Der Tag, 30.06.: Kepler, Verstappen, Yankees

Frühmorgens

MLB – Max Kepler steuerte beim 10:3-Sieg der Twins gegen die White Sox zwei Home Runs bei und schraubte seine Saisonbilanz auf 21 Home Runs. Die Twins führen weiterhin deutlich die AL Central an.

 

Nachmittags

Formel 1 – Max Verstappen beendete in Spielberg die Mercedes Siegeserie und holte sich die volle Punktzahl in Österreich. Erst drei Runden vor Schluss überholte der Niederländer den bis dahin Führenden Charles Leclerc. Dritter wurde Valtteri Bottas. Platz vier buchte Sebastian Vettel, der damit einen Platz vor Lewis Hamilton ins Ziel kam.

MLB – Nach dem 30-Run Spiel zwischen den Yankees und den Red Sox am Samstag, wurde auch das zweite Spiel in London von Offensive geprägt. 12:8 gewannen die Yankees, die im siebten Inning insgesamt neun Runs auf das Scoreboard brachten und damit das Spiel vorzeitig entschieden.

Abends

Fußball, U21-EM – Spanien sicherte sich den EM-Titel gegen das DFB-Team. Die neuen Europameister waren insgesamt spielerisch überlegen und gewannen verdient mit 2:1.

Der Tag, 22.06.: Yankees, Görges, Murray

Frühmorgens

MLB – Im Aufeinandertreffen der Division-Leader setzten sich die Yankees mit 4:1 gegen die Astros durch. Die Entscheidung viel im siebten Inning. Gleyber Torres schlug einen 2-Run Home Run und stellte damit vorzeitig den Endstand her.

 

Nachmittags

WTA-Tour – Julia Görges schlug Petra Martic 6:4, 6:3 und trifft im Finale von Birmingham auf Ashleigh Barty, die sich 6:4, 6:4 gegen Barbora Strycova durchsetzte. Angelique Kerber verpasste das Finale von Mallorca, unterlag Belinda Bencic 6:2, 6:7, 4:6. Zweite Finalistin ist Sofia Kenin, die sich mit 6:4. 4:6, 6:2 gegen Anastasija Sevastova behaupten konnte.

ATP-Tour – In Halle zog Roger Federer ungefährdet mit 6:3, 6:3 gegen Pierre-Hugues Herbert ins Finale ein. Sein Gegner ist David Goffin, der Matteo Berrettini  7:6, 6:3 schlug. Im Queens Club erreichte Feliciano Lopez das Finale, nachdem er Felix Auger-Aliassime 6:7, 6:3, 6:4 besiegte. Dort trifft er auf Gilles Simon, der mit identischem Ergebnis Daniil Medvedev schlug. Anschließend zog Lopez noch mit Andy Murray ins Doppel-Finale ein. Murray gelingt damit ein märchenhaftes Comeback.

 

Abends

Fußball, Damen-WM – Das DFB-Team zog gegen Nigeria souverän ins Viertelfinale ein. 3:0 lautete der Endstand, für den Alexandra Popp in der 20. Minute den Grundstein legte. Gegnerinnen in der Runde der letzten Acht sind die Schwedinnen oder die kanadische Auswahl.

David Wells – Ein perfekter Nachmittag im Mai

Mitarbeiter des Tages, 20. Mai 2019: David Wells

Ältere TV-Freunde werden sich daran erinnern: Viele Monde sind seitdem vergangen, aber es gab mal eine Serie, die in der deutschen Fassung „Boomer, der Streuner“ hieß. Ein Hund auf Abwegen, der sich nicht an Etikette und Regeln hält, aber irgendwie doch liebenswert war.

Ob David Wells ein liebenswerter Kerl ist: man weiß es nicht. Den Spitznamen „Boomer“ hat er dennoch ausgefasst, vielleicht, weil man sich sehr gut vorstellen konnte, dass Wells durch die Bars von New York City streunt. Nicht zuletzt deshalb, weil der linkshändige Werfer damit in eigenen Erzählungen nicht hinter dem Berg gehalten hat. Aber wenn jemand den Ball präzise in der Strikezone unterbringt, dann sehen auch die Amerikaner über kleinere menschliche Schwächen hinweg, ja, feiern diese sogar.

Und David Wells hat eben diese Strikezone mit einer Präzision getroffen, die ihresgleichen gesucht hat. Nicht der härteste Werfer der Liga, aber einer von denjenigen, die den Schlägern extrem wenig geschenkt haben. Geschichte hat Wells auch geschrieben, im Mai 1998. Da konnte natürlich noch keiner ahnen, dass die New York Yankees zu einer historischen Saison ansetzen würden, gekrönt mit dem Erfolg gegen die harmlosen San Diego Padres in den World Series.

Wells jedenfalls hat sich an einem Nachmittag im Mai angeschickt, alle 27 Schlagmänner der Minnesota Twins, die frech an die Platte getreten waren, gruß- und hit- und walklos wieder auf die Bank zu schicken. Ein Perfect Game, das bis dorthin erst 15. der Geschichte der Major League Baseball. Im Trikot der Yankees hatte das zuvor nur Don Larsen geschafft, der allerdings hatte das 1956 im Rahmen des Endspiels geschafft, dies bewertet der MLB-Freak noch eine Nuance höher.

Wells, der heute seinen 56. Geburtstag feiert, hat die ersten 16 Jahre seiner professionellen Karriere in der American League verbracht. Das ist jene Division, in der der Werfer nicht ans Schlagmal treten muss. Eine gute Entscheidung, Wells war mit einem genialen Arm und stabilen Körperbau gesegnet, nicht aber mit der Eigenschaft, sich so schnell als möglich die etwas mehr als 27 Meter von der Home Plate bis zur ersten Base zu bewegen. Es hat ihm nicht zum Schaden gereicht.

Yogi Berra – It ain´t over …

MItarbeiter des Tages, 12. Mai 2019: Yogi Berra

Von Axel Goldmann

Als Richard Brinsley Sheridan im Jahr 1775 sein reichlich banales Lustspiel „Die Rivalen“ im Londoner Covent Garden uraufführen ließ und seine Protagonistin Mrs. Malaprop mit falsch verwendeten hochenglischen Wörtern und, bis zur Unverständlichkeit verschachtelten Sätzen, zum Gespött der Zuseher machte, wird er nicht damit gerechnet haben, dass sich aus diesem Kniff der moderne Begriff des „Malapropismus“ bilden würde. Die per Definition „unabsichtliche Verwendung eines ähnlichen klingenden, aber von der Absicht her falschen Wortes“. 

Wir kennen das. Mit „Man muss das alles nochmal Paroli laufen lassen“, z.B. erstaunte Horst Hrubesch nicht nur den Fragesteller nach dem unbefriedigenden 1:1 Deutschlands gegen Rumänien, sondern fand sich alsbald auch in sämtlichen lustigen und weniger lustigen Sprüche-Sammlungen von Print bis Internet wieder. Wie gesagt, wir kennen das. Wenn Thorsten Legat Spätzle für Geflügel hält oder Ottmar Hitzfeld von alternativen Möglichkeiten fabuliert, wenn Franz Beckenbauer in die Kamera guckt wie ein Rehkitz vor dem überqueren der Autobahn und dann seine Weisheiten aus 500 Jahren Sportler-Dasein zum Besten gibt, ach, es gibt der Beispiele dutzende. 

Im Olymp der Linguistik

Doch es gibt nur einen König. Einen, der diese Form des Ausdrucks zu einer Kunstform erhoben hat, der im Olymp der Linguistik direkt neben Mrs. Malaprop Platz genommen hat und derart legendär ist, dass er eine eigene Kategorie innerhalb des Malapropismus bekam. Nein, wir reden nicht von Lothar Matthäus, sondern, natürlich von Yogi Berra. Dem großen Yogi Berra. In Deutschland eher eine unbekannte Nummer, weil sein Sport hierzulande leider immer noch ein Schattendasein fristet. Berra war Baseballer. Einer der erfolgreichsten noch dazu. 13 Mal gewann er die World Series, 15 Mal wurde er zum All Star gewählt und drei Mal zum MVP der MLB. Ihm zu Ehren wird die Nummer 8 bei den New York Yankees nicht mehr vergeben, er ist selbstverständlich Mitglied in Cooperstown, der Hall of Fame des Baseballs und Teil des MLB All-Century-Teams. Als Schlagmann brachte er 1.430 Runs nach Hause und dennoch, all seine Titel, sein Können und sein Talent sind nicht der Grund, warum heute noch jedes Kind in Amerika den Namen Yogi Berra kennt. Nein, der Grund sind seine „Yogiisms“, seine missverständlichen, lustigen, falschen oder sinnsuchenden Sprüche.


„Yogiisms“ eben. Es gibt keinen anderen Ausdruck, weil man nicht unterscheiden kann zwischen humoristisch gemeinten Sätzen, falsch verwendeten Wörtern, Motivationsversuchen oder völlig ernst gemeinten Ausdrucksversuchen. Yogi Berra war der Michelangelo der Kalendersprüche und ist bis heute der Schutzheilige unzähliger Motivationstrainer. 

No matter where you go, there you are“ zum Beispiel. Er lächelt dabei und sein jungenhaftes, vom Jokus durchtriebenes Gesicht gibt keinen Hinweis ob er sich gerade lustig macht oder es so meint. Okay, Yogi. Sachlich richtig. Und jetzt? Es gibt keine Erklärung. 

Hoffnung gibt es immer

In einer Tour liefert Berra diese Bonmots. „You can observe a lot by watching“, erklärte er weise. „The future ain’t what it used to be“ nimmt einer ganze Generation Seattler Musiker das Trademark für Grunge ab und seine nahezu welterklärende Philosophie „In theory there is no difference between theory and practice; in practice there is“, knackt noch heute die Köpfe. 

Aber sein berühmtester Ausdruck hat noch heute Gültigkeit. „It ain’t over ’til it’s over“, bemerkte er klug und wirkungsvoll und gibt damit bis heute jeder noch so verfahrenen Ausgangslage einen Konter. Solange es nicht vorbei ist, ist es nicht vorbei. Ob Jürgen Klopp genau dies seinen Spielern vor dem Rückspiel gegen Barcelona an die Kabinentür hämmerte? Vielleicht war es genau der Satz, der Michael Chang 1989 gegen Ivan Lendl durch den Kopf ging, während er von unten aufschlug, weil sein Körper die Kraft für den Überkopf-Aufschlag nicht mehr erbringen konnte. Oder, wir wissen es nicht, vielleicht schrie auch Tom Brady diesen gültigsten aller Yogiisms über den Kunstrasen des NRG Stadium in Houston, als seine Patriots scheinbar aussichtslos mit 3:28 im Superbowl gegen die Atlanta Falcons zurück lagen. 

It ain’t over ’til it’s over“. Hoffnung gibt es immer. 

Berra war ein Meister der Selbstvermarktung und beileibe kein Dummkopf. Er schrieb mehrere Bücher, eröffnete sein eigenes Museum, vermarktete sich als Sidekick-Attraktion im US-amerikanischen TV und spielte ganz bewusst mit dem Image des Zen-Master des Baseballs. 

Am 22. September 2015 starb Yogi Berra. „It’s tough to make predictions, especially about the future“, sagte er noch. Das stimmt zwar, aber seine Zitate, seine Yogiisms werden weiter ein fester Bestandteil der Baseball-Kultur bleiben. Soviel ist sicher.

Der Tag, Mittwoch, 01.05.2019: Sabathia, Zverev, Messi

Frühmorgens

MLB – C.C. Sabathia knackte in der Nacht als erst 17. Spieler die Marke von 3.000 Karriere-Strikeouts. Beim 1:3 seiner Yankees gegen die Diamondbacks. Die Hall of Fame sollte auch unabhängig davon für den 38-Jährigen sicher sein, der Ende des Jahres seine Laufbahn beenden wird.

NBA – Die Warriors gingen in der Serie gegen die Rockets mit 2:0 in Führung. Auch die 29 Punkte von James Harden konnten die 109:115-Niederlage nicht verhindern. Die Bucks glichen gegen die Celtis aus und setzten mit dem 123:102 ein deutliches Zeichen vor den Spielen in Boston.

NHL – Die Blue Jackets (2:1 gegen die Bruins) und die Sharks (4:2 bei der Avalanche) gingen gemeinsam mit 2:1 in ihren Serien in Führung. Man kann den Bruins nicht unterstellen, dass sie nicht alles versucht hätten. Aber der Goalie der Blue Jackets hatte auch hinten Augen.

 

Nachmittags

ATP-Tour – Sascha Zverev bereichert jährlich das Turnier in München. Als Titelverteidiger griff er heute ins Turnier ein und hatte insgesamt keine Probleme mit Juan Ignacio Londero. 7:5, 6:1 lautete das Endergebnis nach 64 Minuten. Vor allem der erste Satz lieferte einige unterhaltsame Ballwechsel. Nächster Gegner ist Cristian Garin, der Diego Schwartzman ebenfalls mit 6:1, 7:5 aus dem Turnier genommen hat.

WTA-Tour – Tamara Korpatsch nutzt ihr Glück als Lucky Loserin weiterhin aus. Nach dem 4:6 gegen Anna Karolina Schmiedlova im ersten Satz, drehte sie die Partie und gewann 6:3, 6:0. In der nächsten Runde wartet nun die Qualifikantin Jil Belen Teichmann. Antonia Lottner schied hingegen mit 2:6, 4:6 gegen Bernarda Pera aus.

 

Abends

BBL – Spannend geht es zu im Kampf um die Playoff-Plätze. Die Löwen aus Braunschweig mussten sich im direkten Duell gegen die Telekom Baskets Bonn geschlagen geben und fallen drei Spiele vor Ende der Hauptrunde raus aus den Top8. Ludwigsburg verpasste den Sprung in diese Region, da man beim 75:81in Bremerhaven keine Punkte einfahren konnte. Ratiopharm Ulm konnte beim 82:76 in Göttingen die Playoffs absichern.

 

Champions League – Am Abend dann noch das Halbfinal-Hinspiel zwischen dem FC Barcelona und dem FC Liverpool. Unterhaltsam offensiv war es über die 90 Minuten. Das Glück der Chancenverwertung war Barcelona zugetan. Aber auch mal wieder Sportsfreund Messi, der mit einem Freistoß das 3:0 erzielte, davor zum 2:0 abstaubte und am Ende dann doch wieder der Spieler war, der den Unterschied machte. Liverpool zeigte eine gute Leistung. Am Ende mag das 3:0 daher etwas hoch wirken.

Der Tag, Mittwoch, 17. April 2019, die Lightning, die Yankees, Zverev, ManCity

Frühmorgens

NHL – Die historisch starken Tampa Bay Lightning haben ein beinahe historisches Aus hingelegt – mit dem 3:7 in Columbus. Die Blue Jackets gewinnen die Serie damit ebenso 4:0 wie die Islanders gegen die Penguins. Verrückt. Winnipeg gleicht mit dem 2:1 in St. Louis aus, Die Vegas Golden Knights führen nach dem 5:0 gegen San Jose mit 3:1-Siegen.

NBA – Die Raptors gleichen mit dem 111:82 gegen die Magic in der Serie aus, Denver gelingt mit dem 111:104 gegen die Spurs exakt dasselbe – das aber nach einem 19-Punkte-Rückstand. Jakob Pöltl mit fünf Punkten in 20 Minuten. Oklahoma City verliert mit 94:114 in Portland, Dennis Schröder mit sieben Punkten in 21 Minuten. Die Thunder damit mit 0:2 im Rückstand.

MLB – Die Yankees panieren die Red Sox im ersten Aufeinandertreffen der Saison mit 8:0, Chris Sale hat damit seinen ersten vier Spiele verloren. Philadelphia schenkt den Mets im ersten Inning zehn Runs ein, am Ende steht ein 14:3 für die Phillies. Die Twins verlieren zuhause gegen die Blue Jays mit 5:6, Max Kepler mit zwei Walks, keinem Hit und einem Schlagdurchschnitt von .259.

Nachmittags

Tennis – Sascha Zverev hält sich in Monte Carlo nicht lange mit Félix Auger-Aliassime auf, gewinnt mit 6:1 und 6:4. Dominic Thiem lässt sich da nicht lumpen und putzt Martin Klizan mit exakt demselben Ergebnis. Nur Rafael nadal muss wieder einen drauflegen: 6:1, 6:1 gegen den Bautista-Agut Robertl.

Eishockey – Während Mannheim den Rost abzustreifen versucht und München kurz Luft holt, spielt sich die deutsche Nationalmannschaft für die WM in der Slowakei warm. Diesmal allerdings nicht erfolgreich. 4:5 gegen die Tschechische Republik.

Abends

Champions League – Liverpool gewinnt also wohl nicht ganz unverdient mit 4:1 in Porto. In manchester indes feiert man Raheem Sterlings 5:3 in der Nachspielzeit, der VAR erweist sich als unbestechlich. Tottenham alles in allem nicht ganz unglücklich im Halbfinale gegen Barcelona.