Nico Rosberg – Der stille Star

Von Daniel Hofmann

Nico Rosberg passte perfekt in die Formel 1, und doch war er ganz anders als die Fahrer links, rechts, vor und hinter ihm. Rosberg wuchs in Monte Carlo auf, in dem viele Stars der Szene residieren, sobald sie es sich leisten können. Vater Keke feierte in den 80ern selber einen WM-Titel und diente seinem Sohn als Vorbild, der schon zu Kart-Zeiten wusste, dass auch er mal diesen Erfolg feiern möchte.

2006 gab Rosberg dann sein Debüt in der höchsten Formel-Klasse. Im Williams zeigte er über vier Saisons sein Können in einem oftmals unterlegenem Fahrzeug. 2010 kam dann der Wechsel zum Rennstall Mercedes. Zuerst hieß sein Teamkollege Michael Schumacher, dann ab 2013 Lewis Hamilton. Mercedes übernahm ab 2014 die Vormachtstellung in der Rennserie und Hamiltons größter Konkurrent um die WM-Krone war Teamkollege Rosberg. Rosberg wurde häufig nachgesagt, dass er für das harte Geschäft der Formel 1 zu “lieb” und teamfähig sei, um sich selbst die WM-Krone aufsetzen zu können.

Das wurde im Jahr 2016 anders. Rosberg startete mit vier Siegen in die Saison und wirkte noch fokussierter als sonst. Das Ziel war klar: der WM-Titel. Das gelang nach einem dramatischen Finale im letzten Saisonrennen. Und Rosberg wählte anschließend einen Weg, der höchst ungewöhnlich erschien: er beendete, für alle überraschend, seine Karriere! Eine Entscheidung, die Rosbergs Motivation unterstrich. Sein Ziel war der WM-Titel. Mehr wollte Rosberg nicht in der Formel 1 erreichen. Keine Allzeit-Rekorde jagen, keine Präsenz im Rampenlicht als Weltmeister genießen. Rosberg ließ durchblicken, dass ihm vieles in der Formel 1 suspekt erschien und es ihm nicht um die große Bühne ging. Und das alles macht Nico Rosberg bis heute so besonders.

Doch Rosberg hat der Formel 1 danach nicht den Rücken zugedreht. Heute analysiert er die Rennen für die Fans im TV und Internet. Und dabei merkt man schnell, wie leidenschaftlich Rosberg für den Motorsport lebt. An diesem Tag wird Nico Erik Rosberg erst 34 Jahre jung. Im besten Rennfahreralter, möchte man sagen. Keineswegs wird Rosberg diesen Tag im Rampenlicht verbringen. Er wird ihn still mit der Familie und Freunden feiern. In Monte Carlo oder auf Ibiza, denn auch dort hat die Familie Rosberg einen Wohnsitz. Sicherlich spricht das für den typischen Reichtum, der automatisch mit Rennfahrern verbunden wird. Doch Nico Rosberg wird immer etwas anders sein. Danke dafür, Herr Rosberg, und alle Gute!

Der Tag, 16.06.: Garcia, Mannarino, Toyota

Nachmittags

WTA-Tour – Trotz des 0:6 im ersten Satz, gewann Alison Riske in Hertogenbosch gegen Kiki Bertens. Die beiden umkämpften Sätze gewann Riske 7:6(3), 7:5. In Nottingham siegte Caroline Garcia in einer ähnlich spannenden Partie, die sie mit 2:6, 7:6(4), 7:6(4) gegen Donna Vekic für sich entscheiden konnte.

ATP-Tour – Adrian Mannarino gewann im siebten Finale der Karriere seinen ersten Titel. 7:6(7), 6:3 schlug der Franzose den Australier Jordan Thompson in Hertogenbosch. In Stuttgart sicherte sich Matteo Berrettini gegen Felix Auger-Aliassime die Trophäe, für die beide Spieler beim 6:4, 7:6(11) viel Intensität boten.

24h Le Mans – Fernando Alonso, Sebastien Buemi und Kazuki Nakajima fuhren erneut zum Sieg beim legendären Langstreckenklassiker. Der Toyota-Doppelsieg war schon vor dem Rennen zu erwarten, da der japanische Konzern als einziges Werksteam in der LMP1-Klasse an den Start ging.

 

Abends

BBL – Hart umkämpft war die Auftaktpartie der Finalserie, die der FC Bayern am Ende knapp für die eigenen Farben entschied. 74:70 lautete der Endstand gegen ALBA Berlin, die zu Beginn des letzten Viertels noch einen Zähler in Führung lagen.

Fußball, Damen WM – Die USA und Schweden sind mit deutlichen Siegen in das Achtelfinale eingezogen. Die US-Amerikanerinnen siegten mit einer B-Elf 3:0 gegen Chile. Die schwedische Auswahl düpierte Thailand 5:1.