittag über YouTube beim dortigen Kanal von Uhlenhorst Mülheim, Uhlen TV, anzuschauen. Ob die gesamte Übertragung nicht zu Stande zu kam, oder nur die Relivefunktion ausfiel kann ich nicht sagen, zu sehen bekam ich jedenfalls nichts.

Das ist schade, aber da Mülheim eines der Vorbilder für  Streaming von Hockey ist, kann ich gut darüber hinwegsehen. Fakt ist, dass der nicht geringe Aufwand hinter so einer Übertragung im Hockeysport meist von Ehrenämtern betrieben wird. Es kann also immer sein, dass jemand ausfällt oder die Technik nicht rechtzeig in Stand gebracht werden kann.
Rot- Weiss hat leider keinen Streamingkanal, was ich an dieser Stelle als Verbesserung für die neue Saison anregen möchte. In der Hinrunde wurden mehrere Spiele über Sporttotal.tv übertragen. Dieser Anbieter stellt eine automatische Kamera, mit derer dann die Spiele auf der genannten Plattform übertragen werden. Das Problem hierbei ist, dass die Übertragungen mit einer einzigen Kamera, oft unkontrolliertem Zoom, ohne Zeitlupen und ohne Kommentar es enorm schwierig machen dem Geschehen auf dem Platz zu folgen. Besonders ärgerlich sind hierbei merkwürdige Kameraschwenks, bei dem sich die Kamera bei Strafecken gerne zu den Spielern und Spielerinnen ausrichtet, die an der Mittellinie auf einen möglichen Konter warten, und man die eigentliche Strafecke oft nicht zu sehen bekommt.
Da der Aufwand für einen Stream nicht unerheblich sein dürfte, wäre zum Beispiel auch ein Radiokonzept  denkbar. Bis dahin, und das tat ich dann auch wieder am Sonntag, heißt es zur Anlage gehen um Rot- Weiss Heimspiele zu schauen. Aus meiner Sicht ist live vor Ort schauen immer noch die beste Art Sport zu konsumieren, aber will man Auswärtsspiele schauen, ist man nun mal meist auf Streams angewiesen.

Sieg und Niederlage am Samstag


In Ermangelung von Bildern konnte ich mich am Samstag nur anhand des Tortickers und des anschließenden Spielberichts über https://www.hockeyliga.de/index2.php?data[page]=spielberichte&data[gameid]=unji4o informieren. Wie immer findet ihr dort auch alle Tabellen, Ergebnisse und alle Spielberichte.
Für Rot- Weiss gab es am Samstag Licht und Schatten, und anders als oft in dieser Saison, waren diesmal die Damen von RWK für die positive Nachricht zuständig. Köln gewann bei Uhlenhorst Mülheim mit 2:1 und brachte sich in eine gute Position, um die Saison zumindest auf Platz 5 abzuschließen. Kapitänin Rebecca Grote verwandelte beim knappen Sieg zwei Strafecken gegen ihren Jugendverein.

Die Herren verloren dagegen zu Hause gegen die Mülheimer und vergaben mit der knappen 2:3 Niederlage die Chance auf Platz 1 in der Hockey Bundesliga. Einen zweimaligen Rückstand konnten die Kölner noch ausgleichen, ehe in der 57. Minute Malte Hellwig für die Entscheidung pro Mülheim sorgte.

Doppelsieg bei Aprilwetter

Bei knapp 10°C und immer wieder Regenschauern präsentierte sich das Kölner Wetter am Sonntag nicht gerade von seiner besten Seite. So musste ich auf einen erneuten Qualitätstest der örtlichen Bratwurst verzichten, da das Wetter Grillen ziemlich unmöglich machte.

Ausgeglichen wurde diese kleine Enttäuschung dadurch, dass ich als alter Freund des Tennissports nach den Spielen im Vereinsheim noch den deutschen Tennisprofi und ehemaligen Nadalbezwinger, Dustin Brown, kennenlernen durfte. Im Juli, in der Hockeysommerpause, so ist mein Plan, würde ich dann gerne an dieser Stelle über die Tennisabteilung von Rot- Weiss schreiben. Diese spielt Bundesliga, u.a. mit Dustin Brown.

Damen Bundesliga, 21.Spieltag: Rot- Weiss Köln- TSV Mannheim 5:2 (1:0)

Sicher auch aufgrund des gerade zu Beginn äußerst unwirtlichen Wetters, fanden sich zunächst nur handgezählte 48 Zuschauer im Hockeystadion von Köln- Müngersdorf ein. Ging es für die RWK Mädels vor allem um einen versöhnlichen Heimspielabschluss, kämpften die Kurpfälzerinnen  noch um den Klassenerhalt in der ersten Liga.
Rot- Weiss agierte von Beginn an überlegen, brauchte aber einen 7m um in der 23. Minute durch Grote in Führung zu gehen. Zu Beginn der zweiten Halbzeit konnte Mannheim dann sogar ausgleichen, nur um wenige Minuten später wieder durch ein Tor von Katharina Hüls in Rückstand zu geraten. Jetzt sah ich wieder mal etwas Neues beim Hockey: Die Mannheimerinnen nahmen nämlich schon in der 37. Minuten, bei 1:2, die Torhüterin zugunsten einer 11. Feldspielerin aus dem Tor. Dieser Mut, Kritiker würde sagen taktisches Harakiri, wurde aber nicht belohnt, weil Katharina Reuten in der 48. Minute zum 3:1 ins leere Tor traf. Zwar kam Mannheim durch ein Tor 10 Minuten vor Ende noch einmal heran, wieder Grote musste aber in der 56. Minute eine Strafecke nur noch ins leere Tor schießen, um mit dem 4:2 für die Vorentscheidung zu Sorgen. Mit jetzt sechs erzielten Toren in den letzten vier Spielen zeigt sich die Nationalspielerin aktuell sehr treffsicher.

Schließlich erzielte die erst 17 Jährige Amelie Fricke noch ihr erstes Tor für die 1. Mannschaft von Rot- Weiss, als sie äußerst sehenswert mehrere Spielerinnen, und die wieder an ihre Wirkungsstätte zurückgekehrte TSV Torhüterin, austeigen ließ und eine Rückhand im langen Eck zum 5:2 Endstand versenkte.

Damit haben die Domstädterinnen ihre letzten drei Spiele gewonnen und können mit einem Sieg nächste Woche beim Tabellenschlusslicht in Bremen immerhin noch den 5. Platz klarmachen. Der TSV Mannheim braucht dagegen nun einen eigenen Heimsieg gegen den Mannheimer HC, bei einer gleich gleichzeitigen Niederlage der Zehlendorfer Wespen, um den Abstieg in die 2.Bundesliga noch zu verhindern.


Herren Bundesliga, 21. Spieltag: Rot- Weiss Köln- Crefelder HTC 3:0 (1:0)

Vor immerhin gut 200 Zuschauern, und wieder bei zwischenzeitlichen Regen, konnten die RWK Jungs standesgemäß Platz 2, und damit die sichere Teilnahme an der EHL in der nächsten Saison, perfekt machen. Das Final 4 war bereits, durch andere Ergebnisse, vorher sicher.

In einem flüssigen, unterhaltsamen Spiel netzte Marco Miltkau in der 13. Minute einen Rückhandschuss von Lukas Trompertz zum 1:0 ein. Anschließend parierte Nationaltorwart Victor Aly mehrfach gute Chancen der Krefelder, ehe in der 2.Halbzeit Eckenspezialist Tom Grambusch eine ebensolche zum 2:0 verwandelte. Wieder Miltkau stellte kurz vor Schluss das 3:0 Endergebnis her.

Ein souveräner Sieg, der die Hoffnung nährt, dass nach dem unglücklich verlorenen EHL Finale diese Saison doch noch ein Pokal in die Vitrine von Rot- Weiss Köln wandert. In der Hoffnung darauf, werde ich mir das Final 4 in Krefeld am 19.Mai (Halbfinals 18.Mai) vor Ort anschauen.

Wie es weiter geht

Die Heimsaison bei Rot- Weiss  Köln ist mit diesem sportlich erfolgreichen, wettertechnisch aber leider bescheideneren Sonntag abgeschlossen. Weiter geht’s in Köln- Müngersdorf Ende August. Ich hatte bei meinen Besuchen sehr viel Spaß und würde mich freuen, wenn die Zuschauerzahlen zur neuen Saison steigen. Für kleines Geld ist in jedem Fall super Sport geboten, und die Regeln, wie ich diese Saison selbst erlebt habe, kann man innerhalb einer Saison gut lernen. Es ist ein anderes Sporterlebnis als der vielen bekannte Fußballbesuch, aber in jedem Fall immer eine Tour in den Kölner Westen wert.

Damen und Herren bestreiten jeweils am Sonntag noch ihr letztes Saisonspiel. Die Damen können in Bremen noch Platz 5 absichern, für die Herren geht es in Düsseldorf noch darum, sich für das Final 4 einzuspielen. Hinzu kommt, dass Duelle mit Düsseldorf immer eine gewisse Wichtigkeit für Kölner Teams haben.
Ich werde versuchen Streams zu finden, um nächste Woche noch etwas über die Spiele berichten zu können. Vor allem aber werde ich versuchen ein Fazit über die Saison der RWK Mädels zu ziehen, auf das Final 4 Turnier in Krefeld vorausschauen und dieses anschließend tippen.

Hiermit könnt ihr darauf die Woche, im letzten Beitrag dieser Saison, Anhand meiner Tipps auch überprüfen, ob und wie sehr ich im Laufe der Saison Wissen über die Hockey Bundesliga gesammelt habe.
In diesem Sinne, bis nächste Woche.

Mit sportlichen Grüßen
Markus Lehnen

Diese Woche … bei Rot-Weiß Köln, KW 18

Von Markus Lehnen


“Spielfrei”


Die Bundesliga der Damen und Herren pausierte auch dieses Wochenende. Spielfrei heißt das aber auch für die nicht international aktiven Spieler und Spielerinnen mitnichten. So spielten die Damen von Rot- Weiss Köln am Samstag ein Testspiel gegen den Düsseldorfer HC. Wer am Samstag im Rheinland war weiß, dass dies bei ca. 8° C und Dauerregen sicher nicht gerade vergnügungssteuerpflichtig gewesen sein dürfte. Auch am 1.Mai ist für die Spielerinnen buchstäblich der Tag der Arbeit, denn auch an diesem Tag steht ein Testspiel an. Pausen und spielfreie Wochenende sind also während der Saison im Hockeysport relativ zu sehen.


Pro League in Mönchengladbach

Wie letzte Woche angekündigt,  machte ich mich am Freitag auf den Weg ins 50 Kilometer entfernte Mönchengladbach, um mir dort die Pro League Spiele der deutschen Damen- und Herrennationalmannschaft gegen die Niederlande anzuschauen.
Der dortige Hockey Park wurde 2006 für die Hockey Weltmeisterschaft der Herren gebaut und bietet aktuell knapp 9000 Zuschauern Platz. Viele werden das Stadion zumindest schon einmal gesehen haben, liegt es doch in Sichtweite des Borussia Parks im Mönchengladbacher Nordpark. Wieso es Nordpark heißt,  ist mir übrigens ein Rätsel, da das Areal viel mehr im Westen der Stadt liegt.

Dort hin gelangte ich mit Bus und Bahn, wo ich bereits die Bekanntschaft mit einigen niederländischen Fans machte. Überhaupt fiel mir eines den ganzen Tag auf: Die Niederländer zeigten sich als das sportverrückte, reiselustige Publikum, als das sie weithin bekannt sind. Vom Wohnmobil welches das erste Fahrzeug auf dem Parkplatz war das ich sah, über äußerst kreative Kopfbedeckungen mit Käse, Windmühlen oder Kühen bis zu orangenen Trikots, T- Shirts oder Jacken war alles vorhanden, was man gemeinhin auch mit den Fußballfans unseres Nachbarlandes in Verbindung bringt.

Ansonsten war alles geboten, was man auch vom Fußball kennt. Bier- und Grillbuden, das ein oder andere Mitmachspiel (z.B. 7m Schießen Hockey), sowie Werbepavillons von Ausrüstern. Das bringt mich zur ultimativen Bratwurstbewertung: Heiß, mit 3,50 Euro leider etwas teuer und in ihrer Konsistenz meiner Meinung nach zu weich, eine 3-. Schwach im Vergleich zur guten (2) Bratwurst am RWK Vereinsheim. Ich bin gespannt, was ich beim Final 4 in Krefeld serviert bekomme.

Kurz vor Spielbeginn machte ich mich auf dem Weg zur gut gefüllten Tribüne auf der Gegengeraden, die im Hockeypark die mit Abstand größte Tribüne darstellt. Zum Damenspiel waren dann in etwa 3000 Zuschauer vor Ort, ein sehr guter Wert für Hockey, ein leider geringer, wenn man an die Kapazität von 9000 Zuschauer denkt. Leider erschien das wirklich schöne, reine Hockeystadion (plus Konzerte), wie erwartet ziemlich überdimensioniert. Prall gefüllt war es bisher nur bei der WM 2006 und der EM 2011. Da es keinen festen Hockeyverein gibt, der dort spielt und dazu das Final 4 um die deutsche Meisterschaft in Krefeld gespielt wird, muss eine Debatte um die sogenannten weißen Elefanten, erlaubt sein. Große Sportarenen, die einzig für ein einziges Event gebaut wurden und denen danach keine direkte Sportnutzung mehr folgt. So ist der Hockeypark heute eher eine Konzert- und Eventlocation als ein Sportstadion.

FIH Pro League Damen: Deutschland- Niederlande 0:1 (0:1)

Mit Rebecca Grote und Julia Sommer (diesmal als Ersatztorhüterin) begannen zwei RWK Spielerinnen für die als DANAS abgekürzte deutsche Damennationalmannschaft gegen den Weltmeister aus den Niederlanden. Die Geschichte dieses Spiels ist schnell erzählt. Zur Freude der mindestens 1000, eher 1500, niederländischen Fans im Stadion gingen die Oranjes bereits in der dritten Minute, durch Frederique Matla, in Führung. Danach war die Mannschaft von Bundestrainer Xaver Reckinger zwar feldüberlegen, hatte neben sechs Strafecken auch weitere gute Torchancen, doch scheiterten die DANAS immer wieder am letzten Pass oder Josine Koning im niederländischen Tor. Und so blieb es am Ende beim schmeichelhaften 1:0 Sieg der Niederländerinnen.

FIH Pro League Herren: Deutschland- Niederlande 2:4 (2:2)

Auch das Team von Bundestrainer Stefan Kermas konnte an diesem Abend die starken Niederländer nicht besiegen. Von Rot- Weiss Köln mit dabei waren Victor Aly (Ersatztorhüter), Johannes Große und Thies Prinz.
In einer sehr unterhaltsamen ersten Halbzeit gingen die Niederländer zunächst durch den Eckenspezialisten Mink van der Werden, eben mit einer Strafecke, in Führung. Hellwig und Windfeder konnten anschließend mit Toren nach sehenswert ausgespielten Angriffen das Spiel drehen, ehe die Oranjes noch vor der Pause wieder ausgleichen konnten. Die erste Halbzeit war das Beste was ich je live vor Ort an Hockey gesehen habe. Das Tempo war teilweise spektakulär hoch, die Technik der Spieler beeindruckend und die Tore schön herausgespielt.
Das änderte sich in der zweiten Halbzeit , als die Niederländer mehr zuzusetzen hatten und das Spiel schließlich mit einer weiteren erfolgreich verwandelten Strafecke von Mink van der Werden und einem Empty Net Tor (Deutschland hatte den Torwart zugunsten eines 11. Feldspielers herausgenommen) von Kellerman entschieden. Die HONAMAS, so wird die deutschen Herrennationalmannschaft abgekürzt, hatten zwar noch Chancen zum zwischenzeitlichen Ausgleich, scheiterten aber jeweils knapp und verloren am Ende verdient gegen Vizeweltmeister.


Fazit

Ich erlebte für 20 Euro (ermäßigt, normal 25 Euro) einen schönen Sport Tag in Mönchengladbach. Die schiere Größe des Stadions ermöglichte mir neue Perspektiven auf das Spiel. Hinzu kam eine super Stimmung, die hauptsächlich von den niederländischen Sportsfreunden ausging. Schlecht finde ich die Umsetzung des Videobeweises für den Zuschauer vor Ort. Zwar sah man Anzeigen auf der in diesem Fall aber leider etwas klein geratenen Videowand, von der Kommunikation und der letztendlichen Schiedsrichterentscheidung hörte man allerdings nichts. Selbst Spielerinnen von RWK, die ebenfalls vor Ort waren, meinten deswegen, dass sie auch nicht wussten was genau gerade vom Videoschiedsrichter angeschaut wurde.
Schade war natürlich auch, dass meine kleine Hockeyexkursion an den Niederrhein zwei knappe Niederlagen der deutschen Team beinhaltete.

Weitere Spiele in Mönchengladbach
Pro League Damen
Mittwoch, 24.4.: Deutschland- Großbritannien 2:0 (0:0)
Sonntag, 28.4.  :  Deutschland- China 4:1 (2:1)
Dienstag, 30.4. : Deutschland- USA  2:1 (1:0)
In der Tabelle ist das aktuell der 5. Platz. Allerdings nur nach der prozentualen Siegquote. Wer diese kurios anmutende Tabelle studieren möchte, kann das hier tun: https://www.fihproleague.com/women/standings
Kurz gesagt, die DANAS haben noch alle Chancen auf das Final 4 Turnier Ende Juni in Amsterdam. Weiter geht’s in vier Wochen mit Heimspielen in Krefeld.

Pro League Herren
Sonntag, 28.4. : Deutschland- Großbritannien 0:1 (0:0)
Die Herren haben leider erst zwei Spiele gewonnen und bei drei Niederlagen schlechte Chancen auf das Finalturnier.

Wie es weiter geht
Die Bundesliga biegt bei Damen und  Herren auf die Zielgerade der Saison ein. Am Wochenende steht der letzte Doppelspieltag an, das heißt auch je zwei Spiele für die RWK Mädels und Jungs. Die Damen spielen am Samstag in Mülheim an der Ruhr bei Uhlenhorst Mülheim und am Sonntag zu Hause gegen den TSV Mannheim. Bei optimalen Verlauf ist noch Tabellenplatz 5 für die Kölnerinnen möglich.
Die Herren können bereits am Samstag in Köln- Müngersdorf gegen Uhlenhorst Mülheim die Final 4 Teilnahme endgültig klar machen. Am Sonntag spielt man, ebenfalls zu Hause, gegen den Crefelder HTC.
Ich werde am Sonntag wieder vor Ort sein, um mir zum letzten Mal diese Saison die Damen und Herrenspiele live im Kölner Westen anzuschauen.
Über die Spiele und natürlich auch, ob die Bratwurst ihr Niveau hält, berichte ich dann nächste Woche wieder an dieser Stelle.

Sportliche Grüße und bis dahin
Markus Lehnen

 

Diese Woche bei … Rot-Weiß Köln, KW 17

Von Markus Lehnen

Europapokal!

Während die Hockeymädels von Rot- Weiss ein spielfreies und sommerliches Osterwochenende in Köln genießen konnten, spielten die Hockeyjungs in Eindhoven um den höchsten Europapokal im Vereinshockey, die European Hockey League (EHL).

Am Donnerstag ging es dort mit einem dramatischen 3:2 Sieg gegen die Niederländer vom SC Kampong gut los. Mats Grambusch schloss ein Solo 25 Sekunden mit dem Siegtreffer ab und verhalf Rot- Weiss zur Revanche für das Ausscheiden gegen denselben Gegner ein Jahr zuvor.

Am Samstag wurde die Dramaturgie noch gesteigert, als mit AH BC Amsterdam ein weiteres niederländischen Team besiegt wurde. Diese holten allerdings ein 2:0 Vorsprung Kölns innerhalb von zwei Minuten auf und zwangen die Domstädter am sonnigen Samstagnachmittag in den Shoot-Out. Ähnlich wie beim Eishockey hat hierbei der Schütze die Aufgabe frei auf das Tor des Gegners zuzulaufen um den Ball am gegnerischen Torhüter ins Tor vorbeizubringen. Der Unterschied liegt beim Feldhockey darin, dass man nur acht Sekunden Zeit hat um diese Aufgabe zu bewältigen, dafür aber eine Berührung des Torhüters nicht ausreicht, damit der Versuch direkt gescheitert ist. Auch in diesem Shoot-Out wogte das Spiel hin und her bis Rot- Weiss am Ende mit 6:5 die Oberhand behielt.
Souveräner machte es RWK im dritten Spiel in vier Tagen, als man am Sonntag im Halbfinale den Real Club de Polo aus Barcelona mit 3:1 schlug. Entscheidend waren hierfür die Strafecken, aus denen die Kölner alle drei Treffer erzielten. So stand Rot- Weiss Köln zum zweiten Mal nach 2017 im EHL Finale.

 

EHL Finale Herren, Waterloo Ducks HC (Belgien)- Rot- Weiss Köln 4:0 (0:0)

Es reichte leider nicht, um am Ostermontag den Hockeyeuropapokal mit nach Köln zu nehmen. Köln war zwar lange das überlegende Team, scheiterte aber ein ums andere Mal an Waterloo Torwart Vincent Vanasch, der sein Team im Rennen hielt. Das vermeintliche 1:0 Kölns wurde wegen Fußspiel, nach Videobeweis, zurecht aberkannt.
Und so kam es wie es so oft kommt, eine geniale Aktion von William Ghislain führte zum glücklichen 1:0 für die Belgier. Anschließend warf Köln alles nach vorne, nahm den Torhüter für einen zusätzlichen Feldspieler vom Platz und kassierte mit leerem Tor noch drei Gegentreffer zum letztendlich viel zu deutlichen 4:0 Endstand. 
Dennoch war es eine insgesamt starke Vorstellung der Rot- Weiss Herren, deren starke Leistung in vier Spielen an fünf Tagen leider nicht mit dem Titel gekrönt wurde.

Das fiel auf

Die EHL war in der Tat das Beste, was ich bisher an Hockey gesehen habe. Das Niveau war enorm hoch, und noch etwas höher als bei den Nationalmannschaften, die logischerweise weniger gut eingespielt sind als die Vereine.
Dazu lieferte der europäische Verband eine super Übertragung, die zwar leider im Internet versteckt war, aber sonst keine Wünsche an Kameraperspektiven, Zeitlupen, Kommentar und Grafiken übrig ließ. Leider werden fast nur Hockeyinteressierte den Stream gefunden haben, was schade ist, da gerade der breiten sportinteressierten Masse sehr gute Werbung für den Sport vorenthalten wurde. Ich frage es mich, warum es den Öffentlich- Rechtlichen wie dem WDR oder aber vermeintlichen Sportsendern wie Sport1 nicht möglich ist, zumindest am sonst sportarmen Ostermontag das Finale mit Kölner Beteiligung zu zeigen.

Eindrucksvoll war es wieder einmal zu sehen, wie gut ein Videobeweis funktionieren kann  und wie viel nachvollziehbarer die Schiedsrichter ein Spiel leiten, wenn man sie als Zuschauer, durch den  Einsatz von Headsets, versteht. Dass der kleine Hockeysport hier dem großen Fußball um gefühlte Lichtjahre voraus ist, erwähne ich gerne.

FIH Pro League

Nächstes Wochenende haben die Vereinsteams der Damen und Herren spielfrei, denn die FIH Pro League steht mit Spielen Deutschlands in Mönchengladbach auf dem Programm.
Manch einer erinnert sich daran, wie FIFA Präsident Gianni Infantinos` Vorschlag einer weltweiten Nations League im Fußball gemeinhin als Irrsinn bezeichnet wurde.
Beim Hockey gibt es seit diesem Jahr ebenb solch eine Liga. Neun Teams (Acht bei den Herren , weil Pakistan seine ersten drei Spiele eigenmächtig absagte), wobei jeder Kontinent vertreten ist, spielen von Januar bis Mitte Juni in Hin- und Rückspiel gegeneinander. Die vier besten Teams qualifizieren sich direkt für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio und spielen dazu Ende Juni in einem Final 4 in Amsterdam den Pro League Sieger aus.

Welch enormen Aufwand dieser Spielplan von Verbänden, wie Spielern und Spielerinnen verlangt, machte die Spielfolge im Februar deutlich, als die deutschen Damen (kurz DANAS genannt) am 10.2. in Australien, am 15.2. in Neuseeland und am 22.2. in Argentinien drei Auswärtsspiele in drei Zeit- und Klimazonen bestritten. Die Spielerinnen waren hierfür knapp einen Monat fern der Heimat unterwegs. Davon abgesehen, dass so eine Tour sicher für das Privatleben eine Herausforderung darstellt, so ist sie auch mit hohen Kosten für den Verband (alleine durch Flüge, Hotels, Transport des Equipments) und mit beruflichen Aufwand verbunden. Gerade die Spielerinnen sind meist Amateure, die neben dem Sport arbeiten oder/und studieren. Man kann sich vorstellen, dass da eine einmonatige Abwesenheit eine große Herausforderung darstellt.

Hinzu kommt, dass der Spielplan auch Einzelreisen vorsieht, d.h. nach China und die USA geht es für die DANAS z.B. für lediglich ein Pflichtspiel. So spielen diese am 17.6. das letzte Heimspiel in Krefeld, am 22.6. das letzte Auswärtsspiel in Lancaster/Ohio gegen die USA um bei Qualifikation am 27.6. das Halbfinale in Amsterdam wieder in Europa zu spielen.

Dass die meisten Nationalspieler und Spielerinnen diesen Aufwand auf sich nehmen, zeigt einmal mehr wie viel Einsatz nötig ist, um professionelles Hockey zu spielen.
Von April bis Mitte Juni finden nun die Pro League Heimspiele der Herren- und Damennationalmannschaft in Mönchengladbach und Krefeld statt.
Sämtliche Statistiken, Tabellen und den Modus dazu  findet ihr unter:
https://www.fihproleague.com/

Wie es weiter geht

Um mir selbst ein Bild vom internationalen Hockey und der Pro League zu machen, schaue ich mir die Spiele gegen die Niederlande vor Ort an.
Hinzu kommt, dass mit Rebecca Grote einer meiner beiden Arbeitskolleginnen auch für die deutsche Nationalmannschaft spielt, ebenso wie einige weitere Spieler und Spielerinnen von Rot- Weiss Köln, wie z.B. die langjährige Nationaltorhüterin Julia Sommer.

Los geht’s im Mönchengladbacher Hockeypark aber bereits am Mittwoch um 19:30 mit einem Spiel der Damen gegen Großbritannien. Weitere Spiele der Damen und Herren finden am gleichen Ort am 26., 28. und 30.4. statt.
Ich bin am Freitag für die Spiele der Damen und Herren gegen unseren westlichen Nachbarn vor Ort und werde dann nächste Woche an dieser Stelle von meinen Erlebnissen vor Ort berichten.

Wer spontan Lust bekommen hat ebenfalls dabei zu sein, Karten gibt es noch zu genüge, auch weil der Hockeypark in Mönchengladbach mit 9046 Plätzen eine für Hockey enorm hohe Zuschauerkapazität besitzt.
Ich finde der beschriebene Aufwand der Sportler und Sportlerinnen hat ein möglichst hohes Zuschauerinteresse verdient. Wenn nicht vor Ort, dann zumindest am Livestream bei DAZN.

Bis nächste Woche
Markus Lehnen