Steffi Graf – Eine Klasse für sich

Mitarbeiterin des Tages, 14. Juni 2019: Stefanie Graf

Now, Steffi Graf, die schon seit längerer Zeit Stefanie genannt werden möchte, Stefanie Graf also ist die größte deutsche Sportlerin aller Zeiten. Und das Rennen ist nicht einmal knapp. Da muss jetzt bitte keiner mit Birgit Fischer oder sonst jemanden um die Ecke kommen. Deutschland. Graf. Nummer eins.

Was die Jubilarin (heute feiert Frau Graf ihren 50. Geburtstag) so umtreibt, das kann man am besten hier nachlesen, in den warmen Worten des großen Kollegen Jörg Allmeroth.

Die Frage allerdings, ob Stefanie Graf die größte Tennisspielerin aller Zeiten ist, muss global abwegig beschieden werden (was der ehemaligen Steffi natürlich komplett wurst sein wird). 22 Grand-Slam-Titel im Einzel, der Golden Slam 1988 mit dem olympischen Sieg in Seoul, das ist natürlich unglaublich. Und, ja: Käme Steffi Graf in der 1988er-Form (und, ganz wichtig: mit ihrem 1988er-Dunlop-Schläger) dieser Tage für zwei Wochen zurück auf die WTA-Tour – das Halbfinale in Paris oder Wimbledon wäre ihr jederzeit zuzutrauen. Mit dem aktuellen Material sogar der Sieg. Niemand bewegt sich dieser Tage so wie Graf damals, am nächsten kommt ihr noch Simona Halep.

Die größte Spielerin aller Zeiten ist indes Serena Williams, die herrliche Drama Queen. Einfach wegen der, über die Karriere betrachtet, größeren Konkurrenz. Und der vielen, manchmal auch etwas komischen Dinge, die Serena neben dem Court veranstaltet hat. Und auch, weil die allergrößte Rivalin von Steffi Graf, Monica Seles, von einem Verbrecher aus dem Wettbewerb genommen wurde. Sportlich wird sich natürlich nie sagen lassen, ob eine Serena an ihrem besten Tag besser als eine Steffi an ihrem besten Tag war.

Aber noch einmal: Das wird Frau Graf komplett egal sein. Weil sie extrem happy damit zu sein scheint, dass sie zuhause in Las Vegas ihre Ruhe hat. Herrlich. Alles Gute.

Gabriela Sabatini – Keine Gefahr für die Gräfin

Mitarbeiterin des Tages, 16. Mai 2019: Gabriela Sabatini

Man tut Gabriela Sabatini vielleicht Unrecht, sie mit Stan Wawrinka zu vergleichen. Vielleicht tut man aber auch Stan nichts Gutes, wenn man ihn in eine Reihe mit Gaby stellt. Es ist nur so: Ende der 1980er-Jahre hat der geneigte Tennisfreund von der Rückhand der Argentinierin in gleichem Maße geschwärmt wie wir Aficionados das mit jener von Stan über das letzte Jahrzehnt getan haben.

Sabatini jedenfalls hat dem Ball so viel Spin mit auf die Reise gegeben, dass in österreichischen, vielleicht auch süddeutschen Gefilden mithin von einer „überrissenen“ Rückhand die Rede war. Schöner Schlag, der halt leider nur manchmal gut genug war, um der Vorhand von Stefanie Graf etwas entgegenzusetzen. Für eben die brauchte es keine Kunstvokabeln – die Gegnerinnen konnten sie zumeist einfach nicht zurück ins Feld spielen.

Das ist Sabatini nicht anders ergangen, auch wenn sie ab und zu gegen Graf gewonnen hat: in 40 Versuchen elf Mal, das ist nun nicht grundsätzlich desaströs. 1990 hat Sabatini, die heute 49 Jahre alt wird, bei den US Open triumphiert, der einzige Grand-Slam-Erfolg im Einzel (hier trennen sich die Wege zu Stan Wawrinka: der hat schon drei Majors geholt).

Und ja: dass sich hier eine dunkelhaarige Südamerikanerin mit einer blonden Mitteleuropäerin duelliert, ist in der Öffentlichkeit nicht schlecht angekommen. Zumal Graf von Sabatini ja nur selten etwas zu befürchten hatte. Und zumal die beiden miteinander auch des öfteren gemeinsam Doppel gespielt habe, recht erfolgreich übrigens. Das war mit der Ankunft von Monica Seles plötzlich anders. Aber deren Geschichte hat bekanntermaßen eine traurige Wendung genommen.